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Die Tiroler Landesregierung hat Frau Gertrud

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Die Tiroler Landesregierung hat Frau Gertrud Gänsbacher Calenzani, Gründerin
und langjährige Vorsitzende des Vereins AEB „Arbeitskreis Eltern Behinderter“, das
Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Die gebürtige Boznerin arbeitete zunächst als Sekretärin und geschäftsführende
Kraft in verschiedenen Südtiroler Unternehmen. 1975 wurde unter ihrem Vorsitz der
AEB, der Arbeitskreis Eltern Behinderter, ins Leben gerufen. Gertrud Gänsbacher
Calenzani wirkte die folgenden zwei Jahrzehnte, später noch noch von 2002 bis
2007, als engagierte und umsichtige Vorsitzende. Diese Einrichtung versteht sich als
Betroffenen- und Selbsthilfeverband für Eltern und Angehörige von Menschen mit
Behinderung: Abgezielt wird auf eine umfassende Interessenvertretung verbunden
mit Beratung und Unterstützung in allen Lebensbereichen.
Gertrud Gänsbacher Calenzanis ständiger Einsatz galt der Integration von Menschen
mit Behinderung in die Bereiche Kindergarten, Schule und Beruf. Ihr Arbeitskreis
möchte seit jeher betroffenen Familien Mut machen und zum gemeinsamen
Erfahrungsaustausch verhelfen. Im Sinne der UN-Konvention für Menschen mit
Behinderung wird ein neues Verständnis für Menschen mit besonderen Bedürfnissen
angestrebt. Das bedeutet die volle und gleichberechtigte soziale Teilhabe
behinderter Menschen auf der Grundlage des Inklusionsgedankens: Nicht die
Menschen sind anzupassen, sondern die Lebensbereiche so zu verändern, dass
Menschen einbezogen werden können. Ein weiterer Anspruch ist das Recht auf
Selbstbestimmung, unabhängig vom Schweregrad der Beeinträchtigung.
Auch außerhalb des Arbeitskreises ist Gertrud Gänsbacher Calenzani als anerkannte
Expertin in verschiedensten Landesausschüssen des Behindertenbereichs
aufgetreten. Sie wirkte ebenso als Koordinatorin des Dachverbandes der
Sozialverbände. Außerdem ist ihr Name untrennbar mit der Gründung verschiedener
sozialer Genossenschaften in Südtirol verbunden. Mit der heutigen Verleihung des
Ehrenzeichens an Gertrud Gänsbacher Calenzani erfährt eine prägende
Persönlichkeit der sozialen Landschaft Südtirols die entsprechende Würdigung.
Die Tiroler Landesregierung hat Frau Kommerzialrätin Doris Daum-Hörtnagl,
Hauptgesellschafterin des Tiroler Traditionsunternehmens Hörtnagl, das
Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Hörtnagl ist der Tiroler Marktführer in der Erzeugung und Veredelung von
hochwertigen Wurst- sowie Fleischwaren und zählt zu den führenden
Qualitätsproduzenten in Österreich. Seit 1976 lenkt Kommerzialrätin Doris DaumHörtnagl in der vierten Generation das Unternehmen - gemeinsam mit dem
geschäftsführenden Gesellschafter Hans Plattner und Geschäftsführer Friedrich
Auer.
Die Konsumenten haben heute die Möglichkeit, im Lebensmittelhandel zu regionalen
Produkten zu greifen. Ende der 80er-Jahre war die Auswahl an hochwertigen
heimischen Produkten aber noch mehr als bescheiden.1990 startete Hörtnagl mit
dem Projekt Tiroler Grauvieh-Almochs das erste Markenfleischprogramm in Tirol und
war damit alleiniger Vorreiter aller heutigen regionalen Vermarktungskooperationen
zwischen Landwirtschaft und Handel in Tirol.
