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LESESTOFF: ZUKUNFT FÜR LAUCHHAMMERS KUNSTGIESSEREI | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
OBERES VOGTLAND
Montag, 23. Februar 2015
Ersehnter Titel
nach 28 Jahren
LOKALES
KLINGENTHAL
Woche wichtiger
Entscheidungen
Wieder ein Goldtag bei der nordischen Ski-Weltmeisterschaft im
schwedischen Falun. Die deutschen
Kombinierer, die seit 1987 in
Oberstdorf vergeblich dem WMTitel hinterherjagten, haben gestern
vor Norwegen und Frankreich den
Teamwettkampf gewonnen. Eric
Frenzel (l.) vom WSC Oberwiesenthal, der gebürtige Annaberger Tino
Edelmann (r.) aus Zella-Mehlis sowie der Schwarzwälder Fabian
Rießle (2. v. r. ) und Johannes Rydzek aus Oberstdorf erkämpften das
ersehnte Edelmetall. Für Eric Frenzel war es die neunte Medaille, davon das vierte Gold bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften. FOTO: KAI PFAFFENBACH/REUTERS
Wirtschaftlich und auch musikalisch steht in dieser Woche in
Klingenthal wieder das Akkordeon im Mittelpunkt. Beim Hersteller Harmona Akkordeon GmbH
sind Entscheidungen zur Zukunft
des Unternehmens angekündigt,
am Wochenende wird dann der
Nachwuchs beim international
besetzten Wettbewerb „Kleine
Tage der Harmonika“ die Sieger
Seite 9: Bericht
ermitteln. (tm)
BAD ELSTER
Ein Händchen für
den Nachwuchs
IN DIESER AUSGABE
Sachsen Die Crystal-Kinder:
Wenn Mama mit den
Möbeln redet
Wirtschaft Die griechische
Regierung verschickt heute
ihre neue Reformliste
WEITERE BERICHTE von der Ski-WM lesen
Sie im Sportteil.
DEN GOLDLAUF in voller
Länge (ca. 50 min) können Sie
aufrufen, wenn Sie den Code
mit dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/goldlauf
Freistaat hält trotz hoher Verluste
am Dresdner Flughafen fest
Ab März gibt es noch
weniger Direktflüge.
Zunehmend mehr
Passagiere weichen auf
andere Airports aus –
zum Beispiel nach Prag.
VON RAMONA NAGEL
SPORT AM MONTAG
FOTO: ROTHFOTO:
DRESDEN — Während die Flughäfen
WM-Gold für Vogel
Bahnsprinterin Kristina Vogel aus
Erfurt, die für das Chemnitzer
Erdgasteam fährt, gewann bei der
WM in Frankreich Gold im Sprint.
Es war ihr sechster WM-Titel.
Rennrodeln Anke Wischnewski bei ihrem letzten
Rennen in Altenberg gefeiert
Fußball Augsburgs Torhüter
Hitz erzielt Ausgleichstreffer
in Leverkusen
WETTER VOR ORT
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Ausführliches Wetter: Seite 8
10009
bundesweit mehr Passagiere und
Fracht verzeichnen, bleibt der Flughafen Dresden weit hinter den Erwartungen zurück. Die für 2010
vom Freistaat prognostizierten
2,26 Millionen Passagiere wurden
nicht annähernd erreicht. Im vergangenen Jahr lag die Anzahl der
Fluggäste mit 1,7 Millionen mehr
als eine halbe Million niedriger als
2010 geplant. Zudem lief zwischen
2010 und 2013 ein Defizit in Höhe
von 39,6 Millionen Euro auf.
„Trotz zurückgehender Fluggast-
zahlen hat die Staatsregierung seit
2010 rund 10,5 Millionen Euro Steuermittel investiert“, sagt Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin
der Landtagsfraktion Bündnis
90/Die Grünen. Sie kritisiert generell zu hohe Verkehrsprognosen der
Staatsregierung. Flugplätze und
Straßen würden unnötig stark ausgebaut. „Das ist Steuerverschwendung“, so Jähnigen.
Der Freistaat will jedoch keine
Abstriche bei der Finanzierung des
Airports Dresden machen. „Subventionen werden weder gekürzt noch
erhöht“, teilt das Finanzministerium mit Blick auf den neuen Haushalt mit, der derzeit im Landtag beraten wird. Um Kosten und Erträge
des defizitären Airports zu verbessern, würden „diverse Anstrengungen unternommen“. Der Flughafen
sei zudem Basis für die ansässige
Flugzeugindustrie und damit ein
wichtiger Wirtschaftsstandort der
Landeshauptstadt. In den 120 dort
ansässigen Unternehmen sind 3245
Mitarbeiter beschäftigt.
Für die Passagiere verliert der
Flughafen Dresden jedoch zunehmend an Attraktivität. Erst vor wenigen Tagen hatte Darwin Airline
bekanntgegeben, dass ab März die
Flughäfen Leipzig und Dresden
nicht mehr bedient werden. Die
Schweizer Fluggesellschaft, die unter dem Namen Etihad Regional
fliegt, stellt aus internen Gründen
einen Großteil ihrer Routen ein.
Damit entfallen weitere Direktflüge in europäische Metropolen.
Diese Ziele sind künftig nur noch
mit Umsteigen und damit verbundenen deutlich längeren Reisezeiten
erreichbar. Schon jetzt fliegen viele
Sachsen in den Urlaub oder zu Geschäftsterminen außerhalb des Freistaates ab. Besonders der Flughafen
Prag macht den sächsischen Airports Konkurrenz. Unternehmer
André Uhlig fliegt zum Beispiel fast
immer von dort aus. „Ich schätze die
gute Verkehrsanbindung, günstige
Direktflüge, günstige Parkgebühren
sowie ebensolche Hotels“, sagt der
Chef der Firma Möbelbau Sayda.
Deutsche Flughäfen mit spürbar mehr Passagieren
Die Airports haben im vergangenen
Jahr den größten Passagierzuwachs
seit 2011 verbucht. Die Zahl der Fluggäste stieg um 3,1 Prozent auf 186,4
Millionen.
Wachstumstreiber war vor allem
der Auslandsverkehr. Hier kletterte
die Zahl der Passagiere, die auf deutschen Airports starteten oder landeten, um 3,5 Prozent auf knapp 164
Millionen. Der Inlandsverkehr hingegen legte nur leicht um 0,7 Prozent
auf knapp 23 Millionen Passagiere zu.
Um überdurchschnittlich vier Prozent stieg der Flugverkehr in Europa.
Beliebteste Ziel ist weiter Spanien.
Dorthin flogen oder von dort kamen
gut 24 Millionen Passagiere. Der Interkontinentalverkehr stieg um
1,7 Prozent. (dpa)
Bonbons für Konzertbesucher
In der Grippezeit wird in Opernhäusern viel gehustet – aber nicht immer ist eine Erkältung die Ursache
Gesang und Grippewelle: In der Erkältungszeit wird in Opern- oder
Konzerthäusern viel gehustet. Manches Haus verteilt im Eingangsbereich deshalb Bonbons, damit das
Publikum weniger lärmt. Eine charmante Idee.
Doch Barbara Pfeffer (56) von der
Folkwang Universität der Künste in
Essen kennt noch einen anderen
Husten: den Psychohusten. „Es gibt
ganz viele Menschen, die die Stille
nicht ertragen können`“, sagt sie.
Wenn es richtig schön wird in der
Oper oder im Konzert, dann müsse
sich der eine oder andere Zuhörer
einfach einbringen – so nach dem
Motto „Ich bin auch noch da“ oder
„Ich halte das Schöne nicht aus“.
Die Gesangslehrerin Pfeffer ist
aber davon überzeugt, dass ein guter
Auftritt eigentlich für Ruhe auf den
Plätzen sorgt. Meist gehe das Husten
erst nach einer Arie los. Vorher hielten die Zuhörer buchstäblich den
Auch bei Aufführungen in der Dresdner Semperoper kann man sicher sein:
Einer hustet immer.
FOTO: MARC RASMUS/ULLSTEIN BILD
Atem an. Denn: „Die eigene Spannung, die der Sänger erzeugt, die
überträgt sich ja.“
Manchmal lässt sich aber auch
beim besten Willen ein Husten
nicht vermeiden. Dann hilft nur die
Erinnerung an Loriots legendäre
Hustensymphonie. Da gelingt es
dem Dirigenten ganz genial, alle störenden Geräusche wie Niesen, Husten und Räuspern einfach in die Musik zu integrieren. Ideal für Grippezeiten. (dpa)
Julia Naue
EIN VIDEO zu Loriots Hustensymphonie können Sie aufrufen, wenn Sie den Code mit
dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/husten
UKRAINE
Einigung über Abzug
schwerer Waffen
Aufständische
und Regierungseinheiten in der umkämpften Ostukraine haben sich
schriftlich auf den Abzug schwerer
Waffen geeinigt. „Das Papier wurde
in der Nacht unterzeichnet. Alle haben zugestimmt, dass die zweiwöchige Frist ab dem 22. Februar laufen
soll“, sagte Separatistensprecher
Eduard Bassurin gestern in Donezk.
Überschattet wurde die Entwicklung durch eine Explosion in Charkow im Nordosten der Ukraine, bei
der zwei Menschen starben. (dpa)
KIEW/CHARKOW —
Seite 4/5: Leitartikel & Bericht
KARSTADT
Weniger
Kündigungen
ESSEN — Bei der Sanierung der ange-
schlagenen Warenhauskette Karstadt ist der Weg frei für das Sanierungsprogramm samt Stellenabbau.
Der Betriebsrat konnte aber nach eigenen Angaben in Verhandlungen
die Zahl der geplanten Kündigungen verringern. Vereinbart wurden
Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen. Deshalb habe sich die
Zahl der zu erwartenden Entlassungen von ursprünglich 2750 auf 1400
quasi halbiert. (dpa) Seite 6: Bericht
GESTORBEN
Kammersänger
Reiner Süß ist tot
BERLIN/LEIPZIG — Der zu DDR-Zeiten
populäre Opernsänger und beliebte
Fernsehmoderator
Reiner Süß ist tot.
Wie am Sonnabend
bekannt
wurde, starb der
Künstler am 29. Januar kurz vor seinem 85. Geburtstag
in einem Pflegeheim in Friedland (MecklenburgVorpommern). Mit seiner DDRFernsehsendung „Da liegt Musike
drin“ erreichte der Kammersänger
zwischen 1968 und 1985 ein Millionenpublikum. (dpa) Kultur: Bericht
4 190932 801007
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 45, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme | Abo-Service | Ticket-Service
FOTO: SOEREN STACHE/DPA
Selma Spahiu aus Albanien (Violine), Gonzalo Martin Rodriguez
aus Spanien (Viola) und Arne
Christian Pelz aus Deutschland
(Violoncello) sind die Preisträger
der Chursächsischen Meisterkurse, die gestern in Bad Elster vor
rund 300 Besuchern mit einem
Symphoniekonzert ihren Abschluss fanden. Mit der 2014 erstmals ausgerichteten Veranstaltung werden ambitionierte Studenten und junge Profis in die
Kurstadt gelockt. Im nächsten
Jahr wird es die Fortsetzung
Seite 10: Bericht
geben. (eso)
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Einzelpreis 1,00 Euro
2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 23. Februar 2015
Kleine Bahn
macht noch mal
mächtig Dampf
NACHRICHTEN
BESTATTUNGEN
Höhere Kosten für
Armenbegräbnisse
Die Preßnitztalbahn im Erzgebirge
DRESDEN — Sachsens
Kommunen
haben in den vergangenen Jahren
mehr Geld für Armenbegräbnisse
ausgegeben. „Aufgrund der zunehmenden Altersarmut und der sich
ausbreitenden prekären Beschäftigung ist für die Zukunft ein weiterer
Anstieg von Sozialbestattungen zu
erwarten“, erklärte die Zwickauer
Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke). Sie befürchtet,
dass die Kommunen wegen finanzieller Belastungen die Kostenübernahme für Begräbnisse absenken
könnten. Zimmermann hatte bei
Statistischen Bundesamt Zahlen für
die Übernahme von Bestattungskosten in Sachsen erfragt. Angehörige
können diese beim Sozialamt beantragen, wenn sie das Geld für eine
Bestattung ihrer Toten selbst nicht
aufbringen können. Demnach gab
es im Jahr 2013 im Freistaat 1788 Betroffene. Im Jahr zuvor waren es
noch 1685. Die Ausgaben der Kommunen für diese Leistung stiegen
von 2,73 Millionen Euro (2012) auf
2,89 Millionen Euro. (dpa/fp)
WINTERDIENST
Mehr Streusalz
verbraucht
DRESDEN — Trotz des relativ milden
Wetters ist seit Beginn des Winters
in Sachsen bereits mehr Streusalz
verbraucht worden als ein Jahr zuvor. In diesem Winter wurden bisher rund 66.100 Tonnen sogenannte
Auftaustoffe auf den Straßen des
Freistaates eingesetzt, wie eine Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr berichtete. Im gesamten Winter 2013/14 seien es
knapp 49.000 Tonnen gewesen. In
der Statistik berücksichtigt sind Autobahnen, Bundes-, Staats- und
Kreisstraßen, nicht aber Stadtgebiete mit eigenem Winterdienst. Die
Salzlager seien landesweit durchschnittlich zu 63 Prozent gefüllt,
sagte die Sprecherin. (dpa)
VANDALISMUS
Bahn hält an
Ticketautomaten fest
LEIPZIG — Trotz erheblicher Schäden
durch Vandalismus will die Deutschen Bahn die Zahl ihrer Fahrscheinautomaten nicht verringern.
Die Aufbrüche von Fahrkartenautomaten in Sachsen hätten in den vergangenen beiden Jahren konstant
im unteren zweistelligen Bereich gelegen, teilte die Deutsche Bahn mit.
Bundesweit wurden im vorigen Jahr
390 Fahrscheinautomaten der Bahn
aufgebrochen. Es entstand ein Schaden von 6,7 Millionen Euro. Genaue
Zahlen aus den Regionen werden
nicht bekanntgegeben. Besonders
ärgerlich: Der Sachschaden sei meist
um ein Vielfaches höher als die erbeuteten Geldbeträge. „Der Ersatz eines zerstörten Automaten kostet etwa 30.000 Euro“, betonte eine Bahnsprecherin. Die Polizei tut sich
schwer damit, „Automatenknacker“
zu fassen. Seit Jahresbeginn wurden
allein im Bereich der Polizeidirektion Leipzig 47 Automaten verschiedener Verkehrsbetriebe gesprengt.
Täter konnten bislang nicht ermittelt werden. (dpa/fp)
BANK-EINBRUCH
Geldautomat hält
Dieben stand
SCHÖNAU-BERZDORF — Erfolglose Automatenknacker haben gestern in
Ostsachsen einen riesigen Schaden
angerichtet. Laut Polizei hatten die
Täter in einer Bankfiliale versucht,
den Geldautomaten aufzubrechen.
Auch ein Kontoauszugsdrucker
wurde mit roher Gewalt bearbeitet.
In der Bank und an den Automaten
richteten die Unbekannten einen
Schaden in Höhe von mehreren Zentausend Euro an. Ihre einzige Beute
war allerdings ein Sparschwein, das
sie in einem aufgebrochenen Büro
fanden. Doch auch das verloren sie
samt Inhalt auf der Flucht. Die Polizei fahndet nach den Tätern. (fp)
hat am Wochenende zum vorerst
letzten Mal „Winterdampf“ gemacht. An beiden Tagen ging es in
regelmäßigem Takt durch die Winterlandschaft zwischen Jöhstadt
und Steinbach. Die heutige Preßnitztalbahn ist ein Teil einer historischen Strecke, die 1891/92 gebaut
wurde. Sie verband zunächst Wolkenstein mit Jöhstadt und führte
von dort später weiter bis zur tschechischen Grenze. Jahrzehntelang
diente sie vor allem dem Gütertransport. Mitte der 1980er-Jahre
wurde die Strecke Stück für Stück
stillgelegt und demontiert. 1992 begann ein Verein mit dem Wiederaufbau. In mehreren Abschnitten
wurde bis zum Jahr 2000 die acht
Kilometer lange Trasse zwischen
Jöhstadt und Steinbach wiederhergestellt sowie in den folgenden Jahren historische Gebäude und Anlagen hergerichtet. Die kleine Bahn
mit ihren historischen Zügen ist
heute eine Attraktion nicht nur für
FOTO: BERN MÄRZ
Eisenbahnfreunde.
Crystal in Familien: Wenn
Mama mit den Möbeln redet
Die Drogen verbreiten sich
unaufhaltsam in Sachsen.
Inzwischen gibt es auch
immer mehr Eltern, die
dem Gift verfallen sind.
VON BIRGIT ZIMMERMANN
LEIPZIG — Die Leipziger Kinderärztin
Prof. Eva Robel-Tillig ist ungewollt
zur Crystal-Expertin geworden.
Schon seit einiger Zeit schwappt die
Crystal-Welle durch Sachsen, Thüringen und Bayern, immer mehr
Menschen greifen zu der billigen
Droge. Und inzwischen ist das Problem auch auf der Frühchenstation
des Klinikums St. Georg in Leipzig
angekommen, die Robel-Tillig leitet.
„Das Problem hat sich massiv verstärkt“, sagt die Neonatologin. „Wir
haben permanent zwei bis drei Kinder mit Drogenproblemen der Mutter auf der Station.“
Die Palette reiche von den klassischen Suchtmitteln Alkohol und
Nikotin bis hin zu opiatabhängigen
Müttern. „Und dann haben wir neue
Substanzen wie eben Crystal Meth“,
sagt Robel-Tillig. Seien 2009 noch 25
Kinder stationär mit Drogenproblemen behandelt worden, seien es
2013 schon etwa 50 gewesen. Je
nach Droge müssten die Kinder unterschiedlich versorgt werden, so
Robel-Tillig. Sie hat auf ihrer Station
die Nachsorge modellhaft ausgebaut, um die Entwicklung der Kin-
der länger beobachten und den Familien helfen zu können.
Die Crystal-Kinder seien eher ruhig und unauffällig, sagt Robel-Tillig. „Meth erzeugt keine physische
Abhängigkeit, sondern eine rein
psychische.“ Deswegen zeigten die
Kinder auch keine Entzugserscheinungen. Die Probleme beginnen
später – im Kita- und Grundschulalter. Kinder von Crystal-Eltern bildeten Beziehungsprobleme aus, seien
oft Kandidaten für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Es gebe aber
noch zu wenig Untersuchungen.
Eine erste Bestandserhebung versucht jetzt das Deutsche Institut für
Sucht- und Präventionsforschung
der Katholischen Hochschule Nord-
rhein-Westfalen. An vier Standorten
in Leipzig, Chemnitz und im Vogtland wird bis zum Sommer untersucht, wie sich Crystal-Konsum der
Eltern auf die Kinder auswirkt, erläutert Institutsleiter Prof. Michael
Klein. Das Zentrum im St. Georg ist
einer der vier Standorte, an denen
die Forscher Daten sammeln.
Aus Amerika sei bekannt, dass
dauerhafter Konsum von Crystal
Meth Familien zerstöre, sagt Klein.
Crystal-Konsumenten zeigten ein
stark verändertes Verhalten mit
wahnhaften Zügen. Etwa 60 Prozent
entwickelten psychotische Zustände, sagt Klein. „Für ein Kind ist es natürlich sehr verstörend, wenn das in
der häuslichen Umgebung passiert.
Prof. Eva Robel-Tillig untersucht im Leipziger Klinikum St. Georg die drei Monate alte Tochter einer drogenabhängigen Mutter. FOTO: WALTRAUD GRUBITZSCH/DPA
Wenn die Mutter zum Beispiel beginnt, mit den Möbeln zu reden.“
Die meisten Kinder von Crystal-Eltern in Deutschland seien bisher im
Grundschulalter und jünger. Erst
seit 2007/08 sei das Crystal-Problem
als solches erkennbar, sagt Klein.
Prof. Robel-Tillig betreut Kinder
bis zum Alter von drei Jahren. An
vier sogenannten Nachsorge-Terminen pro Jahr prüft sie den Entwicklungsstand. Wenn die Drogenprobleme in der Familie bekannt sind,
greifen zudem das Suchthilfesystem
und die Familienhilfe. Wenn die Eltern wegen ihrer Drogensucht auf
ganzer Linie versagten, würden die
Kinder auch aus den Familien genommen. „Nur etwa ein Drittel der
Drogenkinder ist tatsächlich nach
einem Jahr noch in den leiblichen
Familien“, sagt Robel-Tillig.
Die Unterstützung drogenabhängiger Eltern sei immer eine Gratwanderung, sagt Markus Thörmer,
Leiter des Fachbereiches Familienhilfe im Zentrum für Drogenhilfe
am St. Georg. „Man darf nicht grundlos suchtbelasteten Eltern die Erziehungsfähigkeit absprechen.“ Mehr
noch: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch suchtbelastete Eltern gute Eltern sein können.“
Aus Sicht von Thörmer und von
Forscher Prof. Klein muss vor allem
die Prävention gestärkt werden. „Da
fehlt eine Menge Geld“, sagt Klein.
„Der gesamte Gesundheitssektor ist
rund 200 Milliarden Euro schwer.
Aber nur 30 Millionen Euro fließen
in die Suchtprävention.“ (dpa)
Bergregionen
mit Ferien
sehr zufrieden
Schnee und Sonnenschein
zogen viele Gäste an
CHEMNITZ — Die Tourismusmanager
in den sächsischen Wintersportorten haben zum Ende der Winterferien eine überaus positive Bilanz gezogen. Nach dem trüben Januar
spielte endlich das Wetter mit. Bei
Schnee und Sonnenschein zog es
viele Gäste auf Pisten und Loipen –
zur Freude der Tourismusbetriebe
im Erzgebirge, im Vogtland und in
der Oberlausitz. „Wir sind eigentlich
ganz im Glück“, sagte Thomas Kirsten, Bürgermeister der osterzgebirgischen Stadt Altenberg. Für Langläufer und Ski-Abfahrtsläufer hätten
beste Bedingungen geherrscht.
Auch im Vogtland seien die Winterurlauber voll auf ihre Kosten gekommen, sagte Sandra Engelbrecht
von der Tourist-Info in Schöneck.
„Wir hatten vollen Skibetrieb, viele
Gäste – wir sind zufrieden.“ Noch
immer lägen auf den Pisten etwa
35 Zentimeter Schnee. Auch am
Fichtelberg seien die Bedingungen
für Wintersportler weiter optimal,
sagte René Lötzsch, Geschäftsführer
der Fichtelbergbahn. „Wir haben
noch etwa 70 Zentimeter Schnee auf
den Pisten. Besser kann man es sich
eigentlich nicht vorstellen.“
„Von den Übernachtungszahlen
her sind wir zufrieden“, sagte Corinne Schellenberger von der TouristInformation Großschönau in der
Oberlausitz. „Wir hatten erst ordentlich Schnee, und dann war es auch
sehr sonnig. Also richtig schön einladend“, sagte Schellenberger. (dpa)
59-Jähriger stirbt beim Abriss einer Laube
Schweres Unglück in Plauen: Die Dachkonstruktion
des einstürzenden Gartenhauses begräbt vier
Menschen unter sich.
VON THOMAS H. STRANZ
PLAUEN — Bei Abrissarbeiten ist in
Plauen eine Gartenlaube eingestürzt
und hat vier Menschen unter sich
begraben. Ein 59 Jahre alter Mann
starb. Nach Angaben von Polizei
und Feuerwehr war der Mann am
Samstagnachmittag zusammen mit
drei Helfern – zwei 50 und 60 Jahre
alten Männern sowie einer 53-jährigen Frau – gerade dabei, den eingeschossigen Bau an der Liebigstraße
abzureißen, als das komplette Dach
einstürzte und auf die darunter arbeitenden Menschen fiel. Für die zu
Hilfe gerufenen Feuerwehrleute war
es jedoch unmöglich, das Dach mit
Muskelkraft anzuheben, um die Verunglückten zu befreien.
„Wir haben deshalb Hebekissen
eingesetzt“, so Guido Scherer von
der Plauener Berufsfeuerwehr. In
diese Kissen wird Druckluft gepumpt, sodass sich damit auch
schwere Lasten heben lassen. So
konnte die schwergewichtige Konstruktion soweit nach oben gehievt
werden, dass die Retter an die Verunglückten herankamen. Dem 59-Jährigen konnten sie aber nicht mehr
helfen, er starb noch an der Unglücksstelle. Die anderen drei Personen erlitten schwere Verletzungen
und wurde in Krankenhäuser gebracht. Dabei kam auch ein Rettungshubschrauber zum Einsatz.
Zum Unfallhergang sagte Joachim Kelpin vom Lagezentrum der
Polizei in Zwickau, dass beim Abriss
der im Trockenbau errichteten Gartenlaube vermutlich folgenschwere
Fehler gemacht wurden. Allerdings
seien die Ermittlungen der Kriminalpolizei noch nicht abgeschlossen. Nach Kelpins Worten sollte die
in einer Eigenheimsiedlung stehende Laube beseitigt werden, um an
dieser Stelle ebenfalls ein Einfamilienhaus zu errichten.
Für Plauen war das bereits das
zweite derartige Unglück innerhalb
weniger Monate. Am 1. Juni 2014
stürzte ein Gartenhaus im Ortsteil
Oberlosa ein – ebenfalls bei Abrissarbeiten. Das hölzerne Dach begrub
damals einen 44-Jährigen unter sich
und tötete ihn.
Feuerwehrmann Guido Scherer,
der sich als gelernter Zimmermann
Das Dach der Laube begrub vier Menschen unter sich.
mit der Materie auskennt, rät deshalb zur besonderen Vorsicht.
„Wenn man nicht gerade vom Fach
ist, sollte man besser die Finger von
solchen Aktionen lassen.“
FOTO: ELLEN LIEBNER
WEITER BILDER zu dem Unglück können Sie aufrufen,
wenn Sie den Code mit dem
Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/pl-laube
ZEITGESCHEHEN
Montag, 23. Februar 2015
Freie Presse
3
In Gottes Namen – wir gießen!
Harmonie ist gefragt beim Guss einer Glocke – nur so bekommt sie einen harmonischen Klang.
In der traditionsreichen
Kunstgießerei in
Lauchhammer wird
ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zwei Brüder,
Russlanddeutsche aus
der Ukraine, führen die
Geschäfte. Sie wollen
dem Unternehmen in
der Lausitz in die
Zukunft verhelfen.
VON EVA PRASE (TEXT)
UND WOLFGANG SCHMIDT (FOTOS)
LAUCHHAMMER — Die beiden Män-
ner – sie haben ihr Unternehmen
nicht in einer Garage gestartet. Das
wäre zu schön gewesen, um wahr zu
sein. Nein, es war nur in einer ZweiRaum-Wohnung. „Ganz normaler
Plattenbau“, sagt Maxim Engelmann. Als sie den Ofen, den sie irgendwo für wenig Geld aufgetrieben hatten und in dem sie nun Bronze schmelzen wollten, das erste Mal
hochfuhren, flogen die Sicherungen
raus. „Überall im Haus.“
Insgesamt veranschlagten sie für
ihr „start-up“ 300 Dollar. Das war in
Charkow, der in diesen Tagen so wenig friedvollen Stadt im Nordosten
der Ukraine. Die Stadt und der Krieg
sind weit weg für Maxim und seinen
Bruder Eugen Engelmann. Die beiden – sie sind inzwischen die Hoffnungsträger einer der traditionsreichsten Gießereien in Deutschland. Während der eine Geschäftsführer der Kunstgießerei Lauchhammer ist, arbeitet der andere als
Produktionsleiter. „Wollen Sie die
ganze Geschichte wissen?“ Maxim
Engelmann, Jahrgang 1981, fragt
etwas unsicher.
Er und sein sechs Jahre älterer
Bruder Eugen sind „Wendekinder“.
Als die Sowjetunion Anfang der
1990er-Jahre zerfiel, geriet vieles aus
den Fugen. „Alles ging drunter und
drüber. Jeder musste sich durchschlagen. Eine richtige Ausbildung
gab es nicht. Hartz IV auch nicht.“
Maxim Engelmann und sein Bruder handelten. Zuerst boten sie Jacken und Schuhe an, später verkauften sie Steinbilder und Schreibsets.
„Ich würde mal sagen, Kunstrichtung Kitsch.“ Dann entwickelten sie
eine Geschäftsidee: Reiche Menschen müssen anderen reichen
Menschen Geschenke machen, die
irgendwie den ganzen Reichtum widerspiegeln. „Bei uns“, sagt Maxim,
„bemisst sich die Wertschätzung,
die man jemandem entgegenbringt,
am Wert des Geschenkes, das man
ihm überreicht.“ Die beiden kauften
Kunstwerke bei Malern, Bildhauern
– und verkauften sie an Geschäftsführer, die sie ihrerseits verschenkten. Irgendwie kamen sie, weil ein
Bildhauer nicht pünktlich geliefert
hatte und weil sie mehr verdienen
wollten, auf die Idee, selber zu gießen. „Es war witzig. Wir haben sehr
gelacht.“ Es war der Auslöser für die
Nummer mit der Neubauwohnung.
Später mieteten sie ein kleines
Haus, in dessen Keller sie arbeiteten.
„2001 dachten wir, wir haben so etwas, das wie eine Gießerei funktionieren könnte.“ Doch in jenem Jahr
sind die Brüder mit ihren Familien
nach Deutschland ausgereist. Russlanddeutsche Spätaussiedler, deren
Vorfahren von Stalin hin- und hergeschoben worden waren und die
nun, zwischen Russen und Ukrainern lebend, keine Zukunft für sich
sahen. Täglich fühlen sie bestätigt,
beim Fernsehen, beim Blick in die
Zeitung, dass ihre Entscheidung
richtig war. „In Deutschland ist es
besser. Egal wie klein jemand ist, er
hat Grundrechte“, sagt Maxim Engelmann. Er lernte Kaufmann für
Bürokommunikation. „2004 begannen wir wieder, eine Gießerei aufzubauen.“
„Wir haben viele
Fehl-Erfahrungen
gemacht. Das ist
unser Vorteil.“
Maxim Engelmann Geschäftsführer
Zehn Jahre ist das her. Während ihr
Unternehmen bei Bad Liebenwerda
langsam wuchs, sie Kleinkunstobjekte gossen und damit Geld verdienten, stagnierte es im nicht weit
entfernten Lauchhammer. Hier sind
seit der Wende zwar fast 800 Glocken gegossen worden, darunter ein
elfstimmiges Glockenspiel für Japan
sowie die über zwei Tonnen schwere
Glocke für den Dom zu Halberstadt.
Aber in den vergangenen drei Jahren lief das Geschäft immer schlechter. Die West-Firma, die Lauchham-
Die Brüder Eugen und Maxim Engelmann (rechts).
mer 1994 von der Treuhand gekauft
hatte, zog sich zurück. Es gab Kurzarbeit. Die Stunde der Engelmanns
schlug. Sie waren fachlich und wirtschaftlich in der Lage, in Lauchhammer einzusteigen.
Heute findet in der Gießerei wieder ein Glockenguss statt. Die Bronze glüht in zwei Pötten. Andreas Noack blickt prüfend auf das flüssige
Metall. An dessen Farbe kann er erkennen, ob alles okay ist. Er ist einer
der dienstältesten Gießer hier, hat
vor 40 Jahren in Lauchhammer gelernt. „Es ist ein schwerer, aber auch
wunderschöner Beruf. Du schaffst
etwas für die Ewigkeit.“ Noack hat
alles gegossen, was es zu gießen gibt,
vom kleinen Schmuckstück bis zur
über acht Tonnen schweren Glocke.
Flammen zischeln. Funken sprühen. Einer der Gießer misst ein letztes Mal mit einem Gerät die Temperatur. „1130“, sagt er. Sechs Männer
stehen bereit mit der brodelnden
Last. „1130 auch hier.“ Der Gießer
zieht das Messgerät aus dem zweiten
Pott. Gleichmäßig müssen die Männer nun aus beiden Pötten gießen,
nicht absetzen, den Fluss nicht unterbrechen. Die Glocke wäre dahin.
Sie ist bestimmt für die Gemeinde
Graustein bei Spremberg. Mitglieder der Kirchgemeinde, die den Guss
verfolgen, stehen in sicherem Ab-
stand, aber doch so, dass sie das Geschehen mit ihren Smartphones
aufnehmen können. „Fertig!“, ruft
Noack. Jeder steht am vorgegebenen
Platz. Jeder Handgriff sitzt. „In Gottes Namen – wir gießen!“
Zuschauer klatschen, auch Maxim und Eugen Engelmann. Die Formel der Gießer – sie ist den Brüdern
Lebensauftrag geworden. Um das
Vermächtnis, das ihnen zugekommen ist, wissen sie: Im Eingangsbereich der Gießerei steht die bronzene Büste der Freifrau von Löwendahl. Seit es auf Veranlassung der adligen Unternehmerin 1725 den ersten Guss hier gegeben hatte, war die
Tradition nie unterbrochen. Viele
namhafte Künstler Deutschlands
haben in Lauchhammer gießen lassen. Daher gibt es kaum eine größere deutsche Stadt, in der nicht eine
Arbeit aus Lauchhammer steht:
Brunnen, Skulpturen, Reliefs. Plastiken für den Tierpark Berlin. Lutherfiguren weltweit. Goethe und Schiller in San Francisco, Cleveland und
Milwaukee. Fritz Cremers Buchenwaldgruppe. Und Glocken allüberall. Der Blick der Freifrau von Löwendahl – ewig gütig und zugleich
immer kühl und abgeklärt – ruht
auf allem, was da geschieht und auf
jedem, der kommt und geht. Jeder,
der ins Büro in der ersten Etage will,
Seit der Lehre vor 40 Jahren in der Gießerei: Andreas Noack.
muss an der Büste der Freifrau vorbei: Kunden, Künstler, Besucher.
Die Brüder Engelmann selbst
kommen ihr täglich mehrfach unter
die Augen. Unsinnig mit ihr darüber
Zwiesprache halten zu wollen, wieso ausgerechnet zwei Ungelernte die
Geschicke der ins Trudeln geratenen Gießerei erfolgreich führen
wollen. „Inzwischen kennen wir
doch jeden Ablauf. Uns macht keiner etwas vor“, wehrt Eugen Engelmann ab. Ihm liegt mehr das Praktische und er gibt gerade in der Ziselierwerkstatt einer Schachfigur den
letzten Schliff. Gerade weil die beiden das Handwerk nicht auf einer
Schule oder in einem anderen Betrieb erlernen konnten, hätten sie
viele Erfahrungen machen können,
die andere nicht besitzen. „Viele
Fehl-Erfahrungen“, sagt Maxim. Davon profitierten sie. Sie hätten keine
Scheu, etwas auszuprobieren, und
dadurch einen Vorsprung.
Vor allem aber würden die beiden, die „immer im Doppelpack auftreten“, nie auf den Gedanken kommen, dass sie eine voll ausgestattete
Gießerei nicht betreiben können. Es
scheint ihnen geradezu absurd, zumal die Gießerei Zugriff auf über
3000 zum Teil historische Gipsmodelle hat.
Obwohl die Modelle ein Schatz
sind, der seinesgleichen sucht, wollen sich die beiden nicht auf Althergebrachtes beschränken. Die KunstGießerei will künftig nicht nur –
wie bisher – die Aufträge der Bildhauer abarbeiten und Glocken gießen. Maxim und Eugen Engelmann
wollen mehr. Ihnen schwebt vor, direkt in den Kunstmarkt einzusteigen. „Junge Künstler fördern und
aufbauen und dann teilhaben am
Gesamterfolg“, beschreibt Maxim
Engelmann das Geschäftsmodell.
Es gehe ihnen nicht nur darum,
etwas zu verdienen. Das zwar auch.
Insgesamt gehe es aber um Lauchhammer. „Wir wollen weiterhin Geschichte mit dem Namen Lauchhammer schreiben – und nicht die
Geschichte von Lauchhammer beenden.“ Das seien sie den 19 Mitarbeitern und ihren Familien schuldig, sagt Maxim Engelmann.
