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Grünlandpflege

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GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
Landwirtschaftliches Wochenblatt
INHALT
Die Narbe
braucht Pflege . . . . . . . . . 24
Neue Narbe
bringt Vorteile . . . . . . . . . 27
Fotos: Brockmann-Könemann
Das Kalken
nicht vergessen . . . . . . . . 30
Verfilzte Narben sollten zeitig im Frühjahr durch scharfes Striegeln aufgerissen werden. Unmittelbar danach müssen die
entstandenen Lücken mit einer geprüften Qualitätsmischung nachgesät werden.
Die Narbe braucht Pflege
Wer hochwertiges Grundfutter erzeugen will, muss jetzt im Frühjahr zeitig
tätig werden. Nach dem Winter sollte das Grünland mit entsprechenden
Pflegemaßnahmen auf die neue Saison vorbereitet werden.
Z
um Erhalt eines leistungsfähigen Grünlandes ist eine
bestandsangepasste Pflege
im Frühjahr unerlässlich. Es ist
wichtig, dass auf den Flächen, auf
denen eine intensive Nutzung geplant ist, im Frühjahr rechtzeitig
mit den Pflegemaßnahmen begonnen wird, damit sich eine dichte
Narbe entwickeln kann.
einer weiterer Narbenverschlechterung entgegenzuwirken.
Eine wichtige Pflegemaßnahme im
Frühjahr ist das Schleppen. Der
Einsatz der Schleppe ist immer
notwendig, wenn Maulwurfs- oder
Wühlmaushaufen eingeebnet oder
breit verteilt werden müssen. Dadurch wird die Futterverschmut-
zung des Aufwuchses erheblich
verringert, vor allem aber wird verhindert, dass die Samenunkräuter
in den Erdhügeln ein Saatbett finden, von dem sie sich in der Fläche weiter ausbreiten können.
Wichtig ist, dass der Boden vor
dem Schleppen ausreichend abgetrocknet ist, damit er krümelnd
Kontrolle auf Schäden
Flächen, von denen energiereiches Grundfutter gewonnen werden soll, sind nach Winter systematisch auf Narbenschäden
zu kontrollieren. Der recht milde Winter 2014/15 stellte zwar
bislang nur geringe Anforderungen an die Winterfestigkeit der
Grünlandbestände, vielfach sind
die Grünlandnarben jedoch stark
durch erhebliche Wühlmaus- und
Maulwurfaktivität geschädigt. Die
durch spätes Herbstwachstum
zum Teil zu kräftig vor Winter entwickelten Flächen sind hiervon
besonders betroffen. Wichtig ist es,
dass dort jetzt rechtzeitig notwendige Pflege- und Verbesserungsmaßnahmen ergriffen werden, um
24
8 / 2015
in der Narbe zerfällt und die Narbe nicht breit zuschmiert und erstickt und dadurch den Raum für
das Keimen von Unkrautsamen
noch vergrößert.
Sinnvoll ist es, das Schleppen im
Frühjahr nach der ersten Güllegabe vorzunehmen, um an den Blättern anhaftende Güllereste abzustreifen. Auch hierzu müssen die
Flächen gut abgetrocknet sein.
Ein verbreitetes Problem, vor allem feuchterer Lagen, sind stark
verfilzte Narben. Bei solchen Flächen sollte man zeitig im Frühjahr durch Schleppen, besser noch
durch scharfes Striegeln, den Narbenfilz aufreißen und unmittelbar
anschließend mit einer Nachsaat
den Bestand mit wertvollen Gräsern aufwerten. Bei Flächen, die
mit der sehr aggressiven Gemeinen Rispe verfilzt sind, muss diese Maßnahme allerdings im Sommer zweckmäßigerweise wiederholt werden.
Walzen für feste Narben
Mit geprüften Mischungen auf der sicheren Seite: Ein oranges Etikett tragen
Mischungen für Niederungslagen, ein rotes die für Mittelgebirge.
Das Walzen im Frühjahr dient vor
allem der Rückverfestigung der
über Winter aufgefrorenen Grünlandnarbe sowie dem Eindrücken
hochgefrorener Steine und der Nivellierung von Bodenunebenheiten. Um dieses Ziel zu erreichen,
muss der Boden zwar feucht und
formbar, auf keinen Fall jedoch
nass sein, um die Bodenstruktur
so wenig wie möglich zu schädigen. Nach dem milden Winter
gilt es zu prüfen, ob das Walzen
der Flächen tatsächlich notwen-
GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
Landwirtschaftliches Wochenblatt
Auf den Punkt gebracht
•
Wer hochwertiges Grundfutter ernten will, muss mit den
Pflegemaßnahmen im Frühjahr
zeitig beginnen.
• Zu den ersten Maßnahmen
im Frühjahr zählen das Walzen
und Schleppen. Wichtig ist, dass
die Böden passend abgetrocknet sind.
• Nachsaaten sollten im Frühjahr zeitig zu Vegetationsbeginn
erfolgen. Dann ist noch genügend Feuchtigkeit für die Keimung vorhanden.
