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brand eins 03/2015

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www.brandeins.de brand eins 17. Jahrgang Heft 03 März 2015 8,50 Euro C 50777
brand eins
Wirtschaftsmagazin
Scheißjob
Schwerpunkt Führung
FLANIEREN MIT HERMÈS
Informationen unter:
Tel. 089/55 21 53-0
Hermes.com
EDITORIAL
Oben ohne?
Foto: Heji Shin
• Es war einmal ziemlich schön, Chef zu sein. Man bekam ein Eckbüro, eine Topfpflanze, eine
Gehaltserhöhung und allein des Titels wegen mehr Respekt. Man kannte sein Arbeitsfeld,
konnte sich auf seine Erfahrung verlassen, führte mit Anweisungen. Und wenn man sich nicht
allzu blöd anstellte, ging es weiter bergauf.
Das ist lange her. Heute bedeutet Führung in immer mehr Unternehmen: weniger Privilegien, dafür umso mehr Unwägbarkeiten. Das Team ist selbstbewusst und will überzeugt werden,
der Markt ist kaum noch zu kalkulieren und das Tempo der Veränderung atemberaubend. Es
spricht nicht gegen junge Menschen, wenn sie auf diesen Job immer weniger Lust haben.
Dazu kommt, dass gerade in jungen Organisationen die Zweifel am Sinn von Führung
wachsen. Braucht man in Zeiten, in denen eine Firma nur überlebt, wenn jeder Einzelne mitdenkt, Verantwortung übernimmt und die gemeinsame Unternehmung vorantreibt, wirklich
noch einen, der vorgesetzt ist? Führt sich das Team von heute nicht am besten selbst?
Die Frage beschäftigt die Theorie – und wird in der Praxis mit unterschiedlichen Modellen
beantwortet. So setzt man beim schwedischen Überflieger Spotify auf die ordnende Wirkung
von Chaos (S. 88), beim Internet-Dienstleister Refund me auf die Chancen der Heimarbeit
(S. 64) und bei Calcon, einem Spezialisten für Altbau-Bewertung, auf berechnete Gerechtigkeit
(S. 100). Und was passiert, wenn Theorie und Praxis in einem Haus zusammenfließen, führt
die Freiburger Haufe-Gruppe vor, die einerseits in ihrer Akademie Führungskräfte aus- und
weiterbildet und andererseits im Verlag Wandel im Turbotempo hautnah erlebt (S. 46).
Was all die Antworten gemeinsam haben, ist die Einsicht, dass die Führung von gestern in
Wissensorganisationen nicht mehr funktioniert, die Führung von morgen aber noch vage und in
jedem Fall anstrengend ist. Denn auch, wer sich wie die Chefs von Ministry überflüssig machen
und die Verantwortung ans Team geben will, lernt schnell: Das ist ein Führungsjob (S. 116).
Aber sind das nicht eher Randerscheinungen? Bleibt nicht im Rest der Unternehmen und
vor allem in den Konzernen alles, wie es war? Wolf Lotter und seine Gesprächspartner haben
berechtigte Zweifel (S. 38). Und auch die Berichte von Personal- und Mittelmanagern nähren
den Verdacht: Mit einem selbstbewussten und weniger auf Karriere abonnierten Nachwuchs
wird das so nicht mehr lange zu machen sein (S. 58, 110).
In jedem Unternehmen wird sich irgendwann die Frage stellen, wie man trotz Wachstum
und der dafür notwendigen Organisation für gute Leute attraktiv und damit zukunftsfähig
wird. Dazu gehört zum Beispiel eine Unternehmenskultur, die Frauen und Männern die
Chance auf Erfolg und Familie lässt (S. 78). Dazu wird immer mehr, wie etwa bei BMW, ein
Wertesystem gehören, das nicht nur auf dem Papier steht (S. 96). Und dazu gehört – gesunder
Menschenverstand: Prüft erst einmal, was zu euch passt, rät der britische Management-Forscher Julian Birkinshaw, statt jeder neuen Führungs-Mode hinterherzulaufen (S. 54).
Einer, der das in geradezu vorbildlicher Weise getan hat, ist der italienische Unternehmer
Enrico Loccioni (S. 104). Von Haus aus Elektriker, hat er eine Firma aufgebaut, die ihresgleichen
sucht. Geschafft hat er das, weil er neben Weitsicht und Humor über eine der wichtigsten Führungseigenschaften verfügt: Bescheidenheit. –
Gabriele Fischer, Chefredakteurin, gabriele_fischer@brandeins.de
Titel:
Quelle Piktogramm:
emojipedia.org
BRAND EINS 03/15
Redaktion brand eins, Speersort 1, 20095 Hamburg
brandeins.de, facebook.com / brand.eins, twitter.com / brandeins
3
INHALT
78
Frauenfrage: Martina Schraudner
Foto: Sigrid Reinichs
Inhalt
6 Mikroökonomie:
Ein Schuster in Panama
8 Die Welt in Zahlen
10 Gute Frage: Fährt die Jugend
wirklich nicht mehr auf Autos ab?
