close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Kursangebote im März, April und Mai 2015 Bilderausstellung

EinbettenHerunterladen
Anadolu Üniversitesi
Sosyal Bilimler Dergisi
Anadolu University
Journal of Social Sciences
Die Abtönungspartikel „denn, doch“ und „ja“ in den DaF-Lehrwerken
„Hier sind wir“ und „Themen aktuell“ *
German as a Foreign Language: “denn, doch” and “ja” particles in the “Hier sind
wir” and “Themen aktuell” course books
Asst. Prof. Dr. Gönül Karasu
Zusammenfassung
Abstract
Schlüsselwörter: Lehrbuchanalyse, DaF, Partikeln,
funktionale Pragmatik
Keywords: Coursebook Analysis, Particles, Functional
Pragmatics.
Diese Arbeit will die Abtönungspartikeln “denn, doch“
und „ja” und ihre Verarbeitungsweise in zwei DaF-Lehrwerken, die in der Türkei öfters benutzt werden, darlegen. Dabei soll das Vorkommen dieser Abtönungspartikeln herausgearbeitet und ihre Funktion im Kontext
veranschaulicht werden. Diese Arbeit lehnt sich an die
qualitativ angelegte Inhaltsanalyse an, die zwei DaFLehrwerke als Forschungsmaterial heranzieht. Diese
Lehrwerke sind: „Hier sind wir“ und „Themen aktuell“.
“Hier sind wir” ist ein DaF-Lehrwerk für Jugendliche
in der sekundären Stufe, das von einem deutschen und
zwei türkischen DaF-Autoren in der Türkei im Auftrag
des nationalen Erziehungsministeriums erarbeitet worden ist. “Themen aktuell” ist ein beliebtes Haupt- und
Zusatzmaterial in der Türkei, das in Deutschland von
deutschen DaF-Autoren ausgearbeitet wurde. Es wird
erwartet, dass die Bearbeitung der Abtönungspartikeln
in diesen beiden Lehrwerken Unterschiede aufweisen.
Abschließend werden die Bearbeitung der Partikeln
und ihr Auftreten in diesen Lehrwerken dargestellt und
die Notwendigkeit diskutiert, diese Partikeln mit der
Mitarbeit deutscher DaF-Autoren bei der Erarbeitung
eines Lehrwerkes in der Türkei noch mehr zu betonen
und gegebenenfalls in regionalen Lehrwerken zur Erklärung der Regeln einzugehen.
The aim of this study is to demonstrate the modal particles “denn, doch” and “ja” and how they are dealt in
two different GFL textbooks, which are frequently used
in Turkey. In this study these particles and their function, which are presented in the contexts of the textbooks will be examined. This study is based on content
analysis, and two GFL textbooks are used as research
materials to be examined. These course books are:
“Hier sind wir” and “Themen aktuell”. “Hier sind wir”
is a foreign language textbook for younger learners
that are used in the secondary schools. The coursebook has been developed by a German and two Turkish experts in Turkey on behalf of the National Education Ministry. “Themen aktuell” is a popular main
and supplementary material in Turkey, which has
been prepared in Germany by German experts. It has
been expected that the presentation of the particles in
these two textbooks will be different. Finally, the presentation of particles and how they are dealt in these
course books will be described and discussed. The importance and the need of integrating German experts
in the development of coursebook materials will be emphasized. The necessity of the explaining grammatical
rules of these particles in the regional course books will
be pointed out.
Asst. Prof. Dr. Gönül Karasu, Anadolu University Faculty of Education, gkarasu@anadolu.edu.tr
*
Dieser überarbeitete Artikel wurde auf dem VII. Germanisten-Kongress in Spanien in der Stadt Sevilla am 19.12.2011 mündlich vorgetragen.
sbd.anadolu.edu.tr
167
Die Abtönungspartikel „denn, doch“ und „ja“ in den DaF-Lehrwerken „Hier sind wir“ und „Themen aktuell“
Einführung
Die Sprachwissenschaft betrachtete bis in die siebziger Jahre zuerst die schriftliche Sprache (siehe:
Helbig/Kötz 1981, S.15), wo dann die Wende zum
Gesprochenen hin im kommunikativen Sinne als
Forschungsmaterial kam. So folgte nach der strukturellen und semantischen Ansicht der Partikeln die
kommunikativ - pragmatische Betrachtungsweise, da
die AP (im Folgenden werden sie als „AP“ benutzt)
eine das Gespräch leitende Funktion tragen und im
Deutschen im Gegensatz zu anderen Sprachen in der
Alltagssprache sehr oft benutzt werden. Die Partikeln sind die Teile der Äußerung, welche: „ /…/ die
Konversation steuern, im Interaktionstext verankern und auf diese Weise auch ausdrücken, wie die
Gesprächspartner zueinander stehen, welche Voraussetzungen sie haben und welche Reaktionen (von
ihnen) erwartet werden.“ (Helbig 1988, S.13; vgl.:
Rösler, 1980, S.219, Zimmermann, 1981, S.116), die
für eine echte Kommunikation unverzichtbar sind.
Unter den vielen Partikeln beschränkt sich diese
Arbeit ausschließlich auf die Abtönungspartikeln:
„denn“ „doch“ und „ja“. All die anderen APn und die
Partikeln, wie Gradpartikeln, Steigerungspartikeln,
Antwortpartikeln, Negationspartikeln und Infinitivpartikeln werden im Folgenden ausgeschlossen.
