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43/2014
Das pdf-Magazin des Christlichen Medienmagazins pro | www.pro-medienmagazin.de
441. Ausgabe
Liebe Leserin, lieber Leser!
„Im Islam ist die Frau zwar frei – aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu
müssen.“ Wegen Sätzen wie diesem hat ein Muslim den Kabarettisten Dieter Nuhr
angezeigt. Begründung: Beleidigung einer Religionsgemeinschaft. Die Klage ist
natürlich albern und hat keine Aussicht auf Erfolg. Sei’s drum, in Deutschland kann
klagen, wer will.
Die Aufregung um Dieter Nuhr ist ein Anlass, einen Blick in die deutsche KabarettSzene zu werfen. Dass der Gastgeber des ARD-„Satiregipfels“ wegen seiner politischen
Pointen öffentlich zur Diskussion steht, war nur eine Frage der Zeit. Schließlich ist Nuhr
der einzige exponierte politische Kabarettist in Deutschland, der dezent konservative
Positionen in seine Pointen einfließen lässt. „Höhere Steuern fordern vor allem diejenigen, die keine Steuern bezahlen“ – solche Aussagen reichen aus, um in einer Szene
aufzufallen, in der ein linkes Weltbild quasi vorausgesetzt wird. Zur Ernennung Nuhrs
zum Moderator des „Satiregipfels“ fragte die linke Wochenzeitung Der Freitag prompt,
ob es auch „rechtes Kabarett“ gebe, und warf Nuhr Stammtischparolen vor.
dessen Können sich auf Beleidigungen und selbstgerechte Tiraden gegen die Regierenden beschränkt. Da ist ein Georg Schramm, der den Klassenkampf zur Agenda seiner komödiantischen Arbeit erklärt hat. Und da ist ein Volker Pispers, dessen Hasstiraden auf die Amerikaner zuweilen volksverhetzenden Charakter aufweisen.
Kein Wunder also, dass Spiegel-Autor Jan Fleischhauer bereits 2013 feststellte: „Priol
und seine Mitstreiter liefern reines Ressentiment-Theater, bei dem noch die dümmsten
Klischees aus dem linken Satire-Setzkasten unters Sendevolk gebracht werden.“
Der Blick auf Dieter Nuhrs Kollegen zeigt: Nuhr wird dringend gebraucht, ob mit oder
ohne Islamkritik.
Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre dieser Ausgabe von proKOMPAKT und einen gesegneten Reformationstag!
MORITZ BRECKNER
Die Sonderstellung Nuhrs wird deutlich, wenn man sich anschaut, welche Gestalten
sich in der deutschen Kabarett-Szene sonst noch so tummeln. Da ist ein Urban Priol,
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proKOMPAKT ist ein Nachrichtenservice des Christlichen Medienmagazins pro. Wenn nichts anderes vermerkt ist, liegen alle Rechte beim Christlichen Medienmagazin pro.
Nachdruck und weitere Veröffentlichung nur auf Anfrage bei der Redaktion.
proKOMPAKT 43 | 2014
2
„ ... “
„Erklärte man die Daten aller
siegreichen Spiele der FußballNationalmannschaft bei Weltund Europa-Meisterschaften zu
den neuen gesetzlichen Feiertagen – sie wären wohl bald mindestens so tief im Gemüt vieler
Menschen verankert wie die des
Kirchenjahres.“
Der Journalist und Schriftsteller Arno Orzessek in
einem Kommentar auf DRadio Kultur
„Ich ging bislang davon aus, dass Kinder
im Aufklärungsunterricht vor allem etwas
über Verhütungsmittel lernen, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass
offenbar auch die Einübung in Sexualtechniken, die selbst vielen Erwachsenen fremd
sind, zum Unterrichtsstoff gehört.“
Jan Fleischhauer in seiner Kolumne auf Spiegel Online zur Debatte
über Sexualkunde
„Wenn der Islam zu Deutschland gehört,
und das meine ich, dann gehört auch die
geschmacklose, unfaire und verletzende
Verspottung des Islam zu Deutschland.
Das ist der Deal.“
Der Journalist Alan Posener
„Für mich als Christ gilt, dass auch die eine oder andere Schmähung oder Blasphemie mich in meinem
Glauben nicht erschüttern kann. Das auszuhalten gehört dazu. Ich bleibe da eher gelassen, und das erwarte
ich von Muslimen mit Blick auf beispielsweise Karikaturen des Propheten auch.“
Peter Tauber, CDU-Generalsekretär, im Focus
proKOMPAKT 43 | 2014
3
Welt-Internet-Tag: Kinder im Netz schützen
Eltern sollen Kinder bei der Nutzung des Internets begleiten. Darauf hat die Initiative „Schau hin“ anlässlich des WeltInternet-Tags am Mittwoch hingewiesen.
Foto: amanky, flickr | CC BY-NC-ND 2.0
Bibelprojekt „Deine Frage“
Das Erwachsenwerden ist verbunden mit Fragen. Ein internetbasiertes Projekt soll Jugendlichen dabei helfen, Antworten in
der Bibel zu finden.
Foto: Bibellesebund
Chrismon spezial: Das glauben Prominente
Damit, was Prominente glauben, beschäftigt sich „chrismon spezial“. Die Sonderausgabe erscheint zum Reformationstag.
Ab Samstag liegt das 32-seitige Magazin bundesweit über 50 Tages- und Wochenzeitungen bei. pro hat sich das Heft vorab
angeschaut.
Foto: pro
„Gleichberechtigung von Homosexuellen hält Nigeria
nicht aus“
Foto: Agenda for the New Millennium in Abu Dhabi, Wikipedia
Eine Gleichberechtigung von Homosexuellen halte die Gesellschaft in Nigeria derzeit nicht aus. Diese Meinung vertritt der
nigerianische Theologe Obiora Ike im Interview mit der Die Zeit-Beilage Christ und Welt.
proKOMPAKT 43 | 2014
4
Dieter Nuhr: „Meinungsfreiheit
wird nicht ernst genommen“
Der Kabarettist Dieter Nuhr hat sich gegen den Vorwurf der Anti-Islam-Hetze
gewehrt. In einem Interview mit der
Zeitung Die Welt erklärte er, warum er
die Meinungsfreiheit bedroht sieht.
Nuhr wurde vergangene Woche wegen
angeblicher islamfeindlicher Äußerungen angezeigt.
D
Der Kabarettist Dieter Nuhr wehrt sich gegen
Vorwürfe, er sei anti-islamisch, und sieht die
Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht
Foto: Michael Schilling / Wikipedia | CC BY-SA 3.0
ie Anzeige des Muslims Erhat Toka,
der Nuhr als „Hassprediger“ beschimpft und angezeigt hatte, findet der Kabarettist „lustig“. Er habe ja Humor und er habe sich nicht gegen eine Religionsgemeinschaft gewandt. „Ich habe
kein Interesse daran, Muslime zu beschimpfen. Im Gegenteil. Ich habe gar keine Idee,
was er meint“, sagte Nuhr zu den Anschuldigungen. Der Kabarettist hatte bei einem
seiner Auftritte erklärt, im Islam sei die Frau
zwar frei, aber in erster Linie davon frei, alles entscheiden zu müssen: „Wenn man
nicht wüsste, dass der Koran Gottes Wort
ist, könnte man meinen, ein Mann habe ihn
geschrieben.“ Er verstehe nicht, was daran
antiislamisch sei, sagte Nuhr nun in der Zeitung Die Welt . Zudem finde er einen anderen Satz aus seinem Programm viel wichtiger, dass sich nämlich der Islam nur dann to-
lerant gebe, wenn er nicht an der Macht sei.
