close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Informationen zur Abschlussarbeit 2015 im Fach - ZAP

EinbettenHerunterladen
3/2014
Landesverband
Bayern
BDB – Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V.
Nachrichten München
˾ Ressortvorstellung im BDB Bayern
˾ BDB Bayern Speednetworking | Geschäftsstelle in
München
˾ Bezirksgruppen berichten
Vorwort
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen,
die Vergabe von Planungsaufträgen aus der öffentlichen Hand
wird seit geraumer Zeit durch eine entsprechende Verordnung
(VOF) geregelt.
Als Auflage zur Umsetzung von EU-Richtlinien geboren, ist die
VOF jedoch vom Gesetzgeber vor allem aus Gründen der
transparenten und rechtssicheren Vergabe – ab einem gewissen Honorarvolumen (Schwellenwert) – eingeführt worden.
Der nachvollziehbar richtige politische Weg wird mit teils überzogenen Auswahlkriterien ad absurdum geführt. So verbleiben meist stets eine Handvoll mittelständischer Planungsbüroeinheiten, die über quantitative Kriterien wie Mitarbeiterzahl,
Umsatz und entsprechende Anzahl von exakt vergleichbaren
Referenzprojekten den Markt massiv einschränken. Junge
und kleine Büroeinheiten finden bei allein quantitativen Kriterien keine Markteinstiegschance.
Aber wo ist die Chance für junge oder kleine, aber schlagkräftige Architektur- und Ingenieurbüros, sich auf dem Markt mit
innovativen Ideen zu zeigen, wo ist der Wille innerhalb eines
Wettbewerbes, die beste Idee oder Gestaltung herauszuarbeiten? Dies könnte für die künftigen Architekturstudenten in einigen Jahren eine verpasste Chance darstellen.
Der BDB reiht sich hier ebenso offen in die Reihe der Kritiker
dieses Verfahrens ein wie die Bayerische Architektenkammer
und der Regensburger Architekturkreis.
Der BDB fordert transparente, schlanke Vergabeverfahren mit
maßvollen Zugangsvoraussetzungen und überwiegend qualitativen Kriterien - dafür stehen wir auch künftig ein!
Ihr
Mario Mirbach
Von der Möglichkeit, die Ergänzung von qualitativen Kriterien
innerhalb der VOF durch einen Lösungsvorschlag in Form eines Wettbewerbes zu erweitern, wird nur in der deutlichen
Minderheit der Fälle gebraucht gemacht.
So würde man sich für den Ort und vor allem für die späteren
Nutzer stets Wettbewerbe für beispielsweise Kinder- und Jugendeinrichtungen, für Gebäude mit Kunst- und Kulturnutzung, für Hochschuleinrichtungen (jedenfalls zwingend für Architekturfakultäten!) wünschen.
Gerade das ist in der aktuellen Ausschreibung zum Neubau
der Architekturfakultät der OTH Regensburg nicht vorgesehen. Hierzu ist ein reines VOF-Verfahren gewählt, ohne einen
Entwurfsansatz abzufragen.
Nicht, dass hier unterstellt wird, große Büroeinheiten seien
nicht in der Lage eine hohe Architekturqualität zu entwickeln.
BDB-Nachrichten 3/2014
3
Inhalt
Herausgeber:
BDB-Nachrichten München
Michael Götz, Matthias Manghofer
Verlag:
Gebr. Geiselberger Mediengesellsch. mbH
Anzeigenabteilung
Tel.: 0 89 / 36 04 74-10
E-Mail: bdb.nachrichten@gmx.de
Redaktion BDB-Nachrichten:
Dipl.-Ing. Georg Gaßner
Tel.: 0 81 31 / 53 93 50, Fax: 53 93 51
gassner@bdb-muenchen.de
Architekt Christoph Messow
Architektin Christa Schicker
Redaktion Landesverband:
Architektin Marion Bartl
Lioba Gieles M.A.
10
12
Freie Redakteure:
Architekt David Meuer
Dipl.-Ing. (FH) Milko Falke
Dipl.-Ing. Franz Sogerer
Architekt Heinz Künzer
Dipl.-Ing. Klaus Schneider
Juan Pedro Nardi
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Redaktionsschluss für nächste Ausgabe:
15.11.2014
14
Titelbild:
Spreewald Thermenhotel Burg
(Bildquelle: Hörmann)
16
19
30
4
BDB-Nachrichten 3/2014
Inhalt
3
Vorwort
6
Ehrenvorsitzender Heinz Künzer
Gesamtschuldnerische Haftung, ein hohes Risiko für Architekten
7
BDB-Bildungswerk – Seminare Herbst 2014
8
Landesverband Bayern: Ressortvorstellung
9
BDB Bayern – Bezirksgruppentermine
BG München
BG Bayreuth
10
Speednetworking U(m) 40 in München
12
Interview mit Marion Bartl und Mario Mirbach
14
Landesverband Bayern:
Erstes zertifiziertes Kunstmuseum in Passivhausbauweise erhält
Balthasar-Neumann-Auszeichnung
16
Beiträge der Bayerischen Bezirksgruppen:
BG Bayreuth
BG Deggendorf
BG Regensburg
BG Würzburg
24
Planer am Bau: QM-Fibel für Architekten und Ingenieure
25
Neue Webseiten des Bundes und BDB Bayern sind gestartet
26
GRÖMO: Design am Dach
27
Fachbericht von Dipl.-Ing. Martin Peck: Beton – stark, dauerhaft …
zukunftsfähig!?
29
Fachbericht Würth GmbH: Online-Montageplaner für Fensteranschlüsse,
Planung und bauphysikalischer Nachweis
BDB-Nachrichten 3/2014
30
Fachbericht: Ingenieurskunst und Design
32
BDK: 14. Forum für Baukoordination nach BaustellV
33
Bay. Ingenieurekammer BAU: EnEV 2014, ein zahnloser Tiger?
34
Impressum
35
BDB Nachrichten Journal
5
Landesverband Bayern
Gesamtschuldnerische Haftung, hohes Risiko für Architekten
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Gesetzeslage und gelebte Wirklichkeit
sind manchmal verschiedene Dinge.
Chancengleichheit und Gerechtigkeit
werden oft nicht erreicht. Das Thema
„gesamtschuldnerische Haftung“ gibt
dazu unserem Berufsstand reichlichen
Grund wirklichkeitsnahe Änderungen
zu fordern. Zugegeben, es ist ein sehr
schwieriges Thema, für „Nichtjuristen“
unmöglich zu klären, dennoch wage
ich dazu einige Gedanken anzubieten,
so wie ich die Situation verstehe und
welche Argumente vielleicht zu einem
fairen Ausgleich der Interessen führen
könnten. Der Praxis am Bau dient es.
Architektinnen und Architekten (A)
schulden dem Bauherrn (B) als WerkErfolg das „Entstehenlassen“ eines
mängelfreien Bauwerks, nicht aber
das Bauwerk selbst. Dennoch steht
(A) im Werkvertrag dem (B) sehr oft in
der „gesamtschuldnerischen Haftung“.
Nach § 431 BGB, wenn mehrere
Schuldner dem Gläubiger unteilbare
Leistungen schulden, ist die gesamtschuldnerische Haftung angeordnet.
Bei gesamtschuldnerischer Haftung ist
der Gläubiger grundsätzlich darin frei,
gegen welchen Schuldner er seinen
Anspruch geltend macht.
Daraus entsteht ein hohes Risiko
für (A), weil er vom (B) über die
Haftung für eigene Planungs- oder
Überwachungsfehler hinaus auch für
Ausführungsfehler der Unternehmer in
Anspruch genommen werden kann.
Sehr oft wird versucht Baumängel
auch auf Mangel des Architektenwerks
zurückzuführen. Gelingt das, dann ist
es ein gemeinsamer Mangel und führt
zur gesamtschuldnerischen Haftung.
Liegt kein Mangel des ArchitektenWerks vor, haftet nur der ausführende
Unternehmer. Für die Gesamtschuld
kommt es darauf an, ob ein Fehler aus
der eigenen Tätigkeit vorliegt oder
nicht. Es kommt darauf an, sagen die
Juristen. Der Einzelfall ist zu Prüfen,
Architektinnen und Architekten sind
6
nicht chancenlos, aber juristischer Rat
ist unverzichtbar insbesondere schon
im Vorfeld bei der Ausgestaltung der
Architekten- und Bauverträge.
Weil immer öfter mit allen Mitteln
versucht wird bei Baumängeln, durch
ausführende Firmen verursacht, den
Baumangel auch auf einen Mangel
des Architektenwerks zurückzuführen,
will unser Berufsstand eine Lösung die
diese missbräuchliche Auslegung der
Möglichkeiten gesamtschuldnerischer
Haftung beendet. Zeiten haben sich
geändert, darum ist es auch Zeit das
nun fast 100-jährige Gesetz der neuen
Wirklichkeit am Bau anzupassen.
Argument-1: Wie sind die wirklichen
Einflussmöglichkeiten des Architekten
auf das dem Bauherrn geschuldete
„Entstehenlassen“ eines mängelfreien
Bauwerkes? Bei vollem Leistungsbild
Phasen 1 – 8, ist über die originäre
Architektenleistung hinaus, nur wenig
Einflussmöglichkeit gegeben. Bei der
Auswahl der ausführenden Firmen
erlauben die Vergaberichtlinien kaum
Einfluss. Der Bauherr bestimmt die
Auswahl. In der Regel bekommt der
Billigste den Zuschlag. Insbesondere
europaweit ausgeschriebene Projekte
ermöglichen dem Architekten kaum
eine Einschätzung der Ausbildung und
Fähigkeit der Mitarbeiter beauftragter
Unternehmen, den Sub-Unternehmern
und deren Sub-Sub-Unternehmer. Es
ist die Verantwortung des Bauherren
geeignete leistungsfähige Firmen zu
beauftragen, das sollte der Bauherr
dem Architekten schulden. Die Firmen
sind mit Einzelverträgen Partner des
Bauherrn, nicht des Architekten.
Wieso schulden Architekten dann
eine jeweils unteilbare Leistungen, die
bei Mangel zu gesamtschuldnerischer
Haftung führen kann?
Argument-2: Warum ist es so schwer
ein mängelfreies Bauwerk zu schaffen,
Qualitäts-, Termin- + Kosten-Sicherheit
zu erreichen? Sprechen wir über die
Besonderheiten des Bauens. Es ist
mit keiner anderen Produktion zu
vergleichen. Bauwerke sind Unikate.
Es wird geplant nach Vorstellungen
des Bauherrn, ausgeschrieben und
beauftragt zu Qualitäts-, Termin- und
Preisvereinbarungen an vom Bauherrn
ausgewählte Anbieter. Es wird erstellt,
auf Baustellen frei Wind und Wetter zu
jeder Jahreszeit ausgesetzt. Da sind
keine klimatisierten Arbeitsstätten, mit
schönen Pausen- und Sanitärräumen.
Baubude und das Dixi-Klo sind der
Standard. Am Bau haben wir auch
meist keine aufeinander eingespielte
Belegschaft. Verschiedene Gewerke
und Firmen treffen sich oft erstmalig
und arbeiten für wenige Wochen, oft
nur Tage, am Objekt zusammen. Viele
Sprachen und fremde Ausbildungen
gilt es zu einer Leistung zusammen zu
führen. Bauen ist Handwerksarbeit,
letztlich bestimmen hoffentlich bestens
ausgebildete Handwerker die Qualität
des Werkes. Alles gesagte beschreibt
Bedingungen, die den Bauwerkern viel
körperliche Belastbarkeit, sehr große
Fachkompetenz und organisatorische
Fähigkeiten abfordern.
Deshalb ist es wohl so, dass bisher
alle Baubeteiligten, ob in der Planung
oder Ausführung, dem Bauherrn in der
Pflicht eines Werkvertrages stehen.
Wieso aber fallen Architekten allein
über die Haftung für eigene Fehler
hinaus, in die gesamtschuldnerische
Haftung? Diese überzogene Haftung
gegenüber dem Bauherrn stellt diesen
völlig risikofrei auch dann, wenn eine
von ihm beauftragte Firma Insolvent
ist. Das können Architekten nicht mehr
hinnehmen.
Argument-3: Das Projektmanagement
ist die Verantwortung des Bauherren.
Als obersten Verantwortlichen seiner
Baumaßnahmen sind ihm umfängliche
Steuerungsaufgaben und MitwirkungsPflichten gegenüber seinen Auftragsnehmern und Behörden aufgetragen.
Bauherren können das meist nur mit
Hilfe ihrer Architekten leisten, deren
Sachwalterpflichten immer die nötige
Betreuung, Beratung und Kooperation
über alle Projektphasen ermöglichen.
Im Vertrauensverhältnis Bauherr zu
Architekt das die Sachwalterpflichten
erfordern, ist der Architekt Partner und
Erfüllungsgehilfe des Bauherrn. Damit
kann angenommen werden, dass er
auch bei seiner Koordinierungs- und
Überwachungstätigkeit viele Bauherrnpflichten wahrnimmt. So müsste sich
der Bauherr mögliches Verschulden
des Architekten als eigene Mitschuld
zurechnen lassen. Ich bezweifle dabei
die Gesamthaftung des Architekten.
Mein Fazit: Je mehr ich mich, als
juristischer Laie, dem Thema widme,
je unsicherer werde ich. Ich kenne aus
langer Erfahrung die Wirklichkeit am
Bau. Gerechter Interessenausgleich in
der Haftung für Baumängel scheint mir
nur schwer möglich, solange Bauherrn
durch „gesamtschuldnerische Haftung“
der Architekten risikofrei sind, aber die
Architekten in Gesamthaftung geraten.
Kann sich etwas Ändern? Es kommt
darauf an ob von Juristen auch Praxis
mal vor Theorie gestellt werden kann.
Heinz Künzer
kuenzer-architekt@t-online.de
BDB-Nachrichten 3/2014
BDB Bayern – Weiterbildung
BDB-BILDUNGSWERK
BAUMEISTERSEMINARE
Seminare Herbst 2014
Termin
Themen/Referenten
Gebühr
349,00 €
29./30.09.2014
Ausbildung zum TÜV-geprüften Sachkundigen für
Feuchtesanierung
inkl. Tagungs-Prüfungsgebühr
und Catering
08./09.10.2014
Ausbildung zum TÜV-geprüften Sachkundigen für
Schimmelpilzsanierung
inkl. Tagungs-Prüfungsgebühr
und Catering
Wärmebrückenberechnung
16./17.10.2014
Referenten: Johannes Ranzmeyer, Dipl.-Ing. (FH)
20./21.10.2014
23.10.2014
Ausbildung zum TÜV-geprüften Sachkundigen für
Innendämmung
Barrierefreies Bauen
nach Art. 48 BayBo und DIN 18040
Referent:
349,00 €
250,- € für BDB Mitglieder
400,- € für Nichtmitglieder
349,00 €
inkl.Tagungs- Prüfungsgebühr
und Catering
150,- € für BDB Mitglieder
300,- € für Nichtmitglieder
Walter von Wittke, Dipl.-Ing. (FH)
Brandschutz: Bauen im Bestand
– eine schwierige Angelegenheit
21.11.2014
Referent:
Joseph Messerer,
Dipl.-Ing. (FH) Branddirektor a. D.
