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Benos leiser Abschied

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WALLIS
Walliser Bote
Donnerstag, 26. Februar 2015
Fliegerei | Beno Pollinger war 39 Jahre lang Helikopterpilot. Er hat viel erlebt
Benos leiser Abschied
ZERMATT/RARON | Kellner,
Skilehrer und schlussendlich Helikopterpilot.
Nun ist Schluss. Beno Pollinger geht in Pension
und hat zu seiner letzten
Landung angesetzt. Eine
Geschichte über einen
Suchenden, der im Helikoptercockpit seine Berufung gefunden hat.
MICHEL VENETZ
Es ist Mittwochmorgen kurz
nach 8.30 Uhr auf der Helikopterbasis der Air Zermatt in
Raron. Beno Pollinger macht
sich bereit für seinen letzten
kommerziellen Flug. Seine letzte Mission. Eine Lawinensprengung im Törbeltelli steht auf
dem Programm. Vor dem Start
wirft er noch einen letzten Blick
ins Pilotenflugbuch.
Vom Skilehrer
zum Piloten
Damit geht eine lange und intensive Zeit für Pollinger zu Ende. Ende Monat geht er in Pension. Nach 39 Jahren im Helikoptercockpit. Der Weg dorthin
war lang. Beno begann in seinem Heimatort St. Niklaus eine
Mechanikerlehre. Mit 17 Jahren
kam dann der Wechsel. Pollinger, der am 28. Februar seinen
65. Geburtstag feiern kann, begann im Hotel de l’Etrier in
Crans-Montana eine Kellnerlehre. Nach dem Lehrabschluss
folgte der nächste Wechsel. Pollinger wechselte ins Baumetier
und arbeitete in den Sommermonaten auf den Baustellen
und im Winter auf der Bettmeralp als Skischullehrer. Dort kam
es im Sommer 1975 zu einer
schicksalhaften
Begegnung.
Pollinger war einer von vielen
Arbeitern, welche für die Erstellung der neuen Bergbahn schufteten. Er erinnert sich noch genau: «Über unserer Baustelle
kreisten oft die Helikopter der
Air Zermatt. Das faszinierte
mich und ich wusste sofort: Ich
will Helikopterpilot werden.»
Pollinger begann sogleich mit
der Ausbildung und bekam
nach bestandener Prüfung am
28. Oktober 1977 die private
Helikopterpilotenlizenz. Die
Lizenz für kommerzielle Helikopterflüge machte der begeisterte Motorradfahrer und Berggänger am 3. Mai 1978.
Ende. Beno Pollinger nach seinem letzten kommerziell durchgeführten Flug gestern um 9.25 Uhr auf der Basis der Air Zermatt in Raron.
Eingespieltes Team
Inzwischen ist es 9.00 Uhr auf
dem Heliport in Raron. Pollinger startet den Lama-Hubschrauber. «Mein Lieblingsheli», sagt er. Flughelfer Otto
Jaggi und Martin Zuber steigen
ein. Sie werden die Lawinensprengung durchführen. Der
Flug dauert kaum fünf Minuten. Es herrschen sehr gute Bedingungen – Sonnenschein, klare Sicht. Als der Helikopter die
Moosalp überfliegt, meint der
Pilot: «Was für ein toller Tag.
Wir hätten alle unsere Skiausrüstung mitnehmen sollen.»
Dann ist das Ziel auf rund 2300
Metern über Meer erreicht. Pollinger steuert den Helikopter
mit ruhiger Hand auf ein Couloir zu. Die Seitentür wird geöffnet. Die Sprengladung wird
scharf gemacht und abgeworfen. «Das war ein präziser Abwurf», stellt Martin Zuber zufrieden fest. Das ganze Prozede-
re wiederholt sich noch dreimal. Jaggi, Zuber und Pilot Pollinger sind ein eingespieltes
Team. Sie arbeiten ruhig. Unaufgeregt. Verstehen sich blind.
Von Grönland
bis nach Raron
Pollinger arbeitet seit 16 Jahren
für die Air Zermatt. Davor war
er in der ganzen Schweiz als
Helikopterpilot tätig. Kurz
nachdem er den Pilotenschein
erworben hatte, konnte er
auch gleich seine erste Stelle
antreten. Er steuerte die Bell
47G2 HB-XFB und die AugustaBell 47G3B-1 HB-XHS für Fotografieflüge durch die ganze
Schweiz: «Das war eine super
tolle Zeit. Ich konnte dank dieser Arbeit viele neue Facetten
der Schweiz kennenlernen», erinnert sich Pollinger zurück.
Während dieser Zeit arbeitete
Pollinger im Winter weiterhin
als Skilehrer auf der Bettmer-
alp. Auch im darauffolgenden
Sommer war der Zaniglaser mit
seinem Helikopter für Fotoaufnahmen unterwegs.
Dann kam im April 1980
für den routinierten Piloten eine einmalige Chance, die er
packte. Die Firma Heliswiss
suchte einen Piloten, der Flüge
für Forschungsarbeiten in
Grönland machte. Das war im
Sommer 1980. Pollinger machte während rund zwei Monaten
unzählige Flüge in diesem Gebiet und kehrte anschliessend
in die Schweiz zurück. «Die Zeit
in Grönland war für mich eine
tolle Lebenserfahrung», sagt Beno Pollinger heute rückblickend. Im Jahr 1981 eröffnete
Heliswiss in Gampel eine neue
Helikopterbasis. Auch Pollinger
war mit dabei. Während dieser
Zeit erlebte er auch einen
Schreckmoment. Bei einem
Transportflug touchierte Pollinger mit seiner Lama ein Kabel.