„Auch darüber war man beleidigt. Ein Gegenbeispiel hat mir aber auch noch niemand
nennen können“, sagte der Komiker.
Er habe außerdem kein Verständnis dafür, dass „die bei uns lange erkämpfte Meinungsfreiheit nicht mehr ernst genommen
wird, wenn sich Islamisten dagegenstemmen“. Offenbar gehe es um Wertekonflikte: „Man will ausländerfreundlich sein, man
will aber auch Meinungsfreiheit. Und man
will frauenfreundlich sein, aber auch islamfreundlich.“ Seine Kollegen gingen diesem
Konflikt gerne aus dem Weg und „ziehen den
Schwanz ein“. Die meisten seiner Kollegen
würden die Augen davor verschließen, dass
man aufpassen müsse, was man sagt. Sonst
drohe physische Gewalt oder man werde als
„islamophob“ bezeichnet.
„Religion und Gesellschaft
trennen“
Angst hat der Kabarettist aber nicht. Er betonte, dass er ja niemanden beleidigt habe.
Er wünsche sich aber eine Bürgergesellschaft, „die gemeinschaftlich sagt, wir haben bei uns Meinungsfreiheit, wir haben bei
uns Bürgerrechte, die lassen wir uns nicht
nehmen“. Die Aussage, der Terror in der arabischen Welt habe mit dem wahren Islam
nichts zu tun, sei zudem Unsinn. „Selbstverständlich gibt es Passagen im Koran, die
zur Gewalt aufrufen“, erklärte Nuhr. Er zitierte Sure 9, die besage: „Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet.“ Die Mehrheit
der Muslime im Westen sei natürlich friedlich, „weil sie gelernt haben, Religion und öffentliches Leben zu trennen“. Der Islam sei
jedoch die einzige Religion, deren heiliges
Buch aus Handlungsanweisungen bestehe.
Vor diesem Hintergrund findet Nuhr es notwendig, dass Religion und Gesellschaft getrennt werden. Die Muslime in Deutschland
täten ihm sehr leid, weil sie mit Fanatikern
„in einen Topf geworfen werden“. Der Kabarettist betonte auch, dass an fast allen bewaffneten Konflikten weltweit Islamisten
beteiligt seien und das kein Zufall sei. Er
wünscht sich deshalb mehr Proteste dagegen. „Gegen Israel und die USA geht man auf
die Straße, gegen den IS-Terror oder gegen
militante Palästinenser nicht.“
VON: SZ
Mehr zum Thema:
»» „Hassprediger“ Dieter Nuhr?
proKOMPAKT 43 | 2014
5
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Schäuble für freien Reformationstag
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich für einen bundesweiten gesetzlichen Feiertag am 31. Oktober 2017
ausgesprochen. Es ist der 500. Jahrestag der Reformation.
D
ie Reformation stehe für einen tiefgreifenden Wandel in der europäischen Geschichte, erklärt Schäuble
auf der Internetplattform des ökumenischen
Projekts „2017 gemeinsam unterwegs“
.
Luthers Lehre von den beiden Reichen habe
dazu beigetragen, dass eine freiheitliche,
pluralistische Demokratie in Deutschland
entstanden sei. Wer heute in andere Länder
blicke, müsse besonders die Religionsfreiheit in der Bundesrepublik schätzen. „Nutzen wir alle gemeinsam – ob Christen oder
Nichtchristen, ob religiös oder areligiös
– den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017, um uns an diese glückliche Wendung in unserer Geschichte zu erinnern, die
uns bis heute prägt“, fordert der Protestant
Schäuble deshalb.
Ihm widerspricht der Arbeitgeberpräsident
in Baden-Württemberg und ehemalige Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt. Schon
heute könne sich am Reformationstag jeder Arbeitnehmer, der Wert darauf lege, vom
Dienst befreien lassen, etwa durch Urlaub,
eine unbezahlte Freistellung oder den Abbau von Überstunden. Ein generell arbeitsfreier gesetzlicher Feiertag würde diese individuelle Entscheidung entwerten und zudem
Kosten für die Volkswirtschaft verursachen.
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Wünscht sich, dass alle den Reformationstag gemeinsam feiern: Wolfgang Schäuble
Foto: Bundesministerium der Finanzen/Ilja C. Hendel
Eine Änderung der Landesgesetze „würde
Betriebe belasten, ohne einen Beitrag für
eine nachhaltige Diskussion über die Bedeutung der Reformation zu leisten“, kontert
Hundt. Deshalb müsse sie unterbleiben.
Derzeit planen mehrere Bundesländer einen
einmaligen arbeitsfreien Feiertag zum 500.
Reformationsjubiläum. Im Saarland ist dies
bereits beschlossen, in Bayern, NordrheinWestfalen, Hamburg, Bremen und Niedersachsen stehen entsprechende Regelungen
an. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Reformationstag am 31. Oktober
bereits ein gesetzlicher Feiertag.
VON: AL
proKOMPAKT 43 | 2014
6
Interview mit einem Islamisten
Die Medien haben Verbrechern keine Bühne zu bieten. Das lernen Journalisten schon in der Ausbildung. Dennoch lassen
Reporter sich von radikalen Islamisten zu ihrem Werkzeug machen. EINE ANALYSE VON ANNA LUTZ
S
eit dem 16. August 1988 ist der Journalismus in Deutschland ein anderer.
Es ist der Tag, an dem Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner eine Deutsche
Bank-Filiale im nordrhein-westfälischen
Gladbeck überfallen. Sie nehmen Geiseln,
flüchten mit ihnen quer durch die Republik
und sind am Ende für den Tod dreier Menschen verantwortlich.
Doch sie sind nicht die einzigen, die sich
in jenen drei Tagen zwischen dem Überfall
und ihrer Gefangennahme durch die Polizei
schuldig machen. Schon als die beiden Täter noch mit den Behörden über ein erstes
Fluchtfahrzeug verhandeln, interviewt der
erste Radiosender sie. Kamerateams und
Fotojournalisten drängen sich später um
ihr Auto. Degowski und Rösner sprechen in
Mikrofone und Aufnahmegeräte, als wären
sie Fernsehstars. Im Verlauf der Entführung
greifen Journalisten aktiv ins Geschehen ein,
begleiten die Geiselnehmer, verhandeln mit
ihnen und versuchen, Geiseln zu befreien –
alles vor den Augen der Öffentlichkeit, für
die sie live berichten.
Kein Werkzeug von Verbrechern
Die Rolle der Medien wird in den darauf folgenden Tagen und Wochen heiß diskutiert.
Letztendlich hat diese Debatte dazu geführt,
dass der Pressekodex heute solchen Fällen vorzubeugen versucht. In Richtlinie 11.2
heißt es seit damals: „Bei der Berichterstattung über Gewalttaten, auch angedrohte,
wägt die Presse das Informationsinteresse
der Öffentlichkeit gegen die Interessen der
Opfer und Betroffenen sorgsam ab. Sie berichtet über diese Vorgänge unabhängig und
authentisch, lässt sich aber dabei nicht zum
Werkzeug von Verbrechern machen. Sie unternimmt keine eigenmächtigen Vermittlungsversuche zwischen Verbrechern und
Polizei. Interviews mit Tätern während des
Tatgeschehens darf es nicht geben.“ Eine
der Lehren aus diesen Tagen in Gladbeck ist
so simpel wie einleuchtend: Journalisten sollen es so gut es geht vermeiden, Verbrechern
eine Bühne zu bieten. Denn dadurch beeinflussen sie das Tatgeschehen – und gefährden die Opfer zusätzlich.
