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Kunstmuseum Bern - Berner Kulturagenda

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Eine Veranstaltung der Professur für
Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Filmund Medienwissenschaft der Goethe-Universität
Frankfurt am Main
Kooperation mit dem Erasmus Mundus Program
in Performing Arts, der Hessischen Theaterakademie
und dem Forschungszentrum für Historische
Geisteswissenschaften der Goethe-Universität.
Leitung Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll
Weitere Informationen
www.hoelderlin-gastvortraege.uni-frankfurt.de
Der Eintritt ist frei.
AVT
FRIEDRICH HÖLDERLIN
GASTVORTRÄGE
in Allgemeiner & Vergleichender
Theaterwissenschaft
Wintersemester 2014/15
04. November 18 Uhr
Mousonturm Freddie Rokem // Tel Aviv
08. Dezember 18 Uhr
IG Farben-Haus
Simon Critchley // New York
13. Januar 18 Uhr
IG Farben-Haus
Alenka Zupančič // Ljubljana
Alle Vorträge in englischer Sprache.
Beginn 18 Uhr c.t.
Goethe-Universität Campus Westend
IG Farben-Haus Raum 1.411
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Kontakt
Goethe-Universität
Professur für Theaterwissenschaft
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel 069 79 83 20 67
theater@tfm.uni-frankfurt.de
Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main
Dienstag, 4. November 2014, 18 Uhr
Freddie Rokem // Tel Aviv
Antrittsvorlesung des ersten Friedrich Hölderlin-Gastprofessors für
Allgemeine und Vergleichende Dramaturgie
Possessed by Theatre: The Dybbuk at the
Habima Theatre, Moscow 1922
Das Stück Der Dybbuk: Zwischen zwei Welten von S. An-Ski
stellt dar, wie der Geist eines ruhelosen Toten (eines Dybbuk) während der Hochzeitszeremonie in den Körper einer
jungen Braut eindringt. Die Produktion von An-Skis Stück im
Jahr 1922 im Habima Theater in Moskau unter der Regie von
Jewgenij Wachtangov wurde zu einer Legende und kann als
Ursprung des israelischen Theaters betrachtet werden. Der
Vortrag wird die rituellen und biblischen Quellen des Stückes
und der Aufführung untersuchen und dabei das Augenmerk
auf ihre komplexen meta-theatralischen Dimensionen richten.
Zugleich soll gezeigt werden, wie sie zur Konstruktion einer
säkularen jüdischen kulturellen Identität beigetragen haben.
Die Professur für Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität wird von diesem Semester an regelmäßig eine Friedrich
Hölderlin-Gastprofessur für Allgemeine und Vergleichende
Dramaturgie mit internationalen Gästen besetzen, die in ihrer
Arbeit Theorie und künstlerische Praxis auf vorbildliche Weise
miteinander verbinden. Als ersten Gast im Rahmen dieser
neuen Professur begrüßen wir Freddie Rokem.
Freddie Rokem hat die Emanuel Herzikowitz-Professur für die Kunst des
19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Tel Aviv inne und ist nun
Professor emeritus der dortigen theaterwissenschaftlichen Abteilung.
Gastprofessuren führten ihn u.a. nach Stanford, Berkeley, Stockholm,
Berlin und Helsinki. Zuletzt erschienen von ihm u.a.: Philosophers and
Thespians: Thinking Performance (2010); Jews and the Making of Modern German Theatre (Mit-Hg., 2010), Geschichte aufführen. Darstellungen von Vergangenheit im Gegenwartstheater (2012).
