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Exotisches aus Gossau - gossauer-info

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EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser
Gossauer Info
29. Jahrgang
Nr. 120 – März 2015
Impressum
Herausgeberin
Verlag Gossauer Info
Redaktion
rg Rita Gröbli (Leitung)
kh Karin Herrmann
gb Geneviève Bichsel
dc Daniela Clerici
Korrespondenzadresse
Verlag Gossauer Info
Gewerbestrasse 18, 8132 Egg
Tel. 044 986 10 00, Fax 044 986 10 01
E-Mail: gossauerinfo@textaid.ch
www.gossauerinfo.ch
Konzept, Herstellung, Inserate
Textaid Buch- und Kunstverlag
Verlag Gossauer Info
Gewerbestrasse 18, 8132 Egg
Tel. 044 986 10 00, Fax 044 986 10 01
Mail: info@textaid.ch
www.gossauerinfo.ch
Druck
FO-Fotorotar AG
Gewerbestrasse 18, 8132 Egg
Auflage
5000 Ex. Wird gratis an alle
Haushaltungen in der Gemeinde
Gossau ZH verteilt
Konto für Spendenbeiträge
CH95 8147 1000 0048 4550 8
Raiffeisenbank Gossau ZH
Nächste Nummer
Anfang Juni 2015
Redaktionsschluss: 30. April 2015
Titelbild
Mitarbeitende beim Schneiden
von Shiitake-Pilzen bei der
Fine Funghi AG in Gossau
Foto: Patrick Romanens
Gossauer Info 120/März 2015
Das Hauptthema unserer März-Ausgabe heisst: «Exotisches aus Gossau».
Unter exotisch kann man vieles verstehen: ungewöhnlich, fremd, fremdartig, eigenwillig, apart, selten und vieles mehr. Wir haben für Sie Interessantes herausgepickt und berichten über verschiedene exotische Pflanzen,
exotische Mitbewohner, exotische Pilze, die exotische Gefahr für Pflanzen
und Tiere u.v.m. Man glaubt es kaum, aber in unserer ländlichen Gegend
findet sich allerlei Exotisches. Also, man lese und staune …
Erfreuliches gibt es über die Gossauer Finanzen zu berichten. Der in
provisorischer Form vorliegende Jahresabschluss 2014 fällt mit einem
Überschuss von gut drei Millionen Franken erfreulich aus. Ein wichtiges
Element in der Jahresrechnung ist natürlich der Verkauf der Parzelle des
Areals Eich. Um das Budget für die kommenden Jahre wieder ins Lot zu
bringen, geht es nicht umhin, verschiedene Sparmöglichkeiten ins Auge
zu fassen. Der Gemeinderat bleibt dran.
Der Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post AG, Peter Hasler,
wohnt mit seiner Frau Katharina seit über 10 Jahren in unserer Gemeinde.
Aus den Medien ist nicht viel über ihn als Privatperson bekannt. Umso
mehr haben wir uns gefreut, dass er dem «Gossauer Info» seine Tür geöffnet hat. Seine Person sieht er eher im Hintergrund, ihm geht es um die
Sache. Resultate sollten für sich sprechen. Lernen Sie diesen charismatischen Zeitgenossen in unserem Interview ab Seite 73 kennen.
Zwei Vereine sind neu unter «News» mit einer ständigen Seite vertreten:
Der Gewerbeverein Gossau sowie der Verein FiZGo (Familie im Zentrum). Sie werden vierteljährlich über ihre Vereinsaktivitäten berichten.
In eigener Sache: Beinahe 17 Jahre hat Susanna Diener voller Freude und
Enthusiasmus ihren Beitrag zum Gelingen des «Gossauer Infos» geleistet.
Ende Jahr ist sie aus privaten Gründen aus dem Redaktionsteam ausgeschieden. An dieser Stelle danken wir Susanna aufs Herzlichste für ihre
grossartigen Beiträge und die vielen Recherchen, denen sie fürs «Info»
nachgegangen ist. Wir wünschen ihr weiterhin alles Gute und freuen uns,
weiterhin freundschaftlich verbunden zu sein.
Viel Spass bei der Lektüre und geniessen Sie die kommenden Frühlingstage.
Für das Redaktionsteam
Rita Gröbli
Für eingesandte Manuskripte und Fotos besteht bei Verlust keine Haftung
gegenüber dem «Gossauer Info». Für gewünschte Rücksendung legen Sie
bitte ein adressiertes und frankiertes Kuvert bei. Der Redaktion steht es frei,
Manuskripte teilweise zu kürzen, zu ändern oder zurückzuweisen. Nachdruck, ganz oder auszugsweise, ist gestattet, jedoch bitte mit Quellenangabe.
3
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Gossauer Info 120/März 2015
INHALTSVERZEICHNIS
Thema
06
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Exotische Pilze mit Bio-Knospen-Zertifizierung
aus Gossau
Die exotische Gefahr für Pflanzen und Tiere
Es tut sich Aussergewöhnliches im Wald
Wenn eine eine Reise tut, so kann sie
was erzählen …
Exotische Mitbewohner
Innovative Bürobegrünung und
«exotische Luftbefeuchter» aus Gossau
Verliebt in exotische Blüten
Palmen sind eine Passion geworden
Gemeinde
29
Die Seite des Gemeindepräsidenten
32 Besuchsdienst Plus – ab März im Einsatz
35 Neue Bewilligungspraxis für Solaranlagen
38 LEK – die Gewinner/innen sind gekürt
41 Badi öffnet im Mai mit bereits bekanntem
Personal
43 Lesetipps aus der Gemeindebibliothek
45 Neujahrsapéro 2015 – Rückblick
49 Filmpremiere Nummer 6e
50 Geburten von Gemeindeeinwohnern
51 Ehejubiläen/Todesfälle/Nachruf Gotthilf Tanner
53Geburtstage
Kirchen
57
59
61
63
Gemeinsame Anlässe
Reformierte Kirche Gossau
Evang. Freikirche Chrischona
Röm.-kath. Kirchgemeinde
Gossauer Info 120/März 2015 Schule Gossau
65
66
Schuleintritt 2015, Einschulung Kindergarten
Wetterglück am traditionellen Herschmettler
Schneetag
Sport
69 Gossauer Skimeisterschaft 2015
71 Freude am Laufen | Nordic Walken
71Leserbrief
Porträt
73
Peter Hasler – Verwaltungsratspräsident
der Schweizerischen Post AG
Senioren
77
79
80
Aktive Senioren Gossau ZH
Im April Start in die Velofahrsaison 2015
Pro Senectute
News
81
83
85
Mitten in Gossau: eine Oase der Entspannung
Strom aus Gossau für Gossau
Die Seite des Vereins FiZGo –
Familie im Zentrum
87 Publireportage –
Astrid Kellenberg Lottenbach
88 Die Seite des Gewerbevereins Gossau ZH
89 «KADI» feiert das 30-Jahr-Jubiläum
– Kolumne von Andrea Gisler
90Vorschau:
– Gossauer Wasserwelten
– Porträt: Andrea Gisler
5
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Exotische Pilze mit Bio-KnospenRecht bescheiden nehmen sich die Gebäulichkeiten des Bio-Pilzbetriebes mit dem neuen
Namen Fine Funghi AG in Gossau neben dem Tankstellenshop aus. Aber pro Woche werden
hier zwei Tonnen oder ungefähr 100 000 Biopilze der Sorten Shiitake, Kräuterseitlinge und
Austernseitlinge produziert. Das heisst, alle Pilze werden von Hand geerntet, anschliessend
verpackt und in eigenen Kühltransporten an die Verteilzentren der Grossverteiler und
Gastrobetriebe in der ganzen Schweiz geliefert.