Die AP im Deutschen, wie auch die Partikeln im Allgemeinen, sind für den türkischen DaF-Lerner eine
Schwierigkeit beim Erlernen dieser Sprache (Helbig/
Kötz 1981, S.7). Es kommen Schwierigkeiten beim
Lernen der APn vor, da der türkische Lerner in seiner Sprache die Äquivalenten und die semantische
Bedeutung dazu nicht immer hat (siehe hierzu: Aktaş, 2001, S. 44/47-48, Balcı, 2003, S.7-8, Hepsöyler,
1986, S. 102). Der Transfer dieser APn wird somit
erschwert. Reiter (1981, S. 226) betont hierzu die
Wichtigkeit der Partikeln beim Lehren der deutschen
Sprache an die türkischen Lerner folgenderweise: „
/…/, Autoren sollten sich bei der Abfassung von deutschen Lehrtexten nicht scheuen, deutsche Partikeln
zu verwenden, auch wenn sie die Partikel auf Türkisch nur notdürftig umschreiben können, so dass im
Fall des Selbstunterrichts der Türke in einer gewissen Unsicherheitszone verbleiben muss, im Falle des
Gruppenunterrichts aber dem Lehrer Gelegenheit zu
näheren Ausführungen und Überlegungen gegeben
wird.“. Neben der Bedeutung der APn sollte auch u.
E. bei der Benutzung der APn das, was mit dem AP
gemeint wird, gelehrt werden. Auch Zimmermann
168
(1981, S.116) ist der Einstellung, das die Didaktik der
Partikeln so aufgebaut sein sollte, dass sie Lehren: „
/…/, wie die Partikel psycho-linguistisch funktionieren, und zwar nicht nur beim Verstehen, sondern
beim Meinen.“. Es stellt sich dem bezüglich die Frage,
ob denn Lerner beim Lernen der deutschen Sprache außerhalb Deutschlands mit APn in Äußerungen
wirklich konfrontiert werden. Dem folgend ist die
Fragestellung in dieser Arbeit wie folgt: Wie oft werden die AP in den Lehrwerken, die spezifisch für ein
bestimmtes Land vorbereitet worden sind, benutzt?
Und wie werden in den DaF-Lehrwerken, die in Deutschland von deutschen DaF-Autoren vorbereitet
worden sind, die AP bearbeitet? In welchen Texten
und Dialogen kommen in den DaF-Lehrwerken die
AP öfter vor? Werden sie eher nebenbei erwähnt oder
bewusst eingesetzt, so dass auch der Lerner sie erkennen kann?
Um diesen Fragen eine Antwort finden zu können,
wurde die Durchführung der Untersuchung in dieser Arbeit mit zwei DaF- Lehrwerken begrenzt. Das
Lehrbuch „Themen aktuell“ wurde in Deutschland
von deutschen DaF-Autoren vorbereitet, das als ein
beliebtes Haupt- und Zusatzmaterial in der Türkei
benutzt wird. “Hier sind wir” ist ein DaF-Lehrwerk
für Jugendliche in der sekundären Stufe, das aus zwei
Bänden besteht und das von einem deutschen und
zwei türkischen DaF-Autoren in der Türkei im Auftrag des nationalen Erziehungsministeriums erarbeitet wurde. Beide Lehrwerkbände wurden aus der Niveaustufe A1 gewählt, um erkunden zu können, wie
die Partikeln im Fremdsprachenunterricht in der Anfangsstufe bearbeitet werden. Diese Arbeit lehnt sich
an die qualitativ angelegte Inhaltsanalyse an (siehe
hierzu ausführlicher in: Mayring, 2005, S. 7-19), wo
anhand der Äußerungen in den Texten oder Übungen veranschaulicht werden soll, wie und wie oft mit
den AP gearbeitet wurde.
Es wird erwartet, dass die Bearbeitung der APn in
diesen beiden Lehrwerken Unterschiede aufweisen.
Auch die Frequenz der einzelnen APn müsste Unterschiede aufzeigen. Die Funktion der APn wird
auch in ihrem Gebrauch, neben der Darlegung ihrer
Frequenz, zu veranschaulichen versucht. Die semantische, sowie auch die syntaktische Lage der APn werden in dieser Forschung nicht in Betracht gezogen.
Diese Arbeit schließt sich an die Begriffserklärung
Helbig’s (1988, S.20-21) an, welche die Partikeln als
unflektierbare Wörter ansieht, die sich von den an-
Anadolu Üniversitesi Sosyal Bilimler Dergisi Eğitim Özel Sayısı
deren unflektierbaren Teilen der Äußerungen unterscheiden, wie die der Adverbien, Modalwörter,
Präpositionen und Konjunktionen (vgl.: Helbig/Kötz
1981, S.8-9, Hepsöyler, 1986, S.18). Sie werden im
Allgemeinen als keine bedeutungstragenden Teile
der Äußerungen angesehen (Helbig 1988, S.11), was
auch der Grund dafür ist, dass sie selbstständig nicht
als ein Satzglied auftreten können. Da sie kein Satzglied sind, können sie nicht an der ersten Stelle der
Äußerung auftreten, was sie eben zu Partikeln macht
und sie können auch nicht befragt werden. Der
Wahrheitswert der Äußerung wird durch die Partikel
nicht beeinflusst (vgl.: Helbig, 1988, S. 23, Hentschel,
1981, S.22, Hepsöyler, 1986, S.21), allerdings wird der
propositionale Wert der Äußerung vom Sprecher beeinflusst (Račiené, 1999, S.28). Die Partikeln haben in
der gesprochenen Sprache den Dialog weiterleitende
Funktion, die den Gesprächspartner zum Handeln
bringt. Die Funktion der AP, oder wie Helbig sie als
„Einstellungsausdrücke“ nennt (1988, S. 56; siehe hierzu auch: Račiené, 1999, S. 56), sind einmal, dass der
Sprecher durch sie seine Einstellung zur Handlung
oder zur Äußerung des Hörers zeigt. Diese Einstellung bezieht sich auf die Haltung, auf die Erwartung, auf die Gefühle sowie des Sprechers als auch
des Hörers. Račiené (1999, S.28) spricht hierzu von
der Gesprächsleitenden Funktion der Partikel: „ Sie
zeigen an, ob sich der Gesprächspartner am Anfang,
in der Mitte oder am Ende des Gesprächs befindet,
und haben eine konversationssteuernde Funktion,
indem sie Einfluss auf die Weiterentwicklung des
Gesprächsablaufs nehmen.“.
