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Bote der Urschweiz

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REGION
Bote der Urschweiz | Montag, 23. Februar 2015
3
Syra-Hörspiel
heute im Radio
KANTON pd. Heute Montag um
14.00 Uhr strahlt das Schweizer Radio
SRF 1 das Hörspiel «Syra – Die Nackttänzerin» aus. Dieses basiert auf
Margrit Schribers Roman.
Eine der faszinierendsten und einzigartigsten Schweizer Frauengeschichten wäre in Vergessenheit geraten, hätte nicht der Schwyzer Kulturschaffende und Filmemacher
Roger Bürgler 2007 Josephina Magdalena Marty entdeckt. Die damals
bereits 86-jährige, gebürtige Goldauerin, die einst eine weltweit gefeierte Tänzerin, gefragtes Model und
Schauspielerin war, lebte zurückgezogen in Naples in Florida.
Film, Buch und Hörspiel
Im Januar wurde die Geschichte
von Syra Marty (1921–2011) dank
dem Dokumentarfilm von Roger
Bürgler schweizweit bekannt. Nahezu 14 000 Zuschauer sahen den Kinohit an, und die DVD ist noch heute
ein Renner. Im November 2012 veröffentlichte die Schriftstellerin Margrit Schriber, basierend auf Roger
Bürglers Recherchen, den Roman
«Syra die Stripperin». Nun hat die
bekannte Autorin im Auftrag von
SRF eine Hörspielfassung geschrieben. Diese wird heute Montag um
14.00 Uhr auf SRF 1 erstmals ausgestrahlt.
Roger Bürgler, der Syra Marty mehrere Male persönlich getroffen hat,
wird bei der Premiere im Radio-Studio sein und vorgängig ein Interview
geben. Gleichzeitig zur Erstausstrahlung wird auf der SRF-Webseite viel
Text- und Bildmaterial über Syra Marty zu sehen sein. Im 43 Minuten
dauernden Hörspiel von Karin Berri
(Regie) und zur Musik von Till Löffler
machen mit: Yvonne Kupper (Syra
alt), Karin Wirthner (Syra jung), Buddy Elias (Don), Ulrike Krumbiegel
(Jenny), Hanspeter Müller-Drossaart
(Billy Frick, Autofahrer, Vater), Graziella Rossi (Manuela della Rosa),
Daniel Ludwig (Monsieur Antoine),
Nicole Knuth (Barmaid), Daniel Mangisch (Gast), Kurt Grünenfelder (Gast),
Helmut Vogel (Presse), Mara Zenhäusern (Nachrichtensprecherin), Julius
Griesenberg (MC, Kellner, Gast).
Zehntes Kind ins
Babyfenster gelegt
EINSIEDELN sda/red. Im Spital von
Einsiedeln ist am Donnerstag um
16.40 Uhr ein gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt worden.
Es handelt sich um einen kleinen
Buben, wie das Spital und die Kesb
Ausserschwyz mitteilten (der «Bote»
berichtete bereits am Samstag kurz
darüber). Es ist das zehnte Kind, das
in der 2001 geschaffenen Babyklappe
des Spitals Einsiedeln abgegeben
worden ist. Letztmals war das Babyfenster im Juni 2014 benutzt worden.
Mutter kann sich melden
Der Säugling bleibe für weitere medizinische Abklärungen im Spital,
heisst es in der Mitteilung. Ein Vormund übernehme die Rechte und
Pflichten, wie sie im üblichen Falle
den Eltern eines Kindes oblägen. Es
werde darauf geachtet, dass die Privatsphäre des Knaben und der Mutter gewahrt bleiben würden.
Die Mutter des Kleinen kann sich
bei der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Ausserschwyz (Kesb)
in Pfäffikon melden oder die Stiftung
Schweizerische Hilfe für Mutter und
Kind (SHMK) kontaktieren. Es werde
ihr absolute Diskretion und unbürokratische Hilfe zugesichert, um für
sie und das Kind die beste Lösung
zu finden. Das Babyfenster in Einsiedeln ist ein gemeinsames Projekt
des Spitals Einsiedeln und der SHMK.
Es wurde als ein Hilfsangebot für
extreme Situationen eingerichtet. Es
soll helfen, eine Kindestötung oder
Kindesaussetzung zu verhindern.
