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Aktuelles - Albrecht-Dürer

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Helaba Volkswirtschaft/Research
WOCHENAUSBLICK
31. Oktober 2014
Wieder zunehmende Sorglosigkeit
REDAKTION
Dr. Stefan Mitropoulos
Tel.: 0 69/91 32-46 19
research@helaba.de
HERAUSGEBER
Dr. Gertrud R. Traud
Chefvolkswirt/
Leitung Research
Helaba
Landesbank
Hessen-Thüringen
MAIN TOWER
Neue Mainzer Str. 52-58
60311 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/91 32-20 24
Telefax: 0 69/91 32-22 44
1 Die Woche im Überblick............................................................................................................. 1
1.1 Chart der Woche .................................................................................................................... 1
1.2 Wochen-Quartals-Tangente ................................................................................................... 2
1.3 Finanzmarktkalender KW 45 mit Prognosen .......................................................................... 3
2 Im Fokus...................................................................................................................................... 4
2.1 Aktien: Bullenfalle? ................................................................................................................. 4
2.2 USA: Es wird gewählt! ............................................................................................................ 5
3 Charttechnik ............................................................................................................................... 6
4 Prognosetabelle ......................................................................................................................... 7
1
Die Woche im Überblick
1.1 Chart der Woche
USA: Es läuft rund!
Patrick Franke
Tel.: 0 69/91 32-47 38
Veränderung gegenüber Vormonat in Tsd.
300
% der Erwerbspersonen
10
250
200
9
Arbeitslosenquote (RS)
150
8
100
7
50
0
6
Beschäftigte in der Privatwirtschaft
(Dreimonatsdurchschnitt, LS)
-50
5
-100
-150
4
2010
Die Publikation ist mit größter
Sorgfalt bearbeitet worden.
Sie enthält jedoch lediglich
unverbindliche Analysen und
Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen
Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen,
die wir für zuverlässig halten,
für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir
aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in
dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht
als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.
2011
Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research.
2012
2013
2014
Oktober 2014: Prognosen
Trotz des verbreiteten Konjunkturpessimismus an den Märkten fallen die US-Konjunkturdaten nach
wie vor gut aus. Vor allem am Arbeitsmarkt – eine zentrale Größe für die Fed – läuft es rund. So
nähert sich die Arbeitslosenquote Vollbeschäftigungswerten, die Beschäftigung steigt im Schnitt
um über 200.000 pro Monat, die Haushalte bewerten die Arbeitsmarktlage so positiv wie seit 2008
nicht mehr und die Beschäftigungskomponenten der ISM-Umfragen waren in den vergangenen
20 Jahren nur selten höher. Auch das Wirtschaftswachstum fiel zuletzt überdurchschnittlich aus.
Angesichts der im dritten Quartal erneut sehr hohen konjunkturellen Dynamik (Jahresrate des
reales Bruttoinlandsprodukts +3,5 % gegenüber Vorperiode) passen wir unsere Schätzung für das
Gesamtjahr 2014 von 2 % auf 2,3 % an. Für das Jahr 2015 rechnen wir unverändert mit einem
Plus von 3 %.
H E L A B A V O L K SW I R T S C H A F T / R E S E A R C H · 3 1 . O K T O B E R 2 0 1 4 · © H E L A B A
1
W OCHENAUSBLICK
Christian Apelt, CFA
Tel.: 0 69/91 32-47 26
1.2 Wochen-Quartals-Tangente
Die Notenbanken stehen nach wie vor im Zentrum. Zuletzt überraschte die Bank of Japan mit
neuen expansiven Maßnahmen. In den letzten Wochen wurde fast jeder Halbsatz seitens der
Federal Reserve oder eines FOMC-Mitglieds dahingehend interpretiert, dass dies ein Signal für
eine weiter sehr expansive Geldpolitik sein könne. Die Fed jedoch blieb von den jüngsten Entwicklungen recht unbeeindruckt. Das Wertpapierkaufprogramm wurde wie geplant beerdigt. Für oder
gegen eine mögliche Zinswende lieferte die Notenbank keine neuen Signale. Während die Renditen kurzfristiger US-Treasuries stiegen und der US-Dollar spürbar zulegte, blieben bei langfristigen
Anleihen und den Aktienmärkten negative Reaktionen aus. Nach den Erfahrungen der letzten
Jahre trauen die Finanzmärkte der Fed kaum noch eine restriktivere Politik zu. Dies unterstreicht,
wo das Überraschungspotenzial liegt. Bundesanleihen konnten im Wochenvergleich sogar merklich gewinnen. Ein erneut rückläufiges ifo-Geschäftsklima sowie eine weiterhin niedrige Inflation
halfen hierbei. In anderen Ländern der Eurozone verbesserte sich dagegen die Unternehmerstimmung, was aber eher unter den Tisch fiel. Die Ergebnisse des Bankenstresstests wurden anfänglich positiv aufgenommen, nachhaltige Impulse waren jedoch nicht zu erkennen.