EIN VIDEO zur Kunstgießerei
in Lauchhammer können Sie
sehen, wenn Sie den Code mit
dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/lauchhammer
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 23. Februar 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Zu viel Hass
gesät
Goldene Himbeere
für Cameron Diaz
VON STEPHAN LORENZ
ZUM MAIDAN-JAHRESTAG
UND ZUR AKTUELLEN LAGE
US-Schauspielerin erhielt am Wochenende
Film-Spottpreis für schlechte Leistungen
FOTO: FOLEY KALAENE/DPA
4 Freie Presse
stephan.lorenz@freiepresse.de
D
as Gedenken stand in der
Ukraine im Mittelpunkt: In
Kiew und anderen Städten
des Landes wurde gestern der Maidan-Proteste vor einem Jahr gedacht,
die zum Sturz des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt
hatten. Der „Maidan“ aber wurde
auch der Ausgangspunkt eines Krieges, der bis heute über 5000 Tote gefordert hat. Kiew nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Füllhorn des
Nationalismus und demonstriert
Stärke gegenüber den Separatisten
und Russland. Spekulationen schießen mal wieder ins Kraut, wer für
die Toten vom Maidan im Februar
vergangenen Jahres verantwortlich
war. Mit den von Scharfschützen getöteten Demonstranten hatte die Eskalation der Krise ihren schrecklichen Lauf genommen.
Am Wochenende wurde auch in
Moskau demonstriert. Geschätzte
40.000 Demonstranten gingen gegen den Machtwechsel in der Ukraine vor einem Jahr auf die Straße. Immerhin wurde damals ein demokratisch gewählter Präsident vom Hofe
gejagt. Darüber wird im Westen
gern hinweggesehen. Stattdessen
wird lieber von in der Mehrzahl gekauften und bezahlten Protestlern
in Moskau geschrieben. Der Ukraine-Krieg wird auch mit dem gesamten Arsenal der Propaganda geführt.
Das macht eine objektive Beurteilung der Lage bis heute so schwierig.
Die Ukraine-Krise ist auch ein fatales Beispiel für Fehler und Fehlkalkulationen Kiews und des Westens.
Zum einen wurde das Sicherheitsbedürfnis Moskaus völlig falsch eingeschätzt. Zum anderen wurde nicht
berücksichtigt, dass ein nicht unbedeutender Landesteil der Ukraine
sich eher zu Russland gehörig fühlt
als dass es den Verlockungen der Europäischen Union folgen wollte.
All dies hat der russischen Aggression im Osten der Ukraine in die
Hände gespielt. Eine Woche nach
den Vereinbarungen von Minsk gibt
es seit dem Wochenende endlich
erste zaghafte Zeichen der Hoffnung. Beide Seiten wollen nun mit
dem Abzug der schweren Waffen
von der Waffenstillstandszone beginnen. Auch der Gefangenenaustausch kommt in Gang. Das sind gute Nachrichten aus dem Krisengebiet. Doch die Zeichen der Entspannung wurden gleich wieder überschattet von dem blutigen Anschlag
in Charkow. Der Hass, der von allen
Seiten gesät wurde, wird leider noch
länger sein Unwesen treiben.
IMPRESSUM
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Trojanischer Lastesel.
KARIKATUR: TOMICEK
Über diesen Preis dürfte Cameron
Diaz vermutlich nicht so wirklich
glücklich sein: Für ihre Auftritte in
den Filmen „Sex Tape“ und „Die
Schadenfreundinnen“ hat die 42jährige Schauspielerin die „Goldene
Himbeere“ erhalten. Der Schmähpreis als schlechtester Schauspieler
ging am Samstagabend an Kirk Cameron (44) für „Saving Christmas“.
Mit insgesamt vier Trophäen, darunter auch als schlechtester Film,
war die Weihnachtskomödie der
große „Gewinner“.
Das ehemalige Model mit kubanischen, deutschen englischen und
indianischen Wurzeln war schon
2004 und 2009 für die „Razzies“
Organverkauf – darum nicht
VON HEIKE MARTIN
ZWICKAU — Der Südostasien-Korres-
pondent Willi Germund hat sich auf
dem internationalen Schwarzmarkt
eine Niere gekauft und darüber ein
Buch geschrieben. Das vermarktet
er nun öffentlichkeitswirksam, indem er seine Straftat mit einer verklärenden, fast schon idyllischen
Aura umgibt: „Raymond kann sich
vor Lachen kaum halten. Das Eis ist
gebrochen, wir reden auf einmal
miteinander. Er wolle mit dem Geld
für die Niere ein kleines Geschäft
aufbauen.“ Wie schön, mag jetzt der
unbedarfte Leser denken, da hat der
„Handel“ dem armen, 28-jährigen
Raymond ja richtig geholfen. In den
Medien ist nun der internationale
Organhandel wieder ein Thema, sogar die Legalisierung des Organhandels wird diskutiert, der „Stern“
macht seinen Artikel mit der Frage
auf: „Organverkauf – warum eigentlich nicht?“
Warum nicht? Das Buch redet
nicht nur eine schwere Straftat
schön, die bei uns mit bis zu fünf
Jahren Haft bestraft werden kann.
Sie könnte darüber hinaus auch
Nachahmer inspirieren – denn
schließlich hat sich der Autor bislang erfolgreich der Justiz entziehen
können.
Doch es geht um viel mehr. Was
der Autor völlig ausblendet – und
mit ihm alle, die das Buch unreflektiert bewerben: Die häufig jungen
„Spender“ aus Drittwelt- und
Schwellenländern, die eine Niere
für einen relativ geringen Betrag
veräußern, werden über mögliche
gesundheitliche Risiken im Unklaren gelassen. Eine Nachsorge wird
ihnen in der Regel nicht zuteil.
Wenn dann Jahre oder Jahrzehnte
später ihre verbliebene Niere versagt, bedeutet das ihr Todesurteil, da
die Gesundheitssysteme in den
meisten Entwicklungsländern keine Dialysebehandlung anbieten
können. Diese Menschen haben
dann möglicherweise, ohne dass es
ihnen bewusst war, für eine Handvoll Dollar ihr Leben verkauft.
Organhandel ist zu Recht in fast
allen Ländern der Welt ein krimineller und strafbarer Akt. Die „Erklärung von Istanbul“ (im Internet zu
finden unter http://www.declarationofistanbul.org), die von allen großen Nierenverbänden unterstützt
wird, spricht sich eindeutig gegen
Organhandel und Organ-Tourismus
aus. Denn die Leidtragenden sind
immer die Spender: Zum einen erhalten sie häufig nur einen Bruchteil des Geldes, das der Käufer bezahlt, der Rest bleibt bei den Schleppern und Unterhändlern hängen.
Zum anderen werden sie nach der
Organentnahme ins Leben entlassen – häufig ohne dass eine regelmäßige Nachsorge sichergestellt wird
oder auch nur eine gesundheitliche
Aufklärung über mögliche Risikofaktoren erfolgt.
SERIE: EINSPRUCH
Am 4. Februar druckte die „Freie Presse“ unter dem
Titel „Niere gegen Geld“ einen Artikel, in dem der
Autor schildert, warum und wie er sich ein Organ
kaufte. Nierenspezialisten wie Heike Martin aus
Zwickau veranlasst das, Einspruch zu erheben.
Nierentransplantation in einem Bremer Klinikum.
Denn es gibt einiges zu beachten,
wenn man nur noch eine Niere hat
und diese möglichst lange gesunderhalten möchte. Das reicht von der
Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle
und gegebenenfalls -korrektur über
bestimmte Verhaltensweisen wie
das Rauchen aufgeben und nierenschädigende Schmerzmittel vermeiden bis hin zu diätetischen Maßnahmen. Wer das nicht weiß und nicht
regelmäßig vom Facharzt betreut
wird, hat schlechte Karten. Denn
bei der Nachuntersuchung erfasst
der Nierenspezialist den Funktionsgrad der verbliebenen Niere und
kann frühzeitig medikamentös gegensteuern, sollte die Funktion
nachlassen.
Aber all das – eine umfassende
Aufklärung, eine lebenslange fachärztliche Betreuung und bei Bedarf
die Verschreibung von Medikamenten, die einen Nierenfunktionsverlust verlangsamen – wird Spendern
aus den Entwicklungsländern kaum
zuteil! Im Gegenteil, wahrscheinlich
können sie dankbar sein, wenn sie
die Operation ohne nennenswerte
Komplikationen überstehen. Denn
auch das ist nicht garantiert,
schließlich sind die Hygienestandards in vielen Entwicklungsländern bestürzend niedrig. In dieser
Hinsicht ist der Organkauf übrigens
FOTO: WERNER KRÜPE/EPD
auch für den Käufer gefährlich. Es
gibt Patienten, die mit einer neuen
Niere von einem Auslandsaufenthalt zurückkommen, sich aber bei
der Transplantation mit Hepatitis C
oder HIV infiziert haben.
Was mich als Dialyseärztin besonders an dem Buch ärgert, ist, wie
Germund sein Handeln rechtfertigt.
Er tut so, als sei die Dialysebehandlung tödlich statt lebensrettend
„…die Dialyse zerstört in minimalen
Schritten den Körper“. Fakt ist aber:
Nicht die Dialyse zerstört den Körper, sondern die Gifte, die im Körper
verbleiben – und ohne Dialyse würde die Zerstörung ganz rasant vonstattengehen.
Die Dialyse ist ein Nierenersatzverfahren, das immerhin das Überleben bei verhältnismäßig hoher Qualität sichert. Noch vor 50 Jahren sind
Patienten mit Nierenversagen binnen weniger Tage oder Wochen verstorben, weil es keine Dialyse gab,
und bis heute ist die Niere das einzige lebensnotwendige Organ, das
dauerhaft maschinell ersetzt werden kann. Es gibt derzeit in Deutschland über 80.000 Menschen, die regelmäßig dialysiert werden, häufig
sogar über mehrere Jahrzehnte. Die
meisten sind älter, aber viele der jüngeren Patienten gehen ihrem Beruf
nach. Auch bei uns im Dialysezent-
rum Zwickau sind das einige, wir haben deswegen seit mehreren Jahren
auch eine Nachtdialyse eingerichtet.
Natürlich leben diese Menschen mit
Einschränkungen – schließlich ist
bei ihnen ein lebenswichtiges Organ ausgefallen. Germund führt
Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme bei der Dialysebehandlung als
Gründe an, mit denen er sein Handeln rechtfertigt. Bei Neudialysepatienten kommt es anfangs zu diesen
Beschwerden, eine gute Begleitmedikation kann sie aber lindern, bestenfalls sogar ganz beheben.
Meiner Meinung nach ist es erschreckend, dass Willi Germund im
Alter von 60 Jahren trotzdem lieber
die Zukunft eines jungen Menschen
aufs Spiel setzt, als sein Schicksal zu
akzeptieren und mit krankheitsbedingten Einschränkungen zu leben.
Beispielsweise wäre die Cola, die er
auf dem veröffentlichten Foto in der
Hand hält, aufgrund des hohen
Phosphatgehalts tabu.
Für viele meiner Patienten, die
seit Jahren auf der Transplantationsliste stehen, ist Germunds Verhalten
ein Schlag ins Gesicht. Auch für
mich ist es unfassbar, dass sich jemand eine Niere kauft, das öffentlich zu rechtfertigen versucht und
straffrei davonkommt. Anstatt jetzt
die Legalisierung des Organhandels
zu fordern, sollte überlegt werden,
wie man den eklatanten Mangel an
Spenderorganen nachhaltig beheben und damit letztlich auch den illegalen Organhandel zerschlagen
kann. Viele Nierenärzte fordern daher seit langem, den Patientenwillen
– also ob jemand Organe nach dem
Tod spenden will oder nicht –
aktenkundig zu vermerken – am
besten auf der Patientenkarte, auch
auf dem Führerschein oder Personalausweis.
Heike Martin
Die Fachärztin für Innere Medizin/Nephrologie hat Medizin an der
Friedrich-Schiller-Universität in Jena
studiert. Sie stammt aus Zwickau und
ist Jahrgang 1965.
Seit 1999 ist sie niedergelassen in der
Internistischen Gemeinschaftspraxis
mit Dialyse in Zwickau, deren Mitinhaberin sie ist. Ehrenamtlich wirkt sie als
Mitglied der Deutschen Gesellschaft
für Nephrologie.
Welche Meinung haben sie?
Mit der Serie „Einspruch“ stellt
die„Freie Presse“ Ansichten zu aktuellen gesellschaftlichen Streitthemen
zur Diskussion. Sie, liebe Leser, möchten wir ausdrücklich einladen, uns Ihre Meinung zu sagen. Leserpost bitte
an: „Freie Presse“, Chef vom Dienst,
Postfach 261, 09002 Chemnitz oder
leserbriefe@freiepresse.de
(kurz für Raspberry/Himbeere) nominiert, schrammte aber bisher
knapp an diesem Spottpreis vorbei.
Die „Razzies“ wurden 1980 von
dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Dem Verband gehören rund 800 Kinofans an.
Ben Affleck (42) wurde hingegen
vom Fluch der „Goldenen Himbeere“ erlöst, die er 2003 für den Film
„Gigli“ erhalten hatte. In Anerkennung für seinen Oscar-preisgekrönten Film „Argo“ und seine schauspielerische Leistung in David Finchers „Gone Girl“ erhielt er den „Razzie Redeemer Award“ – die „Himbeere der Erlösung“.
Türkei befreit
Soldaten in
Syrien mit
Militäraktion
Wachmannschaft eines
Grabmals war zunehmend
von IS-Kämpfern bedroht
VON MIRJAM SCHMITT
UND MARC RÖHLIG
Noch in der Nacht hissten türkische
Soldaten in Esme am neuen Grab von
Süleyman Shah die Fahne. FOTO: DPA
ANKARA — Nach monatelanger Bela-
gerung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben türkische Soldaten die Wachmannschaft eines osmanischen Grabes aus Syrien in Sicherheit gebracht. Der Einsatz sei in
der Nacht zum Sonntag erfolgreich
verlaufen, teilte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu auf
Twitter mit. Nach Angaben der türkischen Streitkräfte ist dabei aber
ein Soldat bei einem Unfall ums Leben gekommen.
Die Regierung in Damaskus verurteilte das türkische Vorgehen
scharf. Das Eindringen der türkischen Truppen sei eine „offenkundige Aggression“, zitierte die Nachrichtenagentur Sana gestern das syrische Außenministerium.
Das Grab von Süleyman Shah,
dem Großvater des Gründers des Osmanischen Reiches, lag bisher in einer türkischen Exklave in Nordsyrien. Die Türkei betrachtet das Gelände des Mausoleums als ihr Hoheitsgebiet. Die Kämpfer der IS-Terrormiliz kontrolliert aber die Region um
das Grabmal. Die Kämpfe dort hatten seit der Vertreibung der IS aus
der kurdisch-syrischen Stadt Kobane im Januar zugenommen.
Davutoglu erklärte, man habe die
38 Wachsoldaten aufgrund der verschlechterten Lage in Sicherheit gebracht. Die Soldaten hätten acht Monate lang nicht ausgetauscht werden können. Das Mausoleum von
Süleyman Shah wurde bei der Aktion zerstört, seine sterblichen Überreste im syrischen Ort Esme, etwa
200 Meter von der türkischen Grenze, begraben. (dpa)
POLITIK
Montag, 23. Februar 2015
NACHRICHTEN
LITAUEN
Bundeswehr lehnt
Panzerlieferung ab
BERLIN — Die Bundeswehr hat eine
Bitte des Nato-Partners Litauen um
Lieferung von Radpanzern des Typs
„Boxer“ abgelehnt. Die ehemalige
Sowjetrepublik fühlt sich vom
Nachbarn Russland bedroht und
will seine Militärtechnik modernisieren. Das Bundesverteidigungsministerium teilte auf Anfrage jedoch
mit: „Eine Abgabe von gepanzerten
Transportfahrzeugen der Bundeswehr oder der Weiterverkauf von
Fahrzeugen, die in den nächsten Jahren beschafft werden sollen, ist
nicht vorgesehen.“ Hintergrund ist
der Eigenbedarf der Bundeswehr für
Einsätze und Ausbildung. Litauens
Verteidigungsminister Juozas Olekas sagte gestern jedoch, seinem
Land liege ein Angebot des deutschen „Boxer“-Herstellers KrausMaffei Wegmann vor. (dpa)
FALL EDATHY
57 Personen wussten
offenbar Bescheid
HANNOVER/STADE — Der
Kreis der
Eingeweihten im Kinderporno-Fall
Sebastian Edathy war nach NDR-Informationen größer als angenommen. 57 Politiker, Ermittler und
Amtsträger in Niedersachsen sollen
demnach bereits vor den Durchsuchungen beim damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten von dem Verdacht gewusst haben. Der Prozess
gegen Edathy beginnt heute vor
dem Landgericht Verden. (dpa)
Freie Presse
5
Stolz und Trauer beim Marsch der Würde
Die Ukraine verneigt
sich vor den Opfern der
prowestlichen Proteste
vor einem Jahr. Auch
Bundespräsident Gauck
reist nach Kiew. Doch
neues Blutvergießen zeigt,
wie instabil die Lage ist.
VON ANDREAS STEIN
UND WOLFGANG JUNG
KIEW — Sie schwenken die ukrainische Flagge, halten Plakate mit der
Aufschrift „Wir sind Europa“ in die
Höhe und skandieren „Tod den Feinden“. Etwa 10.000 Menschen sind an
diesem grauen Februarsonntag im
Zentrum von Kiew zusammengekommen. Sie ehren ein Jahr nach
den prowestlichen Massenprotesten
auf dem Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz, die damals getöteten Demonstranten. Und sie schreien ihren Schmerz über den Krieg im Osten des Landes heraus.
Neben Bundespräsident Joachim
Gauck und dem EU-Ratsvorsitzenden Donald Tusk sind zahlreiche
Staats- und Regierungschefs nach
Kiew gereist. 4000 Polizeikräfte sichern den „Marsch der Würde“.
Doch es herrscht eine ruhige Atmosphäre. Menschen aller Glaubensrichtungen, Gesellschaftsschichten
und Altersgruppen sind gekommen.
Gemächlich schreitet die Menge
am Dynamo-Fußballstadion vorbei.
Rund 10.000 Menschen zogen gestern durch die Innenstadt von Kiew. Bundespräsident Joachim Gauck (6. v. r.) hakte sich beim ukrainischen Präsidenten
FOTO: SERGEY DOLZHENKO/DPA
Petro Poroschenko unter. Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk (3. v. r.) nahm an dem Gedenkmarsch teil.
Wie poliert glänzt die Bronzestatue
des berühmten Trainers Waleri Lobanowski (1939-2002), der als „Sepp
Herberger der Ukraine“ verehrt
wird. Und in frischem Weiß strahlt
das Eingangstor des Stadions –
nichts ist mehr zu sehen vom Ruß
brennender Autoreifen, die De-
monstranten hier im Kampf gegen
Sondereinheiten als Feuerwall nutzten. Die Bilder der Straßenschlachten gingen damals um die Welt.
Nachdem die ukrainische Führung die Unterzeichnung eines Partnerschaftsabkommens mit der EU
abgelehnt hatte, demonstrierten
Nagelbombe gegen Demonstranten: Zwei Tote in Charkow
Nach einem Anschlag mit mindestens zwei Toten im ostukrainischen
Charkow haben Spezialeinheiten gestern mit einer „Anti-Terror-Operation“
in der Millionenstadt begonnen. „Vier
Beteiligte an der Sprengung wurden
festgenommen und zahlreiche Waffen, darunter ein Granatwerfer, sichergestellt“, teilte der Sicherheitsrat
in Kiew mit. Offiziellen Angaben zufolge hatten die Attentäter eine Bombe
aus einem fahrenden Auto in eine
Ansammlung von Menschen geworfen, die sich einer Demonstration
regierungstreuer Kräfte angeschlossen hatten. Bei der Explosion in der
zweitgrößten Stadt des Landes waren
auch mindestens neun Menschen verletzt worden. Auslöser der Detonation
soll ersten Ermittlungen zufolge ein
selbst gebauter, mit Nägeln gefüllter
Sprengsatz gewesen sein. (dpa/rtr)
Tausende gegen eine Annäherung
an Russland. Am Ende schlug der
winterliche Widerstand in Gewalt
um, Dutzende Regierungsgegner
wurden von Scharfschützen getötet.
Das Blutbad ist auch ein Jahr später
nicht völlig aufgeklärt. „Ruhm der
Ukraine – Ehre den Helden“ schallt
es über die Straße, als die Menge den
Maidan erreicht. Gauck und sein ukrainischer Amtskollege Petro Poroschenko haken sich unter. Und auch
die oft zerstrittene ukrainische Politprominenz demonstriert Einigkeit.
Der Kiewer Bürgermeister Vitali
Klitschko marschiert unweit der
früheren Regierungschefin Julia Timoschenko, nur etwas abseits geht
Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.
Vor einem aus Windlichtern errichteten, riesigen Dreizack – dem Symbol ukrainischer Staatlichkeit – geht
Poroschenko in die Knie und bekreuzigt sich. „Der Unabhängigkeitsplatz ist ein sakraler, heiliger
Ort für jeden Ukrainer“, sagt auch
der Maidan-Aktivist und Ex-Kulturminister Jewgeni Nischtschuk.
In der umkämpften Ostukraine
wecken am Wochenende ein Austausch von 200 Gefangenen zwischen der Armee und den Aufständischen sowie ein vereinbarter Abzug
schwerer Waffen kurz Hoffnung auf
Entspannung. Doch mitten in das
Gedenken in Kiew platzt die Nachricht von einem Anschlag in der
Stadt Charkow. Und östlich der Hafenstadt Mariupol sollen neue
Kämpfe aufgeflammt sein. Die Lage
bleibt instabil. (dpa)
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A N ZE I G E
Franziskus hat viele Anhänger. Auch die Protestantin Merkel scheint dazuzugehören. Ihre zweite
Privataudienz zeigt erneut
ein gutes Verhältnis zum
Oberhaupt der Katholiken.
VON ANNETTE REUTHER
ROM — Die Stimmung scheint bestens zu sein. Kanzlerin Angela Merkel lächelt Papst Franziskus an, sie
scherzen, sie schütteln sich die Hände. Etwa 45 Minuten dauert die Privataudienz, die Merkel im Vatikan
hat. Eine lange Zeit für zwei Menschen, deren Leben strikt durchgetaktet ist. Und eine lange Zeit für eine Privataudienz beim Papst. Im Gegensatz zu dem eher frostigen Verhältnis, das die CDU-Vorsitzende zu
Franziskus‘ Vorgänger Benedikt XVI.
hatte, legt auch die zweite Privataudienz beim neuen Papst nahe, dass
die mächtige Protestantin Merkel einen guten Draht zum mächtigen
Oberhaupt der Katholiken hat.
Die beiden sitzen am Samstag in
der Privatbibliothek des Apostolischen Palastes vor prächtiger Kulisse, die Sonne scheint zum Fenster
hinein. Bei dem Vier-Augen-Ge-
spräch geht es vor allem um die
G7-Präsidentschaft Deutschlands
und die Themen, die bei dem Gipfel
der wichtigsten Industriestaaten im
Juni in Bayern auf der Agenda stehen: Der Kampf gegen die Armut,
Gleichberechtigung der Frau, Klimaschutz. Aber natürlich kommt
auch der Krieg in der Ukraine zur
Sprache.
Für Merkel bringt der Besuch
beim Papst nicht nur gute Öffentlichkeit. Sie tut damit auch ihrer engen Vertrauten, Ex-Bildungsministerin Annette Schavan, einen Gefallen. Schavan musste 2013 nach Plagiatsvorwürfen ihren Doktortitel
abgeben. Sie trat dann von ihrem
Ministerposten zurück und ist nun
deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom. Auf Schavans Vorschlag hin entstand nun die zweite
Privataudienz, sagen Eingeweihte.
Schavan ist bei dem Empfang
beim Papst dabei. Zwar äußert sich
Schavan zu ihrem Wechsel nach
Rom und der Beziehung zur Kanzlerin nicht. Aber es steht fest, dass
Merkel mit ihrem Besuch auch
Schavans Stellung im Vatikan weiter fördert.
Vielleicht folgt der Papst ja bald
Merkels Einladung nach Deutschland, die sie am Samstag aussprach?
Denn bisher stand Deutschland auf
Franziskus‘ Prioritätenliste nicht
ganz oben. (dpa)
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Papst Franziskus (rechts) empfing Angela Merkel zur Privataudienz. Am Ende
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6 Freie Presse
NACHRICHTEN
BAHN-ANBINDUNG
Chemnitzer Stadtrat
will Druck erhöhen
CHEMNITZ — Die Chemnitzer Stadträte machen Druck, um eine bessere
Anbindung ihrer Stadt an den Fernverkehr der Bahn zu erreichen. In einem fraktionsübergreifenden Antrag wird die sächsische Staatsregierung aufgefordert, „alle notwendigen Schritte für die Aufnahme des
Ausbaus der Strecke Chemnitz-Leipzig in den Bundesverkehrswegeplan
einzuleiten“. Zudem solle die Streichung von zehn Millionen Euro für
die Planung der Elektrifizierung
rückgängig gemacht werden. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD)
hatte die Streichung der Planungsgelder damit begründet, zunächst
die Aufnahme des Projektes in den
Bundesverkehrswegeplan abwarten
zu wollen. Der Antrag soll am Mittwoch im Stadtrat verabschiedet werden. (dpa)
TIC KETVERKAUF
Kartellamt überprüft
CTS Eventim
BONN/BREMEN — Das Bundeskartell-
amt hat ein Prüfverfahren gegen den
Ticket-Händler CTS Eventim eingeleitet. Ein Sprecher der Behörde in
Bonn bestätigte einen Bericht der
„Welt am Sonntag“ und sprach von
einem „Kartellverwaltungsverfahren“, das bereits seit einigen Wochen
laufe. Man untersuche, ob der Eintrittskartenhändler aus Bremen seine Marktmacht missbrauche. Eventim war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (dpa)
WIRTSCHAFT
Griechenland verschickt
heute neue Reformliste
Kampf gegen Korruption
und Steuerhinterziehung
verlangen die Euro-Partner. Nur wenn die Geldgeber grünes Licht geben,
kann das hoch verschuldete Griechenland auf weitere Finanzhilfen hoffen.
VON TAKIS TSAFOS
ATHEN — Mit Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung
und Korruption will die griechische
Regierung die Euro-Partner von ihrem Reformwillen überzeugen. Regierungschef Alexis Tsipras will eine verlangte Reformliste fristgemäß
heute abschicken. Nur wenn die
Spar- und Reformvorschläge aus
Sicht der Geldgeber akzeptabel sind,
soll ein eigentlich Ende Februar auslaufendes Hilfsprogramm um weitere vier Monate verlängert werden.
Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis zeigte sich sicher,
dass die Geldgeber die Vorschläge
akzeptieren werden.
Nach Informationen der griechischen Finanzpresse will Athen außerdem die Privatisierungen von
Staatsunternehmen fortsetzen. Die
Liste wurde allen Anzeichen nach
bereits gestern fertiggestellt und soll
dann heute abgeschickt werden, wie
es in den Regierungskreisen hieß.
Die Liste solle nicht lang und nicht
zu detailliert sein.
Nach schwierigen Verhandlungen hatten das hoch verschuldete
Griechenland und die Euro-Partner
am Freitagabend eine Grundsatzeinigung über eine Verlängerung der
Finanzhilfen erzielt. Bis heute
Abend soll Athen eine Reformliste
vorlegen. Diese wird dann von den
„Gläubiger-Institutionen“ geprüft –
gemeint sind die EU-Kommission
und die Europäische Zentralbank
(EZB). Dann müssen noch die EuroStaaten zustimmen. Noch in der
nächsten Woche könnte auch der
Bundestag mit dem Verlängerungsantrag befasst werden.
In Athen hieß es gestern, die
schwierige Phase werde nach einer
Zustimmung für die Reformliste beginnen. EZB, EU und Internationaler
Alexis Tsipras
Griechischer
Regierungschef
FOTO: KOSTAS TSIRONIS/REUTERS
Währungsfonds würden in den
kommenden Monaten jedes neue
griechische Gesetz und jede Entscheidung genau unter die Lupe
nehmen, sagte ein Diplomat. Der
seit knapp einem Monat amtierende
linke Regierungschef Tsipras hatte
am Samstag in einer Fernsehanspra-
che gesagt, es müsse noch vieles getan werden, damit das Land aus der
Krise herauskomme. Den Griechen
stünden schwierige Zeiten bevor.
Unklar ist, was aus den zahlreichen Wahlversprechen von Tsipras
wird. Unter anderem hatte er vor seinem Wahlsieg versprochen, dass
mittellose Familien umsonst Heizöl
bekommen, dass der Mindestlohn
erhöht wird und dass Renten für arme Rentner erhöht werden. Zudem
sollten Tausende entlassene Staatsbedienstete ihren Job wieder bekommen. Athen hat sich verpflichtet, Reformen nicht ohne Absprache
mit den „Institutionen“ zurückzunehmen. Außerdem darf die Regierung keine Maßnahmen ergreifen,
die die finanzielle Stabilität des Landes gefährden.
Der bayerische Finanzminister
Markus Söder (CSU) forderte einen
Stopp der Finanzhilfen für Griechenland, wenn die griechische Regierung heute unzureichende Reformvorschläge in Brüssel vorlegen
sollte. „Dann muss gelten: Geld nur
für Reformen und nicht für sozialistische Wohltaten“, sagte Söder der
„Bild am Sonntag“. Auch nach dem
Kompromiss zwischen Athen und
den Euro-Partnern ist für Söder ein
Ausscheiden des Landes aus dem
Euro denkbar: „Die Entscheidung
darüber liegt allein bei Griechenland. Wenn Athen im Euro bleiben
will, muss es sich an die Regeln halten und die Wirtschaft in Schwung
bringen.“ (dpa)
Montag, 23. Februar 2015
Schlepper vermeiden Lärm
Der Frankfurter Flughafen setzt seit kurzem neuartige Flugzeugschlep-
per ein. Die diesel-elektrisch betriebenen Kraftpakete der Lufthansa
Leos, ein Tochterunternehmen der Lufthansa Technik AG, sollen dazu
beitragen, Kerosin zu sparen und vor allem Lärm zu vermeiden. Die von
israelischen, französischen und deutschen Firmen entwickelten Geräte
können größere Passagierjets mit abgeschalteten Triebwerken über längere Strecken bis an die Startbahnen ziehen. Gesteuert werden die
Schlepper über ein neuentwickeltes System von den Piloten in den
Flugzeugen. Pro Startvorgang lassen sich nach Einschätzung der Lufthansa rund 800 Kilogramm Kerosin und entsprechende CO2-EmissioFOTO: ARNE DEDERT/DPA
nen einsparen.
A N ZE I G E
Sanierungsplan für
Karstadt vereinbart
Monatelang haben die
Karstadt-Konzernführung
und der Betriebsrat verhandelt. Jetzt sollen sozialverträgliche Maßnahmen
und eine Beschäftigungsgesellschaft den Stellenabbau erträglicher machen.
VON ERICH REIMANN UND
ANDREAS HÖNIG
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3594746-10-1
ESSEN — Bei der Sanierung der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt ist der Weg frei für einen Stellenabbau. Der Betriebsrat konnte
aber nach eigenen Angaben in Verhandlungen die Zahl der geplanten
Kündigungen deutlich verringern.
Vereinbart wurden etwa Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen.
Deshalb habe sich die Zahl der zu erwartenden Entlassungen von ursprünglich 2750 auf 1400 quasi halbiert, berichtete der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt am
Samstag. Das Unternehmen selbst
wollte sich nicht zu konkreten Zahlen äußern, bestätigte aber die Einigung und sprach von einem „Durchbruch“ beim Sanierungsprogramm.
Arbeitnehmer und Konzernführung hatten in den vergangenen Monaten im Zuge der Sanierungsbemühungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandelt. Karstadt betonte, mit dem nach
harten Verhandlungen erzielten
Kompromiss sei das Unternehmen
einen entscheidenden Schritt weiter
gekommen und liege bei den Sanierungsbemühungen hundertprozentig im Zeitplan. Patzelt betonte, er sei
mit dem Ergebnis unter den gegebenen Umständen „sehr zufrieden“.
Konzernführung und Arbeitnehmer verständigten sich darauf, für
die von Kündigungen betroffenen
Mitarbeiter eine Transfergesellschaft einzurichten, um sie weiterzuqualifizieren. Auch bei den heftig
kritisierten Plänen, spezialisierte
Serviceteams für die Warenversor-
gung zu bilden, sei eine Einigung erzielt worden, berichtete das Unternehmen. Die Gewerkschaft hatte
deswegen Lohneinbußen befürchtet. Hier setzt Karstadt nun auf Freiwilligkeit und Fluktuation. Änderungskündigungen und Abgruppierungen werde es nicht geben, versicherte der Konzern. Dennoch könne
Karstadt damit wirtschaftlich vertretbar seinen Beratungs- und Serviceanspruch massiv ausbauen. Patzelt forderte, nun sei es Aufgabe des
Managements, dafür zu sorgen, dass
in den Geschäften wieder Geld verdient werde.
Der neue Karstadt-Chef Stephan
Fanderl hatte bereits kurz nach der
Übernahme der Warenhauskette
durch den österreichischen Immobilieninvestor René Benko angekündigt, das angeschlagene Unternehmen mit harter Hand sanieren zu
wollen. Bereits im Oktober hatte
Fanderl für dieses Jahr die Schließung von sechs Filialen angekündigt. Betroffen sind zwei klassische
Warenhäuser in Hamburg-Billstedt
und Stuttgart, die Filialen der auf
René Benko
Karstadt-Investor
FOTO: HERBERT NEUBAUER/DPA
junge Mode spezialisierten Kette
„K-Town“ in Köln und Göttingen sowie die Schnäppchenmärkte des
Konzerns in Paderborn und Frankfurt/Oder. Außerdem sollen in den
Filialen und in der Essener Zentrale
zahlreiche Stellen abgebaut werden.
Denn auch nach dem Einstieg Benkos kämpft die Warenhauskette
weiterhin mit sinkenden Umsätzen.
Im Weihnachtsgeschäft blieben die
Verkäufe deutlich unter dem Vorjahr. Morgen sollen nun die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Das
Unternehmen drängte in der Vergangenheit auf einen weiteren Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer
durch Verzicht auf Urlaubs- und
Weihnachtsgeld sowie längere Arbeitszeiten. (dpa)
BÖRSENWOCHE
Jagd nach neuen
Rekorden
VON KLAUS DIETER OEHLER
W
as soll die Aktienkurse
eigentlich noch aufhalten? Obwohl die Zukunft der Eurozone am Freitag ziemlich auf der Kippe stand, die Waffenruhe in der Ukraine auf wackeligen
Beinen steht und auch andere Unsicherheitsfaktoren nicht verschwunden sind, erreichte der Deutsche Aktienindex Dax ein neues Rekordhoch bei 11081 Punkten. Auch die
Indices an den US-Börsen glänzten
mit neuen Höchstständen. Und
jetzt, da sich die Europartner mit
den Griechen zumindest auf eine
Vertagung des Dramas geeinigt haben? Da kann es eigentlich nur weiter bergauf gehen. Voraussetzung
dafür ist allerdings, dass es an den
Börsen so etwas wie eine Logik gibt.
Es gibt durchaus Gründe, die für
weitere Kursanstiege sprechen, vor
allem den Grund, dass die Anlagealternativen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und des weiter üppig fließenden Notenbankgeldes sehr begrenzt sind. Auf der anderen Seite sind viele Analysten der
Ansicht, dass die Börse der realen
Entwicklung wieder einmal weit
enteilt ist. Schon warnen die ersten
Experten davor, dass das griechische
Beispiel bald Schule machen könnte. Vor allem in Spanien, wo im Jahresverlauf Parlamentswahlen anstehen, könnte eine ähnliche Situation
entstehen, wenn die Sparkurs-kritische „Podemos“-Bewegung stärkste
Kraft werden sollte. Daher sei nicht
auszuschließen, dass der Dax einen
Rückschlag erleben könnte.
Die positiven Konjunkturaussichten könnten aber für eine anhaltende Aufwärtsbewegung sprechen.
Heute wird der Ifo-Index hier vermutlich weitere Hinweise geben.