Auch die soziale Rollenverteilung der Sprechenden
beeinflusst die Anwendung der Partikel. Sie rangieren die Einstellungen zu den Äußerungen im Interaktionsraum, sie bewerten die Interaktion und nehmen
durch ihr Auftreten Bezug zu einzelnen sprachlichen
Handlungen. „Deshalb sind sie illokutionsindizierend oder –modifizierend.“ (Helbig 1988, S. 57; vgl.
auch Helbig/Kötz 1981, S.15). Die Abtönungspartikeln haben somit eine illokutive Funktion und beeinflussen den Sprechakt. Sie steuern die Konversation
und bilden eine Strategie zur Interaktion (siehe: Helbig 1988, S.60-61). Sie erstellen Verknüpfungen zur
hervorgehenden und folgenden Äußerung im Interaktionsraum oder auch zum Gemeinten hin. Sie haben eine vervollständigende Funktion an Stellen, wo
die Sprechhandlung sich unvollständig verwirklicht
hat. Durch die AP werden die Hörer zu bestimmten
Handlungen aufgefordert, die durch das Auslassen
der AP nicht erreicht werden würde: „Es handelt sich
um eine Signalfunktion an den Hörer, wie er die enthaltene Information aufnehmen bzw. wie er auf sie
reagieren sollte/…/.“ (Helbig 1988, S.62), damit die
Kommunikation auch weitergeführt werden kann.
Einem Fremdsprachenlerner müssten somit u.E. die
Funktionen der APn in den Lehrwerken integriert
dargelegt werden. Wenn ein DaF- Lerner die deutsche Sprache zur Kommunikation braucht, so braucht
er auch die gesprächsleitenden Partikeln, wenn man
bedenkt, dass die Partikeln im Dialog durchschnittlich nach dem 8. Wort bis zum 12. Wort vorkommen
(Helbig/Kötz 1981, S.43). Es sollte in dieser Hinsicht
auch betont werden, dass „die Lehrbücher die Funktion eines Lehr- und Lernschrittmachers“ übernehmen (Bayrak, S.107-108). So beeinflussen sie das
Wissen der Lernenden und die Unterrichtsprogression. Somit sollten die AP in den Lehrwerken ihren
Platz einnehmen. Um die Lage der Theorie in der
Praxis erforschen zu können, wird im Folgenden in
die Lehrwerke: „Hier sind wir“ und „Themen aktuell“
eingegangen.
Die Lehrwerke “Hier sind wir” und “
Themen aktuell 1”
Das Lehrwerk „Hier sind wir“, das in der Türkei in zwei
Bänden vorbereitet wurde, einmal als „Hier sind wir
A1“ und einmal als „Hier sind wir A1+“ sind für Jugendliche der sekundären Stufe gedacht. Sie bestehen
aus je 7 Lektionen (ausführlicheres in: Bayrak, 2006, S.
107ff.) und sind nach der kommunikativ-pragmatischen Methode bearbeitet. Beide Bände bilden das Forschungsmaterial dieser Arbeit. Die Titel der Kapitel in
diesen Bänden sind u.E. wichtig, um zeigen zu können,
bei welchen Themen die APn des Öfteren vorkommen
und gegebenenfalls bearbeitet wurden. Die Themen in
„Hier sind Wir A1“ sind wie folgt:
1. Das sind wir
2. Familie und Freunde
3. Schüler sein
4. Zeit haben
5. Besondere Tage (Geburtstag)
6. Aktiv sein
7. Freizeit und Reisen
Die Themen im zweiten Band „Hier sind Wir A1+“
sind folgenderweise:
sbd.anadolu.edu.tr
169
Die Abtönungspartikel „denn, doch“ und „ja“ in den DaF-Lehrwerken „Hier sind wir“ und „Themen aktuell“
1. Unsere Welt
2. Pop und Klassik
3. Jung sein-alt sein
4. Gesund sein
5. Erfolg und Ausbildung
6. Zukunft – Visionen
7. Eine Reise am Rhein
„Themen aktuell 1“ dagegen ist ein beliebtes Zusatzmaterial in der Türkei, das von Deutschen für Deutschlerner vorbereitet wurde. Auch dieses Lehrwerk
widmet sich an Jugendliche und Erwachsene DaFLerner. Die Themen sind folgenderweise:
1. Erste Kontakte
2. Gegenstände im Haus und Haushalt
3. Essen und Trinken
4. Freizeit
5. Wohnen
6. Krankheit
7. Alltag
8. Orientierung in der Stadt
9. Kaufen und Schenken
10. Deutsche Sprache und deutsche Kultur
In „Hier sind wir“ befinden sich in Band 1 und 2 insgesamt 14 Lektionen für die A1 Stufe, die nach dem
europäischen Referenzrahmen vorbereitet sind. In
„Themen aktuell“, das auch für die Niveaustufe A1
nach dem europäischen Referenzrahmen vorbereitet
worden ist, befinden sich 10 Kapiteln. Somit haben
beide Lehrwerke gemeinsame Themen, wie die des
Kontakte Knüpfens, Geschenke, Gesundheit und
Freizeit.
Analyse der Partikeln
Im Folgenden wird auf die Analyse der APn in den
Lektionen der Lehrwerke eingegangen, um zeigen
zu können, inwieweit diese AP in den beiden Lehrwerken behandelt wurden. Zuerst wird „denn“, dann
„doch“ und zuletzt „ja“ bearbeitet.