Wie schwierig diese einfache Weisheit zuweilen zu befolgen ist, zeigt dieser Tage exemplarisch ein bei Spiegel Online erschienenes Interview mit einem Rekrutierer der
Terrororganisation „Islamischer Staat“. IS,
das sind jene Verbrecher, die derzeit Schlagzeilen machen, weil sie Christen und Andersgläubige massakrieren, Journalisten köpfen
und sich anschicken, die türkische Grenze zu
stürmen. Im Interview darf ein Mann namens
Abu Sattar seine kruden Thesen verbreiten.
Wer gegen die Scharia sei, handle wider dem
Islam. Eigentliche böse seien nicht die Islamisten, sondern der Westen. Und Demokratie sei ohnehin problematisch. Irre Aussagen radikaler Islamisten eben, man kennt
das mittlerweile.
Eine Bühne für Terroristen
Seit Gladbeck sind 26 Jahre vergangen und
doch ist der Sprung zwischen dem journalistischen Umgang mit den Geschehnissen in
Nordrhein-Westfalen und jenen an der türkischen Grenze nicht so groß, wie er auf den
ersten Blick erscheinen mag. Denn ohne es
zu wollen, verschaffen die Medien den Verbrechern des IS die größtmögliche Bühne
für die Verbreitung ihrer kruden Ideen. Mit
dem Anspruch, aufklären zu wollen, ist das
nicht zu rechtfertigen. Denn wen überrascht
es schon noch, wenn ein Islamist die Demokratie ablehnt? Oder wenn er dem Westen
droht?
Keine Interviews mit Tätern
„Interviews mit Tätern während des Tatgeschehens darf es nicht geben“, heißt es im
Pressekodex. Nun kann man kontern, dass
hier keineswegs zum Zeitpunkt des Tatgeschehens interviewt wird. Aber stimmt das?
Tatsächlich brauchen radikale Islamisten
nichts mehr als die Öffentlichkeit. Denn ihr
eigentliches Machtinstrument sind nicht
Messer, Macheten und Kalaschnikows. Sondern die Angst. Davor, dass morgen auch in
Deutschland ein Verrückter auf Politiker des
Bundestages schießen könnte wie jüngst
in Kanada. Davor, dass Brandsätze in der
U-Bahn detonieren oder dass Flugzeuge in
Hochhäuser fliegen. Die Medien lassen sich
nicht zum Werkzeug von Verbrechern machen, mahnt der Pressekodex. Doch genau
das geschieht.
Die Medien haben Verbrechern keine Bühne zu
bieten – und tun es doch
Foto: Ben Murray|flickr | CC BY-NC 2.0
Lesen Sie hier weiter ...
VON: AL
proKOMPAKT 43 | 2014
Priester trifft Islamist
Ein Priester ist via Facebook mit islamischen Extremisten in Kontakt getreten.
Im direkten Gespräch lernt er die Beweggründe der Radikalen kennen,
und den eigenen Glauben neu schätzen.
In persönlichen
Mailwechseln hat
sich ein Priester
bemüht, die Beweggründe islamischer Radikaler
zu verstehen
Foto: Isaxar|
fotolia
7
D
ie Mailwechsel begannen immer
ähnlich“, schreibt der anonyme Autor in der Zeit-Beilage Christ und Welt
. „Ich habe Interesse bekundet und Fragen
gestellt: Wie ist deine Situation? Glaubst du,
dass Allah das will? Was sollte man deiner
Meinung nach in Europa tun?“ Es sei der Versuch gewesen, zu verstehen, was Fanatiker
antreibt. Ganze 13 Muslime hätten sich auf den Gedankenaustausch eingelassen. „Einmal
wurde mir erst im Verlauf
des Chats klar, dass der
Angeschriebene sich tatsächlich nicht mehr in Europa
aufhält, sondern als Kämpfer im
Irak befindet“, schreibt der Autor.
Drei Motive habe er bei den potenziellen
Gewalttätern ausmachen können: Manchen
bereite es Freude, ihre eigene Lust an der
Gewalt durch andere legitimiert zu sehen.
Dann seien da jene, denen die einfachen
Strukturen eines radikalen Glaubens das Leben vereinfachten und die sich als etwas Besonderes fühlten, weil sie für Gott kämpften.
Bei wieder anderen breche sich ein Ekel vor
einer als dekadent empfundenen westlichen
Welt Bahn.
Christlichen Glauben neu
schätzen gelernt
Der Priester schlussfolgert aus seinen Kontakten: „Auch wenn es befremdlich klingt:
Menschen ohne Ethos bin ich auf diesen
Seiten nicht begegnet, wenn man Ethos
als eine durch Werte bestimmte Gesinnung
versteht. Das Entsetzliche und Grauenhafte entwickelt sich aus einer falschen Rangordnung der Werte. Die Würde des Menschen wird zweitrangig, wenn es um die Religion geht, so argumentieren meine digitalen Gesprächspartner immer wieder. Ich
halte dagegen: Das Christentum glaubt an
die Menschwerdung Gottes, der Mensch ist
Gottes Ebenbild, der Einzelne hat eine Würde, ganz unabhängig von dem, was er glaubt
und wie er sich verhält.“
Sobald die Angesprochenen merkten,
dass er Christ sei, hätten sie Respekt gezeigt. Nichtgläubige hingegen fielen als Dialogpartner von vornherein aus. Doch der
Autor beschreibt einen grundlegenden Unterschied zwischen ihm und seinen Gesprächspartnern: „Während ich als Christ
die Aussagen meines Glaubens auch immer
vor dem ‚Tribunal der Vernunft‘ zu rechtfertigen suche und sie begründe, gingen
meine Kontaktpartner mit dem Koran anders um. Sie zitierten einfach die unterschiedlichsten Stellen und hinterfragten
sie nicht.“ Seine Kontakte hätten „fraglose
Unterwerfung praktiziert“. Auch das Christentum fordere Gehorsam gegenüber Gott,
„aber gegenüber einem, der sich zunächst
selbst an die Menschen hingegeben hat“.
So schlussfolgert er: „Ich habe meinen eigenen christlichen Glauben noch einmal
mehr schätzen gelernt.“
VON: AL
Mehr zum Thema:
»» „Dem IS geht es ums Öl“
proKOMPAKT 43 | 2014
8
Houston: Pastoren müssen
Predigten nicht offenlegen
Die Stadt Houston will Pastoren nun
doch nicht zwingen, ihre Predigten
zum Thema Homosexualität als Beweismaterial vorzulegen. Das Vorhaben hatte eine landesweite Debatte
ausgelöst, christliche Lobbyisten sahen die Religionsfreiheit gefährdet.
C
hristliche Lobbygruppen, Prominente und Geistliche hatten das Vorhaben der Stadt Houston als Eingriff in
die Meinungs- und Religionsfreiheit kritisiert. Nun gibt Bürgermeisterin Annise Parker ihrem Drängen nach. Sie will Pastoren
nun doch nicht zwingen, ihre Predigten zum
Thema Homosexualität als Beweismaterial
vor Gericht vorzulegen. Das habe sie nach
einem Treffen mit einigen Pastoren am Mittwoch entschieden, teilte die Stadt mit. „Das
ist der richtige Schritt für unsere Stadt“, erklärte sie. Parker wolle so ein Zeichen an all
jene senden, die sich um die Religionsfreiheit sorgen. „Ich verstehe die Bedenken der
religiösen Gemeinden“, teilte sie weiter mit.