1996 übersiedelte Hörtnagl mit der Zentrale von Innsbruck ins benachbarte Hall. Am
neuen Standort wurde für zehn Millionen Euro eine der modernsten
Produktionsstätten der Branche in Österreich errichtet. 2004 flossen weitere zwei
Millionen Euro in eine neue Halle für den Verpackungs- und
Kommissionierungsbereich.
1998/99 investierte Hörtnagl außerdem fünfzehn Millionen Euro in die Errichtung der
Hörtnagl-Passage mit dem Herzstück des eigenen Feinkostgeschäftes: Damit leistete
das Unternehmen einen bedeutenden privaten Beitrag zur Aufwertung der
Prachtstraßen Innsbrucks zwischen Burggraben und Maria-Theresien-Straße.
Das konsequente Festhalten an den Unternehmensprinzipien der Qualität,
Regionalität und Nachhaltigkeit schafft eine unverwechselbare Vertrauenssituation.
Die Kundschaft nennt Kommerzialrätin Daum-Hörtnagl „Frau Doris“, so wie schon der
Vater der „Herr Ernst“ und der Bruder der „Herr Hans“ war. Mit Geschäftsführer
Friedrich Auer und Claudia Auer-Hörtnagl, Tochter von Doris Daum-Hörtnagl, ist
bereits die fünfte Generation in diesem Familienunternehmen tätig. Und mit den
Zwillingen Carla und Marco Auer wächst schon die sechste Generation heran.
Mit Kommerzialrätin Doris Daum-Hörtnagl erhält eine Tiroler Unternehmerin das
Ehrenzeichen des Landes Tirol, die Tradition, Treue und Innovation zum
unverwechselbaren Tiroler Markenbegriff Hörtnagl verknüpft hat.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Univ.-Prof. Dr. Christoph Huber, Forscher für
Tumorimmunologie und Stammzelltransplantation, das Ehrenzeichen des Landes
Tirol verliehen.
Er entstammt einer Familie, die bedeutende Forscher hervorgebracht hat: Christoph
Huber, Sohn von Prof. Paul Huber, früherer Vorstand der Chirurgischen
Universitätsklinik Innsbruck, hat nach Medizinstudium und nach seiner Professur für
Klinische Immunbiologie in Innsbruck eine internationale Karriere absolviert.
Von 1990 bis 2009 wirkte Prof. Huber nach Forschungsaufenthalten in Schweden
und in den USA als Klinikdirektor der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Unter
ihm wurde Mainz zu einer Forschungsinstitution von übereuropäischer Bedeutung
ausgebaut. Seine Arbeit widmete sich insbesondere der Immuntherapie und
Stammzelltransplantation zur Behandlung bösartiger Erkrankungen. 1998 konnte er
in Mainz das erste deutsche Tumorvakzinationszentrum und in weiterer Folge den
ersten universitären Herstellungsbetrieb für Stammzelltransplantate einrichten.
Außerdem geht die Etablierung der Palliativmedizin in Mainz auf ihn zurück.
Dem engagierten Arzt Christoph Huber war es immer ein großes Anliegen, die
Prognose für Tumorerkrankungen in der klinischen Anwendung zu verbessern. Zur
Umsetzung dieses Vorhabens baute er ein in Europa führendes Forschungs- und
Entwicklungsnetzwerk sowie das Mainzer Translations-Institut TRON als Brücke
zwischen Universität und Wirtschaft auf. Das von ihm mitbegründete Firmennetzwerk
zur Erzeugung hochaktiver Impfstoffe gegen den Krebs beschäftigt heute mehr als
250 MitarbeiterInnen.
Auf die heimatlichen Wurzeln hat er nicht vergessen, was seine Tätigkeiten als
stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Tiroler Landeskrankenanstalten TILAK
GmbH und als ehemaliges Mitglied des Universitätsrates der Medizinuniversität
Innsbruck belegen.