150,- € für BDB Mitglieder
300,- € für Nichtmitglieder
Frank Kosterhon, Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
A U S B L I C K
Frühjahr 2015
Schallschutz in Gebäuden
V E R A N T W O R T L I C H
Dipl.-Ing. (FH) Alban Faußner, 1. Vorsitzender Baumeisterseminare e. V.
Kerschensteinerstr. 35, 86720 Nördlingen
A N M E L D U N G
U N D
I N F O R M A T I O N
Gabriele Bissinger
Tel: 09081/2597-0; Fax: 09081/2597-25
E-Mail: info@bdb-donau-ries.de
BDB-Nachrichten 3/2014
7
Landesverband Bayern
Ressort Studium und Ausbildung
Ludwig Vanderpoorten,
Architekt BDB, Ressortleiter,
und Thomas Traut, Architekt
BDB, stellv. Ressortleiter:
Unter der Ressortleitung von
Dipl.-Ing (FH) Ludwig Vanderpoorten, Architekt aus Regensburg, und der stellvertretenden Leitung von Dipl.-Ing.
(FH) Thomas Traut, Architekt
aus Marktoberdorf, sollen die
Netzwerke zu den Hochschulen in Bayern neu erarbeitet
werden. Wir möchten den
BDB als ersten Schritt in das
Bewusstsein der Hochschulleitungen rücken, und den
Studenten ein attraktiver Ansprechpartner sein, der ihr
Studium begleitet.
Der Weg über die Hochschulen direkt ist neu und soll bestehende Lücken bei der Besetzung von studentischen
Vertretern in den Bezirksgruppen übergehen. Das Erkennen des BDB als hochschulübergreifendes Netzwerk steht an erster Stelle. Steigende Mitgliederzahlen aus den Reihen der Studenten sind der erhoffte
Synergieeffekt.
Wir möchten gerne ein auf die Studierenden abgestimmtes
Aktionspaket gestalten, das in einem wiederkehrenden, jährlichen Turnus an den Hochschulen angeboten und gepflegt
werden kann.
Das Konzept „BDB-Career Day, was kommt nach dem Studium?“, soll jährlich als Vortrag an den Hochschulen gehalten
werden. Hierfür sollen auch Vertreter der Bezirksgruppen eingebunden werden.
Die Vortragsreihe wird an der OTH Regensburg bereits erfolgreich veranstaltet und soll den Studenten einen Einblick ins
spätere Berufsleben ermöglichen, sowie Fragen dazu beantworten.
Exkursionen zu den Hochschulstandorten sollen untereinander organisiert werden und so auch studentische Mitglieder
eingebunden werden. Wir erachten es als sinnvoll, den Studenten eine Plattform zu bieten, bei der sie andere Hochschulstandorte kennenlernen können und bei einem eventuellen Hochschulwechsel zwischen Bachelor und Masterstudium
Orientierung finden. Den Hochschulen wird auf diese Weise
auch eine zusätzliche Möglichkeit geboten, sich neuen Studierenden zu präsentieren.
Als dritte Aktion sollte das Regensburger Format „Architektur
im Kino“ an die Hochschulstandorte gebracht werden. Hierbei
wird eine Reihe von Architekturfilmen in 5-6 Vorstellungen entweder in einem örtlichen Kleinkino oder an der Hochschule
gezeigt. Das Format trifft auf viel Anklang unter Studenten und
ist auch von außenstehenden Gästen gerne besucht.
Das Ressort für Studium und Weiterbildung hat seine Arbeit
bereits aufgenommen und wird sich umgehend mit den Hochschulleitungen in Verbindung setzen, um die angekündigte
Neuorientierung umzusetzen.
l.vanderpoorten@bdb-bayern.de
t.traut@bdb-bayern.de
Ressort Architektur
David M. Meuer, Architekt BDB, Ressortleiter im
Landesverband Bayern:
In den nächsten Jahren werden wir das Ressort Architektur in
zwei Bereichen besonders stärken. Zum einen werden wir die
ehrenamtliche Tätigkeit unserer BDB-Kollegen in der Bayerischen Architektenkammer besser vernetzen und unterstützen.
Als zweiten Schwerpunkt werden wir die Ergebnisse unserer
Kammer- sowie der BDB-Arbeitsgruppenarbeit intensiver
kommunizieren.
beiten Sie mit. Wenn Sie Lust
haben, aktiv die Rahmenbedingungen unseres Berufsstandes mitzugestalten, dann
melden Sie sich bitte einfach
bei mir. Ich freue mich auf die
Zusammenarbeit mit Ihnen.
d.meuer@bdb-bayern.de
Wir sind dabei auf die aktive Mitarbeit unserer Kolleginnen
und Kollegen angewiesen. Bitte unterstützen Sie uns und ar8
BDB-Nachrichten 3/2014
BDB Bayern – Bezirksgruppentermine
München
Vorstandssitzungen und Fachgespräche im „ forum baucultur, 3. Stock, Erika-Mann-Str. 11,
80636 München an der S-Bahn-Station „Hackerbrücke“
08.12.2014
Montag, 19.00 Uhr
Jahresabschlussfeier im Hofbräuhaus München: Die Einladung kommt noch per Post.
Sofern Ihre E-Mail-Adresse dem BDB bekannt ist, werden Sie über die Veranstaltung auch per
E-Mail-Einladung informiert.
Bayreuth
Bei Interesse Kontaktaufnahme mit Dr.-Ing. Hans-Günter Schneider, Tel.: 0921/33399, siehe
auch www.bdb-bayreuth.de
17.10.2014
Freitag, 14.00 Uhr
Baustellenbesichtigung „Loher-Haus“ in Bayreuth:
Der Projektentwickler Architekt Bernd Deyerling wird uns führen und die Baumaßnahmen
erläutern. Treffpunkt: Ecke Kanal-/Schulstraße in Bayreuth, (Bitte Schutzhelm mitbringen!)
17.11.2014
Montag, 9.00 Uhr
Tagesseminar „Neuerungen EnEV 2014 – HOAI 2013“
Referenten: Prof. Dr.-Ing. Ulrich Möller – ENEV, Institut f. Bauphysik, HTWK Leipzig, Dipl.-Ing.
(FH) Martin Meiler – HOAI, ö.b.u.v. Sachverständiger für Honorare, Plauen. Kosten: BDB-Mitglieder 95,00 €, Mitglieder Arch./Ingenieurekammer 125,00 €
Veranstaltungsort: Best Western Transmar-Travel-Hotel, Bühlstr. 12, 95463 Bindlach
08.12.2014
Montag, 16.30 Uhr
Schloss Birken in
Bayreuth
Weihnachtsfeier: Besichtigung Schloss Birken, anschließend gemeinsames Abendessen im
Landgasthof Thiergarten. Bustransfer Eckersdorf/BT – Schloss Birken – Landgasthof Thiergarten und zurück!
Landesverband Bayern
Ressort Ingenieure
Ulrike Steinbach, Ingenieurin BDB, Ressortleiterin:
Ich bin in den BDB eingetreten, weil hier sowohl Architekten
als auch Bauingenieure beheimatet sind. Die Zusammenarbeit
aller Planer halte ich für sehr wichtig, deshalb setze ich mich
für eine bessere Einbindung der verschiedenen Fachplaner im
BDB ein. Ebenso wichtig ist mir die Rückbesinnung der Bauschaffenden auf ein menschliches Augenmaß im Hinblick auf
Ressourceneinsatz, Wahl der Baustoffe und ein bisschen ge-
sunde Bescheidenheit der
Ansprüche. Auch dies ist nur
durch eine gute, einfallsreiche
und aufgeschlossene Zusammenarbeit der verschiedenen
Fachrichtungen zu erreichen,
die ich fördern möchte.
u.steinbach@bdb-bayern.de
Ressort Öffentlichkeitsarbeit
Silke Bausenwein, Architektin BDB, Ressortleiterin:
„Die Aufgaben des Ressorts Öffentlichkeitsarbeit sehen wir in
den nächsten beiden Jahren in der Unterstützung der einzelnen Bezirksgruppen des BDB Bayern hinsichtlich ihrer visuellen Identität im neuen BDB-CD (corporate design). Angefangen von der Mailsignatur, Visitenkarten-, Briefpapier- oder
Präsentationsvorlagen als verfügbarer Download über Vorlagen und Hilfestellungen für die Pressearbeit in den BDB NachBDB-Nachrichten 3/2014
richten München und extern
bis hin zur Entwicklung von
Starterpaketen für Neumitglieder oder Give-Aways bei
BDB-Veranstaltungen.“
s.bausenwein@bdb-bayern.
de
9
Landesverband Bayern
„BDB Speednetworking U(m) 40“ in München:
„Ein idealer fachlicher Austausch über alle Sparten der
Baubranche“
Dies meinte der Fachplaner Peter Burnickl nach der Veranstaltung. Im Vorfeld bekam der BDB Bayern schon gutes Feedback von allen Seiten. „Eine sehr interessante Veranstaltung“,
„eine gute Idee zum Netzwerken“, „eine gute Art, Ingenieure
und Architekten näher zusammen zu bringen“. Das waren die
Reaktionen auf die Ankündigung und somit die Erwartungen,
die der BDB Bayern an das „BDB Speednetworking U(m) 40“
am 17. Juli 2014 im forum baucultur in München hatte. Um es
kurz zu machen: Sie wurden nicht enttäuscht.
viele Kollegen trotz unterschiedlicher fachlicher und regionaler
Ausrichtung oft mit denselben Problemen in ihren Unternehmen kämpfen. „Die Veranstaltung bietet einen hohen interdisziplinären Austausch und ist super informativ“, meinte KarlHeinz Pfefferer, Teilnehmer aus Wemding im Landkreis
Donau-Ries. Christoph Messow, der Vorsitzende der BG München, und Mario Mirbach betonten auch, dass es selbst für
das Gespräch unter BDB-Kollegen große Vorteile gäbe. „Nor-
Die Idee hinter dem Wort „Speednetworking“ lehnt sich an
das bekannte „Speeddating“ an. Doch statt eines Partners
suchten die anwesenden Architekten, Ingenieure und Fachplaner um die 40 Jahre an diesem sommerlichen Donnerstagabend berufliche Kontakte. Los ging der Abend mit Musik der
Gruppe „Quergestreift“ aus dem Allgäu, die uns schon bei der
offiziellen Geschäftsstelleneröffnung begleitete, und einem
kleinen Imbiss. Der stellvertretende Landesvorsitzende Mario
Mirbach, auf dessen Bemühen die Veranstaltung entstand,
begrüßte daraufhin die zwölf anwesenden Netzwerker. Der
Hausherr des forum baucultur, Geschäftsführer RA Dr. Christoph Maier, sprach ebenfalls ein paar Worte und erklärte den
Anwesenden das Konzept des forum baucultur, in dem der
BDB Bayern Kooperationspartner ist.
Mario Mirbach erläuterte das Vorgehen des Speednetworkings, das einem ausgeklügelten System folgte. Schließlich
ließen sich jeweils drei Teilnehmer an einem der vier Tische
nieder und begannen ihre erste Vorstellungsrunde. Sie hatten
jeweils drei Minuten Zeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen und
nachdem jeder Netzwerker zu Wort gekommen war, gab es
eine allgemeine Gesprächsrunde. Die kurze Pause vor jedem
Tischwechsel wurde von der Musik von „Quergestreift“ perfekt gefüllt. Wo man hinschaute in den insgesamt fünf Rotationsrunden, sah man angeregte Gespräche und zufriedene
Gesichter.
Obwohl die Teilnehmerzahl für das nächste Mal noch steigen
darf, zieht der BDB Bayern für die erste Ausgabe der Veranstaltung ein durchaus positives Fazit, denn die Anzahl war genau richtig, damit alle mit allen sprechen konnten. Aus diesem
Grund wird mit der Veranstaltung unbedingt weitergemacht,
da ein Netzwerken in einer solch entspannten Atmosphäre
und mit Spielcharakter – es wurde über die Entwicklung eines
Brettspiels durch den BDB Bayern gemunkelt – sonst nicht
leicht möglich ist.
So erstaunte es Stefan Vogl aus Regensburg zu sehen, dass
10
Der stellv. Landesvorsitzende Mario Mirbach erklärt den Ablauf der
Veranstaltung
malerweise unterhalten wir uns, wenn wir uns treffen, über
den BDB. Wir besprechen Berufspolitisches oder auch Privates, aber über unsere Spezialisierungen oder unsere berufliche Arbeit unterhalten wir uns selten. Eigentlich ist das die
perfekte Veranstaltung für unseren Verband,“ so Mirbach.
Unter den Teilnehmern aus Nürnberg, Regensburg oder Donau-Ries war noch ein Punkt besonders wichtig: Dass die VerBDB-Nachrichten 3/2014
Landesverband Bayern
Gruppenfoto mit allen Teilnehmern des BDB Speednetworking U(m) 40 in München (Bilder © Juan Pedro Nardi)
anstaltung bald in ihrer Region und in den anderen Regionen
Bayerns angeboten wird. Sie waren sich einig, dass auch oder
gerade in kleineren Städten Potential für ein spielerisch organisiertes Netzwerken vorhanden ist.
Damit die Teilnehmer auch etwas Langfristiges aus der Veranstaltung mitnehmen, stellt der BDB Bayern eine Liste mit den
Kontaktdaten zusammen. So können die neu erworbenen
Kontakte leicht weiterverfolgt werden.
Interessierten Bezirksgruppen stellt der Landesverband außerdem einen Musterablaufplan für solch eine Veranstaltung
zur Verfügung. So kann sie einfach an anderen Orten ausgeführt werden.
Lioba Gieles MA
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Die Teilnehmer während einer Gesprächsrunde
BDB-Nachrichten 3/2014
11
Landesverband Bayern
Interview mit Marion Bartl und Mario Mirbach
1) Überall in den Landesverbänden und in Bezirksgruppen
entstehen Geschäftsstellen, die Bundesgeschäftsstelle
erweitert und professionalisiert sich, es wird mehr Wert
auf wichtige Pressearbeit gelegt: Sind Sie mit den letzten
Entwicklungen im BDB zufrieden?
Bartl: Die Entwicklungen der letzten Monate sind überaus zufriedenstellend. Die Motivation der ehrenamtlich Tätigen ist
auch durch die hauptamtliche Unterstützung und deren hohe
Produktivität nochmals gestiegen. Die Pressearbeit ist hier nur
ein kleines, aber entscheidendes Segment - nur was öffentlich
wahrgenommen wird, ist auch geschehen. Die berufspolitische Arbeit bekommt dadurch mehr Relevanz.
2) Ohne Frage geht es mit der Aktivität im BDB gerade bergauf. Trotzdem ist vieles sicher noch ausbaufähig. Wo, würden
Sie sich wünschen, sollte der BDB noch aktiver werden?