Die Partikel “denn”
Die AP „denn“ wird bei Helbig (1988, S. 105-110;
vgl. auch: Helbig/Kötz 1981, S.32-33, Hepsöyler,
1986, S.80-86) in sieben Gruppen kategorisiert, die
auch für diese Arbeit als Kriterien gelten sollen. Als
170
erstes tritt „denn“ in a) Entscheidungsfragen vor, in
denen von beiden Seiten das Befragte als Vorwissen
da ist. Es kann auch ein mit Erstaunen und Überraschung b) nachgefragtes sein, die höflicher klingen
können. „Denn“ wird als zweite Kategorie als eine
Sprechhandlung mit „Vorwurf “ bezeichnet, worauf
keine Antwort erwartet wird, wie z.B.: „Können Sie
denn nicht schneller schreiben?“ Als drittes kommt
„denn“ in Ergänzungsfragen, wobei angenommen
wird, dass das bestimmte Wissen vom Hörer gewusst
wird, wie z.B.: „Wie spät ist es denn?“ Die AP „denn“
benutzt man in Ergänzungsfragen als eine vierte
Kategorie dann, wenn man einen Vorwurf machen
will und darauf eine Erklärung erwartet. In solchen
Äußerungen befindet sich eine negative Einstellung,
wie z.B.: „Warum konntest du das denn nicht schnell
erledigen?“ Wenn der Hörer nicht die erwartete Antwort dem Sprecher gibt, kann der Sprecher als eine
fünfte Kategorie Ergänzungsfragen bilden, in denen
„denn“ betont vorkommt, wie z.B.: „Er kommt nicht
aus Ankara? –Woher kommt er denn?“ Als sechstes
tritt „denn“ in Ergänzungsfragen auf, worauf der Hörer sprachlich handeln soll, wie z.B.: „Was haben wir
denn vorgehabt? –Nichts.“ Die AP „denn“ kommt
als letzte Kategorie als eine Entscheidungsfrage vor,
die die Funktion eines Ausrufesatzes hat. Sie hat die
Funktion der Überraschung des Sprechers: „Ist die
Zeichnung denn nicht wunderbar?“, worauf eine positive Reaktion vom Hörer erwartet wird.
Im ersten Lehrwerk des „Hier sind wir A1“ tritt die
Partikel „denn“ überhaupt nicht auf.
Im Lehrwerk „Hier sind wir A1+“ tritt die Abtönungspartikel „denn“ dreimal auf. Die Äußerungen 1 und
2 entstammen aus der Lektion 2 aus einem Interview,
wo eine Jugendliche nach ihrem Interesse zu Musikinstrumenten gefragt wird. Der Interviewer fragt:
„Ist Saxophon denn ein Instrument für Mädchen?“
worauf sie mit: „Warum denn nicht?“ (beide in: S.16
L.2) antwortet. Die folgende letzte Äußerung mit der
AP „denn“ wird als Sprachmittel an die Lerner gegeben, wie sie nach einer Krankheit nachfragen können: „Was hat er denn? -Er hat Kopfschmerzen!“ (S.
30 L. 4).
Im Lehrwerk „Themen aktuell 1“ kommt „denn“ als
AP neunundzwanzigmal vor.
Als erstes kommt die AP „denn“ in einem Dialog in
Lektion 1 Seite 18 vor, in der während einer Reise
Anadolu Üniversitesi Sosyal Bilimler Dergisi Eğitim Özel Sayısı
dem Fremden nach seinem Wohnort gefragt wird:
„Ich komme aus Bruck. -Wo liegt das denn?“ (S.18
L. 1/6), wo vom Hörer durch die Ergänzungsfrage die
Erwartung herrscht, dass die Wissenslücke durch den
Sprecher gefüllt wird. Auch die Äußerung: „Wer sind
Sie denn?“ (S.19 L 1/7) in der humoristischen Seite,
die sich am Ende der Lektionen befinden, hat dieselbe Funktion. In der Äußerung in Lektion 2 Seite 29:
„Was ist das denn?“ (S.29 L 2/4), das in einem Dialog beim Einkaufen vorkommt, nimmt der Sprecher
an, dass der Verkäufer die Antwort kennt und seine
Wissenslücke füllen kann. Auch in der humoristischen Seite der Lektion 2 kommt die gleiche Äußerung
mit der gleichen Funktion vor: „Entschuldigen Sie
bitte, was ist denn das?“ (S.32 L 2/6). In der Lektion 3 in der humoristischen Seite wird dem Kellner
danach gefragt, was es denn zum Essen gibt. Es ist
eine Ergänzungsfrage: „Was haben Sie denn?“ (S. 44
L 3/6), worauf der Kellner die Liste aufzählen soll.
Nachdem der Kellner alles auflistet und der Gast das
Unmögliche möchte, kommt vom Gast auf die nicht
erwartete Antwort vom Kellner die Ergänzungsfrage:
„Was haben Sie denn überhaupt?“ (S.44 L 3/6) was ein
Spritz von Humor wiedergibt. In der Übung 11, S.49
der Lektion 4 treten die Beispiele „Was machen Sie
(denn) da?“ und „Warum (denn) nicht?“ vor, wozu
wieder keine Erklärungen nach der Form und Bedeutung daliegen, aber wo (denn) in Klammern sichtbar
gemacht wird. Die Äußerung: „Wann fängt das denn
an?“ (S.53 L 4/3) kommt in der Übung 20 vor, wo jetzt
aber „denn“ nicht in Klammern gegeben wird. Das
müsste die Lernenden u.E. zu Gedankensprüngen
bringen, da keine Erläuterungen darauf folgen.
In der Lektion 5 kommt wieder die Ergänzungsfrage:
„Was kostet die denn?“ (S. 60 L 5/1) beim Einkaufen im Dialog vor. Eine andere Ergänzungsfrage mit
„denn“ ist: „Die ist schön. Was kostet die denn?“
(S.61 L 5/1), wo man annimmt, dass der Verkäufer
den Preis weiß oder nicht weiß. Im Folgenden wird
vom Sprecher in Lektion 5 Seite 61 nach der Einstellung des Gesprächspartners gefragt: „Wie findest du
denn die dort?“ (S.61 L 5/1), die beim Einkaufen sind.
