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0169 - DGUV

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0169
Ausgabe 1/2015
617.0-IFA:638.1
Dieselmotoremissionen und Lungenkrebs:
Zusammenfassung epidemiologischer Studien
Problem
Seit Anfang der 1950er-Jahre werden Dieselmotoren in vielen Industriezweigen eingesetzt. Dieselmotoremissionen (DME) sind vor allem im untertägigen Bergbau, im Baugewerbe, im Brückenund Tunnelbau, bei der Eisenbahn, im öffentlichen
Personennahverkehr, bei der Verladung an Schiffdocks und in der Landwirtschaft von Bedeutung.
Weiterhin können Personen, die Lkws, Pkws,
Busse und Gabelstapler fahren, Maschinenführer,
Feuerwehrleute sowie Beschäftigte in Fahrzeugwerkstätten DME ausgesetzt sein.
DME sind als krebserzeugend für den Menschen
(Kategorie 2) eingestuft. Ein Zusammenhang zwischen DME und Lungenkrebs wird vermutet, ein
epidemiologischer Nachweis und eine konkrete
Dosis-Wirkungs-Beziehung sind jedoch wissenschaftlich umstritten. Epidemiologische Studien,
die diesen Zusammenhang untersuchten, führen
zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Aktivitäten
Um den Zusammenhang zwischen DME und Lungenkrebsrisiko kritisch zu bewerten, wurde ein
systematischer Review zu bisher veröffentlichen
Evidenzen durchgeführt.
Originalstudien zum Zusammenhang von DME
und Lungenkrebsrisiko wurden umfassend ermittelt durch Recherchen in Datenbanken nach
Fachliteratur aus den Jahren 1970 bis 2013; dabei
wurden auch die Literaturlisten der Publikationen
abgeglichen.
Dieselmotoremissionen durch Abgase
Ingesamt wurden 42 Kohortenstudien und 32 FallKontrollstudien gefunden, die den Zusammenhang
zwischen DME und Lungenkrebs untersuchten.
Bisherige Studien weisen meist methodische
Schwächen auf, insbesondere bei Studiendesign,
Expositionserfassung und statistischer Auswertung. Die Bewertung der epidemiologischen Evidenz ist vor allem durch das Fehlen objektiver
Expositionsdaten schwierig. Um die Interpretation
und den Vergleich mit bisherigen Studien zu
erleichtern, wurde eine job-exposure matrix (JEM)
der Dieselexpositionen aufgebaut, die auf ca.
4000 historischen branchenbezogenen Messungen basiert. Die Daten aus der JEM wurden für die
Bewertung und den Vergleich bisheriger Studien
berücksichtigt.
Ergebnisse und Verwendung
Insgesamt betrachtet zeigen weder die Kohortennoch die Fall-Kontrollstudien eine eindeutige
Expositions-Risikobeziehung zwischen DME und
Lungenkrebs. Epidemiologischen Studien, die bis
.
Ausgabe 0169 1/2015
2013 veröffentlicht wurden, erlauben keine valide
Quantifizierung eines Zusammenhangs.
Nutzerkreis
Industrien des Bergbaus, Baugewerbes, Transportwesens, der Eisenbahn, Häfen, Landwirtschaft
und Fahrzeugwerkstätten; Gremien der Grenzwertsetzung
Fachliche Anfragen
IFA, Fachbereich 1: Informationstechnik –
Risikomanagement
Literaturanfragen
IFA, Zentralbereich
Weiterführende Informationen
• Sun, Y; Bochmann, F.; Nold, A.; Mattenklott,
M.: Diesel exhaust exposure and the risk of
lung cancer – a review of the epidemiological
evidence. Int. J. Environ. Res. Public Health 11
(2014) Nr. 2, S. 1312-1340
doi:10.3390/ijerph110201312
Herausgeber und Druck:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V.
(DGUV), Glinkastraße 40, 10117 Berlin
ISSN (Internet): 2190-0006X
ISSN (Druckversion): 2190-0051
Bearbeitet von: Dipl.-Biol. Annette Nold
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen
Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Alte Heerstraße 111, 53757 Sankt Augustin
Tel. 02241 231-02/Fax: -2234
E-Mail: ifa@dguv.de, Internet: www.dguv.de/ifa
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