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Ausschreibung LM Sitzball 2015 Emmelshausen PDF

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Nimotop® 30 mg-Filmtabletten
2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung
1 Filmtablette enthält 30 mg Nimodipin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1
3. Darreichungsform
Filmtabletten
Aussehen: ockergelbe, runde Filmtabletten
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
1.) Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter mit ausgeprägten Symptomen wie
Gedächtnisverlust, eingeschränkte Konzentration bzw. Antrieb und Stimmungsschwankungen.
Vor Behandlungsbeginn mit Nimodipin muss ausgeschlossen werden, dass die Symptomatik nicht auf
andere Grunderkrankungen zurückzuführen ist, die einer anderen Behandlung bedürfen.
2.) Zur Vorbeugung und Behandlung ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler
Vasospasmen nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung (SAB). Nimotop-Filmtabletten sind nach
vorhergehender Behandlung mit Nimotop-Infusionslösung indiziert.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nimodipin bei Patienten unter 18 Jahren ist bisher nicht erwiesen.
Falls nicht anders verordnet, ist die folgende Dosierung einzuhalten:
1.) Zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter:
Es wird eine Tagesdosis von 3 x 1 Filmtablette (= 3 x 30 mg Nimodipin) empfohlen. Nach Einnahme
von Nimodipin über einen Zeitraum von mehreren Monaten ist zu überprüfen, ob die medikamentöse
Behandlung mit Nimotop auch weiter angezeigt ist.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate < 20 ml/min)
sollte die Behandlungsnotwendigkeit mit Nimodipin sorgfältig abgewogen werden. Regelmäßige
Kontrolluntersuchungen sind dann notwendig.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Eine schwerwiegende Leberfunktionsstörung, im speziellen Leberzirrhose, kann zu einer erhöhten
Bioverfügbarkeit von Nimodipin aufgrund einer geringeren Firsts pass-Kapazität und einer reduzierten
metabolischen Clearance führen. Die Wirkungen bzw. Nebenwirkungen, z.B. Blutdrucksenkung,
können bei diesen Patienten verstärkt ausgeprägt sein. Deshalb darf Nimodipin für diese Indikation
Patienten mit schwerwiegenden Leberfunktionsstörungen (z.B. Leberzirrhose) nicht verabreicht
werden (siehe Abschnitt 4.3).
2.) Prophylaxe und Behandlung ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler
Vasospasmen nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung:
Nach Beendigung der parenteralen Behandlung wird die Fortsetzung der Anwendung von Nimodipin
mittels oraler Verabreichung von 6 x 2 Nimotop-Filmtabletten täglich alle 4 Stunden über ca. 7 Tage
empfohlen (60 mg Nimodipin - 6 x täglich alle 4 Stunden).
Bei Patienten, die Nebenwirkungen entwickeln, muss die Dosis soweit notwendig reduziert oder die
Behandlung abgebrochen werden.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Eine schwerwiegende Leberfunktionsstörung, im speziellen Leberzirrhose, kann zu einer erhöhten
Bioverfügbarkeit von Nimodipin aufgrund einer geringeren First pass-Kapazität und einer reduzierten
metabolischen Clearance führen. Die Wirkungen bzw.Nebenwirkungen, z.B. Blutdrucksenkung,
können bei diesen Patienten verstärkt ausgeprägt sein. Regelmäßige Blutdruckkontrollen können
angezeigt sein.
Gegebenenfalls sollte die Dosis soweit notwendig reduziert oder die Behandlung abgebrochen
werden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate < 20 ml/min)
sollte die Behandlungsnotwendigkeit mit Nimodipin sorgfältig abgewogen werden. Regelmäßige
Kontrolluntersuchungen sind dann notwendig.
Art der Anwendung
Bei Begleitmedikation mit CYP 3A4 Inhibitoren oder Induktoren kann eine Dosisanpassung notwendig
werden (siehe Abschnitt 4.5).
Zum Einnehmen
Im Allgemeinen nimmt man die Filmtabletten unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit
Flüssigkeit ein. Die Einnahme mit Grapefruitsaft ist zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.5).