Text: Rita Gröbli; Fotos: zvg
Viele Jahre arbeitete Patrick Romanens als Produktionsleiter bei der
Hauser Champignons AG, bevor
er 1988 seine eigene Firma Romanens Pilz GmbH gründete, aber
immer noch als Berater bei seiner
angestammten Firma tätig war. Erst
1997 konnte er die Gebäulichkeiten
an der Tannenbergstrasse erwerben
und fing mit vier Leuten an, ein
steriles Shiitake-Substrat mit Knospen Zertifizierung herzustellen.
Ihm schwebte vor, exotische Pilze
zu züchten, sah er doch dort eine
Marktlücke. Bis aber die grossen
Firmen wie Coop oder Migros die
drei Pilzsorten ins Sortiment aufnahmen, vergingen etliche Jahre,
Die beiden Firmeninhaber Patrick Romanens und Michael Mannale (v.l).
Kräutersaitlinge – der Geheimtipp bei Pilzkennern.
6
und es kostete Patrick Romanens viel
Geduld und Durchhaltewille. Von den
heute beschäftigten
15 Personen sind
ein Drittel für die
Logistik tätig, die
restlichen zwei Drittel für die Produktion. Für das Pflücken mehr Frauen,
für die Produktion
von sterilem Substrat die Männer. Der
ganze Prozess vom
Substrat bis hin zum Konsumenten wird durch die Mitarbeitenden
selbstständig ausgeübt.
Grosses Know-how nötig
Für die Zucht von exotischen Pilzen
sind ein grosses Know-how und viel
Erfahrung gefragt. Bis nach acht
beziehungsweise 20 Wochen – je
nach Sorte – Pilze geerntet werden
können, ist ein ausgeklügeltes Produktionssystem notwendig (siehe
nebenstehende Illustration.) Verschiedenes Holz und Stroh für die
Herstellung des Substrates werden
aus heimischen Wäldern bezogen.
Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
-Zertifizierung aus Gossau
Shiitake (Lentinus edodes)
Der Shiitake ist kalorienarm und enthält
lebensnotwendige Inhaltsstoffe, die eine
willkommene Bereicherung und Ergänzung Ihres Speiseplans sind. In China und
Japan wird der Shiitake­­-Pilz schon seit
langer Zeit als Lebenselixier verehrt. Wissenschaftliche Untersuchungen befassen
sich immer wieder mit diesem schmackhaften Pilz und erforschen die Wirkung
seiner wertvollen Substanzen.
Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)
Shiitake-Pilze werden in China als Lebenselexier verehrt.
Wieder Produktion von
Schweizer Bio-Champignons
Der Champignon wurde erstmals
am Hof von Louis XIV gezüchtet.
Heute ist er der bekannteste Zuchtpilz und der weltweit am häufigsten verkaufte Pilz. Es gab einige
Versuche Bio-Champignons in der
Schweiz zu züchten, aber kein Projekt hat zu einer nachhaltigen Produktion geführt. Die Pilze werden
aus Deutschland importiert. In der
Filiale Gossau werden diese gewogen, verpackt und an die Verteilzentralen geliefert. Dem Wunsch
und Bedarf von Konsumenten und
Händlern nach Schweizer BioChampignons kann dank der neu
gegründeten Fine Funghi AG in
Sulgen TG bald nachgekommen
werden. Die Vergrösserung des Betriebes ist ein grosser Schritt, und
Patrick Romanens hätte diesen nicht
gewagt, wenn er nicht in Michael
Mannale einen kompetenten Partner und Nachfolger gefunden hätte.
Zurzeit sind beide je mit der Hälfte
an der neuen Firma beteiligt. Beim
Betrieb im Thurgau werden etwa 15
weitere Arbeitsplätze geschaffen.
Der aus dem mediterranen Raum stammende Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)
wird erst seit ein paar Jahren gezüchtet.
Seinen Namen verdankt er dem Ort seines Wachstums, denn er wächst gerne
auf den Wurzeln von Distelarten. Der
King Oyster, wie er im Englischen genannt wird, erfreut sich immer grösserer
Beliebtheit und gilt unter Pilzkennern
als Geheimtipp. Der Pleurotus ist ein
nahrhafter und würziger Speisepilz. Der
grosse Hut ist sehr saftig und besitzt ein
zartes Fleisch. Er wird aufgrund der Ähnlichkeit seines Geschmacks zu Kalbfleisch
auch Kalbfleischpilz genannt.
Austernseitling (Pleurotus ostreatus)
Der Austernseitling ist ein einheimischer
Pilz, welcher in unseren Wäldern auf diversen Laubhölzern wächst. Sein Erkennungsmerkmal ist sein muschelförmiger
Hut und sein kurzer, seitlich angebrachter
Stil. Der Austernseitling wächst in kompakten Büscheln. Seine Färbung reicht je
nach Saison und Temperatur von dunklem Grau bis Weiss.
Tipps All die erwähnten Pilze werden nicht
gewaschen, sondern mit Küchenpapier
abgerieben oder mit einem Pinsel gesäubert. Nie sollten die Pilze in Plastiksäcken
aufbewahrt werden. Am besten werden
diese im Kühlschrank in einem offenen
Papiersack aufbewahrt und innerhalb von
zwei bis drei Tagen konsumiert.
Fine Funghi AG, Filiale Gossau
Tannenbergstrasse 17, 8625 Gossau ZH
Telefon 044 975 16 70
www.biopilz.ch
Der Pilzladen ist wie folgt geöffnet:
Mo bis Fr, von 7–11, 13–17 Uhr
Gossauer Info 120/März 2015 7
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Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Die exotische Gefahr für Pflanzen und Tiere
Mit exotisch verbinden wir häufig etwas Geheimnisvolles, Reizvolles, Verlockendes, eben
gerade weil es unbekannt und fremd ist und zum Entdecken verführt. Exotisch, aber wenig
reizvoll ist es, wenn gebietsfremde Pflanzen- und Tierarten beabsichtigt oder unbeabsichtigt
in neue Lebensräume eingeschleppt werden, sich hier vermehren, verwildern, die einheimische Arten verdrängen und die bestehende Biodiversität nachhaltig verändern.
Text: Christa Grimm und Geneviève Bichsel; Fotos: zvg
Wissen Sie, woher die Blumen-,
Sträucher- und Baumarten in Ihrem
Garten ursprünglich stammen?
Oft sind es Pflanzen aus aller Welt,
manche kommen aus Europa,
andere aus Amerika und Asien.