Montag, 8. Dezember 2014, 18 Uhr
Simon Critchley // New York
Tragedy’s Philosophy
Philosophie als eine diskursive Erfindung, die mit Plato ihren
Anfang nimmt, sich aber durch die Jahrtausende bis in die
Gegenwart erstreckt, hat zur Prämisse den Ausschluss der
Tragödie und den Ausschluss einer ganzen Reihe von Erfahrungen und Affekten, die wir tragisch nennen können. Die
Ausgangshypothese dieses Vortrags lautet, dass der Ausschluss der Tragödie selbst tragischer Natur ist und dass dies
vielleicht die Tragödie der Philosophie ist. Der Vortrag will
die Tragödie gegen die Philosophie verteidigen oder, vielleicht besser ausgedrückt, das Argument entwickeln, dass
die Tragödie eine philosophische Denkweise zum Ausdruck
bringt, welche die Autorität der Philosophie herausfordert.
Die zentrale Frage ist dabei die folgende: Was wäre, wenn wir
die Form des Denkens, die wir in der griechischen Tragödie
finden — wir könnten sie gegenstrebig, konfliktbetont oder
dialektisch nennen —, ernst nähmen und mit ihr die Erfahrung
der parteiischen Instanz, der begrenzten Autonomie, des
agonistischen Konfliktes, der Geschlechterverwirrung, der
moralischen Ambiguität und des tiefen traumatischen Affekts,
das sie präsentiert? Wie würde dies die Art unseres Denkens
verändern und zugleich die Art, wie wir über das Denken denken? Könnte das die Philosophie der Tragödie als Alternative
zur Tragödie der Philosophie sein?
Simon Critchley ist Hans Jonas Professor an der New School for Social
Research in New York. Im Zentrum seiner Forschung stehen politische
Theorie, Religion, Ethik und Ästhetik, insbesondere der Literatur und
des Theaters. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören: Very Little…
Almost Nothing (1997), On Humour (2002), Infinitely Demanding – Ethics
of Commitment, Politics of Resistance (2007), The Book of Dead Philosophers (2009), The Mattering of Matter. Documents from the Archive
of the International Necronautical Society (2012, mit Tom McCarthy),
Stay, Illusion! The Hamlet Doctrine (2013, mit Jamieson Webter). Die
experimentelle neue Arbeit Memory Theatre sowie Bowie erscheinen im
Herbst 2014.
Dienstag, 13. Januar 2015, 18 Uhr
Alenka Zupančič // Ljubljana
Power and Comedy
Seit den Anfängen der Komödie war die Macht Gegenstand
komischer Behandlung. Die Beobachtung ist jedoch wichtig,
dass die Funktionstüchtigkeit der Macht nicht abnimmt, wenn
sie als „Komödie” ausgestellt wird. Ganz im Gegenteil liefert
die Gegenwart jede Menge Beweise dafür, dass die allgemeine „Desillusionierung” vollkommen mit der Aufrechterhaltung
des Status Quo einhergehen kann. Man könnte sogar sagen:
Das politische und ökonomische Spiel des Spätkapitalismus
funktioniert nicht trotz unserer „Desillusionierung“ darüber
(wir alle wissen, dass es ein schmutziges Spiel ist), sondern
vielmehr genau aufgrund von ihr und mit ihrer Hilfe. Diese
Struktur sowie einen allgemeineren Rahmen der Macht und
ihrer Masken wird der Vortrag untersuchen anhand von Jean
Genet’s Stück Der Balkon und, falls die Zeit es erlaubt, Lars
von Triers Komödie The Boss of it All.
Alenka Zupančič ist Forscherin am Institut für Philosophie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie Professorin an
der European Graduate School, Saas-Fee/ Schweiz. Sie ist Autorin zahlreicher Artikel und Bücher über Psychoanalyse und Philosophie, u.a.:
Ethik des Realen. Kant, Lacan (1995), Das Reale einer Illusion (2001),
The Shortest Shadow: Nietzsche’s Philosophy of the Two (2003), The
Odd One In: on Comedy (2008), Warum Psychoanalyse? Drei Interventionen (2009). Zudem ist sie (Mit-)Herausgeberin der Buchserie Analecta
und der Zeitschrift für Philosophie und Psychoanalyse Problemi.
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Kunst und Fotos
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