Mirbach: Gerade auf Bundesebene vermisse ich in mancher
Region noch die Motivation zur Unterstützung der Strukturänderungen. Ein signifikantes Zeichen der Entwicklung in diesen
Regionen sind die Austrittsstatistiken. Hier in Bayern sind die
Verhältnisse zum Glück anders. Wenngleich wir gemeinsam
stetig am Wandel arbeiten müssen, sind die neuen finanziellen
Möglichkeiten sorgfältig und akzentuiert im Haushalt einzuplanen. Ein Verpuffen durch das sogenannte Gießkannenprinzip können wir uns als Verband nicht leisten. Das kann bedeuten, dass der Verteilungsschlüssel auf Bund, Landesverbände
und Bezirksgruppen angepasst werden müsste, damit die
Strukturveränderungen finanziell umgesetzt werden können.
Hier im Landesverband sind wir sehr glücklich, dass finanzstarke Bezirksgruppen den Landesverband am Gelingen der
Geschäftsstelle nach Kräften unterstützen. An dieser Stelle
ein Dank an die Teamarbeit innerhalb des Landesverbandes.
3) Nicht nur der BDB hat seit einigen Jahren mit vielen
Austritten zu kämpfen. Denken Sie, dass dies ein
allgemeingültiger Trend bei Berufsverbänden und Vereinen
ist? Ist die junge Generation einfach anders geprägt?
Bartl: Ich glaube schon, dass nicht nur der BDB mit Mitgliederaustritten kämpft. Junge Architekten und Ingenieure haben
heute ja ganz andere Mittel, um sich zu informieren und Netzwerke zu bilden. Das Internet mit Fachwebseiten, Newslettern
von verschiedensten Stellen und besonders auch Facebook
und Twitter übernehmen sicher einige Aufgaben, die früher allein von Fachverbänden getragen wurden. Allerdings haben
wir durch Gespräche mit Studierenden und Absolventen auf
der IKOM Bau der TUM im Januar auch gemerkt, dass sich
junge Leute trotz der guten Auftragslage um ihre Zukunft sorgen. Es wurde sehr klar, dass sie um Anschluss in der Branche
froh sind. Allerdings haben sie sicher auch andere Erwartun12
gen an einen Verband als frühere Generationen. Der ServiceCharakter steht meiner Meinung nach nun immer mehr im Vordergrund. Und auf das geht der BDB mit seinen Maßnahmen
gerade ein.
4) Nach dem Baumeistertag 2013 in Münster wurde die
Satzung essentiell überarbeitet. Wo sehen Sie das große Plus
für die Mitglieder durch die neuen Strukturen?
Mirbach: Den großen Effekt erhält der Verband mit Blick auf
die letzten Monate zweifelsohne durch die durch die Beitragserhöhung gestiegenen Mittel und somit durch die hauptamtliche Unterstützung. Die Geschäftsstelle und die Arbeit von
Lioba Gieles ist schlicht nicht mehr wegzudenken.
Gleichwohl bieten die neuen Strukturen die notwendige Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit, die ein moderner Verband braucht. Anschaulich gesagt, muss ein Verband sehr
schnell Stellung zu einem besonderen Thema beziehen können. Sonst verfehlt er seine Wirkung.
So ist da beispielsweise der verbandspolitische Wille, sich hin
zu den Fachingenieuren zu öffnen. Am Landesverbandstag
2014 im Mai in München hat die Delegiertenversammlung einen jungen, aktiven Elektrofachingenieur als Berater besetzt.
Auch Kollegen im Staatsdienst wollen wir in dieser Form weiter in die Vorstandsarbeit integrieren. Nach Auflösung der Referate kamen zu den traditionellen Ressorts Architektur, Ingenieurswesen und Studium & Weiterbildung außerdem noch ein
Ressort Öffentlichkeitsarbeit hinzu. Diese bilden alle zusammen den geschäftsführenden Landesvorstand.
5) Ein Verband lebt vom Nachwuchs und von regelmäßig
frischem Wind.
Mirbach: Im Juli 2014 fand zum ersten Mal das vom Landesverband ins Leben gerufene „Speednetworking U(m) 40“ in
München statt. Das gute Feedback auch von Nicht-Mitgliedern deutet darauf hin, dass das eine gute Veranstaltung war.
Solche Dinge, nämlich auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnittene Maßnahmen, sind vielleicht der Weg, um neue Mitglieder zu finden und die jetzigen Mitglieder zu binden. Dennoch muss man beachten, dass unsere Freizeit insgesamt
immer knapper wird und man diese Veranstaltungen wohl dosieren und interessant gestalten muss.
6) Als Landesvorstand liegt Ihnen der Austausch mit den
Mitgliedern sehr am Herzen. Welche weiteren Maßnahmen
planen Sie, damit Mitglieder und Vorstand noch näher
zusammenkommen?
Bartl: Genau durch diese Veranstaltungen wie das „Speednetworking“. Bei Mitgliederversammlungen gibt es meistens ein
BDB-Nachrichten 3/2014
Landesverband Bayern
in Innenstadtlagen schafft, sondern jedem die Möglichkeit gibt,
dort zu wohnen, wo er möchte
und dies dann auch bezahlen zu
können. Diese Position vertritt
ganz besonders unser Präsident
Hans Georg Wagner in der Bundespolitik fortwährend. Jedes
einzelne Mitglied hat dies durch
seine Arbeit natürlich selbst in
der Hand.
9) Die Bauwirtschaft in
Deutschland brummt dieser
Tage. Ist die gute Auftragslage
und somit die Arbeitsbelastung
für Architekten und Ingenieure
gerade ein Hindernis
für das Engagement in
Berufsverbänden?
straffes Programm, obwohl der Austausch wichtig ist und wir
versuchen, dass er nicht zu kurz kommt, ist es doch eine andere Atmosphäre. Außerdem kommt man da immer nur mit
einer bestimmten Anzahl an Mitgliedern in Kontakt. Für diesen
Austausch sind vor allem auch die Regionen gefragt. Das
„Speednetworking“ zum Beispiel wurde so aufbereitet, dass
man es mit relativ wenig Aufwand überall wiederholen könnte.
Darüber hinaus gibt es diverse landesweite BDB-Foren zur
berufspolitischen Zusammenarbeit.
7) Wie könnte der BDB z. B. durch ein positives und stark
besetztes Image zum Fachkräftemangel konkret beitragen?
Bartl: Natürlich spüren wir Architekten und Ingenieure den
Fachkräftemangel ständig. Der BDB möchte sich mehr um
das Thema Berufsausbildung kümmern. Mit der Umstellung
vom Diplom-Ingenieur zum Bachelor/Master ist einiges schief
gelaufen. Obwohl die Zukunftsaussichten für heutige Studierende nicht schlecht sind, machen sich viele Sorgen. Hier
kann der BDB punkten und seine Haltung ändern. Wir als Verband können den Studierenden Zuversicht vermitteln.
Mirbach: Ich möchte die Frage
auf das Familienleben erweitern.
Für mich persönlich als dreifacher Familienvater und Inhaber
eines derzeit 11-köpfigen Architekturbüros ist es eine Herausforderung die Prioritäten richtig
zu verteilen. Das möchte ich
nicht herunterspielen. Jedoch ist mein Ansporn, dass die
Strukturänderungen planmäßig und sukzessive greifen - ich
bin fest der Meinung, dass wir ein noch wirkungsvollerer Verband werden trotz gesunkener Mitgliederzahlen.
Deshalb ist es für uns sehr wichtig, die Aufgaben auf möglichst viele Schultern zu verteilen, damit einer nicht unter der
Last zusammenbricht. Die Geschäftsstelle in München ist da
natürlich eine große Entlastung und der Anlaufpunkt, den es
braucht, um das Pensum zu schaffen.
Wenn die Summe der aktiven, in der berufspolitischen Arbeit
integrierten Mitglieder im gleichen Zuge steigt, wie es die letzten Jahre war, kann der Verband nur gewinnen. Gleichzeitig
sehe ich unmittelbares Gehör auf Bundes- und Landesebene
– als Ansprechpartner steht der BDB zur Verfügung. Das sollte
Ansporn für jedes Mitglied sein, dass auch eine individuelle
Stimme etwas ausrichten kann.
Lioba Gieles
Pressereferentin BDB Bayern
n®Ê>ÃÊ>…ÀiÏiˆÌ̅i“>Ê`iÃÊʈÃÌʹ-Ì>`ÌÊUÊ>˜`ÊUÊ7œ…˜i˜Ê
– bezahlbar + zu Hause“. Was kann der BDB als Verband,
was können aber auch seine einzelnen Mitglieder zu diesem
Thema vielleicht in der öffentlichen Diskussion beitragen?
Bartl: Der BDB hat als Verband ganz klar Stellung bezogen.
Wir sind für eine Wohnpolitik, die nicht nur Luxuswohnungen
BDB-Nachrichten 3/2014
13
Landesverband Bayern
Erstes zertifiziertes Kunstmuseum in Passivhausbauweise erhält Balthasar-Neumann-Auszeichnung
Nach einer mehrjährigen Pause wurde in diesem Jahr zum
ersten Mal der Balthasar-Neumann-Preis wieder verliehen.
Am 25. Juni 2014 war es in Würzburg so weit und der Preis
des BDB und der Deutschen Bauzeitschrift (DBZ) wurde an
den Gewinner, das Landesarchiv NRW in Duisburg, übergeben. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert und wurde in einer feierlichen Zeremonie in der Würzburger Residenz verliehen.
Doch nicht nur das Landesarchiv NRW wurde geehrt. Auch
fünf weiteren Wettbewerbsbeiträgen wurde eine Auszeichnung zuteil. Das Kunstmuseum in Ravensburg ist das erste
weltweit zertifizierte Kunstmuseum in Passivhausbauweise.
Verantwortlich für das Passivhauskonzept zeichnete das Weitnauer Planungsbüro Herz & Lang, dessen Geschäftsführer
Dipl.-Ing. (FH) Dieter Herz und Dipl.-Ing. (FH) Florian Lang Mitglieder im BDB Landesverband Bayern sind.
In der Planung hatte das Kunstmuseum Ravensburg höchste
Anforderungen zu erfüllen: Zum Einen die besonderen Aspekte eines Museums – große Wandflächen, d. h. wenig Fenster, und ein perfektes und konstantes Raumklima, damit die
Ausstellungsstücke keinen Schaden nehmen würden – und
zum Anderen sollten die Betriebskosten für den Nutzer, die
Balthasar-Neumann-Preis 2014: Die Träger der Auszeichnung
(u. a. Florian Lang 2.v.l.) mit Marion Bartl und Hans Georg Wagner
(Bild: Bauverlag BV/Nicolai Stein, Manico TV)
Stadt Ravensburg, so niedrig wie möglich gehalten werden.
Beides wurde exzellent mit dem Passivhauskonzept umgesetzt.
Kunstmuseum Ravensburg eingebettet in den historischen Stadtkern (Bild: Herz & Lang, Brock)
14
BDB-Nachrichten 3/2014
Landesverband Bayern
Die Ziegeldecke ist ein besonderer Hingucker im Inneren (Bild: Herz & Lang, Brock)
Von Außen nach Innen betrachtet bildet die Außenwand aus
recycelten Ziegeln aus Abbruchhäusern nicht nur einen Hingucker und fügt sich ästhetisch sehr gut ins historische Stadtbild ein, sie bildet zusammen mit der Betonwand innen und
einer 24 Zentimeter dicken Dämmung in der Mitte auch die
Grundlage für das Passivhaus. Ein planerisches Problem bildeten die zu reduzierenden Wärmebrücken. Dieses wurde
durch eine Spezialanfertigung, die den Stahlanteil des Befestigungssystems so niedrig wie möglich hielt, gelöst.
Da eine Karusselltüre als Gebäudeeingang normalerweise
nicht dafür bekannt ist, besonders energiesparend zu sein,
mussten sich die Verantwortlichen auch hier um eine Speziallösung bemühen, die den energetischen Ansprüchen der Planung entsprach.
Die Haustechnik ist ein weiterer Pluspunkt des Gebäudes.
Eine CO2-gesteuerte Lüftungsanlage sorgt für ein zuverlässiges Raumklima, das den Gemälden keinen Schaden zufügt.
Je nach Nutzungsintensität wird entweder Frisch- oder Umluft
zugefügt, eine Wärmerückgewinnung ist in die Anlage integriert. Auch mit Luftfeuchtigkeitswerten konstant um die 50
Prozent hat die Technik, durch die Passivbauweise begünstigt, keine Probleme. Geheizt wird über Erdsonden und eine
Gas-Absorptions-Wärmepumpe mit sehr niedrigem Primärenergiebedarf.
Dies alles schafft ideale Bedingungen für die Ausstellungsstücke sowie für den Komfort der Besucher. Für den Investor, die
Firma Georg Reisch, sowie den Mieter, die Stadt Ravensburg,
haben sich die Mehrkosten von acht bis zehn Prozent für die
Passivbauweise auf jeden Fall bezahlt gemacht. Maßgeblich
an diesem Erfolg beteiligt war das Planungsbüro Herz & Lang.
Der BDB Bayern gratuliert für diesen Erfolg sehr herzlich.
Eine besondere, energiesparende Karusselltüre für das Museum
(Bild: Herz & Lang, Brock)
BDB-Nachrichten 3/2014
Mehr Information: Herz-Lang GmbH, www.herz-lang.de
Autorin: Lioba Gieles
15
BG Bayreuth
Neues aus der Bezirksgruppe Bayreuth
Ein Museum von internationalem Rang entsteht zur Zeit mit
einem Kostenaufwand von 18 Mio. Euro auf dem Gelände der
Villa Wahnfried, dem ehemaligen Wohnhaus von Richard
Wagner, in Bayreuth. Der Gebäudebestand mit Villa Wahnfried, Siegfried-Wagner-Haus und Gärtnerhaus wird durch
zwei Neubauten ergänzt, die im Untergeschoss miteinander
verbunden sind. Der wesentliche Teil der Neubauten, u. a. das
Archiv, ist in der Erde versenkt. An den Planungen des Museums, das im Juli 2015 eröffnet werden soll, sind beteiligt:
UÊ -Ì>>L‡ÀV…ˆÌiŽÌi˜ÊqʘÌÜÕÀv]Ê
UÊ i`ˆi˜>ÀV…ˆÌiŽÌÕÀLØÀœÊ>˜}i`‡ iÀÛiÃÊqÊÌiV…˜ˆÃV…iÊ
Ausstattung,
UÊ …}ʓiÀâÊqÊÕÃiՓÃ}iÃÌ>Ì՘}°Ê
Teilnehmer Baustellenbesichtigung „Haus Wahnfried“, ganz rechts
Herr Fraas
links Haus Wahnfried, rechts Museumsneubau
Am 24. Juni 2014 haben wir das Gelände der Landesgartenschau 2016 in Bayreuth besichtigt. Die Baumaßnahmen haben
uns der Geschäftsführer Ulrich Meyer zu Helligen und der technische Leiter Sebastian Schneider erläutert. Das Gelände liegt
im Rückstauraum der Wehranlage des Roten Mains, das für
den Hochwasserschutz der Stadt Bayreuth errichtet wurde –
vgl. Bericht in den BDB-Nachrichten 3/2012.