Auch die nächste Äußerung befindet sich im gleichen
Dialog: „Wie teuer ist der denn?“ (S.61 L 5/1) wo wieder nach dem Preis gefragt wird. „Wo denn?“ (S.68
L 5/5) kommt in der humoristischen Seite vor, wo
es nach dem Befinden gefragt wird. In der Lektion
6, wo Krankheiten durchgenommen werden, kommt
wiederum ein Dialog vor, in der die AP „denn“ auch
einmal als Ergänzungsfrage und einmal als eine Ents-
cheidungsfrage ihren Platz einnehmen: „Nein danke,
ich darf nicht. –Warum denn nicht? /…/ Darfst du
denn Tee trinken? –Oh ja, das soll ich sogar.“ (S. 73
L 6/2). Es ist ein Dialog mit der Freundin nach der
Sprechstunde beim Arzt. Als nächstes sprechen Freunde unter sich nach einem Unfall: „Mensch, Lisa,
was hast du denn gemacht?“ (S.76 L 6/5) und; „Was
ist denn bloß passiert?“ (S.76 L 6/5), welche im gleichen Dialog als Fragen vorkommen. In der humoristischen Seite der Lektion 6 treten wieder Äußerungen
auf, die beim Arzt öfters benutzt werden. Zuerst
kommt die Ergänzungsfrage, worauf dann die Entscheidungsfrage folgt, was als Wissen beim Patienten
und beim Arzt eigentlich schon da ist: „Wo fehlt’s
denn? /…/ Haben Sie denn Schmerzen?“ (S.80 L 6/7),
die normalerweise vorhanden sein müssen und wodurch eigentlich vom Arzt zugleich die Einführung
zum Gespräch gemacht wird. In der nächsten Lektion 7, werden Dialoge zum Klatsch unter Freunden
gegeben, in denen die AP „denn“ hervorkommt: „Ist
etwas passiert? -Ja, sie hatte einen Unfall. -Einen Unfall? -Was ist denn passiert? -Na ja, sie ist hingefallen.“ (S.84 L 7/2) und „Haben Sie es schön gehört?
-Nein, was denn? -Frau Soltau hatte einen Unfall.
-Was ist denn passiert?“ (S.84 L 7/2), die realitätsnahe
Beispiele zu Ergänzungsfragen mit „denn“ aus dem
Alltag bilden. Die nächste Äußerung entstammt aus
der Lektion 7 Teil 4, wo ein Kind unterwegs an der
Benzinstelle vergessen wird: „Was machst du denn
hier? Wo sind deine Eltern?“ (S. 89 L 7/4). Ein Erwachsener spricht mit dem Kind, das ein Beispiel zu
einer Kommunikation mit Kindern sein kann. In der
humoristischen Seite derselben Lektion kommt die
Ergänzungsfrage: „Wie lange denn schon?“ (S.92 L
7/6) im Dialog vor, in der der Vorsitzende dem Hörer
fragt, seit wann er denkt. In der Lektion 9, wo Geschenke besprochen werden, kommt im Dialog: „Schau
mal, morgen ist die Party bei Hilde und George. Sie
haben uns eingeladen. -Ach ja, stimmt. -Was bringen
wir ihnen denn mit? -Weißt du nicht etwas?“ (S.108 L
9/1) vor, wo Überlegungen dazu gemacht werden sollen, was man dem Freund kaufen kann. Die folgende
Ergänzungsfrage kommt im Dialog beim Einkaufen
vor: „Was kostet er denn?“ (S.110 L 9/2). In der humoristischen Seite am Ende der 10 Lektion kommen
Fragen mit der AP „denn“ im Berliner Dialekt: „Wat
denn? /…/ Wat denn-gloobste mir det nich? /…/ Nee,
Inge, du bis mir nich ejal, ich hab dir doch jesacht, det
ick dir liebe.“ (S.127 L 10/4).
sbd.anadolu.edu.tr
171
Die Abtönungspartikel „denn, doch“ und „ja“ in den DaF-Lehrwerken „Hier sind wir“ und „Themen aktuell“
Es lässt sich feststellen, dass die AP „denn“ meistens
in Gesprächen im Alltag, wie z.B.: beim Einkaufen,
bei Krankheiten und beim Klatsch ihren Platz finden
können. Wenn man die AP auf diese Weise herausschreibt, kann man sehen, wo sie meistens benutzt werden. Aber hierzu wäre die Frage, ob der Lerner ohne
Hinweis auf diese Arten und ihren Verwendungen
diese auch effizient benutzen kann.
Die Partikel “doch”
Die AP „doch“ kommt in Aussagesätzen unbetont vor
(Helbig 1988, S. 111ff.; vgl. auch: Helbig/Kötz 1981,
S. 33-34). Mit „doch“ verweist der Sprecher auf das
gemeinsam Gewusste, aber bereits ins Vergessene geratene. Mit diesen Äußerungen erwartet der Sprecher
eine Bestätigung aus der Seite des Hörers, wie z.B.:
„Wir wollten doch im Sommer nach Berlin fahren.“.
Die AP „doch“ bezieht sich auf das bereits Geäußerte,
wo ein Widerspruch enthalten ist. Dadurch kann
der Hörer dem Sprecher eine Verneinung der Sache oder aber auch der Handlung ankündigen, wie
z.B.: „Schlag bitte dein Lehrbuch auf. -Aber ich habe
doch keine Hausaufgaben.“. Die AP „doch“ kommt
in Aufforderungssätzen vor und eine Veränderung
im Handlungsraum wird erwartet, die schnell erledigt werden soll. Sie kann aber auch die Funktion
zu der Erleichterung des Sprechers tragen, wie z.B.:
„Kommt doch nach Eskişehir!“. In Ergänzungsfragen
hat „doch“ die Funktion, dass der Sprecher vom Hörer an das bereits Bewusste erinnert werden soll, was
Vergessen wurde, wie z.B.: „Wie ist die Adresse doch
von der Uni?“. Man sollte den „doch“ in der Entscheidungsfrage mit den AP nicht verwechseln, wie
z.B.: „Ist er doch gefahren?“. Hier kommt „doch“ als
Adverb und betont vor, obwohl auch diese je nach
der Betonung auch als AP angenommen werden
können. Die AP „doch“ kommt auch in der Form
von Aussagesätzen vor, hat aber die Betonung der
Entscheidungsfrage. Der Sprecher möchte dadurch
seine Skepsis vom Hörer aufheben lassen, wie z.B.:
„Die Arbeit wird doch bis übermorgen fertig?“. Die
AP „doch“ kommt auch in Ausrufesätzen vor, wo das
Verb an der zweiten Stelle liegt. Sie ist hier unbetont
und ist eine spontane Reaktion auf eine Handlung im
Kommunikationsraum, wie z.B.: „Was war das doch
für ein Knall?“ oder: „Du bist doch kein Kind mehr!“.