Das Intervall zwischen den einzelnen Dosen soll 4 Stunden nicht unterschreiten.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Die Kombinationstherapie mit Rifampicin ist kontraindiziert, weil die Wirksamkeit von Nimodipin
signifikant reduziert sein kann (siehe Abschnitt 4.5).
Die Kombinationstherapie von oral verabreichten Nimodipin und den antiepileptischen Wirkstoffen
Phenobarbital, Phenytoin oder Carbamazepin ist kontraindiziert, weil die Wirksamkeit von Nimodipin
signifikant reduziert sein kann (siehe Abschnitt 4.5).
Zusätzlich bei Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter:
Eine schwerwiegende Leberfunktionsstörung, im speziellen Leberzirrhose, kann zu einer erhöhten
Bioverfügbarkeit von Nimodipin aufgrund einer geringeren First pass-Kapazität und einer reduzierten
metabolischen Clearance führen.
Deshalb darf Nimodipin Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (z.B. Leberzirrhose) nicht
verabreicht werden.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vorsicht ist geboten bei ausgeprägter Hypotonie (systolischer Blutdruck unterhalb 100 mmHg).
Bei Patienten mit instabiler Angina pectoris oder während der ersten 4 Wochen nach akutem
Myokardinfarkt ist das potentielle Risiko (z.B. reduzierte Perfusion der Koronararterien und
myokardiale Ischämie) gegen den Nutzen (z.B. Verbesserung der Gehirnperfusion) abzuwägen.
Nimodipin wird über das Cytochrom P450 3A4 System metabolisiert. Wirkstoffe von denen bekannt
ist, dass sie dieses Enzymsystem inhibieren oder induzieren, können daher den First pass-Effekt oder
die Clearence von Nimodipin beeinflussen (siehe Abschnitt 4.5).
Folgende Wirkstoffe sind als Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren bekannt und können daher zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von Nimodipin führen (siehe Abschnitt 4.5):
– Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin)
– Anti-HIV-Proteasehemmer (z.B. Ritonavir)
– Antimykotische Azole (z.B. Ketokonazol)
– die Antidepressiva Nefazodon und Fluoxetin
– Quinupristin/Dalfopristin
– Cimetidin
– Valproinsäure
Bei einer Begleittherapie mit den genannten Wirkstoffen muss der Blutdruck regelmäßig kontrolliert
werden und es sollte eine Dosisreduktion von Nimodipin in Erwägung gezogen werden.
Bei Patienten, die blutdrucksenkende Arzneimittel erhalten, kann Nimodipin die blutdrucksenkende
Wirkung der Begleitmedikation verstärken. Erweist sich eine solche Kombination als unerlässlich, so
ist eine besonders sorgfältige Überwachung des Patienten erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).
Behandlung und Prophylaxe ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler
Vasospasmen nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung (SAB):
Obwohl die Behandlung mit Nimodipin keine Hinweise auf eine Erhöhung des Hirndruckes gezeigt
hat, sollte gegebenenfalls trotzdem eine engmaschige Überwachung durchgeführt werden, ebenso
bei Patienten mit erhöhtem Flüssigkeitsgehalt des Gewebes im Gehirn (generalisiertes Hirnödem).
Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter:
Vor der Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter sollten internistische und psychia- trischneurologische Grunderkrankungen als Ursachen in Betracht gezogen und differentialdiagnostisch
ausgeschlossen werden.
Bei sehr alten multimorbiden Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (glomeruläre
Filtrationsrate < 20 ml/min) und schwerer Beeinträchtigung der kardiovaskulären Funktionen, sollte die
Behandlungsnotwendigkeit mit Nimodipin
sorgfältig abgewogen werden. Regelmäßige
Kontrolluntersuchungen sind dann notwendig.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkstoffe, die Nimodipin beeinflussen:
Nimodipin wird über das Cytochrom P450 3A4 System metabolisiert, das sowohl in der Darmmukosa
als auch in der Leber lokalisiert ist. Arzneimittel von denen bekannt ist, dass sie dieses Enzymsystem
inhibieren oder induzieren, können daher den First pass-Effekt oder die Clearence von Nimodipin
beeinflussen.
