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Stand: 22h00
G 02531 NR. 39 / PREIS 2,60 €
MITTWOCH, 25. FEBRUAR 2015
DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG
2
Die Amerikaner kommen
THEMEN DES TAGES
Starinvestor Warren Buffett ist das prominenteste Beispiel: US-Financiers
kaufen sich wie nie zuvor in die deutsche Wirtschaft ein. Der schwache Euro
und der starke Mittelstand ziehen die Unternehmer aus Übersee an.
A. Dörner, P. Köhler, D. Schäfer
New York, Frankfurt
Warren Buffett:
Kaufoffensive in
Deutschland.
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Wieder im Fokus
Fusionen und Übernahmen von deutschen
Unternehmen durch ausländische Investoren,
Zahl der Transaktionen
489
2012
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Polen 19,90 PLN Schweiz 5,30 CHF Tschechien 120,00 CZK
Ungarn 1100,00 FT
N
och vor einem Jahr waren die Deutschen im
transatlantischen Übernahmefieber. Konzerne wie Merck aus
Darmstadt, Siemens aus München
und Bayer aus Leverkusen gingen in
Amerika auf Shoppingtour. Doch
nun drehen US-Investoren den
Spieß um: Bewaffnet mit harten
Dollar starten sie in Deutschland eine Kaufoffensive. Willkommen im
Land des weichen Euros.
Die Speerspitze bildet Warren
Buffett, die Ikone aus Omaha, der
etwa bei Coca-Cola beteiligt ist.
Nach 25 Jahren hat es der US-Starinvestor geschafft, eine deutsche Familienfirma zu übernehmen, den
Motorradausrüster Detlev Louis.
Das soll nur der Anfang sein. „Wir
interessieren uns dafür, weitere
deutsche Unternehmen zu kaufen“, sagt er im Handelsblatt-Interview.
In Buffetts Kielwasser schwimmen US-Finanzinvestoren, die mit
ihren Fonds in Deutschland Kaufobjekte suchen. Leon Black, Gründungspartner des großen US-Fonds
Apollo Global Management, bezeichnet Deutschland als „wunderbaren Platz für Investitionen“. Es
gebe hier sehr attraktive, exportstarke Firmen, sagt er am Dienstag
beim Berliner Branchentreffen „Super Return“.
„Für dieses Jahr erwarte ich fünf
bis sieben Deals in der Größenordnung zwischen 500 Millionen bis
zwei Milliarden Euro im deutschen
teiligungen an deutschen Unternehmen im Wert von 48,3 Milliarden Dollar. Viele deutsche Branchengrößen haben globale Marken
und sind deswegen für ausländische Investoren attraktiv.
Markt“, sagt Steve Koltes, Mitgründer der Beteiligungsgesellschaft
CVC Capital Partners. Im vorigen
Jahr gab es bereits 124 Deals von USInvestoren bei deutschen Firmen.
Aus keinem anderen Land kommen so viele Unternehmenskäufer.
Volker Krug, Partner bei der Unter-
nehmensberatung Deloitte, rechnet für 2015 damit, „dass amerikanische Firmen noch stärker in
Deutschland zukaufen werden“.
Insbesondere der Mittelstand hat
es den Firmen-Shoppern angetan.
Insgesamt erwarben ausländische
Investoren im vergangenen Jahr Be-
522
436
2013
2014
Das gilt besonders für US-Investoren. Sie machen laut Deloitte ein
Fünftel der ausländischen Käufer
aus. Die relative Schwäche des Euros stärkt Kaufwünsche. Dadurch
werde das amerikanische Interesse
an Übernahmen in Europa weiter
zunehmen, sagt Berthold Fürst,
M&A-Chef für Deutschland bei der
Deutschen Bank.
Die Kriegskasse ist prall gefüllt.
Nach Branchenangaben schieben
die Private-Equity-Fonds weltweit
einen riesigen Geldberg von 1,2 Billionen Dollar vor sich her. Auch
Warren Buffett lässt keinen Zweifel
an neuen Taten: „Wir können für jedes Unternehmen – egal in welcher
Größe – bar bezahlen.“
Interview mit Warren Buffett
Seiten 4, 5
Schäubles Reformplan stößt bei Wirtschaft und Unionspolitikern auf Widerstand.