Wachsen sie in ihrem Ursprungsland unter ähnlichen Klima- und
Höhenzonen, fühlen sie sich auch
bei uns wohl. Einige fühlen sich so
wohl, dass sie sich explosionsartig
über die Gartenzäune hinaus ausbreiten. Diese nennt man invasive
Neophyten. Sie wuchern in Naturschutzgebieten, entlang von Flüssen
und Verkehrsadern oder im Wald.
Sie verdrängen unsere gebietsheimischen Pflanzen und schaden der
Artenvielfalt. Einzelne sind auch
gesundheitsschädlich oder richten
ökonomische Schäden an. Darum
muss man diese zurückdämmen.
Das Gleiche gilt für einzelne Tierarten – die invasiven Neozoen.
Die folgenden Pflanzen, die auf der schwarzen Liste der invasiven
Neophyten kursieren, sind leider noch im Handel erhältlich und
wachsen in vielen Gärten:
Die richtige Entsorgung
ist wichtig
Durch die über Jahrtausende dauernde gemeinsame Entwicklung
von Pflanzen und Tieren sind
Lebensgemeinschaften entstanden, die voneinander abhängig
sind. Pflanzt man einheimische
Wildsträucher und -stauden, vergrössert sich das Angebot an Nahrungspflanzen zum Beispiel für
Schmetterlinge.
Die Raupe des Kleinen Fuchses
lebt zum Beispiel ausschliess-
Helfen Sie mit, den verschiedenen
Problemarten Grenzen zu setzen:
–Entfernen Sie die grenzenlos
wachsenden Pflanzen aus Ihrem
Garten
–Deponieren Sie nie Gartenabraum am Waldrand, im Wald
oder an Gewässern
–Setzen Sie nie Haustiere oder
Aquarientiere aus.
Gossauer Info 120/März 2015 Entsorgen Sie diese Pflanzen nur im Kehrichtsack und nie auf dem
Kompost. Pflanzen Sie als Ersatz einheimische attraktive Arten.
Warum einheimische Pflanzen wählen?
lich von Brennnesselblättern, der
Schwalbenschwanz von Wilden
Möhren und anderen Doldenblütlern oder der kleine Eisvogel vom
Geissblatt. Diese Abhängigkeiten
gelten auch für andere Insekten.
Insekten wiederum ziehen Räuber
an wie Spinnen und Marienkäfer.
Unsere Singvögel verfüttern ihren
Jungtieren Unmengen von Kleintieren oder finden Beeren an einheimischen Sträuchern.
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THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Jede einzelne Tierart ernährt sich
von ganz bestimmten Pflanzen
oder Tieren, und alles ergibt ein
fein gesponnenes Netz von Abhängigkeiten. Eine Vielfalt von einheimischen Pflanzenarten bieten einer
Vielfalt von Tieren Nahrung und
Leben.
Attraktive Alternativen für exotische
Pflanzen in Ihrem Garten
Ersatzsträucher für den Sommerflieder
Bezug von Wildpflanzen
Alles spricht von einheimischen
Wildpflanzen. Doch wie erkenne
ich diese beim Kauf in der Gärtnerei oder der Baumschule? Den
Wildpflanzen ähnliche Arten erkennt man, weil auf der Etikette
neben dem lateinischen Art- und
Gattungsnamen noch eine Sorte steht. Also zum Beispiel beim
Blutweiderich Lythrum salicaria
«Blush». Blush bezeichnet die Sorte
und steht zusätzlich. Nur ohne diesen Zusatz ist es eine einheimische
Wildpflanze.
Die richtigen Pflanzen kaufen
Unter www.bioterra.ch finden Sie
eine Liste von Betrieben mit garantiert einheimischen Wildpflanzen. Die Pflanzen werden auch per
Post versandt. Bilder von vielen
einheimischen Wildstauden können sie unter www.wildstauden.ch
betrachten. Die Bioterra-Produzentin Patricia Willi führt ein breites Sortiment. Für Wildsträucher
aus einheimischem Saatgut bietet
sich in der Region das Forstrevier
Rüti-Wald-Dürnten in 8636 Wald
an (Tel. 055 240 42 29, Abholung
an der Barenbergstrasse). Die Herkunft der Wildsträucher von Anbietern wie dem Gartencenter Tann
oder Hauenstein Baumschulen lässt
sich nicht nachverfolgen.
10 Ersatzpflanzen für den Kirschlorbeer
Ersatzpflanzen für die Kanadische Goldrute
Ersatzpflanzen für grosse Pflanzen wie den Japanischen
Knöterich oder den Riesenbärenklau.
Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Einheimische Baumarten anstelle von Essig- und Götterbaum,
Robinie
Ersatzpflanzen
für das Drüsige Springkraut
Eingewanderte Tierarten führen oft zur Verdrängung einheimischer Arten
Nicht nur in der Pflanzenwelt sind Man könnte nun einwenden, dass einheimischen Wasservögel und die
die Veränderungen durch invasive solch «eingewanderte» Tierarten zur asiatische Buschmücke könnte geNeophyten spürbar. Die Nachricht, Bereicherung und Vielfalt unserer fährliche Krankheiten wie Denguedass unser vertrautes, zartes Marien- Fauna beitragen. Dem ist nicht so. fieber übertragen.
käferchen vom viel kräftigeren asia- Vielmehr führen Nahrungskonkur- Zu uns gelangen diese Tiere und
tischen Marienkäfer verdrängt wer- renz, Übertragung von ungewohn- Tierchen durch Gütertransporte, als
den könnte, hat viele aufgeschreckt. ten Krankheiten und schneller und Abkömmlinge von Zuchttieren und/
Dieser grobe Käfer, eingeführt zur starker Ausbreitung dieser invasiven oder durch illegale Aussetzung in
Bekämpfung von Blattläusen, ent- Neozoen zur Verdrängung einhei- die freie Wildbahn.
Bleibt anzufügen, dass nicht nur die
wischte aus einem Gewächshaus mischer Arten.
Ausbreitung
fremder
und ist nun in der ganArten Sorge bereitet,
zen Schweiz zu finden.
es bleibt ebenso eine
Wird dieser Marienkäfer,
Herausforderung, die
der gerne an verletzten
Vielfalt unserer Fauna
Trauben saugt, bei der
zu schützen und zu förTraubenernte übersehen,
dern. So bemühen sich
kann sein unangenehmer
die
Verantwortlichen
Geruch zu einer massiven
in der Gemeinde durch
Qualitätseinbusse beim
Heckenpflege und geWein führen.
eignete Massnahmen,
Grauhörnchen haben wir
den
einheimischen
in Gossau noch keine zu
Singvögeln ein ihrer
befürchten, doch in andeArt
entsprechendes,
ren Gebieten der Schweiz
der Entwicklung, dem
könnten sie für das einheiGedeihen und der Vermische, europäische Eich- Asiatische Marienkäfer sind viel robuster als unsere einheimehrung zuträgliches
hörnchen zur Konkurrenz mischen zarten Marienkäferchen und machen diesen den
Lebensraum streitig.