Die Ausprägung und Dauer von Wechselwirkungen sollte bedacht werden, wenn Nimodipin
gemeinsam mit den folgenden Arzneimitteln verabreicht wird.
Rifampicin
Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Calciumantagonisten ist zu erwarten, dass Rifampicin den
Stoffwechsel, bedingt durch seine Enzyminduktion, von Nimodipin beschleunigt. Deshalb kann die
Wirksamkeit von Nimodipin bei gleichzeitiger Verabreichung signifikant reduziert sein. Die
gleichzeitige Anwendung von Nimodipin und Rifampicin ist daher kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Cytochrom P450 3A4 systeminduzierende antiepileptische Wirkstoffe wie Phenobarbital,
Phenytoin und Carbamazepin
Chronische Verabreichung der antiepileptischen Wirkstoffe Phenobarbital, Phenytoin oder
Carbamazepin reduziert die Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Nimodipin merklich. Deshalb ist
die gleichzeitige Anwendung von Nimodipin und eines dieser Antiepileptika kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Bei den folgenden Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren muss der Blutdruck regelmäßig kontrolliert
werden und es sollte eine Dosisreduktion in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin)
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen zwischen Nimodipin und
Makrolidantibiotika durchgeführt. Bestimmte Makrolidantibiotika sind als Cytochrom P450 3A4
Inhibitoren bekannt, deshalb kann die Möglichkeit von Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen
werden. Makrolide sollten deshalb nicht gemeinsam mit Nimodipin verabreicht werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Azithromycin ist strukturell ebenfalls zu den Makrolidantibiotika zu zählen, die Cytochrom P450 3A4
Inhibition fehlt aber.
Anti-HIV Protease-Inhibitoren (z.B. Ritonavir)
Es wurden keine formalen Studien zur Erfassung möglicher Wechselwirkungen zwischen Nimodipin
und anti-HIV Protease-Inhibitoren durchgeführt. Arzneimittel dieser Klasse sind als potente
Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren bekannt. Deshalb kann die Möglichkeit einer markanten und klinisch
relevanten Erhöhung der Nimodipin Plasmakonzentrationen nach gleichzeitiger Anwendung mit
diesen Protease-Inhibitoren nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Azole Antimykotika (z.B. Ketoconazol)
Es wurde keine formale Studie zur Erfassung von Wechselwirkungen zwischen Nimodipin und
Ketoconazol durchgeführt. Azole sind als Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren bekannt und
verschiedenste Wechselwirkungen wurden mit anderen Dihydropyridin- Calciumantagonisten
berichtet. Deshalb kann ein beträchtlicher Anstieg der Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem
Nimodipin bei gleichzeitiger Anwendung aufgrund des reduzierten First pass-Metabolismus nicht
ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Nefazodon
Es wurde keine formale Studie zur Erfassung von Wechselwirkungen zur Möglichkeit von
Wechselwirkungen zwischen Nimodipin und Nefazodon durchgeführt. Dieses Antidepressivum ist als
potenter Cytochrom P450 3A4 Inhibitor bekannt, deshalb ist das Potential für eine Erhöhung des
Plasmaspiegels von Nimodipin bei gleichzeitiger Verabreichung mit Nefazodon nicht auszuschließen
(siehe Abschnitt 4.4).
Fluoxetin
Die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Nimodipin bei Begleitmedikation mit dem
Antidepressivum Fluoxetin sind um etwa 50% höher. Fluoxetin ist merklich niedriger, wobei dessen
aktiver Metabolit Norfluoxetin nicht beeinflusst wird (siehe Abschnitt 4.4).
Quinupristin/Dalfopristin
Basierend auf den Erfahrungen mit dem Calciumantagonisten Nifedipin kann die gleichzeitige
Verabreichung von Quinupristin/Dalfopristin zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Nimodipin
führen (siehe Abschnitt 4.4).
Cimetidin
Die Begleitmedikation mit dem H2-Antagonisten Cimetidin kann zu erhöhten Nimodipinplasmaspiegeln
führen (siehe Abschnitt 4.4).
Valproinsäure
Die Begleitmedikation
mit dem Antikonvulsivum
Valproinsäure
kann zu erhöhten
Nimodipinplasmaspiegeln führen (siehe Abschnitt 4.4).