In der Berichtswoche steht die Europäische Zentralbank im Fokus. Nach all den Aktionen in den
vergangenen Monaten wird die Notenbank diesmal vermutlich Ruhe bewahren. Gleichwohl wird
EZB-Präsident Draghi die Tür für weitergehende Maßnahmen offen halten. Die Auftragseingänge
und Industrieproduktion aus Deutschland sollten hingegen – auch wegen statistischer Sondereffekte – die Konjunktursorgen vermindern. In den USA dürfte ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt das
Thema Zinswende am Köcheln halten. Der ISM-Einkaufsmanagerindex könnte aber enttäuschen.
Ob der Rentenmarkt einmal mehr nur die aus seiner Sicht positiven Nachrichten berücksichtigt,
kann nicht ausgeschlossen werden. Längerfristig hingegen bestehen durchaus Kursrisiken. Das
gilt auch für Aktien, selbst wenn die aktuelle Berichtssaison auf den ersten Blick positiv überrascht
(S. 4). Die anstehenden Kongresswahlen in den USA könnten die Mehrheitsverhältnisse im Senat
verändern (S. 5). Nachhaltige Impulse für die Finanzmärkte sind aber eher fraglich. Schließlich
haben „politische Börsen“ bekanntlich „kurze Beine“, was sich übrigens auch nach dem eigentlich
marktunfreundlichen Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Brasilien andeutet.
Finanzmarktrückblick und -prognosen
Veränderung seit...
aktueller
31.12.2013 23.10.2014 Stand* Q4/2014
(in %)
DAX
Q1/2015
Q2/2015
8.900
8.900
8.700
Index
-4,6
0,7
9.115
(in %)
(in Bp)
3M Euribor
-20
0
0,09
0,10
0,10
0,10
3M USD Libor
-1
0
0,23
0,40
0,80
1,30
10 jähr. Bundesanleihen
-108
-6
0,85
0,80
1,00
1,20
10 jähr. Swapsatz
-108
-6
1,08
1,00
1,20
1,40
-72
3
2,31
2,50
2,90
3,00
10 jähr. US-Treasuries
(jew eils gg. Euro, %)
(jew eils gg. Euro)
US-Dollar
9,0
0,3
1,26
1,25
1,20
1,20
Japanischer Yen
5,1
-0,6
138
135
131
132
Britisches Pfund
5,3
0,1
0,79
0,79
0,78
0,78
1,8
0,1
1,21
1,25
1,25
1,25
-22,2
-0,7
86
80
85
80
-0,6
-2,7
1.199
1.200
1.200
1.100
Schweizer Franken
(in %)
Brentöl $/B
Gold $/U
*Schlusskurse vom 30.10.2014
Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt
Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research
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2
W OCHENAUSBLICK
1.3 Finanzmarktkalender KW 45 mit Prognosen
Zeit
Land
Periode
Indikator
HelabaBloom berg
Vorperiode
Prognose Consensus
Montag, 03.11.2014
US
15:30
US
16:00
US
Okt
PKW-Absatz; JR, Mio.
16,5
16,6
16,3
ISM-Index Verarb. Gew erbe
55,5
56,5
56,6
0,0
-1,6
-40,0
k.A.
k.A.
-40,0
-0,1
-1,4
-40,1
-0,4
-0,5
-10,1
-0,5
1,8
-0,5
k.A.
1,2
1,8
58,0
58,0
58,6
Auftragseingänge
% m/m, s.a.
% y/y, s.a.
EZB-Sitzung
2,5
-0,6
0,05
2,0
k.A.