1995 wurde Christoph Huber korrespondierendes Mitglied der Akademie der
Wissenschaften, 2007 verlieh ihm die Universität Innsbruck den Ehrendoktortitel für
seine über 40-jährige hoch engagierte, hoch motivierte medizinisch-wissenschaftliche
Tätigkeit, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Diesem international führenden
Wissenschaftler im Bereich der Krebsforschung, der als Arzt, Hochschullehrer und
Forscher höchstes Ansehen genießt, wird das Ehrenzeichen des Landes Tirol
verliehen.
Die Tiroler Landesregierung hat Frau Dr. Eva Lichtenberger, ehemalige
Abgeordnete zum Europäischen Parlament, österreichischen Nationalrat, Tiroler
Landtag sowie Tiroler Landesrätin a.D., das Ehrenzeichen des Landes Tirol
verliehen.
Ihr Berufsleben begann die Hallerin als Volks- und Hauptschullehrerin. Die an der
Universität Innsbruck promovierte Psychologin und Politikwissenschaftlerin
engagierte sich ab Mitte der 1980er Jahre in der Grünbewegung. Erste politische
Erfahrungen sammelte Dr. Lichtenberger als Sprecherin der Bürgerinitiative „Haller
Luft“.
1989 wurde sie Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag: Damals schafften die
Grünen erstmals in Tirol den Einzug ins Landesparlament. Eine weitere Premiere
folgte 1994: Eva Lichtenberger wurde das erste grüne Mitglied einer
Landesregierung in Österreich.
1999 wechselte die Tirolerin in den Nationalrat in Wien. 2004 wurde sie ins
Europäische Parlament gewählt, dem sie bis 2014 angehörte. Ihre Schwerpunkte
setzte Eva Lichtenberger in den Bereichen Ökologisierung der Verkehrspolitik,
nachhaltige Mobilität, Klima- und Tierschutz sowie Menschen- und
Minderheitenrechte in China.
Im vergangenen Jahr hat sie die politische Bühne in Straßburg und Brüssel
verlassen, um ihren Lebensmittelpunkt wieder nach Tirol zu verlagern. Ungeachtet
dessen denkt Dr. Eva Lichtenberger das Projekt Europa weiter und stellt ihre
Expertise dafür zur Verfügung.
Ihre insgesamt 25-jährige intensive wie fordernde politische Arbeit ergibt sich aus
jeweils fünf Jahren als Landtagsabgeordnete, Landesrätin und
Nationalratsabgeordnete sowie zehn Jahre als Europaparlamentarierin. Sie wurde
als kämpferische und visionäre Politikerin geschätzt, die sich durch inhaltliche
Kompetenz und großes Engagement auszeichnete.
Mit dem Ehrenzeichen des Landes wird die Arbeit einer Tiroler Persönlichkeit des
politischen Lebens auf Landes-, Bundes- und Europaebene gewürdigt: Dr. Eva
Lichtenberger gilt als Bahnbrecherin für grüne Anliegen in Tirol, Österreich und
Europa.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Univ.-Prof. Dr. Christoph Pan,
Geschäftsführer des Südtiroler Volksgruppeninstitutes, das Ehrenzeichen des
Landes Tirol verliehen.
Nach der Schulzeit in Bozen studierte Christoph Pan Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften an der Schweizer Universität Fribourg, habilitierte sich 1971 in
politischer Soziologie an der Universität Innsbruck und wurde 1982 zum
Universitätsprofessor ernannt.
Sein Hauptverdienst liegt auf dem Gebiet des Minderheitenschutzes: Prof. Pan gilt
als Seele des 1960 gegründeten Südtiroler Volksgruppeninstitutes, das er seit 1961
als Geschäftsführer leitet. Diese Einrichtung wirkte zunächst als Südtiroler
Wirtschafts- und Sozialinstitut maßgeblich an der Landesentwicklung mit. In diesem
Zusammenhang ist die Mitarbeit am Landesentwicklungsplan 1980, am
Landesgesundheitsplan 1983 und am Südtirol-Leitbild 2000 zu nennen. Unter
maßgeblicher Mitwirkung des Institutes entstanden auch der Hoteliers- und
Gastwirteverband HGV, die autonome Gewerkschaft ASGB, das Südtiroler
Bildungszentrum, die Sozialpartnerkommission, das Museion in Bozen für moderne
und zeitgenössische Kunst sowie der Arbeitskreis Bozner Begegnungen.