Weitere Wechselwirkungen:
Nortryptylin
Die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Nimodipin sinken bei Begleitmedikation mit
Nortryptylin, wobei die Nortryptylinplasmakonzentrationen unverändert bleiben.
Wirkung von Nimodipin auf andere Wirkstoffe:
Blutdrucksenkende Wirkstoffe
Bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck, die blutdrucksenkende Mittel erhalten, kann Nimodipin die
blutdrucksenkende Wirkung der Begleitmedikation verstärken,
wie zum Beispiel:
– Diuretika
– ß-Blocker
– ACE-Hemmer
– A1-Antagonisten
– Andere Calciumantagonisten
– α-adrenerge Blocker
– PDE5-Hemmer
– α-Methyldopa
Erweist sich eine solche Kombination jedoch als unerlässlich, so ist eine besonders sorgfältige
Überwachung des Patienten erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).
Zidovudin
In einer Studie an Affen führte der Anti-HIV Wirkstoff Zidovudin gemeinsam mit Nimodipin als i.v.
Bolus zu einem signifikant höheren AUC für Zidovudin, wobei Verteilungsvolumen und Clearance
signifikant erniedrigt waren.
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln:
Grapefruitsaft
Grapefruitsaft hemmt das Cytochrom P450 3A4 System, deshalb führt die gleichzeitige Einnahme von
Dihydropyridinen und Grapefruitsaft zu erhöhten Plasmakonzentrationen oder einer verlängerten
Wirkung von Nimodipin aufgrund des reduzierten First pass- Metabolismus oder einer reduzierten
Clearance.
Als Konsequenz kann sich der blutdrucksenkende Effekt verstärken. Diese Wirkung hält zumindest 4
Tage nach der letzten Aufnahme von Grapefruitsaft an. Der Genuss von Grapefruit/ Grapefruitsaft
sollte deshalb während einer Nimodipintherapie vermieden werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Haloperidol
Mit Haloperidol gibt es keine Wechselwirkung. Die Steady-State-Konzentration von Nimodipin bei
Patienten mit individueller Haloperidol-Langzeitbehandlung ergab keine Hinweise auf mögliche
Wechselwirkungen.
Die Begleittherapie von oral verabreichten Nimodipin und Diazepam, Digoxin, Glibenclamid,
Indomethacin, Ranitidin und Warfarin zeigte keinerlei Wechselwirkungen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft:
Es liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien an Schwangeren vor. Bei Behandlung mit
Nimodipin während der Schwangerschaft muss daher nach Schwere des Krankheitsbildes Nutzen
gegen potentielles Risiko sorgfältig abgewogen werden.
Stillzeit:
Nimodipin und seine Metaboliten treten in Konzentrationen in die Muttermilch, vergleichbar mit den
mütterlichen Plasmakonzentrationen, über. Stillenden Müttern ist daher zu raten, ihre Babies nicht zu
stillen, solange sie dieses Arzneimittel einnehmen.
In-vitro Fertilisation:
In Einzelfällen wurden Calciumantagonisten bei In-vitro Fertilisation mit reversiblen biochemischen
Veränderungen der Spermienköpfe mit verminderter Spermienfunktion in Verbindung gebracht. Die
Relevanz dieses Untersuchungsergebnisses bei Kurzzeit- Behandlung ist nicht bekannt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Das mögliche Auftreten von Schwindel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit
beeinträchtigen.
4.8 Nebenwirkungen
Im Folgenden sind Nebenwirkungen, nach CIOMS III Frequenzkategorien geordnet, die im Laufe
klinischer Studien mit Nimodipin in der Indikation aneurysmatische Subarachnoidalblutung aufgetreten
sind, gelistet (Placebokontrollierte Studien: Nimodipin N = 703; Placebo N = 692; Nicht kontrollierte
Studien: Nimodipin N = 2496).
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Nimodipin ist in nachfolgender Tabelle
zusammengefasst. Innerhalb der Gruppen erscheinen die Häufigkeiten in der Reihenfolge
abnehmender Schwere.