Konkret ging es bei dem Streit um die Aussagen von fünf Pastoren zum Thema sexuelle
Identität. Die Geistlichen hatten im Sommer
Unterschriften gegen die im Mai erlassene
„Houston Equal Rights“-Verordnung gesammelt. Das Gesetz verbietet unter anderem
Diskriminierung aufgrund sexueller Identität und hätte es beispielsweise Männern erlaubt, Damentoiletten aufzusuchen und umgekehrt. Den Kritikern gelang es, tausende Unterschriften gegen die Verordnung zu
Annise Parker hat dem Protest nachgegeben:
Pastoren müssen ihre Predigten nun doch nicht
als Beweismaterial vorlegen
Foto: Zblume | Public Domain
sammeln. Eine Volksabstimmung lehnte die
Stadt dennoch wegen Unregelmäßigkeiten
ab. Gegner des Antidiskriminierungsgesetztes verklagten die Stadt daraufhin. Das Verfahren soll im Januar eröffnet werden.
Metaxas und Huckabee forderten
Protest
Zur Vorbereitung planten die Behörden, Reden, Präsentationen oder Predigten der Protest-Initiatoren zu sichten, die sich mit sexueller Identität, aber auch mit der selbst homosexuellen Bürgermeisterin Parker oder
der Verordnung beschäftigen. Die Aussagen
sollten als Beweismaterial für den Prozess
dienen.
Beigesprungen waren den Pastoren unter anderem Prominente wie der Baptistenpastor und republikanische Politiker Mike
Huckabee sowie der Buchautor Eric Metaxas.
„So etwas darf in Amerika nicht passieren“,
sagte Metaxas dem TV-Sender Fox News. Er
rief Gläubige dazu auf, als Zeichen des Protests Predigten und Bibeln an die Houstoner
Bürgermeisterin zu schicken.
VON: AL
TVReportage
zeigt
Glaube
ohne Kirche
Ein Jahr lang haben über 10.000 User
auf dem Blog des Bayerischen Rundfunks über die Frage „Woran glauben
die Menschen heute?“ diskutiert. Vier
Arten zu glauben wurden herausgefiltert. Der BR zeigt am Samstag die Dokumentation dazu.
W
oran glauben die Menschen heutzutage? Ein Jahr wurde diese Frage
im Internet auf dem BR-Blog www.
woranglauben.de
diskutiert. Über 10.000
User haben mitgemacht, Hunderte ihr Glaubensbekenntnis geschickt. Aus den zahlreichen Kommentaren haben die BR-Autorinnen
Christiane Miethge und Eva Achinger vier
große Glaubenslinien herausgefiltert, mit
Unterstützung des „Cred-O-Mat“, einem wissenschaftlichen Test für Glaubensfragen.
Lesen Sie hier weiter ...
VON: MS
proKOMPAKT 43 | 2014
9
Europas Evangelikale
haben neuen Chef
Frank Hinkelmann aus Österreich ist
der neue Präsident der Europäischen
Evangelischen Allianz (EEA). Der
langjährige Direktor von ERF Medien, Jürgen Werth, wurde in den EEAVorstand gewählt.
E
instimmig haben die Delegierten
der nationalen evangelischen Allianzen Hinkelmann auf ihrer Generalversammlung zum Präsidenten der EEA gewählt. Er folgt damit dem Tschechen Jiri Unger im Amt nach. Hinkelmann, der am Donnerstag seinen 47. Geburtstag feierte, ist
seit 2003 Vorsitzender der Österreichischen
Evangelischen Allianz. Er wuchs als Kind von
Missionaren in Deutschland und Indonesien
auf. An der Freien Theologischen Akademie
(heute: Freie Theologische Hochschule) in
Gießen sowie an der Theologischen Universität Appeldoorn in den Niederlanden studierte er Theologie mit dem Schwerpunkt
Kirchengeschichte. Er lehrt unter anderem
am österreichischen Studienzentrum des
Martin-Bucer-Seminars Neuere Kirchengeschichte und schreibt derzeit eine Doktorarbeit über die evangelikale Bewegung in Österreich. Im Hauptberuf ist er europäischer
Direktor der Missionsorganisation Operation Mobilisation International.
Einen Schwerpunkt seiner Arbeit als Präsident der EEA sieht Hinkelmann darin, Gemeinden mit Migrationshintergrund in das
Allianz-Netzwerk zu integrieren. Außerdem
möchte er die sozio-politische Arbeit der
Evangelischen Allianz bei der Europäischen
Union in Brüssel stärken, sagte er gegenüber pro. Hinkelmann unterstützt den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen in der Ökumene.
„Dialog heißt nicht, eigene Positionen auf-
Anzeige
zugeben, sondern vielmehr im Bewusstsein
der Unterschiede nach Gemeinsamkeiten zu
suchen, beispielsweise im Bereich des Einsatzes für Religionsfreiheit oder in ethischen
Fragen“, sagte er. Dies gelte insbesondere
im Gespräch mit Gruppierungen und Kirchen
anderer konfessioneller oder theologischer
Prägung.
Jürgen Werth, der bis Ende September ERF
Medien im hessischen Wetzlar leitete
,
wurde von den europäischen Allianzdelegierten in den Vorstand der EEA gewählt. Das
Netzwerk mit Sitz im niederländischen Driebergen vertritt etwa 15 Millionen Evangelikale in 35 Ländern. Die Generalversammlung
tagte vom 20. bis 23. Oktober im englischen
Northampton.
Vom Mörder
zum Menschenretter
VON: JST
Die unfassbare Geschichte eines Mannes,
der einen der größten AutoschieberRinge Europas aufzieht, mit der RussenMafia Geschäfte macht und schließlich
zum Mörder wird. Im Gefängnis entdeckt
Torsten Hartung den christlichen
Glauben. Und ändert sein Leben radikal.
Heute hilft er jugendlichen Straftätern,
wieder auf den richtigen Weg zu finden.
Leseprobe unter www.adeo-verlag.de
Gebunden mit Schutzumschlag • 224 Seiten
Mit 16-seitigem, farbigem Bildteil
ISBN 978-3-86334-029-2 • € 17,99
Erhältlich im Handel oder unter www.adeo-verlag.de
Frank Hinkelmann ist neuer Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz
Foto: Fotostudio Gerald Riedler Petzenkirchen
Unterwegs. Sein.
proKOMPAKT 43 | 2014
10
Diakonie darf PornoAktrice entlassen
Sexualkunde mit Bibel,
Dildo und Handschellen
In Neuendettelsau hat die Diakonie einer Mitarbeiterin gekündigt, weil die in ihrer Freizeit in Pornofilmen mitwirkt. Die Kündigung ist rechtens, wie das Arbeitsgericht Donauwörth befunden hat.
Ein Schulbuch für Sexualerziehung vermischt bei manchen Aufgaben religiöse
Gegenstände wie Bibel und Kruzifix mit Dildos und Handschellen. Dieser Mix von
Religion und Sex ist ein bewusster Teil der „Gender-Ideologie“, erklärt ein Experte.
E
E
ine kirchliche Diakonieeinrichtung in
Franken darf Medienberichten zufolge
eine Erzieherin entlassen, weil die Mitarbeiterin in ihrer Freizeit in Erotikproduktionen als Pornodarstellerin mitwirkt. Dass
die Kündigung rechtens ist, hat am Mittwoch
das Arbeitsgericht Augsburg in einer Sitzung
in Donauwörth bestätigt.