Nach dem Beitritt der Staaten des früheren Warschauer Paktes zum Europarat
explodierte die Zahl der Volksgruppen in den mittlerweile 47 Mitgliedstaaten auf über
350: Der Schutz nationaler Minderheiten hatte nicht zu den Agenden des
Kommunismus gehört. Das Wissen um geeignete Instrumente fehlte aber.
Das Institut hat daher seine 30-jährige Forschungspraxis seit 1990 europaweit
ausgedehnt.1996 erfolgte schließlich die Umbenennung zum Südtiroler
Volksgruppeninstitut: Südtirol besitzt gegenüber vielen anderen Minderheitsgebieten
einen Erfahrungsvorsprung. Unter der umsichtigen Leitung von Prof. Pan hatte das
Institut einen einmaligen Schatz an Erhebungen, Studien und Kontakten zu
Wissenschaft sowie Politik aufgebaut.
Mit dem Handbuch der europäischen Volksgruppen ist gleichzeitig ein
unverzichtbares Standardwerk entstanden, das sich mit den nationalen Minderheiten
Europas auseinandersetzt. Das Institut kooperiert vor allem mit den zuständigen
Organen des Europarats und des Europäischen Parlaments. Einige Ergebnisse sind
mittlerweile bereits wissenschaftliches Allgemeingut geworden.
Der hervorragende Beitrag von Prof. Christoph Pan zur Lösung der
Volksgruppenfrage in Europa durch Forschung, Erfahrungsaustausch und
internationale Zusammenarbeit wird mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol
gewürdigt.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Dr. Franz Posch, Volksmusiker und Förderer
der Volksmusik, das Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Das Spiel der diatonischen Ziehharmonika des Vaters brachte sich Franz Posch aus
dem Haller Ortsteil Heiligkreuz selbst bei, als er im Alter von vier Jahren wegen einer
Lungenentzündung im Winter nicht aus dem Haus durfte. Schon bald trat er vor den
Gästen des benachbarten Hotels auf, machte im Alter von zwölf Jahren seine erste
Rundfunkaufnahme und spielte als 15-Jähriger bei Heinz Conrads in der
Fernsehsendung „Guten Abend am Samstag“ auf.
Die Musik bleibt der rote Faden seines weiteren Lebens: Nach der Matura am
Franziskanergymnasium in Hall wurde Franz Posch Flügelhornist bei der Militärmusik
Tirol. Danach studierte er Musik- und Leibeserziehung an der Universität Innsbruck.
Von 1977 bis 1990 unterrichtete der Haller am Akademischen Gymnasium in
Innsbruck. Gleichzeitig entstand seine Doktorarbeit über den Tiroler Musiker und
Komponisten Gottlieb Weissbacher.
Seit 1979 gestaltet Franz Posch regelmäßig Volksmusiksendungen für das Radio,
seit 1988 präsentiert er im Fernsehen die Volksmusiksendung „Mei liabste Weis“.
Von Sendungsbewusstsein spricht er selbst, wenn er damit seinen Mitbürgern die
Schönheit und Vielfalt unseres Heimatlandes und seiner Musik näherbringen möchte.
Dass Moderatoren mit ein und derselben Sendung über 25 Jahre Erfolg haben, ist
die Ausnahme im TV-Geschäft: Franz Posch begeistert aber sein treues Publikum in
ganz Österreich und im benachbarten Ausland seit Jahrzehnten. Das nächste Mal
aus der Burgenwelt Ehrenberg in Reutte am 7. März, wo die erste Liabste Weis
dieses Jahres stattfindet.