Und natürlich werden die Anleger
sich die Bilanzen genau anschauen,
die diese Woche veröffentlicht werden. Dazu gehören Bayer (Donnerstag) und BASF (Freitag), aber auch
die Deutsche Telekom und die Allianz (jeweils Donnerstag). Der Ölpreis -Verfall, die niedrigen Zinsen
und die Abwertung des Euro dürfte
dem einen oder anderen Unternehmen Rückenwind verleihen.
KULTUR
Montag, 23. Februar 2015
NACHRICHTEN
KULTURSCHUTZ
Freie Presse
Die Leichtigkeit des Scheins
Welfenschatz muss
im Land bleiben
BERLIN — Der jahrelang umstrittene
Welfenschatz, einer der wertvollsten Kirchenschätze des Mittelalters,
darf nicht mehr aus Deutschland
ausgeführt werden. Der Präsident
der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sagte, Berlin habe die weltberühmten Goldreliquien in das Verzeichnis des national wertvollen Kulturguts eingetragen. Der Welfenschatz ist die Hauptattraktion des Berliner Kunstgewerbemuseums. Erben jüdischer Kunsthändler hatten Anspruch auf die
Schätze erhoben, der Fall ist noch
nicht abschließend geregelt. (dpa)
VON KLAUS WALTHER
SCHEIBENBERG — Geboren wurde er
Nicole Heesters mit
Goldtopas geehrt
DÜSSELDORF — Die
AUSZEICHNUNG
Kleinkunstpreis
verliehen
MAINZ — Der Kabarettist Christoph
Sieber ist gestern in Mainz mit dem
Deutschen Kleinkunstpreis 2015 in
der Sparte Kabarett ausgezeichnet
worden. Der gebürtige Hamburger
wurde nach Angaben der Jury geehrt, weil er bei seinen Auftritten
stets witzig und charmant, aber zugleich unerbittlich sei. Zudem gebe
der 45-Jährige „der jüngeren Generation eine Stimme“. In der Sparte
Chanson wurde der Sänger Stefan
Stoppok ausgezeichnet, der mit seinen Liedern die „poetische Seite des
Alltags“ vermittle. Der Ehrenpreis
des Landes Rheinland-Pfalz ging an
Gerd Dudenhöffer. Dessen satirische
Kunstfigur des Saarländers Heinz
Becker sei eine Gestalt, die „dem
Spießbürger in uns allen meisterlich
den Spiegel vorhält“, hieß es. Der
mit jeweils 5000 Euro dotierte Preis
gilt als bedeutendste Auszeichnung
der verschiedenen Kleinkunst-Genres in der Bundesrepublik. (epd)
Konnte sich in der Stadthalle Zwickau als begeisterter Tänzer zeigen: Bodo Wartke.
Bodo Wartke und The
Capital Dance Orchestra
haben in Zwickau mit
einem grandiosen Auftakt
ihre „Swingende Notwendigkeit“-Tour für 2015
eröffnet.
VON LUDMILA THIELE
ZWICKAU — Beglückend. So wirkte
das zweieinhalbstündige Konzert
auf beiden Seiten – auf die Akteure,
den grandiosen Bodo Wartke und
das ihm ebenbürtige The Capital
Dance Orchestra mit dem Geiger
David Canisus als Dirigenten und
musikalischen Leiter, sowie auf das
Publikum. Sowohl die Mitwirkenden als auch die etwa 1300 Zuschauer in der Zwickauer Stadthalle genossen am Freitag jede Minute dieses herrlich geistreich-humorvollen
und musikalisch brillanten Gemeinschaftswerks: mit einer „ganzen Menge Holz und Blech“. Die musikalische Stilvielfalt – Swing, Rock
’n’- Roll, Charleston, Dancehall, Salsa, Walzer, Tango, Gospel – wurde
mit einer beglückenden Leichtigkeit des Scheins zelebriert. Dabei
wurden genussvoll-gekonnt musi-
kalische Bälle zugespielt und Wartkes feinsinnige Reimkultur aus seinen vier Programmen extra für die
„Swingende Notwendigkeit“ neu
von
Jonas
Schoen-Philbert arrangiert und in
eine andere, in eine neue Klangwelt
versetzt. „Ich erfülle mir mit der
,Swingenden Notwendigkeit‘ einen
Traum. Für mich liegt das Besondere
in den vielen Freiheiten, die sie mir
bietet, stilistisch, musikalisch und
tänzerisch gesehen“, so Wartke, der
die „Swingende Notwendigkeit“
erstmals im Oktober 2013 dem Publikum im Admiralspalast in seiner
Wahlheimat Berlin vorstellte. Das
Ergebnis wurde 2014 als „Live in
Berlin“-Doppel-CD produziert. Die
erste „Swingende Notwendigkeit“Tour folgte.
Ein begeisterter Tänzer
Bei seinen Auftritten als Klavierkabarettist könne er die Charakteristik
mancher Lieder am Instrument nur
andeuten, in dem Programm „Swingende Notwendigkeit“ hat Wartke
dafür ein ganzes Orchester zu Verfügung, das nicht nur mit einem hervorragenden Zusammenspiel, sondern auch mit fantastischen Soli
auftrumpft. Da wird zum Beispiel
Wartkes Lied „Architektur in
Deutschland“ im Stil eines PolizeiOrchesters als Militärmarsch ge-
spielt, da wird die „Loveparade“ zu
einem Walzer, sein „Regen“ zu einem Reggae, das „Denkmal denkt“
zu einem leichten, „nicht argentinischen Tango“, weil musikalisch „mit
wenig Testosteron“ und viel herzerweichendem Violinspiel versetzt.
Ganz und gar testosterongesteuert
ist „Dein Duft“ als Tango Argentino.
Das Beziehungsdrama „Ja, Schatz!“
gibt Bodo Wartke Polka tanzend und
ganz fröhlich.
Dank Orchester hat der begnadete Klavierkabarettist Hände und Füße frei und kann sich auf der Bühne
auch als begeisterter Tänzer ausleben: allein, mit Backgroundsängerinnen, mit Dirigenten. Zur TanzHommage-„Konstanze“ kann er die
ganze Latein- und Standard-Palette
abtanzen: Walzer, Tango, Foxtrott,
Slowfox, Quickstepp, Samba, ChaCha-Cha, Rumba, Paso doble, Jive.
„Das letzte Stück“ wird von ihm als
erste Zugabe leichtfüßig gesteppt,
nachdem der ganze Saal sich erhob,
um für den Abend stehend zu applaudieren. „Ich kann Ihnen gar
nicht sagen, wie ich mich freue, dass
ich das machen darf“, sagt Wartke,
der für die Zugaben mit Stock und
Zylinder erscheint. Das letzte Lied
des Abends, das „Liebeslied“, stimmt
er zuerst allein am Klavier an – dann
gibt er das Instrument wieder frei,
mit der Bitte an den Pianisten Hans
FOTO: RALPH KÖHLER/PROPICTURE
Wolfgang Bleich, es nicht besser als
er, Bodo Wartke, zu spielen, auch
wenn es ihm schwer falle.
Liebeslied auf „Säggsch“
Als er dankend Saxofonisten, Flötisten und Klarinettisten als Blechbläser bezeichnet, muss Wartke selbst
lachen: „Was erzähl’ ich für’n Blech,
sie sind ja Holzbläser. Auch wenn
ein Saxofon hauptsächlich aus
Blech besteht, das Mundstück ist aus
Holz, deswegen gehört es auch zu
den Holzblasinstrumenten“, erklärt
er und fügt hinzu: „Von einem Holzkopf kommt eben jede Menge Blech
…“ Da müssen nicht nur die aufgeklärten Zuschauer, sondern auch die
Orchestermusiker lachen. Gelacht
wird zudem, als Wartke zum Abschied den Liebeslied-Refrain wie
verlangt nach Ungarisch und Litauisch – „Erzgebirgsch kann ich nicht“
– noch auf „Säggsch“ gibt: „Ei verbibbsch, isch … hab disch lieb“.
Eine nicht swingende, sondern
zwingende Notwendigkeit war es,
dass der preisgekrönte Klavierkabarettist sich für einen Lied-Moment
auf sein „Kerngeschäft“, das Klavierkabarett, konzentrierte und dem Publikum eine Kostprobe aus seinem
5. Solo-Klavierkabarett-Programm
gab, das er am 19. Dezember in der
Zwickauer Stadthalle vorstellen
wird.
Da war Musike drin
Mit seiner unterhaltsamen
DDR-Fernsehsendung
erreichte der in Chemnitz
geborene Reiner Süß ein
Millionenpublikum. Jetzt
ist der populäre
Kammersänger gestorben.
VON UTA TRINKS
CHEMNITZ/FRIEDLAND — „Sänger
ist
eigentlich ein krimineller Beruf. Da
hängt die ganze Existenz an zwei
kleinen Muskeln, den Stimmbändern.“ Das hatte Reiner Süß im Freiberger Theater seinem Publikum
verschmitzt gesagt, als er mit seiner
2010 im Leipziger Lehmstedt Verlag
erschienenen Biografie zu einer Lesung gekommen war.
Das Buch ist überschrieben: „Da
lag Musike drin“, was einerseits auf
die beliebte DDR-SamstagabendFernsehsendung „Da liegt Musike
drin“ anspielte. Nun steht der Titel
zudem für das gesamte Leben des
populären Kammersängers, der, wie
Indianerspiele
und
Geschichten
vom Landarzt
Der in Scheibenberg
aufgewachsene Bernd
Schirmer wird 75 Jahre alt
SCHAUSPIELERIN
Schauspielerin
Nicole Heesters (78) ist für ihre herausragenden Bühnenleistungen gestern in Düsseldorf mit dem renommierten Louise-Dumont-Goldtopas
geehrt worden. Die älteste Auszeichnung für Schauspielerinnen im
deutschsprachigen Theater wird auf
Lebenszeit vergeben. Die in Potsdam
geborene zweite Tochter von Johannes Heesters folgt als Goldtopas-Trägerin auf die 2012 gestorbene Maria
Becker vom Zürcher Schauspielhaus. Hesters sei „eine der profiliertesten Theaterschauspielerinnen“,
hatte die Jury befunden. Ihre Charakterdarstellungen seien geprägt
von großer Ausstrahlung, Intensität
und hohem Intellekt. (dpa)
7
sein Verleger Mark Lehmstedt am
Samstag bestätigte, bereits am 29. Januar in einem Pflegeheim in Friedland (Mecklenburg-Vorpommern)
kurz vor seinem 85. Geburtstag gestorben ist.
Diese zwei kleinen Muskeln, von
denen Reiner Süß sprach, haben ihn
durch ein reiches künstlerisches Dasein gebracht. Am 2. Februar 1930 in
Chemnitz geboren, lagen die Wurzeln seiner sängerischen Karriere im
Thomanerchor in Leipzig, wohin
seine Familie 1935 gezogen war. Zunächst gab ihm der Leipziger Rundfunkchor eine musikalische Heimat, bevor er über die Bühnen in
Bernburg und Halle 1959 als Solist
nach Berlin ging. Mehr als 30 Jahre
lang gehörte er zum Ensemble der
Staatsoper. Der Ochs von Lerchenau
im „Rosenkavalier“ von Richard
Strauss, der Beckmesser in Richard
Wagners „Meistersingern von Nürnberg“, Van Bett in Albert Lortzings
„Zar und Zimmermann“, Falstaff in
Otto Nicolais „Die lustigen Weiber
von Windsor“, die Titelpartie in
„Puntila“ von Paul Dessau: Reiner
Süß ersang sich ein breites Repertoire an klassischen und modernen
Kammersänger Reiner Süß in der Garderobe der Stadthalle Chemnitz nach
einer Veranstaltung „Da liegt nicht nur Musike drin“ (1986). FOTO: H. PATZIG/ARCHIV
Bass-Partien. Dabei erwies er sich
immer auch als vielseitiger Charakterdarsteller. Oper, Operette, Musical, das war seins – genauso, wie er
der Unterhaltungskunst zu ihrem
Recht im Rampenlicht verhalf. In
100 Sendungen „Da liegt Musike
drin“, die zwischen 1968 und 1985
aus dem Haus der heiteren Muse in
Leipzig live im Fernsehen übertragen wurden, zeigte er sich als Vermittler zwischen E und U – der erns-
ten Hochkultur und der leichten
Muse. So lud er sich nicht nur die
unterschiedlichsten Künstler in seine Show ein, die er locker plaudernd
moderierte, sondern bewies immer
auch seine eigene sängerische
Wandlungsfähigkeit – bis hin zum
Volkslied. Kritiker würdigten ihn als
Bass mit 100 Nuancen. Dieser war
nicht zuletzt auf zahlreichen Schallplatten und CDs zu hören. Auf fast
allen Bühnen der DDR hat er gestanden – und in großen Häusern anderer europäischer Länder, so in Wien
und Paris. 1990 trat Süß in die SPD
ein und saß von 1991 bis 1995 für die
Sozialdemokraten im Berliner Abgeordnetenhaus. Selbst nach seinem
offiziellen Abschied von der Opernbühne stand er in kleineren Theatern noch auf den Brettern, die ihm
die Welt bedeuteten. Reiner Süß, der
1962 zum Kammersänger ernannt
wurde, hat ein ganz eigenes Kapitel
der Sängergeschichte geschrieben.
EIN INTERVIEW mit Reiner
Süß von 2010 können Sie aufrufen, wenn Sie diesen Code
mit dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/suess
am 23. Februar 1940 in Leipzig, aber
aufgewachsen ist Bernd Schirmer
im erzgebirgischen Scheibenberg.
Hier war seine Mutter Köchin im
„Sächsischen Hof“, keineswegs freilich die Köchin, die den Staat regiert,
wie es Bertolt Brecht einmal schrieb.
Es war eine Mutter, die wie so viele
Mütter jener Zeit auf ein besseres,
friedliches Leben für ihren Sohn
hoffte.
Was kam, war keine allzu aufregende Biografie. Nach Schule und
Oberschule folgte ein Studium der
Germanistik und Anglistik in Leipzig. Seit 1965 arbeitete Bernd Schirmer als Hörspieldramaturg in Berlin. Drei Jahre ging er dann als Hochschullehrer nach Algerien, daher
seine Kenntnisse im Französischen
und seine mancherlei Übersetzungen und Herausgaben aus diesem
Kulturraum. Ach ja, natürlich hatte
er schon etliche eigene Hörspiele geschrieben, bis er ins Fernsehfach
wechselte – von 1983 bis 1991 war er
Dramaturg im DDR-Fernsehen.
Bernd Schirmer schrieb ein paar
sehr lesbare Bücher, die ihre Leser
fanden, das „Doktorspiel“ (1976)
oder ein Reisebuch unter dem Titel
„Fensterplatz in Japan“ (1989). Und
so hätte das wohl weitergehen können, wäre da nicht die Welt ganz
plötzlich ein wenig anders geworden. Sein Fernsehplatz verschwand,
die Verlage, die seine Bücher druckten auch. Obwohl das Gewohnte
sich änderte, empfand Schirmer diese Lebenssituation auch als eine
Chance. Er war ja ein Mann, der sein
Metier beherrschte, ein Schreiber
mit Ideen und Niveau – und einer,
der wusste, dass die Welt anders sein
konnte, als sie war.
Bernd Schirmer
Autor
FOTO: W.H. SCHMIDT
So kam der Augenblick, als man
ihm anbot, doch Drehbücher für die
ZDF-Serie „Der Landarzt“ zu schreiben. Insgesamt wurden es über 70
Bücher, die er für diese Produktion
verfasste, allesamt heiter-nachdenkliche Unterhaltungsspiele, keine billige Massenware. Dass „Der Landarzt“ eine der erfolgreichsten Serien
im ZDF wurde, ist deshalb wohl
nicht nur den glänzenden Schauspielern Walter Plathe, Antje Weisgerber und anderen zu danken, sondern auch Schirmers literarischen
Vorlagen. Der Landarzt lebte auch
aus der Figur dieses Autors. Schirmer blieb dabei ein Romancier. Als
Fortsetzungsroman in der „Freien
Presse“ wurde 2005 „Der letzte Sommer der Indianer“ abgedruckt. Vielleicht ist das Buch charakteristisch
für den Schreiber, der er mittlerweile geworden war. Da erfährt man
von den Sehnsüchten, die er mitgelebt hat, von den Hoffnungen, die er
schon länger in sich trug. Das sollte
ein Thema werden, das sich auch in
seinem bisher letzten Prosatext
„Auszeit in Neapel“ (2010) zeigt. Er
erzählt dort eine Liebesgeschichte
zweier älterer Leute. Der Berliner
Fred Schwichtenberg und Eva Stadler aus der Lüneburger Heide begegnen sich auf einer Touristenreise in
Neapel. Es gibt Annäherungen in
mehrfacher Hinsicht. Man überprüft das eigene Leben. Es ist das Bemerkenswerte an diesem Buch, dass
es nichts ausspart aus unserer älteren und jüngeren Vergangenheit.
Der Schluss bietet kein Happyend,
er hat vielmehr jene romantisch-ironische Färbung, die für Schirmers
Schreiben charakteristisch ist. Heute wird Bernd Schirmer 75 Jahre alt.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 23. Februar 2015
Wolkenkratzer
„Die Fackel“ in
Dubai brennt
Riekes Abschiedsshow
NACHRICHTEN
„Costa“-Kapitän soll in Haft
ROM — Zehn Tage nach der Verurteilung wegen des „Costa-Concordia“Unglücks hat die Staatsanwaltschaft
die Festnahme von Ex-Kapitän Francesco Schettino beantragt. Es bestehe Fluchtgefahr, erklärte die Behörde im toskanischen Grosseto. Schettino war am 11. Februar wegen der
Havarie des Kreuzfahrtschiffes mit
32 Toten zu 16 Jahren Haft verurteilt
worden. Da er aber in Berufung geht,
blieb er auf freiem Fuß. (dpa)
Feuer wütet in 30 Etagen
– Alle Bewohner gerettet
In einem der höchsten
Wohnwolkenkratzer der Welt sind
im Golfemirat Dubai zahlreiche
Menschen nur knapp einer Katastrophe entgangen. In der Nacht
zum Samstag wütete ein Feuer in
knapp 30 Etagen des Luxuswohnhauses „ The Torch“ („Die Fackel“).
Nach Angaben der Polizei konnten
alle Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Hinweise auf einen
kriminellen Hintergrund lägen ersten Erkenntnissen zufolge nicht vor.
Aus Sicherheitsgründen wurde mindestens ein Nachbargebäude evakuiert. Das Feuer war im 51. Stockwerk
ausgebrochen und erreichte innerhalb kürzester Zeit die 70. von rund
80 Etagen. Die Feuerwehr brachte
die Flammen nach knapp drei Stunden unter Kontrolle. (dpa)
DUBAI —
Tote bei Lawinenunglücken
SITTEN/ZAKOPANE — Bei Lawinenun-
glücken sind in der Schweiz und in
Polen fünf Menschen getötet worden. Vier italienische Skiwanderer
starben im Bereich des Großen
Sankt Bernhard im Wallis. In der Hohen Tatra an der Grenze zur Slowakei wurden vier Teilnehmerinnen
eines Höhlenforscher-Kurses von einer Schneelawine verschüttet, eine
30-Jährige starb. (dpa)
GEWONNEN?
Euro-Jackpot
Ziehung vom 20. Februar: 1, 16, 18, 29,
44, Eurozahlen: 2, 7
haus. Dutzende Zoogäste waren gestern Nachmittag gekommen, um sich von dem kleinen
Tier zu verabschieden. Riekes elf Jahre alte Mutter Djasinga hatte ihr Junges nach der Geburt
am 12. Januar nicht angenommen. Heute wird
das Affenmädchen in das Ape Rescue Center
Monkey World im englischen Dorset gebracht.
Dort soll Rieke artgerecht zusammen mit anderen zurückgelassenen Affen aufwachsen.
EIN VIDEO vom brennenden
Wolkenkratzer können Sie
aufrufen, wenn Sie den QRCode mit dem Smartphone
scannen.
» www.freiepresse.de/torch
FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA
LEUTE HEUTE
Auf und ab über 83.808 Stufen
Glücksspirale
Endziffer(n): 7: 10 ¤, 08: 20 ¤,
342: 50 ¤, 5590: 500 ¤, 26233: 5000 ¤,
832280, 092514 : 100.000 ¤, 5564000,
8813428: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Ein Niedersachse gewinnt
den weltweit ersten Treppenhaus-Marathon. Von
neun Teilnehmern kamen
nur sechs ins Ziel.
Tele-Bingo
Vier Ecken: B1, B2, B7, B9, B10, B11, B14,
I16, I18, I20, I22, I29, I30, N40, N41,
N42, N44, G48, G54, G55, G57, G59,
G60, O61, O71, O72, O74
Das Kreuz: B8, I17, N36, O64
Der Rahmen: B3, B5, I24, N33, N45,
G46, G58, O66, O68
Full House: I19, I26, N35, N39, G47, G52,
O73
HANNOVER — Der
weltweit erste
Treppenhaus-Marathon in Hannover ist entschieden: Nach elf Stunden und 38 Minuten gewann der
37-jährige Jan Bergmann aus dem
niedersächsischen Hagenburg am
Steinhuder Meer den Lauf, bei dem
er von Samstagmorgen an 83.808
Stufen in einem Hochhaus des diakonischen Annastifts bewältigen
musste. „Ich habe es zuerst selbst
nicht für möglich gehalten und bin
nun froh, dass ich es geschafft habe“,
sagte der Extremsportler gestern
nach dem Lauf.
Von neun Teilnehmern – zwei
Frauen und sieben Männer – kamen
sechs ins Ziel. Aber auch die, die aufgeben mussten, „waren ganz schöne
Brecher und haben viel Erfahrung
Keno
Ziehung vom 21. Februar: 1, 2, 4, 10, 12,
14, 21, 23, 26, 28, 35, 36, 39, 44, 49, 52,
54, 63, 64, 68
Zusatzlotterie Plus 5: 08712
Ziehung vom 22. Februar: : 1, 6, 7, 10,
12, 13, 14, 18, 20, 23, 30, 33, 39, 49, 51,
53, 55, 59, 62, 67
Zusatzlotterie Plus 5: 73579
Alle Angaben ohne Gewähr
mit solchen Belastungen“, sagte
Bergmann.
Um auf die Marathon-Distanz
von 42,195 Kilometern zu kommen,
mussten die Sportler die 13 Etagen
des Hochhauses vom Keller bis zum
Dach 194 mal hoch und wieder hinunter laufen. „Nach acht Stunden
geht das Rennen los“, beschrieb Initiator und Extremläufer Horst Liebetruth (50) kurz vor dem Start seinen
Umgang mit dem inneren Schweinehund, der zur Aufgabe verleitet.
Er hat einen Antrag gestellt, damit
der Lauf in das Guinnessbuch der
Rekorde aufgenommen wird.
Für Bergmann wurde es an zwei
Stellen kribbelig. „Bei Runde 40 bin
ich umgeknickt, das tat ganz schön
weh.“ Dann sei er zwei Runden langsam gelaufen, der Fuß habe sich wieder erholt. 30 Runden vor dem
Schluss habe dann sein Kreislauf gesponnen. „Ich habe mich auf den
Flur gelegt, eine Viertelstunde die
Beine hoch, Cola getrunken, dann
ging es wieder gut.“ Runter sei ihm
durchgängig leichter gefallen: „Da
habe ich immer zwei Stufen auf ein-
mal genommen.“ Insgesamt trank
Bergmann zehn Liter Flüssigkeit
und verbrauchte schätzungsweise
15.000 Kalorien. „Ich habe gleich
nach dem Lauf einen Döner verdrückt und bin jetzt noch die ganze
Sieger Jan Bergmann brauchte mehr
als elf Stunden. FOTO: J. STRATENSCHULTE/DPA
Zeit am Essen“, berichtete der Treppenläufer gestern Vormittag. Trotz
der Konkurrenzsituation schwärmt
er von einem großen Zusammenhalt unter den Teilnehmern. In der
Läufergruppe hätten sich immer alle gegenseitig angefeuert und Platz
füreinander gemacht. „Das waren
tolle Leute“, lautete sein Fazit.
Seit November hatte sich Bergmann wöchentlich einmal mit Liebetruth im Treppenhaus getroffen,
um zu trainieren. Nun begleiteten
eine Ärztin, zwei Sanitäter und Physiotherapeuten die Marathon-Teilnehmer. Sie mussten strenge gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen, um mitmachen zu dürfen.
Alle hatten Erfahrung im „Ultra-Marathon“ und haben entweder bereits
mehrere Doppel-Marathons oder
100-Kilometer-Läufe absolviert. Im
vergangenen Jahr hatte der deutsche
Extremläufer Christian Riedl aus Erlangen im Frankfurter „Tower 185“
einen Weltrekord im Treppenlaufen
aufgestellt. In zwölf Stunden bewältigte er durch mehrmaliges Hinauflaufen 70.148 Stufen. (epd)
Nena (54), Popstar, spielt gern mal
die Rolle der Berufsjugendlichen.
„Man wird nicht alt, weil man eine
gewisse Anzahl Jahre gelebt hat,
man wird alt, wenn
man seine Ideale
aufgibt“, sagte die
dreifache
Großmutter der „Bild am
Sonntag“. Jung sei,
wer noch staunen
und sich begeistern
könne wie ein
Kind. „Und wenn ich in dieser Angelegenheit irgendwie eine Inspiration sein kann, bin ich auch gern mal
die Berufsjugendliche.“ In der kommenden Woche erscheint Nenas
neues Album „Oldschool“.
FOTO: TOBIAS HASE/DPA
Lotto am Samstag
3, 18, 31, 35, 41, 42
Superzahl: 1
Spiel 77: 0415156
Super 6: 994012
Jean Paul Gaultier (62), französischer Modeschöpfer, hat ohne Hose
an der César-Filmpreisverleihung in
Paris
teilgenommen. In einer
schwarzen Smokingjacke und ohne Beinkleid überreichte er die Trophäe für die besten
Kostüme. Statt Hose trug er Männer-Strumpfhalter. (dpa)
FOTO: IAN LANGSDON/DPA
Im Berliner Zoo hat sich das Affenbaby Rieke vor
dem Umzug nach England ein letztes Mal dem
Publikum gezeigt. Ein Pfleger fütterte das
Orang-Utan-Mädchen mit Milch aus der Flasche
und wickelte es im bestens besuchten Affen-
Gewinnzahlen
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OBERES VOGTLAND
Freie Presse
Montag, 23. Februar 2015
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
TINO BEYER
03741 408-15156
red.plauen@freiepresse.de
Seite 9
Norweger holt
den Sieg in
Klingenthal
MOMENT MAL
Hundertprozentig
Als ich in diesen Tagen einen Blick
auf den Ertrag meines Sparbuches
geworfen habe, dachte ich wehmütig an die ersten Jahre nach der Wende. Damals wollten die Banken unbedingt an mein sauer Erspartes und
zahlten ordentlich Zinsen. Zwar
sind die Geldhäuser noch immer
scharf auf meine Kohle, wollen dafür aber nichts mehr hinblättern.
Heutzutage geht es beim Zinssatz
nicht mehr um Prozent, sondern um
Promille. Da kann ich es auch gleich
wie mein Kumpel Schorsch halten.
Der investiert seit Jahr und Tag kontinuierlich in Whiskey. Statt weniger als ein, bekommt er dadurch für
sein Bares locker 40 Prozent. (awo)
Der norwegische Junioren-Weltmeister Jarl Magnus Riiber hat gestern
den Continentalcup der Nordisch
Kombinierten in Klingenthal gewonnen. Außerdem ist der junge
Mann nun gemeinsam mit Michael
Uhrmann Schanzenrekordhalter in
der Vogtland-Arena. Beim provisorischen Wettkampfsprung am Freitag
hatte Riiber mit 146,5 Metern Uhrmanns Rekordmarke eingestellt.
Bester Deutscher vor einigen hundert Zuschauern in der VogtlandArena und beim abschließenden
Lauf im Skistadion Mühlleithen
war Tobias Simon (Breitenau) auf
Platz sieben, der nach dem Springen
noch auf Rang drei gelegen hatte.
Paul Hanf vom Klingenthaler Bundesstützpunkt wurde Zehner. Im
Foto: David Welde (Startnummer
34), der kürzlich bei der Universiade
im slowakischen Strbske Pleso eine
Gold- und zwei Silbermedaillen gewann, Phillip Mauersberger (24)
und Dominik Schwaar (23) vom
Bundesstützpunkt Klingenthal.
NACHRICHTEN
KATZENDRECK-GESTANK
Treffen der
Umweltminister
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Wegen der
Beschwerden über sogenannten
Katzendreck-Gestank aus Tschechien in den deutschen Grenzgebieten
ist nach Informationen von Radio
Prag in dieser Woche ein Treffen
zwischen Umweltminister Richard
Brabec (Ano-Partei) und seinem
sächsischen Amtskollegen Thomas
Schmidt (CDU) anberaumt. In den
vergangenen Wochen hat die tschechische Umweltinspektion demnach 13 Beschwerden über sogenannte Geruchsereignisse aus dem
Nachbarland erhalten. Die Bewohner von Grenzgemeinden in Erzgebirge und Vogtland klagen vor allem
über Probleme wie Kopfschmerzen,
Durchfall und Nasenbluten wegen
des Gestanks. (tm)
FOTO: HARALD SULSKI
Sport, Seite 8: Bericht
Woche der Akkordeon-Entscheidungen
Das seit 1852 in Klingenthal gebaute Instrument
steht unter wirtschaftlichen und musikalischen
Aspekten im Blickpunk.
VON THORALD MEISEL
LITERATUR
Roman über die
letzte Hinrichtung
SCHÖNECK/NEUSTADT — Unter
dem
Titel „Das Halsgericht zu Schöneck“
hat Wibke Martin jetzt einen Roman veröffentlicht, der die Hintergründe der letzten Hinrichtung in
Schöneck im Jahr 1698 beleuchtet.
Damals war ein 13-jähriges Mädchen als Brandstifterin verurteilt
worden. Die aus dem Ortsteil Unterwinn der Vogtlandgemeinde Neustadt stammende Autorin hat dazu
sechs Jahre zur Orts-, Familien- und
Zeitgeschichte recherchiert. (tm)
UNFALLFLUCHT
Zeugen beobachten
Skoda Octavia
SCHÖNECK — In der Bauhofstraße in
Schöneck wurde am Samstagnachmittag ein geparkter Skoda von einem Fahrzeug gerammt, dessen Fahrer sich umgehend vom Unfallort
entfernte. Der Schaden beträgt rund
500 Euro. Wie Zeugen gegenüber
der Polizei aussagten, handelte es
sich Unfallverursacher einen sahara-beigen Skoda Octavia Kombi mit
zwei Insassen. Zeugen werden gebeten, sich im Polizeirevier Plauen zu
melden Telefon 03741 14100. (tm)
VANDALISMUS
Pkw zerstört großen
Loipen-Abschnitt
FRÜHBUß/PREBUZ — Ein Audi-Fahrer
hat auf tschechischer Seite der Grenze einen rund 400 Meter langen
Abschnitt der Anschlussloipe zwischen dem westböhmischen Frühbuß/Prebuz und der Kammloipe bei
Carlsfeld zerstört. Dabei fuhr sich
das Fahrzeug fest und blieb liegen.
Das berichtete am Wochenende die
Zeitung „Sokolovsky Denik“. Da zur
Bergung des Fahrzeugs ein Traktor
nötig ist, soll diese erst erfolgen,
wenn die Witterung es zulässt, und
die präparierte Loipe nicht weiter
zerstört wird. (tm)
KLINGENTHAL — In
dieser Woche
wird eine Entscheidung zur Zukunft
der Harmona Akkordeon GmbH
fallen. Das sagte Geschäftsführer
Andreas Schertel gegenüber „Freie
Presse“. Bis zum Monatsende muss
ein Sanierungskonzept erstellt werden, auf dessen Grundlage dann die
Sparkasse Vogtland über die benötigten Finanzierungsmittel für die
Fertigstellung des Musima-Gebäudes entscheiden soll.
Die Arbeiten in Markneukirchen, wohin die Firma bis zum Jahresende 2014 umziehen wollte, wurden vor knapp zwei Monaten eingestellt. Die Baukosten des geplanten
neuen Firmensitzes sind aufgrund
behördlicher Anordnungen und
den damit verbundenen notwendigen Planungsänderungen von 1,22
auf voraussichtlich rund 1,55 Millionen Euro angestiegen. Deshalb war
das Unternehmen kurzfristig in
Zahlungsschwierigkeiten geraten.
Mit einem Teil der Handwerker,
die beim Umbau des ehemaligen
Musima-Gebäudes in Markneukirchen Aufträge erhalten haben,
konnte ein Zahlungsaufschub bis
zum 28. Februar vereinbart werden.
Die Harmona Akkordeon GmbH
mit ihren etwa 80 Beschäftigten ist
der letzte Betrieb der Harmonikabranche in Klingenthal. 2012 konnte das 160-jährige Jubiläum des
Akkordeonbaus gefeiert werden.
Klingenthal ist der weltweit älteste
noch bestehende Produktionsstandort für dieses Instrument.
Nachwuchs zeigt sein Können
Neben der Wirtschaft spielt das Instrument auch musikalisch eine
wichtige Rolle für die Stadt. Am Wochenende steht die 43. Auflage des
Nachwuchswettbewerbs „Kleine Tage der Harmonika“ an. Seit nun-
Werner Osten
Jury-Vorsitzender bei
den 43. Kleinen Tage
der Harmonika in Klingenthal.
FOTO: ECKHARD SOMMER/ARCHIV
mehr zehn Jahren ist der Förderverein für den Internationalen
Akkordeonwettbewerb Klingenthal
dessen Veranstalter.
Ihre Premiere erlebten die „Kleinen Tage der Harmonika“ 1973 mit
24 Musikschülern aus den damaligen Kreisen Klingenthal, Oelsnitz,
Auerbach, Plauen und Aue. Seit
1992 findet der Wettbewerb mit internationaler Beteiligung statt. Nach
den Informationen von Jörg Künzl
vom Organisationsbüro haben in
diesem Jahr 57 Solisten, acht Duo
und drei Kammermusikgruppen
gemeldet. Die Teilnehmer kommen
neben Sachsen aus Thüringen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg
und der Tschechischen Republik.
Vorsitzender der Jury ist wieder
Werner Osten aus Altenburg.
2005 erhielt der damals 17-jährige Rashid Röber aus Markkleeberg
den von der „Freien Presse“ gestifteten Ehrenpreis. Wenige Wochen
später, beim Eröffnungskonzert des
42. Internationalen Akkordeonwettbewerbes in Bad Elster, hatte Röber
die Einladung zu einem Konzert in
Klingenthals italienischer Partnerstadt Castelfidardo erhalten. Zuletzt
spielte 2013 mit der Zwotaerin
Marie-Luise Kuhnert eine Preisträgerin des Klingenthaler Nachwuchswettbewerbs in Castelfidardo.
Zu den Favoriten in diesem Jahr
gehört die 14-jährige Sophie Fischer
aus Bräunsdorf, die an der Musikschule Freiberg von Tatjana Jontschewa unterrichtet wird. Sie war
2012 bereits Dritte beim Internationalen Klingenthaler Akkordeonwettbewerb gewesen.
DAS TRADITIONELLE KONZERT im Rahmen des Nachwuchswettbewerbs gestaltet
das Akkordeon-Ensemble der Musikschule
Leipzig. Es findet am Samstag, 19.30 Uhr, in
der Sparkasse am Klingenthaler Marktplatz
statt. Karten zum Preis von 5 Euro gibt es im
Vorverkauf über die Tourist-Information. An
der Abendkasse kosten sie 6 Euro.
Die 14-jährige Sophie Fischer aus Bräunsdorf, die an der Musikschule Freiberg lernt, gehört in diesem Jahr zu den Favoriten. FOTO: ECKARDT MILDNER/ARCHIV
Rashid Röber aus Markkleeberg, dem hier Jurorin Doris Steudel gratuliert,
erhielt 2005 den Ehrenpreis der „Freie Presse“.
FOTO: HELMUT SCHNEIDER/ARCHIV
Gedenktafel für Juden am Markt enthüllt
Markneukirchen erinnert
an Einwohner der Stadt,
die Opfer des Holocausts
geworden sind. Zuvor
sprach eine Überlebende.