Das Gericht wies die Klage der 38 Jahre alten Frau ab und befand, dass die Klägerin
mit ihren pornografischen Darstellungen im
Widerspruch zur kirchlichen Sexualethik ihres Arbeitgebers steht. Die Diakonieeinrichtung hatte von der langjährigen Mitarbeiterin der evangelischen Einrichtung gefordert,
die Veröffentlichung von Filmen und Bildern
mit pornografischen Inhalten zu unterlassen. Nachdem sich die Mitarbeiterin weigerte, wurde ihr gekündigt.
Gegen die Kündigung hatte die Angestellte vor dem Arbeitsgericht Donauwörth Klage
erhoben. Das Gericht wies diese jedoch mit
der Begründung ab, dass die Freizeitaktivität im Widerspruch zur Sexualehtik der Kirche stehe und zudem die Gefahr bestehe,
dass Eltern der von ihr betreuten behinderten Menschen oder diese selbst von der Nebentätigkeit erfahren könnten und daraus
für die Diakonie ein Vertrauensverlust die
Folge sein könne.
VON: NOB
Darf die Diakonie eine Mitarbeiterin entlassen,
die in Pornofilmen mitwirkt? Das Arbeitsgericht
Donauwörth hat darüber befunden
Foto: Schwehm/fotolia
heringe, Handschellen, Vibrator, Lederpeitschen, Herren-Tanga, Kopftuch,
Kreuz und Bibel, Teddybär und weiteres
Sexspielzeug. Aus diesen Gegenständen sollen Jugendliche um das 14. Lebensjahr Dinge
auswählen, die für sie unbedingt zur Sexualität dazugehören. Auf die Frage, was nach dem
Ende einer Beziehung gegen den Trennungsschmerz helfen könne, sollen die Jugendlichen unter anderem zwischen Schokolade,
einem Gebetskreuz und einem Dildo wählen.
„Die Kombination aus religiösen Utensilien und Sexspielzeug entspringt dem Denkmuster des Gender Mainstreaming“, erklärt dazu der Jugendforscher Martin Voigt
am Donnerstag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er zitiert aus einem Buch der
Journalistin Dale O’Leary, die 1995 auf der
UNO-Weltfrauenkonferenz beobachtete, wie
das Konzept des Gender Mainstreaming verabschiedet wurde. O’Leary fasst die Inhalte
in Thesen zusammen, die „von einer Mehrheit des UN-Establishments“ unterstützt
würden. Demnach sollen Vollzeit-Mütter
„abgeschafft“ werden, ebenso wie die Rechte der Eltern über ihre Kinder. Es brauche in
der Welt weniger Menschen, daher müssten Verhütungsmittel und Abtreibung jedem
Menschen zugänglich sein, homosexuelles
Verhalten müsse gefördert werden. „Religionen, die diese Agenda nicht mitmachen“,
heißt es in den Ausführungen, „müssen der
Lächerlichkeit preisgegeben werden.“
12-Jährige sollen Kondome
kaufen
Voigt führt in seinem Artikel „Aufklärung
oder Anleitung zum Sex?“ Beispiele aus dem
Schulunterricht an. Nicht immer nennt er
dabei die Details, um welches Bundesland
oder welche Schulform es geht. So habe
eine 12-Jährige die Hausaufgabe bekommen, Kondome zu kaufen, um dabei zu lernen, dass daran nichts Peinliches sei. In der
Schule habe man ihr dann erklärt, dass sie
das Kondom immer dabei haben solle, denn
„es wäre ja schade, wenn der spontane Spaß
am fehlenden Kondom scheitern würde“.
Lesen Sie hier weiter ...
VON: MB
proKOMPAKT 43 | 2014
11
Weiterer Kinofilm zu
König David geplant
Die Filmgesellschaft Warner Bros.
Pictures hat sich die Rechte für das
Buch „David: The Divided Heart“ von
David Wolpe gesichert. Das Buch soll
die Grundlage für den Kinofilm „King
David“ sein, den die Filmgesellschaft
produzieren möchte. Darin geht es
um die Geschichte Davids, des Königs
von Israel, und dessen verschlungene
Lebenswege.
D
as Buch „David: The Divided Heart“
(Das geteilte Herz) stammt von dem
Rabbi David Wolpe, der in einer der
größten jüdischen Gemeinden in Los Angeles lehrt. Er hat in der Vergangenheit schon
etliche Bücher über den Glauben und das Judentum geschrieben. Das Buch über David
ist im September erschienen und hatte viele
positive Kritiken und Bewertungen erhalten.
Zweiter Film zum Thema
Über den Stoff des Filmes ist bisher wenig
bekannt. In der Bibel kommt David als junger Mann an den Hof von König Saul. Später wird er der Nachfolger Sauls und König
von Israel und Juda. Er führt Kriege gegen die
Philister und errichtet ein Großreich, dessen
Regierungszentrum in Jerusalem liegt. Sein
Sohn Salomo tritt seine Nachfolge an.
Für Wolpe ist David der „komplexeste Held
und Anti-Held der Bibel“. Er habe als König
die Nationen vereint und trotz aller seiner
Sünden Gott nahegestanden, zitieren unterschiedliche Medien Wolpe. Dies mache ihn
zu einer filmtauglichen Figur. Wer für den
Film Regie führen soll, ist noch unklar. Umsetzen möchte das Projekt Gulfstream Pictures mit den Produzenten Mike Karz und Bill
Bindley.
Es ist das zweite Filmprojekt in diesem
Jahr, das sich mit König David beschäftigt. Im
Sommer hatte Ridley Scott angekündigt, mit
20th Century Fox auf Grundlage des Buches
von Jonathan Stokes die David-Geschichte
zu verfilmen. Der Film „Exodus: Götter und
Könige“ läuft ab dem 25. Dezember 2014 in
den deutschen Kinos. Nach Einschätzung
des Online-Portals tracking-board soll Scotts
Version eher aktionsgeladener sein, während die zweite Version dramatischere Züge
tragen soll. Scott will sich auf den Kampf Davids gegen Goliath konzentrieren.
VON: JW
Studie: Vorlesen stärkt
familiäre Bindungen
Vorlesen fördert nicht nur die Sprachkompetenz,
sondern stärkt auch die Beziehungen innerhalb
der Familie
Foto: Jesse Davis / flickr | CC BY 2.0
Lesen Eltern ihren Kindern Bücher vor,
stärkt das die sozialen Bindungen innerhalb der Familie. Das geht aus
einer aktuellen Studie der Stiftung
Lesen hervor. Kinder erhoffen sich
von der gemeinsamen Zeit vorm Buch
Nähe und Aufmerksamkeit.
W
enn in Familien vorgelesen wird,
stößt das über die Geschichte hinaus oft Gespräche an“, sagte die
Leiterin der Studie, Simone Ehmig. Durch
das Vorlesen würden nicht nur Sprachkompetenz und Wortschatz geschult, sondern
die Zuwendung und vertrauensvolle Stimmung lüden dazu ein, auch über schwierige
Situationen und Probleme zu reden.
Allerdings bleibt diese Chance von den
Eltern oft ungenutzt, zeigt die Studie. Wie
auch im Jahr 2013 lesen ein Drittel aller Mütter und Väter in Deutschland selten oder gar
nicht vor. Langfristig gesehen seien aber alle
Aufrufe zum Vorlesen nicht vergeblich gewesen, sagte Ehmig. Seit Beginn der jährlichen
Befragung im Jahr 2007 sei die Bereitschaft
zum Vorlesen beispielsweise in bildungsfernen Familien und auch bei Vätern gestiegen.
Nähe, Zeit und Aufmerksamkeit
Das Vorlesen ist in vielen Familien zu einem
wichtigen Teil des Tagesablaufs geworden.