Für die Landesgartenschau sind einige der wichtigsten Baumaßnahmen:
UÊ &Žœœ}ˆÃV…iÀÊ1“L>ÕÊ`iÃÊ,œÌi˜Ê>ˆ˜ÃÊ`ÕÀV…Ê`>ÃÊ7>Ãserwirtschaftsamt mit vier Flussschleifen und Vogelnistplätzen,
Museumsneubau Erdgeschoss innen
Dipl.-Ing. (FH) Fraas vom Hochbauamt der Stadt Bayreuth hat
am 16. Mai 2014 unsere Gruppe von 20 Teilnehmern über die
Baustelle geführt und uns die wichtigsten zukünftigen Attraktionen des Museums erläutert. Das Museum erhält aufwendig
gestaltete Vitrinen und u. a. „Hörmuscheln“, in denen der Besucher sich die Musik Wagners anhören kann. Dank der pointierten Erläuterungen durch Herrn Fraas ein sehr kurzweiliger
Rundgang! Wir sind alle gespannt auf die Eröffnung. Bis dahin
wird sich hoffentlich die noch offene Finanzierung der zukünftigen Betriebskosten geklärt haben.
16
Landesgartenschau: Geländeübersicht
BDB-Nachrichten 3/2014
BG Bayreuth
}Àœ~i˜Ê˜}>}i“i˜ÌÊ`iÀÊ>“ˆˆi˜Ê7ˆÀ̅Ê՘`Ê>ÀˆÌ̎iʈÃÌÊiÃÊâÕÊ
ÛiÀ`>˜Ži˜]Ê`>ÃÃÊ`ˆiÊ,BՓˆV…ŽiˆÌi˜Ê`iÀÊi“i˜>ÌiÊۜ“Ê-V…ÕÌÌÊ
}iÀBՓÌ]Ê }iÈV…iÀÌÊ Õ˜`Ê vØÀÊ Ø…À՘}i˜Ê âÕ}B˜}ˆV…Ê }i“>V…ÌÊ
ܜÀ`i˜Ê Ș`°Ê œˆi˜iˆ˜ÜB˜`iÊ ÛiÀ“ˆÌÌi˜Ê iˆ˜i˜Ê ˆ˜`ÀÕVŽÊ ۜ˜Ê
`iÀÊvÀ؅iÀi˜ÊÕÃÃÌ>ÌÌ՘}Êqʈ˜ÃLiܘ`iÀiÊ`iÀÊՓv>˜}ÀiˆV…i˜Ê
7>vvi˜Ã>““Õ˜}]Ê `ˆiÊ ˜ˆV…ÌÊ “i…ÀÊ ÛœÀ…>˜`i˜Ê ˆÃÌ°Ê <Õ“Ê LÃV…ÕÃÃÊ`iÀÊiÈV…̈}՘}ʅ>Li˜Ê܈ÀÊ՘ÃÊ`ˆiÊ«ÀœviÃȜ˜iiÊՏ̈“i`ˆ>ÃV…>ÕÊۜ˜ÊiÀÀ˜Ê>ÀˆÌ̎iÊØLiÀÊ`ˆiÊi“i˜>ÌiÊ>˜}iÃi…i˜°Êiiˆ˜`ÀÕVŽi˜`tÊØÀÊ-«iˆÃÊ՘`Ê/À>˜ŽÊȘ`Ê܈ÀÊ`>˜˜Êˆ˜Ê`ˆiÊ
>˜}Ài˜âi˜`iÊ>ÃÌÃÌBÌÌiʹ-V…œÃÃLÀBÕºÊiˆ˜}iŽi…ÀÌÊqÊLiˆÊ…œV…Ãœ““iÀˆV…i˜Ê/i“«iÀ>ÌÕÀi˜°Ê
Landesgartenschau Teilnehmer, von rechts Sebastian Schneider und
Ulrich Meyer zu Helligen
Landesgartenschau: Auensee
Schloss Thurnau: Kemenate mit Resten der ehemaligen Pracht
UÊ ˜>}iÊiˆ˜iÃÊÕi˜ÃiiÃʓˆÌÊ7>ÃÃiÀëˆi«BÌâi˜]Ê
UÊ ˜>}iÊۜ˜Ê*>˜œÀ>“>‡Ê՘`Ê>˜`ÃV…>vÌÎ>Lˆ˜iÌÌi˜°
ˆÃÊâÕÀÊÀŸvv˜Õ˜}Ê>“ÊÓÓ°Ê«ÀˆÊÓä£ÈʈÃÌʘœV…Êiˆ˜ˆ}iÃÊâÕÊÌ՘]Ê`ˆiÊ
ÀLiˆÌi˜Êˆi}i˜Êi`œV…Ê}ÕÌʈ“Ê<iˆÌ«>˜°Ê7ˆÀʅœvvi˜]ÊۈiiÊiÃÕV…iÀʈ˜Ê>ÞÀiÕ̅ÊLi}ÀØ~i˜ÊâÕʎŸ˜˜i˜°ÊiˆÊ`iÀÊ6iÀ“ˆÌ̏՘}Êۜ˜Ê
؅À՘}i˜ÊȘ`Ê܈ÀÊ}iÀ˜ÊLi…ˆvˆV…tÊ
i˜ÊLÃV…ÕÃÃÊ՘ÃiÀiÀÊ6iÀ>˜ÃÌ>Ì՘}i˜ÊۜÀÊ`iÀÊ-œ““iÀ«>ÕÃiÊ
Lˆ`iÌiÊ`ˆiÊiÈV…̈}՘}Ê`iÀʹœ…i˜Êi“i˜>Ìiº]Ê`i“Ê>ÕÃÊ`i“Ê
£Î°Ê>…À…Õ˜`iÀÌÊÃÌ>““i˜`i˜ÊBÌiÃÌi˜Ê/iˆÊۜ˜Ê-V…œÃÃÊ/…ÕÀ˜>հʈiÃiÀÊ/iˆÊ`iÀÊiLBÕ`i>˜>}iʈÃÌÊ`ÕÀV…Êiˆ˜iʜâLÀØVŽiÊ
“ˆÌÊ`iÀÊ}i}i˜ØLiÀˆi}i˜`i˜Ê-V…œÃΈÀV…iÊÛiÀL՘`i˜°ÊiˆÊ`iÀÊ
iLBÕ`i>˜>}iʅ>˜`iÌÊiÃÊÈV…ÊՓÊiˆ˜iÃÊ`iÀÊÜi˜ˆ}i˜Ê˜œV…Ê
iÀ…>Ìi˜i˜ÊiˆÃ«ˆiiÊvØÀÊiˆ˜iʓˆÌÌi>ÌiÀˆV…iÊÕÀ}]Ê`ˆiÊâÕÊiˆ˜i“Ê
-V…œÃÃÊ `iÀÊ >“ˆˆi˜Ê ¹Ûœ˜Ê ˆiV…ºÊ ՘`Ê ¹Ø˜~LiÀ}ºÊ iÀÜiˆÌiÀÌÊ
ÜÕÀ`i°ÊˆiÊ,BՓˆV…ŽiˆÌi˜Ê`iÀÊ-V…œÃÃ>˜>}iÊÜiÀ`i˜ÊÕ°Ê>°Ê>ÃÊ
œÌiÊ ՘`Ê `ÕÀV…Ê iˆ˜Ê ˜Ã̈ÌÕÌÊ `iÀÊ 1˜ˆÊ >ÞÀiÕÌ…Ê }i˜ÕÌâÌ°Ê i“Ê
Schloss Thurnau: Herzlicher Dank vom Vorsitzenden an die Herren
Karittke und Wirth
ˆ˜Êˆ˜ÜiˆÃÊ>ÕvÊ՘ÃiÀÊ/>}iÃÃi“ˆ˜>ÀÊ>“Ê£Ç°Ê œÛ°ÊÓä£{\Ê<ÜiˆÊ
˜>“…>vÌiÊ >V…iÕÌiÊ ÜiÀ`i˜Ê ՘ÃÊ `ˆiÊ iÕiÀ՘}i˜Ê âÕÀÊ 6Ê
Óä£{Ê՘`Ê"ÊÓä£ÎÊiÀBÕÌiÀ˜°Ê*Àœv°ÊŸiÀʈÃÌʜV…ÃV…Տi…ÀiÀÊ>˜Ê`iÀÊ/7Êiˆ«âˆ}ÊvØÀÊ`>ÃÊ>V…}iLˆiÌÊ>Õ«…ÞȎ°ÊÀʅBÌÊ
6œÀÌÀB}iÊ âÕÀÊ ˜iÀ}ˆiiˆ˜Ã«>ÀÛiÀœÀ`˜Õ˜}]Ê Õ°Ê >°Ê vØÀÊ `ˆiÊ ˆÀ“i˜Ê
6ˆÃÓ>˜˜Ê՘`ÊÜÛiÀ°ÊÀÊ܈À`Ê՘ÃÊ`ˆiʘiÕi˜Ê,i}iÕ˜}i˜Ê«À>݈Ø>…Ê ÛiÀ“ˆÌÌi˜°Ê ˆ«°‡˜}°Ê ­®Ê >À̈˜Ê iˆiÀÊ ˆÃÌÊ ÀV…ˆÌiŽÌÊ
՘`Ê Ÿ°L°Õ°Û°Ê ->V…ÛiÀÃÌB˜`ˆ}iÀÊ vØÀÊ œ˜œÀ>ÀiÊ Õ˜`Ê LiÌÀiˆLÌÊ iˆ˜Ê
->V…ÛiÀÃÌB˜`ˆ}i˜LØÀœÊ ˆ˜Ê *>Õi˜°Ê ÀÊ ÜˆÀ`Ê Õ˜ÃÊ ÜˆV…̈}iÊ /…i“i˜Ê`iÀʘiÕi˜Ê"ʎœ“«iÌi˜ÌÊ`>ÀÃÌii˜°Ê>ÃÊ}i˜>ÕiÊ*Àœ}À>““Êvˆ˜`i˜Ê-ˆiÊ>ÕvÊ՘ÃiÀiÀʜ“i«>}iÊ՘ÌiÀʹ/iÀ“ˆ˜iºÊ°
ˆiÊ >ŽÌÕii˜Ê 6iÀ>˜ÃÌ>Ì՘}ň˜ÜiˆÃiÊ vˆ˜`i˜Ê -ˆiÊ …ˆiÀÊ ˆ“Ê ivÌÊ
՘ÌiÀʹiâˆÀŽÃ}ÀÕ««i˜ÌiÀ“ˆ˜iºÊ՘`Ê>ÕV…Ê>ÕvÊ՘ÃiÀiÀʜ“i«>}iÊwww.bdb-bayreuth.deÊ՘ÌiÀʹŽÌÕiiú°
Schloss Thurnau mit Kemenate (links) und Schlosskirche
BDB-Nachrichten 3/2014
Dr. Hans-Günter Schneider
17
BG Deggendorf
Besuch der Landesgartenschau in Deggendorf
Anlässlich der Mitgliederversammlung am 6. Juni 2014 besichtigten die Teilnehmer die Landesgartenschau 2014 in Deggendorf entlang an beiden Ufern der Donau.
Im Gleisdreieck auf der Streuobstwiese trafen wir uns zu einem Gruppenbild.
Der von uns gestiftete Apfelbaum ist gekennzeichnet mit folgender Inschrifttafel:
Die Donaugartenschau ist dank
Bund Deutscher Baumeister, Architekten und
Ingenieure, Deggendorf
um einen
Apfel (Malus ‚Geheimrat Dr. Oldenburg‘)
reicher.
Gemeinsam Planen und Bauen. Für die Menschen.
Es lohnt sich die neue Landesgartenschau zu besuchen. Für
alle Brückenbauer unter uns ist die nagelneue Fuß- und Radwegbrücke über die Donau Unterstrom neben der neuen Eisenbahnbrücke als elegantes Stahlfachwerk mit einem Bohlenbelag aus Lärchenholz besonders sehenswert. Das
Gelände der Landesgartenschau grenzt unmittelbar an den
Campus der Technischen Hochschule Deggendorf an.
Mit den fertiggestellten Neubauten kann der Campus jetzt
5.000 Studenten aufnehmen.
Die Landesgartenschau in Deggendorf ist mit der Promenade
entlang am linken Ufer der Donau ein echter Gewinn für das
Stadtbild und für das „Tor“ vom Gäuboden zum Bayerischen
Wald.
Friedrich Hornik
18
BDB-Nachrichten 3/2014
BG Regensburg
BDB Mitglieder weltweit
Australien
Zum vierten Mal schreibe ich nun schon über dieses Land.
Seine Metropolen, seine wilde Natur und die gelegentlich anzutreffende, von Leichtigkeit und Natürlichkeit geprägte zeitgenössische Architektur, die mich hierher gezogen haben, versprachen nicht zu viel. Eine Möglichkeit professionell zu
arbeiten habe ich allerdings nicht gefunden. Stattdessen finanzierte ich mich mit einem Farm- und einem Restaurantjob. Weiterhin lasse ich es mir aber nicht nehmen, an dieser Stelle, über
die besonders interessanten Orte meiner Reise zu berichten.
Einer der exotischsten und eindrucksvollsten heißt Canberra.
Der Name bedeutet in der Sprache der Aborigines soviel wie
„Versammlungsstätte“, und genau dass ist er heute noch. Entgegen der Vermutung Vieler ist weder Sydney noch Melbourne
die Hauptstadt Australiens, sondern Canberra.
Geschichte
Als sich 1901 die sechs britischen Kolonien auf dem australischen Kontinent zum Australischen Bund (Commonwealth of
Australia) vereinigten, beschloss man aufgrund der Rivalität
zwischen Sydney und Melbourne die Errichtung einer Planhauptstadt im Landesinneren. 1911 wurde ein internationaler
Städtebauwettbewerb ausgeschrieben, der zur Einreichung
von 137 Entwürfen führte. Aus ihnen ging 1912 die Arbeit des
US-amerikanischen Architekten Walter Burley Griffin als Sieger hervor. Während die anderen Bewerber Städte nach europäischem Vorbild entwarfen, schuf er eine Stadt die der enormen Bedeutung von Natur und Landschaft für das australische
BDB-Nachrichten 3/2014
Selbstverständnis entspricht. Als Vertreter der Chicagoer
„Prairie School“ und ehemaliger Mitarbeiter Frank Lloyd
Wrights war er dafür wohl prädestiniert.
Entwurf
Griffin machte die vorgefundene Topographie zum Ausgangspunkt seines Planes. Er zog gerade Linien zwischen Hügeln
und Bergspitzen und machte diese Struktur zur Grundlage eines geometrischen Straßenachsensystems. Es entstand das
„Parliamentary Triangle“, welches von einer Wasserachse, einem angestauten Fluss, durchquert wird (seit 1964 Lake Burley
Griffin). An der Spitze des Dreiecks sitzt „Parliament House. An
den beiden anderen Enden des Dreiecks einerseits der „City
Hill“, Auftakt zum zivilen Stadtzentrum, anderseits das austra-
lische Verteidigungsministerium. Auf der Mittelachse das „Australian War Memorial“ und die „ANZAC Parade“.