Häufigkeiten sind folgendermaßen klassifiziert:
Sehr häufig
(≥1/10)
Häufig
(≥1/100, <1/10)
Gelegentlich
(≥1/1.000, <1/100)
Selten
(≥1/10.000, <1/1.000)
Sehr selten
(<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Tabelle 1: Nebenwirkungen nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung
Systemorganklasse
Gelegentlich
Selten
Erkrankungen des Blutes und Thrombocytopenie
des Lymphsystems
Erkrankungen
des Allergische Reaktionen
Immunsystems
Ausschlag (Rash)
Erkrankungen
des Kopfschmerzen
Nervensystems
Herzerkrankungen
Tachykardie
Gefäßerkrankungen
Hypotonie
Vasodilatation
Erkrankungen des
Nausea
Gastrointestinaltraktes
Leber und Gallenerkrankungen
Bradykardie
Ileus
Reversible
Erhöhung der Leberenzyme
Im Folgenden sind Nebenwirkungen, nach CIOMS III Frequenzkategorien geordnet, die im Laufe
klinischer Studien mit Nimodipin in der Indikation Hirnleistungsstörungen im Alter aufgetreten sind,
gelistet. (Placebokontrollierte Studien: Nimodipin N = 1594; Placebo N = 1558; Nicht kontrollierte
Studien: Nimodipin N = 8049).
Nebenwirkungen, die in der Spalte "Häufig" gelistet sind, wurden mit einer Häufigkeit unter 2%
beobachtet.
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Nimodipin ist in nachfolgender Tabelle
zusammengefasst. Innerhalb der Gruppen erscheinen die Häufigkeiten in der Reihenfolge
abnehmender Schwere.
Häufigkeiten sind folgendermaßen klassifiziert:
Sehr häufig
(≥1/10)
Häufig
(≥1/100, <1/10)
Gelegentlich
(≥1/1.000, <1/100)
Selten
(≥1/10.000, <1/1.000)
Sehr selten
(<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Tabelle 2: Nebenwirkungen nach Behandlung von Hirnleistungsstörungen im Alter
Systemorganklasse
Häufig
Gelegentlich
Erkrankungen des Immunsystems
Allergische Reaktionen
Ausschlag (Rash)
Erkrankungen des Nervensystems
Kopfschmerzen
Vertigo
Schwindel
Hyperkinesie
Tremor
Herzerkrankungen
Palpitation
Tachykardie
Gefäßerkrankungen
Hypotonie
Synkope
Vasodilatation
Ödeme
Erkrankungen des
Verstopfung
Gastrointestinaltraktes
Durchfall
Flatulenz
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko- Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
das folgende nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
Österreich
Fax: +43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at
4.9 Überdosierung
Symptome einer Intoxikation
Zu erwartende Zeichen einer akuten Überdosierung sind stärkere Blutdrucksenkung, Tachykardie
oder Bradykardie, gastrointestinale Beschwerden und Übelkeit.
Therapie einer Intoxikation
Im Falle einer akuten Überdosierung muss die Behandlung mit Nimotop-Filmtabletten sofort
unterbrochen werden. Notfallmaßnahmen müssen sich an der Symptomatik orientieren. Eine
Magenspülung sowie die zusätzliche Gabe von Aktivkohle ist als Notfallmaßnahme in Erwägung zu
ziehen.
Bei starkem Blutdruckabfall kann Dopamin oder Noradrenalin intravenös verabreicht werden. Da kein
spezifisches Antidot bekannt ist, sollte sich im Weiteren die Therapie anderer Nebenwirkungen nach
den im Vordergrund stehenden Symptomen richten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Calciumkanalblocker mit vorwiegender Gefäßwirkung.
ATC Code (aneurysmatische Subarachnoidalblutung): C08C A06
ATC Code (Hirnleistungsstörungen im Alter): NO6 DX18 Nimodipin ist ein Calciumantagonist der 1,4Dihydropyridingruppe.