VON RONNY HAGER
MARKNEUKIRCHEN — Die Juden, die
seit mehr als 75 Jahren aus dem Leben in Markneukirchen verschwunden sind, haben erstmals in der Stadt
eine Stätte der Würdigung erhalten.
Am Freitag, kurz nach 19.30 Uhr,
enthüllten Bürgermeister Andreas
Jacob (CDU) sowie der Lehrer und
Heimatforscher Werner Pöllmann
am Haus Unterer Markt 8 eine
Gedenktafel des Projekts Markneukirchener Geschichtsspur. Vorausgegangen war eine Erinnerungsveranstaltung im Gerber-Hans-Haus.
Umrahmt von Mitgliedern des
Sinfonieorchesters der Stadt, mahnten Jacob und Pfarrer Carsten Rentzing, nicht zu vergessen, was Juden
angetan wurde. „Sie wurden ihrer
Würde beraubt. Wer einen Menschen anfasst, fasst Gott selbst an“,
sagt Rentzing, der ein kurzes Gebet
sprach. Jacob, der die Veranstaltung
organisiert hatte, bat um eine Gedenkminute. Im bis auf die Empore
hinauf gefüllten Gerber-Hans-Haus
hörten die Gäste den Worten von
Erika Teller aus Jerusalem zu, die als
Kind das KZ Theresienstadt überlebt
hat. Die 75-Jährige sprach zum fünften Mal während ihres Aufenthalts
im Vogtland. Auch ihr Ehemann
Vladimir Tufeld (86) kam zu Wort.
Die Gedenktafel im Stadtkern ist
am Café Seifert angebracht – Jacob
dankte ausdrücklich Hausinhaber
Bäckermeister Mario Mehl für die
Werner
Pöllmann
Lehrer und Erforscher
des jüdischen Lebens
im südlichen Vogtland.
FOTO: HARALD SULSKI
Erlaubnis. Dies sei nicht selbstverständlich. Die Fakten für die Tafel
hat Werner Pöllmann recherchiert.
Im Haus befand sich das Geschäft
von Lina Brandt, die mit ihrem Bruder Nathan zu den ersten Juden in
Markneukirchen gehörte. Später befanden sich im Haus Läden der jüdischen Geschäftsleute Heinrich Sittner und Adolf Heymann. Die Judenvernichtung hat alle diese Familien
zerstört: Der Sohn und die Tochter
von Nathan Brandt mit ihren Ehepartnern sowie ein Enkel starben im
Holocaust, auch wurden die Frau
und Tochter Sittners ermordet, Ida
und Adolf Heymann starben ebenso.
Werner Pöllmann erinnerte auch
an Hertha Kreinberg, eine Markneukirchener Jüdin, die 1942 ermordet
wurde. Wie wichtig Markneukirchen für die Juden war, zeigt nicht
zuletzt Nathan Brandts Grabstein
auf dem Jüdischen Friedhof in Plauen: Auf diesem steht nicht dessen
schlesischer Geburtsort, sondern als
Herkunft „aus Markneukirchen“.
POLITIK
Jusos verlangen:
Lupart soll abtreten
OELSNITZ — Die
Jusos Vogtland,
Nachwuchsorganisation der SPD,
fordert den Rücktritt des DSU-Politikers Ulrich Lupart als Vizebürgermeister von Oelsnitz. Grund sind
Luparts Rufe „Lügenpresse“ bei einer
Pegida-Demo in Dresden. Juso-Chef
Sally Alexander Saling ist entsetzt,
wie leichtfertig Lupart in den Chor
derer einstimme, der „lauthals den
aus dem radikal rechten Milieu
stammenden Schmähbegriff“ ruft.
Das sei für eine Person mit vielen
öffentlichen Ämtern wie Lupart
„mehr als unwürdig“. Der Einwand
Luparts, alle hätten gerufen, „zeugt
von wenig politischem Rückgrat“,
so Saling. Die Stadt Oelsnitz solle
nachdenken, ob Lupart als Repräsentant der Stadt tragbar ist. (hagr)
10 Freie Presse
RAT & HILFE
OBERES VOGTLAND
Montag, 23. Februar 2015
Getrennte Wege an der Grenze: Tschechen kaufen ein – Deutsche gehen Essen
NOTRUF
Polizei 110, Feuerwehr und Rettungsdienst 112, Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Adorf, Bad Brambach, Bad Elster,
Markneukirchen, Klingenthal, Oelsnitz, Schöneck, Muldenhammer:
19 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117,
03741 457222
AUGENARZT
Oberes Vogtland, Plauen,
Auerbach:
19 - 7 Uhr, nur nach telefonischer
Vereinbarung, DM Angelika Dorer,
Rodewisch, 03744 48611,
0160 95379360, 03741 457222
KINDERARZT
Oberes Vogtland:
19 - 22 Uhr, Sprechstunde 19 - 22 Uhr,
Dr. Annette Müller, Am Albertplatz 1 a,
Plauen, 03741 223995, 03741 421432,
03741 457222
APOTHEKEN
Klingenthal, Schöneck, Tannenbergsthal:
8 - 8 Uhr, Stadt-Apotheke, Hauptstraße 81, Schöneck, 037464 88388
Oelsnitz und Oberland:
8 - 8 Uhr, Rats-Apotheke, Gerichtsstraße 2, Oelsnitz, 037421 27539,
037421 6000
TIERARZT
Oelsnitz:
TÄ Kornelia Jung, nur Kleintiere,
037421 70000
Dröda:
DVM Andreas Richter, 037436 2561
Auerbach:
Kleintierklinik Vogtland Dr. Roland
Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
WIR GRATULIEREN
Bad Elster: Alice Handke 82 Jahre,
Klingenthal: Erika Junesch 88 Jahre,
Annemarie Weidlich 81 Jahre, Horst
Seltmann 80 Jahre, Maria Baumann
80 Jahre, Johanna Diekelmann 74
Jahre, Dr. Hans Hoyer 72 Jahre, Markneukirchen: Gottfried Glaß 76 Jahre,
Waltraud Jaroch 82 Jahre, Elfriede
Klaus 73 Jahre, Christa Peter 75 Jahre, Helga Ritter 84 Jahre, Oelsnitz:
Günter Düske 70 Jahre, Irma Rein 75
Jahre, Reiner Schwab 71 Jahre, Freiberg: Renate Scheibel 75 Jahre, Ottengrün: Bärbel Albert 71 Jahre,
Rohrbach: Walter Leistner 73 Jahre,
Triebel: Hartwig Keil 71 Jahre, Klaus
Künzel 75 Jahre, Zaulsdorf: Ralf Koker 76 Jahre.
OBERES VOGTLAND
Vogtland
Rainer Räch, Regionalleiter,
Telefon: 03741 408-15140
Ulrich Riedel, Telefon: 03741 408-15158
Klingenthals Einkaufsmärkte sind, wie hier
der Lidl-Markt (Foto links), seit langem bei
tschechischen Kunden beliebt. Deren Anteil
liegt nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südwestsachsen inzwischen zwischen 20 und 25 Prozent, und das
nicht beim Wochenendeinkauf, und trotz
der Tatsache, dass die Krone in den vergangenen Monaten gegenüber dem Euro an Wert
verloren hat. Für einen Euro bekommt man
aktuell rund 27 Kronen. Trotz des für Deutsche günstigen Umtauschkurses verzeichnen dagegen die Einkaufsmärkte in der Klingenthaler Nachbarstadt Graslitz/Kraslice
(Foto rechts) derzeit nur wenige deutsche
Kunden, wie eine Stippvisite am vergangenen Samstag ergab. Dagegen sind die tschechischen Gaststätten am Grenzübergang
Graslitzer Straße weiterhin stark frequentiert, die Gäste kommen dabei neben dem
Vogtland vor allem aus dem Zwickauer
Raum und aus Südthüringen. Die Stadt Klingenthal hat 2013 ein Einzelhandelskonzept
erstellen lassen, das Grundlage für die Entwicklung der Handelsstruktur sein soll.
Nach den Worten von Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) ist das Papier fertig, es
wurde den Stadträten bereits intern vorgestellt und liegt derzeit Facheinrichtungen
wie der IHK zur Stellungnahme vor. Wenn
diese eingegangen sind, werde das Konzept
der Öffentlichkeit vorgestellt. Ursprünglich
war dies für den Februar geplant, auf der Tagesordnung der am Mittwoch stattfindende
Stadtratssitzung ist das Thema nicht anFOTOS: HELMUT SCHNEIDER (2)
gekündigt. (tm)
Ein Gespür für den Nachwuchs
40 junge Musiker aus
12 Ländern haben an den
2. Chursächsischen Meisterkursen in Bad Elster
teilgenommen. Unterrichtet wurden sie dabei von
namhaften Dozenten.
Angebot für Skiläufer im
Erzgebirge und Vogtland
in Ferien gut angenommen
VON EBERHARD MÄDLER
VON ECKHARD SOMMER
JOHANNGEORGENSTADT/KLINGENTHAL — Der Kammloipen-Bus wird
BAD ELSTER — Das König-Albert-The-
ater ist nicht nur ein gefragtes Pflaster für Stars aus Deutschland und
der Welt. Ein feines Näschen und sicheres Händchen hat die Chursächsische Veranstaltungs (CVG) GmbH
auch in puncto Nachwuchs. Mit den
im vergangenen Jahr erstmals ausgerichteten Meisterkursen werden
ambitionierte Studenten und junge
Profis in die Kurstadt gelockt. Für die
Kurse in den Fächern Violine,
Viola und Cello, die in den vergangenen Tagen stattfanden, meldeten
sich 40 Musiker aus 12 Ländern an,
unter anderem Italien, Spanien, Korea, Japan, Holland und den USA.
CVG-Geschäftsführer
Florian
Merz sieht für diese Resonanz mehrere Gründe, ohne dabei eine Konkurrenz für andere Meisterkurse –
beispielsweise im benachbarten
Am Freitag gaben die Dozenten des 2. Chursächsische Meisterkurse für Violine, Viola und Cello im König-AlbertTheater ein Kammerkonzert. Im Bild: (von links) Benjamin Schmid, Johanna Röhrig, Pauline Sachse, Frithjof-Martin
FOTO: ECKHARD SOMMER
Grabner sowie Peter Bruns, der zum „Ehrenkünstler im König-Albert-Theater“ ernannt wurde.
Markneukirchen – sein zu wollen:
„Wir haben mit den Kursen ein
Alleinstellungsmerkmal. Unsere Besonderheit liegt in der Verknüpfung
von Musik, Gesundheit und Musikinstrumentenbau. Dafür stehen Bad
Elster und die Region. Das hat sich
deshalb auch im Rahmenprogramm
widerspiegelt. Hinzukommt, dass
die jungen Musiker von erstklassigen Professoren wie Benjamin
Schmid, Pauline Sachse und Peter
Bruns unterrichtet werden. Außerdem bekommen sie die nicht alltägliche Chance, während der Woche
gemeinsam mit einem Orchester
Werke zu erarbeiten und in einem
Konzert aufzutreten.“ Dazu gab es
am Freitagabend Gelegenheit – und
nochmals gestern Nachmittag unter
dem Motto „Wiener Klassik“ zum
Abschluss der Meisterkurse. Die
nach Meinung der Professoren besten Teilnehmer spielten dabei Werke von Haydn, Mozart und Hoffmeister.
Die Preisträger der 2. Chursächsischen Meisterkurse sind Selma Spahiu aus Albanien (Violine), Gonzalo
Martin Rodriguez aus Spanien (Viola) und Arne Christian Pelz aus
Deutschland (Violoncello).
Bereits am Freitag spielten die Dozenten ein wahres Meisterkonzert
der Kammermusik und begeisterten
mit einem Streichtrio von Beethoven, einem Klavierquartett von
Mozart und Lanners „Marienwalzer“
130 Besucher. Beim gestrigen
6. Symphoniekonzert als offiziellen
Abschluss der Meisterkurse waren
rund 300 Besucher anwesend.
Wie Florian Merz ankündigte,
werden im Februar nächsten Jahres
die Chursächsischen Meisterkurse
in Bad Elster eine Fortsetzung erfahren. „Wir bleiben bei den Streichern“, kündigte er an.
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Loipenbus
fährt auch
noch in
dieser Woche
Vogtländer verbrauchen mehr Wasser
Mal ist er Verbündeter,
mal Gegenspieler. Petrus
entscheidet letzthin
darüber, ob beim Wasserzweckverband Katerstimmung oder gute Laune
herrscht. Aktuell wird der
Wettergott geliebt.
Wasserverkauf an Endverbraucher in Kubikmeter
10.200.000
10200
10.031.801
10000
10.000.000
9.924.159
9800
9.800.000
9600
9.600.000
9.788.619
9.667.066
9400
9.400.000
9200
9.200.000
VON THOMAS H. STRANZ
9.566.622
9.374.946
9.279.105
9000
9.000.000
PLAUEN — Wenn Henning Scharch in
diesen Tagen mit einem zufriedenen
Gesicht zur Arbeit geht, hat das einen Grund. „Die Vogtländer haben
im vergangenen Jahr endlich mal
wieder mehr Trinkwasser verbraucht“, sagt der Geschäftsführer
des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Vogtland (Zwav) beim Blick auf
soeben vorgelegten Zahlen.
1,85 Prozent im Plus
Die knapp 163.000 zusätzlichen Kubikmeter entsprechen einem Plus
von 1,85 Prozent. Unterm Strich
bringt das dem Verband Mehreinnahmen von rund 300.000 Euro ein.
9.095.412
8800
8.893.459 8.894.948
8.866.155
8.796.681
8.800.000
8600
8200
8.400.000
8400
8000
8.959.449
8.944.507
9.123.489
8.600.000
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
Ariane Bühner
Geld, das auch dazu dient den Wasserpreis möglichst stabil zu halten.
Für den zusätzlichen Verbrauch bedankt sich Scharch nicht zuletzt bei
Petrus. Der Wettergott geizte gerade
im Frühjahr mit Niederschlägen,
was Gartenbesitzer zum Handeln
zwang. „Es musste mehr gegossen
werden“, sagt Scharch. Also drehten
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Quelle: Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland
die Vogtländer fleißiger als sonst die
Hähne auf. „Darauf können wir vertrauen“, weiß Scharch aus Erfahrung und erinnert an den extrem
trockenen Sommer 2003. Damals
schnellte der Verbrauch gleich um
rund vier Prozent nach oben.
Das Plus von 2014 sieht Scharch
aber nicht nur im Wetter begründet:
„Die Bevölkerung geht nicht mehr
in dem Maße zurück wie bislang. Es
gibt sogar gibt wieder mehr Geburten. Und Babys müssen schließlich
regelmäßig gebadet werden.“
Trotzdem gelten die Vogtländer
beim Thema Wasser als sparsames
Völkchen. 80 Liter täglich entnehmen sie pro Person dem Netz. Der
Sachsendurchschnitt liegt bei etwa
85 Litern, der Bundesdurchschnitt
gar bei 122. „Sparen braucht wirklich keiner. Wir haben schließlich
genug Wasser“, sagt Scharch.
Mysterium Rohrbrüche
Den beschäftigt allerdings gerade eine Frage, die am Ende auch etwas
mit Verbrauch zu tun hat – nämlich
Wasserverluste durch Rohrbrüche.
Die haben zuletzt deutlich zugenommen, obwohl das Netz zu großen Teilen erneuert worden ist. „Allein in Plauen hatten wir im Januar
18 solche Fälle“, sagt Scharch. Normal seien zwei bis drei. Am Frost
könne es nicht liegen, den gab es diesen Winter kaum. Scharch: „Wir
können deshalb nur Vermutungen
anstellen. Vielleicht sind es ja die
vogtländischen Schwarmbeben, die
insbesondere den Gussleitungen zu
schaffen machen.“
auch noch in dieser Woche durch
die Anrainerorte der gleichnamigen
Langlaufstrecke unterwegs sein. Die
neue Shuttle-Verbindung zwischen
Erzgebirge und Vogtland hatten
während der sächsischen Winterferien bereits über 400 begeisterte Passagiere genutzt. Mit dem Loipenbus
haben Skiläufer die Möglichkeit,
sich ihre Tour auf der Kammloipe
individuell zusammenzustellen.
Eigentlich sollte mit dem Ferienende auch das Pilotprojekt vorerst
beendet werden. Nun fährt der Bus
bis einschließlich 1. März. „Der große Zuspruch hat uns überrascht,
aber natürlich auch erfreut, zumal
die Sache zunächst nur schleppend
angelaufen war“, begründet der
Eibenstocker Bürgermeister Uwe
Staab die Verlängerung.
Pilotprojekt mit vielen Partnern
Die Stadt Eibenstock, die von Staab
geleitete
Arbeitsgemeinschaft
„Kammloipe“,
der
Fremdenverkehrsverein Carlsfeld und der
Gewerbeverein Eibenstock hatten
das lang gehegte Vorhaben gemeinsam auf die Beine gestellt. Es war allerdings erst mit Ferienbeginn einer
größeren Öffentlichkeit bekannt geworden. Dass der Loipenbus auch
im Vogtland gute Resonanz fand,
bestätigte Michael Grimm von der
Tourist-Information Klingenthal,
die ebenfalls Bustickets anbietet.
Der Loipenbus fährt weiterhin
9 Uhr ab Johanngeorgenstadt. Gehhalten wird an der Sauschwemme,
in Wildenthal und Weitersglashütte, in Carlsfeld am Loipenparkplatz
und „Grüner Baum“, außerdem in
Rautenkranz. Gegen 10.20 Uhr ist
der Bus in Mühlleithen, Rückfahrt
erfolgt 10.30 Uhr. (mit tm)
EIN TICKET im Bus kostet 4 Euro, im Vorverkauf 2 Euro.
» www.kammloipe.com
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Kaiser-, Tauschwitzer
Straße, Ortsteil Großfriesen, Mylau,
Reichenbacher Straße; Neumark,
Werdauer Straße; Treuen, S 298.
Morgen: Plauen, Am Preißelpöhl, Bismarckstraße, Ortsteil Neundorf; Wernesgrün, B 169; Rothenkirchen B 169;
Falkenstein, Ellefelder Straße.
OBERES VOGTLAND
Montag, 23. Februar 2015
NACHRICHTEN
SITZUNG
Rat spricht über
Flurstücksverkäufe
EICHIGT — Der Gemeinderat Eichigt
beschließt heute den Verkauf von
bislang kommunalen Grundstücken. Dies ist ein Thema der Ratssitzung, die 19.30 Uhr in der Gaststätte
Zur gemütlichen Kleintierschänke
in Pabstleithen beginnt. Außerdem
geht es um die Bauarbeiten für das
Feuerwehrgerätehaus Eichigt, den
Beschluss des Haushaltsplans 2015
sowie das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept Dreiländereck.
Die öffentliche Sitzung endet mit
einer Bürgerfragestunde. (hagr)
RATSSITZUNG
Altenheim: Verkauf
von Flächen Thema
OELSNITZ — Der Stadtat Oelsnitz beschäftigt sich am Mittwoch mit dem
Verkauf von Grundstücken an der
Teichgasse/Turnstraße für die
Ansiedlung der Seniorenresidenz
Voigtsberg. Die Volkssolidarität will
ab Spätsommer auf dem heutigen
Sportplatz der Lernbehindertenschule bauen. Die Sitzung der Abgeordneten beginnt 18 Uhr. Es soll zudem der Haushalt 2015 beschlossen
werden, und es geht um die Vorhaben im Städtebaulichen Denkmalschutz in diesem Jahr. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt mit
einer Bürgerfragestunde. (hagr)
KURZ GEMELDET
Vergabe Bau Stützmauer
Freie Presse
11
Idee vom Eislaufen auf dem Marktplatz
Die Idee von Klingenthals
Bürgermeister Thomas
Hennig bot in den
vergangenen Tagen Anlass
für viele Diskussionen.
KOMMENTAR
Alleingang
chancenlos
VON THORALD MEISEL
thorald.meisel@freiepresse.de
VON THORALD MEISEL
W
KLINGENTHAL — Von Dezember bis
FOTO: VLADISLAV PODRACKY
ie geht es weiter mit der
Stadt Klingenthal? Die
Frage stellt sich mehr
als zwei Jahre nach der Fusion mit
Zwota immer deutlicher. Ideen und
Vorschläge gibt es viele. Um sie realisieren zu können, müsste man sich
zusammensetzen, auf Schwerpunkte einigen und einen Fahrplan festlegen. Das wird allerdings nicht ohne
Diskussion gehen, und wahrscheinlich auch nicht ohne Kompromisse.
Und es droht dabei natürlich auch
immer die Gefahr, dass gut gemeinte
Idee schon im Ansatz zerredet werden. Dafür fehlt es wahrhaftig nicht
an Beispielen. Aber eine Erfahrung
aus einem Vierteljahrhundert Klingenthaler Kommunalpolitik ist
auch, dass ein Alleingang letztlich
chancenlos ist.
chen Anlage liegt zwischen 25.000
und 30.000 Euro, der Kaufpreis liegt
bei etwa 150.000 Euro. „Die Bande
könnte für Werbung genutzt werden. Das würde zusätzliche Einnahmen bringen“, machte der Bürgermeister deutlich. Auch Handel und
Gastronomie im Stadtzentrum
könnten nach seinen Worten von einer solchen Attraktion profitieren.
Zur Betreibung der Anlage hat er
Kontakt zu Steffen Schulze aufgenommen, der neben Sportgeschäften auch Skischulen in Klingenthal
und Schöneck betreibt. Schulze
würde demnach den Schlittschuhverleih übernehmen.
Eine mobile Eisfläche wird unter
anderem seit zwei Jahren in Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt
auf dem Marktplatz in der westböhmischen Stadt Eger/Cheb betrieben.
Februar könnte auf dem Klingenthaler Marktplatz eine mobile
Kunsteisbahn installiert werden.
Diese Idee äußerte Bürgermeister
Thomas Hennig (CDU) beim jüngsten Bürgerstammtisch – und sorgte
damit zwischen Mühlleithen und
Oberzwota für Diskussionsstoff.
Schließlich hatte Klingenthal bis
2008 schon einmal ein Kunsteisstadion, das jetzt als Outdoor-Sportanlage genutzt werden soll.
„Ziel der Idee ist es,
das Klingenthaler
Zentrum wieder
mehr zu beleben.“
Thomas Hennig Bürgermeister
„Ziel der Idee ist es, das Klingenthaler Zentrum wieder mehr zu beleben“, erläuterte Hennig im Nachgang gegenüber „Freie Presse“ den
Hintergrund seines Vorstoßes.
Mit Plänen für eine attraktivere
Gestaltung der Innenstadt beschäf-
Im westböhmischen Eger/Cheb ist die mobile Eisbahn auf dem Weihnachtsmarkt sehr beliebt.
tigt man sich in Klingenthal schon
seit 2004. Damals beteiligte sich die
Stadt am Wettbewerb „Ab in die
Mitte! Die City-Offensive Sachsen“
und wurde letztlich mit einem Preisgeld 10.000 Euro belohnt.
Von den damaligen Vorhaben
wurden bislang nur aber wenige
umgesetzt. Ideen wie Filmnächte
auf dem Marktplatz blieben bislang
Illusion. Im Juli vergangenen Jahres
war mit einem Lauf beim Sachsenpokal der Nachwuchssportler in der
Innenstadt zumindest eine Tradition wieder aufgegriffen worden, die
vor Jahren mit dem Sommer Grand
Prix der Nordischen Kombination
gegründet worden war.
Wegen der Eisbahn hat Hennig
inzwischen Kontakt mit einem Anbieter solcher Anlagen in Eberwalde
aufgenommen. Die Miete einer sol-
KLINGENTHAL — Vergabe des Stütz-
mauerbaus an der Brunndöbra und
Verkauf eines Grundstücks sind die
Themen am Mittwoch im öffentlichen Teil des Klingenthaler Stadtrats. Die Beratung beginnt 18.30 Uhr
mit einer Bürgerfragestunde. (tm)
Baumfällung: Geld gespart
BURKHARDTSGRÜN — Die
Gemeinde
Bösenbrunn hat beim Baumfällen
am kommunalen Abschnitt der Possecker Straße in Burkhardtsgrün
viel Geld gespart. Gegenüber dem
Ursprungsangebot von 11.400 Euro
liegt die Rechnung nun bei 7100
Euro, informierte jetzt Bürgermeister Jürgen Reichelt (parteilos). (hagr)
Skoda beschädigt
OELSNITZ — Zwischen 7 und 13 Uhr
wurde am Samstag in Oelsnitz ein
auf der Karl-Liebknecht-Straße geparkter Skoda gerammt. Der Unfallverursacher ist unbekannt, der Schaden beträgt nach Polizeiangaben
rund 800 Euro. (tm)
Fast 100 neue Leser
KLINGENTHAL — In der Klingenthaler
Stadtbibliothek haben im vergangenen Jahr 99 neue Leser angemeldet.
Das geht aus Informationen der
Stadtverwaltung hervor. Die Zahl
der registrierten Nutzer ist damit
wieder auf mehr als 600 gestiegen.
2014 wurden insgesamt 26.155 Medien entliehen. (tm)
Klingenthaler Stadtrat lehnt Windradpläne ab
Das Markneukirchner Vorhaben, im Gebiet des Hohen Brand mehrere Windkraftanlagen zu errichten,
stößt auf Gegenwehr.
werden, welchen Schaden oder Nutzen derartige Windkraftanlagen für
die gesamte Region mit sich bringen. Bereits an der Informationsveranstaltung der BI am 15. Januar
in Markneukirchen hatten Klingenthaler Stadträte der CDU und der
Freien Wähler teilgenommen.
VON THORALD MEISEL
Debatte im Januar im Stadtrat
Die Windradpläne der Begma waren
in der Januar-Sitzung des Klingenthaler Stadtrates zunächst nichtöffentlich diskutiert worden, da es
bislang noch keine offiziellen Informationen zu dem Vorhaben aus
Markneukirchen gibt. Als erste Fraktion veröffentlichte danach „Pro
Klingenthal – meine Stadt“ auf ihrer
Internetseite eine Stellungnahme
gegen das Vorhaben. Nun hat sich
auch die CDU-Fraktion klar gegen
die Windkraftanlagen positioniert.
Begründet wird die Ablehnung
damit, dass Auswirkungen der Anlagen, denen vor allem die Bürger von
Oberzwota und Zwota ausgesetzt
sein werden, die aber auch Auswirkung bis zum Aschberg haben dürften, in ihrem Umfang nicht abschätzbar seien. Die auf dem Hohen
Brand geplanten Anlagen sollen
MARKNEUKIRCHEN/KLINGENTHAL —
Mit einem eindeutigen Ablehnung
hat der Klingenthaler Stadtrat auf
die Pläne der Bürgergenossenschaft
Markneukirchen (Begma) reagiert,
im Bereich des Hohen Brand Windkraftanlagen zu errichten. Eine entsprechende Stellungnahme wurde
im Amtsblatt veröffentlicht. Auch
der Ortschaftsrat Erlbach hat sich
bereits gegen die Windrad-Pläne
ausgesprochen.
Die Klingenthaler Wortmeldung
erfolgt kurz vor einer weiteren Informationsveranstaltung der Markneukirchner Bürgerinitiative (BI)
„Contra Windkraftanlagen“, die am
Mittwoch im Markneukirchner
Kino stattfinden wird. Dort soll diesmal gemeinsam mit Fachleuten und
Kommunalpolitikern
diskutiert
eine Höhe von 200 Metern haben.
Im Umkreis von mindesten vier Kilometern müssen Anwohner mit erheblichen Belästigungen rechnen –
beispielsweise Gesundheitsrisiken
durch Infraschall, Schattenwurf
und Blendlicht. Selbst der Schönecker Ortsteil Gunzen wäre davon
noch betroffen. Zudem müsste je
Windrand ein Hektar Wald abgeholzt werden, pro Fundament wird
mit 3000 Tonnen Beton geplant.
Nach vorliegenden Informationen soll es für das Vogtland bereits
Pläne für rund 50 Windkraftanlagen
geben. Vor Jahresfrist hatte die Vogtland-CDU eine flächendeckende Errichtung dieser Anlagen abgelehnt.
„Sie sollen auf wenige umweltverträgliche Standorte begrenzt werden“, hatte dazu die CDU-Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas in
einer schriftlichen Stellungnahme
mitgeteilt. Zudem sollte aus ihrer
Sicht bei der Diskussion um solche
Vorhaben die „Bevölkerung in maximalem Maße beteiligt werden“.
Seitens der Klingenthaler Windkraftgegner sind Flyer und eine Unterschriftenaktion angekündigt, zudem soll es im Ortsteil Zwota eine
Informationsveranstaltung geben.
Windrad-Potenzialgebiete
im Vogtlandkreis
Netzschkau
Elsterberg
Reichenbach
Pausa
Lengenfeld
Mühltroff
Treuen
Rodewisch
72
Auerbach
Plauen
Falkenstein
Weischlitz
Schöneck
Oelsnitz
173
Klingenthal
92
Triebel
Markneukirchen
Zwota
Adorf
Gebiet mit hohem Potential
für Windenergie des
Planungsverbandes
windhöffigere Gebiete mit
Windgeschwindigkeiten > 5,5 m/s
in 60 m Höhe
nach Angaben der TU Chemnitz
Tilo Steiner
Quelle: Planungsverband Region Chemnitz, TU Chemnitz, Energie- und Hochspannungstechnik
Am Hohen Brand gibt es ein kleines Gebiet mit dem nötigen Windpotenzial.
A N ZE IG E N
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12 Freie Presse
WOHIN
Montag, 23. Februar 2015
Erinnerung ans Mühlen-Mekka
VORSCHAU
PREISGEKRÖNT
Malzhaus zeigt
Drama „Timbuktu“
Lengenfeld war einst die
mühlenreichste Stadt im
Göltzschtal. Heimatforscher Friedrich Machold
hält darüber morgen einen
Vortrag, der das gesamte
Göltzschtal streift.
PLAUEN — Der am Freitagabend in Pa-
ris mehrfach mit dem französischen
Filmpreis „César“ ausgezeichnete
Film „Timbuktu“ wird heute und
morgen, jeweils um 20 Uhr, im Plauener Kulturzentrum Malzhaus gezeigt. Der Film unter der Regie von
Abderrahmane Sissako hatte voriges Jahr Premiere und thematisiert
den Bürgerkrieg in Mali: Nicht weit
von Timbuktu, das in die Hände religiöser Fanatiker gefallen ist, lebt der
Hirte Kidane mit Frau und Tochter,
sowie einem 12-jährigen Jungen, der
seine Kühe hütet. Während in der
Stadt die Fundamentalisten wüten,
bleibt die Familie von den Terroristen relativ unbehelligt. Bis eines Tages ein Fischer die Lieblingskuh Kidanes tötet und der den Täter versehentlich erschießt. (fp)
VON GERD MÖCKEL
FOTO: FELIX DEHNER
SINFONIEKONZERT
Tschaikowski steht
im Mittelpunkt
REICHENBACH — Die Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach gibt
ihr 6. Sinfoniekonzertes am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Neuberinhaus Reichenbach. Auf dem Programm stehen Edvard Griegs Orchestersuite aus „Sigurd Jorsalvar“,
opus 56, Robert Schumanns Violoncellokonzert a-Moll, opus 129,
sowie von Peter Tschaikowsky die
Sinfonie „Pathétique“, opus 74. Das
wurde von Matthias Pohle, für Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit bei der Philharmonie zuständig, angekündigt.
In Tschaikowskis „Pathetique“
stehe das Ringen mit dem Schicksal im Mittelpunkt, so Pohle. Es sei
ein autobiografisches Bekenntnis
des Komponisten. Mit dem Gehalt
und der Meisterschaft nehme dieses Werk auch einen Spitzenplatz
im Programm ein. Einem zweiten
Höhepunkt werde das Publikum
bei Schumanns Violoncellokonzert a-Moll begegnen. Als Solistin
wird Janina Ruh auftreten, eine
junge Künstlerin, die mit Auszeichnungen auf sich aufmerksam
gemacht hat und mit vielen Orchestern weltweit konzertiert. Zu
Beginn erklingt die nicht oft zu hörende Orchestersuite aus „Sigurd
Jorsalvar“, eines der unverwechselbar ‚nordischen‘ Werke Griegs. (lk)
EINE EINFÜHRUNG beginnt 18.45 Uhr im
Kleinen Saal.
BÜHNE
Hof: Freiheitshalle, Kulmbacher Straße 4,
Martin Rütter: nachSITZen - die neue Livetour,
20 Uhr
MUSIK
Bad Brambach: Dr. Ebel Fachklinik,
Christian-Schüller-Straße 14, Nachmittagskonzert mit dem Pianisten Radim Vojir,
15 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25,
Die drei großen B’s der deutschen Musikgeschichte, mit dem Pianisten Radim Vojir,
19.30 Uhr
LENGENFELD — Das im Vorjahr in ei-
ner Schriftenreihe des Reichenbacher Neuberin-Museums herausgekommene Buch „Von der Mühle zur
Fabrik – Die Nutzung der Wasserkraft im Flussgebiet der Göltzsch
und in der Region um Reichenbach
im Vogtland“ ist die erste zusammenfassende Darstellung der Mühlen der Region – von den Anfängen
bis heute. Auf den Punkt gebracht
von einem Autorenkollektiv in Regie der Heimatforscher Wolfgang
Viebahn und Friedrich Machold.
Beide präsentieren das Werk morgen während einer Veranstaltung
des Lengenfelder Kulturbundes im
Hotel „Lengenfelder Hof“.
Im Mittelpunkt der Ausführungen von Lokalmatador Friedrich Machold steht dabei das einstige Mühlen-Mekka Lengenfeld. Der Reichenbacher Wolfgang Viebahn übernimmt die Power-Point-Präsentation und steht für Fragen bei der im
Anschluss folgenden Diskussionsrunde zur Verfügung. Friedrich Ma-
FOTO: FRANKO MARTIN/ARCHIV
Die Mühlen-Experten rücken an: Friedrich Machold (links) und Wolfgang Viebahn.
chold stellt während seiner Präsentation – beim Messingwerk in Rodewisch beginnend – jene 28 Wassermühlen und Fabriken vor, die die
Wasserkraft der Göltzsch und ihrer
Nebenbäche im Raum Lengenfeld
genutzt haben; zuzüglich einer
Windmühle.
Lengenfeld war einst die mühlenreichste Stadt des Göltzschtales. An
der Göltzsch insgesamt haben die
Forscher 61 und an ihren Seitenbä-
chen 60 Mühlen und Triebwerke erfasst. Hinzu kommen die Mühlen
im Raum Neumark und die Windmühlen. 70 Bürger hatten den Forschern dazu Informationen, Urkunden und Bilder zur Verfügung gestellt. Gottfried Seltmann, der Ehrenvorsitzende des Kulturbundes:
„Diesen Vortrag sollte man sich
nicht entgehen lassen. Diese beiden
Heimatforscher kennen wir seit langem, sie sind uns auch aus Kultur-
bund-Veranstaltungen bekannt. Da
hat alles Hand und Fuß.“
Von Kulturbundmitglied Friedrich Machold stammen auch Beiträge zum 200. Geburtstag von Constantin von Tischendorf. Auch sein
„Freie Presse“-Beitrag jüngst zu den
Auschwitz-Transporten im Vogtland fand einen breiten Leserkreis.