0,05
-5,7
1,8
0,05
Chicago Fed Präsident Evans
Okt
Dienstag, 04.11.2014
11:00
EZ
Sep
14:30
US
Sep
Erzeugerpreise
% m/m
% y/y
Handelsbilanzsaldo, Mrd. $
16:00
US
Sep
Aufträge in der Industrie; % m/m
Mittw och, 05.11.2014
11:00
EZ
15:15
US
15:30
US
16:00
US
Sep
Okt
Einzelhandelsumsätze
% m/m, s.a.
% y/y, s.a.
Minneapolis Fed Präsident
Kocherlakota
Richmond Fed Präsident Lacker
ISM-Index außerhalb des
Verarbeitenden Gew erbes
Donnerstag, 06.11.2014
08:00
DE
Sep
13:45
EZ
06. Nov
14:30
US
Q3
Produktivität, % q/q (JR)
1,7
0,7
2,3
14:30
US
Q3
0,0
0,9
2,3
14:30
US
01. Nov
280
k.A.
287
16:40
US
Lohnstückkosten, % q/q (JR)
Erstanträge auf
Arbeitslosenunterstützung, Tsd
Chicago Fed Präsident Evans
19:30
US
Fed Gouverneur Pow ell
19,0 / 17,0
19,0 / k.A.
14,0 / 10,3
2,0
-0,6
1,8
k.A.
-4,0
-3,0
240
230
248
5,9
5,9
5,9
0,2
2,0
0,2
2,1
0,0
2,0
Freitag, 07.11.2014
01:05
US
08:00
DE
Sep
08:00
DE
Sep
14:30
US
Okt
14:30
US
Okt
14:30
US
Okt
15:15
US
Cleveland Fed Präsidentin Mester
Handels-/Leistungsbilanz,
Mrd. €, n.s.a.
Industrieproduktion
% m/m, s.a.
% y/y, s.a.
Beschäftigung außerhalb der
Landw irtschaft; m/m Tsd.
Arbeitslosenquote; %
Durchschnittliche Stundenlöhne
% m/m
% y/y
Chicago Fed Präsident Evans
16:15
US
Fed Präsidentin Yellen
20:30
US
Fed Gouverneur Tarullo
Quellen: B lo o mberg, Helaba Vo lkswirtschaft/Research
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W OCHENAUSBLICK
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Im Fokus
2.1 Aktien: Bullenfalle?
Markus Reinwand, CFA
Tel.: 069/91 32-47 23
Die Anleger werfen Wachstumszweifel über Bord und setzen wieder auf Aktien. Die jüngste Erholung steht allerdings auf schwachem Fundament. Die zunehmende Sorglosigkeit insbesondere
der US-Anleger birgt daher beachtliche Kursrisiken.
Überraschend starke Wachstumsdaten aus den USA und neuerliche Geldspritzen durch die japanische Notenbank haben den Schalter an den Aktienmärkten zuletzt wieder auf „Risk On“ umgelegt. Der Nikkei 225 sprang auf ein neues Hoch im laufenden Zyklus, die US-Leitindizes sind nicht
mehr weit von ihren alten Höchstständen entfernt. Selbst die durch Wachstumssorgen geplagten
Aktien aus dem Euroraum konnten sich im Windschatten der US-Börsen zuletzt sichtbar erholen.
Ist dies der Startschuss für eine Jahresendrally oder handelt es sich lediglich um eine Zwischenerholung, die bald schon wieder an Grenzen stößt?
Märkte wieder im
Risk On-Modus
Fundamental hat sich die Situation für Aktien zuletzt nicht wirklich verbessert. Zwar konnte die
überwiegende Mehrheit der US-Unternehmen in der weit vorangeschrittenen Quartalsberichtssaison – rund 70 % der S&P 500-Mitglieder haben bereits Zahlen vorgelegt – positiv überraschen.
Dies ist allerdings in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Schätzungen im Laufe des dritten
Quartals kontinuierlich reduziert wurden. Effektiv treffen die Ergebnisse lediglich die ursprünglichen
Prognosen. Mit Blick auf die Konsens-Prognosen für die Nettoergebnisse der kommenden
12 Monate fällt auf, dass die negativen Revisionen auch für US-Unternehmen zuletzt sogar zugenommen haben und ein klares Übergewicht bilden. Dies lässt Zweifel an der Nachhaltigkeit der
Unternehmensgewinnentwicklung aufkommen. Gerade mit Blick auf die recht ambitionierte Bewertung ist somit aus fundamentaler Sicht kein Spielraum für weitere Kurszuwächse gegeben.
