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Inklusion 2015-Patt - SPD Korschenbroich

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Auf dem Weg zur
inklusiven
Bildungslandschaft
Entwicklungsbüro Bildung
2015
1
Programm
(1) Das gemeinsame Verständnis von Inklusion… darum
geht es eigentlich
(2) Die Umsetzung ist … holprig
(3) Das zeichnet eine inklusive Schule aus
(4) Bedingungen und Ansätze für eine zunehmend
gelingende Entwicklung
(5) Inklusion ist ein Auftrag für alle in der Region
2
Inklusion ist insgesamt und besonders im
Bildungsbereich kein eindeutig definiertes
Konzept.
Derzeitige Ansätze:
gemeinsamer Unterricht von Kindern und Jugendlichen
mit und ohne Behinderung
Überwindung aller Formen der Diskriminierung aller
Risikogruppen
institutionelle Entwicklung einer Schule für alle
gesamtgesellschaftlicher Auftrag für mehr Teilhabe aller,
Gerechtigkeit, Respekt vor Vielfalt…
Inklusion = Strukturprinzip und Handlungsmaxime der
Menschenrechte/Grundrechte in allen Lebensbereichen
3
Inklusion bedeutet
Strukturprinzip und Handlungsorientierung der Menschenrechte,
der Grundrechte:
Artikel 3 Grundgesetz:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt…
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner
Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens,
seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder
bevorzugt werden.
Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. (1994)
Inklusion fordert die Überwindung aller Formen der Diskriminierung aller
Risikogruppen
und ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag für mehr Teilhabe aller,
Gerechtigkeit, Respekt vor Vielfalt… in allen Lebensbereichen.
Inklusion ist ein unteilbares Menschenrecht…
und meint ALLE !
4
Inklusion bedeutet und bewirkt:
Inklusion will die Teilhabe von Einzelnen an einer
Gemeinschaft ermöglichen sowie die Barrieren für eine
solche Teilhabe erkennen und aktiv beseitigen.
Das Recht auf „Normalität“ ist die unverrückbare formale
Grundlage, Inklusion bedeutet jedoch mehr als Dabeisein:
5
Teilhaben bedeutet
dabei sein können
als unteilbarer
Rechtsanspruch
eigenverantwortlich handeln
können… und nicht fürsorglich belagert oder
ausgegrenzt bleiben
wohlfühlen + anerkannt sein
mitwirken
kooperieren… Freunde finden
profitieren
6
…in allen Lebensbereichen
Wohnen
Arbeit
Bildung
Kultur und Freizeit
Mobilität
Kommunikation
Gesundheit
…
Inklusion ist ein individueller, institutioneller und
ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag!
7
Es ist wichtig, die ganze Bandbreite des Begriffes Inklusion zu klären.
Das braucht Zeit und stetigen Dialog.

„Aus Sicht der Landesregierung bedeutet der Anspruch
an ein inklusives Bildungssystem grundsätzlich mehr als
eine Antwort auf die Frage, wie künftig das Recht auf
Bildung für Schülerinnen und Schüler mit einem
sonderpädagogischen Förderbedarf in allgemeinen
Schulen – sowohl in allgemeinbildenden Schulen als
auch in Berufskollegs – umgesetzt werden kann…“

Ein weiter Inklusionsbegriff umfasst zahlreiche
Facetten der Verschiedenheit, die eine
Bildungspartizipation behindern oder fördern
können…
Aktionsplan der Landesregierung – NRW inklusiv 3. Juli 2012
8
Integration und Inklusion
nicht integrationsfähig
Integration
Zwei - Gruppen - Theorie
Inklusion
Theorie der ungeteilten,
heterogenen Lerngruppe
Nicht die Kinder müssen
integrationsfähig werden und
sich an die Schule anpassen,
sondern die Schule
passt sich an die Kinder an
und verfügt über die notwendigen
personellen sowie
materiellen Ressourcen.
Das ist der entscheidende Unterschied.
9
Inklusion ist kein Ergebnis, sondern ein Prozess.
Inklusion ist ein Nordstern, eine Leitidee, an
der wir uns konsequent orientieren und an die
wir uns kontinuierlich annähern, selbst wenn
wir sie nie vollständig erfüllen können.
(Ines Boban 2010)
Das „Paradies der Inklusion“
ist auf dieser Erde nicht zu finden.
10
Die Verpflichtungen des Art. 24 – Bildung/VN-Konvention
Ziel ist
die vollständige (80 bis 90 %) Inklusion =
Abbau, nicht Abschaffung der Förderschulen
in einem hochwertigen und flächendeckenden
Bildungssystem = wohnortnahe allgemeine
Schule
mit angemessenen Vorkehrungen (muliprofessionelles Team –
Räume – Ausstattungen) für die Bedürfnisse des Einzelnen
sowie
individuell angepassten
Unterstützungsmaßnahmen, z.B. Eingliederungshilfe, Pflege und
Therapie
11
Artikel 7 VN-Konvention
Kinder mit Behinderungen
(1) Die Vertragsstaaten treffen alle erforderlichen
Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass Kinder
mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen
Kindern alle Menschenrechte und
Grundfreiheiten genießen können.