Umfeld anzubieten. Dies
werden.
alles stärkt die einheiDer rote Sumpfkrebs hingegen wurde bereits in Grüningen So bedroht die Rotwangenschmuck- mische Fauna in ihrer Vielfalt und
gesichtet, aber auch von ihm wur- schildkröte unsere ohnehin schon Authentizität und dient damit nicht
den wir in unserer Gemeinde bisher gefährdete einheimische Sumpf- zuletzt auch der Abwehr artfremder
schildkröte, die Rostgans unsere Eindringlinge.
verschont.
Gossauer Info 120/März 2015 11
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Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Es tut sich Aussergewöhnliches im Wald
Göpf Lehmann aus Gossau bewirtschaftet mit Leidenschaft sein rund 28 Aren umfassendes Waldstück. Letztes Jahr machte er zwei interessante Beobachtungen, denen er unbedingt auf den Grund gehen wollte.
Text: Göpf Lehmann, aufgeschrieben von Karin Herrmann; Foto: Willi Trachsler
Zapft jemand meine
Ahornbäume an?
Im Frühling 2014 ist mir in meinem Wald ein junger Ahornbaum
besonders aufgefallen. Der unterste
Teil des Stammes (etwa ein Meter)
war ganz dunkel, fast schwarz. Beim
Nähertreten stellte ich fest, dass dieser Teil ganz nass war. Ich schaute
genauer hin, und was sah ich da?
Waagrecht um den Baum herum
hatte es in gleichmässigem Abstand
ungefähr ein Zentimeter tiefe Kerben, aus welchen Saft herausfloss.
Mir war klar – Frühlingstrieb. Aber
wer hat diese Löcher gemacht?
Im ersten Moment vermutete ich
menschliche Böswilligkeit. Ich erkundigte mich bei etlichen Waldbesitzern über dieses «Rätsel». Überall
Achselzucken. Als ich dann aber an
weiteren 24 Ahornbäumen gleiche
Spuren entdeckte, vermutete ich den
Schwarzspecht. In einer Runde mit
Zimmerleuten stellte ich ebenfalls
meine Frage und äusserte meine
Schäden durch Spechte treten insbesondere im zeitigen Frühjahr auf,
wenn die Tiere Löcher in die Rinde
hacken, um den zuckerhaltigen Saft
Foto: Manfred Richter
aufzunehmen.
Gossauer Info 120/März 2015 Der abgewetzte Bast an den jungen Bäumchen gab Rätsel auf.
Vermutung zum Schwarzspecht.
Einer zog sein Handy aus dem Sack
und suchte nach Schwarzspecht. Da
war nichts Derartiges zu finden. Die
Suche ging weiter zum Buntspecht
und siehe da – im Internet abgebildet, sass der Buntspecht an einem
Stamm, und die Kerben in der Rinde waren gut zu erkennen. Ich habe
mit Ornithologen gesprochen. Wir
vermuten, dass diese «Kerbenhackerei», die nur im Frühling stattfindet,
mit dem Balzruf des Buntspechtes
zusammenhängt. Wahrscheinlich
gibt der Ahornbaum den anzüglichsten Ton an, denn an anderen
Baumarten war nichts Ähnliches zu
finden.
Was ist denn das für einer?
Rund einen Monat später erlebte ich nochmals eine spannendere
Geschichte. Mein Wäldchen grenzt
auf drei Seiten an Wiesland. Dieser
Umstand und mein hartnäckiger
Kampf gegen Brombeerstauden und
zu dichtes Unterholz machen ihn zu
einem idealen Standort für Rehe.
Im Frühling fegen die Rehböcke
den weichen Bast von ihren neuen Stangen (Hörnern) an jungen,
elastischen Bäumchen ab. Dieses
Jahr wurden viel mehr Bäumchen
und kleine Tannen beschädigt als
die Jahre zuvor. Junge Eichen und
die ungefähr 2,5 m hohen Kirschbäumchen, die ich vor rund fünf
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14 Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Jahren am Waldrand gepflanzt hatte, schienen den Bock besonders
zu interessieren. Ich ging fast jeden
Morgen auf Kontrollgang und sagte
nach einigen Tagen zu meiner Frau:
«So en verruckte cheibe Bock hani
doch no nie im mim Wald gha.» Bis
Mitte Juli zählte ich über 50, teils
total zerzauste Bäumchen. Eines
Morgens waren von einem Kirschbäumchen nur noch etwa 60 cm
Stamm übrig, die Baumkrone total
«zerhudlet» und der Boden, wie bei
den anderen beschädigten Bäumen,
rundherum aufgescharrt. Jetzt traute
ich aber meinen Augen nicht. Zirka
einen Meter vom Stämmchen weg
lag eine frische Losung (Kot). Da ich
einmal eine Saison im Bündnerland
gearbeitet hatte, erkannte ich sofort,
dass mein vermeintlicher Rehbock
ein Hirschstier sein muss.
gungen. Beide müssen den Bast loswerden, aber während der Rehbock
fegt, schält der Hirschstier an Baumstämmen auf- und abwärts. Deshalb
hingen 20 bis 30 cm lange Rindenstreifen um die Stämme herum. Die
Gewissheit, in Gossau einen Hirsch
zu haben, war für uns spannend
und einmalig. Damit nicht Neugierige den Wald belagerten und so den
Wegzug des Hirschen herausforder-
Hirsche im Unterland gibt es
doch seit 200 Jahren nicht mehr
Meine Frau glaubte mir meine Geschichte natürlich nicht, und dem
Jäger, dem ich telefonierte, musste
ich auf Band sprechen: «Sali, du ich
glaub, ich spinne. Wänn i im Bündnerland wär, würdi b‘haupte, es seg
en Hirsch i mim Wäldli.» Ein paar
Stunden später der Rückruf: «Göpf,
ich glaub das sofort, aber sägs no
niemertem. Ich ha vor es paar Täg
en Trittsigel (Fussabdruck) bim
Mönchaltorfer
Wasserreservoir
gseh.» Als ich ihn zu der besagten
Stelle führte, bestätigte er sofort:
«Eidütig Hirschlosig.» Beim Begutachten meiner ramponierten Bäume erklärte er mir den Unterschied
zwischen Hirsch- und Rehschädi-
Selbst nach einem halben Jahr sind die
Schälspuren noch deutlich zu erkennen.
ten, behielten wir unser Geheimnis
für uns. Meine Morgeninspektionen waren für mich noch interessanter geworden. Im Nachbarwald
mit dem dichten Unterholz richtete
er kaum Schäden an, sondern benutzte diesen als Lagerplatz. Mein
ausgelichtetes Waldstück war sein
Fitnesscenter.
Kamerascheuer Besucher
Obwohl wir anhand der Schälspuren, der Losung und des Trittsiegels absolut sicher waren, dass es
sich um einen Hirschstier handelt,
hätten wir gerne ein Beweisfoto gehabt. Eine gut getarnte Infrarotkamera sollte uns dieses liefern. Bei
Tagesanbruch ging ich wieder auf
meine Inspektionstour und suchte,
leider vergeblich, nach neuen Spuren des Hirsches. Am Abend rief
ich den Jäger an: «Häsch en druf?»