• Für die Nachsaat haben sich
die von der Landwirtschaftskammer empfohlenen Standardmischungen seit Jahren bewährt.
dig ist. Viele Flächen sind heute
durch das häufige Befahren mit
schweren Ernte- oder Güllegeräten bereits so stark verdichtet, dass
das Walzen kaum Wirkung zeigt
und eher die Problematik fehlen-
Mit der Walze werden aufgefrorene Narben rückverfestigt und Steine in den Boden gedrückt.
der Bodenstruktur verschärft. Die
verschiedenen Pflanzenarten des
Dauergrünlandes stellen sehr unterschiedliche Ansprüche an die
Standortbedingungen, insbesondere Bodenfeuchte, Nährstoffversorgung und Nutzungsintensität.
Auch bei den für die Futterquali-
tät wichtigen Pflanzenarten intensiv genutzten Grünlandes bestehen sehr große Unterschiede, wie
die Übersicht zeigt.
Besonders das wegen hoher Futterqualität und Nutzungselastizität wichtigste Gras, das Deutsche
Weidelgras, hat sehr spezifische
Standortansprüche. Optimale Bedingungen findet es auf Standorten mit geregelter Bodenfeuchte,
milden Wintern und pH-Werten
möglichst über 6,0. Dort, wo diese Bedingungen, insbesondere
im Mittelgebirge von Eifel, Bergischem Land oder Sauerland, nicht
8 / 2015
25
GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
erfüllt sind, ist es umso wichtiger,
durch anbautechnische Maßnahmen, wie Düngung, Kalkung, Nutzung, seine Konkurrenzfähigkeit
zu verbessern. Gerade unter den
gegenwärtigen Bedingungen rückläufiger Weide- und zunehmender Schnittnutzung (TMR-Fütterung) verringert sich häufig die
Nutzungsfrequenz der Grünlandflächen. Soll sich das Deutsche
Weidelgras unter solchen Bedingungen gegen die Konkurrenz der
besser angepassten Grünlandarten
durchsetzen, ist eine regelmäßige
Nachsaat unumgänglich. Wenn
diese Intensität jedoch nicht gewährleistet werden kann oder
soll, sollte von vornherein eine
obergrasreichere Mischung wie
etwa die Standardmischung GI
bevorzugt werden.
Nachsaat zeitig im Frühjahr
Frühjahrsnachsaaten
gelingen
nur dann recht sicher, wenn sie
sehr zeitig bei Vegetationsbeginn
durchgeführt werden. Die Feuchtigkeitsbedingungen sind dann
in der Regel auf allen Standorten
günstig für die Keimung der Samen und Etablierung der Jungpflanzen. Ein Hindernis für die
Entwicklung der Nachsaat im
Frühjahr ist jedoch die wachsende
Konkurrenz der Altnarbe im ersten
Aufwuchs. Am einfachsten kann
sie durch frühzeitige Beweidung
ausgeschaltet werden. Je intensiver sich die Sämlinge bestocken
können, desto schneller können
sie sich in der Altnarbe durchsetzen. Erfolgt die Nachsaat im Frühjahr zu spät, besteht die Gefahr,
dass die keimenden Pflanzen von
Landwirtschaftliches Wochenblatt
der Altnarbe überwachsen werden
und ersticken.
Auf Flächen, auf denen der erste
Schnitt gemäht wird und die weniger zur Sommertrockenheit neigen, kann es daher zweckmäßig
sein, die Nachsaat erst unmittelbar
nach dem ersten Schnitt durchzuführen, denn nach dem Schnitt ist
die Konkurrenz der Altnarbe zunächst etwas geschwächt, was die
Entwicklung der Nachsaat begünstigt. Auf sommertrockenen Standorten ist besser ein Termin um Mitte August anzupeilen, weil zum
Herbst hin in der Regel die Konkurrenz der Altnarbe und auch die
Gefahr der Bodenaustrocknung
nachlässt.
Nur geprüfte Mischungen
Soll die Nachsaat nachhaltigen Erfolg versprechen, ist es Voraussetzung, dass die richtige Mischung
angesät wird. In Nachsaatversuchen mit verschiedenen Arten hat
sich gezeigt, dass nur das Deutsche Weidelgras eine ausreichende
Konkurrenzkraft in der Jugendentwicklung aufweist, um sich in einer Altnarbe zu etablieren. Da das
Deutsche Weidelgras zudem in seiner Energiekonzentration den übrigen Grasarten des Dauergrünlandes überlegen ist, dient die Nachsaat von Deutschem Weidelgras
direkt einer Verbesserung der Futterqualität.
Bei niedrigem Stickstoffdüngungsniveau ist zur weiteren Qualitätsverbesserung des Aufwuchses
auch die Zumischung von etwas
Weißklee zur Nachsaatmischung
sinnvoll. Der Erfolg einer Nachsaat
wird letztendlich allerdings von
Refugium für Biodiversität
Dem Grünland kommt jedoch
nicht nur als Produktionsfaktor in
der Wiederkäuerernährung besondere Bedeutung zu. Es gilt
gleichzeitig auch als wertvolles
Refugium für die Biodiversität.