Schließlich bewegt sich der S&P 500 weiterhin am oberen Rand der Bewertungsspanne der vergangenen zehn Jahre. Nach dem Ende des US-Anleihekaufprogramms und mit Näherrücken der
Zinswende in den USA ist vielmehr eine Bewertungskontraktion angezeigt.
Bewertung am Anschlag
Kontinuierlicher Kursanstieg macht unvorsichtig
Index
Verhältnis
2100
2100
teuer
1900
S&P 500 (bei KGV* 15)
1900
1700
1700
1500
1500
Index
3,5
2100
S&P 500 Stetigkeits-Indikator*
(linke Skala)
3,0
1900
1700
1500
2,5
1300
S&P 500
1300
1300
1100
1100
billig
900
900
700
700
S&P 500 (bei KGV* 10)
500
500
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
* auf Basis der 12M.-Konsens-Gewinnschätzungen
Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research
Sorglosigkeit birgt
Rückschlagsgefahren
2,0
1100
900
1,5
700
S&P 500
(rechte Skala)
1,0
500
300
0,5
100
90
92
94
96
98
00
02
04
06
08
10
12
14
* Anzahl monatlicher Gewinne durch Anzahl monatliche Verluste, gl. 5j.-Durchschnitt
Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research
Dass die fundamentalen Gegebenheiten etwas in den Hintergrund treten liegt wohl auch daran,
dass angesichts der Dauer der Hausse und der Stetigkeit des Kursanstiegs am US-Aktienmarkt
die Sorglosigkeit immer weiter wächst. Schließlich haben Anleger in den letzten Jahren die
Erfahrung gemacht, dass Korrekturen moderat und von kurzer Dauer sind. Setzt man die Anzahl
der Monate mit Kursgewinnen während der letzten fünf Jahre ins Verhältnis zur Anzahl der Monate
mit Kursverlusten, so zeigt sich, dass dieser Stetigkeits-Indikator vergleichbare Werte wie
1999/2000 erreicht hat. Zwar ist schwer abzuschätzen, wie lange die Marktpsychologie die
fundamentalen Faktoren dominiert. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist jedoch ausgesprochen
unattraktiv. Für Anleger lohnt es sich daher u.E. nicht, noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen.
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4
W OCHENAUSBLICK
2.2 USA: Es wird gewählt!
Patrick Franke
Tel.: 069-91 32-47 38
Am Dienstag der Berichtswoche stehen in den USA die Kongresswahlen („Midterm elections“) auf
dem Programm. Alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses, 36 der 100 Senatoren und
auch 36 Gouverneure werden neu gewählt. Hinzu kommen Abstimmungen über zahllose Bürgerbegehren in den Einzelstaaten und Wahlen zu den dortigen Parlamenten. Im Mittelpunkt des
Interesses steht diesmal, ob es den oppositionellen Republikanern gelingen wird, die Mehrheit im
US-Senat zu erringen.
Am 4. November wird der 114. US-Kongress gewählt. Im Repräsentantenhaus ist die aktuelle
Mehrheit der Republikaner nach allgemeiner Einschätzung nicht gefährdet – insofern hat sich ihre
Blockadehaltung vom vergangenen Herbst, als sie einen temporären „government shutdown“ erzwangen, nicht gerächt. Allerdings konnten sie damit bei den Wählern auch nicht punkten, so dass
eine Neuauflage zunächst unwahrscheinlich ist. Das Thema Schuldenobergrenze ist jedenfalls bis
März 2015 vertagt. Selbst dann wird das Treasury, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, auf Überbrückungsmaßnahmen zurückgreifen können, die das Problem schätzungsweise bis in den Herbst vertagen werden.