LENGENFELDER Mühlengeschichte morgen,
19 Uhr im Hotel „Lengenfelder Hof“.
Spielfilm arbeitet
dunkles Kapitel auf
ZWICKAU — „Wir sind jung. Wir sind
stark“ heißt es morgen Abend um
20 Uhr im Kino „Casablanca“ im
„Alten Gasometer“ Zwickau, Kleine
Biergasse 3. Der Spielfilm aus dem
vergangenen Jahr dreht sich um die
rassistischen Übergriffe gegen die
Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter in Rostock-Lichtenhagen
1992. Eintritt: 4 Euro. (sf)
DACHZEILE
KONZERT
RUNDGANG
Gedenkabend im
Adorfer Ratssaal
Die drei großen B‘s
auf dem Klavier
Auf königlicher Spur
durch den Kurort
ADORF — Im Ratssaal der Stadt Adorf
findet morgen ab 18 Uhr ein Gedenkabend anlässlich des 70. Jahrestages der letzten Gruppe vogtländischer Juden 1945 statt. Veranstalter
ist die Adorfer evangelisch-lutherische Kirchgemeinde. Es spricht
Werner Pöllmann, Autor des Buches
„Verstreut unter allen Völkern“ über
Juden im südlichen Vogtland. Gestaltet wird der Abend von Schülern
der Städtischen Musikschule. (hagr)
BAD ELSTER — Pianist Radim Vojír
BAD ELSTER — Wo einst die Wettiner
(Foto) aus Eger widmet sich heute
Abend im Königlichen Kurhaus Bad
Elster den „drei großen B‘s der deutschen Musikgeschichte“. Gemeint
sind Johann Sebastian Bach, Ludwig
van Beethoven und Johannes
Brahms. Ab 19.30 Uhr erklingt von
Bach das „Italienische Konzert“, von
Beethoven die „Mondscheinsonate“,
von Brahms sind es die „4 Balladen“.
Der Eintritt beträgt 6 Euro. (hagr)
wandelten, können heute die Teilnehmer des historischen Stadtrundgangs „Auf königlichen Spuren“ im
Kurort Bad Elster auf Entdeckungsreise gehen. Der Rundgang nimmt
seinen Anfang 15 Uhr an der
Touristinformation im Königlichen
Kurhaus. Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro. Eine Anmeldung für
die Führung unter Telefonnummer
037437 53900 ist erwünscht. (hagr)
Auerbach/V: ASB Begegnungsstätte,
A.-Schweitzer-Str. 34, Nachhilfe für Schüler,
anschl. Spiele- und Bastelnachmittag, 14-17 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstr. 33, Billard-Lounge gestalten, 14-20 Uhr, 03744
308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße 19, Wii-Nachmittag, 12-18 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in
22 Tierarten, Tropenhaus mit 77 Tieren in
39 verschiedenen Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
Grobau: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
13-13.30 Uhr
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22, Einheimische Tiere und exotische Wildtiere, 10-16 Uhr,
037467 22397
Krebes: Fahrbibliothek, Grundschule,
10-12 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Mißlareuth: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
14.15-15 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurs, 8 bis 12 Jahre,
15-16 Uhr; Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.3018 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Schlittschuhlaufen in Greiz,
Unkosten: 7 Euro, 13 Uhr; Offener Treff,
13-18 Uhr
Pausa: Jugendclub, Paul-Scharf-Straße,
Spielpunkt, Freizeitangebot des Kinderland
Plauen, 15-18 Uhr
Rodersdorf: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
15.30-16 Uhr
A N ZE I G E
KINDER UND FAMILIE
AUSSTELLUNGEN
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--- - - '&
& ! Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustraße 9, Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Straße 1, Oase-Keller, offener Treff, 15-20 Uhr;
O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle (ab 10 Jahre), 18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln,
16-18 Uhr
Markuskeller, Morgenbergstraße 34, Kindertreff (6-13 Jahren), 13-19 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe, (ab 3 Monaten), 10 Uhr; ElternKind-Sport, 15.30 Uhr
Stadt-Galerie, Postplatz 1, Interaktive
Mitmach-Ausstellung Tüfteln und Knobeln,
Führungen, Dauer 1 Stunde,
9.30-15 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30, Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba,
18 Uhr
Adorf/V.: Begegnungszentrum,
Schillerstraße 23, Spielenachmittag,
14-16 Uhr
KINO
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3589799-10-1
Plauen: Rathaus, Unterer Graben 1, „Juden
in Sachsen“, Wanderausstellung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung,
9-13 Uhr
Vogtlandkonservatorium, Theaterplatz 4,
„Im Unruhestand“, Werke von Wilhelm Mühsam, 10-18 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Ausstellung von Malerei und Collagen des
Familien- und Kulturzentrums Schöne Welt
Plauen, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, „Bahn und Natur“, Ölbilder von Jürgen Batschik aus Leubnitz,
9-13 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Skisport im oberen Vogtland, zusammengestellt von Thorald Meisel, 8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten inklusive 350 historischer Musikinstrumente, Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
FOTO: ANDREAS KRETSCHEL/ARCHIV
Janina Ruh tritt als Solistin mit der
Vogtland Philharmonie auf.
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße 31, Erzählende Buchstaben, Malerei und
Schriftbilder von Jo Schütt, 9-16 Uhr
SONSTIGES
Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße (gegenüber Commerzbank),
Plauen unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung: 03741 529426
Lebenshilfe Plauen , Hofwiesenstraße 3,
Treff des Forums Zukunft Elsteraue, Themen:
Bewerbung Landesausstellung Industriekultur
2018, Weisbachsches Haus als Inovationszentrum, Entwicklung der Elsteraue, 18 Uhr
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Auerbach/V: Eberhard Gütter, Feldstraße 27, Auerbacher Modellbahnausstellung,
komplette Sammlung der deutschen Eisenbahngeschichte in HO, 60 Züge, 14.3018 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25,
Auf königlichen Spuren, historische Stadtführung, 15 Uhr
Falkenstein: Verein Kirche im Laden,
Gartenstraße 19, Handarbeiten Erwachsene für Anfänger und Fortgeschrittene, 19-21 Uhr,
03745 751475
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-17 Uhr,
037467 280860
Oelsnitz: Café Biene, Otto-Riedel-Straße 3,
Seniorensport für Alle, 10 Uhr
Pfaffengrün: Gaststätte Zur Goldenen Höhe, Goldene Höhe 3, Gesundheitsstammtisch,
Haka - Waschen im Einklang mit der Natur,
18.30 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10, Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe gibt es
unterirdische Schönheiten wie Sinterschmuck,
kristallklare Seen und Lehmkegel an den
Höhlenwänden, 10-16 Uhr, 037431 3735
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050; Baymax - Riesiges Robowabohu 3D, ab 6 J, 14.15 Uhr; Bevor der Winter
kommt, ab 12 J, 17.15, 20.15 Uhr; Der kleine Drache Kokosnuss, 14.30 Uhr; Die Frau in Schwarz
2: Engel des Todes, ab 12 J, 20.15 Uhr; Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 14, 17, 20 Uhr; Frau Müller
muss weg!, ab 6 J, 17.15 Uhr; Fünf Freunde 4,
ab 6 J, 14.30 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J, 14 Uhr;
Into the Woods, ab 6 J, 14, 17, 20 Uhr; Jupiter
Ascending 3D, ab 12 J, 20 Uhr; Let’s be Cops Die Partybullen, ab 12 J, 17 Uhr; Mortdecai Der Teilzeitgauner, ab 6 J, 17 Uhr; SpongeBob
Schwammkopf 3D, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 14.15, 17, 20.15 Uhr;
Wild Card, ab 16 J, 20.15 Uhr
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3589795-10-1
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320;
Timbuktu, ab 12 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
Baymax - Riesiges Robowabohu 3D, ab 6 J,
14.30, 17.15 Uhr; Fifty Shades of Grey, ab 16 J,
14.30, 17.15, 20 Uhr; Honig im Kopf, ab 6 J,
19.45 Uhr; SpongeBob Schwammkopf 3D,
14.45, 17.30, 20.15 Uhr; Traumfrauen, ab 12 J,
14.45, 17.30, 20.15 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637; Frau Müller
muss weg!, ab 6 J, 20 Uhr
WINTERSPORT
Erlbach: Loipen, Loipen gespurt, Schneetelefon 037422 6125 oder www.kegelberg.de
Grünbach: Loipen, Loipen gespurt, bis 20
Uhr beleuchtet, Anschlussloipe zur Kammloipe
(Einstieg Dorfplatz Muldenberg) sowie Sonnenloipe (Einstieg an der Turnhalle) gespurt,
Schneetelefon 03745 5303
Hammerbrücke: Loipen, Bergland-Rundloipe mit Anbindung an Kammloipe sowie Ortsloipe gespurt; Nachtloipe beleuchtet, Einstieg an
der Grundschule, gespurt, 17-21 Uhr
Klingenthal: Loipen, Sonnenloipe grenzüberschreitend gespurt, Schwarzbergloipe
teilweise präpariert, Schneetelefon
037467 22494
Mühlleithen: Loipen, Kammloipe und Kielloipe gespurt, Schneetelefon: 037467 22494
Skilift, B 283, Schneetelefon: 037467 22494,
13-17 Uhr
Schneckenstein: Loipe, Kammloipe gespurt, www.kammloipe.com
Schwaderbach (Bublava): Skilifte,
Bleiberg, Schneetelefon 00420 352696830,
9-20 Uhr
Schöneck: Loipen, Ortsloipen und Kammloipe gespurt
Skiwelt, Hohe Reuth, Lifte, Schneetelefon
037464 82000 oder www.schoeneck.eu,
9-18 Uhr
Zauberteppich, 9-17 Uhr
Tannenbergsthal: Loipen, Ortsloipe
gespurt
Zwota: Loipe, Herrenberg- und Schlosserbergloipe gespurt
OBERES VOGTLAND
Montag, 23. Februar 2015
13
Vogtländer auf Erkundungstour im Altai
NACHRICHT
KARTE NRÜCKNAHME
Musicalshow in
Festhalle abgesagt
PLAUEN — Der eine oder andere Vogt-
länder hatte sich bereits auf ein Wiedersehen mit dem ersten Gewinner
von „Deutschland sucht den Superstar“, Alexander Klaws, und NoAngel-Sängerin Sandy Mölling gefreut. Doch das Interesse, die beiden
neben anderen Künstlern hautnah
zu erleben, blieb hinter den Erwartungen zurück. Der Veranstalter hat
jetzt die für Donnerstag geplante,
prominent besetzte Show „Musical
greets Pop 2015“ in der Plauener
Festhalle wegen zu geringen Kartenvorverkaufs abgesagt. Bereits erworbene Tickets können in den Vorverkaufsstellen, wo die Eintrittskarten
gekauft worden sind, zurückgegeben werden. Das Eintrittsgeld wird
erstattet. (bju)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
NEUES
Freie Presse
WINTERSPORTZENTRUM —
Grünbach plant den Bau eines privat betriebenen Wintersportzentrums mit Skistadion, beleuchteter
Loipe sowie einer Snowboardanlage. Ein Loipenhaus mit Skiverleih,
Gastronomie und 30 Betten sind
ebenfalls vorgesehen.
Zwischen 1990 und 2009
gingen Christine und
Stephan Ernst sieben Mal
auf Exkursion. Darüber
gibt es jetzt ein Buch.
VON THORALD MEISEL
KLINGENTHAL — Als sich an einem
Maientag 1990 vom Kasaner Bahnhof in Moskau der Sibirjak-Fernzug
in Bewegung setzte, gehörten Christine und Stephan Ernst zu den Fahrgästen. Ziel der beiden Klingenthaler war der Altai, eines der größten Gebirge Zentralasiens. Es sollte
der Auftakt einer Reiseserie werden.
Darüber gibt es jetzt ein Buch unter
dem Titel „Oh, mein reicher Altai“.
Die Präsentation am vergangenen
Donnerstag in der Klingenthaler
Buchhandlung „Bücher & Co.“ lockte mehr als 30 Besucher an.
„Einer jener Tage,
die man nie in
seinem Leben
vergisst“.
Stephan Ernst Buchautor
Vor 50 Jahren
NEUE TECHNIK — Der Plauener Textil-
betrieb Edelweiß hat eine Anlage
aus der aus der CSSR Einzug gehalten, die pro Stunde bis zu 40 Hemden bügelt. Bislang schafften drei
Frauen per Hand in 60 Minuten
zwölf Hemden.
Vor 100 Jahren
BAU VERZÖGERT SICH — Der ursprüng-
lich für die zweite Jahreshälfte 1915
in Aussicht gestellte gewesene Baubeginn für die Straßenbahn Reichenbach-Mylau-Netzschkau
ist
verschoben worden. Gründe nennt
die Neue Vogtländische Zeitung
nicht – sie dürften kriegsbedingter
Natur gewesen sein. (pa)
„Es krabbelte im Bauch“, schaute
Stephan Ernst auf die erste Tour zurück, die inzwischen fast ein Vierteljahrhundert zurückliegt: „Was für
ein Glück, zum ersten Mal so weit zu
reisen...“. Die persönliche Einladung, die seinerzeit für eine private
Reise in die UdSSR gebraucht wurde,
hatten die Klingenthaler von einem
Kasachen-Deutschen
erhalten,
deren deutschsprachige Zeitung damals auch in der in der DDR erhältlich war. Dass er den Mann letztlich
nie getroffen hat, bedauert Stephan
Ernst im Nachgang sehr.
Den ersten Morgen im Altai, als
die beiden Abenteurer nach nächtlicher Fahrt über den 1295 Meter ho-
hen Tschike-Taman-Pass am Ufer
des Flusses Bolschoj Ilgumen ihr
Zelt aufgeschlagen hatten, beschreibt Ernst mit den Worten: „Einer jener Tage, die man nie in seinem Leben vergisst. Frühlingsanfang in den Bergen. Sonnenaufgang.
Zahlreiche Vögel singen um uns herum, die ich noch nie gehört habe...“
Zwischen 1990 und 2009 wanderten die beiden Klingenthaler auf
sieben Exkursionen mehr als 1000
Kilometer durch den Altai, oft weitab von Siedlungen und Straßen.
Was sie dabei erlebten, muss man
gelesen haben – sonst würde man
vielleicht manches nicht glauben.
Die Zuhörer bei der Buchpräsentation lauschten jedenfalls den Erzählungen von Stephan Ernst mit gespannter Aufmerksamkeit. Vier dieser abenteuerlichen Forschungsreisen haben seine Frau und er in
Tagebuchform verarbeitet, ergänzt
mit 430 Farbaufnahmen.
Der Altai, dessen höchster Gipfel
4506 Meter misst, erstreckt sich über
eine Länge von rund 2100 Kilometern im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei und
China. Das Gebiet ist nicht nur reich
an historischen Kulturgütern, sondern bietet auch riesige, weitgehend
unberührte Naturlandschaften. Die
grenznahen Regionen waren noch
vor einigen Jahren für jeden Besucherverkehr gesperrt.
Für Stephan Ernst, der auch Redakteur der wissenschaftlichen Zeitschrift des Vereins Sächsischer Ornithologen ist, stellten die Exkursionen ein einzigartiges Betätigungsfeld dar. 195 Vogelarten konnte er
beobachten. 1993 gelangen ihm die
ersten Tonaufnahmen von nächtlichen Balzgeräuschen der Einsiedlerbekassinen. Das Material ist heute in
wissenschaftlichen Einrichtungen
in Berlin und Moskau gespeichert.
Fazit: Auch ein Vogtländer hat einen
wertvollen Beitrag zur Erforschung
der Vogelwelt des Altai geleistet.
DAS BUCH „OH, MEIN REICHER ALTAI“
ist über die Klingenthaler Buchhandlung
Bücher & Co. erhältlich. Preis: 29,90 Euro.
ISBN: 978-3-00-048339-4
Mehr als 1000 Kilometer zu Fuß legten Christine und Stephan Ernst aus Klingenthal auf ihren insgesamt sieben
Touren durch den Altai zurück und lebten dabei stets wochenlang im Zelt. Über ihre Erlebnisse und ornithologischen
Studien berichten sie in dem nun erschienen Buch „Oh, mein reicher Altai“.
FOTO: HELMUT SCHNEIDER
Bis zu 4506 Meter hoch sind die Gipfel des Altai. Das Gebirge liegt im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei und China.
Eine junge Einsiedlerbekassine.
FOTOS: STEPHAN ERNST (2)
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MITEINANDER GLÜCKLICH
TIERMARKT
KAUFGESUCHE
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PF 447, 09004 Chemnitz
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Kontakt:
0371/656 15050
14 Freie Presse
BLICK NACH BÖHMEN
Montag, 23. Februar 2015
Baník Sokolov gelingt tolle Generalprobe vor Play-off-Runde
BERGBAU
Förderlimit bleibt
in der Diskussion
Tschechische Studenten
in Schwarzenberg zu Gast
BRÜX/MOST — Umweltminister
Richard Brabec (Partei Ano) hat sich
gegen eine Aufhebung der Förderlimits im Braunkohlegebiet in Nordböhmen ausgesprochen. Dieser
Schritt würde die Lebensqualität
von mehreren Tausend Menschen
beeinträchtigen, sagte er in Prag.
Sollte es jedoch klare Argumente für
die Ausweitung der Limits in der
Grube Bílina geben, könne er dieser
Variante zustimmen, so Brabec. Dort
müssten dem Braunkohleabbau keine Häuser weichen. (rewö)
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Ein straf-
REGIONALPOLITIK
Koalition droht
das vorzeitige Ende
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Die Sozi-
aldemokraten im Karlsbader Kreis
haben den Koalitionsvertrag mit
den Kommunisten aufgekündigt,
nachdem sich die beiden Parteien
nicht auf einen Nachfolger für den
abgetretenen sozialdemokratischen
Landrat Josef Novotný einigen
konnten. Novotny gibt nach öffentlichem Druck sein Amt ab, um sich
nur noch auf seine Arbeit als Parlamentsabgeordneter zu konzentrieren. In dieser Woche soll es erneut
Verhandlungen um den künftigen
Landrat geben. (lada)
DENKMALSCHUTZ
Für Investitionen
gibt es Prestigetitel
EGER/CHEB — Die
westböhmische
Stadt Eger/Cheb beteiligt sich am
landesweiten Denkmalschutz-Wettbewerb in der Tschechischen Republik. Für den Fall, dass die Bewerbung erfolgreich ist, stehen nicht
nur ein Siegerpreis in Höhe von einer Million Kronen, das sind rund
38.000 Euro, sondern auch der Prestigetitel „Historische Stadt des Jahres 2014“ in Aussicht. Cheb ist dadurch bekannt, dass es in Sachen
Denkmalschutz von allen Städten
Westböhmens die höchsten Investitionen tätigt. Allein 2014 flossen
rund 29 Millionen Kronen. (lada)
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3593416-10-1
TERMINE
Bis 28. Februar: Ostrov, Stadtbibliothek: Ausstellung mit dem Titel
„Ostrov im Spiegel der Fotografie“.
28. Februar: Abertamy, Areal der
Technischen Dienste: 7. Historischer Ski-Staffellauf mit Programm,
von 13 bis 17.30 Uhr.
Bis 13. März: Zethau, Begegnungszentrum „Grüne Schule grenzenlos“: Ausstellung „Das verschwundene Sudetenland“, geöffnet montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.
Bis 17. März: Cheb, Foto-Galerie G4:
Ausstellung mit Arbeiten von Absolventen der ITF Opava und der
Famu Prag.
27. März: Karlovy Vary, Bürgerhaus:
Rockkonzert der tschechischen Supergroup. Beginn ist 20 Uhr.
1. April: Fußball, Pokal-Viertelfinale: FK Teplice gegen Viktoria Plzeň,
Rückspiel am 15. April. (tm)
Junge Leute
ziehen den
Jobvergleich
Mächtig unter Druck haben die Eishockeyspieler
von Kobra Prag (blaue Trikots) im Spitzenspiel
der 2. Liga bei Baník Sokolov gestanden. Das
von Mikuláš Antonikund Jan Michna trainierte
Team aus Westböhmen entthronte durch einen
von mehr als 1200 Fans bejubelten 4:2 (2:0, 0:1,
2:1) Sieg den bisherigen Tabellenführer und
setzte sich selbst an die Spitze. Für Banik war es
nicht nur der achte Sieg in Folge, sondern auch
eine gelungene Generalprobe für die am Samstag beginnende Play-off-Runde. Wer dann der
Gegner sein wird, steht erst nach dem 32. und
letzten Punktspiel innerhalb der Vorrunde fest,
die an diesem Mittwoch ausgetragen wird. Im
vergangenen Jahr war Baník Sokolov als Meister der 2. Liga nur knapp am Aufstieg zur 1. Liga
FOTO: THORALD MEISEL
gescheitert.
» WWW.HCSOKOLOV.CZ
Ein Grenzdorf auf Abwegen
Der Bürgermeister von
Hora Svaté Kateriny hat
mit dem Wechsel nach
Sachsen gedroht – aus
Protest gegen einen neuen
Braunkohletagebau. Die
Ankündigung sorgte für
viel Wirbel. Ganz ernst
gemeint war sie aber nicht.
VON STEFFEN NEUMANN
UND OLIVER HACH
SANKT KATHARINENBERG/ HORA SVATÉ
KATERINY — „Wenn Prag uns nicht
mehr will, gehen wir eben nach
Sachsen.“ Dieser flapsige Spruch hat
Lukáš Pakosta auf einen Schlag bekannt gemacht. Gerade einmal drei
Monate ist er Bürgermeister von
Sankt Katharinenberg/Hora Svaté
Kateřiny. Nun redet man nicht nur
in Böhmen, sondern auch in Sachsen über den vermeintlichen Separatisten.
Das Echo auf den Bericht in der
Zeitung „Mlada Fronta Dnes“, die Pakosta mit dem brisanten Satz zitierte, war gewaltig. Medien im In- und
Ausland bis zur britischen BBC begannen sich für das böhmische
Grenzdorf zu interessieren. In Prag
war man sauer. Der ehemalige Außenminister Karel Schwarzenberg
sprach von „Blödsinn“, aber auch
von einer gefährlichen Äußerung.
Er verstieg sich zum Vergleich: „Wie
Donezk und Luhansk die Ukraine
nicht verlassen können, kann auch
Hora Svaté Kateřiny die Tschechische Republik nicht verlassen.“
Selbst in Dresden kam die Debatte an. Die AfD-Fraktion im Landtag
schrieb allen Ernstes, der Grenzort
sei in Sachsen willkommen. Die
tschechische Kommune müsse allerdings selbst „die Voraussetzungen für einen geplanten Gebietskörperschaftswechsel nach Sachsen“
schaffen. Das sächsische Innenministerium stellte auf Nachfrage klar:
„Über alle tschechischen Gemeinden übt die tschechische Regierung
die Staatsgewalt aus.“
Zu dem Wirbel, den er erzeugte,
resümiert Pakosta zufrieden: „Meine
nicht ernst gemeinte Drohung hat
also etwas bewirkt.“ Um allen Missverständnissen vorzubeugen, betont der 38-Jährige jedoch ausdrücklich: „Ich bin Tscheche durch und
durch – und Hora Svaté Kateřiny ist
seit Jahrhunderten böhmisch.“
Dem Bürgermeister ging es vor
allem um die drohende Isolation
seines Ortes auf tschechischer Seite.
Seit 1528 nennt sich St. Katharinenberg stolz freie Bergstadt, bis 1945
lebten hier Sudetendeutsche. Nun
wird der Ort womöglich durch einen neuen Braunkohletagebau für
Jahrzehnte vom Rest des Landes abgeschnitten. Denn die Firma Severni
energeticka drängt die tschechische
Regierung, ihr den Abbau von rei-
chen Kohleflözen im Erzgebirgsvorland zu gestatten. Allerdings steht
ihr dabei die Stadt Obergeorgenthal/Horní Jiřetín im Weg. Nicht nur
dort formiert sich Widerstand. Auch
innerhalb der Regierung gibt es ein
Patt.
Lukáš Pakosta
Bürgermeister von
St. Katharinenberg/
Hora Svaté Kateriny
FOTO: KRISTIAN HAHN
„Uns droht nicht nur eine
steigende Umweltverschmutzung.
Wenn wirklich neue Tagebaue aufgeschlossen werden, kommen wir
nicht mehr in die Kreisstadt Most“,
berichtet Pakosta. Auch ins dann
nicht mehr so nahe Oberleutensdorf/Litvínov müssten die 450 Einwohner des Städtchens direkt an der
sächsischen Grenze Umwege in
Kauf nehmen.
Insofern macht die Flucht nach
Sachsen durchaus Sinn. Schon heute fahren die Katharinenberger zum
Einkaufen bevorzugt nach Seiffen
Freie Fahrt über den Grenzbach Schweinitz von Deutschkatharinenberg nach
Hora Svaté Kateriny. In Böhmen droht dem Ort die Isolation. FOTO: KRISTIAN HAHN
oder Olbernhau. In Neuhausen gehen tschechische Kinder in den
zweisprachigen Kindergarten, und
mit der Schule in Seiffen besteht eine Partnerschaft. Sogar ins Krankenhaus wäre es nach Olbernhau kürzer als nach Brüx, wären da nicht die
höheren Kosten. „Zumal sich im
Krankenhaus Brüx zunehmend weniger tschechische Ärzte finden, in
Olbernhau dafür gleich vier“, spielt
Pakosta auf den Ärzte-Exodus aus
Tschechien an.
Dass sich die Regierung von seiner nicht ganz ernst gemeinten Drohung beeinflussen lässt, glaubt Pakosta nicht. Doch er hat die Debatte
um einen Aspekt erweitert. „Vom Tagebau wäre nicht nur Horní Jiřetín
betroffen, sondern auch die Gemeinden im Gebirge“, ist seine Botschaft.
Seit einiger Zeit greift die Tagebaufirma Sankt Katharinenberg finanziell unter die Arme. „Ihnen ist wohl
klar geworden, dass sie etwas für uns
tun müssen“, mutmaßt Pakosta. Mit
dem Geld wurden die Fenster in der
Schule ausgetauscht und neue
Schränke angeschafft.
Seine Meinung zum Tagebau hat
das nicht geändert. Pakosta hat den
Widerstand gegen die Übertageförderung im Blut. Sein Vater, früher
selbst Kohlekumpel, allerdings unter Tage, gehört seit Jahrzehnten zu
den aktivsten Kämpfern gegen die
weitere Zerstörung der Landschaft.
Und auch in Hora Svaté Kateřiny
sind die Kohlebefürworter in der
Minderheit, obwohl einige Einwohner selbst im Tagebau arbeiten.
Ähnlich ist die Kräfteverteilung
in der Region. Obwohl in Brüx und
Umgebung über 6000 Menschen in
den Tagebauen beschäftigt sind,
wollen viele ein Ende der Kohleförderung und der Umsiedlungen. Allein in Nordböhmen wurden schon
gut 100 Ortschaften abgerissen, darunter auch die Altstadt von Most.
Eger-Fluss lockt zu Kanutouren
Wassersport gewinnt
auch in Westböhmen an
Bedeutung. In Falkenau/
Sokolov machen jährlich
bis zu 60.000 Fans Station.
VON THORALD MEISEL
FALKENAU/SOKOLOV — Ende April soll
auf dem Eger-Fluss die Saison für
die Wassersporttouristen beginnen.
Dann präsentiert sich auch der seit
vier Jahren bestehende Zeltplatz nahe der Stadt Falkenau/Sokolov in ei-
nem neuen Aussehen. Das hat Bürgermeister Jan Picka angekündigt.
Er will weitere Unternehmer und
Geschäftsleute der Stadt gewinnen,
denn der Wassersport bietet aus seiner Sicht ein großes Potenzial.
Schon jetzt seien jährlich rund
60.000 Fans auf dem Gewässer unterwegs. „Selbst wenn lediglich
20.000 Bootsfahrer in unserer Stadt
Station machen und dabei gerade
mal 100 Kronen ausgeben, macht
das im Jahr zwei Millionen Kronen“,
zeigte er im Gespräch mit der Zeitung „Sokolovsky deník“ auf – Geld,
von dem auch die Händler der Stadt
profitieren können.
Wassersport auf der Eger hat eine
mehr als 25-jährige Tradition. In der
Regel fand im März auf dem knapp
15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Tschirnitz/Tršnice und Königsberg/Kynšperk nad Ohrí die
Tour „Odemykání Ohre“ (Eger-Eröffnung) statt, die vom Verein Jiskra As
organisiert wurde. Im Mai folgte
dann im 16 Kilometer langen Abschnitt zwischen Nechranitz/Nechranice und Saaz/Žatec die Tour „Jarní splutí“, veranstaltet vom Sportclub TJ Loko Žatec.
Inzwischen sind auch deutsche
Reiseveranstalter auf den 297 Kilometer langen Fluss aufmerksam ge-
worden, es gibt sogar OutdoorAbenteuer für Schulklassen. Wer dazu im Internet stöbert, wird schnell
fündig. Die Kanu Dresden GbR beispielsweise bietet für diesen Sommer vier jeweils einwöchige Touren
an, die in Kynsperk nad Ohrí beginnen und über Elbogen/Loket bis
nach Wickwitz/Vojkovice führen.
Als besonders reizvoll gilt der Abschnitt zwischen Elbogen/Loket
und Klösterle/Klasterec. Dort ist die
Eger landschaftlich am schönsten
und bietet auch ab und an leichtes
Wildwasser, das nach Auskunft erfahrener Kanuten selbst für Faltboote und offene Canadier geeignet ist.
fes Tagesprogramm haben zwölf angehende Sozialpädagogen aus Karlsbad/Karlovy Vary vorige Woche in
Schwarzenberg erlebt. Sie besuchten mehrere Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge, um sich
ein Bild davon zu machen, welche
Aufgabenfelder ihr Beruf im Nachbarland umfasst. „Es gibt einige Unterschiede“, so Petra Veršecká (Foto).
Sie unterrichtet die Sozialpädagogen in spe, die an einem Schulzentrum in Karlovy Vary eine dreijährige Ausbildung absolvieren.
„Sie befinden sich alle im ersten
Lehrjahr. Vieles ist für sie also ohnehin noch neu“, so Veršecká. Der Besuch in Schwarzenberg entstand
keineswegs zufällig. „Vor einigen
Jahren gab es ein grenzüberschreitendes Projekt zwischen der Schule in
Tschechien
und
uns“, so Beate Vieweg von der Awo
Erzgebirge. Nachdem es ausgelaufen
war, schlief der
Kontakt ein. „Jetzt
wollen wir die Partnerschaft wieder neu mit Leben füllen.“ In einer Kita erfuhren die tschechischen Studenten beispielsweise,
dass in Deutschland bereits Krippenkinder betreut werden. „Das gibt
es bei uns nicht“, so Veršecká. In der
Holzwerkstatt im Schwarzenberger
Stadtteil Sonnenleithe legten die
Gäste beim Sägen selbst Hand an. Im
Jugendclub „Phönix“ in Grünhain
sowie im Schulclub Schwarzenberg
staunte die Delegation. „Denn bei
uns beschränken sich die Freizeitangebote eher auf kleinere Kinder. Für
Jugendliche und junge Erwachsene
gibt es bei uns bislang kaum so vielfältige Offerten“, sagte Veršecká. Das
sorge für tolle Impulse.
Auch sprachlich bildeten sich die
Tschechen weiter: „Einige sprechen
gut Deutsch, andere kaum.“ Eine
Fremdsprache – zur Wahl stehen zudem Russisch und Englisch – gehöre
jedoch zur Ausbildung. „Für viele ist
es der erste reelle Kontakt mit der
deutschen Sprache. Die Verständigung klappt ganz gut.“ Ein Gegenbesuch, so Vieweg, sei nicht ausgeschlossen. „Wir wollen den Kontakt
auf keinen Fall wieder abreißen lassen.“ (ane)
FOTO: ANNA NEEF
NACHRICHTEN
WIRTSCHAFT
Fahrzeug-Zulieferer
mit Rekordumsatz
NEUDEK/NEJDEK — Der AutomobilZulieferer Witte im Erzgebirgsstädtchen Neudek/Nejdek hat nach einem Bericht der Zeitung „Karlovarsky deník“ 2014 einen Rekordumsatz
von 7,5 Milliarden Kronen (rund
28,8 Millionen Euro) verzeichnet
und will weiter investieren. Die Zahl
der Beschäftigten stieg von 1550 im
Oktober 2013 auf gut 2000. Vorbereitet werde demnach der Bau eines
Zweigbetriebs in Schlackenwerth/
Ostrov. (rewö)
MUSIK
Wettbewerb der
besten Klarinettisten
TEPLITZ/TEPLICE — Vom 5. bis 8. März
ist die nordböhmische Bäderstadt
Teplitz/Teplice Gastgeber für den
1. internationalen Wettbewerb in
der Tschechischen Republik, in dessen Mittelpunkt die Klarinette steht.
Als Veranstalter tritt erstmals die
2013 gegründete Vereinigung Czech
Clarinet Art auf. Vorsitzender der
Jury ist Sergio Delmastro, ein namhafter italienischer Solist, der als
Professor am Mailänder Konservatorium unterrichtet. Das Galakonzert
des Wettbewerbs findet am 8. März
im Haus der Kultur statt. Beginn ist
19 Uhr. (tm)
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 23. Februar 2015
Leichtathletik
Kugelstoßass
David Storl ist
wieder der Chef
im Ring
Seite S4
Seite S1
FUSSBALL
2. Bundesliga
Greuther Fürth
VfR Aalen
Erzgebirge Aue
Karlsruher SC
1860 München
Fort. Düsseldorf
FC Union Berlin
FSV Frankfurt
Braunschweig (A)
- SV Sandhausen
0:0
- FC Ingolstadt
1:1
- SV Darmstadt (N)
0:1
- VfL Bochum
0:0
- FC St. Pauli
2:1
- 1. FC Nürnberg (A) 1:3
- FC Heidenheim (N) 3:1
- FC Kaiserslautern
2:0
- RB Leipzig (N)
heute
1. FC Ingolstadt
22
2. Karlsruher SC
22
3. SV Darmstadt (N)
22
4. FC Kaiserslautern
22
5. Eintr. Braunschweig (A) 21
6. 1. FC Nürnberg (A)
22
7. Fort. Düsseldorf
22
8. FSV Frankfurt
22
9. FC Union Berlin
22
10. RB Leipzig (N)
21
11. FC Heidenheim (N)
22
12. VfL Bochum
22
13. SpVgg Greuther Fürth 22
14. SV Sandhausen
22
15. 1860 München
22
16. Erzgebirge Aue
22
17. VfR Aalen
22
18. FC St. Pauli
22
35:18
30:17
27:16
30:21
30:25
28:32
33:29
29:34
28:34
22:15
31:25
32:32
23:24
18:26
28:35
21:32
16:27
23:42
44
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19
17
3. Liga
Unterhaching
- Chemnitzer FC
0:0
Bor. Dortmund II - Hallescher FC
1:1
Rot-Weiß Erfurt
- VfL Osnabrück
3:1
Hansa Rostock
- FSV Mainz II (N)
2:1
VfB Stuttgart II
- SG Großaspach (N) 4:1
Cottbus (A)
- Jahn Regensburg
4:1
Dresden (A)
- Wehen Wiesbaden 0:1
Preußen Münster - Holstein Kiel
1:3
MSV Duisburg
- Fortuna Köln (N)
2:0
Stuttgarter Kickers - Arminia Bielefeld (A) 0:2
1. Arminia Bielefeld (A)
2. Rot-Weiß Erfurt
3. MSV Duisburg
4. Preußen Münster
5. Holstein Kiel
6. Energie Cottbus (A)
7. Stuttgarter Kickers
8. Dynamo Dresden (A)
9. Wehen Wiesbaden
10. Fortuna Köln (N)
11. VfL Osnabrück
12. Chemnitzer FC
13. Hallescher FC
14. VfB Stuttgart II
15. SpVgg Unterhaching
16. Hansa Rostock
17. Bor. Dortmund II
18. FSV Mainz II (N)
19. SG Großaspach (N)
20. Jahn Regensburg
26
26
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31:34
33:41
34:43
35:51
25:32
27:39
24:44
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24
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22
19
NACHRICHT
BOXEN
Abraham verteidigt
WM-Titel souverän
BERLIN — Im reifen Alter wird BoxWeltmeister Arthur Abraham immer besser. Einen Tag nach seinem
35. Geburtstag verteidigte der
WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht am späten Samstagabend
seinen Titel zum zweiten Mal innerhalb von knapp fünf Monaten gegen
Herausforderer Paul Smith in überzeugender Manier. Diesmal stand
der Brite vor knapp 8000 Zuschauern in der Berliner „O2 World“ noch
deutlicher auf verlorenem Posten.
„Arthur war dieses Mal noch souveräner“, lobte sogar der strenge Abraham-Trainer Uli Wegner. Wie im
September des vergangenen Jahres
kam Abraham nach zwölf Runden
zu einem einstimmigen Punktsieg
mit 116:112, 117:111, 117:111 Richterstimmen. (dpa)
einfach nur Freude pur: Katharina Althaus, Carina Vogt, Richard Freitag und Severin Freund (von links) nach dem Gold-Coup im Mixed-Teamspringen.
