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20150217_Factsheet Goma Airport (german)

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© Katja Reith
Die Welthungerhilfe in der Demokratischen Republik Kongo:
Rehabilitierung des Int. Flughafens Goma
Überblick
Am 17. Januar 2002 brach der Vulkan Nyiragongo aus.
Seine ausströmende Lava zerstörte große Teil der Stadt
Goma, machte über 100.000 Kongolesen obdachlos und
begrub mehr als 100 unter sich. Auch der Flughafen der
Stadt wurde zerstört. Ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt
in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), der die
Grenzstadt im Osten des Landes sowohl national als
auch international wirtschaftlich anbindet.
Sieben Jahre später, im März 2009, begann die Welthungerhilfe diesen Flughafen der Kategorie 4 wieder
aufzubauen. Ziel: Verbesserung der Flugsicherheit und
Logistik der MONUSCO sowie aller Hilfsorganisationen
im Osten der DRK.
In wenigen Wochen wird die Deutsche Welthungerhilfe
dieses Projekt beenden. Mit der Unterstützung des Auswärtigen Amtes, der Régie des Voies Aérienne (RVA),
den privaten Unternehmen Sapsama und Safricas hat es
die Organisation geschafft, den deutschen Teil der Rehabilitierung des Flughafens Goma nach internationalen
Standards fertigzustellen.
Projektbeschreibung
Am 22. April 2009 fiel der Startschuss: mit einem „Spatenstich“ wurden die Arbeiten am Internationalen Flughafen Goma feierlich begonnen. Hochrangige Persönlichkeiten nahmen an dem Ereignis teil: der deutsche Botschafter in der DRK, der Direktor der MONUSCO und
der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Vertreter der
kongolesischen Regierung, der Flughafenbehörde sowie
nationaler und internationaler Hilfsorganisationen.
Ziel der von Deutschland finanzierten Rehabilitierung ist
die Wiederherstellung der vom Vulkanausbruch zerstörten Start- und Landebahn und ihre anschließende Ver-
längerung um 500 Meter. Außerdem sollen neue Safety
Areas im Notfall die Sicherheit der Reisenden und Anwohner erhöhen.
Die Arbeitsschritte lauteten: Lava entfernen, Side- und
End Safety Areas bauen, verlängerte Landebahn fertigstellen.
Ziel: Stärkung der Flugsicherheit
Aber warum übernimmt die Welthungerhilfe ein Projekt
wie eben dieses? Weil die Sicherheit am und um den
Flughafen unbedingt erhöht werden musste; er war bis
dato nur eingeschränkt nutzbar und galt für Flugpassagiere und Anwohner als extrem unsicher. Es gab zahlreiche Unfälle mit vielen Opfern, da die Start- und Landebahn mitten in einem stark besiedelten Gebiet liegt,
ohne Ausrollmöglichkeiten. Weiteres Ziel: die Logistik der
UN sowie die Arbeitsmöglichkeiten der humanitären Organisationen im Osten der DRK sollten verbessert werden. Die MONUSCO kann so in Konfliktsituationen
schneller eingreifen und Hilfsgüter schneller verteilen,
weil Transportkapazitäten und -umschlag erhöht sind;
auch Maschinen der Größe eines Airbus A320 können
Goma anfliegen.
Außerdem werden Arbeitsplätze in Goma geschaffen –
bei einer Arbeitslosigkeit von mehr als 90 Prozent ein
nicht zu unterschätzender Faktor –, die Wirtschaft gestärkt und die friedensfördernden Maßnahmen der kongolesischen Regierung unterstützt.
Herausforderungen in der Projektarbeit
Der Zeitplan war ambitioniert: in 46 Monaten, bis Ende
2012, sollten die Arbeiten abgeschlossen und übergeben
werden. In der ersten Phase des Projektes (COD 1072)
kam es bereits zu zeitlichen Verzögerungen: Nach topographischer Vermessung und kartographischer Erfassung wurde das Lava-Gestein auf einer Länge von 720
1
Metern abgetragen - statt angenommener 300 Meter -,
einer Breite von 150 Metern und der vollen Höhe von bis
zu sechs Metern. Das Gesamtvolumen der Lava betrug
bis zum Ende der Arbeiten im November 2011 mit circa
335.000 Kubikmeter das 2,5-fache der ursprünglich kalkulierten Menge – und damit ungefähr 50.000 LKWLadungen. Positiver Aspekt: Es bot sich eine Einkommensquelle für viele Kongolesinnen. Sie zerkleinerten
große Lavastücke und verkauften sie an Transport- und
Bauunternehmen.
Wie es bei Großprojekten häufiger der Fall ist, kam es
anschließend zu weiteren Zeitverzögerungen: im November 2009 kam es aufgrund einer fehlenden nationalen Gruppenunfallversicherung zu Missverständnissen
mit der RVA Kinshasa und einer Verzögerung von knapp
sechs Wochen. Die verspätete und nicht ausreichende
Bauleistungsbeschreibungen der beaufsichtigen Behörde
in der DRK kostete die meiste Zeit: um ein Jahr verzögerten sich die Arbeiten.