113. Kongress: Gespaltene Mehrheitsverhältnisse
Der politische Graben ist nach wie vor tief
Repräsentantenhaus (435 Sitze)
„Partisan Conflict Index“ (1990 = 100, geglättet)*
Senat (100 Sitze)
Unabhängige*; 2
Vakant;
3
200
200
180
180
160
160
140
140
120
120
100
100
80
80
60
60
40
Demokraten;
199
Republikaner;
233
Demokraten;
53
"Government shutdown"
20
Republikaner; 45
Quellen: Clerk oft he House, Helaba Volkswirtschaft/Research
* Teil des „Caucus“ der Demokraten
0
1982
40
20
0
1986
1990
1994
1998
2002
2006
2010
2014
Quellen: Federal Reserve of Philadelphia, Helaba Volkswirtschaft/Research
* auf Basis einer Wortsuche in wichtigen Tageszeitungen
Spannend ist vor allem, ob es den Republikanern gelingen wird, auch die Mehrheit im US-Senat zu
erobern. Bisher haben die Demokraten dort zwar eine komfortable Mehrheit. Sie müssen dieses
Jahr allerdings deutlich mehr Sitze verteidigen als die Republikaner. In vielen dieser Zweikämpfe
deuten Umfragen darauf hin, dass die republikanischen Kandidaten eine gute Siegeschance haben, zum Teil weil der demokratische Amtsinhaber nicht mehr antritt. Politische Analysten erwarten
mehrheitlich eine republikanische Mehrheit in beiden Häusern des 114. Kongresses. Republikaner
würden dann in den Senatsausschüssen den Vorsitz führen. Allerdings dürfte es ihnen wohl nicht
gelingen, im Senat die wichtige Grenze von 60 Sitzen zu erreichen, ab der die Möglichkeiten der
Minderheit, Einfluss zu nehmen, deutlich eingeschränkt sind. Eine republikanische Mehrheit in
beiden Häusern würde Präsident Obama aber zwingen, sein Veto gegen Gesetzesentwürfe deutlich häufiger zu benutzen als bisher – oder eben mit den Republikanern zu kooperieren.
Blockade oder
Kooperation?
Ob der erwartete Sieg der Republikaner die derzeitige weitgehende Blockade zwischen Kongress
und Präsident noch verstärkt, oder ob beide Seiten zumindest auf einigen Politikfeldern einen
gemeinsamen Nenner finden, ist unter politischen Beobachtern umstritten. Eine komplette Rücknahme der Gesundheitsreform („Obamacare“) bleibt sehr unwahrscheinlich. Die Reform der Einwanderungspolitik und Fortschritte bei der Handelsliberalisierung wären möglich, sind aber keine
ausgemachte Sache. Zudem ist das Zeitfenster recht eng: 2016 wird ein neuer Präsident gewählt.
Barack Obama steht dann nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl. Das bedeutet, dass in beiden Parteien um die Position des Präsidentschaftskandidaten gekämpft werden wird. Entsprechend früh wird sich der Fokus der Politiker verschieben und sich damit das Fenster für eine parteiübergreifende Kooperation in Sachfragen weitgehend schließen.
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5
W OCHENAUSBLICK
3
Charttechnik
Bund-Future: Negative Divergenzen
Widerstände:
151,26
151,83
152,49
MACD
Unterstützungen:
150,06
149,83
149,49
Bund-Future (daily)
Das Mitte Oktober markierte Doppeltop bei 152,47/49 hatte
auf eine schwächere Tendenz schließen lassen. Dazu ist es
im Wochenverlauf nicht gekommen. Vielmehr konnte sich
der Bund-Future oberhalb des Unterstützungsbereichs
150,06/08 halten. Mit einem Test der genannten Hochs ist
aber nicht zu rechnen, zumal die Indikatoren weiterhin zur
Vorsicht mahnen. Im Wochenchart sind negative Divergenzen sichtbar und auch im Tageschart gibt es keine Anzeichen für einen erneuten Anstieg. Daher dominiert das Risiko nachgebender Notierungen.
Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research
Ulrich Wortberg (Tel.: 069/9132-1891)
Wichtige Unterstützungen finden sich um 150,00.
Euro: Abwärtstrendkanal tonangebend
MACD
EUR-USD (daily)
Widerstände:
Unterstützungen:
1,2639
1,2540
1,2770
1,2500
1,2839
1,2240
Da der Euro daran scheiterte, in den unterschrittenen Aufwärtstrend zurückzukehren, hat er sich zum Ende der Woche abgeschwächt. Das 61,8 %-Retracement des Aufwärtsimpulses bei 1,2646 wurde bereits unterschritten,
wodurch sich das Chartbild eintrübt. Darüber hinaus mahnen der kurzfristige Abwärtstrendkanal (1,2747) sowie die
Indikatoren zur Vorsicht. Sollte die Unterstützung bei 1,2540
unterschritten werden, steht einem Test des wichtigen Bereichs um 1,25 nichts mehr im Wege. Erste Widerstände
lokalisieren wir bei 1,2639/46.
Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research
Ulrich Wortberg (Tel.: 069/9132-1891)
DAX: 55-Tage-Line als Widerstand
Widerstände:
9.320
9.400
9.450
Unterstützungen:
9.160
9.124
9.084
DMI / Ichimoku
DAX (daily)
Am Donnerstag rutschte der DAX kurzzeitig unter den
Strukturlevel bei 8.900 Zählern. Heute Morgen wurde nahezu exakt das große Retracement bei 9.306 Zählern und die
55-Tage-Linie bei 9.320 Zählern erreicht. Dies verdeutlicht
einerseits, dass derzeit massive Kurssprünge vollzogen
werden, andererseits aber auch, dass der deutsche Leitindex die wichtigen Widerstände „respektiert“. Damit hat der
übergeordnete Abwärtstrend weiterhin Gültigkeit. Insbesondere ein Rutsch unter den Support bei 9.175 Zählern, würde
diese These zusätzlich untermauern.
Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research
Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388)
Die Ausführungen auf dieser Seite basieren ausschließlich auf einer charttechnischen Analyse.
Unsere fundamentalen Analysen gehen in diese Betrachtung nicht ein.
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6
W OCHENAUSBLICK
4
Prognosetabelle
Euroland
Bruttoinlandsprodukt
Verbraucherpreise
reale Veränderung gg. Vorjahr in %
Veränderung gg. Vorjahr in %
2012
2013
2014p
2015p
2012
2013
2014p
2015p
-0,7
-0,4
0,7
1,1
2,5
1,4
0,6
1,2
Deutschland*
0,6
0,2
1,3
1,3
2,0
1,5
1,0
1,6
Frankreich
0,4
0,4
0,4
1,0
2,2
1,0
0,7
1,1
Italien
-2,3
-1,9
-0,2
0,7
3,3
1,3
0,3
1,0
Spanien
-1,6
-1,2
1,2
1,7
2,4
1,5
0,1
0,8
Niederlande
-1,6
-0,7
0,9
1,5
2,8
2,5
0,5
1,5
Österreich
0,9
0,3
0,8
1,2
2,6
2,0
1,6
1,7
Griechenland
-7,0
-3,9
0,5
1,5
1,0
-0,9
-0,5
0,5
Portugal
-3,2
-1,4
0,5
1,0
2,8
0,3
0,0
0,5
Irland
-0,3
0,2
4,0
2,5
1,9
0,5
0,6
1,2
Großbritannien
0,7
1,7
3,0
2,4
2,8
2,6
1,6
2,2
Schw eiz
1,0
1,9
1,3
1,8
-0,7
-0,2
0,2
0,8
Schw eden
-0,3
1,5
2,0
2,4
0,9
0,0
0,3
1,5
Polen
1,8
1,7
2,8
3,0
3,7
0,9
0,2
1,3
Ungarn
-1,7
1,1
2,9
2,5
5,7
1,7
0,2
2,5
Tschechien
-0,8
-0,8
2,2
2,4
3,3
1,4
0,5
1,7
Russland
3,5
1,2
0,5
1,0
5,1
6,8
8,0
7,3
USA
2,3
2,2
2,3
3,0
2,1
1,5
1,5
1,2
Japan
1,5
1,5
1,0
1,0
0,0
0,4
2,9
1,9
Asien ohne Japan
5,5
5,5
5,3
5,3
4,5
4,5
4,1
4,3
China
7,7
7,7
7,4
7,3
2,6
2,6
2,2
3,0
Indien
4,7
5,0
5,5
6,0
9,7
10,0
8,5
7,8
2,9
2,6
1,5
2,7
7,6
8,3
10,3
9,5
1,0
2,5
0,5
1,5
5,4
6,2
6,5
6,5
2,8
2,8
2,9
3,3
3,1
2,9
3,1
3,0
Lateinamerika
Brasilien
Welt
p = Prognose; * kalenderbereinigt
Quellen: EIU, Macrobond, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research
H E L A B A V O L K SW I R T S C H A F T / R E S E A R C H · 3 1 . O K T O B E R 2 0 1 4 · © H E L A B A
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