Das natürliche Grünland zeigt im
Vergleich zum Ackerland eine viel
größere Standortdiversität bezüglich der Textur, Bodenart und den
daraus resultierenden Wachstumsbedingungen für die verschiedenen Pflanzenarten. Diese
Diversität muss in die Planung der
standortspezifischen Nutzungsintensität einfließen. Auch im Hochleistungsbetrieb sind viele Teilflächen und Randbereiche für die
Intensivnutzung weniger geeignet
und bieten sich an, bewusst zur
der Verwendung leistungsstarker,
ausdauernder Sorten bestimmt.
Mischungen mit diesen von der
Landwirtschaftskammer empfohlenen Sorten haben sich als Standardmischungen seit vielen Jahren
im Anbau bewährt. Sie werden in
ihrer Zusammensetzung fortlaufend den aktuellen Prüfergebnissen angepasst und vereinen die für
den Anbau wesentlichen Werteigenschaften: Krankheitsresistenz,
Ausdauer, hohen Ertrag mit hoher
Futterqualität und hohe Ertragssicherheit. Die scharfe Sortenselektion in der Empfehlung basiert auf
einem umfassenden Prüfsystem
mit Wertprüfungen und Landessortenversuchen in den verschiedenen Anbauregionen von NRW
Gräser haben unterschiedliche Ansprüche
Standort- und Nutzungsanforderungen wichtiger Grasarten und von Weißklee des Dauergrünlandes
Deutsches
Weidelgras
optimale Nutzungsfrequenz
5–7
Stickstoffbedarf
hoch
Bodenfeuchte
trocken
–
frisch
+
wechselfeucht
0
nass
–
pH-Wert
<5
–
5–6
0
6–7
+
>7
+
Winter
mild
+
mittel
0
hart
–
Reaktionszahl, RZ
4
Feuchtezahl, FZ
4
Stickstoffzahl, NZ
5
Futterwertzahl, WZ
8
+ = gut geeignet
26
8 / 2015
WiesenWiesenschwingel lieschgras
4–5
3–5
hoch
mitt.-hoch
–
–
+
+
+
+
0
0
–
0
0
+
+
+
+
0
+
+
+
+
0
+
4
3
5
6
4
4
8
8
0 = eingeschränkt geeignet
Wiesenrispe
4–6
mittel
+
+
0
0
–
0
+
+
+
+
0
3
4
4
8
Rotschwingel
2–4
gering
0
+
+
0
+
+
+
+
+
+
+
3
4
3
5
– = ungeeignet
Knaulgras
Weißklee
4–6
hoch
0
+
0
–
–
0
+
+
+
0
0
4
4
5
7
5–7
–
0
+
+
–
–
0
+
+
+
0
0
3
4
4
8
Förderung der Biodiversität extensiver bewirtschaftet zu werden.
Standortangepasste Nutzungsintensität ist die sicherste Gewähr,
dass das Grünland als leistungsstarker Produktionsstandort für
qualitativ hochwertiges Futter für
die Wiederkäuerernährung auch
langfristig erhalten bleibt und
auch gleichzeitig zur Förderung
der Biodiversität in den Grünlandregionen beitragen kann. Bereits
bei der Planung der Pflegemaßnahmen im Frühjahr ist dieser Gesichtspunkt in die Überlegungen
einzubeziehen. Dem Verlust an
Biodiversität ist auf dem Grünland
am sichersten durch standortangepasste Bewirtschaftungsintensität entgegenzutreten.
und den angrenzenden Bundesländern. Gerade die Witterungsperioden der vergangenen Jahre
mit ständigem Wechsel von Nässe
und Trockenheit zeigen, wie wichtig es ist, dass Sorten unter den unterschiedlichsten Standortbedingungen geprüft werden, sodass
auch standortspezifische Sortenempfehlungen abgeleitet werden
können.
Die Zusammensetzung der aktuellen
Mischungsempfehlungen
ist in dem Ratgeber Pflanzenbau
2015 veröffentlicht oder auch den
bei den Kreisstellen der Landwirtschaftskammern ausliegenden Faltblättern zu entnehmen.
Sie können im Internet unter folgenden Adressen heruntergeladen
werden:
■ Qualitäts-Standardmischungen für das Grünland in Niederungslagen 2014–2016: http://
www.riswick.de/pdf/qsm-gruenland.pdf
■ Qualitäts-Standardmischungen für Mittelgebirgslagen 2014–
2015: http://www.riswick.de/pdf/
qsm-gruenland-mittelgebirgslage.
pdf
Im Handel sind die von der Landwirtschaftskammer empfohlenen
Mischungen an dem Qualitätssiegel „Kontrollierte Qualität“ erkennbar, wobei die Mischungen
für die Niederungslagen durch ein
oranges und die Mischungen für
die Mittelgebirgslagen durch ein
rotes Etikett gekennzeichnet sind.
Wie in den vergangenen Jahren ist
die Verfügbarkeit der ausdauernden empfohlenen Sorten teils beschränkt. Der Landwirt ist gut beraten, sich rechtzeitig um das erforderliche Saatgut zu kümmern.