Antwort: «De Hirsch nöd, aber du
bisch zweimal guet druf.» Peinlich
– ich war überzeugt gewesen, dass
die Infrarotkamera nur in der Dunkelheit aktiv ist. Leider ist uns das
Beweisfoto nicht geglückt. Während
zweier Nächte stand das Gehäuse
wegen starken Regens leer dort, beide Male fanden wir anschliessend in
knapp acht Meter Entfernung seine
Spuren. Was für ein Pech. Ende Juli
nahte die Brunftzeit, bald würde uns
der seltene Gast verlassen. Ob der
Hirschstier am 1. August nun wegen
der Brunft oder wegen der Knallerei
endgültig ausgezogen ist? Wir wissen es nicht.
Du kannst gerne wiederkommen
Ein Hirsch in Gossau, wer hätte
das gedacht. Für mich und den Jäger waren das hochinteressante und
spannende Wochen, eine tolle Zeit.
Von mir aus kann er diesen Frühling
gerne wiederkommen. Dafür opfere
ich sogar ein paar Tännchen und
Sträucher. Einzig meine Kirschbäume am Waldrand würde ich besser
schützen.
Ich möchte festhalten, dass von
Jägerseite aus nie an einen Abschuss gedacht wurde. Zudem sind
Hirschabschüsse im Kanton Zürich
nur unter gesetzlichen Jagdvorschriften erlaubt.
www.fahrschule-boelsterli.ch
Gossauer Info 120/März 2015 15
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Wenn eine eine Reise tut, so kann sie
Das «Gossauer Info» hat Elisabeth Zosso, Inhaberin des Reisebüros sunnyTravel in Gossau,
gebeten, über ihre Reisen in exotische Länder zu erzählen. Aber was heisst exotisch?
Text: Elisabeth Zosso; Fotos: zvg
Das Wort Exotik kommt aus dem
Griechischen «exõtikós» und heisst
auf Lateinisch exoticus «auswärtig»,
«fremdländisch», also ein sehr allgemeiner Begriff und nicht für jeden
Menschen gleichbedeutend.
Unterwegs mit dem Auto
Meine erste, für mich exotische
Reise war eine Autoreise mit Cyrill,
meinem verstorbenen Mann, quer
durch Frankreich über das «Massif
central» an die Atlantikküste, via
Bordeaux und Arcachon, wo sich
die grösste Wanderdüne Europas
befindet, vorbei an unendlichen
Sandstränden zur Grenze nach
Spanien. Von da durch das Baskenland und dann quer durch Spanien
via Madrid, Toledo, durch die «La
Mancha», das Reich des «Don Quichotte» und der Windmühlen, weiter via Santa Fe ans Mittelmeer. Im
mausarmen Santa Fe (Andalusien)
haben wir einen örtlichen Stierkampf besucht. Schrecklich, blutig,
nie mehr! Von da führte uns unsere
Reise nach Granada und Barcelona
wieder nach Frankreich in die Camargue, Saintes-Maries-de-la-Mer,
wo ich bei einem Tagesausritt in
das geschützte Gebiet der «Étangs»
einen heftigen Muskelkater einfing.
Unterwegs mit dem Zug
Um vieles eindrücklicher, und sicher für die meisten Leute wirklich exotisch, war unsere Reise mit
dem Baikal Express von Moskau
via Irkutsk (Sibirien), Ulan Bator
(Mongolei) und Peking bis nach
16 Elisabeth Zosso im Büro ihres Reisebüros sunnyTravel in Gossau.
Hongkong. Cyrill und ich waren auf
dieser Reise ganz individuell unterwegs. Selbstverständlich wurde die
Reise in Zusammenarbeit mit einem
guten Reisebüro organisiert. (Wir
hatten damals noch kein eigenes).
Die Reise haben wir im Winter unternommen. Sibirien und Winter ist
ja ein Begriff. Die Zugreise im Baikal Express war ein unvergessliches
Erlebnis. Unsere Gesprächspartner
im Zug waren fast ausschliesslich
Russen. Eine Unterhaltung ohne
Kenntnis der jeweiligen Sprache,
war schwierig, aber auch ungemein
interessant und amüsant. Am Neujahrstag waren wir am Baikalsee, der
mit 1642 Meter tiefsten und ältesten
Süsswassersee der Erde. Im Winter
gefriert dieser komplett zu, sodass
auch schwere Lastwagen über den
See fahren können. Das wollten wir
unbedingt sehen. Leider friert der
See erst Ende Januar ganz zu, was wir
nicht wussten. Es war aber ein unbe-
Im eisigen Winter am Ufer des Baikalsees mit
Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
was erzählen …
schreibliches Erlebnis, in der Stille
der Nacht das Kreischen der sich
übereinander schiebenden Eisplatten zu hören. Am Ufer lagen riesige
Eisplatten, was aussah wie ein Haufen überdimensionaler Glasscherben. Eiskalt war es, bis fast 50 Grad
minus. Der Atem hat sich wie Reif
auf unser Gesicht gelegt. Die Nase
ist ohne entsprechenden Schutz zugefroren. Irkutsk hat wie eine weisse Märchenstadt ausgesehen, völlig
verzaubert vom Frost, der sich auf
allem – den Bäumen, Häusern, dem
Fluss – niedergelassen hat.
Verschiedene Reisen
Meine Reisen haben mich noch weitere Male nach China geführt z.B.
nach Shanghai, in die Nebelberge
des Huangshan mit seinen 72 Gipfeln (bekanntes Foto und Malmotiv), nach Kunming, der Schwesterstadt von Zürich, nach Shangri-La
(Déqên) auf 3300 m, nahe Tibet.
Ein unvergessliches Erlebnis war
seinen riesigen Eisplatten.
Gossauer Info 120/März 2015 Die Betreuer müssen den kleinen verwaisten Orang-Utans alles beibringen,
gleich wie bei den Menschenkindern.
auch eine Studienreise mit Reisebürokollegen nach Borneo. Sawarak und Sabah sind Bundesstaaten
von Malaysia. Der Mount Kinabalu
in Sabah ist mit 4095 Metern der
höchste Berg Südostasiens. Aufgepasst: Für die Sportlichen findet dort
jedes Jahr ein 21 km langer Wettlauf
auf den Berg statt. Er gilt als härtestes Bergrennen der Welt und findet
dieses Jahr vom 17. bis 18. Oktober
statt. Meine Kollegen und ich waren im Hotel Shangri-La Rasa Ria,
nahe Kota Kinabalu, untergebracht.
Vor dem Hotel das Meer und der
wunderschöne weisse Sandstrand,
dahinter der dichte Dschungel. Das
Besondere dort: Das Shangri-La
Rasa Ria verfügt über eine eigene
Auffangstation (Rehabilitationszentrum) für die gefährdeten OrangUtans. Es war absolut köstlich, die
kleinen frechen «Orang-Utanchen»
zusammen mit ihren Betreuern zu
beobachten. Die Betreuer müssen
den kleinen verwaisten OrangUtans alles beibringen, gleich wie
bei den Menschenkindern, bevor
sie in die Freiheit geschickt werden
können. In freier Wildbahn werden
sie erst mit rund dreieinhalb bis vier
Jahren entwöhnt. Zwischen fünf bis
acht Jahren setzt die sukzesive Trennung von der Mutter ein.
