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Geheimsache Trinkwassergefährdung

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Pressemitteilung
der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“
25.02.15
„Geheimsache Trinkwassergefährdung ?“
Die Versenkung von Kalilauge in den Untergrund als eine von vier Entsorgungstechnologien
der Kaliindustrie wird seit 1925 praktiziert.
Seither ist diese Entsorgungspraxis umstritten, denn die Theorie, dass die poröse
Gesteinsschicht, der Plattendolomit, in den die Lauge verpresst wird, nach oben hin dicht sei,
ist ein Trugschluss.
Denn verpresste Kalilauge verdrängt an Störstellen das darüber liegende salzhaltige
Formationswasser und in Folge auch das Trinkwasser und tritt unkontrolliert an die
Oberfläche.
Zuständige Behörden gehen davon aus, dass von den bisher verpressten 1 Mrd. m³ Lauge 40
% wieder an die Oberfläche bzw. in die Werra gelangt sind.
Auf dem Weg der Lauge an die Oberfläche wurde ein Großteil der Trinkwasseranlagen
unserer Werraregion zerstört, was zum Beispiel bereits die damalige DDR veranlasste,
beginnend 1968 die Versenkung auf Thüringer Gebiet einzustellen.
Es kam zum Aufstieg verpresster Lauge in Thüringen und Hessen bis in die oberen
Grundwasserschichten in Ortslagen, zu flächenhaften Aufstiegen in den Werraauen und zu
verschiedenen punktuellen Austritten in unverdünnter Form.
An dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert.
Trinkwasser ist nach wie vor nicht nur gefährdet, sondern schon belastet, und es kam bereits
zum Ausfall von Brunnen in der Gemeinde Gerstungen, sowie 2007 zum Versenkstopp am
K+S Standort Neuhof/Ellers.
Die bereits versalzenen Brunnen sind für immer unbrauchbar, da der Versalzungsprozess
unumkehrbar ist. Es ist und bleibt eine tickende Zeitbombe in anbetracht der Tatsache, dass
ein Liter Kalilauge die 240-fache Menge Grundwasser für die Trinkwassergewinnung
unbrauchbar machen kann.
Selbst die zuständigen Behörden, insbesondere das Hessische Landesamt für Umwelt und
Geologie (HLUG), fordern seit Jahren die Einstellung der Verpressung. Die gleichnamige
Behörde in Thüringen(TLUG) stellte schon 2001 fest: „Versenkrückläufe aus dem
Plattendolomit bestehend aus verdrängtem Formationswasser gemischt mit Salzwasser ließen
mehrere Trinkwassergewinnungsanlagen unbrauchbar werden“.
Dennoch versuchen die zuständigen „grünen“ Umweltministerien in Thüringen und Hessen
die kritische Situation zu verharmlosen bzw. zu vertuschen.
Kontaktaufnahmen mit der Thüringer und Hessischen Umweltministerin, Frau Siegesmund
und Frau Hinz, kamen aus fadenscheinigen Gründen nicht zu Stande.
Das Thüringer Landesbergamt verweigert den Einblick in Unterlagen zur Belastung des
Grundwassers.
Will man damit vielleicht die Veröffentlichung ähnlicher brisanter Ergebnisse wie in Hessen
verhindern? Wollen die politischen Endscheidungsträger auf Zeit spielen bzw. eine mögliche
Lösung aussitzen?
Für uns ist diese Verhaltensweise skandalös und trägt in keiner Weise zur Vertrauensbildung
bei, denn die Bevölkerung im Kalirevier an der Werra hat das Szenarium einer schleichenden
Trinkwasserversalzung von Ende der sechziger bis Anfang der siebziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts bereits miterlebt und deshalb ein Recht darauf zu erfahren, wie es momentan mit
ihrem Trinkwasser steht.
Verpressung von Lauge ist wegen unkalkulierbarer Risiken für das Trinkwasser keine
nachhaltige Lösung und muss deshalb so schnell wie möglich eingestellt werden, denn wie
formuliert die EG-Wasserrahmenrichtlinie so treffend, „Trinkwasser ist ein ererbtes Gut was
geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss“.
Es ist höchste Zeit, dass sich die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft dieser Aussage
stellen.
Darum fordern wir in erster Linie das Thüringer Umweltministerium auf, die
Blockadehaltung aufzugeben und mit offenen Karten zu spielen, denn nur durch einen
ehrlichen Dialog können verloren gegangenes Vertrauen wieder gewonnen und gemeinsame
Lösungsvorschläge erarbeitet werden.
Klaus Reinhardt
Vorsitzender der Bürgerinitiative
„Für ein lebenswertes Werratal“
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