Mehr als zwei Drittel der Eltern binden das
Vorlesen gezielt in ihren Alltag ein. Etwa 41
Prozent tun dies sogar mehrmals pro Woche.
Rund 21 Prozent davon lesen ihren Kindern
täglich einmal vor, rund sieben Prozent sogar mehrmals.
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VON: AK
proKOMPAKT 43 | 2014
12
Pastor Kirk Smith tritt am Freitagabend in den Battles der Castingshow
„The Voice of Germany“ an. pro verrät
der 45-Jährige, warum für ihn der Sieg
der Show nur Nebensache ist und berichtet, wie es backstage mit den anderen christlichen Kandidaten abläuft.
pro: Die Sängerin Ivy Quaidoo hat die erste
Staffel The Voice gewonnen. Sie sang Woche für Woche in deinem Jugendgospelchor. Folgt jetzt der Gospelchor-Leiter seiner
Chor-Sängerin?
Kirk Smith: Teilweise hat Ivy mich motiviert,
bei der Sendung dabei zu sein. Sie hat immer zu mir gesagt: Kirk, du hast so eine tolle
Stimme, du muss auch mitmachen. Ich dachte, nein, das ist nichts für mich. Aber jetzt sehen wir: Ich bin auch Teilnehmer. Letztes Jahr
wollten sie mich bereits bei The Voice of Germany haben. Damals habe ich gesagt, das ist
nichts für mich, ich bin Pastor. Ich weiß nicht,
ob es das ist, was Gott für mich will.
Dieses Jahr wurde ich nochmal von The
Voice angesprochen. Ich sagte: Gott, was
ist denn das hier, soll ich mitmachen oder
nicht? Dann habe ich viel mit meiner Frau
und der Gemeinde gebetet. Und tatsächlich
glaube ich, die Teilnahme war das Richtige
für diese Zeit.
Inwieweit siehst du dich bei The Voice als
Botschafter Jesu?
Dass The Voice keine Plattform ist, um zu
predigen, das weiß ich. Es ist eine Plattform,
um Gottes Geschenk, die Stimme, zu zeigen.
Für mich als Botschafter zählt, was ich mache, wenn dieses Lied und der Auftritt vorbei
Kirk Smith (l.) mit seinem Battle-Partner. Am
Freitag singt der fünffache Vater bei „The Voice
of Germany“ um das Weiterkommen in der Show
Foto: © SAT.1 / ProSieben / Richard Huebner
„Ich bin bei The Voice, um mit
Leuten über Jesus zu sprechen“
ist. Als gläubiger Botschafter repräsentierst
du Gott.
Seit den Blind-Auditions wollen viele Zuschauer meine Geschichte hören. Viele fragen mich, warum ich als Christ und Pastor
mitmache. Ich antworte: Gott schaut nicht,
wie wir aussehen, er liebt uns, wie wir sind.
Und die Leute müssen das wissen.
Aus Hannover sind Besucher zu uns in
die Gemeinde nach Berlin gekommen. Sie
haben ihr Leben Jesus gegeben durch diese Show. So erlebe ich, was Gott durch The
Voice macht.
Du hast dich für Coach Samu Haber entschieden, weil er dich aus deiner „Comfortzone“ holen möchte, so hat er es gesagt.
Welche musikalischen Entwicklungen erwartest du bei The Voice?
Ich bin nicht wegen einer Entwicklung zu
The Voice gegangen. Ich wollte nur da stehen, wie es in der Bibel steht: „Also lasst
euer Licht leuchten vor den Leuten“. Das war
mein Ziel. Ich erwarte nicht, dass mir jemand
Entwicklung bringt. Samu hat das Schlüsselwort Comfortzone benutzt. Ich war in einer
Comfortzone – nämlich das Singen für die
Leute in der Kirche. Ich habe im Geist gespürt, ich möchte aus dieser Comfortzone
rauskommen, mit der Stimme, die mir Gott
gegeben hat und sie vor vielen Leuten nutzen. Aber es kommt auch eine Zeit, in der ich
darüber sprechen darf, wie Gott in meinem
Leben wirkt. Genau das war mein Ziel. Und
ich habe diese Chance, mit Samu darüber zu
sprechen.
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DIE FRAGEN STELLTE MARTINA SCHUBERT
proKOMPAKT 43 | 2014
13
„Kirche so
simpel wie
möglich
repräsentieren“
Kris Madarasz ist am Freitagabend auf
einer der größten Bühnen zu sehen,
die Deutschland zu bieten hat. Der
33-jährige Pastor ist Kandidat bei der
Casting-Show „The Voice of Germany“.
pro hat er verraten, welche Message er
dort weitergeben möchte.
pro: Gehört es sich eigentlich für einen Pastor, bei einer TV-Casting-Show mitzumachen?
Kris Madarasz: Als ich in den Vorab-Castings
immer weiter und weiter gekommen bin, wurde mir irgendwann klar, dass diese Öffentlichkeit eine große Verantwortung mit sich
bringt. Ich stehe da ja als Christ, als Pastor
auf der Bühne, und zwar vor einem Millionenpublikum. Bisher habe ich immer bequem in
meiner Nische gearbeitet. Jetzt gebe ich Interviews im Fernsehen und jedes meiner Worte
hat Gewicht. Andererseits finde ich es auch
gut, wenn Christen ihre Nische verlassen.
Kris Madarasz ist am Freitagabend bei The Voice
of Germany zu sehen
Foto: The Voice of Germany/ProSieben/Sat.1
Ich bin Pastor in der Frankfurt City Church, einem Gründungsprojekt. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, nicht Kirche für uns selbst
zu sein, sondern für die Stadt, für die Menschen um uns herum. Ich bin Pastor und Musiker. Ich liebe Kirche und Musik. Zum Christsein gehört für mich beides: Anbetungsmusik
zu machen und unter Christen zu sein genauso, wie in die Welt hinauszugehen und säkulare Musik zu machen. Diese Show war auch
ein Versuch, mal wieder aus den Kirchenmauern hinauszutreten. Ich habe übrigens erlebt,
dass bei „The Voice of Germany“ sehr viele
Christen mitmachen, auch hinter den Kulissen als Mitarbeiter.
Es ist tatsächlich auffällig, dass in diesem
Jahr unter den Kandidaten recht viele Christen zu finden sind. Björn Kahl haben wir bereits vorgestellt , ein weiterer Pastor aus
Berlin namens Kirk Smith
ist ebenfalls
dabei. Ist das Zufall?
Mich hat es überrascht. Aber ich habe mich
total darüber gefreut, dass wir als Christen
gleich so zusammensitzen und uns austauschen konnten. Aber es ist auch ein Stück
weit logisch: Wer in Kirchen aufwächst, hat
früh mit Musik und Gesang zu tun, ist vielleicht im Chor aktiv oder in einer Anbetungsband. Aus solchen Leuten werden nicht selten Musiker.
Björn Kahl hat einen recht evangelistischen
Auftritt hingelegt, als er sagte, er habe sein
Lied für Gott gesungen. Hast du dir auch
vorgenommen, missionarisch zu sein?
Ich kam gar nicht drumherum, denn das
Team hat mir gleich das Label Pastor verpasst. Ich wurde in jedem Interview danach
gefragt, warum ich als so junger Mensch in
der Kirche aktiv bin. Als ich einmal erzählen sollte, welche Message ich weitergeben
möchte, habe ich gesagt, dass niemand von
mir erwarten muss, in jedem zweiten meiner
Sätze den Namen Jesus zu hören. Ich werde
auch nicht laut auf der Bühne Halleluja rufen. Meine Message ist, dass ich die Musik
liebe und meine Freude daran teilen möchte,
als Christ und Mensch.