Seit 1998 unterrichtet Franz Posch außerdem diatonische Ziehharmonika am
Landeskonservatorium Innsbruck, seit 2003 tritt er mit seinen „Innbrügglern“ auf –
eine 6-Mann-„Tanzlmusi“, die frisch und lebendig aufspielt. Was er alles kann, stellte
er beim 20-jährigen Jubiläum der Liabsten Weis unter Beweis: Im
Wasserleitungsmarsch spielte Franz Posch nacheinander diatonische Harmonika,
Flügelhorn, Trompete, Ventilposaune, Tuba, Klarinette, Saxophon, Mundharmonika,
Bassgeige und kleine Trommel.
Die Kultur wird immer mehr internationalisiert. Viele Menschen finden aber in den
vertrauten Klängen der überlieferten Volksmusik Geborgenheit und Heimat. Der Sinn
für das Leisere, Ehrliche, das Einfache, das auch diese musikalische Ausdrucksform
als Mitteilung menschlichen Fühlens erkennt, hat wieder Bedeutung gewonnen –
auch dank Dr. Franz Posch, der heute mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol
ausgezeichnet wird.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Hofrat Dipl.-Ing. Eugen Sprenger, früherer
Vizebürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck, das Ehrenzeichen des Landes
Tirol verliehen.
Der studierte Forstwirt entstammt einer Forstarbeiterfamilie in Breitenwang und nahm
1972 seine Arbeit bei der Landesforstdirektion in Innsbruck auf. Eugen Sprenger
wurde in weiterer Folge Vorstand der Abteilung für Waldaufsicht, Forstschutz und
Immissionsüberwachung. Seine politische Arbeit begann 1973, als der spätere
Stadtparteiobmann und AAB-Obmannstellvertreter Innsbrucks im ÖVP-Ortsvorstand
der Reichenau aufgenommen wurde. 1980 zog Eugen Sprenger in den Innsbrucker
Gemeinderat ein. Ab 1987 wirkte er als Stadtrat, von 1994 bis 2010 als
Vizebürgermeister der Landeshauptstadt.
Im Rahmen seiner Zuständigkeiten für Soziales, Jugendwohlfahrt, Land- und
Forstwirtschaft sowie Grünraum konnte dieser Stadtpolitiker den Grundstein für eine
gesicherte Daseinsvorsorge der nächsten Jahrzehnte legen. Auf seine Initiative geht
die Heimoffensive zurück. Mit der Gründung der späteren Innsbrucker Soziale
Dienste GmbH wurde eine moderne bedarfsgerechte Versorgung für die Bürgerinnen
und Bürger der Stadt geschaffen: Die ISD ist mittlerweile mit sieben Altenwohn- und
Pflegeheimen und acht modernen Seniorenwohnanlagen der größte Heimträger
Westösterreichs.
Dazu kommen die Gründung zahlreicher im Sozialbereich tätiger Organisationen und
nicht zuletzt die direkte Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen in dieser Stadt.
Dies alles trägt die unverkennbare Handschrift Eugen Sprengers, der in der
Sozialpolitik Innsbrucks prägnante Meilensteine gesetzt hat.
Auf seine Initiative geht außerdem die Städtepartnerschaft Innsbrucks mit Krakau
zurück, die seit 1998 besteht. Eugen Sprenger organisierte auch zahlreiche
Hilfslieferungen für Bildungs-, Sozial- und Sicherheitseinrichtungen der polnischen
Universitätsstadt.
Nach 30 Jahren in der Stadtpolitik hat sich Hofrat Sprenger im Jahr 2010 in den
Ruhestand begeben. Weiterhin tätig ist er als Honorarkonsul der Republik Polen, die
seinen Einsatz mit dem Kavaliersorden gewürdigt hat. Der Bundespräsident hat ihm
das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, die Stadt
Innsbruck die Ehrenbürgerschaft verliehen. Heute wird Hofrat Dipl.-Ing. Eugen
Sprenger als der herausragendste Sozialpolitiker der Landeshauptstadt in den
vergangenen 25 Jahren mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet.