(2) Bei allen Maßnahmen, die Kinder mit
Behinderungen betreffen, ist das
Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der
vorrangig zu berücksichtigen ist.
12
(2) Stand der Umsetzungen… holprig
VN – Konvention 2006
Ausführungsgesetz des Bundes & Zustimmung Bundesrat
März 2009 / Nationaler Aktionsplan der Bundesregierung
September 2011
Nord- Süd-Gefälle der landesgesetzlichen Umsetzung und das
Nachsteuern der „Schnellen“ (Bremen 2009, Hamburg)
Aktionsplan Landesregierungen,
Eine Gesellschaft für alle… NRW inklusiv Juli 2012
1. Gesetz zur Umsetzung der VN-Konvention in Schulen NRW /
9. Schulrechtsänderungsgesetz
Verordnung über die Mindestgrößen von Förderschulen wirksam ab
1.8.2015
neue AO-SF
Regionale Aktionspläne, z.B. Bornheim, Monheim, Oldenburg…
13
1. Gesetz zur Umsetzung der VN-Konvention in Schulen
NRW / 9. Schulrechtsänderungsgesetz
Inklusion ist eine Aufgabe der allgemeinen Schule, unterstützt
durch die fachliche Expertise der Sonderpädagoginnen
Rechtsanspruch für die Eingangsklassen 1 und 5, die Folgegesetze
werden den Rechtanspruch Schritt für Schritt auf alle Jahrgänge erweitern
wesentliche Steuerungsenergien sind
der Elternwille = Anspruch auf wohnortnahe allgemeine Schule und Antragsrecht auf AOSF
die Planungen der Schulträger
und die Mindestgrößenverordnung
erster Schritt zur sonderpädagogischen Grundausstattung der
allgemeinen Schulen zur Unterstützung LES
14
Die Ebenen der Verantwortung laufen noch nicht synchron
dazu brauchst es politische Initiativen
Der Bund: Investitionsprogramme nach Aufhebung des Kooperationsverbotes
Das Land: Gesetzgebung und Personal-Ressourcen,
Anerkennung der Konnexität
Die Schulträger Kreise, Städte, Kommunen:
inklusiv-pädagogischer Schulbau, Ausstattungen, PersonalRessourcen und regionale Konzepte, Federführung
kommunaler Aktionsplanung – Problem „Konnexität“
Die Unterstützungssysteme in unterschiedlicher
Zuständigkeit: regionale Bündelung und Koordination
Die Schulen: Inklusion als Aufgabe der Schulentwicklung =
inklusive Schul-Kultur der Werte – Strukturen - Praktiken
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(3) Das zeichnet eine inklusive Schule aus
eine Schul-Gemeinschaft,
die sich im Rahmen ihrer bestehenden Möglichkeiten
und im Selbst-Bewusstsein ihrer Stärken und Potenziale
auf den Weg macht…
in anspruchsvollen Schritten und
mit Achtsamkeit für die eigenen Grenzen.
16
Eine inklusive Schule
reduziert ihr Verständnis von Inklusion
nicht auf die Aufnahme von Kindern mit
besonderem Unterstützungsbedarf = der
additive Weg: Alles bleibt wie gehabt und
für die Besonderen – die Inklusionskinder
- sind die Sonderpäds zuständig…
Sie hat ein umfassendes Verständnis von
Inklusion und nimmt die Herausforderung
als Auftrag für die Schulentwicklung
insgesamt an.