Sehenswürdigkeiten
Die wichtigsten Orte der Stadt erreicht man seit dem Jahrhundertjubiläum 2013 bequem mit einem kostenlosen Shuttlebus.
Australian War Memorial. Der markante Kuppelbau bildet das
Pendant zum Parlamentsgebäude, mit welchem er auf einer
Achse, der Mittelachse der Stadtanlage sitzt. In den dreißiger
Jahren errichtet war es zunächst den vielen tausend australischen Soldaten gewidmet, welche im ersten Weltkrieg ihr Leben für das Britische Empire ließen. Australien hatte gemes19
BG Regensburg
Australian War Memorial
National Lybrary of Australia
sen an der Bevölkerungszahl in diesem Krieg die meisten Verluste zu beklagen. V. a. der katastrophal gescheiterte Frontalangriff der australischen und neuseeländischen Verbände
(ANZAC) auf das Osmanische Reich 1915 gilt als erste
menschliche und militärische Katastrophe beider Nationen. Im
„Australian War Memorial“ sind heute alle jemals gefallenen
Australischen Soldaten aufgelistet. Die Architektur erinnert interessanter Weise stark an osmanische Bauten. Moderne Erweiterungen erzählen die Geschichte der australischen Militäreinsätze. (Ich persönlich fand die verherrlichende Präsentation
High Court of Australia
Auf der anderen Seite des Lake Burley Griffin findet man die
wichtigsten politischen und kulturellen Bauten im „Parliamentary Triangle“. Dies sind z. B.: National Gallary of Australia,
National Lybrary of Australia , High Court of Australia.
Allesamt umgeben von Bäumen, Sträuchern und Wiesen.
Kurz vor der Spitze des „Parliamentary Triangle“ steht das
strahlend weiße „Old Parliament House“.
National Gallary of Australia
von Kriegsgerät sowie die im Shop angebotenen Kriegsspielzeuge für Kinder äußerst makaber.) Entlang der breiten „ANZAC Parade“, welche mehrspurig hinunter zum Fluss führt,
stehen die Denkmäler anderer Kriege (Korea, Vietnam, Irak,
Afghanistan etc.).
Verzögert durch den ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise wurde es von 1923–27 in einem stark an von Art Deco
geprägtem Still errichtet. Bis zu seiner Einweihung tagte das
australische Parlament im Parlamentsgebäude von Victoria in
Melbourne. Mit dem Umzug 1927 wurde Canberra offiziell
Hauptstadt. Von Anfang an war das Gebäude als Provisorium
gedacht. Walter Burley Griffin sah in seinem Entwurf von 1911
bereits die Errichtung eines neuen Parlamentsgebäudes vor,
Old Parliament House
20
BDB-Nachrichten 3/2014
BG Regensburg
Old Parliament House – Hauptfassade
Old Parliament House – Eingangshalle
welches das alte ersetzen sollte, wenn dieses zu klein würde.
Dies geschah in den 80er Jahren an der vorgesehenen Stelle,
auf dem „Capitol Hill“, der Spitze des „Parliamentary Triangle“.
Jedoch hatte sich in den 70 Jahren, die zwischen städtebaulicher Planung und architektonischer Umsetzung lagen, der
Zeitgeist etwas geändert. So sah der Siegerentwurf aus dem
Jahr 1980 vor, das neue Gebäude in den „Capital Hill“ hineinzubauen, anstatt es darauf zu platzieren. Verfasser war der
italienisch-amerikanische Architekt Romaldo Giurgola, welcher heute in Australien lebt.
vom Zentrum gelangt man via Lift auf das Dach. Hätte man
nicht vor kurzem Zäune aufgestellt wäre es auch möglich, von
außen über den grasbewachsenen Hügel, in den das Gebäude hineingebaut wurde, zu laufen.
Durch eine mit weißem Marmor bekleidete Säulenvorhalle betritt man die ebenfalls mit Marmor ausgekleidete Eingangshalle. Von dort aus gelangt man gerade aus in einen großen
Veranstaltungssaal, oder links und rechts über Treppen ins 1.
Obergeschoss. Vorbei an vielen Ausstellungen findet der Besucher den Weg ins Zentrum des Gebäudes, welches von einem pyramidenförmigen Glasdach überdeckt ist. Über eine
Gallery darunter erhält man einen Blick ins Erdgeschoss, wo
sich die Politiker bewegen. Links und rechts gelangt man in
Die „Bush Capitol“ Canberra ist eine Stadt, die weltweit wohl
ohnegleichen ist. Dennoch gibt es etwas, das sie in den
Schatten stellt. Es sind die Originalzeichnungen Walter Bruley
Griffins und seine Vision einer nachhaltigen und demokratischen Stadt. Leider ist es den Behörden in den letzten 100
Jahren nicht gelungen, diese Vision konsequent umzusetzen.
Es fehlt die angedachte urbane Dichte, sowohl des Regierungsteils als auch der Zivilstadt. Stattdessen gibt es ausufernde Wohnvororte und Schnellstraßen. Viele Gebäude brechen durch ihre Höhe mit der Idee einer horizontalen Stadt.
Eine Eisenbahnanbindung nach Sydney und Melbourne wurde bis heute nicht realisiert. Doch die Stadt ist noch jung, es
bleibt zu hoffen, dass bei der zukünftigen Stadtentwicklung
auf die Schaffung der noch notwendigen urbanen Elemente
aus Griffins Plan Rücksicht genommen wird.
die beiden Kammern, den Kongress und das Repräsentantenhaus. Dort kann man, wieder von Oben herab, die Sitzungen
verfolgen. In meinem Fall die „Question Time“ der Opposition
an die Regierung des neuen Primeministers Tony Abbott. (Wer
schon mal eine Parlamentssitzung verfolgt hat, weiß vielleicht
wie amüsant solch eine Veranstaltung sein kann). Ebenfalls
Obwohl sich Gebäude der Postmoderne bei meiner Generation keiner großen Beliebtheit erfreuen, habe ich hier im
australischen Busch doch eines gefunden, das mich beeindruckt und worauf die Australier zu Recht stolz sind.
Resümee
Aquarellierte Originalzeichnung, Marion Mahony Griffin, 1912
BDB-Nachrichten 3/2014
21
BG Regensburg
Sommerfest am Badeplatz in Ramspau. Radtour nach
Bach an der Donau mit Silberbergwerk & Wein. Siebter
Regensburger Baumeistertag.
Sommerfest, Grillen, Baden, Kanutour
Unser Grillmeister
Im Juli bei schönstem Sonnenschein, feierte die Regensburger Bezirksgruppe am Badeplatz in Ramspau ihr Sommerfest.
Am Ufer des Regens fanden sich die Mitglieder mit Familie,
Die Philosophenrunde
Kinder und Freunden zusammen, um bei Bier, Wein und Gegrilltem, auch Kaffee und Kuchen, in lockerer Stimmung ins
Gespräch zu kommen, Pläne für die Zukunft zu schmieden
und Vergangenes Revue passieren zu lassen.
Der BDB Strandpavillon
Nach einer kleinen Schwimmrunde und ein paar Runden im
Kanu wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit im Strand Pavillon über das Baumeisterleben philosophiert.
Vorankündigungen
Wir möchten Sie auf diesem Weg über unsere nächsten Termine informieren. Am 21. September treffen wir uns zu einer
Radtour nach Bach an der Donau. Wir besichtigen dort das
Silberbergwerk und dürfen im Anschluss eine kleine Weinprobe genießen.
Am 24. Oktober findet der siebte Regensburger Baumeistertag statt. In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule
Regensburg haben wir ein interessantes Vortragsprogramm
für Sie organisiert.
22
Bei kurzfristigen Ankündigungen oder Programmänderungen
informieren wir Sie per E-Mail und über unsere Hompage
www.bdb-regensburg.de in der Rubrik Aktuelles.
Wir freuen uns über Anregungen und neue Ideen – kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail, Fax oder Telefon oder kommen
Sie zu unseren monatlichen Treffen!
Volker Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit
BDB Regensburg
BDB-Nachrichten 3/2014
BG Würzburg/Ingolstadt
Aktuelles aus der Bezirksgruppe Würzburg
Anfang Mai hat uns eine Delegation der BDB – BG Regensburg besucht. Das Programm war sehr umfangreich und
selbst wir Würzburger konnten bei der ein oder anderen Führung durch den Dom von Herrn Dr. Lenssen oder den historischen Dachstuhl der Residenz durch Oberkonservator Dr.Ing. Wiesneth, noch etwas Neues dazulernen. Wir freuen uns
schon auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr.
Am 12.05.2014 haben wir in der Fachhochschule einen sehr
guten und inspirativen Vortrag von dem international tätigen
Büro Schlaich, Bergemann und Partner über Fußgängerbrücken gehört. Wir können also gespannt sein auf den neuen
Mainsteg bei Veitshöchheim.
Am 23.05.2014 fand das traditionelle BDB-Spargelessen
statt. Der Weg hat uns diesmal bei schönstem Sonnenschein
durch die Weinberge an der Vogelsburg geführt mit anschließender Einkehr auf der nahe gelegenen Hallburg. Unterfranken ist einfach schön!
Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass die BalthasarNeumann-Preis-Verleihung wieder zurück in Würzburg ist. Die
Preisverleihung am 25.06.2014 in der Würzburger Residenz
war ein echtes Highlight für den BDB und für Würzburg.
Ziel dieser Veranstaltung ist der kollegiale und konkurrenzfreie
Gedanken- und Ideenaustausch in entspannter Atmosphäre.
Am 28.07.2014 fand in der BG Würzburg eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, um die neuen Strukturen im
Verband, auch in der Bezirksgruppe formell umzusetzen. Bedingt durch die neue Satzung gibt es keine Fachreferate mehr,
an deren Stelle wurden nun 4 Berater gewählt. Für die Architekten wird künftig Ernst Höring, für die Ingenieure Reiner
Back, für die Öffentlichkeitsarbeit Alexandra Bauer-Chesauan
und für die Studenten weiterhin Katrin Strohbach als Fachberater/in für die Bezirksgruppe Würzburg tätig sein.
Ganz herzliche Geburtstagsgrüße senden wir unseren langjährigen Mitgliedern:
Robert Simon aus Schwarzach zum 85. Geburtstag
Wolfgang Schleinkofer aus Würzburg zum 70. Geburtstag
Auf folgende Veranstaltungen möchten wir gerne schon jetzt
hinweisen und würden uns über eine rege Teilnahme freuen.
Anmeldungen bitte unter 0931/790 362 70 od. 15545:
UÊ £{°££°Óä£{ʇ>À̈˜ˆ‡>˜ÃiÃÃi˜
UÊ äx°£Ó°Óä£{ʇ7iˆ…˜>V…ÌÃviˆiÀ
ABC -
Das jährliche Sommerfest der im Treffpunkt Architektur Unterfranken versammelten Verbände, hat am 17.07.2014 in der
„Bronx“ stattgefunden.
Bezirksgruppe Ingolstadt auf der JOBtotal 2014
Die Bezirksgruppe Ingolstadt des BDB ist mit einem Stand auf der erfolgreichen, größten regionalen Messe rund
um Ausbildung, Beruf und Karriere vertreten.
Namhafte Aussteller, ein interessantes und attraktives Veranstaltungsprogramm, ausgewählte Impulsforen – mit der JOBtotal am 14. Oktober in der Saturn-Arena bietet die Agentur für
Arbeit Ingolstadt bereits im dritten Jahr eine Messe, die das
gesamte Spektrum „Arbeit“ abdeckt und den Messebesuchern jede Menge Berufs- und Karrieremöglichkeiten aufzeigt.
„13.000 Besucher und 150 Aussteller in den vergangenen beiden Jahren machen die JOBtotal zu einer der größten Berufsmessen in Süddeutschland“, freut sich Organisator Sven
Neuenfeldt.
Die BDB-Bezirksgruppe Ingolstadt konnte sich einen der letzten freien der äußerst begehrten Plätze der Messe sichern und
wird am 14. Oktober mit einem Stand vertreten sein. Im Wechsel werden Mitglieder der Bezirksgruppe sich und ihren Beruf
bzw. ihr Büro vorstellen, um zum einen Werbung für den Beruf
des Bauingenieurs/Architekten und ihre eigenen Büros zu maBDB-Nachrichten 3/2014
chen sowie zum anderen natürlich auch die Werbetrommel für
den BDB zu rühren.
Geplant ist außerdem die Initiierung eines „Job-Karussells“:
Interessierte junge Menschen lernen dabei im Rahmen eines
Praktikums jeweils einen Tag lang jeweils einen Betrieb (und
Beruf) kennen, bevor sie tags darauf in den nächsten Betrieb
wechseln. So hat jeder der Teilnehmer die Möglichkeit, innerhalb nur einer einzigen Woche das gesamte Spektrum der
Baumeister-Berufe kennenzulernen: vom Architekten über
den Tragwerksplaner und den Ingenieur für Haustechnik bis
hin zum Bauunternehmer.
Die Aktion soll u. a. an den regionalen Schulen beworben werden, so dass die BDB-Bezirksgruppe Ingolstadt sich aktiv für
die Nachwuchsgewinnung und die Bekämpfung des allgegenwärtigen Fachkräftemangels in Deutschland und insbesondere der Region einsetzen kann.
23
Planer am Bau
2. Auflage: QM-Fibel für Architekten und Ingenieure
Neue Mitgliedbüros lassen den Verbund wachsen
Der QualitätsVerbund Planer am Bau ist durch den Beitritt von zwei weiteren Architekturbüros auf mittlerweile
151 Mitglieder angewachsen. Außerdem wurde die „QM Fibel – Erfolgreiches QualitätsManagement für
Architekten und Ingenieure“ überarbeitet und ergänzt.
„Bayerns Bewahrer“ titelte die Münchener
Abendzeitung im Mai über Christian Gehr
sowie Anja und Norbert Raith. Die Kelheimer
Bürogemeinschaft hatte in liebevoller Detailarbeit das ehemalige Krankenhaus in der Kelheimer Stadtmitte in ein attraktives und zukunftweisendes Bürogebäude umgebaut. Als
Anerkennung dieser Leistung wurde die Bauherrengemeinschaft vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit der Denkmalschutzmedaille 2014 ausgezeichnet. Seit Ende
Juli ist die Raith Architekten GmbH außerdem
das 150. Mitglied des QualitätsZertifikats Planer
am Bau. Kurz nach ihnen trat auch die Regensburger Dömges Architekten AG dem Qualitätsverbund bei. Das Architekturbüro, das bereits
auf eine nahezu 70-jährige Erfahrung zurückblicken kann und in dritter Generation als AG firmiert, ist tief im gesamten Leistungsspektrum der Architektur
und der Stadtplanung verwurzelt. Zu ihrem Leitspruch „Neues
zu wagen ohne waghalsig zu werden, dem Bauherren dienen,
der Aufgabe gerecht werden, und in unserem Tun die Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Öffentlichkeit stets im
Blick behalten“, passt auch der Schritt, das QualitätsManagement-System im Unternehmen einzuführen. Das von Architekten und Ingenieuren mitentwickelte QualitätsZertifikat Planer
am Bau ist eine Alternative zur Zertifizierung nach ISO 9001.