12 Markenkolumne: Luftige Sache
14 Ökonomie der Elemente: Niob
16 Das geht:
Der scheinbar persönliche Touch
18 Wirtschaftsgeschichte:
Linke Tasche, rechte Tasche
Was Wirtschaft treibt
20
Angriff auf Banken: Matthias Knecht
Foto: Jens Passoth
34 Märchenstunde
Warum der Hype um Alibaba
übertrieben ist, zeigt der Blick in die
Bilanz von Patricia Döhle
a Schwerpunkt Führung
36 Prolog
38 Die Chefsache
Führung ist nicht Management.
Im Gegenteil. Von Wolf Lotter
46 Sinnvolle Unordnung
Die Haufe-Gruppe agiert mal streng
hierarchisch, mal cheflos. Ein Firmenporträt von Christian Sywottek
64
Heim-Chefin: Eve Büchner
Foto: Jelka von Langen
64 Die Wolke macht’s möglich
Wie funktioniert eine Firma, in der
sich Mitarbeiter und Chef fast
nie sehen? Von Sarah Mühlberger
68 Die harte Tour
Beim bayerischen Skihersteller Völkl
führt ein Preuße ein strenges
Regiment Von Johannes Schweikle
74 Führung oder Ent-Führung?
Antworten von Stephan A. Jansen
76 Der König will es so
Woran scheitern Projekte? Ein seit
400 Jahren gängiges Versagensmuster beschreibt Frank Dahlmann
20 Biedermann gegen die Brandstifter
Die New Economy ist tot, die
Neue Wirtschaft lebt. Dritte Folge
der Serie: Online-Kreditanbieter
Von Patricia Döhle
54 Die Dinosaurier leben noch
Vor den Gefahren von ManagementModen warnt Julian Birkinshaw.
Von Ingo Malcher
78 „Alle profitieren“
Was mehr Vielfalt in Chefetagen der
Wirtschaft bringen könnte, erläutert die Gender-Forscherin Martina
Schraudner Sarah Mühlberger
28 Ohne Mittelsmann …
Die Vorzüge des Direktvertriebs am
Beispiel zweier amerikanischer
Modemarken erklärt Steffan Heuer
58 Die Ohnmächtigen
Personalmanagern fehlt es an Wertschätzung. Drei Insider-Berichte,
protokolliert von Peter Laudenbach
84 Ziel verfehlt
Beliebt, aber meist untauglich: Die
Zielvereinbarung als Führungsinstrument analysiert Anika Kreller
4
BRAND EINS 03/15
INHALT
120
Der Konsequente:
Yuri Gleba Foto: Kai Müller
88
Chaos aus Prinzip: Ian Robbins
Foto: Felix Brüggemann
88 Nicht fragen. Machen.
Wer entscheidet eigentlich
was bei Spotify? Das Rätsel löst
Thomas Ramge
116 Mach doch mal ‘ne Ansage
Bei Ministry wollen die Chefs nicht
mehr Chefs sein. Ein Lehrstück
von Frank Dahlmann
94 Führung in Zahlen
Gesammelt von Holger Fröhlich
120 Fast eine gerade Linie
Vom Sowjetapparat über den USKonzern zur eigenen Firma: die
erstaunliche Geschichte des Biologen
Yuri Gleba von Andreas Molitor
96 Hürdenlauf an die Spitze
Bei BMW gilt das Gesetz: Keiner ist
wichtiger als das Unternehmen.
Eine Analyse von Ulf J. Froitzheim
100 Was ist gerecht?
Das Regelwerk bei Calcon hat ein
Ziel: Neid unter den Mitarbeitern
zu verhindern Von Barbara Kerbel
104 Der Animateur
Enrico Loccioni hat radikale Konsequenzen daraus gezogen, weniger
zu wissen als seine Angestellten.
Ein Porträt von Mischa Täubner
110 Ein Mann der Mitte
Druck von oben, Druck von unten –
das ist das Schicksal des Mittelmanagers. Ein Report von Oliver Link
BRAND EINS 03/15
46
Stil-Vielfalt: Jörg Schmidt
Foto: Peter Granser
143 Leserbriefe
144 Leserservice und Impressum
146 Letzte Seite: Wer hat’s gesagt?
Das brand eins-Gewinnspiel
a
Den Schwerpunkt gibt es als Hörversion
unter www.brandeins.de
Was Menschen bewegt
130 Aufbau Süd
Sie haben den Senegal verlassen und
kehren als Unternehmer zurück.
Drei Porträts von Jonathan Fischer
138 Ade, Che!
Vom Salonmarxisten zum Spekulanten – ein Entwicklungsbericht in
eigener Sache von Manfred Klimek
141 Licht ohne Lampe …
… sucht Geldgeber. Den Prototyp
stellt vor: Frank Dahlmann
58
Nichts zu melden:
Ein Personaler packt aus
Illustration: Dorothea Pluta
5
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