Tauchen
Als brevetierte Hobbytaucherin war
ich auf Tauchferien und -safaris in
der Karibik, den Malediven, Ägypten, Thailand und auch Spanien. In
Thailand durfte ich bei einem Tauchgang in den Similans, einer Inselgruppe in der Andamanensee, einen
riesigen Walhai aus nächster Nähe
beobachten. Ich hätte ihn berühren
können, wenn ich gedurft hätte! Solche Beobachtungen sind selten, und
darauf bin ich besonders stolz. Der
Walhai ist der grösste Fisch, den es
gibt, und kann bis zu 14 m lang wer-
17
Wir drucken für Gossau
« Als Gossauerin freue ich mich immer besonders,
für Gossau produzieren zu dürfen. »
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Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
den. Er ist ein Plankton-Fresser und
für Menschen absolut ungefährlich.
Unglaublich, dass ein so grosser, träge scheinender Fisch, sich so elegant
bewegen kann!
Auf einer Tauchsafari auf dem Roten Meer habe ich einen Hammerhai gesehen. Diesen allerdings aus
der Ferne, denn er gilt als einer der
gefährlichsten Haie der Weltmeere.
Jedoch sind es nicht nur die grossen,
sondern vor allem auch die kleinen
Fische, Tiere und Pflanzen, welche
mit ihrer Farbenpracht, der Wandelfähigkeit und den Formen ungemein faszinieren.
Und dann noch …
… in Ostafrika konnte ich auf Safaris die «Big Five» beobachten. In
Costa Rica auf Vulkane steigen und
prächtige freifliegende Aras sehen.
In der Karibik auf den Segeltörns
haben uns Herden von Delphinen
im Kielwasser der Yacht begleitet. Bewegende Momente! Ich war
in Alaska und Kanada und seiner
Gletscherwelt. Diverse Staaten und
Orte in den USA durfte ich bereisen. Ein Highlight: In den Morgenstunden, unter der Verrazano
Bridge hindurch, die imposante
Skyline der Stadt vor sich, in New
York einlaufen! Wir waren 10 Tage
mit einem grossen Frachtschiff von
Der riesige Walhai kann bis zu 14 Metern lang werden. Für Menschen absolut
ungefährlich, da ein Plankton-Fresser.
Bremerhaven, via Le Havre und
Halifax nach New York unterwegs.
Organisieren:
Es bereitet mir ein besonderes
Vergnügen, meinen Kunden ihre
Wunschreise zusammenzustellen,
und ich lasse nichts unversucht, das
Beste für sie herauszusuchen. Ich
durfte Reisen nach Südafrika, Namibia und Botswana organisieren,
nach Australien, den USA, Südostasien mit Thailand, Kambodscha
und Malaysia und viele mehr. Besonders stolz bin ich auf eine Reise
nach China und Tibet, welche ich in
Zusammenarbeit mit einem Büro
vor Ort, ganz nach den Wünschen
meiner Kunden zusammenstellen
durfte. Im Moment habe ich die interessante Aufgabe eine Japanreise
zusammenzustellen.
Es macht mir sehr viel Spass, immer wieder neue, mir unbekannte
Orte zu erkunden, ob fern oder
nah, sei es auf eigenen Reisen oder
indem ich für meine Kunden etwas zusammenstelle und mir dann
ihre Erlebnisse erzählen lasse. Exotisch? Ja!
gossauer früeligsmärt
Samstag, 9. Mai 2015 | 9 bis 15 Uhr | Marktplatz Zentrum Büelgass
• 12 Uhr Konzert des Musikvereins Gossau
• Kinderflohmarkt
Gossauer Info 120/März 2015 19
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Exotische Mitbewohner
Ende Januar: Winterstimmung mit Schneegestöber in Grüt. Esther Gerbers Lieblingsecke
bildet mit zahlreichen südamerikanischen und afrikanischen Exoten einen farbenfrohen
Kontrast – in diversen Terrarien hüpfen Pfeilgiftfrösche, krabbeln Phasmiden und kriechen
Afrikanische Riesenschnecken.
Text und Fotos: Daniela Clerici
Die sechsundzwanzig Terrarien
in Esther Gerbers erweitertem
Wohnzimmer sind wie Fenster
– Fenster in den Amazonas, in
trockenwarme Wüsten oder afrikanische Wälder – und der gemütliche Sessel davor ist ihr erklärter
Lieblingsplatz. Morgens mit einer Tasse Kaffee den exotischen
Terrarien-Bewohnern beim Aufwachen zuzuschauen, habe etwas
Beruhigendes und lasse sie voller
Elan und gut gelaunt in den Tag
starten, meint Esther Gerber. Zurzeit sind die verschiedenen und in
spektakulären Farbkombinationen
leuchtenden Pfeilgiftfrösche in der
Überzahl. Aber auch Stabschrecken und Wandelnde Blätter (sogenannte Phasmiden), Geckos, zwei
Vogelspinnen sowie Afrikanische
Ester Gerbers Lieblingsplatz: die exotischen Haustiere im Blick.
Terrariumpflege: Die Riesenschnecken «walzen» mit ihrer Grösse und ihrem
Gewicht alles platt.
Riesenschnecken scheinen sich in
Grüt wohlzufühlen. Die mit Liebe
zum Detail hergerichteten und mit
automatisch gesteuerter Regenund Mondlichtanlage ausgestatteten Lebensräume beeindrucken.
Beim Erzählen spürt man Esther
Gerbers Leidenschaft für ihre exotischen Haustiere. Voller Begeisterung berichtet sie über die einzelnen Mitbewohner, immer wieder
hält sie staunend inne und entdeckt Überraschendes. Ihre Freude und ihr Enthusiasmus haben
etwas sympathisch Ansteckendes.
Bald steht man selbst staunend vor
den einzelnen Terrarien, fasziniert
20 Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
sowohl von der Vielfalt der Natur
als auch den Vorlieben, was Haustiere betrifft.
Schnecken, Frösche und Co.
Hund, Katze, Maus – dies ist die
gängige Vorstellung beim Stichwort Haustier. Wie aber entdeckte
Esther Gerber ihre Liebe für Exoten? «Tiere aller Art interessierten
mich schon als Kind. Vogelspinne
und Gottesanbeterin waren dann
meine ersten Exoten. Wegen des
Fressverhaltens der Gottesanbeterin – sie verspeist ihre Nahrung bei
lebendigem Leib – entschied ich
mich gegen Fangschrecken. Und
die Vogelspinne gab ich während
meiner Schwangerschaft weg.» Die
ersten Afrikanischen Riesenschnecken erhielt Esther Gerber vor gut
zehn Jahren von der Kindergartenlehrerin ihres Sohnes. Diese
Schneckenart erreicht ein stattliches Alter von über zehn Jahren,
ist ein Zwitter (verfügt über männliche und weibliche Geschlechtsorgane) und kann bis zu 20 Zentimeter gross werden. Über die Jahre
folgten weitere Tiere wie Pfeilgiftfrösche, Geckos, Stabschrecken.
Fein: Salatblatt
und Sepiaschale
(als Kalklieferant) für die
Albino-Riesenschnecken.