Wie kommt diese Message an?
Ich fand es überraschend, dass mir immer
wieder Menschen dort gesagt haben, ich
sähe ja ganz normal aus und spräche eine
ganz normale Sprache – sie hielten das offenbar für Pastoren-untypisch. Das hat mich
darin bestätigt, die Kirche so simpel wie
möglich zu repräsentieren. Ohne Tamtam,
ohne kulturelle Formeln und Floskeln, die
niemand versteht. Ich will einfach zeigen:
Ich bin auch nicht anders und ich stelle keine anderen Lebensfragen als jeder andere
Mensch.
Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!
DIE FRAGEN STELLTE ANNA LUTZ
proKOMPAKT 43 | 2014
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„SongTalent“: Jury steht fest
Ab Montag können sich junge Musiker für die Casting-Show „SongTalent 2015“ bewerben. Nun stehen auch die Jurymitglieder des Wettbewerbes fest, der gemeinsam
von ERF Medien, Gerth Medien, dem Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (EJW) und dem Deutschen Evangelischen Kirchentag durchgeführt wird.
D
er christliche Musikwettbewerb erlebt nach 2013 seine zweite Auflage.
Gesucht werden Musiker mit selbstgeschriebenen Songs. Die Veranstalter wollen „Künstler mit christlicher Botschaft“
fördern.
Auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart im nächsten Jahr werden sich Anfang
Juni die Finalisten einer Jury stellen, die ihnen Tipps für die weitere musikalische Karriere gibt und am Ende das „SongTalent 2015“
kürt. Wie ERF Medien nun mitteilte, besteht
die Jury aus Patricia Kelly, Johannes Falk und
Yasmina Hunzinger.
Patricia Kelly ist eines der zwölf KellyGeschwister, die in den 90er Jahren als „Kelly Family“ auftraten. Sie schrieb in ihrer Biografie „Der Klang meines Lebens“ auch über
ihren Glauben und darüber, wie sie plante,
ins Kloster zu gehen. Der gläubige Musiker Johannes Falk brachte im April 2013 sein zweites Album mit dem Titel „360°“ heraus. Yasmina Hunzinger trat 2011 in der ersten Staffel der deutschen Castingshow „The Voice of
Germany“ auf. Auch bei „Deutschland sucht
den Superstar“ sang die Baslerin vor. Allerdings schied sie bereits bei der Vorauswahl
aus. Im Februar erreichte die bekennende
Christin beim Schweizer Vorentscheid für den
Eurovision Song Contest den zweiten Platz.
Teilnehmer mit meisten
Facebook-Likes kommt direkt in
das Finale
Den Gewinner von „SongTalent 2015“ erwarten neben einer Studioaufnahme und der
Veröffentlichung des Liedes verschiedene
Auftritte und eine zweijährige Förderung in
den Bereichen „Bühnenperformance, Songwriting, Bandarbeit und Management“ beim
Die Jury von „SongTalent 2015“: (v.l.n.r.): Patricia Kelly, Johannes Falk, Yasmina Hunzinger
Foto: Gerth Medien / Benedicte Bauer / pro
Evangelischen Jugendwerk in Württemberg.
Bewerbungen sind ab dem 3. November und
bis Ende Januar kommendes Jahr unter www.
songtalent.de möglich. Der Teilnehmer, dessen Bewerber-Video die meisten FacebookLikes erhält, kommt direkt in das Finale, erklärte Markus Müller, „SongTalent“-Koordinator bei ERF Medien. Die Finalshow wird
unter anderem im Radio- und Fernsehprogramm von ERF Medien ausgestrahlt und in
der ERF Mediathek zur Verfügung stehen.
Beim vergangenen „SongTalent“ 2013
hatten sich 250 junge Teilnehmer mit ihren
selbst geschriebenen Liedern am Wettbewerb beteiligt. 15 von ihnen schafften es ins
Online-Voting. Fünf Finalteilnehmer traten
schließlich beim 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg auf. Dort setzte sich Christian Schellenberg aus Frankfurt
als „SongTalent 2013“ mit seinem Lied „Soviel du brauchst“ durch.
VON: JS
proKOMPAKT 43 | 2014
Geschichten aus dem Untergrund
Christen in China haben es nicht leicht.
Nach wie vor gehören sie zur größten
verfolgten Minderheit im Land. Der
Autor Liao Yiwu geht in seinem Buch
„Gott ist rot“ auf Spurensuche und
lässt die Christen vor Ort zu Wort kommen. EINE REZENSION VON JOHANNES WEIL
A
utor Liao Yiwu hat für sein Buch Christen getroffen, die beschreiben, wie
schwer es ist, ihren Glauben in China zu leben. Die einzige Hoffnung, an die sie
sich klammern, ist dabei Gott. Vor allem unter dem Diktator Mao Zedong kam der Atheismus auf und die feste Ordnung der Ge-
meinden wurde zerstört. Vor 1982 hatten wenige Christen gewagt, sich öffentlich zu Gott
zu bekennen. Zusammenkünfte von Christen
wurden von anderen Menschen angezeigt.
Das sei heute zum Glück besser geworden.
Geschichten der Hoffnung
Trotz allem sind es Geschichten der Hoffnung, die Yiwu gesammelt hat. Der Autor
saß für seine regimekritischen Geschichten
selbst vier Jahre in Haft und wurde schwer
misshandelt. Heute lebt der mit mehreren
Auszeichnungen und Preisen dekorierte gebürtige Chinese in Berlin.
Es ist vor allem ein Buch von Menschen,
die durch den Staat in ihrem Denken beeinflusst und von klein auf „roter Gehirnwäsche“ unterzogen wurden. Von daher bietet
das Buch einen Einblick in das chinesische
Denken und macht das Handeln der Christen
dort nachvollziehbarer.
Alle Christen bekennen, dass es in „unruhigen Zeiten“ schwierig war, am Glauben
festzuhalten. Missionare kommen in China
in eine Lebenswelt, in der Geister und Dämonen im Denken weit verbreitet sind. Die oft
sehr langatmigen Interviews handeln aber
auch von Geschichten und Gemeinden, in
denen trotz finanzieller Armut geistliches Leben entstanden ist.
Christen als Konterrevolutionäre
Politisch galten Christen als „übelste und
nicht-reuige
Konterrevolutionäre“.
Der
Christ Doktor Sun beschreibt, dass es in China an Liebe und Ehrfurcht fehle und die Menschen für den kleinsten persönlichen Vorteil
bereit seien, alles zu tun. Er selbst habe erlebt, wegen seines Christseins aus dem System „entfernt“ worden zu sein und seinen
Arbeitsplatz verloren zu haben.
Frauen
weltweit
Opfer von
Gewalt
TV-Moderatorin Maria von Welser
macht mit ihrem Buch „Wo Frauen nichts wert sind“ auf Gewalt und
Diskriminierung gegen Frauen aufmerksam. Recherchiert hat sie in Afghanistan, Indien und Ost-Kongo.
EINE REZENSION VON MIRA WIESSALLA
M
aria von Welser trägt in ihrem Buch
die Leidenszeugnisse von Frauen
und Mädchen zusammen und stellt
ihre Rechercheergebnisse in einen größeren, globalen Zusammenhang. Es gehe, so
der Anspruch der Autorin, um die weltweite
Gewalt gegen Frauen, die von patriarchalen,
armen und korrupten Staaten und ihren kriegerischen Auseinandersetzungen maßgeblich gefördert oder begünstigt werde.