Dr. Clara Berendonk,
Landwirtschaftskammer NRW
GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
Landwirtschaftliches Wochenblatt
Neue Narbe bringt Vorteile
Wenn das Grünland extrem verunkrautet oder stark mit minderwertigen
Gräsern wie Quecke oder Honiggras durchsetzt ist, bleibt oft nur eine
Erneuerung der Narbe. Dies ist die Basis für Qualität und Quantität.
ten nicht zu schnell erneut von unerwünschten Gräsern und Kräutern überwachsen werden.
Die höchste Wirksamkeit des zugelassenen Totalherbizides wird bei
einem gleichmäßigen Wachstumszustand der Fläche erreicht. Vor
dem Hintergrund empfiehlt sich
zunächst ein Mähen oder Mulchen
des Bestandes. Nach einer dreibis vierwöchigen Wachstumszeit
kann das Totalherbizid appliziert
werden. Je nach empfohlener Wartezeit ist der vollständig abgestorbene Bewuchs rasierschnittartig
zu mähen. Das Mähgut sollte vorzugsweise von der Fläche entfernt
werden, denn es erleichtert die
nachfolgenden Arbeitsschritte.
Prinzipiell unterscheidet man bei
der Grünlanderneuerung zwei verschiedene Verfahren, je nachdem,
ob eine Bodenbearbeitung erfolgt
oder nicht:
Mit dem Umbruch und der
wendenden Bodenbearbeitung
per Pflug oder Fräse wird für die
Neuansaat ein frisch hergerichtetes Saatbett geschaffen.
Bei dem umbruchlosen Verfahren erfolgt eine Direktsaat in
den zuvor abgetöteten Altbestand.
Beide Verfahren entsprechen prinzipiell der guten fachlichen Praxis.
Foto: Landpixel.de
1
2
Wird bei der Neuansaat des Grünlandes der Pflug eingesetzt, lässt sich für die Feinsämerei Gras ein ideales feinkrümeliges Saatbett herrichten. Auf nicht pflugfähigen Standorten bietet sich die Direktsaat in den abgetöteten Bestand an.
Z
eigt Ihr Grünland bereits jetzt
Mängel? Sind schon jetzt erhebliche Fehlstellen durch
Schädlinge wie Mäuse, Tipula
oder den Drahtwurm festzustellen? Waren die Energiegehalte Ihrer Grassilagen in den letzten Jahren eher auf durchschnittlichem
Niveau, obgleich Sie zum optimalen Termin geerntet haben? Fallen
einzelne Flächen durch ein starkes
Vorkommen an unerwünschten
Gräsern, platzraubenden Wurzelunkräutern, starken Unebenheiten
oder einem verfilzten Zustand auf?
Wenn Sie all diese Fragen überwie-
gend mit „Ja“ beantworten, dann
ist es an der Zeit, über entsprechende
Reparaturmaßnahmen
nachzudenken.
Für die Einleitung der richtigen
Schritte sind zunächst die Grünlandflächen genauer unter die
Lupe zu nehmen. Mit der Beurteilung der Grasartenzusammensetzung wird entschieden, ob eine
Verbesserung der Grünlandfläche
vorzugsweise mit einer Nachsaat
erfolgen kann oder doch die kostenintensivere Grünlanderneuerung erforderlich wird. Einen detaillierten Überblick über mögli-
Clever kombiniert
www.lely.com
che Schadbilder des Grünlandes
und erforderliche Arbeitsmaßnahmen zur Problembehebung gibt
Übersicht 1.
Unerwünschte Pflanzen
Da die Grünlanderneuerung oft im
Zusammenhang mit einem zu hohen Anteil an hartnäckigen Wurzelunkräutern oder Ungräsern
steht, geht der Saatbettbereitung
im Allgemeinen eine komplette
Abtötung der Altnarbe voraus. Zudem wird damit auch eine erste
Vorsorge getroffen, dass Neuansaa-
Pflugeinsatz oder ...
Wenn vor der Neuansaat eine wendende Bodenbearbeitung erfolgt,
kommt im Allgemeinen der Pflug
mit standortabhängigen Pflugtiefen zwischen 20 und 30 cm zum
Einsatz. Wird zu flach gepflügt,
kann die Altnarbe rasch wieder
durchwachsen. Zu tiefes Pflügen
vergräbt hingegen die oberflächennah angereicherten Nährstoffe.
Häufig wird vor der Pflugarbeit
noch gefräst. Die Fräse ist immer
dann nützlich, wenn es darum
geht, eine verfilzte Altnarbe oberflächlich zu zerstören. Die nachfolgende Pflugarbeit wird dadurch erleichtert.
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Mähbild und Schonung der Grasnarbe
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8 / 2015
27
GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
Landwirtschaftliches Wochenblatt
1 Schlechte Grasnarbe – was tun?
Kritische Schadbilder und erforderliche Maßnahmen
2.
3.
4.
5.