Pfeilgiftfrösche: Entwicklung, Farbkombinationen, Verhalten und eine
Lebenserwartung von bis
zu 20 Jahren faszinieren.
Auswildern verboten
Auf meine Frage, ob die afrikanischen Riesenschnecken bei uns
überlebensfähig wären, meint
Esther Gerber, dass unser Winter vermutlich den Tod für diese
Tiere bedeuten würde. Frühling,
Sommer und Herbst wären aber
wahrscheinlich kein Problem. Genau deshalb ist aber bei gewissenhaften Tierhaltern ein Auswildern
tabu, egal um welches Tier es sich
handelt. Zu gross die Gefahr einer
Verdrängung einheimischer Arten durch Übertragung von eingeschleppten Krankheiten, durch
Fehlen von Fressfeinden oder na-
Gossauer Info 120/März 2015 turbedingter Überlegenheit. Ganze Ökosysteme können dadurch
gefährdet werden – geschehen
beim Flusskrebs, Marienkäfer,
Eichhörnchen, der Wespe usw.
Aus diesen Gründen wird in den
USA schon länger das Importieren
und Halten von diesen Exoten
mit hohen Geldbussen oder gar
Gefängnis geahndet.
Farben zur Abschreckung
Besonders angetan ist Esther Gerber
von den Fröschen. Das Verhalten,
die beeindruckenden Farben, die
Geräusche und vor allem die Entwicklung, sprich vom Laich über die
Quappenaufzucht bis zum winzigen
Fröschlein, dies alles macht für Esther Gerber die Faszination aus. Und
die Pflege der Terrarien bedeutet für
sie Entspannung pur …
21
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Innovative Bürobegrünung und «exot
1978 hat mit der Hydroplant AG die damals noch weitgehend unbekannte Hydrokultur
Einzug in Gossau gehalten. Man kennt die grossen Gewächshäuser an der Austrasse, aber
was wird dort eigentlich genau produziert?
Text: Sandra Woodtli; Fotos: Hydroplant AG
Das Kerngeschäft der Hydroplant
AG ist die Bürobegrünung. 30
Mitarbeiterinnen sind schweizweit
allein mit der regelmässigen Pflege
der Büropflanzen beschäftigt. Daneben werden laufend neue Produkte entwickelt, wie etwa vertikale
Bilder mit ausgeklügeltem Bewässerungssystem und bio-technische
Luftbefeuchter.
Die vom Schweizer Gerhard Baumann in den 1960er-Jahren entwickelte Hydrokultur vereinfacht die
Pflege von Pflanzen, da sie weniger gegossen werden müssen als in
Erde stehende Pflanzen und ausserdem klinisch rein gehalten werden
können.
Stetige Erweiterungen
Mit der Vision, dieses neuartige
Produkt den Firmen näherzubringen, gründete Peter Küderli zusam-
Als einzige Firma züchtet die Hydroplant AG eine spezielle Art des Cyperus
(Zyperngras).
men mit seinem Partner Ludwig
Knak 1972 die Firma Hydroplant
AG. Am Anfang mieteten sie sich
Raumtrennungsmodule begünstigen das Raumklima.
in der Gärtnerei von Küderlis Vater in Dübendorf ein. Dort wurde
es aber bald zu eng, weshalb sie die
Gärtnerei an der Austrasse in Gossau bezogen, die zunächst aus dem
Hauptgebäude und vier kleinen
Folien-Gewächshäusern bestand.
Nach einem ersten Erweiterungsbau 1982 brauchte die Firma Anfang der 1990er-Jahre mehr Platz
für einen weiteren Geschäftszweig.
Sie stieg ins Engros-Geschäft ein
und belieferte fortan Gärtnereien,
Blumenläden und –börsen. Deshalb wurde die Gärtnerei um grosse
Gewächshäuser und einen unterirdischen Lagerraum von 1000 m2
erweitert und automatisiert. Die
heutige bebaubare Fläche beträgt
über 4000 m2.
22 Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
tische Luftbefeuchter» aus Gossau
Zurzeit beschäftigt der
Betrieb mit Hauptsitz in
Oerlikon 55 Mitarbeitende, acht davon in der
Gärtnerei. Vor acht Jahren hat Moritz Küderli die
Geschäftsleitung von seinem Vater übernommen.
Seit November 2011 ist er
auch der Inhaber.
Innovative
Bürobegrünung
Die Hydroplant AG steht
für hochwertige Projekte und Innovation. Vor
acht Jahren wurde mit
Verticalis, vertikalen Bildern, ein erfolgreiches
Eigenprodukt
lanciert.
Dazu werden die Pflanzen auf einer künstlichen Vertikale Planzenbilder sehen nicht nur attraktiv aus, sondern sind auch ideale natürliSubstratmatte in einem che Luftbefeuchter.
eigens dafür hergestellten
Kunststoffrahmen fixiert.
In drei Kammern wird das Wasser Wasser verdunstet. In jahrelanger plant AG ihren Fokus vermehrt auf
gespeichert, die Pflanzen versorgen Züchtung hat ein deutscher Biolo- ganzheitliche Konzepte zur Raumsich je nach Bedarf selbst. Alle drei ge die natürliche Verdunstung um begrünung und die damit verbunWochen werden die Wasserkam- das 20-fache auf bis zu zwei Liter denen Dienstleistungen. Auch die
Wasser am Tag erhöht. Als einzige Innovation kommt nicht zu kurz.
mern nachgefüllt.
Für grössere Flächen werden ver- Firma der Schweiz züchtet die Hyd- So wird zurzeit an der Entwicklung
schiedene Module verwendet, die roplant AG diese Pflanze und berät von neuen Produkten in den Bereimit einem Schlauch verbunden Firmen in Sachen Raumklima. An- chen Raumklima und Schallschutz
werden. Ein automatisiertes Be- hand eines Fragekatalogs wird die gearbeitet.
wässerungssystem reduziert den nötige Anzahl Pflanzen errechnet,
um die ideale Luftfeuchtigkeit zu
Pflegeaufwand auf ein Minimum.
Die Gärtnerei Hydroplant AG
erreichen – ganz ohne elektrischen
steht allen Interessierten offen.
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rus (Zyperngras). Der Papyrus, Da das Engros-Geschäft in den
wie er auch genannt wird, ist eine
zentral-afrikanische Sumpfpflanze, die schon von Natur aus viel
Gossauer Info 120/März 2015 letzten Jahren, bedingt durch neue
Vertriebswege wie etwa das Internet, rückläufig ist, setzt die Hydro-
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Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Verliebt in exotische Blüten
Früher waren tropische Orchideen in Europa etwas ganz Besonderes. Sie wurden direkt in
den Regenwäldern gesammelt, mussten weite Schiffsreisen überstehen, waren dadurch extrem teuer und dann schwierig zu halten. Beides hat sich in den vergangenen Jahrzehnten
grundlegend geändert. Dank moderner Zuchtverfahren können diese exotischen Pflanzen
problemlos auch auf der Fensterbank gedeihen. Ihre Ansprüche sind bescheiden.