Wird ein Kind in das Babyfenster
gelegt, gibt es im Spital verzögert
Alarm. Pflegefachfrauen nehmen sich
des Kindes an und betreuen es. Die
Mutter hat das Recht, ihr Baby mindestens bis zu einem allfälligen Adoptionsvollzug zurückzufordern. Eine
Adoption kann frühestens nach
einem Jahr erfolgen.
Monika Rohrer, Geschäftsleiterin und Mitinhaberin der Svito AG, glaubt nicht,
dass es in unserer Region zu einer Immobilienblase kommt.
Bild Jürg Auf der Maur
«Die Banken sind zu restriktiv»
IMMOBILIENMARKT Die
Banken blocken zunehmend
bei der Kreditvergabe für
Wohneigentum, sagt Monika
Rohrer, Geschäftsleiterin der
Svito AG.
MIT MONIKA ROHRER SPRACH
JÜRG AUF DER MAUR
Die Svito AG ist nicht nur der grösste
Immobilienhändler in der Region.
Auch ein Jubiläum steht bevor.
Ja. Am 25. Februar 2015, also am kommenden Mittwoch, sind es genau 30 Jahre her,
dass die Gründung der Firma ins Handelsregister eingetragen wurde.
Sie sind Geschäftsleiterin und Mitinhaberin. Was hat sich in all diesen
Jahren geändert?
Vor 30 Jahren gab es noch keine sozialen
Medien, kein Internet, kein Fax, kein
Handy. Der persönliche Kontakt zwischen
Mieter und Vermieter, Käufer und Verkäufer oder Auftraggeber und Auftragnehmer
war viel direkter.
Das war besser?
Wenn ein Angebot durch eine Immobilienfirma auf dem Markt erschien, dann
stand es auch zur Verfügung. Heute wird
übers Internet oft gespielt.
Wie denn?
Indem zum Beispiel einfach der Marktwert getestet wird. Man schaltet ein Angebot mit überhöhtem Marktwert im Internet auf und schaut, was passiert. Allen Unkenrufen zum Trotz: Der tatsächliche
Markt ist deswegen überhaupt nicht transparenter geworden.
Auch in unserer Region wird die Frage heftig diskutiert. Gibt es eine Immobilienblase?
Aus meiner Sicht gibt es die eher nicht. Die
Banken waren schon seit einigen Jahren
sehr sorgfältig bei der Kreditvergabe. Aufgrund ihrer eigenen Richtlinien sind sie aus
unserer Sicht sogar zu restriktiv. Sie «verstecken» sich hinter ihren Vorschriften.
Mit Folgen?
Die individuellen Begebenheiten werden
unserer Ansicht nach nicht mehr berücksichtigt. Das engt den Kauf für den Mittelstand bereits stark ein. Wer nicht eine entsprechende Erbschaft gemacht hat, bringt
das notwendige Eigenkapital in jungen
Jahren kaum zusammen. Wenn man dann
bereit wäre, auf viele Annehmlichkeiten
und Luxus wie Ferien zu verzichten, bringt
das gar nichts.
Und im oberen Preissegment?
Hier ist der Druck auf den Preis spürbar.
Der Kunde schaut genauer hin, ob das angebotene Luxusobjekt auch eine entsprechende Bausubstanz hat oder die Lage
stimmt.
Dann ist der Boom auch in Schwyz
schon bald vorbei?
Die bekannten Analyseunternehmen zeigen klar auf, dass die Nachfrage nach
Eigentumswohnungen nach wie vor vorhanden ist. Eher aus der Mode gekommen
«Die Banken
verstecken sich hinter
ihren Vorschriften.»
M O N I KA R O H R E R ,
G E S C H Ä F T S L E I T E R I N S V I TO AG
sind momentan Einfamilienhäuser. Entsprechend ist die Preisentwicklung. Die
Bautätigkeit ist nach wie vor hoch, aber sie
geht langsam zurück.
Es gibt aber Hotspots? Die ersten ziehen etwa von Küssnacht weg, weil
sie sich dort das Wohnen nicht mehr
leisten können.
Ich bin überzeugt, dass der Markt das selber regelt. Das Problem ist nur, dass es für
untere und mittlere Einkommen in solchen Orten derzeit schwierig ist, etwas Angemessenes zu finden und sie deshalb auf
andere Ortschaften ausweichen müssen.