Narbe verungrast, Ungräser mehr
als 30 %
6.
unebener Bestand, maschinelle
Nutzung eingeschränkt
Auf stark humösen Böden ist es
vorteilhafter, sich auf eine möglichst flache Zerstörung verfilzter
Narben zu beschränken. Durch die
flache Bodenbearbeitung bleibt die
Struktur tiefer liegender Bodenschichten erhalten, der Humusabbau wird vermindert. Zudem kann
der Rückverfestigung des Saatbettes schneller entsprochen werden.
Die Beispiele machen deutlich,
dass für den Geräteeinsatz der
wendenden Bodenbearbeitung immer die Gegebenheiten auf der
Maßnahme
Nachsaat, frühe Beweidung zwei
bis drei Wochen nach der Saat
selektiv wirkendes Herbizid, dann
Nachsaat und Beweidung (wie
unter Pkt. 1)
Totalherbizid, Neuansaat
entweder als Direktsaat oder mit
Umbruch
Nachsaat eventuell mehrmals im
Jahr, danach Beweidung (wie
unter Pkt. 1)
Totalherbizid, Neuansaat
entweder als Direktsaat oder mit
Umbruch
Umbruch mit Planieren der
Fläche und Neuansaat
Fläche zu berücksichtigen sind.
Das Ziel der wendenden Bodenbearbeitung beim Grünlandumbruch
muss es sein, ein hinreichend abgesetztes und feinkrümeliges Saatbett herzurichten. Schließlich handelt es sich bei der Aussaat von
Grassaatgut um Feinsämereien,
die bei zu tiefer Ablage im Boden
unregelmäßig oder gar nicht auflaufen. Demzufolge kommt der flachen Drillsaat von 1 cm ein hoher
Stellenwert zu. Je besser den Ansprüchen der Feinsämereien bei
2 Mischungen für jeden Einsatzzweck
bessere Lagen,
nutzungsintensiv
sehr trockene Standorte,
Mähweide / mittelintensiv
Deutsches Weidelgras
früh 3
mittel 3
spät 4
Wiesenlieschgras
17
Wiesenrispe
10
Wiesenschwingel
47
Rotschwingel
10
Knaulgras
–
Weißklee*
6
Aussaatstärke in
kg/ha
bessere Lagen,
nutzungsintensiv
GI**
alle Standorte, Mähweide / mittelintensiv
Standorteignung/
Nutzungsintensität
frisch-feucht / extensive
Nutzung
Qualitäts-Standardmischungen (QSM) für Grünlandneuansaaten unter Berücksichtigung der Nutzungsintensität und den Standortbedingungen
13
17
17
17
10
20
–
–
6
20
20
27
17
10
–
–
–
6
20
20
37
17
–
–
–
–
6
–
–
27
17
10
–
–
40
6
Nachsaaten und
Wechselgrünland
Gewichtsanteile der Pflanzenarten in %
GVGVGII** GIII** GIII-S** GIV** GV
Klee spät
30
25
25
50
–
–
–
–
–
–
20
20
50
–
–
–
–
–
10
–
50
50
–
–
–
–
–
–
10–30
*) Die Mischungen Standard G II und Standard G III sind auch ohne Weißklee möglich. Bei
reduzierter Stickstoffdüngung und häufiger Nutzung empfiehlt sich immer die Verwendung von
Weißklee in den Mischungen.
**) klassische Mischungen für Grünland-Neuansaaten
Quelle: Faltblatt „Qualitätsstandard-Mischungen für Grünland, Sortenempfehlung 2012–2014“
28
8 / 2015
Foto: Dr. Kalzendorf
1.
Schadbild
Lücken bis zu 30 %; ansonsten
aber wertvoller Pflanzenbestand
Verkrautung bis zu 50 % (z. B.
Ampfer, Bärenklau, Hahnenfuß,
Wiesenkerbel etc.), Rest
Kulturgräser
Verkrautung und minderwertige
Gräser über 50 % (z. B. Quecke,
Wiesenfuchsschwanz, Wolliges
Honiggras, Rasenschmiele etc.),
kaum Kulturgräser vorhanden
Narbe verungrast (z. B.
Knickfuchsschwanz, Gemeine
Rispe) bis zu 30 %
Neue Ansaaten von Grünlandflächen bringen nach erfolgreicher Etablierung
über viele Jahre hohe Erträge und gute Futterqualitäten.
der Saat entsprochen werden
kann, desto gleichmäßiger ist der
Aufgang der Saat. Damit sind zugleich Voraussetzungen für eine
harmonische Anfangsentwicklung
gegeben. Die Keimentwicklung
wird zudem durch einen guten Bodenschluss mittels Walzen nach
der Aussaat unterstützt.
... umbruchlose Erneuerung
Sowohl auf nicht pflugfähigen
oder auf umbruchempfindlichen
Grünlandstandorten als auch zur
Minimierung des Nährstoffaustrages (Wasserschutzgebiete) empfiehlt sich eine umbruchlose Grünlanderneuerung im Direktsaatverfahren.