Die Tiroler Landesregierung hat Ulrich Graf Toggenburg, Zentralpräsident der
Südtiroler Vinzenzgemeinschaft, das Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Der gebürtige Bozner maturierte am Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch,
studierte Bodenkultur in Wien und kehrte dann nach Bozen zurück, um den
familieneigenen Landwirtschaftsbetrieb zu übernehmen. Seit seiner Jugendzeit ist er,
geprägt vom Vorbild seines Vaters, sozial engagiert, das gilt insbesondere für die
Vinzenzgemeinschaft.
Diese Gemeinschaft der tätigen Nächstenliebe in der Tradition des Hl. Vinzenz von
Paul kümmert sich vielseitig um notleidende Mitmenschen. Die Mitglieder betreuen
Einsame, besuchen Kranke und Strafgefangene, helfen bei der Arbeits- und
Wohnungssuche, sprechen mit Obdachlosen - sie helfen einfach dort, wo Menschen
Hilfe brauchen. Die ältesten Vinzenzvereine in Bozen und Innichen wurden im Jahre
1877 gegründet, mittlerweile sind 66 Helfergruppen in ganz Südtirol aktiv, in denen
600 Frauen und Männer ehrenamtlich wirken.
Ulrich Graf Toggenburg wurde im Jahr 2003 nach seiner mehrjährigen
Bezirksobmannschaft in Bozen einstimmig zum Zentralpräsidenten der Südtiroler
Vinzenzgemeinschaft gewählt. Unter seiner tatkräftigen Führung hat die
Gemeinschaft den Vinzibus eingeführt, der bedürftigen Menschen eine warme
Mahlzeit bietet. Unterkunft und Arbeit für sechs Haftentlassene aus dem Bozner
Gefängnis sind im Haus Ozanam möglich geworden. Die Gemeinschaft führt
außerdem die Altenheime in Schloss Moos bei Sterzing und neuerdings in der
Bozner Kapuzinergasse. Die beiden Einrichtungen bieten insgesamt Platz für 110
SeniorInnen.
Die Vinzenzgemeinschaft nimmt sich der seelischen und materiellen Not der
Mitmenschen an, unabhängig von Herkunft oder Glaubensbekenntnis. Mit rund einer
Million Mitgliedern ist die Vinzenzgemeinschaften die größte, seit 1833 bestehende
ehrenamtliche Laienorganisation der Welt, die gemäß dem Motto wirkt: „Seit vielen
Jahren, aber immer noch notwendig. Jung im Geist und im Dienst.“
Ulrich Graf Toggenburg wird als Zentralpräsident der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft
für seine hervorragenden sozialen Verdienste mit dem Ehrenzeichen des Landes
Tirol ausgezeichnet.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Rudi Wach, Bildhauer und Zeichner, das
Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Rudi Wach ist in Thaur aufgewachsen, besuchte die Bundesgewerbeschule
Innsbruck bei Hans Pontiller und studierte an der Kunstakademie Brera in Mailand
bei Marino Marini. Seit über 50 Jahren lebt und arbeitet der Tiroler Künstler
überwiegend in Mailand und hat sein Schaffen in zahlreichen Ausstellungen im Inund Ausland vorgestellt.
Eine große Rolle nehmen in seinem Werk christliche Themen und das Verhältnis von
Mensch und Tier ein. Diese künstlerische Laufbahn wird durch Freundschaften mit
Mario Negri, Alberto Giacometti und Fritz Wotruba geprägt. Seit den 1970er-Jahren
entwickelt er parallel zur Bildhauerei sein zeichnerisches Oeuvre. In dieser Richtung
wird der Tiroler zusätzlich durch die Freundschaft mit dem Dichter Carlo Invernizzi
bestärkt.