Die AP „doch“ kommt auch in Wunschsätzen unbetont vor. Diese Wunschsätze können entweder Sätze
sein, die in der Zukunft verwirklicht werden können oder aber auch nur ein Traum bleiben, wie z.B.:
„Käme er doch!“.
172
Im Lehrwerk „Hier sind wir A1“ kommt die AP
„doch“ überhaupt nicht vor.
Im Lehrwerk A1+ wird ein Interview mit einer Jugendlichen nach ihrem Interesse zu Musikinstrumenten gemacht, worauf sie eine Antwort gibt: „Warum
denn nicht? Jeder kann doch das spielen, was er mag,
oder? Ich finde Saxophon einfach super.“ (S.16 L 2),
wo ein Wiederspruch da liegt und in der ein Aussagesatz in der Form einer Entscheidungsfrage ist, wo die
Sprecherin ihre Skepsis aufheben lassen will.
Im Lehrwerk „Themen aktuell“ tritt „doch“ achtmal
auf. In der Lektion 3 sitzen Freunde am Esstisch und
sprechen untereinander: „Nehmen Sie doch noch
etwas Fisch!“ (S.40 L 3/3), wo eine Aufforderung an
den Gast stattfindet. In der Lektion 5 wird mit „doch“
eine Aufforderung gemacht, wo der Gast erleichtert
werden soll und eine Aufforderung zum Essen erhält:
„Wir möchten jetzt essen. Sie essen doch mit? -Essen?
Wo denn? O Gott, nein! Ich habe leider keine Zeit.“
(S.68 L 5/5). In der Lektion 6 sind Äußerungen
durcheinander im Kasten, die durch das Hören der
CD wieder rekonstruiert werden sollen. Die erste
Äußerung mit „doch“ hat die Funktion der Aufforderung, wobei die zweite einen Widerspruch in sich
trägt: „Ach, dein Arzt! Komm, spiel doch mit.“ (S.75
L 6/4) und „Ein bisschen Fieber, das ist doch nicht so
schlimm.“ (S.75 L 6/4).
In der Lektion 7 Übung 8 sind Beispielfragen der
Kinder und des Mannes zum Haushalt hin gegeben,
wo Beispieläußerungen der Mutter dazu daliegen,
die sie machen kann: „Nein, das mache ich nicht. –
Wasch deinen Pullover doch selbst! Mach das Licht
doch selbst aus!“ (S.85 L 7/3), wo Veränderungen
im Handlungsraum durch den Hörer erwartet wird.
Am Ende dieser Lektion in der humoristischen Seite kommt „doch“ in der Form: „Nun, irgendwas haben Sie doch sicher gemacht. Nein, Herr Vorsitzender, ganz bestimmt nicht.“ (S.92 L 7/6). Mit dieser
Äußerung: „Nun, irgendwas haben Sie doch sicher
gemacht.“ versucht der Vorsitzende den Hörer daran
zu erinnern, was er gemacht hat und ins Vergessene
geraten ist. Und in der letzten Lektion 10 befindet
sich ein Bericht von einer Journalistin, in dem die
Äußerung: „Eine Frau am Nebentisch hat uns zugehört. Sie sagt: Nein, das stimmt doch nicht. Wohnungen gibt es hier genug.“ (S.103 L 8/3) gegeben wird,
wo der Widerspruch der sprachlichen Handlung verneint gezeigt werden soll.
Anadolu Üniversitesi Sosyal Bilimler Dergisi Eğitim Özel Sayısı
Die Partikel “Ja”
Die Partikel „ja“ kommt nach Helbig (1988, S.165ff.;
vgl. auch: Helbig/Kötz 1981, S. 35) in Aussagesätzen
unbetont vor. Hier wird auf ein gemeinsames Wissen
hingewiesen, wodurch in einem Aussagesatz dem
Hörer gefragt wird, ob sich die Realität des Themas
noch aufbewahrt, wie z.B.: „Der Kongress findet ja
in Sevilla statt.“. Die Partikel „ja“ kommt nicht nach
Ergänzungsfragen, denn es greift ja nach dem gemeinsamen Vorwissen. „Ja“ kommt in Ausrufesätzen,
wo das Verb an der zweiten Stelle steht, unbetont vor
und drückt das Erstaunen und das Überraschen des
Sprechers aus, wie z.B.: „Du bist ja groß geworden.“.
Die AP „Ja“ kommt in Aufforderungssätzen betont
vor und verstärkt sie. Der Hörer soll die Handlung
sofort machen. Sie hat zugleich die Funktion der
Drohung und Warnung, wie z.B.: „Wasch dir die
Hände ja gründlich!“. „Ja“ tritt auch beim Infinitiv
auf, wie z.B. in der Äußerung: „Ja nicht so viel essen.“.
Man kann „ja„ auch in elliptischen Formen sehen, wo
sie ohne ein Verb aber wie auch beim Infinitiv mit
Negation vorkommen: “Soll ich nach Berlin in der
Nacht fahren? –Ja nicht. Du wirst müde sein.“. Die
AP „Ja“ kommt wieder in Entscheidungsfragen mit
„auch“ zusammen betont vor. Sie trägt hier die illokutive Funktion der Bestätigung: „Habt ihr das auch
ja gut gelernt?“.
Im Lehrwerk „Hier sind wir“ tritt die AP „Ja“ weder
in A1 noch in A1+ überhaupt nicht auf. Im Lehrwerk
„Themen aktuell 1“ kommt die AP „ja“ viermal vor.
Zum ersten Mal wird der Lernende in „Themen aktuell 1“ mit dem Partikel „ja“ in der Lektion 6 mit der
Äußerung: „Ich möchte ja gern, aber ich kann wirklich nicht.“ (S. 75 L 6/4) als ein Aussagesatz vertraut.