QM steigert die Effizienz
Schlanker, kostengünstiger und effizienter sowie branchenspezifisch auf die Bedürfnisse von Planungsbüros zugeschnitten, wird das anerkannte QM-System auch von öffentlichen
Auftraggebern bundesweit akzeptiert. Initiatoren sind die
Bauingenieure Dr.-Ing. Knut Marhold und Dr.-Ing. E. Rüdiger
Weng. „Viele Architektur-und Ingenieurbüros fürchten zunächst einen hohen Aufwand bei der Einführung und Zertifizierung eines QM-Systems“, weiß Knut Marhold aus langjähriger Erfahrung. „Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. Eine
professionelle Büro-Organisation steigert die Effizienz eines
Unternehmens, eine positive Außendarstellung durch die Zertifizierung erhöht die Kundenbindung.“
Das 48-Stunden-Programm zur Erarbeitung des QM-Handbuchs, von den Planern auf Basis ihrer eigenen Erfahrungs24
werte entwickelt, ist da ein guter und unkomplizierter Einstieg.
Häufig sind die Maßnahmen innerhalb der Unternehmen nach
den ersten Schritten bereits so weit fortgeschritten, dass der
Abschluss der Zertifizierung schnell und unkompliziert erfolgen kann. Hilfreich bei der Umsetzung ist das Muster-Handbuch mit zahlreichen Beispielen und Umsetzungsvorschlägen. Marhold rät allen Nutzern des QM-Systems, das
Handbuch gründlich durchzulesen, ehe sie mit der Implementierung des Qualitätsmanagements beginnen. „Bevor die Büros ihr QM-System zusammenstellen, ist es sinnvoll, dass sich
die Verantwortlichen einen Überblick über den Gesamtaufwand verschaffen“, so Marhold. Einige Kapitel lassen sich relativ schnell abarbeiten, bei anderen sind gründlichere Recherchen notwendig. Eine Kriterien-Checkliste hilft dabei, den
Überblick zu behalten.
Mit 151 Mitgliedern ist der QualitätsVerbund Planer am Bau in
kurzer Zeit zu einer beachtlichen Größe angewachsen, das Interesse bei vielen Planungsbüros ist groß. Zwei weitere Büros
werden den Architekten Dömges und Raith in Kürze folgen
und dem Verbund beitreten.
Neuauflage der QM-Fibel – und Relaunch des
Internetauftritts
Seit August 2014 ist die 2. erweiterte Auflage der „QM Fibel –
Erfolgreiches QualitätsManagement für Architekten und IngeBDB-Nachrichten 3/2014
Planer am Bau
nieure“ erhältlich. Die Autoren Günter Göbel, Knut Marhold
und E. Rüdiger Weng erklären in der QM-Fibel das QualitätsManagement (QM) in Planungsbüros von Architekten und Ingenieuren anhand von Fragen und Antworten zum QualitätsStandard Planer am Bau. Sie stellen heraus, welche Vorteile
von einer QM-Zertifizierung erwartet werden können und wie
hoch der Aufwand einer Zertifizierung ist. Die Autoren zeigen
u. a. bestehende Unterschiede zwischen den beiden Beurteilungssystemen auf und in welcher Form die Leistungen geprüft und zertifiziert werden. Erfahrungen von Büros, die den
Prozess bereits durchlaufen haben, sind ebenfalls eingebunden. „Die erste Auflage der „QM Fibel – Erfolgreiches QualitätsManagement für Architekten und Ingenieure“ war innerhalb kürzester Zeit vergriffen“, erklärt Rüdiger Weng die
Überarbeitung. „Aufgrund der großen Nachfrage durch Bauplanungsbüros haben wir die Fibel jetzt noch erweitert und mit
neuen Bildern unterlegt. Um den direkten Nutzwert für die Leser der QM-Fibel zu erhöhen, wurden zusätzlich QR-Codes
eingesetzt.“
Der Internetauftritt des Verbundes wurde ebenfalls erneuert
und die Mitglieder-Datenbank überarbeitet. Die Website www.
planer-am-bau.de ist im responsiven Design programmiert
und kann jetzt auch auf allen Tablets und Smartphones komfortabel genutzt werden. Neu ist eine Planer-am-Bau-App. Interessierte können sich auf der Website umfassend über den
QualitätsStandard informieren sowie die QM-Fibel erwerben.
Mitglieder des BDB Bayern erhalten die Fibel als (nicht druckbares) PDF kostenfrei. Bitte senden Sie Ihre Kontaktdaten an
info@planer-am-bau.de und schreiben Sie als Betreff „QMFibel – BDB-Freiexemplar“.
Landesverband Bayern
Neue Webseiten des Bundes und des BDB Bayern sind
gestartet
Lange wurde von Seiten des BDB-Bundesverbands auf den
Neustart der neuen Webseite hingearbeitet. Mitte August war
es schließlich so weit. Die Bundesseite startete in neuem Design. Der Arbeitsgruppe „Relaunch des BDB-Internetauftritts“
um Präsidiumsmitglied Hartmut Miksch war es besonders
wichtig, dass die Webseite klarer und einfacher strukturiert
sein wird und die Voraussetzungen geschaffen werden, dass
sich alle Untergliederungen mit dem selben Layout präsentieren können. Auch Nutzerfreundlichkeit in der Pflege war ein
Faktor. All dies konnte vorzüglich umgesetzt werden.
Hinweis: Der Mitgliederbereich der Bund-Webseite funktioniert wie gehabt. Nur wurden die Login-Daten zurückgesetzt,
d. h. von den Mitgliedern geänderte Passwörter gelten nicht
mehr. Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle wie gewohnt telefonisch unter 030 841897-0 zur
Verfügung.
Natürlich hat sich ebenfalls der BDB Bayern diesem Erscheinungsbild angeschlossen. Anfang Oktober 2014 geht auch
die neue BDB-Bayern-Webseite online. Außer der leicht abweichenden Farbgebung unterscheidet sich die Bayern-Webseite ein wenig in Menüpunkten und als besonderes Merkmal
wurde das BDB-Logo um die bayerische Raute erweitert. Damit schließlich auch die Bezirksgruppen folgen können, finden
Mitte Oktober Schulungen der BG-Redakteure statt und deren
Webseiten werden nach und nach umgestellt.
Seien Sie neugierig und schauen Sie hinein!
BDB Bund:
www.baumeister-online.de oder www.bdb-bund.de
BDB Bayern: www.bdb-bayern.de
Die BDB-Bund-Webseite zum Zeitpunkt des Neustarts
BDB-Nachrichten 3/2014
Autorin: Lioba Gieles
25
Fachbericht
Zukunft der Dachentwässerung:
Design am Dach
Bis vor Kurzem hatten Architekten und Hauseigentümer nur
wenige Möglichkeiten, die Dachentwässerung zu gestalten.
Zwar gab es zahlreiche funktionale Lösungen in unterschiedlichen Materialausführungen, doch ein richtiger Blickfang war
nicht dabei. Jetzt hat Grömo, seines Zeichens Spezialist für
Dachentwässerungskomponenten, mit der ersten Design-Linie
eine Möglichkeit geschaffen, die Dachentwässerung ästhetisch
und funktional zu einem Stilelement der Fassade zu machen.
nahme und Reinigung des innen liegenden Siebes. Unterschiedliche Materialvarianten wie (vorbewitterter) Zink, Kupfer, Aluminium und UGINOX FTE ermöglichen Gestaltungsflexibilität.
Zur Design-Linie gehören inzwischen auch ein Rinnenwinkel
und ein Wasserfangkasten. Beide Elemente überzeugen, wie
die Regenwasserklappe, durch eine ästhetische Gestaltung
und sind zugleich einfach und rasch montierbar.
Ausblick: Licht als Element
Als Ergänzung zu den formschönen Elementen der DesignReihe wird es in der Zukunft Rinne und Rohr in Ovalform geben. Anfang des Jahres wurden diese Innovationen bereits auf
zwei Messen präsentiert und fanden großen Zuspruch. Das
Besondere daran: nicht nur die neue ovale Form begeistert,
sondern auch die LED-Beleuchtung, welche Rinne und Rohr
bei Dämmerung und in der Nacht strahlen lässt.
Die Zukunft der Rinne
Dachentwässerung in der Zukunft bedeutet Ästhetik und
Funktionalität, hochwertige Materialien und gute Montierbarkeit. Als Gestaltungselement kommt der Dachentwässerung
in Zukunft besonders bei modernen Gebäuden eine wichtige
Rolle zu. Grömo bietet neben der Design-Linie auch ein Standard-Produktsegment und eine Manufaktur-Linie an und
deckt mit seiner Angebotspalette sämtliche Bereiche des
Dachentwässerungsmarktes ab.
Funktionalität und Ästhetik
Den Anfang machte im vergangenen Jahr die Design-Regenwasserklappe. Bereits der Prototyp der Klappe erhielt im Jahr
2012 den reddot Design Award sowie 2013 den ifDesign Award
und wurde vom Rat für Formgebung für den German Design
Award 2014 nominiert. Die Regenwasserklappe zeichnet sich
neben einer verbesserten Funktionalität und Montierbarkeit vor
allem durch ihr ansprechendes Design aus. Der leicht zu bedienende Tipp-Verschluss erleichtert dem Hausbesitzer die Ent26
BDB-Nachrichten 3/2014
Fachbericht
Beton – stark, dauerhaft … zukunftsfähig!?
Ein Baustoff schärft sein Profil
Dipl.-Ing. Martin Peck, München
In den Ländern der westlichen Welt waren die Veränderungen
der Randbedingungen des Bauens noch nie so tiefgreifend
wie heute.
Größter Motor des Wandels ist die fortschreitende Veränderung der politischen Rahmenbedingungen für Planung, Bau
und Betrieb von Gebäuden, motiviert durch den drohenden
Klimawandel und die zunehmende Ressourcenverknappung.
Wenn die Hintergründe dieser beiden globalen Probleme auch
unterschiedlich sind, – die Maßnahmen zu ihrer Lösung sind in
der Hauptsache die gleichen: allein die Einsparung von Energie und Nutzung alternativer Energieformen schaffen Abhilfe.
Zudem fördert eine nationale, regionale oder lokale Energieerzeugung die heimische Industrie und schafft und sichert Arbeitsplätze. Das energieeffiziente Bauen ist auf dieser Grundlage heute überwiegend ökonomisch motiviert, was einen
deutlichen Unterschied zu den ökologischen Ansätzen im
ausklingenden 20. Jahrhundert und der praktischen Umsetzung einen spürbaren Schub verliehen hat.
Die energetische Gebäudeplanung ist zukünftig stets eine lokale Einzelfallbetrachtung unter maximaler Nutzung des örtlichen Angebots erneuerbarer Energien. Die unmittelbare Verbrennung von Öl oder Gas zur Heizung des Gebäudes entfällt
völlig.
Die grundhafte Veränderung dieser Rahmenbedingungen zum
Bau und Betrieb von Gebäuden betrifft zuvorderst die Planer.
Die energetischen Planungsbelange sind seitens der Architektur zu beachten und ggf. durch Fachplaner zu integrieren.
Diese können z. B. sein:
UÊ `ˆiÊÕÃÀˆV…Ì՘}Ê`iÃÊiLBÕ`iÃʘ>V…Ê`iÀÊ܏>Ài˜Êˆ˜ÃÌÀ>…lung
UÊ `ˆiʘœÀ`˜Õ˜}Êiˆ˜iÀʵÕ>ˆvˆâˆiÀÌi˜Ê7BÀ“i`B““Õ˜}
UÊ `ˆiÊÕvÌiˆÕ˜}Ê`iÀÊ>ÃÃ>`iʈ˜ÊÌÀ>˜ÃÕâi˜ÌiÊ՘`ʜ«>ŽiʏBchenanteile
UÊ `ˆiʘœÀ`˜Õ˜}Êۜ˜Ê>ÕÌiˆi˜ÊâÕÀÊ6iÀÃV…>ÌÌ՘}
UÊ `ˆiÊ ÕÌâ՘}Êۜ˜ÊBV…iÀ˜Ê՘`Ê>ÃÃ>`i˜ÊvØÀÊ`i˜ÊiÌÀˆiLÊ
von Solaranlagen
UÊ `ˆiʘÌi}À>̈œ˜Ê…>ÕÃÌiV…˜ˆÃV…iÀʘ>}i˜Êˆ˜Ê`>ÃÊ/À>}ÜiÀŽÊ
Vor allem im Wirtschaftshochbau werden die wirtschaftlichen
Vorteile einer effizienten energetischen Gebäudeplanung mit
Nutzung alternativer Energien bereits bei überschläglichen
Kosten-Nutzen-Betrachtungen überdeutlich. Neben erheblichen Kosteneinsparungen im Gebäudebetrieb zählt für den
Bauherrn auch das Argument der Versorgungs- und KostensiBDB-Nachrichten 3/2014
cherheit, da er nicht mehr von den spekulativen Einflüssen
des Öl- und Gasmarktes abhängig ist.
Langjährige Planungstraditionen sind also neu zu betrachten,
zu verändern und anzupassen. Die alleinige Aufwertung der
Wärmedämmung ist lediglich eine Standardmaßnahme ohne
innovativen Anspruch – intelligentere Lösungen zur Energiewirtschaft in Gebäuden sind möglich und gefordert.
Für eine ganzheitliche energetische Planung eines Gebäudes
ist zunächst die energetischen Leistungsfähigkeit jener Materialien zu betrachten, die aus konstruktiven Gründen ohnehin
einzusetzenden sind, also z. B. die konstruktiven Massivbaustoffe zur Herstellung von Fundamenten, Tragwerk und Gebäudehülle.
Hierbei stößt man rasch auf den Baustoff Beton, dessen physikalische Stoffeigenschaften zusammen mit den Möglichkeiten des flüssig-plastischen Einbaus eine nähere Betrachtung
lohnen: Beton hat im erhärteten Zustand ein hohes Wärmespeichervermögen bei einer in Relation zu Mauerwerk und
Holz gut nutzbaren Wärmeleitfähigkeit – er eignet sich also
sehr gut als Speicher-, Puffer- und Transportmedium für
Wärme. Die flüssig-plastische Verarbeitung des Betons bietet
die in dieser Art alleinstehende Möglichkeit, technische Anlagen, wie z. B. Leitungen für Austauschmedien, sicher, robust
und wartungsfrei direkt im Bauteil zu platzieren. Durch die
vollflächige Umhüllung der Einbauteile mit dem zunächst flüssigen und dann festen Beton entsteht ein inniger „thermischer
Kraftschluss“ zwischen dem Austauschmedium mit einem
verlustfreien Energieübergang und mit maximalen Austauschraten. Dieses Arbeitsprinzip legt gleich mehrere Arten
der Anwendung zum Heizen und Kühlen des Gebäudeinneren
und zur Energiegewinnung an der Gebäudehülle nahe, von
denen die bereits recht häufig eingesetzte „Bauteilaktivierung“
(„Betonkernaktivierung“) nur eine mögliche Form der Nutzung
ist. Auf diese Weise lassen sich z. B. auch solare Wärmeeinträge in außenliegende Bauteilflächen, entweder aus direkter
Einstrahlung oder als Abwärme einer Photovoltaikanlage (PVAnlage), zur Energiegewinnung nutzen („Massivabsorber“).