Sie
erfolgt
mit
Spezialgeräten wie Scheiben-,
Fräs- oder Schlitzdrillmaschinen
nach vorausgegangener Ausschaltung der Altnarbe mit einem zugelassenen Totalherbizid. Nach flacher Ablage des Saatgutes (1 cm)
wirkt sich auch für diese Saatmethode ein anschließendes Walzen
förderlich im Hinblick auf den Bodenschluss und eine gleichmäßige
Entwicklung aus. Im Allgemeinen
ist der Aufgang bei Direktsaaten
nicht ganz so zügig wie bei konventioneller Grünlandansaat. Da-
her sind Direktansaaten nach dem
10. September nicht mehr zu empfehlen.
Welche Saatstärke?
Bei einem feinkrümeligen und
rückverfestigten Saatbett sowie einer flachen Ablage ist eine Saatstärke je nach Tausendkorngewicht von 30 bis 35 kg/ha für die
Mischungen G I bis G IV ausreichend. Höhere Aussaatmengen
sind nur bei Nachsaatmischungen
mit erhöhtem Anteil tetraploider
Gräser sinnvoll.
Schwächen in der Anbautechnik
oder verspätete Saattermine lassen
sich nicht durch überhöhte Saatstärken kompensieren. Diese fördern lediglich die Arten mit
schneller
Jugendentwicklung,
während die sich langsam entwickelnden Arten in ihrer Entwicklung verdrängt werden.
Ansaatmischungen
Jede Neuansaat ist für den Landwirt mit einer hohen Erwartungshaltung verbunden. Sie soll
■ über viele Jahre einen guten Ertrag und einen hohen Futterwert
bringen,
Vor- und Nachteile
+ Rasche Verbesserung des Narbenzustandes
+ Hohe Ertragsleistung für mindestens drei Jahre
+ Hoher Futterwert durch viel
Deutsches Weidelgras bei rechtzeitiger Nutzung
+ Möglichkeit des Einebnens
unebener Flächen, Verbesserung
der Befahrbarkeit
– Anbaurisiko bei ungünstigen
Witterungsverhältnissen
und
schwerem Standort
– Deutlich höherer Kosten- und
Zeitaufwand im Vergleich zu
regelmäßigen Nachsaaten
– Im
Bedarfsfall
zusätzliche
Pflanzenschutzmaßnahme noch
im Herbst oder Frühjahr erforderlich
GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
Landwirtschaftliches Wochenblatt
Auf den Punkt gebracht
•
Ist die Narbe extrem verunkrautet oder stark mit minderwertigen Gräsern durchsetzt,
kann eine Grünlanderneuerung
notwendig sein.
• Die Grünlanderneuerung
kann nach Umbruch der alten
Narbe oder umbruchlos in Direktsaat erfolgen.
• Je nach beabsichtigter Nutzungsintensität stehen unterschiedliche Qualitäts-Standardmischungen zur Verfügung.
• Wer auf das Kontrollsiegel der
Landwirtschaftskammer NRW
achtet, kann gewiss sein, dass
die Grünlandmischung qualitativ wertvoll ist.
■ im Sommer die möglichen Trockenheitsbedingungen überdauern,
■ den Winter unbeschadet überstehen,
■ die Beweidung und den intensiven Schnitt vertragen,
■ keine Rostanfälligkeit zeigen
■ und schmackhaftes Futter liefern.
Die Liste an Wünschen könnte
noch weiter untersetzt werden.
Anhand der Aufzählungen wird
allerdings sichtbar, welchen vielfältigen Stressfaktoren das Grünland unterliegt.
Vor diesem Hintergrund werden
für Grünlandansaaten stets Mischungen von verschiedenen
Grasarten und Sorten verwendet,
um das Risiko des Ausbleibens
einer Sorte mit den anderen zu
kompensieren. Die Grasartenzusammensetzung der einzelnen
Qualitäts-Standardmischungen
berücksichtigt vor allem die beabsichtigte Nutzungsintensität des
Grünlandes. Je höher der Anteil
des Deutschen Weidelgrases ist,
desto intensiver kann und soll das
Grünland genutzt werden. In Übersicht 2 sind die Mischungen für
Grünland-Neuansaaten und ihr
Einsatzgebiet zusammenfassend
aufgelistet.
Demzufolge lohnt sich die Aussaat einer Qualitäts-Standardmischung GI nur bei anschließender
extensiver Nutzung, die GII-Mischung für eine mittelintensive
Nutzung und die GIII-Mischung
oder auch die GIII-S-Mischung für
eine intensive Nutzung. Die Qualitäts-Standardmischung mit der
Bezeichnung „GIII-S“ ist insbesondere für eine intensive und
schnittbetonte
Grünlandmischung konzipiert.
Im Allgemeinen sind die auf dem
Markt erhältlichen Firmenmischungen in ihrer Konzeption weitestgehend vergleichbar mit der
Qualitäts-Standardmischung GIII
oder GIII-S. In diesen Mischungen
ist das Deutsche Weidelgras mit
Anteilen von entweder 67 oder
77 % dominant. Derartige Mischungen werden insbesondere
für eine intensive Grünlandnutzung empfohlen, da das Deutsche
Weidelgras zu den wachstumsfreudigen Grünlandgräsern gehört,
ertragsstark
ist,
eine
hohe
Konkurrenzkraft aufweist und
überdies noch zu den zuckerreichsten Grünlandgräsern gehört.