1981 beginnt Rudi Wach seine Arbeit zum geplanten Christuskreuz für die Innbrücke
in Innsbruck, die er 1985 beendet. Das Kreuz wird aufgrund von Protesten erst 2010
aufgestellt, da der gekreuzigte Jesus ohne Lendenschurz dargestellt ist. Weitere
Werke in Innsbruck sind die "Weiße Kapelle“ in der Universitätsklinik, der "AdlerFlugschatten-Brunnen“, die "Adlersäule“ in Kranebitten sowie die Skulptur
"Adlermensch“ für die Hofburg. Zu seinen Werken im öffentlichen Raum zählt auch
der bekannte Zyklus "Lauf der Dinge“ in der U-Bahn-Station Museumsquartier in
Wien.
Oft ist der menschliche Körper Motiv, meist Hände und Füße in Bewegung. Mit den
Zeichnungen und Skulpturen der letzten Jahre hat Wach einen künstlerischen Grad
erreicht, auf dem die bildhauerischen Mittel sich mit den zeichnerischen getroffen
haben - in der Plastik das Arbeiten mit dem Licht, in der Zeichnung mit den
Schattierungen.
Im vergangenen Jahr, als er seinen 80. Geburtstag feierte, präsentierte Rudi Wach
sein zuletzt entstandenes, über zwei Meter hohes „Tor der Hände“ vor dem Tiroler
Landesmuseum. Einer der bedeutendsten Bildhauer Tirols vereint viele Qualitäten in
sich: Rudi Wach, dem heute das Ehrenzeichen des Landes verliehen wird, ist ein
tiefschürfender Denker, ein feinfühliger Former und expressiver Formulierer.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Oberschulrat Direktor Karl Winkler,
Begründer der Lebenshilfe Tirol, das Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
1963 gründeten Sonderschullehrer rund um Karl Winkler in der Daniel-Sailer-Schule
in der Siebererstraße in Innsbruck den Verein „Lebenshilfe für das
entwicklungsbehinderte Kind“: In einem Kellerraum wurde eine Werkstätte für
schulentlassene behinderte Jugendliche errichtet – die Lebenshilfe war damit
geboren. Damals waren Eltern mit der Begleitung eines Kindes mit Behinderung
alleingelassen und überfordert. Das galt insbesondere dann, wenn Menschen
aufgrund eines fehlenden Angebotes verhaltensauffällig wurden.
Der neue Verein begann 1964 mit seinen Beschäftigungstherapien, im selben Jahr,
in dem das Tiroler Behinderten- und Pflegebeihilfengesetz beschlossen wurde: Damit
konnten Eltern behinderter Kinder beim Land erstmals um eine sogenannte
Eingliederungshilfe ansuchen. In der Folge stieg die Anzahl der Betreuten stetig an:
1970 nahm die Lebenshilfe ihren Hauptsitz am Domanigweg 3 in Innsbruck, wo zwei
Jahre später das erste Wohnheim entstand.
Mit dem Schritt aus dem Keller war bald der Weg in die Bezirke gefunden. Die ersten
Einrichtungen waren Werkstätten. Obwohl sich auch zunehmend betroffene Eltern im
Verein Lebenshilfe Tirol beteiligten, war ein Netz engagierter Sonderschullehrer
maßgeblich für die rasche Ausbreitung der Lebenshilfe Tirol außerhalb Innsbrucks. In
weiterer Folge entwickelte sich die Lebenshilfe zum größten Sozialträger in Tirol. Das
damalige Vorstandsmitglied Karl Winkler ist außerdem als verdienstvoller Mitinitiator
der Lebenshilfe Südtirol und Österreich sowie der heilpädagogischen Gesellschaft
Tirol in Erscheinung getreten.
Eine entscheidende Gesinnungsänderung in vielen Herzen ist notwendig gewesen:
Viele private und öffentliche Vorurteile mussten überwunden werden, ehe sich die
Behörden, PolitikerInnen und die Öffentlichkeit zum Sozialwerk der Lebenshilfe
bekannten. Diese herausragende Leistung ist Oberschulrat Dir. Karl Winkler
gelungen, der als Sozialpionier im besten Sinne des Wortes ein unübersehbares
Zeichen der Hinwendung zu Anderen, die anders sind, geschaffen hat – nämlich die
Lebenshilfe als nachhaltigen Ort der Humanität.
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