Die energetische Aktivierung von Betonbauteilen schränkt die
statische Tragfähigkeit und gestalterische Verwendung nicht
ein, da die integrierten Anlagenteile i. A. klein sind und keine
statisch relevanten Querschnittseffekte verursachen. Im überwiegenden Falle ist zur gleichzeitigen energetischen Nutzung
tragender Betonbauteile keine Neudimensionierung erforderlich, allerdings kann eine Anpassung der Bauteildimensionen
27
Fachbericht
zur Optimierung der energetischen Leistungsfähigkeit im Einzelfall von Vorteil sein.
Die nachstehenden Bauteilgruppen sind zum Teil bekannte
Beispiele für die gleichzeitige energetische und tragwerksaktive Nutzung von Betonkonstruktionen:
UÊ iœÌ…iÀ“ˆi«vB…iÊ ­/À>}ÜiÀŽÃ}Àؘ`՘}Ê Õ°Ê ˜iÀ}ˆi}i܈˜nung)
UÊ }iœÌ…iÀ“ˆÃV…iʏBV…i˜}Àؘ`՘}i˜Ê­Àؘ`՘}Ê՘`ʘiÀgiegewinnung)
UÊ Ã>ˆÃœ˜>iÊ 7BÀ“iëiˆV…iÀÊ ˆ˜Ê Àؘ`՘}ÃL>ÕÌiˆi˜Ê ­-«iˆcherung und spätere Rückgewinnung von Wärmeenergie)
UÊ i̜˜ŽiÀ˜>ŽÌˆÛˆiÀ՘}ʈ˜ÊiÃV…œÃÃ`iVŽi˜Ê՘`Ê7>˜`L>Õteilen (Heizen/Kühlen/Energierückgewinnung)
UÊ -œ>À>ŽÌˆÛiÊ>ÃÈÛ`>V…‡Êœ`iÀÊÕ~i˜Ü>˜`Žœ˜ÃÌÀՎ̈œ˜i˜Ê
(PV-Modul mit Abwärmegewinnung, simultane Strom- u.
Wärmeerzeugung)
UÊ >ÃÈÛ>LÜÀLiÀÊ­˜iÀ}ˆi}i܈˜˜Õ˜}Ê>ÕÃÊ-œ˜˜i˜iˆ˜ÃÌÀ>…lung und der Außenluft)
Vor allem im Wirtschaftshochbau gibt es heute bereits eine
ganze Reihe von Realisierungen, in denen Betonbauteile in
Kombination mit Wärmepumpen zur energetischen Bewirtschaftung des Gebäudes genutzt werden. Betonbauteile mit
geothermischer Funktion oder solche mit thermischer Aktivierung werden besonders häufig eingesetzt. Durch weitere
Kombination mit solaraktivierten Bauteilen an der Gebäudehülle und einem saisonalen Wärmespeicher, etwa im Gebäudefundament, können zusätzlich Elektrizität und Wärme gewonnen und gespeichert werden. Bei all diesen Anwendungen
gibt es hinsichtlich der bauphysikalischen Stoffeigenschaften
und der intensiven energetischen Verbindung zwischen Beton
und den Austauschmedien keine vergleichbar systemfähigen
Massivbaustoffe.
Bei der Betrachtung der Randbedingungen der Ausführung eines Betonbauwerks wird rasch deutlich, dass vor allem die
Fertigteilbauweise hinsichtlich der energetischen Nutzung von
Betonbauteilen ein besonderes Potential besitzt.
lagenweises Arbeiten „von der einen Wandseite zur anderen“
bedeutet. Hierdurch ist der Einbau von Heiz- und Kühlelementen, Rohrleitungen etc. direkt ins Bauteil sehr einfach, schonend und exakt möglich. Durch die Variation der wärmetechnischen Betoneigenschaften der einzelnen Einbaulagen
können z. B., in einem Wandbauteil Zonen mit unterschiedlicher Funktion hergestellt werden. Im Kernbereich kann die
Speicherfähigkeit betont werden und die Wandaußenseiten
können mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit hergestellt
werden, was dazu führt , dass die Wärme mit geringer Trägheit
an einer vorher bestimmten Bauteilseite aus- oder eintritt. So
kann im konkreten Fall die Heiz- oder Kühlleistung des Bauteils in bestimmten Raumsektoren gesteuert werden. Auch
der Anbau einer Wärmedämmung oder der Einbau von Teilen
der hausinternen Gas-, Wasser- und Elektroinstallation oder
die Anordnung gestalterischer Elemente kann ebenso in qualitativ hochwertiger Werksfertigung erfolgen. Insbesondere die
Herstellung kerngedämmter Sichtbetonbauteile erfordert gegenüber einer Ortbetonherstellung weit geringere Bauteildicken und hat im Hinblick auf die gestalterische Qualität der
Ansichtsflächen weniger Gelingensrisiken.
Beton ist ein zukunftsfähiger Baustoff der auch in der Zukunft
mit einem guten ökologischen Gewissen verwendet werden
kann. Seine Eignungen für das energieeffiziente Bauen sind
erst zu geringem Teil entwickelt, die Möglichkeiten der Betonbautechnik und die Baustofftechnologie beweisen diesbezüglich ein großes innovatives Potential. Als mineralischer Baustoff aus „heimischer Erzeugung“ ist Beton ein nachhaltiges
Bauprodukt, das in der Region für die Region hergestellt wird.
Die Herstellungs- und Gewinnungsprozesse der Betonausgangsstoffe und ihre Effekte auf die Umwelt sind seit vielen
Jahren bekannt, beherrscht und ökologisch geregelt. Kurze
Transportdistanzen und eine hohe Recyclingrate sind weitere
ökologische Nachhaltigkeitsfaktoren. Die Verwendung heimischer Materialen für die heimische Bauindustrie schafft und
sichert Arbeitsplätze und belegt die ökonomische Nachhaltigkeit.
Das Bauen mit Fertigteilen ermöglicht erheblich höhere Genauigkeiten und Qualitäten in den Bauteilabmessungen, den
Baustoffeigenschaften und der Platzierung integrierter und
peripher montierter Ein- und Anbauteile. Die werksmäßige
Fertigung der Elemente schließt die im Ortbetonbau unvermeidlichen Witterungseinflüsse aus. Die Personalqualifikation
und alle mitwirkenden Betriebsmittel sind von konstanter
Qualität. Produktionsfehlern müssen nicht, wie im Ortbetonbau hingenommen oder rückgebaut werden, sondern gelangen durch entsprechende Funktionsprüfungen im Fertigteilwerk gar nicht erst auf die Baustelle.
Einen weiteren Vorteil bietet die Fertigung auf horizontalen
Schaltischen: Anders als bei der Ortbetonfertigung werden
Wandbauteile i. A. liegend hergestellt, was baubetrieblich ein
28
BDB-Nachrichten 3/2014
Fachbericht
Online-Montageplaner für Fensteranschlüsse
Planung und bauphysikalischer Nachweis
Die Fenstermontage ist in den letzten Jahren immer mehr zur
Herausforderung geworden. Moderne Wandbaustoffe bieten
sehr gute Wärmedämmeigenschaften verbunden mit einer
Zunahme der Porosität. Gleichzeitig steigen die Rahmen- und
Glasgewichte bei den Fenstern – in vielen Bereichen sind
heute dreifachverglaste Fenster mit einem Gewicht von rund
30 kg/m² Glasfläche Standard. Diese Entwicklung lässt auch
die Anforderungen an das Abdichtungssystem steigen. Bei
mangelnder Luftdichte oder falscher Positionierung des Fensterelements kann es schnell zu Tauwasserbildung kommen.
Die fachgerechte Montage von Fenstern wird
in der technischen
Richtlinie Nr. 20
des Bundesinnungsverbandes
des Glaserhandwerks „Leitfaden
zur Montage von
Fenstern
und
Haustüren“ detailliert und ausführlich beschrieben. Es gibt
viele geeignete Abdichtungsund Montagesysteme, deren Gebrauchstauglichkeit durch Prüfungen nach
der Richtlinie MO-01/1 „Baukörperanschluss von Fenstern“ nachgewiesen wurden. Allerdings ist die Umsetzung auf
konkrete Montagesituationen und Baukörperanschlüsse immer noch aufwändig. Genau hier setzt der Online-Montageplaner an, der vom ift Rosenheim in Zusammenarbeit mit
Würth entwickelt wurde (www.montagetool.de). Mit nur wenigen Klicks können Planer und Verarbeiter auf einem PC oder
Tablet-PC einen Montagepass erstellen, der eine fachgerechte
bauphysikalische Planung des Fenstereinbaus ermöglicht und
bestätigt. Dieser enthält Würth Abdichtungs- und Befestigungssysteme. Bei der weiteren Entwicklung des Montageplaners werden nur Systeme integriert. Wichtig dabei ist, dass
die integrierten Systeme geprüft und zertifiziert sein müssen,
um die fachliche Richtigkeit und damit die Akzeptanz gegenüber Behörden, Planern und Bauherren sicherzustellen.
Welcher Architekt hat es noch nicht erlebt, dass sich auf der
Baustelle Monteur und Fensterhersteller mit dem Architekten
oder Bauherren über die fachgerechte Ausführung der Fenstermontage streiten. Da helfen auch allgemeine Regeln und
Musterdetails wenig, weil kleine konstruktive Änderungen oft
eine große bauphysikalische Wirkung haben. Deshalb hat das
BDB-Nachrichten 3/2014
ift Rosenheim nun zusammen mit Würth den Online-Montageplaner entwickelt. Nach der Auswahl des Wandaufbaus/-materials, des Fenstermaterials und -profils, des Abdichtungsund Befestigungssystems sowie der Abmessungen wird die
Tauwasserfreiheit berechnet. Dabei wurden sinnvolle Vereinfachungen und Voreinstellungen für Produkte gewählt, damit die
Eingabe einfach und übersichtlich bleibt.
Über einen internetfähigen Computer oder einen Tablet-PC
wird nach der Produktauswahl in Echtzeit eine Berechnung des
Bauköperanschlusses mit dem validierten Berechnungsprogramm WinIso durchgeführt und der ift-Montagepass als geschützte PDF-Datei ausgegeben. Alle auswählbaren Produkte
sind in einer Bauproduktendatenbank hinterlegt und verfügen
über die notwendigen Prüfungen und Zertifikate. Zusammen
mit der vergebenen Identifikationsnummer und dem QR-Code
wird für den ift-Montagepass eine hohe Sicherheit erreicht.
Der ift-Montagepass kann dann als Beleg für einen bauphysikalisch korrekten Fenstereinbau bzw. Baukörperanschluss genutzt werden. Auf dem ift-Montagepass wird der fRSI-Wert als
relevante Kenngröße angegeben, der gemäß EnEV und DIN
4108-2 über 0,7 liegen muss. Zusätzlich werden eine Querschnittzeichnung,
die innere Oberflächentemperatur, der
Isothermenverlauf
und die Verarbeitungshinweise für
die verwendeten Materialien im Montagepass zur Verfügung
gestellt. Damit erhält der Monteur, aber auch der Planer und
Bauherr, alle Informationen, die für die fachgerechte Planung
und Ausführung notwendig sind. So ist auch eine Überprüfung
auf der Baustelle möglich, da die meisten Bauprodukte gekennzeichnet sind.
Der Online-Montageplaner wurde als Pilotprojekt gemeinsam
mit dem Industriepartner Adolf Würth GmbH & Co. KG erstellt,
der die Produktkenndaten inkl. der notwendigen Prüfzeugnisse
und Zertifikate zur Verfügung gestellt und das Projekt finanziell
unterstützt hat. Nach der Pilotphase wird der Online-Montageplaner ausgiebig in der Praxis getestet und um weitere Produkte, Fensterprofile und Wandkonstruktionen ergänzt. Im
weiteren Ausbau ist auch eine Hilfe zur statischen Bemessung
geplant, mit der eine Prüfung bzw. Vorgaben für die Anzahl und
Art der Befestigungsmittel gemacht werden können.
Kontakt
Adolf Würth GmbH & Co. KG – Ingenieure, Planer, Architekten
Drillberg, Gebäude 13, 97980 Bad Mergentheim, T +49 7940 153403
F +49 7940 154251, ingenieure@wuerth.com, www.wuerth.de/ingenieure
29
Fachbericht
Ingenieurskunst und Design
Mario Mirbach und Markus Semmelmann, die Architekten der Pure Gruppe, berichten im Interview von der
Verwirklichung eines einzigartigen Projekts.
(spezielle Aquarien). Erst nach intensiver Arbeit sind wir auf
die naheliegendste Idee überhaupt gestoßen – den Ort, den
Dom, die Dachlandschaft von Regensburg in die Planungen
einzubeziehen.
Daraus haben wir die Panoramaverglasung und das aufstrebende Dach auf der Südseite des Restaurants entwickelt.
Nicht nur die großzügige Proportion bringt im Dining-Bereich
das Großstadtflair zum Ausdruck, sondern auch die verwendeten Materialien wie zum Beispiel Metallspachtelungen, Beton, Stahl oder Ganzglasleuchten. Die Graffiti-Wand ist ein
Markus Semmelmann, Mario Mirbach
Bildnachweis: www.berliberlinski.de
Dem Himmel so nah liegt das neue Restaurant „Storstad“ des
Regensburger Sternekochs Anton Schmaus. Im fünften Stock
des geschichtsträchtigen Goliath-Hauses hat er seine ganz eigene gastronomische Vision verwirklicht. Für die Realisierung
seines gastronomischen Konzepts, das puristisch-skandinavisches Design und aufgeschlossenes Großstadtflair verbindet, zeichnet sich die Regensburger Architektengesellschaft
Pure Gruppe verantwortlich.
War es für Pure Gruppe eine Herausforderung,
Anton Schmaus Vision in die Realität umzusetzen?
Foto oben: Detail Gastraum: Loge – Foto unten: Barbereich 1
Bildnachweis: www.florianhammerich.com
Mario Mirbach: Man sah sich keiner leichten Aufgabe gegenüber, sollte doch im fünften Stock des Goliath-Hauses, einem
der ältesten Gebäude Regensburgs, aus einem recht beengten Lokal ein weltoffenes Restaurant mit drei ineinander übergehenden Genussbereichen entstehen. Es galt, den denkmalgeschützten Bestand mit den Nutzeranforderungen und
zeitgemäßem Design in Einklang zu bringen. Unsere größte
Herausforderung neben dem Arbeiten mit der historischen
Gebäudesubstanz war die geringe Zeitspanne zur Realisierung des Projekts. In nur zehn Wochen Rohbau- und Ausbauphase entstanden zwei grundlegend differierende Gastbereiche. Der urbane Hauptgastraum mit einer 10 mal 3,5 Meter
hohen Glasfassade eröffnet einen atemberaubenden Blick
über die Regensburger Altstadt und den Dom.