Grünlandmischungen mit Weißklee
Jede der Standardmischungen
kann auch mit einem gewissen
Anteil an Weißklee erworben werden. Die Leguminose versorgt die
Gräser zusätzlich mit Stickstoff,
enthält neben Rohprotein auch
viele wertvolle Mineralstoffe und
zeichnet sich durch eine hohe
Nutzungselastizität aus, da sie nur
langsam Rohfaser mit fortschreitendem Entwicklungsstand einlagert. Auf all die guten Eigenschaften sollte man auch im Bereich
des Grünlandes nicht verzichten.
Der Zuckergehalt verbessert die
Schmackhaftigkeit und Silierfähigkeit. Des Weiteren verträgt das
Deutsche Weidelgras die intensive
Nutzung durch Beweidung und
Mahd. Bei dem Kauf von Mischungen sollte man sich darüber hinaus
sicher sein, dass der Inhalt mit der
Deklaration des Etikettes übereinstimmt. Hier hat es in der Vergangenheit Probleme gegeben. Wer auf
das Kontrollsiegel der Landwirtschaftskammern Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen achtet,
kann gewiss sein, dass die Grünlandmischung qualitativ wertvoll
ist.
Weitere Bestandesführung
Um dem Unkrautaufkommen von
Anfang an zu begegnen, ist der Entwicklung der jungen Saat in den
ersten Monaten nach Aussaat weiterhin entsprechende Aufmerk-
Doch stellt sich die Frage, wann
die Leguminose in den Bestand zu
integrieren ist. Wenn in der Vergangenheit auf Ihren Flächen immer wieder eine Pflanzenschutzbehandlung im Herbst oder Frühjahr erforderlich wurde, ist für die
Neuansaat eine Mischung mit
Klee nicht sinnvoll, denn leider
steht bislang kein Klee schonendes Herbizid zur Verfügung. Besser ist es dann, den Klee zu einem
späteren Zeitpunkt in Verbindung
mit einer Nachsaat anzusiedeln.
samkeit zu schenken. Gegebenenfalls muss im Herbst noch einmal
eine chemische Unkrautbekämpfung erfolgen.
Wer hierfür den rechten Behandlungstermin im Herbst aufgrund
der Witterung oder einer geringen
Befahrbarkeit der Flächen nicht
wahrnehmen kann, sollte zumindest im Frühjahr regulierend auf
eine zu drastische Zunahme von
Unkräutern eingreifen.
Wesentlich für die Etablierung eines hochwertigen Bestandes ist neben der Absicherung einer ausreichenden Grundnährstoffversorgung auch eine intensive Nutzung
im ersten Nutzungsjahr. Jede frühe
Nutzung regt die Bestockung der
Gräser an. Das wiederum führt zu
einem raschen Schließen der
Grünlandnarbe, mindert den Unkrautdruck und stärkt die NarbenDr. Christine Kalzendorf,
dichte.
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
8 / 2015
29
GRÜNLANDPFLEGE IM FRÜHJAHR
Das Kalken nicht vergessen
Zur Sicherung der Erträge und zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit
benötigt der Boden eine regelmäßige Kalkdüngung. Insbesondere
beim Grünland gibt es dringenden Handlungsbedarf.
A
bzw. verbraucht. Wenn diese Kalkverluste nicht durch eine regelmäßige Kalkzufuhr ausgeglichen werden, sinkt der pH-Wert ab, der Boden versauert.
Übersicht 1 zeigt neben den anzustrebenden pH-Wert bei Grünland
auch die Mengen Kalk, die für die
Dauer von drei Jahren als Erhaltungskalkung benötigt werden, um
uch das Grünland muss regelmäßig gekalkt werden.
Durch den Eintrag von sauren Substanzen über Niederschläge, den Einsatz von Düngemitteln
und auch durch die Umsetzungsprozesse im Boden durch Wurzeln
und Mikroorganismen werden basisch wirkende Ionen wie Calcium
und Magnesium ausgewaschen
1 Wie viel Kalk ist nötig?
Anzustrebende pH-Werte und empfohlene Düngermenge zur Erhaltungskalkung in Abhängigkeit von Humusgehalt und Bodenart
Ziel-pH-Wert und Erhaltungskalkung für Grünland (gerundete Werte)
Bodenart1
Anzustrebender pH-Wert und Erhaltungskalkung2
(kg/ha CaO) in Abhängigkeit vom Humusgehalt
max. Kalkgabe
pro Jahr in
über 30 %
kg/ha CaO
3
Moor
bis 8 %
humusarm bis
stark humos
8,1–15 %
sehr stark
humos
15,1–30 %
anmoorig
S
5,0
500
4,8
400
4,5
300
lS, sU
5,4
600
5,2
500
5
300
1000
ssL, lU
5,7
700
5,4
600
5,1
400
1500
sL, uL, L
5,9
800
5,6
700
5,3
500
1500
utL, tL, T
6,1
900
5,8
800
5,5
600
2000
4,3
0
1000
1
S = Sand, lS = lehmiger Sand, sU = sandiger Schluff, ssL = stark sandiger Lehm, lU = lehmiger Schluff, sL = sandiger Lehm, uL = schluffiger Lehm, L = Lehm, utL = schluffig-toniger
Lehm, tL = toniger Lehm, T = Ton
2 Die empfohlenen Kalkmengen beziehen sich auf drei Jahre bei einem mittleren Ertragsniveau
und 850 mm Jahresniederschlag.