Hier sollen die Lernenden die durcheinander gegebenen Äußerungen im Dialog nach dem Hören der
CD in die richtige Reihe bringen. In Lektion 7 Seite
84 befinden sich die Äußerungen: „Man hat sie operiert. -Das ist ja schrecklich!“ (S. 84 L 7/2), welche im
Dialog eingebettet sind und ein Erstaunen ausdrücken. Als nächstes wird von der Mutter eine Aufforderung an die Kinder und auch an den Mann gemacht:
„Du kannst die Heizung ja selbst anstellen.“ (S. 85 L
7/3). Die nächste Äußerung tritt in einem Brief auf,
wo eine Frau ihrer Freundin ihre Erfahrungen zu der
neuen Wohnung in der Form eines Aussagesatzes
beschreibt: „Bis jetzt habe ich ja viel Pech gehabt in
dieser Wohnung.“ (S.90 L 7/5), die im Ablauf des Briefes nun auf dem gemeinsamen Wissen beruht.
In den ersten fünf Lektionen des Lehrwerks „Themen
aktuell“ tritt die AP „ja“ überhaupt nicht auf. In der
Lektion 6 tritt es zuerst nur einmal und in der Lektion 7 dann dreimal auf, worin sich Dialoge aus dem
Alltag befinden.
Erklärungen in den Lehrwerken zu den
Partikeln
Im Lehrwerk „Themen aktuell 1“ befindet sich am
Ende des Werkes eine alphabetische Wortliste (S.148159). In dieser alphabetischen Wortliste kommt
„doch“ (S.150) mit den Seitenangaben 40 und 61 als
Partikel vor. Wieder auf der Seite 150 steht „denn“
mit den Seitenangaben 13, 18, 29, 89, 108, wobei
„denn“ auf den Seiten 18, 29, 89 als Partikel auftritt
und auf den Seiten 13 und 108 die Funktion der Konjunktion hat. „Ja“ tritt in der alphabetischen Liste auf
Seite 152 mit der Seitenangabe 8 in seiner Grundbedeutung auf. Es gibt auch weitere Seitenangaben zu
„Ja“, die mit Fügungen hervortreten (S.17 „na ja“, S.
73 „oh ja“).
Im Arbeitsbuch des Lehrwerks „Themen aktuell 1“
werden je zur Lektion die neuen Wörter gegeben, die
im Lehrwerk vorkommen. Auf Seite 5 Lektion 1 des
Arbeitsbuches wird „denn“ (S.13, 18) unter der Gruppe ‚Funktionswort‘ eingesetzt. Auch „ja“ wird auf derselben Seite in seiner Grundbedeutung gegeben. Wieder auf Seite 30, Lektion 3 des Arbeitsbuches befindet
sich „doch“ (S.40) unter den Funktionswörtern.
Im Lehrwerk „Hier sind wir A1“ auf den Seiten
91-104 steht die alphabetische Wortliste. In dieser
Wortliste wird auf Seite 93 „doch“ als „ancak –L3E“
angegeben, wobei die anderen AP „denn“ und „ja“
überhaupt nicht vorkommen. Im selben Lehrwerk
befindet sich die ‚Lektionswortlisten‘ (S.75-90), wo
keiner der Partikeln gezeigt werden.
In „Hier sind Wir A1+“ befindet sich in der alphabetischen Wortliste (S. 85-97) auf Seite 86 „denn“ als
„çünkü“, das die Äquivalenz im Türkischen als Bindewort ist (vgl.: Hepsöyler, 1986, S. 86-87), wobei
die anderen AP „denn“ und „ja“ nicht vorkommen.
In der „Lektionswortlisten“ (S.68-84) wird auf Seite
77: „Was hat er denn?“ ins Türkische als „Onun nesi
var?“ übersetzt, woraus man nicht heraus sehen kann,
welchen Wert die AP „denn“ hier trägt.
sbd.anadolu.edu.tr
173
Die Abtönungspartikel „denn, doch“ und „ja“ in den DaF-Lehrwerken „Hier sind wir“ und „Themen aktuell“
Zusammenfassend kann man sagen, dass insgesamt
die Partikel „denn“ in „Themen aktuell“ mit 3 verschiedenen Funktionen, einmal in Ergänzungsfragen
bei dem Verlangen nach dem Wissen des Hörers vierundzwanzigmal, in Entscheidungsfragen, die als
Vorwissen da sind, zweimal und in Ergänzungsfragen
dreimal auftreten, die auf nicht erwartete Antwort
des Hörers folgen. Im türkischen Lehrwerk dagegen
kommt „denn“ in A1+ dreimal vor, wo sie einmal die
Funktion der Entscheidungsfrage und zweimal die
Funktion der Ergänzungsfrage hat. In „Hier sind wir
A1“ kommt „denn“ überhaupt nicht vor.
Die AP „doch“ kommt in „Themen aktuell“ achtmal
in 3 verschiedenen Funktionen vor: Einmal als Aussagesatz, zweimal als Widerspruch auf die Äußerung
und fünfmal in Aufforderungssätzen. Im Lehrwerk
„Hier sind wir A1“ kommt „doch“ überhaupt nicht
vor. In A1+ kommt sie einmal als ein Aussagesatz in
der Bedeutung einer Entscheidungsfrage vor.
Die AP „ja“ kommt im türkischen Lehrwerk weder in
A1 noch in A1+ vor. Im deutschen Lehrwerk kommt
sie viermal vor. Zweimal in der Funktion, wo auf ein
gemeinsames Wissen appelliert wird, einmal beim
Erstaunen und einmal in einer Aufforderung an den
Hörer.
Schlussbemerkung
Das Ziel der meisten Lehrwerke in unserer globalisierten Welt ist es den Sprachenlernern in kürzester
Zeit die Zielsprache pragmatisch zum Anwenden zu
bringen. Man kann natürlich auch ohne Partikeln
einen Dialog in der deutschen Sprache führen, wobei man aber bestimmte Graduierungen und den
Geschmack der Sprache verfehlen würde. Wenn man
bedenkt, dass heute pragmatische Forschungen und
empirische Analysen die Lehrwerke immer mehr
beeinflussen, so müssten die AP auch immer mehr
ihren Platz im DaF-Unterricht einnehmen.