17
Inklusive Schulen verfügen über die
notwendigen Voraussetzungen:
Vielfalt der Professionen: Sonderpäd., Sozialpäd.,
Assistenz, Pflege- und Therapiekräfte… gehören zum
Stellen-Mehrbedarf, ohne dass Kinder etikettierte
werden müssen
barrierefreie Gebäude und päd. Raumprogramm
Ausstattungen, Hilfsmittel…
Inklusive Schulen erhalten Beratung und
besondere Unterstützung durch regional verbundene
pädagogische Zentren…
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Nationale Befunde zur Integration (1970 – 2000)
1. positive Befunde sicherstellen und ausbauen:
Schulleistungen: mindestens gleichwertig, manchmal höherer
Leistungsstand als in der FS, bessere Abschlüsse (z.B. Dumke
1993, Hildeschmidt 1996, Haeberlin 2011)
kognitive Entwicklung: mehr Anregungen für Schülerinnen und
Schüler mit sonderp. Förderbedarf, dadurch mehr Lerngewinn
als in Förderschulen
Schülerinnen und Schüler ohne sonderp. Förderbedarf haben
keinerlei Nachteile – in einigen Studien profitieren auch
Leistungsstarke (Preuss-Laussitz 2005)
2. Pädagogische Herausforderungen gemeinsam annehmen:
sozialer Status: nicht unproblematisch, Risiko sozialer Ablehnung
ist bei Schülerinnnen und Schülern mit sonderp. Förderbedarf
deutlich erhöht (Huber 2009, Bless 2007)
negativeres Selbstkonzept dieser Schülerinnen und Schüler im
Vergleich zur Förderschule (z.B. Haeberlin et al. 1991)
19
(4) Bedingungen und Ansätze für eine zunehmend
gelingende Entwicklung
Inklusion erfordert (Schul)Entwicklung
im Miteinander aller Bildungsorte, Verwaltung, Politik,
Eltern… = Runder Tisch
Lernreisen = sich an guten Beispielen orientieren
immerwährende Öffentlichkeit
bestmögliche Unterstützung = Sicherstellung der
Schulsozialarbeit, Poolbildungen bei
Eingliederungshilfen, Ausstattung
regional nachbarschaftlich planen, kurzfristig und
zukünftig = regionales Gesamtkonzept
landespolitisch am Ball bleiben = Einfluss der
kommunalen Spitzenverbände
20
Worauf es ankommt…
Gemeinschaft bilden = Team bilden + Kinder/Jugendliche
einbeziehen + Eltern beteiligen… regionale Bündnisse schaffen
Unterricht entwickeln = Unterricht in Lerngruppen individueller
Vielfalt braucht flexible Formen und Methoden
Atmosphäre der Wertschätzung und der Sicherheit gestalten =
Werte und Regeln geben Sicherheit und Orientierung in einer
präventiven und handlungssicher intervenierenden
Erziehungskultur… Konzept ESE
Alle internen und externen Formen der Unterstützung verbinden
und koordinieren
Miteinander regional planen (Aktionsplanung) und von/miteinander lernen.
21
Der „Index für Inklusion“
als Instrument der Kita-Schul-Kommunalentwicklung
22
Inklusion – was ist das
eigentlich?
Unsere Kommune
als
Wohn- und Lebensort
Inklusive Entwicklung
unserer Organisation
Kooperation und
Vernetzung in unserer
Kommune
Inklusive Prozesse umsetzen
Beispiele aus der
kommunalen Praxis
23
Kommunal und nachbarschaftlich planen
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Schulentwicklungsplanung (über)regional
Standorte Förderschulen LES im Verbund zur regionalen
Übergangsversorgung (3 bis 5 Jahre?)
Standorte des Gemeinsamen Lernens
Schwerpunktschulen
Erarbeitung eines Referenzrahmens für „Merkmale und Qualitäten
des Gemeinsamen Lernens“ sowie für „inklusivpädagogische
Raumplanung und Ausstattung“ - Bestandsanalyse und Planung
gemeinsame Qualifizierungsplanung
Zukunftsplanung „Unterstützungssysteme/schulische Lernorte“
entspr. § 132
Zwingend erforderlich ist: Alle Schulen der Stadt/Region müssen
Schulen des Gemeinsamen Lernens werden
Aktionsplanung „Inklusive Bildung in der Stadt, Gemeinde… –
formale und nonformale Bildungsbereiche
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Regionales Miteinander = ein regionales Gesamtkonzept
Zentrum
unterstützende Pädagogik
in der allgemeinen Schule
Allgemeine Schule:
inklusive
Schul-Kultur
25
Zukunftsplanung
§ 20 (6) (9. Schräg) Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulangebot
können Schulträger mit Zustimmung der oberen
Schulaufsichtsbehörde allgemeine Schulen als Schwerpunktschulen
bestimmen. Eine solche Schule umfasst über die
Förderschwerpunkte Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale
Entwicklung hinaus weitere Förderschwerpunkte, mindestens aber
einen weiteren Förderschwerpunkt.
Das MSW definiert (noch) keine Standards (Konnexität!), deshalb:
eigene, allerdings kreisweite Planungen und Standards
erarbeiten
26
Unterstützungssystem/schulischer Lernort
Auch die beste inklusive Schule kann für einzelne
Kinder/Jugendliche zeitweise oder dauerhaft nicht der
geeignete Bildungsort sein.
Die bestehende bzw. neu strukturierte FS-Landschaft im
Bereich LES hat nur begrenzte Laufzeit (ca. 3 bis 5
Jahre).
Deshalb sollten die Kommunen bereits jetzt mit den
Schulen, den Unterstützungssystemen, der
Schulaufsicht… gemeinsam den zukünftigen
„schulischen Lernort“ planen:
27
§ 132
… einen schulischen Lernort einrichten. Dieser kann als Teil
einer allgemeinen Schule oder als Förderschule geführt
werden. Darin werden Schülerinnen und Schüler
befristet mit dem Ziel unterrichtet und erzogen, sie auf
die baldige Rückkehr in den Unterricht ihrer allgemeinen
Schule vorzubereiten. Die Kinder und Jugendlichen
bleiben Schülerinnen und Schüler der allgemeinen
Schule.
ReBBZ Hamburg
Zentren für Erziehungshilfe Frankfurt
ZkE Flensburg
28
(5) Inklusion ist ein Auftrag
für ALLE in der Region
29
Die Kraft der Gemeinschaft, der Beteiligung
und der koordinierten Planung
| Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
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