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17_02_2015_GA

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GENERAL-ANZEIGER
VOREIFEL
III
Dienstag, 17. Februar 2015
17
MECKENHEIM
RHEINBACH
SWISTTAL
SO GESEHEN
Von GA-Redakteur
Mario Quadt
Und keiner
kriegt es mit
W
as für ein Rosenmontag.
Sonnesching satt und
Wintertemperaturen nah der
Zweistelligkeit gibt es am
höchsten Feiertag der Jecken
nicht in jedem Jahr. Rosenmontag heißt der Tag übrigens nicht
wegen der Strüssjer, die in großer Zahl vom Wagen fliegen. Im
Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm ist
nachzulesen, dass sich die Bezeichnung Rosenmontag aus
dem Mittelhochdeutschen von
„Rasenmontag“, dem „rasenden
Montag“, ableitet. Das Buch der
Gebrüder führt die Bezeichnung
auf „rasen“, auf Kölsch als „rose“ für „tollen“, zurück.
Eine andere Erklärung geht
auf keinen Geringeren als den
Papst zurück. Dieser segnete im
19. Jahrhundert am vierten Fastensonntag eine goldene Rose
und überreichte sie einer verdienten Persönlichkeit. Just einen Tag nach diesem „Rosensonntag“ traf sich das Festkomitee Kölner Karneval zur jährlichen Sitzung – so gesehen am
Rosenmontag.
Apropos Papst: Zwei Jahre ist
es her, dass er verkündete, was
im Rheinland kaum einer mitbekam. Anno Rosenmontag 2013
überraschte Benedikt XVI. die
Welt und kündigte eher beiläufig
und dann auch noch auf Latein
vor einer Gruppe von Kardinälen
seinen Rücktritt an. Das ist jeck:
Stell dir vor, der Papst tritt zurück und keiner kriegt es mit.
Einbrecher in
Rheinbach
Terrassentüren und
Fenster aufgebrochen
RHEINBACH. Gleich drei Einbrüche
wurden der Polizei am Karnevalssonntag in Rheinbach gemeldet.
Nach Angaben der Polizei brachen
zum einen bislang unbekannte
Täter zwischen 12 Uhr und 19.30
Uhr die Terrassentüren von zwei
Einfamilienhäusern an der Ezzound Lohestraße in RheinbachWormersdorf auf und durchsuchten die Gebäude nach Diebesgut.
Zwischen 18.30 Uhr und 22.40
Uhr brachen Unbekannte wiederum ein Fenster zu einer Wohnung
in einem Mehrfamilienhaus an der
Koblenzer Straße auf. Auch hier
wurde die Wohnung durchsucht.
Laut Polizei können in allen Fällen
zu Art und Umfang der Beute noch
keine Angaben gemacht werden.
Hinweise nimmt die Polizei unter
der Telefonnummer 02 28/15 0
entgegen.
meu
Ausstellung zur
Bombardierung
MECKENHEIM. Zum Besuch der
Sonderausstellung „Bombardierung Meckenheims im März 1945“
lädt der Verein Stadtmuseum und
Kulturforum Meckenheim ins
Herrenhaus der Burg Altendorf,
Burgstraße 5, ein. Zu sehen sind
Fotos aus Privatbesitz. Die Ausstellung ist am Sonntag, 22. Februar, sowie an allen Sonntagen
im März jeweils 11 bis 17 Uhr, zu
besichtigen. Der Eintritt ist frei. trs
„Törööö“ singen de Schwaatschnüsse: Im Karneval vertragen sich Elefanten und Leoparden prächtig.
Schlüssel zu den Herzen der Jecken
24 Formationen begeistern beim Karnevalszug in Heimerzheim. Kommentator Josef Bürvenich verkündet Abschied
VON INGA THULFAUT (TEXT)
UND ROLAND KOHLS (FOTOS)
SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Sie ha-
ben einfach den Schlüssel zum
Herz ihrer Jecken: Seit 60 Jahren
feiert die Große Heimerzheimer
Karnevalsgesellschaft 1955 den
Fastelovend in ihrem Heimatdorf,
und beim 58. Rosenmontagszug
durch die Straßen eroberten sie ihr
Volk im Sturm mit einem überdimensionalen rot-schwarzen Herzen samt goldenem Schlüssel. Die
Karnevalsgesellschaft war nicht
die einzige Jubilarin: Auf stolze
500 Jahre bringt es die Schützenbruderschaft am Ort, repräsentiert
von Mitgliedern in historischen
Trachten.
Traditionell angeführt von Karin Bürvenich und Renate Quäsching, flanierten 24 Formationen
an den begeisterten Jecken entlang. Die mussten zunächst einen
Wermutstropfen schlucken: Von
der Kommentatorenbühne verkündete Zugkommentator Josef
Bürvenich seinen Abschied nach
25 Jahren und gab – flankiert von
Bürgermeister Eckhard Maack und
seinem Nachfolger im Kommentatorenamt, Manfred Lütz – noch
einmal alles. So begrüßte er die in
ihre Felle gehüllte Hunnenhorde
alias „Fantasygroup“ mit einem
dreifachen „Ex-Calibur“, gab allerlei Anekdoten zum Besten und
Da sind die Jecken: Die kleine Prinzessin hat alles im Blick.