Text: Rita Gröblli; Fotos: Anja Leutenegger
Und das genau kommt Anita Leutenegger entgegen. Denn für eine
aufwendige Pflege habe sie schlicht
keine Zeit. Mit 14 Jahren erhielt
Anita erstmals ein Gesteck mit Orchideen – von da an verlor sie ihr
Herz an diese Pflanze. Immer sonntags erhalten die Pflanzen «etwas
mehr als einen Fingerhut voll Wasser». Die Pflanzen danken es ihr mit
prächtigen Blüten. Das Einzige, was
Orchideen übelnehmen, ist Nässe
an den Wurzeln. Anita Leutenegger
hat noch kein Buch über Orchideen gelesen, keinen Kurs besucht,
sie verabreicht keinen Dünger, besprüht die Pflanzen nicht – doch sie
gedeihen prächtig. «Im Sommer stehen sie sogar an der Sonne – was ja
eigentlich nicht gut sein soll!» meint
sie lachend.
Anita Leutenegger aus Gossau inmitten ihrer wunderschönen Orchideen.
laenopsis) am besten. Ab und zu erwirbt sie eine neue Pflanze trotz den
Einwänden ihrer Tochter Anja – es
wären jetzt genug. Praktisch hat sie
auch noch keine Pflanze weggeworfen. Ihr sind alle ans Herz gewachWeiss und Pink
Sie kauft ihre Pflanzen beim Gross- sen. Sie spricht und schimpft mit
verteiler – ihr gefallen die weissen ihnen, wenn es nötig ist. «Man muss
und pinkfarbigen Orchideen (Pha- auch Geduld haben. Nur einmal
habe ich eine umgetopft
und musste dananch zwei
Jahre warten, bis sie wieder
blühte. Diese Pflanze war
mir aber sehr wichtig, weil
ich sie als Geschenk erhalten hatte.»
Die verblühten Orchideen
zügelt sie ins Schlafzimmer mit Morgensonne,
damit sie ruhen können.
Die wunderbare Zeichnung der Phalanaenopsis. Sie schneidet an den ver-
Gossauer Info 120/März 2015 welkten Blütenstängeln nur ab, was
vertrocknet ist. Orchideen brauchen
viel Licht und gedeihen am besten
an einem hellen Fenster. Wenn es
den Pflanzen gefällt, so blühen diese
auch üppig. Ab und zu verschenkt
sich auch welche und ist erfreut,
wenn sie hört, dass sie toll blühen.
«Grüner Daumen» geerbt
Auf die Frage, woher denn diese
Liebe zu Blumen herkommt, sagt
sie spontan: «Von meiner Mutter.
Sie hatte immer wunderbare Blumen im Garten. Und auch die Orchideen, die ich ihr geschenkt habe,
sind eine Pracht. Meine Mutter hat
eindeutig den grünen Daumen,
vielleicht habe ich ja etwas abbekommen», scherzt Anita Leutenegger.
25
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Palmen sind seine Passion geworden
Palmen sind weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Für die Menschen, welche ausserhalb dieser Gebiete leben, gelten Palmen nicht selten als Symbol für
Wärme, Ferien und häufig auch für einen freundlich-entspannten Lebensstil. In unseren
Breitengraden gelten sich noch als Exoten.
Text: Rita Gröbli; Fotos: zvg
Sie steht prominent im Garten von
Max und Agnete Meili – die Tessinerpalme. Von Weitem ist sie sichtbar und verbreitet einen Hauch
von mediterranem Ambiente. Mit
etwas mehr als einem Meter Grösse
hat Max Meili diese vor 25 Jahren
im Gartencenter gekauft und sie in
seinen Garten gepflanzt. Heute hat
sie die stattliche Höhe von ungefähr
fünf Metern erreicht. Es war quasi
Liebe auf den ersten Blick, wie er
mir versichert. «Ich wollte es ausprobieren, ob dieser Exote in unseren Breitengraden heimisch werden
kann.»
«Grüner Daumen»
Der wunderschön angelegte Garten
beweisst den grünen Daumen von
Max Meili. «Als Buurebueb ist man
Die stattliche Palme an der Goldistenstrasse in Gossau zieht alle Blicke auf sich.
halt nah an der Natur», meint er
nicht ganz ohne Stolz. Fast täglich
ist er im Garten anzutreffen, beim
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Schneiden der wunderbar üppig
blühenden Rosen, beim Aufbinden
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26 Gossauer Info 120/März 2015
THEMA
EXOTISCHES AUS GOSSAU
Temperaturen im Anzug sind.
Sie muss sich akklimatisieren
können. Dann packt er den
Stamm mit Isolationsmaterial ein, stülpt den Blättern eine
«Kappe» über, damit diese
nicht nass werden. «Die Blätter
Viel gelernt über Palmen
dürfen nie nass werden, sonst
In diesen 25 Jahren hat er viel
gibt es Feuchtigkeit und bei Miüber Palmen gelernt und ist
nustemperaturen gefrieren diequasi zum Experten geworden.
se. Wobei Palmen kurzfristig
So schwört er auf seine eigene
bis zu minus 15 Grad aushalten
Winterverpackung und ist ein
können.»
Gegner von Plastikhäuschen.
Aus Platzgründen musste er
«Es wird zu viel Kondenswasser
einmal eine seiner Palmen vererzeugt, und dies ist Gift für die
setzen, was dieser nicht so gut
Pflanze.»
bekommen ist. Jetzt erst nach
Im Herbst giesst er viel Wasser
über zwei Jahren erholt sie
und deckt den Boden rund um Max Meili mit seinem Palmennachwuchs vor
sich langsam. Es gehören noch
die Palme mit Reisig oder Kom- seinem Gartenhaus – ein altes Weinfass.
weitere 15 Palmen zu seinem
post ab. «Alle grünen NadelgePflanzenbestand, die er aus den
hölze wie Koniferen, Tannen oder fenheit ist auch sehr wichtig. Am Samen gezüchtet hat. Diese sind
eben auch Palmen brauchen im besten ist ein schwerer lehmhaltiger aber in Töpfen eingepflanzt und
Winter Wasser. Die Bodenbeschaf- Boden, denn dieser hält die Feuch- werden in seinem Haus überwintigkeit zurück. Die meisten dieser tert.
Pflanzen erfrieren nicht, sondern Max Meili ist überzeugt, dass die
Ich habe keine Zeit,
sie verdursten!»
Klimaerwärmung in vollem Gang
in den Süden zu verreisen,
Bevor er die Palmen für den «Win- ist und wir bald einmal diese Subdeshalb hole ich
terschlaf» vorbereitet, wartet er tropischen Pflanzen nicht mehr
den Süden nach Gossau:
zwei bis drei Fröste ab. Denn die einwintern müssen. Es wird wohl
Max Meili
Palme muss merken, dass kältere noch einige Jahre dauern.
seiner inzwischen weitergewachsenen Palmenzucht. Während der warmen Periode sind
Palmen recht pflegeleicht, aber
die Überwinterung ist mit viel
Arbeit verbunden.
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Gossauer Info 120/März 2015 27
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• Lamellenstoren
• Jalousieladen
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28 Gossauer Info 120/März 2015
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