In den in dieser Studie herangezogenen Lehrwerken
kamen die Partikeln „denn“, „doch“ und „ja“ in „Hier
sind wir A1“ weder in Dialogen noch in den Übungen
vor. Im Lehrwerk „Hier sind wir A1+“ kommt „denn“
dreimal, „doch“ einmal und „ja“ überhaupt nicht vor.
In „Themen aktuell 1“ kommt „denn“ neunundzwanzigmal, „doch“ achtmal und „ja“ viermal vor.
174
Demnach wäre es angebracht die Lerner auf die APn
aufmerksam zu machen, vor allem dass sie in Dialogen nötig und durch Übungen lernbar sind. Ob es
für den Lerner schwierig ist die AP im Deutschen von
Anfang an zu lernen, ist ein anderes Forschungsthema,
was für andere Arbeiten ein interessantes Thema sein
könnte. Obwohl in den letzten dreißig Jahren vieles in
Betracht zu den Partikeln gezogen wurde und diese
ihre Widerspiegelungen in der Praxis gefunden haben,
sollten sie dennoch weiterhin verarbeitet werden.
In den Lehrwerken müssten auf die unterschiedlichen Funktionen der AP Bezug genommen werden,
z.B. mit kleinen Merkzetteln am Rande der Dialoge,
welche Bedeutungen sie der Äußerung geben usw.,
damit der Lerner zumindest primär mit den Partikeln in Kontakt tritt und sie anzuwenden versucht,
anstatt sie zu ignorieren.
In der DaF-Lehre sollten die Partikeln auch in den
regionalen Lehrbüchern bewusst ihren Platz einnehmen, und zwar u. E. in allen Stufen der Lehre, wenn
besonders die Kommunikation der Lernenden und ihr
sprachliches Können im Vordergrund stehen sollten.
Sowohl in den Lehrwerken, die in Deutschland vorbereitet werden, als auch in den regionalen Lehrwerken müssten die Partikeln u. E. gezielt mit der Vielfalt
ihrer Funktionen ihren Platz einnehmen. Auch die
deutschen DaF-Autoren können bei der Vorbereitung
der DaF-Lehrwerke bezüglich der jeweiligen Länder
die Beispiele gezielter benutzen als die DaF-Autoren
im betroffenen Land, die nicht so sehr mit dem Land
der Zielsprache konfrontiert sind. Auch weitere Arbeiten bezüglich der Lehrwerke in verschiedenen
Ländern könnten die Lage der DaF-Lehrbücher in
Bezug zu AP noch mehr verfestigen.
Literaturverzeichnis
Aktaş, T. (2001). Semantische Funktionen der Türkischen –MIŞ-Form und ihre Entsprechungen im
Deutschen. Üniversität Fırat: Zeitschrift für Sozialwissenschaften. Cilt 11 Sayı 2: 43-54.
Aufderstrasse, H., Bock, H.,Gerdes, M., Müller, J.,
Müller, H. (2007). Themen aktuell 1. Niveaustufe
A1. Ismaning: Hueber Verlag.
Anadolu Üniversitesi Sosyal Bilimler Dergisi Eğitim Özel Sayısı
Balcı, T. (2003). Edat bağlamında sözcük türlerine yeni
bir yaklaşım. Dil Dergisi. Sayı 122: S.7-16.
Bayrak, A. (2006). Landeskundliche Elemente im
Lehrwerk “Hier sind wir” In: Selçuk Üniversitesi
Sosyal Bilimler Enstitüsü Dergisi 2006/15. Konya:
107-112.
Erziehungsministerium der Türkei, Betreff: 2011-2012
Eğitim ve Öğretim Yılında Okutulacak İlköğretim
ve Ortaöğretim Ders Kitapları. Tebliğler Dergisi
Cilt: 74 No: 2640 Ocak 2011.
Göznek, S., Pıtraklı, O., Spangenberg, E. (2005). Hier
sind wir! Niveaustufe A1. Schülerbuch –Erster
Band-. Istanbul: M.E.B. Devlet Kitapları.
Helbig, G. (1988). Lexikon deutscher Partikeln. Leipzig:
Verlag Enzyklopädie.
Helbig, G., Kötz, W. (1981). Die Partikeln. Zur Theorie
und Praxis des Deutschunterrichts für Ausländer.
Leipzig: Verlag Enzyklopädie.
Hentschel, E. (1981). Partikel und Hörereinstellung.
In: Weydt, Harald (Hrsg.) Partikeln und Deutschunterricht. Heidelberg: Groos Verlag: 13-30.
Mayring, P. (2005). Neuere Entwicklungen in der qualitativen Forschung und der Qualitativen Inhaltsanalyse. In: Mayring, Philipp/GläserZikuda, Michaela (Hrsg.) Die Praxis der Qualitativen Inhaltsanalyse. Weinheim: Beltz Verlag: 7-19.
Račiené,Ernesta/Šapalaité,Jurgita http://www.biblioteka.vpu.lt/zmogusirzodis/PDF/svetimosioskalbos/1999/racsap27-34.pdf
Reiter, N. (1981). Deutsche Partikeln und ihre Entsprechungen im Türkischen. In: Weydt, Harald
(Hrsg.) Partikeln und Deutschunterricht. Heidelberg: Groos Verlag: 225-237.
Rösler,Dietmar http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6439/pdf/Roesler-PartikelnDeutsch.pdf
Pıtraklı, O., Parlatır, F., Spangenberg, E. (2005). Hier
sind wir! Niveaustufe A1+. Schülerbuch –Zweiter
Band-. Istanbul: M.E.B. Devlet Kitapları.
Zimmermann, K. (1981). Warum sind die Modalpartikeln ein Lernproblem? In: Weydt, Harald (Hrsg.)
Partikeln und Deutschunterricht. Heidelberg: Groos Verlag: 111-122.
Hepsöyler, E. (1986). Kontrastive Beschreibung und
Didaktisierung der Abtönungspartikeln mal, eben,
wohl, schon, denn und ihrer Entsprechungen im
Türkischen. Frankfurt: Peter Lang Verlag.
sbd.anadolu.edu.tr
175
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
8
Dateigröße
396 KB
Tags
1/--Seiten
melden