Dieses verfing sich im Rotor.
Pollinger konnte die Maschine
aber landen: «Wir wechselten
die Rotorblätter und hoben am
nächsten Tag wieder ab», erinnert sich Pollinger zurück und
meint: «Ein Schock war für
mich der Unfall nicht. Ich hatte
Glück. Aber es bringt nichts,
über solche Sachen lange nachzudenken.» 1983 erfolgte dann
der Wechsel zur Air-Glaciers.
Der grosse Patron der Unterwalliser Flugunternehmung, Bruno Bagnoud, war dafür verantwortlich. Er fragte Pollinger an.
Für Air-Glaciers flog Pollinger
bis 1997. Seit dem 1. Juli 1999
fliegt Pollinger nun wieder für
die Air Zermatt. Er tut dies noch
bis Ende Februar. Dann geht er
in Pension. In Erinnerung geblieben sind Pollinger besonders die Einsätze während des
Lawinenwinters 1999 im Goms
und die Flugeinsätze im Jahr
2000 während der Unwetterka-
FOTO WB
tastrophe im Oberwallis. Auch
zum Heliskiing hat er eine klare
Position. Er kann nicht verstehen, dass es in diesem Bereich immer mehr Einschränkungen gibt: «Heliskiingflüge
bieten für die Piloten ideale
Trainingsmöglichkeiten.»
Inzwischen ist es 9.25
Uhr. Beno Pollinger hat seine Lama sicher in Raron gelandet.
Das war sein letzter kommerzieller Flug. Er steigt aus und
unterschreibt zusammen mit
Martin Zuber und Otto Jaggi
zum letzten Mal im Pilotenflugbuch. Insgesamt neun Bücher
hat Pollinger in den letzten 39
Jahren gefüllt. In den Büchern
stehen alle Flugeinsätze von
ihm drin. «Die Bücher kann ich
bei Gelegenheit meinen Enkelkindern zeigen und von meinen
Einsätzen erzählen», sagt Pollinger und geht von dannen. Er
tut das mit einem lachenden,
und einem weinenden Auge.
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Die gutartige Prostatavergrösserung ….ein häufiges, chronisches und fortschreitendes Altersleiden bei Männern
Noëlle Jäger, Apothekerin, Apotheke Marty, Brig
Die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bekannt, gehört zu
den männlichen Geschlechtsorganen. Sie hat etwa die
Grösse und Form einer Kastanie und liegt direkt unter der
Harnblase, wo sie die Harnröhre ringförmig umschliesst.
Ihre Aufgabe ist die Bildung
des Prostatasekrets, welches
die Samenzellen transportiert
und für deren Beweglichkeit
und Befruchtungsfähigkeit
wichtig ist.
Mit zunehmendem Alter vergrössert sich die Prostata,
was zu einer Verengung der
Harnröhre führt. Der Harnstrahl wird schwächer, nächtliches
Erwachen
mit
Harndrang kommt häufiger
vor, Männer haben auch das
Gefühl, die Blase nicht richtig
entleeren zu können, was zu
Nachträufeln trotz vermeintlich entleerter Blase führt.
Wird die Blase nicht richtig
entleert, verbleibt immer
etwas Urin in der Blase. Dies
kann Blaseninfektionen, Blutungen, Blasensteine und
Urinrückstau fördern, was
starke Schmerzen verursachen kann. Da hinter Be-
schwerden beim Wasserlassen verschiedene Krankheiten stecken können, ist es
wichtig, die Symptome frühzeitig beim Arzt abklären zu
lassen.
Die gutartige Prostatavergrösserung kann medikamentös und chirurgisch behandelt
werden. Es gibt pflanzliche
Arzneimittel, die bei vielen
Patienten die Beschwerden
mildern. Diese enthalten Extrakte aus Sägepalmfrüchten,
Brennnesselwurzel, Kürbissamen oder Kombinationen
davon. Lindern die pflanzli-
MedicaPlus Apotheken – Wir nehmen uns Zeit für Sie!
chen Mittel die Symptome
nicht, so gibt es synthetische
Medikamente, die den Druck
auf die Harnröhre verringern
oder die Grösse der Prostata
reduzieren. Führen selbst
chemische Arzneimittel nicht
zum gewünschten Erfolg,
stellt ein chirurgischer Eingriff eine mögliche Variante
dar.
Bei Prostatabeschwerden ist
eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise wie Bewegung, Meiden von üppigen
Mahlzeiten, mässiger Genuss
von Alkohol und koffeinhalti-
gen Getränken, Verzicht auf
sehr kalte Getränke und Vermeidung von Verstopfung
empfehlenswert. Ausserdem
sollte vor dem Zubettgehen
die Flüssigkeitszufuhr eingeschränkt werden. Stellt sich
Harndrang ein, sollte der Patient möglichst schnell auf die
Toilette gehen und sich beim
Wasserlösen Zeit lassen.
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