Arth und Schwyz würde ich jedoch noch
nicht als Hotspot bezeichnen. Die Bautätigkeit insbesondere in Arth ist zwar hoch,
die Preise sind aber nicht überdurch-
schnittlich. Wohnbaugenossenschaften
und Korporationen können auf eigenem
Land günstiger bauen.
Sind Hotspots überhaupt ein Problem?
Es ist eben so, dass Leute wegziehen. Dramatisch ist es nicht, aber unangenehm,
und es führt letztlich zu Mehrverkehr mit
entsprechender Belastung der Umwelt.
Eine Studie der CS hat aber einmal nachgewiesen, dass dies mindestens für die Bewohner finanziell sogar vorteilhaft sein
kann.
Gibt es Trends im Schwyzer Immobilienmarkt?
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Im Prinzip ist es von Ort zu Ort verschieden. Entscheidend kann sogar die
Mikrolage eines Projekts sein. Was im Hinterdorf gut ist, bleibt im Zentrum unverkäuflich. Grundsätzlich wird einfach immer nachgefragt, was es kostet. Es liegt in
der Natur der Sache, dass jeder möglichst
viel für möglichst wenig Geld will. Insgesamt sind die Bedürfnisse auch auf dem
Schwyzer Mietwohnungsmarkt extrem gestiegen. Alle möchten alles: Balkon, Cheminée, Hightechküche, zentrale Lage.
Und das zu billigem Mietpreis.
Gibt es einen Trend hin zur Minergie?
Macht sich die beschlossene Energiewende bemerkbar?
Bei Kaufobjekten schaut der Interessent
schon genau hin. Wenn es preislich drinliegt, wird Minergie-Standard bevorzugt.
Die Mieter interessiert das immer noch
weniger, weil ein Mietobjekt selten für das
ganze Leben gemietet wird. Eine moderne
Ausstattung und ein Balkon zu tiefem
Mietpreis sind, wie gesagt, die Hauptkriterien.
Werden die Mieten und Immobilienpreise wegen der Frankenstärke und
der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sinken?
Beides zeigt noch keine Wirkung. Die Mietpreise bestehender Wohnungen sind an
strenge rechtliche Vorgaben, den Referenzzinssatz, gebunden. Die Svito AG führt
bekanntlich seit 30 Jahren die Mietzinsstatistik im Bezirk Schwyz. Sie hat den Trend
zu günstigeren Mietpreisen aufgrund des
Referenzzinssatzes deutlich aufgezeigt,
obwohl gleichzeitig auch viele Neubauwohnungen auf dem Markt standen.
Viel Neues bringt auch das Raumplanungsgesetz.
Es ist seit Mai 2014 in Kraft. Das Volk hat
damit zum Ausdruck gebracht, dass es
keine weitere Zersiedelung, dafür eine
Verdichtung in den Bauzonen wünscht.
Wie sieht Ihr erstes Fazit aus?
Unsere Erfahrung zeigt, dass es sehr
schwierig ist, alte Bausubstanz in den
Kernzonen zu ersetzen. Zu viele Teilinteressen spielen dabei eine Rolle. Bauherrschaften mit Bauprojekten in Kernzonen
brauchen viel Geduld beim Erlangen einer
Baubewilligung. Das ist ein nicht unerheblicher Kostentreiber.
Was fordern Sie von der Politik?
Wir möchten raschere Bewilligungsver-
«Eher aus der Mode
gekommen sind
Einfamilienhäuser.»
M O N I KA R O H R E R ,
G E S C H Ä F T S L E I T E R I N S V I TO AG
fahren, die Lockerung von Grenzabständen und Ausnützung bei ökologischen
Bauten. Und klare Richtlinien für Kernzonen, damit unbewohnte, abbruchreife
Liegenschaften durch neue ersetzt werden
können.
Da kommen Sie in den Clinch mit der
Denkmalpflege.
Es war der Wille des Volkes, als es das neue
Raumplanungsgesetz annahm, dass verdichtet gebaut werden kann. Derzeit gibt
es einige Projekte in den Kernzonen – Beispiel Brunnen, welches die Denkmalpflege blockierte. Ich finde es bedauerlich,
dass eine einzige kantonale Dienststelle
allein am Schluss entscheidet, was und wo
gebaut werden kann und was nicht. Das
kostet uns viel Geld. Und es droht eine Verwahrlosung von alten Quartieren und
Häusern.
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