Volatile Sicherheitslage im Osten der DRK
Aufgrund der prekären Sicherheitslage im Wahlzeitraum
November/ Dezember 2011 musste die Welthungerhilfe
ihre Projekte für mehrere Wochen schließen. Das offizielle Projektende rückte näher, das Erreichen des Projektziels in die Ferne.
Ein Jahr später ging es mit der Sicherheitslage wieder
bergab: Die Rebellengruppe M23 übernahm im November/ Dezember 2012 die Stadt Goma. Der Fuhrpark wurde massivst geplündert und Baumaschinen zerstört: ein
Schaden im Wert von 900.000 Euro. Die Sicherheit wurde anschließend durch Patrouillen der MONUSCO und
der kongolesischen Polizei gewährleistet.
Das erste Bauunternehmen, das nach internationaler
Ausschreibung den Auftrag zum Bau der Start- und Landebahn erhalten hatte, zog sich aufgrund dieser Entwicklung zurück – ein weiterer Rückschlag der Zeitplanung.
Am 31. Dezember 2012, zum offiziellen Projektende,
waren somit nur die ersten beiden Arbeitsschritte beendet – die Verlängerung der Landesbahn war bis dato
nicht umgesetzt. Trotzdem: Mit den durchgeführten Arbeiten wurden bereits einige Leben gerettet, da die provisorische Landebahn mehrere Flugzeugunglücke verhinderte.
beispielsweise fiel die Steinbrechanlage über mehrere
Monate aus, weshalb die Verlängerung der Landebahn
erst im vergangenen Dezember - mit sechsmonatiger
Verspätung - fertiggestellt werden konnte. Die Querdrainage zur Entwässerung wurde anschließend eingebaut, die Farbmarkierung auf der Landebahn werden in
Kürze aufgebracht.
Start- und Landebahn des Flughafens Goma während der Arbeiten
Ende Oktober 2014. Im Hintergrund: der Vulkan Nyiragongo.
Erfolgsprojekt
Nach sechs Jahren kann das Projekt nun erfolgreich
abgeschlossen werden. Mit der Übergabe des von der
Deutschen Regierung finanzierten Teils der Rehabilitierung wird das Projekt genauso feierlich beendet wie es
begonnen wurde: mit der Teilnahme hochrangiger Politiker aus der DRK und Deutschland sowie Vertretern aller
beteiligter Ministerien, Unternehmen und Organisationen.
Eine 30-minütige Dokumentation wird nach dieser offiziellen Übergabe die Meilensteine während der gesamten
Projektphase zeigen und bietet dem Projekt somit auch
medial einen Abschluss.
Ausblick: „Ethiopian Airlines“ hat bereits angekündigt,
Goma ab Frühjahr 2015 wieder in ihren regelmäßigen
Flugplan aufzunehmen. Die kongolesische Regierung
finanziert eine Verdoppelung der Asphaltschick, um die
Tragfähigkeit der Piste zu erhöhen. Die Weltbank wird
die Piste weiter verlängern und die Beleuchtung nach
internationalen Standards ausbauen. Die Klassifizierung
des Flughafens und seine Kapazität werden dementsprechend weiter angehoben. Das deutsche Projekt
kann deshalb als Beitrag - vielleicht sogar als Beginn zum vollständigen Wiederaufbau des Internationalen
Flughafens Goma angesehen werden.
Zweite Projektphase: Verlängerung der Piste
Das Projekt ging Anfang 2013 in seine zweite Phase:
COD 1095. Nach internationaler Ausschreibung wurde
am 11. November 2013 der Vertrag mit dem kongolesischen Bauunternehmen „Safricas“ unterschrieben: Es
übernahm die baulichen Arbeiten an der Start- und Landebahn und wurde dabei von dem schwedischen Consultingbüro „Sapsama“ fachlich begleitet.
Auch in dieser Phase der Arbeiten gab es Probleme:
Zahlen und Fakten
Laufzeit: 01.03.2009 - - 30.04.2015
Kosten: 13.231.910 Euro
Abgetragenes Lava-Gestein: 335.000 Kubikmeter
Start- und Landesbahn: 2.500 Meter
Beteiligte: Deutsche Welthungerhilfe e.V., Auswärtiges Amt,
Régie des Voies Aérienne, Sapsama, Safricas
Welthungerhilfe, Sparkasse KölnBonn IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15, BIC: COLSDE33
Deutsche Welthungerhilfe e.V., Friedrich-Ebert-Straße 1, 53173 Bonn, Tel. +49 (0)228 2288-0, Fax +49 (0)228 2288-333, www.welthungerhilfe.de
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