FOTO: FREDRIK VON ERICHSEN/DPA
Die Gold-WG vom Fichtelberg
Erst legte Eric Frenzel mit
dem ersten Team-Gold der
deutschen Kombinierer
bei einer WM seit 28 Jahren vor. Dann setzte sein
Oberwiesenthaler Vereinsgefährte Richard Freitag
einen drauf.
VON THOMAS PRENZEL
FALUN — Was für ein Tag in Falun.
Die Wohngemeinschaft von Skispringer Richard Freitag und Kombinierer Eric Frenzel am Sparingberg in Oberwiesenthal ist seit gestern eine richtige Gold-WG. Denn
der 23-jährige Freitag flog das erste
Mal auf den Skisprung-Thron, nachdem Frenzel bereits 2011 in Oslo
und 2013 im Val di Fiemme eine
Goldmedaille bei Weltmeisterschaften errungen hatte. „Es ist bis jetzt
nicht viel anders, aber es fühlt sich
genial an. Wir hatten heute drei Athleten im Team, die solche Situatio-
nen kennen. Aber Katharina hat
sich wohl ein Extralob verdient“,
sagte der Erzgebirger nach dem
Wimpernschlagfinale in Falun auf
der kleinen Schanze. Einzel-Weltmeisterin Carina Vogt hatte mit
zwei soliden Sprüngen gut vorgelegt. Freitag erwischte im Gegensatz
zum Vortag im Einzel (Rang sieben)
den Absprung am Schanzentisch
genauer, segelte auf 93,3 und 92,0
Meter. Nach ihm bestand besagte
Katharina Althaus mit starken 91,0
und 92,5 Metern ihre WM-Feuertaufe mit Bravour. Und schließlich vergrößerte Severin Freund – kalt wie
Hundeschnauze – beim Finale furioso den 0,6-Punkte-Vorsprung auf
2,3 Zähler vor Norwegen.
Der Bayer gewann diesmal das
Duell mit Einzel-Weltmeister Rune
Velta, der noch 24 Stunden zuvor
mit hauchdünnen 0,4 Zählern Vorsprung vor Freund triumphiert hatte. Richard Freitag aber wusste, dass
es diesmal klappen könnte. Schließlich sollte sich das Spiel der vergangenen Jahre nicht erneut wiederholen. Schon dreimal war sein Zimmerkumpel Eric Frenzel mit Gold
von den Saisonhöhepunkten bei
Olympia in Sotschi oder zuvor bei
der WM im Val di Fiemme (2013)
und am Holmenkollen (2011) zurückgekehrt. Zwar liegt der Kombinierer mit insgesamt nunmehr
neun Medaillen (4 Gold, 2 Silber,
3 Bronze) noch deutlich vorn, aber
Freitag hat seine Bilanz nun auch
mit einem Goldstück aufpoliert. Bei
der Skiflug-WM in Vikersund
(2012) hatte er bereits Silber im
Eric Frenzel
Kombinierer
FOTO: FREDRIK SANDBERG/DPA
Team eingeheimst. Das gleiche Edelmetall gab es ein Jahr später im
Team bei der WM in Predazzo, wo er
noch Bronze im Mixed gewann.
„Das Gold bedeutet mir sehr viel.
Ich habe zuvor Erics Triumph mit
den Kombinierern nur so halb mitbekommen, weil ich mich selbst
vorbereiten musste. Aber das war
vielleicht bisher immer das Problem, dass Eric so gut vorgelegt und
mich in Zugzwang gebracht hat“,
sagte Freitag augenzwinkernd.
Denn schon zuvor strahlte WGKumpel Frenzel, der Freitag am Vorabend viel Glück gewünscht hatte,
übers ganze Gesicht. „Ich wusste,
dass ,Rich‘ es drauf hat. Dass wir es
fast zeitgleich zum Gold geschafft
haben, ist natürlich doppelt schön“,
erklärte der Erzgebirger. Eine Wette,
etwa, wer mit weniger Medaillen
heimkehrt, muss die nächsten sechs
Wochen den Müll runterbringen,
gibt es aber nicht zwischen beiden.
„Wir haben ja so schon genug
Druck, da müssen wir uns nicht
noch zusätzlich welchen auferlegen“, flachste der drei Jahre ältere
Kombinierer, der wie seine drei
Mannschaftskollegen Tino Edelmann, Fabian Rießle und Johannes
Rydzek sein erstes Team-Gold erkämpfte. „Endlich, endlich, seit
28 Jahren und drei Tagen hat es
Deutschland nun mal wieder geschafft“, zeigte sich Frenzel in der
Statistik gut unterrichtet. 1987 starteten in Oberstdorf noch zwei deutsche Mannschaften. Die bundesdeutsche holte Gold mit Thomas
Müller, Hans-Peter Pohl und dem
heutigen Bundestrainer Hermann
Weinbuch. Klar, dass im Lugnet-Stadion von Falun gestern so manche
Träne floss. „Naja, es hat ja auch
langsam genervt, wenn man immer
wieder darauf angesprochen wurde,
wann es denn nun mit Gold klappt“,
sagte Frenzel, der bei allen Glücksgefühlen einen seiner langjährigen
Weggefährten nicht vergaß. Björn
Kircheisen sollte gestern nicht die
einfachsten Momente seiner Karriere erleben. Bei 10 der 20 vergeblichen Anläufe auf das Team-Gold
stand der 31-Jährige in der Mannschaft, holte mit seinen Gefährten
bei oft hauchdünnen Entscheidungen neunmal Silber und einmal
Bronze. Den elften und erfolgreichen Anlauf zum Gold erlebte er
nun als Ersatzmann an der Strecke.
Bei der Hymne im Stadion stand er
in der Schlange der Trainer und Betreuer ganz außen. Kircheisen: „Ich
bin relativ emotionslos. Klar, wäre
ich gern selbst dabei gewesen. Aber
so ist der Sport.“ Und noch ist die
WM in Falun nicht zu Ende.
WEITERE BERICHTE von der nordischen
Ski-WM lesen Sie auf Sportseite 5
Bitter für Aue: Wood fällt lange aus
Der Winter-Neuzugang
war beim Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge auf
Anhieb zum Leistungsträger avanciert. Gegen
Darmstadt 98 zog er sich
eine Knieverletzung zu.
VON OLAF MORGENSTERN
Bei diesem Zusammenprall mit Darmstadts Aytac Sulu zog sich Aues Angreifer Bobby Wood die schwere Knieverletzung zu.
FOTO: PICTURE POINT
AUE — FCE-Trainer Tomislav Stipic
hatte am Freitagabend bereits geahnt, dass sich sein Angreifer Bobby
Wood beim Zusammenprall mit
Darmstadts Aytac Sulu folgenschwer verletzt hatte. „Diese Niederlage trifft uns doppelt hart“, meinte
Stipic unmittelbar nach der 0:1-
Heimniederlage gegen den Aufsteiger. Am Sonnabend ereilte die Auer
die traurige Gewissheit: Wood,
bis zu seiner Auswechslung in der
54. Minute bester Mann auf dem
Platz, fällt mindestens zwei Monate
aus. Der 22 Jahre alte Winter-Neuzugang von 1860 München unterzog
sich noch in der Nacht einer MRTUntersuchung. Die ergab einen
Innenbandanriss im rechten Knie.
Zudem besteht der Verdacht auf
einen eingerissenen Meniskus.
Wood reiste umgehend nach München, wo er sich bei einem Kniespezialisten behandeln lassen will.
„Das ist natürlich keine gute
Nachricht für uns. Jetzt müssen wir
seinen Ausfall kompensieren. Unser
Kader ist breit und gut besetzt“,
erklärte Stipic, dem im Sturm allerdings die Alternativen fehlen.
Gegen Darmstadt brachte der Trainer erstmals in diesem Jahr Romario
Kortzorg zum Einsatz. Der Niederländer knüpfte jedoch nahtlos an
seine schwachen Leistungen aus
dem Spätherbst an. Eine weitere
Alternative heißt Arvydas Novikovas. Der Litauer musste am Freitag
wegen einer Adduktorenzerrung
pausieren. Sowohl Kortzorg als auch
Novikovas sind aber eher Außenspieler als Stürmer.
Gut möglich, dass Stipic bis zum
kommenden Sonntag, wenn das
Kellerduell beim Schlusslicht FC St.
Pauli ansteht, sein Spielsystem verändern und ab sofort wieder nur mit
einem echten Stürmer spielen wird.
Im neuen Jahr hatten Wood und Stefan Mugosa, der im Januar vom 1. FC
Kaiserslautern gekommen war, stets
eine Doppelspitze gebildet und für
viel Unruhe in den gegnerischen
Abwehrreihen gesorgt. Gegen
Darmstadt kam es mit der Auswechslung von Wood zu einem
Bruch im Spiel der Veilchen. „Danach hatten wir viele Ballverluste,
konnten die Bälle vorn kaum noch
festmachen, die Entlastung hat uns
gefehlt“, wertete Abwehrspieler Nils
Miatke, der zu allem Unglück kurz
vor dem Abpfiff auch noch die
Gelb-Rote Karte sah. Er ist damit für
das Spiel am Sonntag gesperrt.
Stipic war mit der Leistung seiner
Mannschaft nicht gänzlich unzufrieden. „Wir haben nicht viel falsch
gemacht. Die eine Unachtsamkeit
wurde von Darmstadt leider eiskalt
bestraft“, meinte der Kroate: „Wir
müssen bis zum Sonntag ein paar
kleine Details korrigieren, dann
werden wir in Hamburg punkten.“
S2 Freie Presse
KOMMENTAR
Reine
Kopfsache
SPORT
Montag, 23. Februar 2015
Gestatten Hitz: Torhüter und Torjäger
VON THOMAS TREPTOW
thomas.treptow@freiepresse.de
F
ußball ist oftmals reine Kopfsache. Das bekamen am
22. Spieltag der Bundesliga
die Schalker schmerzhaft zu spüren,
als Bremens Prödl in der Nachspielzeit der Partie seine 1,94 Meter in die
Höhe schraubte und den Ball über
den sorgfältig gekämmten Scheitel
ins Tor der Königsblauen rutschen
ließ. Prompt ließen die Gastgeber
die Köpfe hängen, während sich die
tapferen Werderaner die selben
wohl nicht mehr zerbrechen müssen. Wenn die Jungs von Viktor Skripnik, der sich seine stoische Ruhe
wahrscheinlich von seinem ukrainischen Landsmann und Trainerlegende Walerij Lobanowski abgeschaut hat, weiter so selbstbewusst
auftreten, dann haben sie in punkto
Klassenerhalt nichts mehr zu fürchten. Das eine breite Brust Berge versetzen kann, zeigt nicht zuletzt der
scheinbar völlig unbekümmert aufspielende FC Augsburg.
Weniger zum Fürchten, dafür
aber ratlos im Quadrat schaut derzeit Huub Stevens drein. Der Trainerfuchs scheint mit seinem Latein
am Ende. Ihm gelingt es offenbar
nicht mehr, die Schaltzentralen
seiner Stuttgarter auf Optimismus
umzupolen. Vielmehr läuft in den
Oberstübchen der VfB-Profis etwas
schief, ansonsten würden sie nicht
auf dem Feld herumirren, als hätten
sie ein Brett vor dem Kopf.
Abstiegsangst kann ein lähmender Faktor sein, wenn trotz Moral
und Einsatz unter dem Strich nichts
herauskommt. Das Fleisch ist willig,
aber der Geist ist schwach. Das
hätten noch vor drei Wochen wahrscheinlich auch die Dortmunder
unterschrieben, die den Kopf offenbar rechtzeitig aus der Schlinge gezogen haben. Apropos: Wer deutscher Meister wird, darüber muss
sich nun wirklich keiner mehr den
Kopf zerbrechen.
SPRÜCHE
Augsburgs Torwart Marwin Hitz nimmt Maß. Gebannt verfolgt Leverkusens
FOTO: CARMEN DAMMASCHKE-GERSTMAYR/DPA
Ömer Toprak (r.) die Aktion.
Mit seiner Tor-Rarität
macht sich Augsburgs
Keeper in einem wilden
Spiel zum gefeierten Helden beim nächsten Schritt
Richtung Europa.
VON CHRISTIAN KUNZ
UND SIMON RIBNITZKY
AUGSBURG — Als Torheld für die Bundesliga-Ewigkeit war Marwin Hitz
zu Späßchen aufgelegt. „Ich hab zu
meinen Mitspielern ja schon ein
paar Mal gesagt, dass ich pro Jahr
sicher fünf Tore mache, wenn ich
bei jedem Standard nach vorne gehe.
Das musste ich mal unter Beweis
stellen“, flachste der Augsburger Torhüter nach seinem Treffer in der
Nachspielzeit zum 2:2 (0:1) gegen
Bayer Leverkusen. Als erst dritter
Bundesliga-Keeper sorgte der 27-jährige Schweizer für die Torwart-Torsensation aus dem Spiel heraus.
„Wenn wir die Spiele, die unentschieden
ausgegangen sind, gewonnen hätten,
wären wir Richtung Europacup unterwegs.“
Kölns Chefcoach Peter Stöger
nach dem 1:1 gegen Hannover, dem
vierten Remis in Serie in einem
Heimspiel und dem siebten insgesamt.
„Wenn Marwin
hinten die Dinger
reinlässt, muss er
sie vorne schießen.“
Daniel Baier FCA-Kapitän
„Ich habe nicht gewusst, dass ich
einen Torjäger ins Tor stelle“, wunderte sich FCA-Trainer Markus
Danach ist der Jubel im Augsburger
Lager grenzenlos.
Weinzierl, der nach dem Ausgleichstreffer (90.+4) wie aufgedreht über
den Rasen sprintete. „Es wird auf
jeden Fall in die Geschichte eingehen.“ Viel wichtiger als die Torwarttor-Rarität war aber allen Augsburgern der im Fußball-Spektakel mit
herausragender Moral erkämpfte
Punkt. Im Rennen um einen Europacup-Startplatz hält der Tabellenfünfte die Leverkusener zwei Punkte auf
Distanz. „Normalerweise bist du
beim Stand von 1:2 tot, aber nicht
unsere Mannschaft“, lobte der
glückselige Weinzierl seine Malocher nach einem wilden Finish.
Das nächste Kapitel im schwäbischen Bundesliga-Märchen hätte für
Hitz („Ich habe nur einmal ein Eigentor geköpft“) aber auch viel trauriger enden können. Beim 1:0 durch
Josip Drmic (8.) sah der Torhüter, der
2013 vom VfL Wolfsburg kam und
einen Vertrag bis 2016 hat, nicht gut
aus. Längst nicht in allen Szenen
wirkte der Schlussmann bei seiner
Rückkehr auf den Rasen sicher.
Weinzierl hatte ihm aufgrund seiner fußballerischen Stärke den Vor-
Caiuby (59.) beim atemberaubenden Schlussakkord noch den zweiten FCA-Treffer für den ersten Punkt
gegen das Bayer-Trauma (sieben
Niederlagen in sieben Spielen) bei.
„Ich gönne Marwin Hitz absolut
ein Tor, aber es muss nicht unbedingt gegen uns sein“, gab BayerTrainer Roger Schmidt vier Tage vor
dem Champions-League-Achtelfinale gegen Atlético Madrid zu. „Wir
schaffen Helden, aber wir wollen natürlich eigene Helden haben.“ (dpa)
zug vor Alexander Manninger gegeben.
„Ich war sehr lange verletzt. Es
war sicher nicht leicht reinzukommen“, gestand Familienvater Hitz,
der Landsmann Roger Federer sein
sportliches Vorbild nennt. In den
Schlussminuten war Hitz aber sicher zur Stelle. Mit zwei Paraden bewahrte er sein Team kurz nach dem
unhaltbar abgefälschten Schuss von
Stefan Reinartz (84.) vor dem K.o.
Und dann steuerte er nach Joker
In einer Reihe mit Jens Lehmann und Frank Rost
In über 50 Jahren Fußball-Bundesliga ist Marwin Hitz erst der dritte
Torhüter, der aus dem Spiel heraus
einen Treffer erzielt hat. Zuvor glückte das nur Jens Lehmann und Frank
Rost. Lehmann traf zudem einmal per
Elfmeter und kam so wie Andreas
Köpke (2 Elfmeter-Tore) auf zwei Bundesliga-Treffer. Unerreicht ist Jörg
Butt mit seinen 26 Strafstoßtoren.
19. Dezember 1997: Im Revierderby
zwischen Dortmund und Jens Leh-
manns Schalker kommt der Ball nach
einem Eckball zum späteren Nationaltorhüter. Dieser köpft am langen
Pfosten aus nächster Distanz ein. In
letzter Sekunde erzielt er das 2:2.
31. März 2002: Frank Rost leitet für
Werder Bremen die Wende beim 4:3
gegen Hansa Rostock ein. Der Werder-Keeper trifft mit einem satten
Schuss aus der Nahdistanz zum 3:3.
Ailton sorgt dann in der Nachspielzeit
noch für den Bremer Sieg. (dpa)
Dost-Festspiele gehen weiter
WOLFSBURG — Bas Dost ist einfach
nicht zu stoppen. Mit seinem nächsten Doppelpack hat der Torjäger des
VfL Wolfsburg die Abstiegsnot bei
Hertha BSC vergrößert. Gestern gewann der VfL mit 2:1 (1:1) gegen den
kampfstarken, aber biederen Tabellenvorletzten aus Berlin. Mit seinen
Toren sieben und acht (10./74.) binnen einer Woche war der Niederlän-
der Dost erneut der Sieg-Garant für
das Team von Trainer Dieter Hecking. Lob gab es von Manager
Klaus Allofs: „Wenn man einen Lauf
hat, dann steht man eben richtig
und schießt die Tore am Fließband“,
sagte er beim TV-Sender Sky. Neuzugang André Schürrle befand: „Er
steht immer wieder goldrichtig.“
Der zwischenzeitliche Ausgleich
von Julian Schieber (30.) war zu wenig für die Berliner.
Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nutzten die Wolfsburger die Patzer der Konkurrenz im
Kampf um die Vize-Meisterschaft.
Schon nach zehn Minuten stellte
Dost die Weichen. Der Portugiese
Vierinha, der seinen Vertrag gerade
erst bis 2018 verlängert hatte, wirbelte auf der rechten Seite und legte
ab auf Schürrle. Der Nationalspieler
leistete per Kopf die Vorarbeit. Und
der Niederländer hatte keine Probleme, seinen sechsten Treffer im dritten Bundesliga-Spiel in Serie zu erzielen.
Die Wolfsburger bestimmten das
Geschehen. Hecking schaute dem
Treiben entspannt zu, denn die
kampfstarken Gäste wirkten harmlos. Und schlugen nach einer halben
Stunde doch zu. Schieber verwandelte eine Vorlage von Valentin Stocker nach zwei groben Abwehrfehlern von Sebastian Jung und Robin
Knoche in echter Torjägermanier,
die Hertha durfte wieder hoffen.
Unbeirrt spulten die Wölfe ihr
Pensum ab, Schürrle (39.) traf das
Außennetz, der Belgier Kevin de
Bruyne (43.) scheiterte mit einem
Weitschuss. Die Berliner hatten in
Torhüter Thomas Kraft allerdings
einen guten Rückhalt, er zeichnete
sich unter anderem gegen De Bruyne (55.) aus. Nur drei Minuten später
legte Dost uneigennützig auf
Schürrle ab, doch der Nationalspieler drosch den Ball über das Tor. Eine
Viertelstunde vor Schluss war Kraft
chancenlos, denn der Niederländer
netzte erneut ein. Der Brasilianer
Gustavo traf mit seinem Schuss nur
den rechten Pfosten, Dost staubte
eiskalt ab. Herthas Jens Hegeler
schaute tatenlos zu. (dpa)
0:3 Robben (63./Foulelfmeter), 0:4 Ribéry
(72.), 0:5 Weiser (78.), 0:6 Robben (86.), Rote Karten: Hartherz (62./Notbremse).
1. FC Köln - Hannover 96 1:1 (1:1)
Köln: Horn - Olkowski (V), Maroh, Wimmer,
Hector - Risse (61. Halfar), Vogt (V), Lehmann, Peszko - Ujah, Osako (87. Deyverson)
Hannover: Zieler - João Pereira, Marcelo, Sané
(V), Albornoz (74. Pander) - Hirsch (V), Gülselam (V) - Briand (90.+3 Andreasen), Stindl,
Bittencourt (73. Prib) - Joselu
SR.: Perl (Pullach),Zuschauer: 47.300 Tore:
0:1 Joselu (5.), 1:1 Ujah (17.), Gelb-Rote Karte: João Pereira (90.+1/Foulspiel).
FC Augsburg - Bayer Leverkusen 2:2 (0:1)
FC Augsburg: Hitz - Kohr (86. Parker), Callsen-Bracker, Klavan, Baba - Baier - Bobadilla,
Højbjerg (90.+2 Djurdjic), Altintop, Werner - Ji
(46. Caiuby)
Leverkusen: Leno - Castro, Toprak, Papadopoulos (V), Wendell - Calhanoglu, Rolfes Brandt (58. Reinartz), Bellarabi (V), Son (74.
Hilbert/V) - Drmic (87. Kießling)
SR.: Welz (Wiesbaden), Zuschauer: 28.154,
Tore: 0:1 Drmic (8.), 1:1 Caiuby (59.), 1:2
Reinartz (84.), 2:2 Hitz (90.+4).
Hamburger SV - Bor. Mönchengladbach 1:1
(0:0)
HSV: Drobny - Diekmeier, Djourou (V), Rajkovic, Ostrzolek - Jiracek (V), Kacar (85. Westermann) - Nicolai Müller, Stieber, Gouaida (77.
Götz) - Olic (25. Rudnevs)
Mönchengladbach: Sommer - Korb, Stranzl,
Jantschke, Wendt - Hahn (76. Hazard), Kramer
(79. Hrgota), Nordtveit, Traoré (V/62. Raffael)
- Herrmann, Kruse (V)
Schiedsrichtwr: Zwayer (Berlin), Zuschauer:
52.105, Tore: 1:0 Stieber (73.), 1:1 Hrgota
(90.+2).
VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:1 (1:1)
Wolfsburg: Benaglio - Jung (46. Arnold), Naldo, Knoche, Rodriguez (V) - Träsch, Luiz Gustavo - Vieirinha (77. Caligiuri), De Bruyne,
Schürrle - Dost (90. Bendtner)
Hertha: Kraft - Pekarik, Hegeler, Brooks,
Schulz (V) - Lustenberger, Skjelbred - Ndjeng
(73. Beerens), Stocker (V/77. Ronny), Schieber - Kalou
SR.: Winkmann (Kerke), Zuschauer: 27.683,
Tore: 1:0 Dost (10.), 1:1 Schieber (30.), 2:1
Dost (74.).
Der VfL Wolfsburg hat die
Abstiegsnot von Hertha
BSC durch einen 2:1-Sieg
vergrößert. Torjäger
Bas Dost traf doppelt.
„Das ist eine andere Art der Bestätigung, aber es ist eine deutliche Bestätigung für meine Arbeit hier in all den
Jahren.“
Der Hoffenheimer Torwart Oliver Baumann zu den Schmähgesängen der Freiburger Fans bei seiner Rückkehr mit der TSG.
„Ich bin nur ein Trainer, nur ein
Mensch, nicht der Messias.“
Trainer Huub Stevens vom
VfB Stuttgart zu seinen Möglichkeiten im Kampf um den Klassenverbleib.
„Wenn Marwin hinten die Dinger
reinlässt, muss er sie vorne schießen“, konterte der scherzende
Ersatzkapitän Daniel Baier – und
staunte. „Eiskalt im Abschluss, da
kann ich mir noch ’ne Scheibe von
abschneiden.“ Alle waren verblüfft
vom Tor-Kunststück des Schweizers
mit einem Drehschuss im FünfMeter-Raum. Und das auch noch
beim Comeback, fast auf den Tag genau drei Monate nach einem Teilriss
eines hinteren Kreuzbandes.
Marwin Hitz hat abgezogen und vorbei am chancenlosen Bayer-Torhüter
FOTO: ADAM PRETTY/BONGARTS/GETTY IMAGES (2)
Bernd Leno fliegt das Leder ins Netz.
Torjäger Bas Dost ist nicht zu stoppen.
FOTO: IMAGO
FUSSBALL-BUNDESLIGA – 22. SPIELTAG
VfB Stuttgart - B. Dortmund 2:3 (1:2)
Stuttgart: Ulreich - Schwaab (78. Kostic),
Baumgartl, Niedermeier, Sakai - Klein, Serey
Die (V), Gruezo (56. Leitner), Hlousek (72. Ibisevic) - Harnik, Werner
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (V), Subotic, Sokratis, Schmelzer - Gündogan, Sahin Kampl (46. Mchitarjan), Kagawa (V/69. Blaszczykowski), Reus (90. Ginter) - Aubameyang
SR.: Aytekin (Oberasbach), Zuschauer: 60.000
(ausv.), Tore: 0:1 Aubameyang (25.), 1:1 Klein
(32./FE), 1:2 Gündogan (39.), 1:3 Reus (89.),
2:3 Niedermeier (90.+1).
SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 1:1 (1:1)
Freiburg: Bürki - Riether, Höhn, Torrejón, Günter - Klaus, Sorg, Darida, Schmid - Philipp
(V/72. Mehmedi), Guédé (V/81. Schahin)
Hoffenheim: Baumann - Beck, Abraham, Bicakcic, Kim (V) - Rudy, Schwegler (V/45.+1
Polanski) - Volland, Roberto Firmino, Salihovic
(V/90. Elyounoussi) - Modeste (85. Szalai)
SR.: Gagelmann (Bremen), Zuschauer:
23.800, Tore: 1:0 Höhn (25.), 1:1 Volland
(39.), Rote Karte: Torrejón (90.+2/grobes
Foulspiel).
FSV Mainz - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)
Mainz: Karius - Brosinski (V), Bell, Bungert
(V), Bengtsson - Geis, Baumgartlinger - Clemens (73. Jairo), Malli (89. Soto), De Blasis Okazaki (78. Koo)
Frankfurt: Trapp - Chandler, Zambrano, Madlung, Oczipka - Aigner (V), Russ (69. Kittel),
Stendera, Piazón (V/86. Anderson) - Seferovic
(V), Meier
SR.: Brych (München), Zuschauer: 32.237, Tore: 0:1 Aigner (35.), 1:1 Clemens (38.), 2:1
Geis (47.), 3:1 Malli (50.), Gelb-Rote Karte:
Zambrano (83./wiederh. Foulspiel).
FC Schalke 04 - Werder Bremen 1:1 (0:0)
Schalke: Wellenreuther - Höwedes, Matip (73.
Aogo), Nastasic (V) - Barnetta, Höger, Neustädter, Meyer (86. Ayhan), Fuchs - ChoupoMoting, Platte (70. Boateng)
Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Garcia (V) - Kroos (70. Aycicek) Fritz, Junuzovic - Bartels (V/85. Prödl) - Di
Santo, Selke (72. Hajrovic)
SR.: Gräfe (Berlin), Zuschauer: 61.973 (ausv.),
Tore: 1:0 Meyer (61.), 1:1 Prödl (90.+2).
SC Paderborn - Bayern München 0:6 (0:2)
SC Paderborn: Kruse - Heinloth, Rafa (75.
Vrancic), Ziegler, Hünemeier, Hartherz - Koc,
Bakalorz (71. Pepic), Rupp, Meha - Kachunga
(59. Lakic)
Bayern München: Neuer - Rafinha (76. Weiser), Boateng, Badstuber, Bernat (79. Dante) Xabi Alonso (73. Rode), Alaba - Robben, Müller, Ribéry - Lewandowski
SR.: Dankert (Rostock), Zuschauer: 15.000
(ausv.), Tore: 0:1, 0:2 Lewandowski (24, 37.),
Tabelle
1. (1.)
2. (2.)
3. (3.)
4. (4.)
5. (5.)
6. (6.)
7. (7.)
8. (8.)
9. (9.)
10. (10.)
11. (14.)
12. (15.)
13. (11.)
14. (13.)
15. (12.)
16. (16.)
17. (17.)
18. (18.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
Bor. Mönchengladbach
FC Schalke 04
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
Hoffenheim
Werder Bremen
Eintr. Frankfurt
Hannover 96
FSV Mainz
Borussia Dortmund
1. FC Köln (N)
Hamburger SV
SC Paderborn (N)
SC Freiburg
Hertha BSC
VfB Stuttgart
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
22
17
14
10
10
11
8
8
8
7
7
5
7
6
6
5
4
6
4
4
5
7
5
2
9
6
6
7
5
10
4
7
6
8
10
3
6
1
3
5
7
9
5
8
8
8
10
7
11
9
10
9
8
13
12
59:9
48:24
29:18
32:24
32:29
36:29
34:35
36:44
40:44
25:33
30:31
28:31
20:25
15:31
23:41
24:31
27:42
23:40
55
47
37
35
35
33
30
30
28
26
25
25
25
24
23
22
21
18
36:3
27:8
20:10
19:10
24:16
22:15
22:18
20:13
23:21
12:13
17:11
13:12
5:9
10:12
15:20
13:15
11:18
6:22
31
32
24
25
23
18
20
21
18
16
16
14
9
15
13
12
13
5
23:6
21:16
9:8
13:14
8:13
14:14
12:17
16:31
17:23
13:20
13:20
15:19
15:16
5:19
8:21
11:16
16:24
17:18
24
15
13
10
12
15
10
9
10
10
9
11
16
9
10
10
8
13
Torjäger
Arjen Robben (Bayern)
Alexander Meier (Frankfurt)
Bas Dost (Wolfsburg)
Robert Lewandowski (Bayern)
Franco Di Santo (Bremen)
Karim Bellarabi (Leverkusen)
Mario Götze (Bayern)
Thomas Müller (Bayern)
Pierre-Emerick Aubameyang (BVB)
Eric Maxim Choupo-Moting (Schalke)
16 Tore
14
11
10
10
9
9
9
9
9
Die nächsten Spiele:
Freitag, 27. Februar: Bayern München - 1. FC
Köln (20.30 Uhr), Samstag, 28. Februar: Hertha - Augsburg, Bayer Leverkusen - Freiburg,
Borussia Dortmund - Schalke 04, Hannover Stuttgart, Hoffenheim - FSV Mainz (alle 15.30
Uhr), Eintracht Frankfurt - Hamburger SV
(18.30), Sonntag, 01. März: Mönchengladbach - Paderborn (15.30 Uhr), Bremen Wolfsburg (17.30).
SPORT
Montag, 23. Februar 2015
Freie Presse
S3
Top-Leistungen und Emotionen pur
FUSSBALL
2. Bundesliga
22. Spieltag: FCE Aue - Darmstadt 98 0:1
FSV Frankfurt - Kaiserslautern 2:0 (0:0)
Schiedsrichter: Rohde (Rostock); Tore: 1:0 Grifo (71.), 2:0 Dedic (89.); Zuschauer: 10.153.
Gelb-Rote Karte: Aoudia (FSV/73./wiederholtes Foulspiel).
Fort. Düsseldorf - 1. FC Nürnberg 1:3 (0:0)
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg); Tore: 1:0
Pohjanpalo (67.), 1:1 Stark (71.), 1:2 Blum
(77.), 1:3 Kerk (88.); Zuschauer: 30.213.
Union Berlin - 1. FC Heidenheim 3:1 (2:1)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding); Tore: 0:1
Schnatterer (5.), 1:1 Kreilach (7.), 2:1 Brandy
(28.), 3:1 Quiring (56.); Zuschauer: 16 512.
SpVgg Greuther Fürth - SV Sandhausen 0:0
Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn); Zuschauer: 9135. Bes. Vork.: Hesl (Fürth) hält Foulelfmeter von Wooten (18.).
VfR Aalen - FC Ingolstadt 04 1:1 (0:0)
Schiedsrichter: Schriever (Dorum); Tore: 1:0
Gjasula (56./Foulelfmeter), 1:1 Leckie (77.);
Zuschauer: 5048.
1860 München - FC St. Pauli 2:1 (1:0)
Schiedsrichter: Osmers (Hannover); Tore: 1:0
Gonther (10./Eigentor), 2:0 Wolf (72.), 2:1
Nöthe (77.); Zuschauer: 25.100.
Karlsruher SC - VfL Bochum 0:0
Schiedsrichter: Kampka (Mainz); Zuschauer:
11 989.
Heute, 20.15 Uhr: Eintracht Braunschweig RB Leipzig (Sky und Sport1 live).
Nächster Spieltag (27. Februar bis 2. März)
Freitag, 18.30 Uhr: Darmstadt - Braunschweig, Kaiserslautern - Fürth, Bochum - FSV
Frankfurt. Samstag, 13.00 Uhr: Sandhausen Aalen, Nürnberg - Karlsruhe. Sonntag, 13.30
Uhr: Leipzig - Union Berlin, St. Pauli - Aue, Heidenheim - Düsseldorf. Montag, 20.15 Uhr: Ingolstadt - 1860 München.
3. Liga
26. Spieltag: Unterhaching - Chemnitz 0:0
Bor. Dortmund II - Hallescher FC 1:1 (0:1)
Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach); Tore:
0:1 Furuholm (44.), 1:1 Nyarko (89.); Zuschauer: 631.
Hansa Rostock - FSV Mainz 05 II 2:1 (0:0)
Schiedsrichter: Huber (Passau); Tore: 1:0 Ziemer (60.), 2:0 Schünemann (69.), 2:1 Klement (89.); Zuschauer: 7300.
VfB Stuttgart II - SG Sonnenhof Großaspach 4:1 (1:0)
Schiedsrichter: Cortus (Nürnberg); Tore: 1:0
Haggui (42.), 1:1 Rühle (65.), 2:1 Ginczek
(69.), 3:1 Ginczek (71.), 4:1 Breier (81.); Zuschauer: 950. Bes. Vork.: Wanitzek (VfB) verschießt Foulelfmeter (64.).
Rot-Weiß Erfurt - VfL Osnabrück 3:1 (1:0)
Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf); Tore: 1:0
Aydin (44.), 2:0 Czichos (57.), 2:1 Gohouri
(64./Eigentor), 3:1 Kammlott (90.+1); Zuschauer: 5952. Rote Karten: Thomik
(VfL/26./Notbremse).
Dyn. Dresden - Wehen Wiesbaden 0:1 (0:0)
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart); Tore: 0:1
Jänicke (52.); Zuschauer: 20.797. Bes. Vork.:
Wiegers (Dresden) hält Foulelfmeter von Vunguidica (64.).
Preußen Münster - Holstein Kiel 1:3 (1:2)
Schiedsrichter: Günsch (Marburg); Tore: 1:0
Kara (35.), 1:1 Lindner (39.), 1:2 Kazior
(42.), 1:3 Kazior (69.); Zuschauer: 8672.
Stuttgarter Kickers - Bielefeld 0:2 (0:0)
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle); Tore:
0:1 Schütz (61.), 0:2 Dick (81.); Zuschauer:
8250.
MSV Duisburg - Fortuna Köln 2:0 (1:0)
Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg); Tore: 1:0,
2:0 Onuegbu (17., 83.); Zuschauer: 12.041.
Energie Cottbus - Regensburg 4:1 (1:0)
Schiedsrichter: Schlager (Niederbühl); Tore:
1:0 Kleindienst (32.), 1:1 Steininger (47.),
2:1 Kleindienst (58.), 3:1 Michel (68.), 4:1
Kleindienst (83.); Zuschauer: 6390.
Es war kein RennrodelWeltcup wie jeder anderer.
Umjubelt wurden glanzvolle Sieger. Ebenso aber
auch Anke Wischnewski,
deren erfolgreiche sportliche Karriere zu Ende geht.
Eggert/Benecken wollen
voll auf Angriff fahren
Der Doppelsitzer-Wettbewerb ist
die einzige Disziplin, in der es im
Rennrodel-Weltcup noch spannend
zugeht. In Führung liegen nicht die
Superstars Tobias Wendl und Tobias
Arlt aus Berchtesgaden, sondern die
Thüringer Toni Eggert und Sascha Benecken. Die Bayern sind zwar nach ihrem Sieg in Altenberg weiter herangerückt, doch müssen in Sotschi die
Thüringer nur Zweiter werden, um die
Kristallkugel zu gewinnen. „Wir fahren voll auf Angriff“, gab sich Toni Eggert in Altenberg kämpferisch.