W
olfgang Schäuble stößt mit seinen Plänen zur Reform der Erbschaftsteuer
auf Widerstand aus der Wirtschaft und
den eigenen Reihen. Die bekannt gewordenen
Eckpunkte sehen vor, dass Firmenerben künftig
nicht mehr so einfach von der Steuer verschont
werden. So soll es schon ab einem übertragenen
Firmenvermögen von über 20 Millionen Euro eine Bedürfnisprüfung geben, ob Steuervergünstigungen wirklich zum Erhalt der Arbeitsplätze
notwendig sind. Ursprünglich war eine höhere
Grenze im Gespräch. Auch soll das Privatvermögen teilweise einbezogen werden.
Schäubles Staatssekretär hatte den Finanzpolitikern der Union die Eckpunkte am Dienstag
erklärt. Der Vorsitzende des Unions-Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten (CDU),
habe „Widerstand aus der Fraktion“ angekündigt, berichteten Teilnehmer. Zusammen mit
dem Vizechef der Unionsfraktion, Ralph Brinkhaus (CDU), habe Stetten deutlich gemacht, dass
man die Eckpunkte nicht mittrage. „Das sind
noch nicht unsere Eckpunkte“, sagte die finanz-
politische Sprecherin von CDU/CSU, Antje Tillmann, dem Handelsblatt. „Wir haben viele Fragen. Die Diskussion geht jetzt erst los.“ Auch
Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU)
schlägt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt höhere Freigrenzen für Firmenerben vor
als Schäuble. Wirtschaftsverbände übten ebenfalls scharfe Kritik. „Es ist unverständlich, dass
die Eckpunkte für viele Familienunternehmen
neue Belastungen androhen“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber.
Bericht Seite 6, Gastkommentar Seite 17
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Das Bundesfinanzministerium diskutiert mit den Finanzministern der
Länder, ob Steuerberater künftig
generell die Steuererklärungen ihrer Mandanten erst Ende Februar
des übernächsten Jahres vorlegen
müssen – mit einer Einschränkung:
Die Finanzämter dürfen einzelne
Steuererklärungen dann schon früher anfordern, ausgewählt per
Losverfahren. Seite 7
Europa gewährt Athen
mehr Zeit für Reformen
Die Euro-Gruppe hat das Hilfsprogramm für Griechenland um vier
Monate verlängert. Die Gefahr einer
Staatspleite ist damit vorläufig gebannt. Doch die von Athen gelieferte Liste ist nur ein erster Schritt. Bis
spätestens Ende April müsse Griechenland die geplanten Reformen
und ihre Finanzierung detaillierter
erläutern, sagte Euro-GruppenChef Dijsselbloem. Seiten 8, 16
Quelle: Dealogic
Neue Erbschaftsteuer sorgt für Ärger
Jan Hildebrand
Berlin
Steuertermin
per Losverfahren
Steuerrazzia in der
Commerzbank-Zentrale
Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung haben am Dienstag die
Zentrale der Commerzbank in
Frankfurt durchsucht. Das Geldhaus steht unter dem Verdacht, in
Luxemburg Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Wie
der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich
Bremer bestätigte, richteten sich
die Ermittlungen gegen Steuerpflichtige, die „zum Zwecke der
systematischen Hinterziehung von
Ertragsteuern sogenannte Offshore-Gesellschaften erworben
haben“. Seite 29
Alcoa-Chef Kleinfeld:
„Das ist erst der Anfang“
Der Verfall der Aluminiumpreise
stürzte Alcoa kurz nach dem Amtsantritt des Chefs Klaus Kleinfeld
2008 in eine dramatische Krise. Im
Interview erzählt der frühere Siemens-Chef, wie er diese Situation
gemanagt hat, wie er den Konzern
umbaut und warum Blitzeinschläge
in Flugzeuge gut fürs Geschäft
sind. Seite 18
Royal Bank of Scotland
verlässt Deutschland
Im Rahmen des Sparprogramms
der Royal Bank of Scotland drohen
auch drastische Einschnitte in
Deutschland: Nach Informationen
des Handelsblatts soll mehr als die
Hälfte der Stellen in Frankfurt gestrichen werden. Derzeit hat die
britische Bank noch gut 200 Beschäftigte in Deutschland. Seite 32
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