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Mit Christen in China beschäftigt sich das neue
Buch von Liao Yiwu "Gott ist rot"
Foto: S. Fischer Verlag
Das Buch befasst sich mit
Frauenrechten rund um die Welt
Foto: Ludwig Verlag
proKOMPAKT 43 | 2014
16
Bayerischer
Printmedienpreis geht
an Shift-Gründer
Der christliche Journalist und Blogger Daniel Höly hat am vergangenen Donnerstag den Bayerischen Printmedienpreis gewonnen. Die mit 10.000 Euro dotierte
Auszeichnung hat er für die von ihm gegründete Zeitschrift Shift erhalten.
J
ungunternehmer Daniel Höly setzte sich
mit der von ihm gegründeten Zeitschrift
Shift im Wettbewerb um den mit 10.000
Euro dotierten Bayerischen Medienpreis
durch. Er war in der Kategorie „Innovationspreis“
mit zwei weiteren Magazinen nominiert. „Die zwei Mitnominierten waren
auch sehr gut. Umso mehr freue ich mich natürlich, dass es am Ende doch geklappt hat“,
sagte Höly gegenüber pro.
Das Preisgeld von 10.000 Euro will er komplett reinvestieren. „Das reicht gar nicht aus.
Es ist ein wichtiger Schub, eine wichtige Finanzspritze. Es ist aber nur der Anfang eines
Medienunternehmens, das ich jetzt gegründet habe und hoffentlich der Anfang einer
ab 2015 geplanten vierteljährlichen Erscheinung von Shift.“
Mit Herz, Hirn und Horizont
Im Sommer 2013 erschien die erste Ausgabe
von „Shift – ein Printmagazin mit Herz, Hirn
und Horizont“. 272 Crowdfunder finanzier-
ten es mit rund 7.000 Euro. Es richtet sich an
junge Erwachsene, die mit dem Internet groß
geworden sind, und ist laut Höly „eine Mischung aus Unterhaltungs-, Debatten- und
Gesellschaftsmagazin“. Die Jury lobte, dass
sich bei Shift die Stärken von Print und Online vorbildlich ergänzten.
Derzeit ist Höly in Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Verlegern. Er zielt
darauf ab, in Shift „eine möglichst hohe
Meinungsvielfalt abzubilden und ein breites Spektrum abzudrucken“. Auch in der
Erstausgabe kamen bei Glaubensthemen
Christen, Atheisten oder Agnostiker zu Wort.
„Mir ist es wichtig, in den Dialog zu treten
und eine Debatte zu führen. Das kann man
nur, wenn man andere Meinungen zulässt,
anhört und sich damit wirklich auseinander
setzt.“
Höly war bereits Referent bei Seminaren
der Christlichen Medienakademie und gehört zum Nachwuchsjournalistenkreis des
Christlichen Medienverbundes KEP.
VON: MS
Anzeige
Nachwuchsjournalistenpreis
Der Christliche Medienverbund KEP e.V. schreibt einen Nachwuchs­
journalistenpreis 2015 aus. Prämiert werden journalistische Beiträge,
die in vorbildlicher Weise
jüdisch-christliche Werte und Kultur als Grundlage der
Menschenrechte aufzeigen
überzeugende Beispiele von gelebtem Christsein thematisieren
Bibel, christlichen Glauben und Kirche ins öffentliche Gespräch bringen
Preisgeld: 1.500 Euro
Teilnahmebedingungen:
Der Beitrag wurde zwischen 1. Januar und 30. Oktober 2014 in einem
säkularen, deutsch-sprachigen Medium (Print/TV/Radio/Online)
veröffentlicht
Höchstalter des/der Bewerbers/in bei der Veröffentlichung: 28 Jahre
Maximal zwei Beiträge pro Bewerber/in
Bitte schicken Sie uns Ihre Beiträge mit einer kurzen Erläuterung
und Ihrem Lebenslauf bis zum 31. Oktober an:
Christlicher Medienverbund KEP | Steinbühlstraße 3 | 35578 Wetzlar
medienpreis@kep.de | +49 (0) 64 41 / 915 166
kep.de/home/medienpreis
proKOMPAKT 43 | 2014
17
IMPULS
LICHTFLÜGEL
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UNS BEFLÜGELN.
icht ist ein Wunder vor unseren Augen.
Wissenschaftler erklären Licht als Welle und Teilchen, das mit Lichtgeschwindigkeit den Kosmos durchdringt. Im Elektronenmikroskop leuchten die kleinsten Teile
der Materie in einem wunderbaren Licht. Jedes Atom ist voller Licht. Selbst Dunkelheit
ist Licht. Hatte der Psalmdichter davon eine
Ahnung? Er schreibt in einem Lied: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am
äußersten Meer, so würde auch dort deine
Hand mich führen und deine Rechte mich
halten. Spräche ich: Finsternis möge mich
decken und Nacht statt Licht um mich sein –
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir
und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.“ (Psalm 139,9-12).
Die Lichtflügel der Morgenröte und die ersten Strahlen der Sonne haben seit Urzeiten
Menschen berührt. Im alten Orient wurde
sie regelrecht verehrt. Nicht so die Schreiber der Bibel. Sie bekennen, dass der lebendige Gott, der Schöpfer der Welt, ein
Allmächtiger und Allwissender ist. Vor ihm
kann sich niemand verstecken. Er kann aber
auch überall schützen und helfen. Er ist da.
Aber wer von uns kann sich das wirklich vorstellen? Und so staunt der Psalmdichter:
„Mir ist das zu hoch, ich kann das nicht begreifen.“ Und dennoch oder gerade deshalb
weiß er sich von Gottes Hand geführt. Selbst
am Ende der Erde und in dunkelster Nacht ist
Gott da. Das hat zu allen Zeiten Menschen
gestärkt. Lassen wir jeden Morgen neu das
Licht Gottes in unser Leben kommen und
uns beflügeln.
Gesegnete Zeit, Egmond Prill
proKOMPAKT 43 | 2014
18
Anzeige
Sagen Sie es
weiter …
… was Sie auf dem Herzen haben und
lernen Sie in unseren Seminaren, wie
Sie mit Ihrer Botschaft Öffentlichkeit
und Medien erreichen.
ABC der Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Termin: 7.-8. November 2014
Ort: Wetzlar
Referentin: Astrid Jaehn,
Medienagentur zeichensetzen
Crashkurs Pressesprecher
Termin: 30. Januar 2015
Ort: Wetzlar
Referent: Egmond Prill,
Leiter der Christlichen Medienakademie
Schulungen
vor Ort
Wir kommen gern mit einem
Inhouse-Seminar zu Ihnen direkt
in die Gemeinde, den Verein oder
das Unternehmen.
Bewährte Themen für Tagesseminare:
»» Flyergestaltung
»» Öffentlichkeitsarbeit
»» Schreiben fürs Web
»» Gemeindebrief
»» Social Media, Facebook
»» Fit fürs Fernsehen
»» Moderation
Wir schulen Sie nach Ihrem Bedarf,
kompetent, kostengünstig und
unkompliziert.
Verkündigend schreiben
Termin: 13.-15. Februar 2015
Ort: Bad Blankenburg
Referent: Egmond Prill,
Leiter der Christlichen Medienakademie
Christliche Medienakademie
Steinbühlstraße 3 | 35578 Wetzlar | Telefon (0 64 41) 9 15 166 | Telefax (0 64 41) 9 15 157 | www.christliche-medienakademie.de
Melden Sie sich bei uns:
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