Aufgrund der hohen Lipophilität der Wirksubstanz kann Nimodipin die Blut-Hirn Schranke leicht
penetrieren. In Studien an Tieren konnte gezeigt werden, dass Nimodipin mit hoher Affinität und
Spezifität an Ca2+-Kanäle vom L-Typ bindet und so den Einfluss von Ca2+- Ionen durch die Membran
blockiert. Bei pathologischen Vorgängen, die mit einem erhöhten Ca2+-Ioneneinstrom in die
Nervenzellen einhergehen, z.B. zerebrale Ischämie, wird angenommen, dass Nimodipin die Stabilität
und funktionelle Kapazität dieser Zellen erhöht.
Die selektive Blockade der Ca2+-Kanäle in bestimmten Hirnarealen, wie Hippocampus und Kortex
erklärt möglicherweise die positiven Wirkungen von Nimodipin auf Lernfähigkeit und
Gedächtnisdefizite in unterschiedlichen Tiermodellen. Derselbe molekulare Mechanismus liegt
wahrscheinlich auch der zerebral vasodilatativen und durchblutungsfördernden Wirksamkeit von
Nimodipin bei Mensch und Tier zu Grunde.
Nimodipin hat eine ausgeprägte Wirkungsselektivität in einigen Gehirngegenden. Seine
therapeutischen Eigenschaften stehen in Zusammenhang mit seiner Fähigkeit, die Kontraktionen der
glatten Gefäßmuskulatur, die durch Ca2+-Ionen verursacht werden, zu hemmen.
Nimodipin schützt die Neurone und stabilisiert deren Funktion, unterstützt den zerebralen Blutfluss
und erhöht die ischämische Toleranz über Wirkungen an neuronalen und cerebrovaskulären
Rezeptoren, die mit Calciumkanälen verknüpft sind. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass es
dabei zu keinem Steal-Effekt kommt. Klinisch wurde bewiesen, dass Nimodipin Gedächtnis- und
Konzentrationsstörungen bei Patienten mit Hirnfunktionsstörungen verbessert. Weitere typische
Symptome, wie die Auswertungen des klinischen Gesamteindrucks, die Einschätzung individueller
Störungen, die Beobachtung des Verhaltens und psychomotorische Leistungstests beweisen, wurden
ebenfalls günstig beeinflusst.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Nimodipin oral verabreicht wird praktisch komplett resorbiert. Die unveränderte Wirksubstanz und die
frühen First pass-Metaboliten sind im Plasma schon 10-15 min nach Aufnahme der Tablette
nachweisbar. Gefolgt von Mehrfachdosierung (3x30 mg/Tag), kommt es bei älteren Patienten zu
Plasmakonzentrationen (Cmax) von 7,3-43,2 ng/ml, welche nach 0,6-1,6h (tmax) erreicht werden.
Einmalige Dosierung von 30 mg und 60 mg bei jungen Probanden führt zu mittleren
Plasmakonzentrationen von 16±8 ng/ml und 31±12 ng/ml. Die Plasmakonzentrationen und die AUC
steigen proportional bis zur höchsten getesteten Dosis (90 mg) an.
Bei Dauerinfusion von 0,03 mg/kg/h werden mittlere Steady-State-Konzentrationen von 17,6-26,6
ng/ml erreicht. Nach intravenöser Bolusinjektion fällt die Plasmanimodipinkonzentration biphasisch mit
Halbwertszeiten von 5-10 min und etwa 60 min.
Das Verteilungsvolumen (Vss, 2 Kompartimentmodell) für die intravenöse Verabreichung ist 0,9-1,6
l/kg KG. Die totale systemische Clearance ist 0,6-1,9 l/h/kg
Verteilung und Proteinbindung
Nimodipin ist zu 97-99 % an Plasmaproteine gebunden. In Tierversuchen passierte radioaktives [14C]Nimodipin die Blut-Plazenta Schranke. Eine vergleichbare Distribution ist auch für den Menschen
wahrscheinlich, obgleich experimentelle Erfahrungen auf diesem Gebiet fehlen. Nimodipin und/oder
dessen Metaboliten wurden in der Rattenmilch in viel höheren Konzentrationen als im Plasma des
Muttertieres nachgewiesen. Die nachgewiesenen Konzentrationen in der menschlichen Milch waren
mit den Konzentrationen im mütterlichen Blutplasma vergleichbar.