Was macht das Storstad in Regensburg so einzigartig?
Markus Semmelmann: Auf der Suche nach einem Highlight für
das Restaurant ging die Reise über einen offenen Kamin, ein
Seewasser- und ein Quallenaquarium bis hin zu Ecospheren
30
BDB-Nachrichten 3/2014
Fachbericht
findet ihren Höhepunkt in der Aussicht auf die Dreifaltigkeitskirche.
Wann war für Sie die erste prägnante Etappe des
spannenden Bauprozesses erreicht?
Foto oben: Barbereich 2 – Foto unten: Gastraum mit Domblick
Bildnachweis: www.florianhammerich.com
echter Hingucker, genauso wie die speziell entworfenen Tischleuchten aus Beton. Dennoch bleibt der Fokus hier eindeutig
auf dem Panoramafenster.
Der zweite Gastbereich, der Bar und Lounge-Terrasse verknüpft, greift ausschließlich landschaftliche Motive auf. Hier
ist ganz klar die skandinavische Linie zu erkennen: Holz alter
Fischerhütten von der schwedischen Schärenküste wurde zu
einer Wandverkleidung umgearbeitet und auch sonst ist alles
in natürlichen Materialen gehalten. Die Lounge-Atmosphäre
BDB-Nachrichten 3/2014
Mario Mirbach: Der erste große Meilenstein war am 23. April
mit dem Setzen des neuen Dachtragwerkes des Gastraumes
erreicht. Von diesem Zeitpunkt an veränderte sich das Storstad beinahe stündlich. Der Spannungsbogen von harter,
schweißtreibender Ingenieursarbeit und leichtem, eleganten
Design zeichnet das Storstad aus – vom Stahl des Tragwerkes, der Lösung der Brandschutzproblematik und den höchsten Installationsanforderungen bis hin zur Auswahl der Stoffe.
Beinahe jedes Bauteil wurde individuell für das Projekt angefertigt (Ausnahmen sind beispielsweise die Barbeleuchtung,
Armaturen und Türgriffe). Ein weiteres Plus: Sämtliche technische Kernfunktionen wie Beheizung, Belüftung und Kühlung
sind kaum wahrnehmbar und im wahrsten Sinne „geräuschlos“ in die Konstruktion integriert. Innerhalb der Pure Gruppe
bieten wir Generalplanungsleistungen aus diesem Grund an,
so hat der Kunde einen Ansprechpartner über den gesamten
Bauablauf hinweg.
PURE GRUPPE
Architektengesellschaft
Mario Mirbach · Markus Semmelmann
Architektur – Bauleitplanung – Generalplanung – Interieur
Studio im Goliathhaus
Watmarkt 5
93047 Regensburg
www.puregruppe.de
31
BaustellV
14. Forum für Koordinatoren nach Baustellenverordnung
Unter der Trägerschaft der DEUTSCHEN INGENIEUR- UND
ARCHITEKTEN-AKADEMIE DIAA in Kooperation mit dem BDB
und dem BDK fand am 28.03.2014 das 14. Forum für Koordinatoren nach Baustellenverordnung statt. 76 Koordinatoren,
darunter viele Verbandsmitglieder des BDK, nutzten wieder die
Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen zum Thema
Sicherheit auf Baustellen zu informieren.
Dipl.-Ing. Stephan Gabriel von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin begann mit einem Bericht über die
aktuelle Entwicklungen in der Rechtssetzung, d. h. zum Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsstättenrecht. Grundsätzlich gelten die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und Arbeitsstättenregeln (ASR) auch für Baustellen. Eine Reihe von Bestimmungen müssen jedoch für Baustellen konkretisiert werden. Die ASR erhalten dann abweichende/ergänzende Anforderungen für Baustellen. Diese Regelungen wurden bekannt
gegeben und anhand von Beispielen näher besprochen.
Dipl.-Ing. (FH) Friedrich Hornik stellt zum Thema Bauen im Bestand besondere Gefährdungen und Maßnahmen beim Abbruch und Neubau eine Geschäftshauses in der Innenstadt vor,
die er in einem MusterSiGePlan darstellte.
Den Vormittag beschloss RA Sebastian Büchner mit einem Vergleich der HOAI 2009 und 2013 hinsichtlich der Inhalte zu den
erforderlichen Kostenermittlungen und den Vorgaben für Zeitund Terminpläne. Dabei beleuchtete er auch die Schnittstelle
Gebäudeplanung/Baustellenverordnung. Die Gesamtplanung
muss die sicherheitsrelevanten inhaltlichen Vorgaben einschließlich der Ergebnisse des Koordinators nach Baustellenverordnung berücksichtigen. Diese Berücksichtigung gehört zu
den Grundleistungen des Objektplaners in den LP 1-3 und LP 5.
Der Beitrag von Ass. jur. Ursula Behrendsen befasste sich ebenfalls mit dem staatlichen Vorschriftenwerk zum Arbeitschutz.
Die wichtigsten Änderungen im ArbSchG, die Baustellen betreffen:
Die Dokumentationspflicht der Gefährdungsbeurteilung gilt
nun für alle Betriebe mit mindestens einem Beschäftigten. Der
Adressatenkreis in § 13 ArbSchG wurde erweitert. Inzwischen
gehören auch der Bauherr, der Unternehmer ohne Beschäftigte
und der Arbeitgeber, der selbst vor Ort tätig wird zum Adressatenkreis mit der Folge, dass die staatliche Arbeitschutzbehörde zum Schutz der Beschäftigten vor Ort entsprechende
Anordnungen treffen kann.
Auch die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung steht
an. Der Entwurf ist aber noch nicht veröffentlicht. Sie wird wesentlich detaillierter. Anhänge werden aufgelöst und mit in die
Verordnung hineingenommen.
Die Baustellenverordnung ist unverändert. Um das gemeinsame
Ziel Arbeitssicherheit am Bau zu erreichen, ist eine konstruktive
Zusammenarbeit von Bauherren, Arbeitgeber, Beschäftigten,
Unfallversicherungsträgern und den Arbeitsschutzbehörden
notwendig. Für ein abgestimmtes Vorgehen der Behörden und
Unfallversicherungsträger im Bereich Beratung und Überwachung von Baustellen wurde inzwischen die Leitlinie „Planung
und Ausführung von Bauvorhaben“ erarbeitet. Die Leitlinie sowie verschiedene Hilfestellungen für Bauherren und Koordinatoren z. B. für die Gefährdungsermittlung sind auf der Webseite
der BAuA unter www.baua.de unter Branchenschwerpunkt
Baustellen und Bauarbeiten zu finden.
32
Am Nachmittag folgte das Fachforum des Bauzentrums München für Bauherren und Planerinnen/Planer, an dem auch viele
der morgens anwesenden Koordinatoren noch teilnahmen. Besonders interessant war hier auch noch einmal der Vortrag von
Dipl.-Ing. (FH) Stefan Deschermeier, der Anforderungen und
Situation hinsichtlich des Brandschutzes auf Baustellen erörterte. Er stellte verschiedene Schutzmaßnahmen für die wechselnden Brandgefahren in den verschiedenen Bauphasen vor.
Darüber hinaus wurden die Bauherren über rechtliche Vorgaben und Pflichten nach der Baustellenverordnung aufgeklärt
und es gab Informationen zu den Kosten, die durch die Beauftragung eines Koordinators entstehen. Besonderen Nutzen
bringt die Arbeit des Koordinators auch durch die Erstellung
der Unterlage. Dipl.-Ing. (FH) Angelika Baur stellte dar, wie die
Unterlage bereits zukünftige Sicherheitsmaßnahmen bei späteren erforderlichen Arbeiten am Bauwerk berücksichtigt.
Dipl.-Ing. Georg Gaßner
Präsident, BDK
BDB-Nachrichten 3/2014
Bayerische Ingenieurekammer-Bau
EnEV 2014, ein zahnloser Tiger?
Beitrag von Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
(veröffentlicht in der Bayerischen Staatszeitung vom 25.04.2014)
Die EnEV ist ein wesentlicher Baustein zum Klimaschutz und
zur Umsetzung der Energiewende im Gebäudesektor. Der verantwortliche Umgang mit Energie durch das gezielte Beschränken des Energieeinsatzes und die optimale Wahl der
technischen Gebäudeausrüstung sind die wichtigsten Aufgaben unserer heutigen Baukultur.
Nun ändert der Bund die Energiespar-Vorschriften im Bauwesen am 01.05.2014 erneut und versucht damit, die europäischen Vorgaben aus der EU-Gebäuderichtlinie 2010 sowie die
erklärten nationalen Ziele der Energiewende umzusetzen.
Die Energieeffizienz von Neubauten wird sich damit nicht wie
ursprünglich geplant in zwei Ausbaustufen verschärfen. Der
maximal zulässige Jahres-Primärenergiebedarf wird um 25
Prozent absinken und der maximal erlaubte Wärmedurchgang durch die Gebäudehülle wird zugleich um 20 Prozent
verschärft werden. Beide Maßnahmen müssen erst zum
01.01.2016 umgesetzt werden.
Eine weitere Verschärfung der EnEV im Neubaubereich findet
damit zum jetzigen Zeitpunkt nicht statt. Ob dies der richtige
Weg vor dem Hintergrund der dringend umzusetzenden Energiewende ist, lässt sich auch in Fachkreisen kontrovers
diskutieren. Die Neuerungen der aktuellen EnEV-Version beschränken sich aber im Wesentlichen auf administrative Anpassungen.
Doch die nachfolgend aufgeführten Änderungen haben es
trotz fehlender Verschärfung der Anforderungen an die Effizienz dennoch in sich! Die EnEV 2014 ist somit kein „zahnloser
Tiger“.
Um die Transparenz zu verbessern, müssen Effizienzklassen
für Gebäude auch künftig in Immobilienanzeigen bei Verkauf
und Vermietung von Neubauten verpflichtend angegeben
werden. Bei der Besichtigung muss der Energieausweis potentiellen Käufern oder neuen Mietern ausgehändigt werden.
Bei den Angaben in den Immobilienanzeigen soll zu erkennen
sein, ob es sich um einen Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis handelt, welches die wesentlichen Energieträger des Gebäudes sind und um welche Effizienzklasse und
welches Baujahr es sich bei diesem Gebäude handelt. Fehlen
die Pflichtangaben in kommerziellen Anzeigen, wird eine
Geldbuße von 15.000 Euro fällig, 5.000 Euro fallen beispielsweise bei fehlender Registriernummer an.
diesem
Datum
wird die Grenze
auf 250 m² abgesenkt.
Konstanttemperaturkessel, abgesehen von Kesseln in
selbstgenutzten
Ein- und Zweifamilienhäusern, müssen ab dem Jahr
2015 nach 30 Betriebsjahren stillgelegt werden.
Für die am Bau
tätigen Ingenieure
und Architekten
stellt die eingeführte Stichprobenkontrolle die wesentlichste
Änderung dar. Anhand neu eingeführter Identifikationsnummern der Energieausweise oder Inspektionsberichte sollen
künftig stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden.
Aus Sicht der Bayerischen Ingenieurekammer Bau spielt die
Registriernummer nicht nur bei den Energieausweisen, sondern auch bei der Ausstellung der Inspektionsberichte für Klimaanlagen eine tragende Rolle. In den vergangenen Jahren
wurden Inspektionen vielfach nicht durchgeführt, obwohl
durch die aktuell geltende EnEV eine Verpflichtung hierzu bestand. Der ordnungsgemäße Betrieb einer Klimaanlage trägt
in der gesamtenergetischen Betrachtung eines Gebäudes einen großen Teil zur Effizienz bei. Bereits geringinvestive Anpassungen bei bestehenden Anlagen könnten die Effizienz
enorm verbessern und haben dadurch eine kurze Amortisationszeit.
In Bayern ist der Vollzug in punkto Stichproben noch zu regeln. Die EnEV gibt als bundesweite Verordnung den Landesregierungen vor, die Überprüfung der Ausweise in ihren landesrechtlichen Vollzugsverordnungen (ZVEnEV) zu integrieren.
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat ihre Bereitschaft in
den Ministerien bekundet, als zuständige Stelle diese Aufgabe
zu übernehmen.
Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis
Vorstandsmitglied der Bay. Ingenieurekammer-Bau
BDB-Mitglied der BG München
Die Aushangpflicht wird auf öffentliche Gebäude ab bereits
500 m² Fläche ausgeweitet – eine weitere Stufe folgt 2015. Ab
BDB-Nachrichten 3/2014
33
Impressum
Herausgeber:
BDB-Nachrichten München
Michael Götz, Matthias Manghofer
Verlag:
Gebr. Geiselberger
Mediengesellsch. mbH
Martin-Moser-Straße 23
84503 Altötting
Telefon: 0 86 71 / 50 65 50
Redaktion & Layout:
BDB-Nachrichten Journalteil
Matthias Manghofer
Telefon: 0 89/36 04 74 20
bdb.nachrichten@gmx.de
www.bdb-nachrichten.net
Anzeigen/CVD:
Anne Hölters
Titelbild: Spreewald Thermenhotel Burg (Bildquelle: Hörmann)
Geschäftsstelle
BDB-Nachrichten Journal:
Hildeboldstraße 3
80797 München
Telefon: 0 89 / 36 04 74-0
Telefax: 0 89 / 36 19 23 50
Druck: Gebr. Geiselberger GmbH
Druck und Verlag
Martin-Moser-Str. 23, 84503 Altötting
Telefon: 0 86 71 / 50 65-0
Telefax: 0 86 71 / 50 65-68
E-Mail: mail@geiselberger.de
Papier:
Umschlag: 170 g chlorfrei gebleicht
Textseiten: 90 g chlorfrei gebleicht
Erscheinungsweise:
Vierteljährlich
Die BDB-Nachrichten München und das BDB-München
Journal erscheinen alle drei Monate und werden allen
BDB-Mitgliedern Bayerns sowie Repräsentanten der
Bauwirtschaft im Bundesgebiet – ohne Erhebung einer
Bezugsgebühr – zugestellt. Die Zeitschrift kann im Jahresabonnement gegen eine Bezugsgebühr von 19,- Euro
zzgl. Porto bezogen werden. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie andere Vervielfältigung, nur mit vorheriger
Genehmigung des Herausgebers. Für die Rücksendung
unverlangt eingesandter Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Die mit Namen gekennzeichneten
Artikel geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder.
Vorschau
BDB-Nachrichten München
Journalteil 4/2014
Redaktionsschluss: 46. KW
Anzeigenschluss: 47. KW
Q
Q
Q
Q
Q
Q
34
Aufzugbau
Energieeffizienz
Holz- und Holzwerkstoffe
Rund ums Parken
Sanierung
Sicherheitstechnik
BDB-Nachrichten 3/2014
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
25
Dateigröße
4 696 KB
Tags
1/--Seiten
melden