VON STEFAN GEYLER
ALTENBERG — Siegerehrungen müs-
sen nicht unbedingt langweilig sein.
Zum Beispiel wie gestern zu Ende
des Rennrodel-Weltcups in Altenberg. Da stand plötzlich die Siegerin
Natalie Geisenberger, die gleichzeitig zum vierten Mal den GesamtWeltcup gewann, weniger im Mittelpunkt als die Fünftplatzierte.
Anke Wischnewski flogen die Herzen der Zuschauer und ihrer Mitkonkurrentinnen zu. Die 37-Jährige
vom WSC Oberwiesenthal fuhr das
letzte Rennen auf ihrer Heimbahn.
Nächste Woche beim Weltcupfinale
in Sotschi ist dann endgültig
Schluss. Die Rennrodlerinnen aus
aller Welt setzten sich Pappmasken
mit dem Gesicht Wischnewskis auf
und präsentierten ein „Danke“-Banner, auf dem sie alle ihr Autogramm
verewigten.
Die Oberwiesenthalerin war von
dieser Überraschung total überwältigt. Mit Tränen in den Augen bedankte sie sich bei allen, die sie auf
ihrem mehr als 20-jährigen Weg als
Rodlerin begleitet hatten. „Ich habe
zwar geahnt, dass „Geisi“ etwas im
Schilde führt. Was genau, wusste ich
aber nicht“, sagte Anke Wischnewski der „Freien Presse“. Dann nahm
sie ihren Ehemann Torsten Görlitzer
in den Arm und hauchte ein „Ich liebe Dich“ ins Ohr. Mit „Geisi“, meinte
die gebürtige Annabergerin Natalie
Geisenberger, mit der sie seit 2002
bei Wettkampfreisen ein Zimmer
teilt. „Wir verstehen uns sehr gut.
Anke hat großen Anteil an meinen
Erfolgen“, meinte die Miesbacherin
voller Hochachtung.
Ovationen für Wolfgang Scholz
Doch nicht nur Anke Wischnewski
stand gestern im Mittelpunkt. Ovationen gab es auch für Wolfgang
Scholz. Der langjährige Schlittenmechaniker der Nationalmannschaft aus Oberwiesenthal beendete
Viel Prominenz war auch am Rande
der Altenberger Bahn zu sehen. Markus Prock, der 1996 in Altenberg die
Weltmeisterschaft gewann, gehörte
der Jury an. „Ich fühle mich in Altenberg sehr wohl und habe die Einladung gern angenommen“, sagte der
Österreicher. Gabi Kohlisch, die zweifache Rodel-Weltmeisterin aus Oberwiesenthal, gibt ihre Fachkenntnis an
die lettische Mannschaft weiter. Der
zweifache Weltmeister David Möller
aus Sonneberg steht in dieser Saison
in den Diensten der Norweger und
freute sich besonders über den überraschenden siebenten Platz seines
Schützlings Thor Hauge Norbech.
Ein glückliches Trio nach dem Weltcuprennen in Altenberg: Anke Wischnewski (r.) mit Ehemann Torsten Görlitzer und
Teamgefährtin Natalie Geisenberger.
FOTO: EGBERT KAMPRATH
seine mehr als 25 Jahre lange Arbeit.
Thomas Schwab, der Sportdirektor
des Bob- und Schlittenverbandes für
Deutschland und ehemalige RodelBundestrainer, hatte anlässlich der
Verabschiedung genau nachgerechnet und war auf die erstaunliche
Zahl von 255 gekommen. So viele
Medaillen gewannen seit der Wende
deutsche Rodler bei Olympia, Weltund Europameisterschaften, an denen der Oberwiesenthaler mit seinem technischen Verständnis beim
Schlittenbau großen Anteil hatte.
Zur Vollständigkeit gehört aber
auch, dass Wolfgang Scholz schon
1988 an der Seite von Steffi Martin
stand, als die Oberwiesenthalerin in
Calgary olympisches Gold holte.
Mit einem emotionalen Dankeschön hatte Tatjana Hüfner bereits
bei der WM in Sigulda auf den „Rodel-Guru“ aus Oberwiesenthal aufmerksam gemacht. „Meine Erfolge
sind auch deine Erfolge“, stand auf
dem Leibchen, das sich die Olympiasiegerin im Ziel überstreifte.
Ralf Palik immer schneller
Auch einen Tag zuvor hatte es wie
erwartet einen Dominanz der Gastgeber gegeben, die auf ihrer Heimbahn durch Felix Loch, Johannes
Ludwig und Andi Langenhan die Podestplätze einnahmen. Etwas unbemerkt fuhr bei aller Sieges-Euphorie
ein Oberwiesenthaler sein bestes
Weltcuprennen in dieser Saison.
Ralf Palik wurde am Ende Siebenter,
nachdem er nach dem ersten Lauf
noch an dritter Stelle gelegen hatte.
Die gleiche Konstellation hatte es
bereits im Januar in Oberhof gegeben. Doch dort stürzte Palik im Finaldurchgang. Insgesamt ist der 24Jährige mit dem Saisonverlauf zufrieden. „Ich bin zwar schlecht gestartet, doch nach dem Jahreswechsel läuft es immer besser. Von mir
aus könnte die Saison noch eine
Weile dauern,“ sagte er. Als Beweis
dafür fügte Palik gestern noch einen
fünften Platz im Sprintwettbewerb
an. Sein Bahnrekord von 53,778 Sekunden, den er am Freitag bei seinem Sieg im Nationencup unter optimalen Eisverhältnissen aufgestellt
hatte, konnte im Rennen selbst die
Loch und Co. nicht verbessern. Eine
besondere Auszeichnung erhielt er
von Bundestrainer Norbert Loch
gleich hinterher: Ralf Palik wird
auch in Sotschi dabei sein.
Die zahlreichen Bahnrekorde in
Altenberg hatten auch technische Ursachen. Seit dieser Saison müssen
laut Rodel-Weltverband FIL die Lichtschranken einheitlich in einer bestimmten Höhe an der Bande angebracht werden, wodurch sich die Veränderungen ergeben.
Eismeister Ralf Mende aus Altenberg ist in diesem Winter ein viel beschäftigter Mann. Er sorgte nicht nur
auf seiner Heimbahn am Wochenende
für Top-Bedingungen. Nächste Woche
hilft er in Winterberg mit, um auch
für die besten Bobfahrer bei der Weltmeisterschaft ein Super-Eis hinzuzaubern. Schon 1998 hatten die Japaner
bei Olympia in Nagano auf das Fachwissen von Ralf Mende vertraut.
In die deutsche Phalanx von Altenberg drang gestern Erin Hamlin ein.
Die US-Amerikanerin, Weltmeisterin
von 2009, gewann den Sprintwettbewerb vor Dajana Eitberger und Natalie Geisenberger. (sg)
Nächster Spieltag (27./28. Februar)
Freitag, 19.00 Uhr: Holstein Kiel - RW Erfurt.
Samstag, 14.00 Uhr: Regensburg - Dresden,
Halle - Rostock, Wehen Wiesbaden - Münster,
Osnabrück - Duisburg, Bielefeld - Unterhaching, Mainz 05 II - Stuttgart II, Fortuna Köln Stuttgarter Kickers, Chemnitzer FC - Dortmund II, SG Sonnenhof Großaspach - Cottbus.
FSV kommt über Remis nicht hinaus
VFC Plauen chancenlos
Fußball-Regionalliga: Zwickau trennt sich vom abstiegsbedrohten ZFC Meuselwitz 1:1
Fußball: Insolvenzverwalter zieht vors Landgericht
Regionalliga Nordost
ZWICKAU — Der FSV Zwickau hat im
NORDHAUSEN — Das 0:4 des Fußball-
17. Spieltag: TSG Neustrelitz - Union Berlin
II 3:2 (2:1). Schiedsrichter: Stolz (Pritzwalk);
Tore: 1:0 Pütt (15.), 2:0 Henning (37./Eigentor), 2:1 Uzan (44.), 3:1 Franke (89.), 3:2
Uzan (90.); Zuschauer: 896.
Bautzen - Viktoria 89 Berlin 2:2 (1:0)
Schiedsrichter: Müller (Cottbus); Tore: 1:0
Walther (13.), 2:0 Vrabec (56.), 2:1 Soltanpour (78.), 2:2 Kahlert (90.); Zuschauer: 607.
Rote Karte: Ergirdi (90./grobes Foulspiel).
Gelb-Rote Karte: Watzka (beide Viktoria/
62./wiederholtes Foulspiel)
1. FC Magdeburg - Halberstadt 4:0 (3:0)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin); Tore: 1:0
Hammann (13.), 2:0, 3:0, 4:0 Beck (16., 43.,
49.); Zuschauer: 9372.
FC Carl Zeiss Jena - Hertha BSC II 4:1 (2:0)
Schiedsrichter: Albert (Muldenhammer); Tore:
1:0 Hettich (3.), 2:0, 4:0 Jovanovic (40., 53.),
3:0 Hettich (48.), 4:1 Rockenbach (58./Foulelfmeter); Zuschauer: 3952.
Berliner AK 07 - SV Babelsberg 03 1:0 (1:0)
Schiedsrichter: Bärmann (Leipzig); Tor: 1:0
Benyamina (33.); Zuschauer: 1954.
Die Partie VfB Auerbach gegen BFC Dynamo
wurde abgesagt.
Pflicht-Freundschaftsspiel:
Wacker Nordhausen - VFC Plauen 4:0 (2:0)
VFC Plauen: Klimo - Pechtl (82. Maschke),
Thönelt/V, Wolf, Färber/V – Dartsch - Malik
(46. Kirstein), Erbek, Schindler, Moraes (78.
Rikspun) - Zimmermann. Schiedsrichter: Wessel (Berlin); Tore: 1:0/3:0 Semmer (17./67.),
2:0 Pfingsten-Reddig (28.), 4:0 Pichinot (90.);
Zuschauer: 331. (kare)
ersten Punktspiel 2015 den angestrebten Heimsieg verpasst und die
Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga Nordost an den 1. FC Magdeburg abgeben müssen. Gegen den
abstiegsbedrohten ZFC Meuselwitz
hieß es gestern 1:1 (1:1). „Wir wollten mit einem Sieg starten und waren der klare Favorit. Ich bin mit diesem Remis nicht zufrieden“, sagte
FSV-Trainer Torsten Ziegner.
1. FC Magdeburg
2. FSV Zwickau
3. Nordhausen
4. Berliner AK
5. CZ Jena
6. Hertha BSC II
7. SV Babelsberg
8. BFC Dynamo (N)
9. Union Berlin II
10. Neustrelitz
11. Halberstadt
12. Bud. Bautzen (N)
13. VfB Auerbach
14. Meuselwitz
15. Vikt. Berlin
16. VFC Plauen
16
15
15
16
16
16
16
15
16
15
16
16
15
16
15
0
33:17
22:9
28:17
23:18
27:23
27:21
21:17
16:14
30:32
21:22
19:28
12:23
15:32
20:25
13:29
0:0
31
30
30
27
26
22
22
21
20
19
17
17
16
15
10
0
Die kampfstarken Gäste hatten
sich den Punkt redlich verdient. In
der Anfangsphase besaßen sie sogar
die besseren Chancen. Gegen Starke
rettete Zwickaus Abwehrmann Paul
auf der Linie (15.). Drei Minuten später hatte Luck die Führung für den
ZFC auf dem Fuß und vergab. Das
1:0 fiel auf der Gegenseite. Schlicht
zog in der 25. Minute aus 22 Metern
ab. Der Ball krachte an den linken
Innenpfosten und ging von dort aus
ins Netz. Die Freude im Lager der
Gastgeber währte nicht lange. Nach
einem weiten Einwurf traf Boltze
aus Nahdistanz zum 1:1 (34.), das die
Thüringer bis zum Abpfiff aufopferungsvoll verteidigten. (rr)
STATISTIK Zwickau: Unger - P. Göbel (84.
Morozow), Eggert, Paul, C. Göbel - Wachsmuth
- Grandner (68. Röhr), Stiefel (68. Frick),
Schlicht, Luge - Genausch. Schiedsrichter:
Pawlowski (Berlin); Tore: 1:0 Schlicht (25.), 1:1
Boltze (34.); Zuschauer: 1522.
Regionalligisten VFC Plauen bei
Wacker Nordhausen hat ein juristisches Nachspiel: Der Düsseldorfer
Insolvenzverwalter Klaus Siemon
zieht heute vor das Berliner Landgericht. „Ich möchte als gesetzlicher
Vertreter des VFC Plauen eine einstweilige Verfügung erwirken, durch
die der insolvente Verein wieder um
Regionalliga-Punkte kämpfen darf.“
Der Nordostdeutsche Fußballver-
band hatte 16 Stunden vor Anpfiff
entschieden, dass die VFC-Spiele
nicht gewertet werden. Viele Experten äußerten sich inzwischen dahingehend, dass die veralteten Spielordnungsstatuten des Verbandes nicht
mehr konform mit der neuen Insolvenzrechtssprechung gehen. Nordhausen trat mit voller Kapelle und
Torhunger an. Die neu zusammengestellte Plauener Elf war beim Aufstiegsanwärter chancenlos. (kare)
„Katzen“ versagen im wichtigen Spiel
In der Basketball-Bundesliga gerieten die ChemCats durch die 52:61-Niederlage gegen die RheinMain Baskets wieder in
akute Abstiegsgefahr.
VON JENS ZEIDLER
CHEMNITZ — Nach der Schlusssirene
gingen bei den Basketballerinnen
der Chem-Cats am Sonnabend
schon einige Hände vor das Gesicht.
Die 52:61 (32:33)-Heimniederlage
vor 300 Zuschauern gegen die
Rhein-Main Baskets kann den „Katzen“ noch teuer zu stehen kommen.
Der Abstand zu den Abstiegsrängen
beträgt nach wie vor zwei Punkte.
Und drei Partien werden in der
Hauptrunde noch ausgetragen.
Die Niederlage hatte ihre Gründe
vor allen im letzten Viertel. Gerade
mal fünf Zähler gelangen den
Chemnitzerinnen da. Währenddessen konnten die Gäste, die nur mit
sieben einsatzfähigen Korbjägerinnen angereist waren, kontinuierlich
punkten. „Wir brauchen einen
Psychologen und keinen Physiotherapeuten“, ließ Trainer Vladimir
Ivankovic seinem Frust freien Lauf.
Für ihn ist das Auftreten seiner
Mannschaft einfach Kopfsache.
Noch im Abschlusstraining ließ er
die Damen einige hundert Würfe
üben, mit guten Erfolg. Was dann im
Spiel rauskam waren kaum zu unterbietende Quoten. Nur ein Dreier
von 17 Versuchen landete im Korb.
Aus der Mitteldistanz sah es nicht
viel besser aus. Da waren es ganze
14 Würfe. „Wenn niemand
einen Sieg erwartet, wie letzte
Woche in Saarlouis, spielen wir gut.
Zu Hause müssen wir gewinnen. Da
machen wir mal fünf Punkte in Folge, lassen dann aber gleich wieder
15 vom Gegner zu“, war der Coach
völlig deprimiert. Und er fügte hinzu: „Ich kann nur Auszeiten nehmen und auch mal wechseln. Aber
da hat sich heute nichts geändert.“
Einigen Akteurinnen merkte
man die gerade überstandene Grippe an. Tina Menz war noch nicht im
Vollbesitz ihrer Kräfte. Doch auch
von den anderen konnte keine überzeugen. Immer, wenn sich das Gefühl einstellte, dass die Partie in
Richtung der „Katzen“ kippen könnte, kam der nächste Bruch ins Spiel.
„Wir sind nicht in unseren
Rhythmus gekommen. In einigen
Phasen haben wir gepunktet, dann
aber wieder schlecht verteidigt. Die
Gäste waren in der Defense gut. Und
von außen haben wir nichts getroffen“, meinte Korbjägerin Mary Ann
Mihalyi. Die Mannschaft kann sich
aber nur selbst aus dem Sumpf ziehen. „Uns fehlt ein Erfolgserlebnis.
Aber wir haben es noch selbst in der
Hand, den Abstieg zu verhindern.
Das ist das Gute“, sagte die 20-Jährige. Die Chem-Cats haben jetzt zwei
Auswärtsspiele in Nördlingen und
Marburg, bevor das Team zum
Schluss Freiburg empfängt. Sollten
zwei Erfolge gelingen, bleiben die
Chem-Cats sicher erstklassig. Bei allen anderen Konstellationen müssen die „Katzen“ vor allem nach
Oberhausen schauen.
Mary Ann Mihalyi in Aktion.
FOTO: PETER ZSCHAGE
Chem-Cats: Peak (10), Menz (9), Mihalyi (2),
Bondarenko, Priede (5), Dzinic (11), Davidson,
Schlemer (15).
S4 Freie Presse
SPORT
Montag, 23. Februar 2015
Eispiraten in
zwei Partien
ohne Punkte
NACHRICHT
ROLLSTUHLBASKETBALL
Zwickau unterliegt
nach Verlängerung
Eishockey: 5:7-Niederlage
gegen die Kassel Huskies
ZWICKAU — Im packenden Schlager-
spiel zwischen dem Tabellendritten
und -zweiten der Rollstuhlbasketball-Bundesliga hat der BSC Rollers
Zwickau gegen das seit zwölf Spielen ungeschlagene RSB Team Thüringen nach großem Kampf mit
60:62 (15:11, 28:27, 41:46, 57:57)
nach Verlängerung den Kürzeren gezogen. „Wir hätten das gewinnen
können“, ärgert sich Trainer Sinclair
Thomas über zwei vergebene Freiwürfe in der Schlusssekunde der regulären Spielzeit. In den HalbfinalPlayoffs um die deutsche Meisterschaft kommt es am 7. März zur
Neuauflage des Ostderbys. (tc)
STATISTIK Zwickau: Kenyon (4 Punkte),
Sealy (2), Doody (10), Mayer, Pohlmann (15),
Erben (13), Möller (16), Polacek
HANDBALL
CRIMMITSCHAU — Offen
FOTO: IRIS HENSEL
Keine Bauchlandung. Dreispringerin Kristin Gierisch hatte gut lachen, im letzten Versuch holte sie sich Gold.
Haase und Gierisch jubeln erneut
Champions League
Männer: Vorrunde, 10. Spieltag: Rhein-Neckar Löwen - HC Vardar PRO Skopje 28:35
(13:20).
EHF-Cup
Männer: Gruppenrunde, 2. Spieltag: RK Nexe Nasice - MT Melsungen 25:28 (13:12);
Füchse Berlin - Novi Sad 37:22 (18:11).
FUSSBALL
Landesliga
VfL Hohenstein-E. - Bischofswerda 2:1 (1:0)
VfL: Pohl – Enold, Kochte, Meinel, Colditz –
Heßmann, Fröhlich (85. Malchow), Zwingenberger (32. Wilhelm), Wittig – Sajbidor (70.
Erler), Benduhn.
Schiedsrichter: Böhmer (Zschopau); Tore:
1:0 Sajbidor (1.), 2:0 Enold (75.); 2:1 Weskott
(83.); Zuschauer: 205 (mpf)
VfB Glauchau - FSV Zwickau II 1:1 (0:0)
VfB: Schmidt - Wagner, Groß (62. Jäger II),
Rothe (65. Schumann) - Spranger - Pfoh, Jäger I, Jordan, Fischer - Weise, Gasser.
FSV II: Kallisch - Baumann, Franke (75. Albert), Trehkopf, Gehrmann - Bylicki - Schumann, Wölfel, Gerisch - Strobel, Albustin.
SR.: Rohland (Borna); Tore: 0:1Gehrmann
(50.); 1:1 Fischer (81.); Zu.: 182 (luhi)
BSC Freiberg - BSG Stahl Riesa 1:1 (1:1)
BSC: Heydel - Mehner, Richter, Otto, Uhlig (69.
Fischer) - Schäfer, Krause, Erler (87. Berndt),
Müller - Krondorf (70. Singer), Sensfuß
SR.: Schroth (Dresden); 1:0 Sensfuß (5.); 1:1
Fricke (7.); Zuschauer: 275.
Landesklasse
Staffel West
FC Lößnitz – Rapid Chemnitz 3:1 (2:1)
SR: Pestel (Straßberg). Tore: 0:1 Hamann
(5.), 1:1, 2:1 Günther (15./19.), 3:1 Schultze
(70.). Zu.: 100.
Fortuna Plauen – Germ. Chemnitz 0:2 (0:0)
SR: Rehm (Aue). Tore: 0:1 Möschwitzer (60.),
0:2 Schweinitz (70.). Zu.: 40.
Rabenstein – Schneeberg 2:2 (1:1)
SR: Neef (Zwickau). Tore: 0:1 Schumann (4.),
1:1 Lorenz (18.), 1:2 Trültzsch (52.), 2:2 Kisser (88.). Zu.: 90.
Lok Zwickau – Tannen Thalheim 1:0 (0:0)
SR: Martin (Brand-E.). Tor: Pafel (90./ET).
Zu.: 65.
VFC Plauen II – VfB Chemnitz 3:2 (2:1)
SR: Breidel (Zöblitz). Tore: 1:0 Schuster (9.),
1:1 Weigel (12./Strafstoß), 2:1 Maschke
(23.), 3:1 Ketzel (48.), 3:2 Azizsoltani (86.).
Zu.: 55.
Ifa Chemnitz – FC Stollberg 1:1 (0:0)
SR: Kosmale (Zwickau). Tore: 0:1 Iser (76.),
1:1 Klein-Heinzmann (88.). Zu.: 70.
BSV Gelenau – TSV Crossen 3:4(0:2)
SR: Junghof (Neukirchen/E.). Tore: 0:1, 0:2
Bleich (12./24.), 1:2 L. Kolditz (61.), 1:3 Otto
(66.), 2:3 Ruttloff (57.), 2:4 Bleich (71.), 3:4
L. Kolditz (73.). Zu.: 110.
Reichenbach – Marienberg 2:2 (1:2)
SR: Haubner (Meerane). Tore: 0:1, 0:2 Simon
(31./35.), 1:2 Meyer (38.), 2:2 Papkalla
(67.). Zu.: 120. Gelb-Rot: Schwandner (Reichenbach/45.). (jz)
A N ZE I G E
Gold über 200 Meter und
im Dreisprung. Erneut
gingen diese Titel bei den
deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten nach Sachsen. David
Storl ließ beim Comeback
ebenso nichts anbrennen.
VON THOMAS TREPTOW
KARLSRUHE/CHEMNITZ — Rebekka
Haase lief das 200-m-Rennen von der
Spitze weg zum Sieg. Dreispringerin
Kristin Gierisch entschied die Konkurrenz erst im letzten Durchgang
zu ihren Gunsten. David Storl ließ
beim Comeback zu keiner Zeit etwas anbrennen. Was die drei Asse
aus der Region am Wochenende bei
den deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Karlsruhe
einte, war der Jubel über den Sieg
und die gelungene Titelverteidigung. „Die Konkurrenz ist groß. Und
wieder Gold zu gewinnen, ist toll. Es
ist Wahnsinn, dass auch noch eine
Bestleistung dabei rausgekommen
ist“, freute sich Rebekka Haase, die
mit 23,12 Sekunden eine europäische Jahresbestleistung aufstellte.
Bei der Hallen-EM in Prag (5. bis
8. März) stehen die 200 Meter zwar
FUSSBALL
3591660-10-1
dann zusehen, wie Katja Demut
(Jena) ebenfalls weit flog. Der LACAthletin, die ein paar Probleme mit
dem Schwingboden in der Halle hatte, reichte ein winziger Zentimeter
zum Sieg. „Ich freue mich, dass ich
gewonnen habe, aber es tut mir unheimlich leid für Katja“. meinte
Kristin Gierisch. Ihre Kontrahentin
aus Thüringen hatte nach dem
Wettkampf Tränen vergossen, weil
sie ihrem derzeit arbeitslosen Trainer Michael Kühne Gold schenken
wollte. „Ihm wurde gekündigt, er
trainiert mich aber trotzdem. Das ist
viel wert, das kann ich gar nicht zurückgeben“, erklärte Katja Demut.
Die zwei besten deutschen Dreispringerinnen reisen nun nach Prag,
wohin sie Max Heß begleiten dürfte.
Der 18-Jährige verpasste im Weitsprung als Vierter mit 7,72 m einen
Da kommt keiner mehr. Rebekka Haase siegte über 200 Meter.
FOTO: IMAGO
LEICHTATHLETIK
Deutsche Hallen-Meisterschaft
Landesliga
Chemie Leipzig (N) - FC Grimma
Heidenau (A)
- Görlitz
Freiberg (N)
- Riesa
Kamenz
- FCI Leipzig
Hohenstein-E.
- Bischofswerda
Döbeln
- Markkleeberg
VfB Glauchau (N) - FSV Zwickau II
PSV Dresden (N) - Eilenburg
0:2
0:0
1:1
0:2
2:1
2:0
1:1
0:3
1. FC Grimma
2. Chemie Leipzig (N)
3. FCI Leipzig
4. Eilenburg
5. Bischofswerda
6. Riesa
7. Görlitz
8. Freiberg (N)
9. Markkleeberg
10. FSV Zwickau II
11. VfB Glauchau (N)
12. Heidenau (A)
13. Hohenstein-E.
14. Kamenz
15. Döbeln
16. PSV Dresden (N)
39:19
29:10
35:18
25:12
26:14
22:19
28:17
29:34
28:25
24:22
30:40
19:24
21:28
18:22
16:57
16:44
33
33
33
31
30
28
26
22
21
20
20
19
19
15
8
6
FC Lößnitz
- Rapid Chemnitz
Fort. Plauen (N) - Germ. Chemnitz
Rabenstein
- Schneeberg
Lok Zwickau
- Thalheim
VFC Plauen II
- VfB Chemnitz (A)
Ifa Chemnitz (N) - FC Stollberg (A)
Gelenau (N)
- Crossen
Reichenbach
- Marienberg
1. Rapid Chemnitz
17
43:24
2. Reichenbach
16
32:16
3. Crossen
17
29:22
4. VfB Chemnitz (A)
17
22:17
5. FC Lößnitz
17
27:21
6. Marienberg
17
34:30
7. Gelenau (N)
17
42:39
8. FC Stollberg (A)
17
20:20
9. Schneeberg
17
23:31
10. Germ. Chemnitz
16
28:27
11. Rabenstein
16
15:19
12. Lok Zwickau
17
22:27
13. VFC Plauen II
17
27:33
14. Thalheim
16
14:22
15. Ifa Chemnitz (N)
17
25:39
16. Fort. Plauen (N)
17
20:36
3:1
0:2
2:2
1:0
3:2
1:1
3:4
2:2
36
34
28
28
25
25
24
23
21
20
19
18
18
17
14
14
17
16
17
17
16
17
17
17
17
17
17
17
17
17
17
17
Landesklasse West
nicht auf dem Programm. Rebekka
Haase (LV 90 Erzgebirge) ist in der
Hauptstadt Tschechiens trotzdem
mit von der Partie. Die 22-Jährige
startet über die 60 m, auf dieser Distanz belegte sie am Sonnabend beim
Sieg der favorisierten Verena Sailer
(7,12 s) Platz drei (7,27s ) „Ich war
extrem nervös, denn ich wusste:
Wer gut läuft, der bekommt die
Tickets für die EM“, beschrieb Rebekka Haase die Anspannung vor
dem Start. Am Ende setzte sich der
Schützling von Trainer Jörg Möckel
durch.
Mit Harry Marusch durfte zuvor
bereits ein weiterer sächsischer Trainerkollege jubeln. Die von ihm betreute Kristin Gierisch setzte sich
am Ende bei den Meisterschaften
durch. 14,11 Meter sprang sie im
letzten Durchgang und musste
in Karlsruhe, Männer, 60 m: 1. Blum (Wattenscheid) 6,57 s; 2. Jakubczyk (Berlin) 6,58;
3. Reus (Wattenscheid) 6,61; 200: 1. Erewa
(Wattenscheid) 20,70 s; 2. Jakubczyk 20,76;
3. Domogala (Mannheim) 20,94; 400: 1. Gladitz (Hannover) 46,88 s; 2. Schneider (Magdeburg) 46,96; 3. Hind (Saarbrücken) 47,34;
6. Harnich (Chemnitz) 48,08. 800: 1. Schembera (Leverkusen) 1:50,14 min; 2. Keiner (Erfurt) 1:50,18; 3. Riedel (Dresden) 1:50,55;
1500: 1. Tesfaye (Frankfurt) 3:41,68 min; 2.
Orth (Regensburg) 3:41,85; 3. Uya (LahnAar-Esterau) 3:46,48; 3000: 1. Ringer (Friedrichshafen) 8:29,57 min; 2. Orth (Regensburg) 8:29,61; 3. Bleistein (München)
8:29,95; 60 Hürden: 1. Balnuweit 7,65 s;
2. John (beide Leipzig) 7,82; 3. Vogel (Chemnitz) 7,86; Hochsprung: 1. Przybylko (Leverkusen) 2,26 m; 2. Onnen (Hannover) 2,15; 3.
Günther (Frankfurt/Main) 2,15; 7. Erfurth
(Chemnitz) 2,10. Weit: 1. Camara (Leverkusen) 7,97 m; 2. Howard (Karlsruhe) 7,95; 3.
Heinle (Tübingen) 7,75; 4. Heß (Chemnitz)
7,72. Drei: 1. Kornhardt (Erfurt) 16,21 m; 2.
Heß (Chemnitz) 16,18; 3. Pohle (Erfurt)
15,88; 8. Groschopp (LV Erzgebirge) 15,12.
Stabhoch: 1. Scherbarth 5,70 m; 2. Paech
5,65; 3. Caspari (alle Leverkusen) 5,45; Kugel: 1. Storl (Leipzig) 21,26 m; 2. Dahm (Sindelfingen) 19,61; 3. Jagusch (Neubrandenburg) 19,27; 7. H. Müller (Chemnitz) 18,29.
Frauen
60 m: 1. Sailer 7,12 s; 2. Burghardt (beide
Mannheim) 7,24; 3. Haase (LV Erzgebirge)
7,27; 200: 1. Haase 23,12 s; 2. Gonska
(Mannheim) 23,30; 3. Haack (Wattenschied)
23,83; 400: 1. Spelmeyer (Oldenburg) 52,99
s; 2. Klopsch (Friedberg) 53,69; 3. Ferenz
(Neckar-Enz) 53,93; 800: 1. Hering (München) 2:05,61 min; 2. Marxen (Gomaringen)
2:06,63; 3. Kalis (Paderborn) 2:07,11;
1500 m: 1. Kock (Regensburg) 4:13,72 min;
2. Klosterhalfen (Leverkusen) 4:15,25;
3. Heim (Regensburg) 4:16,61; 3000: 1.
Krause 9:04,84 min; 2. Sujew (beide Frankfurt) 9:07,74; 3. Reh (Erbach) 9:08,53; 60
Hürden: 1. Roleder (Leipzig) 7,99 s; 2. Dutkiewicz (Wattenscheid) 8,07; 3. Lindenmayer
(Sindelfingen) 8,18; Hoch: 1. Onnen (Hannover) 1,86 m; 2. Plaza (Köln) 1,83; 3. Mögenburg (Leverkusen), Schäfer (Friedrichstein),
Skotnik (Weinheim) alle 1,80; Weit: 1. Taroum (Wattenscheid) 6,68 m; 2. Achkinadze
(Wiesbaden) 6,55; 3. Kurschilgen (Wattenscheid) 6,48; Drei: 1. Gierisch (Chemnitz)
14,11 m, 2. Demut (Jena) 14,10; 3. Sterzing
(Tübingen) 13,20, 4. Mickenautsch (Chemnitz) 13,04. Stabhoch: 1. Ryzih (Ludwigshafen) 4,55 m; 2. Bauer (Leverkusen) 4,50; 3.
Strutz (Schwerin) 4,45; Kugel: 1. Urbaniak
(Filstal) 17,79 m; 2. Hinrichs (Wattenscheid)
17,76; 3. Terlecki (Leipzig) 17,20.
RADSPORT
Bahn-Weltmeisterschaft
in Saint-Quentin: Männer, Omnium: 1. Gaviria (Kolumbien) 205 Pkt.; 2. O’Shea (Australien) 190; 3. Viviani (Italien) 181; 11. Liß
(Bergkamen) 134; 4000-m- Einzelverfolgung: 1. Küng (Schweiz) 4:18,915 min; 2. Bobridge (Australien) 4:19,184; 3. Morice
(Frankreich) 4:21,419; 6. Thiele (Sinsheim)
4:21,724; 1000-m- Zeitfahren: 1. Pervis
(Frankreich) 1:00,207 min; 2. Eilers (Chemnitz) 1:00,294; 3. Archibald (Neuseeland)
1:00,470; 11. Engler (Cottbus) 1:01,653;
Punktefahren: 1. Erschow (Russland) 31
Pkt.; 2. Teruel (Spanien) 30; 3. Beyer (Berlin)
29; Sprint: 1. Baugé (Frankreich) ; 2. Dmitrijew (Russland); 3. Lafargue (Frankreich); 9.
Bötticher (Chemnitz); 20. Förstemann (Gera);
Madison: 1. Coquard/Kneisky (Frankreich) 21
Pkt.; 2. Bertazzo/Viviani (Italien) 20; 3. De
Buyst/Vergaerde (Belgien) 15; 5. Bommel/Reinhardt (Berlin) 12; Frauen, Sprint: 1.
Vogel (Erfurt); 2. Ligtlee (NED); 3. Tianshi
(China) 11,340/11,409; 12. Welte (Kaiserslautern); Scratch: 1. Wild (NED); 2. Cure (Australien); 3. Beveridge (Kanada); 10. Stock
(München); 3000 Einzelverfolgung: 1. Wiasak (Australien) 3:30,305 min; 2. Valente
(USA) 3:33,867; 3. Cure (Australien)
3:32,907; 10. Kröger (Bielefeld) 3:38,522;
Omnium: 1. Edmondson (Australien) 192
Pkt.; 2. Trott (GB) 176; 3. Wild (NED) 175; 11.
Knauer (Rottal) 112; Keirin: 1. Meares (Australien); 2. Braspennincx (NED); 3. Rodriguez
(Kuba); 13. Welte (Kaiserslautern); 17. Vogel
(Erfurt).
wie ein
Scheunentor haben sich die Eispiraten Crimmitschau gestern Abend
im heimischen Kunsteisstadion
Sahnpark präsentiert. Deshalb ging
die Partie in der DEL 2 gegen die Kassel Huskies, die auf dem zweiten
Platz stehen, mit 5:7 (3:1, 2:4, 0:2) verloren. „Wir haben – wieder einmal –
zu viele Chancen des Gegners zugelassen“, ärgerte sich EispiratenCoach Chris Lee. Mit der Abteilung
„Attacke“ war der Trainer dagegen
zufrieden: „Das sah über 50 bis 55
Minuten gut aus.“ Vor allem die
Nordamerika-Reihe mit Alex Hutchings, Jamie MacQueen und Eric
Lampe überzeugte – sie stand bei
vier Eispiraten-Treffern auf dem Eis.
Im ersten Abschnitt sahen die
1712 Zuschauer ein Spiel auf ein Tor.
Crimmitschau bestimmte das Geschehen, erarbeitete sich viele Chancen und ging mit einer 3:1-Führung
in die Kabine. Die Gäste aus Kassel
zeigten ab dem zweiten Abschnitt
ihre individuelle Klasse. Sie lagen
mit 4:3 vorn. Crimmitschau gab sich
aber nicht geschlagen: Jamie MacQueen und Daniel Bucheli brachten
die Hausherren wieder mit 5:4 in
Front. Im letzten Abschnitt vergaben die Eispiraten etliche gute Möglichkeiten. Die Huskies machten
durch Ex-Nationalspieler Manuel
Klinge nach einem Abpraller von
Sebastian Albrecht und Topscorer
Mike Collins mit einem Schuss in
den leeren Kasten den Sieg perfekt.
Am Freitag kassierten die Eispiraten im Sachsenderby bei den Eislöwen Dresden eine 1:2-Niederlage.