Nach oraler und intravenöser Verabreichung können Nimodipinkonzentrationen von 0,5% der
Plasmakonzentrationen im Liquor cereprospinalis nachgewiesen werden.
Biotransformation, Elimination und Exkretion
Nimodipin wird über das Cytochrom P450 3A4 System metabolisiert, hauptsächlich durch
Dehydrierung des Dihydropyridinringes und oxidative Esterspaltung. Oxidative Esterspaltung,
Hydroxylierung der 2- und 6-Methylgruppen und Glucoronidierung als Konjugationsreaktionen sind
weitere wichtige metabolische Schritte. Die 3 primär vorkommenden Metaboliten zeigen keine oder
nur schwache therapeutische Aktivität.
Die Effekte auf die Leberenzyme über Induktion oder Inhibition sind unbekannt. Beim Menschen
werden die Metaboliten zu 50% über die Nieren und zu 30% über die Galle abgebaut. Die
Eliminationskinetik ist linear. Die Halbwertszeit von Nimodipin liegt bei 1,1- 1,7 h. Die terminale
Halbwertszeit von 5-10 h ist für die Dosierungsintervalle bedeutungslos.
Mittlere Nimodipin Plasmakonzentrationskurven nach oraler Verabreichung von 30 mg als Tabletten
und nach intravenöser Infusion von 0,015 mg/kg
Bioverfügbarkeit
Bezogen auf den extensiven First-pass-Metabolismus (ca. 85-95%) beträgt die absolute
Bioverfügbarkeit 5-15%.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Die präklinischen Daten zeigen keine speziellen Risken für den Menschen basierend auf den Daten
konventioneller Studien zur Toxizität nach Einmalgabe und nach Mehrfach- gabe, Genotoxizität,
Karzinogenität sowie männliche und weibliche Fertilität. Bei trächtigen Ratten kam es bei Dosierungen
von 30 mg/kg/Tag und mehr zu einer Hemmung des fötalen Wachstums und führte zu verminderten
Fötusgewichten. Bei 100 mg/kg/Tag kam es zu Embryoletalität. Es wurden keine Hinweise auf
Teratogenität beobachtet. Bei Kaninchen konnte bei Dosierungen von bis zu 10 mg/kg/Tag keine
Embryotoxizität bzw. Teratogenität nachgewiesen werden. In einer peri-postnatalen Studie an Ratten
konnte bei Dosierungen ab 10 mg/kg/Tag und höher eine erhöhte Sterblichkeit und eine verzögerte
physische Entwicklung beobachtet werden. Diese Befunde konnten in folgenden Studien nicht
bewiesen werden.
Spezielle Verträglichkeitsstudien
Kanzerogenitätsstudien
Bei einer Lebenszeitstudie bekamen Ratten Nimodipin mit Dosierungen bis zu 1800 ppm (etwa 90
mg/kg/Tag) über das Futter 2 Jahre verabreicht. Es ergab sich kein Hinweis auf ein onkogenes
Potential. Vergleichbar bekamen Mäuse in einer Langzeitstudie 500 mg/kg/Tag Nimodipin peroral
über 21 Monate verabreicht. Es ergab sich ebenfalls kein Hinweis auf ein onkogenes Potential von
Nimodipin.
Mutagenitätsstudien
Nimodipin wurde extensiv auf Genotoxizität untersucht. Alle Versuche mutagene oder chromosomale
Mutationen hervorzurufen waren negativ.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Crospovidon
Magnesiumstearat
Maisstärke
mikrokristalline Cellulose
Poly(1-vinyl-2- pyrrolidon) 25
Methylhydroxypropylcellulose
Makrogol 4000
Titandioxid (E 171)
Eisenoxid gelb (E 172).
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
5 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Schachtel mit Blisterstreifen, bestehend aus Polypropylenfolie versiegelt mit Aluminiumfolie.
Packungsgrößen: 50 Stück
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. Inhaber der Zulassung
Bayer Austria Ges.m.b.H.
Herbststraße 6-10
1160 Wien
8. Zulassungsnummer
1-18040
9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung
8. August 1985 / 18. August 2011
10. Stand der Information
Oktober 2014
Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht:
Rezept- und apothekenpflichtig.
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Gesundheitswesen
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