3 Die Kalkempfehlung für Moorstandorte bezieht sich auf Hochmoor. Niedermoorstandorte weisen zumeist von Natur aus pH-Werte von 6 bis 6,5 auf und bedürfen keiner Kalkung.
die beschriebenen Säureverluste
auszugleichen. Die konkrete Kalkmenge hängt ab von der Bodenart
und vom Humusgehalt des Bodens. Je höher der Tongehalt, desto höher ist der Ziel-pH-Wert, weil
der strukturstabilisierenden Wirkung des Kalkes eine größere Bedeutung zukommt als auf leichten
Sandböden. Gleichzeitig gilt, dass
höhere Humusgehalte niedrigere
Ziel-pH-Werte bedeuten, denn der
Humus kann teilweise die Strukturwirkung des Kalkes übernehmen. Außerdem würden zu große
Kalkgaben auf humusreichen Böden die biologische Aktivität und
damit den Humusabbau zu stark
fördern. Die optimalen pH-Werte
liegen für Grünland bei Humusgehalten bis 8 % je nach Bodenart
zwischen 5,0 und 6,1, wobei eine
Abweichung um 0,2 pH-Einheiten nach oben und unten toleriert
werden kann. Die Gehaltsklasse C
umfasst zum Beispiel auf Sandboden eine Spannweite von pH 4,8
bis 5,2. Die Erhaltungskalkung für
drei Jahre liegt bei diesem Humusgehalt je nach Bodenart zwischen
500 (Sandböden) und 900 kg CaO
je ha (schwere Tonböden).
Böden schlecht versorgt
Die Bodenuntersuchungsstatistik
zeigt, dass ein erheblicher Anteil
der Böden unter Grünland im suboptimalen pH-Bereich liegt (Übersicht 2). Hierbei ist allerdings in
2 Auf vielen Böden fehlt Kalk
Entwicklung der pH-Werte bei Grünland in Abhängigkeit der Bodenart (Ergebnisse LUFA NRW 2007 und 2012)
80
32
70
60
50
25
10
23
13
23
31
40
32
10
0
28
29
31
21
8
S
8 / 2015
18
41
30
20
19
21
25
17
15
sL, uL, L
utL, tL, T
6
lS, sU
A
30
9
23
100
ssL, lU
B
C
D
E
90
% der Proben in den Gehaltsklassen
% der Proben in den Gehaltsklassen
90
Analyseergebnisse 2012
Analyseergebnisse 2007
100
27
9
20
24
9
80
70
60
17
26
40
32
35
0
41
30
19
24
sL, uL, L
utL, tL, T
31
20
10
22
29
50
30
15
16
21
14
22
9
S
7
lS, sU
A
ssL, lU
B
C
D
E
Auf den Punkt gebracht
•
Die besseren Grünlandstandorte mit lehmigen bzw. tonigen
Böden weisen häufig zu niedrige
pH-Werte auf. Hier ist eine Kalkung dringend erforderlich.
• Eine ausreichende Kalkversorgung fördert Nährstoffverfügbarkeit, Bodengare und die leistungsfähige Artenzusammensetzung der Grünlandnarbe.
• Die konkrete Kalkmenge
hängt ab von der Bodenart und
vom Humusgehalt des Bodens.
• Basis für die Kalkung ist die
regelmäßige schlagbezogene
Bodenanalyse, möglichst alle
drei Jahre.
Abhängigkeit der Bodenart zu differenzieren. Während auf Sandboden rund 9 % im unterversorgten A- oder B-Gehaltsklassenbereich liegen, ist die Situation auf
den schweren Standorten deutlich
schlechter. Bei den Tonböden und
schluffigen, tonigen Lehmen liegen 54 % der pH-Wert-Analysen
in der Gehaltsklasse A und B. Noch
extremer ist mit 70 % die Unterversorgung bei den sandigen und
schluffigen Lehmen.
Ein Vergleich der Ergebnisse von
2012 mit dem Jahr 2007 zeigt eher
eine Verschlechterung der Situation. Bei den schluffigen, tonigen
Lehmen und den Tonböden lag der
Anteil an A- und B-Versorgung 2007
noch bei 43 %. Die Anteile bei den
sandigen und schluffigen Lehmen
lagen mit 58 % im A- und B-Bereich
ebenfalls hoch, aber unter den Werten von 2012. Liegt der pH-Wert im
suboptimalen Bereich, sind höhere
Kalkmengen als die Erhaltungskalkung angeraten, um den pH-Wert
in die anzustrebende Gehaltsklasse
C zu bringen. Festzustellen ist aber
auch, dass bei den Sandböden bei
56 % der Proben der Ziel-pH-Wert
überschritten wird. Die Folge sind
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