Dreimal Heimerzheim Alaaf: Die beiden jungen Damen der Ehrengarde Heimerzheim strahlen mit der Sonne um
die Wette.
Mit Fell und Schwert: Die Hunnenhorde alias „Fantasygroup“.
ließ auch die staatsen Prinzenpaare und Majestäten früherer
Jahre noch einmal zu Ehren kommen.
Das aktuelle Dreigestirn bildete
dann den Höhepunkt des Zuges:
Hoch auf dem blau-weißen Prunkwagen nahmen Prinz Frank Johannes I. (Knepper), Bauer Go-
schierten hinter ihrem rollenden
Zelt einher und verteilten Obst und
Strüssjer. Die Ehrengarde rückte
mit Feldküche, Feldapotheke und
Kanone an. Für die Livemusik
sorgten die Tambour-Corps aus
Heimerzheim sowie den Bornheimer Orten Hemmerich und
Brenig.
dehard (Rupp) und Jungfrau Rita
(Knepper) die Huldigungen ihres
Volkes mit großer Freude entgegen. In voller Pracht präsentierte
sich auch das Damenkomitee
„Goldene Herzen“ auf dem Pfauenwagen, während die „Ballermanngirls“ Strüssjer von ihrem
rollenden Blumenfachwerkhaus
warfen. „De Schwaatschnüsse“
gewährten Benjamin Blümchen
Ausgang aus dem Zoo, derweil die
„Santa Chaotica“ ihre Piraten mit
harten Klängen durch die Narren
lavierte.
Die im Heimerzheimer Karneval unverzichtbaren „Wüstensöhne“ mit ihren Turbanen mar-
Leuchtend bunte Kraken-Orakel machen Spektakel
In Odendorf tummeln sich 400 Narren unter azurblauem Himmel. Sonnesching satt als göttliches Präsent zum KG-Geburtstag
VON MARIO QUADT
SWISTTAL-ODENDORF. Was zer-
martern sich die Jecken landauf,
landab den Kopf darüber, wie Rosenmontag, wenn der Zoch geht,
das Wetter wird. Gelassen wie Per
Mertesacker in der Eistonne ist
hingegen Heiner Schumacher. Der
Präsident der Odendorfer Karnevalsgesellschaft weiß, wie Petrus
im Himmel für Sonne satt und null
Prozent Regenwahrscheinlichkeit
zwischen Essig und Odendorf
sorgt. „Wir sind vergangene Woche alle brav in der Mundartmesse
gewesen“, bekundet Schumacher.
Der von Pfarrer Michael Eschweiler aus Heimerzheim zelebrierte
Gottesdienst sei imstande, Wunder
zu wirken. Vielleicht war der
azurblaue Himmel aber auch als
göttliches Geschenk zum 90. Geburtstag der 1925 gegründeten KG
zu sehen.
Den mehr als 400 bunt kostümierten Aktiven in 22 Fuß- und
Musikgruppen war es gleich, warum sie derart vom Sonnesching
verwöhnt wurden. Orbachpiraten,
Hunnenhorde und fellgewärmte
Fred Feuersteins waren sowieso
auf jede Art von Wetter gefasst.
Ein Traum in Lila: Als Kraken ziehen die Mitglieder der Gruppe Manns/Helzel durch die Straßen. Der Junggesellenverein Odendorf lässt wiederum gehörig Konfetti auf die Jecken regnen.
FOTOS: ROLAND KOHLS
Und auf ergiebigen, bunten Konfettiregen waren die Mitglieder des
Junggesellenvereins
Odendorf
aus. Mit ohrenbetäubendem Krach
ließen sie ihre bunten Schnipselsalven kartonweise aufs Jeckenvolk herabrieseln. Eigens aus den
USA waren vier Narren der Fußgruppe Manns/Helzel in den
zweitgrößten Swisttaler Ortsteil
angereist.
Seit Oktober hatten die 23 Frauen und Männer an ihren aufwendigen Kostümen gearbeitet. Als
leuchtende Kraken-Orakel sorgten
sie für Spektakel. „Wir haben uns
jeden Samstag getroffen, um an
unserer Aufmachung zu feilen“,
sagte Petra Manns. Inspirieren ließen sie sich von der Fußball-WM
und unzähligen Tieren, wie dem
legendären Kraken Paul, denen
nachgesagt wird, WM-Partien
richtig zu tippen.
Dem Nachtleben von Essig auf
die Sprünge helfen, will die Gruppe
um Anna Lamm. Allesamt leichenblass geschminkt schienen sie
ihren Prunkwagen geradewegs aus
einer staubigen, spinnenverseuchten Grabesgruft geholt zu
haben. Die kleine, aber feine Essiger Karnevalsparty sei ein ermu-
tigender Anfang, waren sich die
jecken Untoten einig.
Apropos Party: Vom jüngsten
Odendorfer Kostümfest kamen die
Zack-Zack-Frauen um Claudia
Wisnewski mit dem Preis für die
beste Kostümierung zurück. Kein
Wunder: Solch bunte Schmetterlinge sind im Februar – Klimawandel zum Trotz – eben eine Seltenheit.
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