Gegen einen Kontrahenten, der zuvor sechsmal in Folge nicht gewinnen konnte, brachten sich die Gäste
vor allem durch unnötige Strafzeiten um ein Erfolgserlebnis. (hof)
Platz auf dem Podest, dafür erkämpfte er im Dreisprung Silber. Fast wäre
es Gold geworden, doch Überraschungssieger Marcel Kornhardt
(Erfurt) sprang mit 16,21 Meter drei
Zentimeter weiter als der LAC-Athlet. Stark trumpfte auch Vincent Vogel (LAC) auf, der über 60 m Hürden
(7,86 s) Bronze hinter den Leipzigern
Erik Balnuweit (7,65) und Alexander John (7,82) bejubeln durfte.
Keine Überraschung gab es im
Kugelstoßen der Männer, abgesehen
vielleicht von der Souveränität,
mit der David Storl siegte. Die 21,22
Meter (europäische Jahresbestleistung) des Chemnitzers lagen für den
Zweiten, Christian Dahm aus Sindelfingen (19,61), außer Reichweite.
156 Tage nach seiner Knie-OP zeigte
sich der DHfK-Athlet für die EM
gerüstet. „Das Knie ist soweit in Ordnung. Ich muss noch Schmerzmittel
nehmen, aber das ist eine reine
Vorsichtsmaßnahme. Insgesamt bin
ich sehr zufrieden mit dem Wettkampf“, erklärte David Storl.
Bei seinem überlegenen Erfolg
vor 4500 Zuschauern benötigte der
24-jährige frischgebackene Polizeimeister indes sechs Versuche, um
die begehrte 21-m-Marke zu knacken. „Ich war mir sicher, dass ich
das schaffe. Dass es ein bisschen lange gedauert hat, war aber ein bisschen ärgerlich“, sagte David Storl,
der seine beeindruckender Titelsammlung in der „goldenen Stadt“
weiter vervollständigen könnte.
STATISTIK Crimmitschau – Kassel 5:7 (3:1,
2:4, 0:2). Tore: 1:0 Hutchings (7.), 2:0 MacQueen (17.), 2:1 Stephan (19.), 3:1 MacQueen
(19.), 3:2 Zeiler (23.), 3:3 Valenti (28.), 3:4
Christ (30.), 4:4 MacQueen (31.), 5:4 Bucheli
(32.), 5:5 Schmölz (35.), 5:6 Klinge (57.), 5:7
Collins (60.). Strafm.: Crimmitschau 4, Kassel
8. SR,: Bidoul (Sonthofen). Zuschauer: 1712.
Dresden – Crimmitschau 2:1 (0:1, 1:0, 1:0).
Tore: 0:1 Lampe (1.), 1:1 Schlenker (30.), 2:1
Boisvert (43.). Strafm.: Dresden 8, Crimmitschau 14 plus 10 (Disziplinarstrafe Hutchings).
SR.: Bidoul (Sonthofen). Zu.: 4412 (ausverk).
WINTERSPORT
EISHOCKEY
Ski Alpin
DEL
Weltcup in Saalbach, Herren, Super-G:
1. Mayer (Österreich) 1:31,53 min; 2. Theaux
(Frankreich) 1:31,76; 3. Jansrud (Norwegen)
1:31,80; 4. Janka (Schweiz) 1:31,98; 5. Pinturault (Frankreich) 1:32,04; 6. Marsaglia
(Italien) 1:32,19; ... 33. Ferstl (Hammer)
1:34,18; 37. Sander (Ennepetal) 1:34,34; Abfahrt: 1. Mayer 1:49,83; 2. Franz (Österreich)
1:49,85; 3. Reichelt (Österreich) 1:50,04;
4. Janka 1:50,30; 5. Poisson (Frankreich)
1:50,43; 6. Kriechmayr (Österreich) 1:50,57;
... 20. Sander 1:51,79; 25. Ferstl 1:52,37;
Weltcup in Maribor, Damen, Slalom:
1. Shiffrin (USA) 1:39,12 min; 2. Zuzulova
(Slowakei) 1:40,15; 3. Strachova (Tschechien)
1:40,17; 4. Løseth (Norwegen) 1:40,29;
5. Dürr (Germering) 1:40,34; 6. Holdener
(Schweiz) 1:40,37; ... 12. Wiesler (Münstertal) 1:41,11; 32. Geiger (Oberstdorf) 51,46;
35. Schmotz (Leitzachtal) 51,55; 37. Wirth
(Lenggries) 51,63; Riesenslalom: 1. Fenninger (Österreich) 2:24,50; 2. Rebensburg
(Kreuth) 2:24,54; 3. Weirather (Liechtenstein) 2:24,80; 4. Fanchini (Italien) 2:24,97;
5. Shiffrin 2:25,04; 6. Zettel (Österreich)
2:25,29; ... 48. Hösl (Berchtesgaden)
1:15,58.
49. Spieltag: Mannheim - Düsseldorf 3:4 n.V.
(0:0,2:1,1:2); Augsburg - München 2:3
(1:1,0:1,1:1); Iserlohn - Wolfsburg 2:4
(0:2,0:0,2:2); Köln - Hamburg 1:4
(0:1,1:1,0:2); Schwenningen - Berlin 4:3 n.V.
(0:1,1:2,2:0); Straubing - Krefeld 1:3
(0:0,1:1,0:2); Nürnberg - Ingolstadt 6:1
(2:1,2:0,2:0);
50. Spieltag: Wolfsburg - Nürnberg 1:2
(0:1,0:1,1:0); Hamburg - Schwenningen
(0:0,0:0,2:0); Köln - Iserlohn 3:4 n.P.
(1:0,2:1,0:2); Düsseldorf - Augsburg 3:1
(1:1,0:0,2:0); München - Berlin 6:3
(1:1,3:0,2:2); Ingolstadt - Straubing 6:1
(3:1,2:0,1:0).
Rodeln
Weltcup in Altenberg, Herren, Doppel:
1. Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Königssee)
1:23,146 min; 2. Eggert/Benecken (Ilsenburg) 1:23,218; 3. A. Sics/J. Sics (Lettland)
1:23,346; ... 7. Geueke/Gamm (Fredeburg/Winterberg) 1:23,764; Sprint: 1. Eggert/Benecken 27,790 s; 2. A. Sics/J. Sics
27,817; 3. Wendl/Arlt 27,843; ... 7. Geueke/Gamm 28,106; Einer: 1. Loch (Berchtesgaden) 1:48,193 min; 2. Ludwig (Oberhof)
1:48,463; 3. Langenhan (Zella-Mehlis)
1:48,475; ... 8. Palik (Oberwiesenthal)
1:48,642; 16. von Schleinitz (Königssee)
1:49,234; Sprint: 1. Loch 32,826 s; 2. Edney
(Kanada) 32,942; 3. Kivlenieks (Lettland)
32,995; ... 5. Palik 33,000; 7. Langenhan
33,071; 8. Ludwig 33,185;
Frauen: 1. Geisenberger (Miesbach) 1:45,585
min; ; 2. Hüfner (Friedrichroda) 1:45,868;
3. Eitberger (Ilmenau) 1:45,915; ... 5. Wischnewski (Oberwiesenthal) 1:46,177; Sprint:
1. Hamlin (USA) 37,751 s; 2. Eitberger
37,896; 3. Geisenberger 37,901; 4. Wischnewski 37,910; ... 6. Hüfner 37,964.
DEL2
49. Spieltag: Bad Nauheim - Frankfurt
(1:1,0:2,0:2); Dresden - Crimmitschau
(0:1,1:0,1:0); Kaufbeuren - Bietigheim
(1:1,1:2,1:2); Rosenheim - Landshut
(1:0,0:0,2:0); L. Füchse - Heilbronn
(1:0,1:1,0:0); Kassel - Riessersee
(4:1,0:0,2:0); Ravensburg - Bremerhaven
(1:0,1:3,0:0).
1:5
2:1
3:5
3:0
2:1
6:1
2:3
BASKETBALL
Bundesliga
Damen, 19. Spieltag: Chem-Cats Chemnitz RM Baskets 52:61 (32:33); Halle - Marburg
64:60 (32:23); Herne - Bad Aibling 91:53
(48:21); Oberhausen - Wasserburg 70:79
(38:40); Freiburg - Rotenburg-Scheeßel
73:76 (42:37) Donau-Ries - Saarlouis 73:65
(28:36);
1. TSV Wasserburg
2. Herner TC
3. TV Saarlouis
4. BG Donau-Ries
5. BG Rotenburg
6. SV Halle
7. USC Freiburg
8. BC Marburg
9. RM Baskets Langen
10. Chem-Cats Chemnitz
11. NB Oberhausen
12. TuS Bad Aibling
1556:1153
1393:1191
1393:1241
1351:1267
1371:1329
1235:1239
1257:1321
1156:1266
1212:1368
1234:1420
1286:1384
1107:1372
38
30
28
24
22
22
18
14
10
10
8
4
NORDISCHE SKI-WM 2015
Montag, 23. Februar 2015
TAGEBUCH
Rocker am
Ruhetag
VON THOMAS PRENZEL
thomas.prenzel@freiepresse.de
R
uhig wird es am heutigen
Ruhetag der WM sicher
nicht. Ganz im Gegenteil.
Am Abend gibt die Band Mando
Diao, die auch den WM-Song kreiert
hat, ein Konzert. Mit den schwedischen Rockern hätten die Veranstalter keine bessere Wahl treffen können. Denn Björn Dixgard, einer der
beiden Frontmänner der Band, wurde 1981 ganz in der Nähe von Falun
geboren. Er stammt aus Borlänge.
Björn bekam sein musisches Talent
in die Wiege gelegt. Mutter Malin
überzeugte bereits mit ihrer großartigen Stimme, Vater Hans spielte
selbst als Gitarrist in einer Band. Die
Eltern sollen – so steht es in diversen
Archiven – bekennende Hippies
gewesen sein. Bereits mit 14 Jahren
gründete Björn die Band, die zunächst „Butler“, später Mando Jao
und seit 1999 Mando Diao heißt, damit der Name im Englischen besser
auszusprechen ist.
Die schwedische Volksmusik hat
in der Region Dalarna ihre Wurzeln.
Viele Künstler wie Mandio Diao
begannen ihre Karriere in den hiesigen Rockclubs. Das ortsansässige
Dalarna-Museum zeigt in einer Ausstellung die Elektrogitarren des
schwedischen Instrumentenherstellers Albin Hagström, der aus Älvdalen stammt und auch Akkordeons
baute. Auf Hagstrom-Gitarren spielten die Musiklegenden Elvis Presley
und Frank Zappa. Auch in der
Gegenwart ziehen Musikevents in
der Region Dalarna Besucher aus
aller Welt an. 1993 wurde nahe Rättvik in einem alten Kalksteinbruch
eine spektakuläre Freilichtbühne
(Dalhalla) errichtet. Zur Live-Musikwoche Dansbandsveckan kommen
jährlich knapp 50.000 Fans. Und
beim Sabaton Open wird gerockt
bis zum Umfallen. Umgefallen wird
auch bei der Ski-WM. Die Athleten
tun es meist nach dem Zieleinlauf.
Ich werde mir vielleicht anschauen,
wie die Fans von Mando Diao ticken.
Ab Dienstag widme ich mich dann
wieder der Frage, wer die WM auf
der Schanze und in der Loipe rockt.
ERGEBNISSE
Nordische Kombination
Team: 1. Deutschland (Edelmann, Frenzel,
Rießle, Rydzek) 44:20,7 min (448,3 Punkte);
2. Norwegen (Moan, Klemetsen, Kokslien,
Graabak) 23,1 s zur. (427,5); 3. Frankreich
(Braud, Laheurte, Lacroix, Chappuis) 39,6
(438,1); 4. Italien 1:10,1 min (383,4); 5. Österreich 1:10,5 (427,6); 6. Japan 1:11,5
(445,5).
Skispringen
Einzel, Herren, Normalschanze: 1. Velta
(Norwegen) 252,7 Punkte. (95,5; 95,5 m);
2. Freund (Rastbüchl) 252,3 (95,5; 96);
3. Kraft (Österreich) 248,3 (95; 95); 4. Koudelka (Tschechien) 242,7 (93,5; 93,5); 5. Takeuchi (Japan) 241,6 (93; 93); 6. Bardal
(Norwegen) 238,2 (93; 91,5); 7. Freitag
(Aue) 233,7 (91,5; 90,5); 8. Ziobro (Polen)
228,6 (91,5; 91,5); 10. Kraus (Oberaudorf)
227,1 (90,5; 91); 11. Wellinger (Ruhpolding)
226,0 (91; 90,5).
Mixed-Team: 1. Deutschland 917,9 Punkte
(Vogt 93,5/92 m, Freitag 93,5/92, Althaus
91/92,5, Freund 97/96); 2. Norwegen 915,6
(Jahr 93,5/90,5, Bardal 92,5/89,5, Lundby
95/91,5, Velta 95/95,5); 3. Japan 888,3 (Takanashi 96,5/93, Kasai 90/88,5, Ito
88,5/90,5, Takeuchi 95/93,5); 4. Österreich
869,5; 5. Slowenien 868,4; 6. Russland
791,8.
Langlauf
Skiathlon, Damen (7,5 km klassisch,
7,5 km Freistil): 1. Johaug 40:57,6 min;
2. Uhrenholdt Jacobsen (beide Norwegen) 5,7
s zur.; 3. Kalla (Schweden) 6,0; 4. Niskanen
(Finnland) 1:05,7 min; 5. Bleckur (Schweden)
1:07,4 min; 6. Bjørgen 1:33,2; 18. Böhler
(Ibach) 2:34,9; 29. Carl (Zella-Mehlis) 3:49,9;
33. Ringwald (Schonach) 4:37,3. Herren
(15/15): 1. Wylegschanin (Russland)
1:16:25,9 h; 2. Cologna (Schweiz) 0,4 s zur.;
3. Harvey (Kanada) 1,6; 4. Tønseth (Norwegen) 3,4; 5. Manificat (Frankreich) 10,2; 6.
Halfvarsson (Schweden) 22,8; 27. Dobler
(Traunstein) 2:53,7 min; 47. Notz (Römerstein) 7:41,4.
Teamsprint (Freistil), Damen, 6x 1,2 km:
1. Østberg/Falla (Norwegen) 14:29,57 min;
2. Ingemarsdotter/Nilsson (Schweden) 8,17;
3. Kowalczyk/Jaskowiec (Polen) 8,48; 4. Fessel/Herrmann (Oberstdorf/Oberwiesenthal)
11,57; 5. Dozenko/Matwejewa (Russland)
29,19; 6. Thomas Hugue/Aymonier (Frankreich) 30,26.
Herren: 6x 1,4 km: 1. Krogh/P. Northug (Norwegen) 15:32,89 min; 2. Petuchow/Krjukow
(Russland) 5,64 s zur.;3. Nöckler/Pellegrino
(Italien) 5,73; 4. Bing/Tscharnke (Dermbach/Biberau) 6,11; 5. Nousiainen/Jylhä
(Finnland) 13,66; 6. Razym/Kozisek (Tschechien) 16,73.
Freie Presse
S5
Einen Wackler weg vom Weltmeister
Skiflug-Weltmeister
Severin Freund flog zu
seiner ersten Einzelmedaille bei einer nordischen
WM. Dem „Mann der
kleinen Schritte“ fehlten
0,4 Punkte zum Gold.
VON THOMAS PRENZEL
FALUN — Der
Erzgebirger ist ein
unbestechlicher Mensch. Mirko
Hünefeld aus Oberwiesenthal darf
das jedenfalls für sich in Anspruch
nehmen. Der Wertungsrichter E des
WM-Einzelspringens am Samstag
auf der Normalschanze von Falun
gab dem letzten Springer des Feldes,
Rune Velta aus Norwegen, beim
hoch spannenden Wimpernschlagfinale eine 19,5 als Haltungsnote für
einen blitzsauberen Sprung. Hätte
sich Hünefeld verguckt und nur
eine 19,0 gezeigt, hieße der Weltmeister nicht Velta, sondern Severin
Freund. „Klar, gewinnen wäre noch
schöner gewesen. Aber ich hatte im
ersten Sprung bei der Landung
einen Wackler. Um Weltmeister zu
werden, muss es eben zweimal perfekt klappen“, sagte Severin Freund
mit keiner Mimik der Enttäuschung
im Gesicht. Bundestrainer Werner
Schuster eilte im Sprint vom Kampfrichterturm nach unten, um seinen
Schützling noch vor der Siegerpräsentation im Auslauf zu herzen.
0,4 Zähler trennten am Ende den
25-jährigen Norweger Velta und den
ein Jahr älteren Niederbayern. Das
ist nicht einmal ein halber Meter,
oder eben der halbe Zähler in den
Haltungsnoten. Auch der freudige
Schuster pendelte auf der Waage
deutlich zum gewonnenen Silber
als zum verpassten Gold. „Velta war
im Probe-, im ersten und zweiten
Durchgang der Beste. Das ist einfach
sein Tag gewesen. Und die Wertungsrichter stehen enorm unter
Druck. Da ist es sogar oft ein Nachteil, einen Mann aus der eigenen
Nation dabei zu haben. Denn aus
Angst vor einer Sperre geben sie
dem Landsmann sogar mal einen
halben Punkt weniger“, erklärte der
Trainer und lobte die Flüge des Mannes aus Lommedalen: „Ich habe echt
keinen Fehler bei Velta gesehen.“
Dass Freund noch nicht auf
Anhieb in Falun auf den Thron kletterte, passt ohnehin besser zum Karriereweg des Studenten für Internationales Management. An seinen
vielseitigen Fähigkeiten zweifelt
niemand mehr, schon gar nicht er
selbst. „Dass ich Skiflug-Weltmeister geworden bin und ein Jahr später
Silber auf der kleinen Schanze habe,
sagt, glaube ich, viel über meinen
Sprung aus. Ich bin eben keiner, der
In glänzender Form: Stehaufmännchen Severin Freund aus Bayern.
FOTO: GRZEGORZ MOMOT/DPA
Richard Freitag: Zu früh für eine Einzelmedaille, dafür erstes Gold im Mixed-Team
Der Breitenbrunner Richard Freitag
biss in einen Schokoriegel und wirkte
nach Rang sieben im Einzel von der
Normalschanze nicht unzufrieden.
„Wenn ich schon nicht in eine Medaille beißen kann, dann esse ich was
Richtiges“, scherzte der Erzgebirger.
91,5 und 90,5 Meter, 14,6 Zähler
Abstand zu Bronze standen letztlich
zu Buche. Das Gute daran: Der 23-Jährige wusste, wo er die entscheidenden Meter verloren hatte. „Ich bin
jeden Sprung am Schanzentisch zu
früh dran. Keine Ahnung, an was das
liegt. Ich bin eigentlich nicht so hibbelig, dass ich es nicht abwarten
könnte“, schätzte er ein. Bei einem zu
frühen Absprung fehlt es an Flughöhe
und damit an Weite.
mit 18 Jahren gleich durchschießt
und alles gewinnt“, sagt Freund.
Das lässt sich gut nachvollziehen. Freund, in Waldkirchen zu
Hause und mit Freundin in München wohnhaft, begann als Bub in
Rastbüchl auf den kleinen Schanzen
zu hüpfen, nachdem er die Sportart
als Vierjähriger im Fernsehen toll
fand. Bei seiner ersten Junioren-WM
wurde er allerdings nur 30. im Einzel und 11. im Team. Misserfolge gehören irgendwie dazu. Beim Weltcupeinstand im Dezember 2007 bei
der Vierschanzentournee in Oberst-
Reserven lagen am Samstag auch
noch in der Anlaufgeschwindigkeit.
Von den 20 Besten des Feldes brachte
es Freitag neben Gregor Deschwanden auf den geringsten Speed im
Anlauf. „Das ist mal so, mal so, kann
auch an meiner Sitzposition liegen.
Wenn die nicht optimal ist, können
die Ski außen an die Spur bandeln“,
berichtete der Erzgebirger, der sich in
WM-Form fühlt und dies im gestrigen
Mixed-Team eindrucksvoll zeigte.
Mit Flügen auf 93,5 und 92,0 Meter
und jeweils Durchgangsbester trug er
wesentlich zur Goldmedaille bei.
Maschine mehr. Tourneesieger Stefan
Kraft rettete die zum Jahreswechsel
noch mannschaftlich überragenden
Österreicher mit Bronze. Und für den
bei der Tournee schwer gestürzten
Simon Ammann wird die Rückkehr
wohl zu einer Zerreißprobe. Der
Schweizer stürzte im verkorksten
ersten Sprung fast erneut nach sehr
breitbeiniger Landung. Danach
kachelte der 33-Jährige den zweiten
Flug (94,5 m) in tiefer Hocke hin.
Und welche Erkenntnisse brachte
der WM-Auftakt der Skispringer noch?
Der 42-jährige Noriaki Kasai (Rang
35) ist – altersgerecht eben – keine
Der viermalige Olympiasieger sagte anschließend: „Ich werde es nicht
erzwingen, wenn ich das Gefühl habe,
dass es nicht geht“, schloss Ammann
eine vorzeitige WM-Abreise nicht aus.
Seine Landeprobleme könnten zur
psychologischen Barriere werden. (tp)
dorf sammelte Freund als 30. ebenso
in erster Linie Erfahrungen. Doch
auch Rang vier bei der Skiflug-WM
in Vikersund sowie das hauchdünn
verpasste Bronze in Sotschi warfen
Severin Freund nicht aus der Flugbahn. Immer wieder kehrte der Bayer zurück, auch als in diesem Winter
wieder einmal bei der Tournee der
erhoffte Triumphzug ausblieb. Ganze vier Tage dauerte es, bis Freund
nach dem Tourneefinale alle Enttäuschungen abgeschüttelte und mit
deutschem Rekord und dem Weltcupsieg am Kulm wieder zum WM-
Hoffnungsträger avanciere. „Das ist
seine ganz große Stärke. Er reflektiert die Situation kurz, hakt sie ab
und kommt wieder. Das können nur
ganz wenige Athleten“, so Schuster.
Nicht unwesentlich trug diese
Fähigkeit bei Olympia in Sotschi
zum Gold des deutschen Quartetts
bei. Zuvor war Freund noch auf der
Normalschanze (Rang 31) gestürzt
und von der großen Anlage mit
2,6 Zählern hinter Peter Prevc (Slowenien) an Bronze gescheitert. Das
„immer weiter, weiter, weiter“, auch
wenn es aussichtslos erscheint,
FALUN — Das Wort „blitzeblau“ er-
fährt für die deutschen Langläufer
bei dieser WM womöglich eine
neue Bedeutung. Denise Herrmann
pumpte gestern nach dem Zieleinlauf im Teamsprint ziemlich lange
und musste von ihrer Mitstreiterin
Nicole Fessel gleich getröstet werden. Noch als Dritte fuhr die Erzgebirgerin als Schlussläuferin ins Stadion. Doch je lauter der ohrenbetäubende Jubel der schwedischen Fans
für Schlussläuferin Stina Nilsson
wurde, umso fester wirkte Denise
Herrmann im Zielsprint. „Ich war
einfach blitzeblau. Die Koordination hat überhaupt nicht mehr gestimmt. Das ist einfach nur nervig,
wenn man so nah an der Medaille
dran ist“, erklärte die 26-Jährige im
Gespräch mit „Freie Presse“.
Während die Norweger bei den
Damen (Oestberg, Falla) wie auch
den Herren (Krogh, Petter Northug)
mit zwei weiteren Goldmedaillen
ihre Dominanz in diesem Winter
zelebrierten, suchten die Deutschen
nach Erklärungen. Denn wenig später passierte den Herren mit Thomas
Bing und Tim Tscharnke aus Thüringen in ähnlicher Form, was schon
Herrmann/Fessel zuvor die Laune
vermiest hatte. Immer, wenn es
letztlich um die Wurst geht, packen
die Konkurrenten eine Schippe
drauf, während die deutschen Läufer nichts mehr entgegensetzen können. Tscharnke fuhr sogar als Zweiter ins Stadion zum Halali, musste
sich letztlich ebenso im Sprintduell
um Bronze dem russischen Olympiasieger Nikita Krjukow sowie
Federico Pellegrino (Italien) geschlagen geben. Bundestrainer Frank Ullrich zollte seinen Jungs aber ein Lob:
„Krjukow und Pellegrino sind
außergewöhnliche Sprinter. Gegen
sie zu verlieren, ist keine Schande.“
Denise Herrmann redete dann
auch gar nicht um den heißen Brei
herum: „Ich muss mir eingestehen,
dass ich diese Saison im Sprint nicht
hundertprozentig in Form bin. Im
Halbfinale hatten wir noch nicht die
großen
Gegnerinnen.
Hinzu
kommt, dass die starken Nationen
eine halbe Stunde mehr Erholung
hatten, weil sie im ersten Halbfinale
gestartet sind“, sagte die Staffeldritte
von Sotschi, die am Abend einen
Start im morgigen 10-km-Freistil-
passt zum legendären Ausspruch
der Torwart-Ikone Oliver Kahn. Nur
Freund trägt seine Mentalität mehr
in sich. Ganz unspektakulär stand
der Mann des Tages vor den Reportern, eine Wasserflasche in der
einen, die Ski in der anderen Hand.
Und dann sagte der „Um-ein-HaarWeltmeister“, was junge Menschen
halt so sagen: „Es war ein geiler
Wettkampf.“ Und um im Jargon zu
bleiben: Am Tag darauf wurde es im
Mixed mit Richard Freitag sowie
den Mädels Katharina Althaus und
Carina Vogt noch viel geiler.
Zuschauermagnet Langlauf
„Blitzeblau“ in den Zielsprint
Die deutschen Langläufer
laufen weiter einer Medaille hinterher. Im Teamsprint wurden die Duos
Fessel/Herrmann und
Bing/Tscharnke Vierte.
Gestern jubelte Richard Freitag mit
Severin Freund nach seinem ersten
WM-Titel. FOTO: FREDRIK VON ERICHSEN/DPA
rennen mit den Trainern abwägen
wollte. Schlimmstenfalls droht den
deutschen Langläufern wie schon
vor zwei Jahren im Val di Fiemme
eine medaillenlose WM. Dann hilft
auch kein Frusttrinken. Aber zumindest bekäme das Wort „blitzeblau“ so wieder zu seiner eigentlichen Bedeutung. (tp)
Einfach nur kaputt: Denise Herrmann im Ziel.
FOTO: FREDRIK VON ERICHSEN/DPA
Skisprung-Weltmeisterin Carina
Vogt wünscht sich auch Skifliegen für
Frauen. „Ich würde sofort zum Fliegen wollen. Umso größer die Schanzen, desto besser“, sagte die Degenfelderin. Erstes Ziel der noch jungen
Sportart sei es aber, eine WM-Entscheidung auf der Großschanze zu
bekommen.
Erwartungsgemäß sind die Langlaufrennen in Falun der größte
Zuschauermagnet. Während die Wochenend-Wettbewerbe der LoipenAsse mit insgesamt 70.000 Besuchern ausverkauft waren, konnten
sich die Zuschauer am Vorabend beim
Damenskispringen mit Handschlag
begrüßen. Auch für die Kombination
und fürs Skispringen der Herren hält
sich das Interesse der Schweden in
Grenzen. In beiden Disziplinen stellte
der Gastgeber keinen Starter.
Beim Einzelspringen der Spezialisten am Samstagabend ergab die Interessenlage ein groteskes Bild. Während tausende Zuschauer von der
Laufstrecke aus dem Wald zurück ins
Stadion oder nach Hause wollten,
stauten sich die Massen auf dem Weg
vorbei an der Schanze. Nicht wenige
Plätze an der Traverse des Schanzenhanges blieben aber unbesetzt. (tp)
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 23. Februar 2015
Erfurterin voller Glückseligkeit
NACHRICHTEN
BASKETBALL
Dem Favoriten
lange Paroli geboten
CHEMNITZ — Basketball-Pro-A-Ligist
BV Chemnitz bot dem Tabellenführer aus Würzburg lange Paroli. Vor
2611 Zuschauern musste sich das
Team erst im letzten Viertel den starken Gästen geschlagen geben und
verlor mit 74:89 (39:40). „Wir wussten, dass Würzburg jeden mit einem
kleinen Lauf besiegen kann. Ich hatte gehofft, dass das nicht mehr passiert. Aber am Ende kam es dann
doch so“, meinte Trainer Kai Buchmann. Seine Spieler stemmten sich
lange gegen die Niederlage. Vor allem die Wurfquote aus der Distanz
war bis zur Pause sehr gut. Als ihnen
dann mit schwindender Kraft ein
paar Ballverluste passierten, nutzten
das die Gäste eiskalt aus und versenkten gleich drei Dreier in Folge.
Bester Werfer der Niners war einmal
mehr der US-Amerikaner Levi Knutson, der 15 Punkte markierte. (jz)
BV: Wilson (7), Matthews (12), Mixich (3), Richter, Calvin (13), Simon (5), Bassl, Osborne (9),
Knutson (14), Bellscheidt (8), Cardenas (3),
Mahfouz.
VOLLEYBALL
Zweitliga-Frauen
verlieren erneut
CHEMNITZ — In der 2. Volleyball-Bun-
desliga haben die Frauen des Chemnitzer PSV eine weitere Niederlage
kassiert. Nach dem 1:3 (22:25, 22:25,
25:22, 19:25) in eigener Halle gegen
den TV Holz/Saarland sind die
CPSV Volleys dem Abstieg ein weiteres Stück nähergerückt. Die Gastgeberinnen waren vor knapp 300 Zuschauern in allen Belangen unterlegen. Trainer Falk Stöhr wollte allerdings nicht von Unvermögen sprechen. „Unsere hohe Fehlerquote war
der Nervosität der Spielerinnen geschuldet“, sagte Stöhr, der die Nachfolge von Rudolf Kucera angetreten
hat. Der Tscheche war im Vorfeld
der Partie beurlaubt worden. (ms)
CPSV: Franke, Espig, Sohr, Schmidt, Herklotz,
Glaser, Jüttner, Nitsche, Machold, Walkenhorst, Brandt.
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KONTAKTE
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Bei der Bahnrad-WM in
Saint-Quentin nahe Paris
gab es im klassischen
Sprint aus Sicht der deutschen Asse Jubel und Enttäuschung. Kristina Vogel
gewann, Stefan Bötticher
schied vorzeitig aus.
SAINT-QUENTIN — Kristina
Welte auf Platz vier nicht wie erhofft
verlaufen war. „Kristina hatte brutal
viel Druck. Wie sie das gelöst hat,
war ganz stark“, lobte Bundestrainer
Detlef Uibel. „Es war ein Rennen, das
ich mit dem Kopf gewonnen habe,
und nicht mit den Beinen“, meinte
die Erfurterin, die für das Chemnitzer Erdgasteam startet. „Meine Form
stimmte, das wusste ich. Aber das
dies nicht genügt, habe ich im Teamsprint erfahren“, erzählte die nunmehr sechsfache Weltmeisterin und
damit jetzt erfolgreichste deutsche
Radsportlerin aller Zeiten hinzu.
Beste Zeit in der Qualifikation
Bundestrainer Detlef Uibel schlug
die Hände entsetzt vor das Gesicht,
Heimtrainer Ralph Müller fehlten
kurzzeitig die Worte. Stefan Bötticher vergrub sich unter einem
Handtuch in der deutschen Box und
ließ seinen Tränen freien Lauf. Nach
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FOTO: CHARLES PLATIAU/REUTERS
Kristina Vogel nach dem Sprinttriumph überglücklich.
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EHV mit konstant
starker Leistung
LÖßNITZ
—
Handball-Zweitligist
EHV Aue bezwang mit einem über
die gesamte Spielzeit fast makellosen Auftritt den ambitionierten Gast
vom HSC Coburg mit 29:26 (16:12).
„Aue hat absolut verdient gewonnen“, lobte Gäste-Trainer Jan Gorr
den Kontrahenten für eine konstante Leistung auf hohem Niveau, auch
wenn die zweite Halbzeit knapp mit
13:14 verloren wurde. Die Erzgebirger gingen durch Marvin Sommer in
Führung (2.: 1:0), der mit 12 Toren
bester Werfer und EHV-Spieler des
Tages wurde, gaben diese nie ab und
bauten den Vorsprung in einer temposcharfen ersten Halbzeit auf zwischenzeitlich sieben Treffer aus
(14:7, 22.). Trotz dieses Vorsprunges
konnten sich die Gastgeber nie
sicher sein, denn Coburg gab nie auf.
Doch die Schützlinge von EHVTrainer Runar Sigtryggsson behielten die Ruhe und präsentierten sich
auch unter Druck ausgesprochen
clever. „In der zweiten Halbzeit sind
uns zwar die einfachen Treffer
nicht mehr so gelungen, aber
29 Tore haben wir in dieser Saison
zu Hause auch noch nicht oft geworfen“, freute sich EHV-Kapitän Eric
Meinhardt, der mit individuellen
Stärken und dreifacher Schütze zum
zweiten Sieg des Jahres beitrug. (wf)
VON THOMAS JUSCHUS
Vogel
stemmte ihr Rad wie eine Gewichtheberin Richtung Hallendach, mit
der Goldmedaille im Gepäck redete
sie während des Interview-Marathons ohne Punkt und Komma. Erst
nach der obligatorischen Dopingkontrolle ging es für die alte und
neue Sprint-Weltmeisterin ins
Mannschaftshotel. „Wir haben nicht
mehr angestoßen, ich war einfach
nur fertig und wollte ins Bett“, berichtete Kristina Vogel gestern.
Nach 1 Uhr ging der Blick das letzte
Mal auf den Wecker, um 8 Uhr begann bereits die Keirinkonkurrenz.
Da musste sie jedoch den Anstrengungen des Vortages Tribut zollen.
Bereits im Hoffnungslauf der ersten
Runde kam für sie als Titelverteidigerin das Aus. Doch diesen
„Schmerz im ersten Moment“ konnte sie schnell überwinden.
Im Sprintturnier war die 23-Jährige zwar nicht mehr die schnellste,
aber die mit Abstand beste Spezialistin. „Kristina ist taktisch und technisch unheimlich stark gefahren“,
lobte Heimtrainer Tim Zühlke,
nachdem sein Schützling im Halbfinale die Chinesin Tianshi Zhong in
einer Neuauflage des WM-Finales
von 2014 mit 2:1 niedergerungen
hatte und sich anschließend im Endlauf mit 2:0 gegen die junge Niederländerin Elis Ligtlee durchsetzte.
Zhong und Ligtlee waren in der
Qualifikation schneller gewesen.
Selbst eine Unterbrechung wegen eines undichten Hallendaches
und ein Sturz Vogels im ersten Finallauf brachten die Teamsprint-Olympiasiegerin von 2012 nicht aus dem
Konzept. Und auch den immensen
Erwartungen hielt das kleine und
immer freundliche Energiebündel
stand, nachdem der eigene WM-Einstand im Teamsprint mit Miriam
2. HANDBALL-BUNDESLIGA
Ein enttäuschter Stefan Bötticher (r.) bei einer ersten Analyse mit Bundestrainer Detlef Uibel.
FOTO: THOMAS JUSCHUS
einem überragenden Auftakt in der
200-m-Qualifikation, die der Chemnitzer mit dem persönlichen Rekord
von 9,641 Sekunden überraschend
gewann, schied er im Hoffnungslauf
des Achtelfinales aus. Gegen die
französische Übermacht von Weltmeister Francois Pervis und Mickael
d’Almeida war Bötticher auch
taktisch unterlegen und musste wie
schon in der Runde zuvor Robert
Förstemann (Gera) viel zu früh die
Segel streichen.
„Ich habe physisch so viel drauf
wie noch nie. Das hat man in der
Qualifikation gesehen. Ich habe die
Sache auch im Kopf, weiß wie es
geht, aber ich kann es nicht umsetzen – das ist der große Unterschied
zu den beiden vergangenen Jahren“,
sinnierte Stefan Bötticher nach der
ersten Enttäuschung mit etwas
Abstand. Zunächst hatte er den Kanadier Joseph Veloce sicher ausgeschaltet, musste sich aber anschließend Ex-Europameister Denis Dmitriev aus Russland beugen und in die
Hoffnungsrunde. Hier kam das
schnelle Aus und die zweite Enttäuschung nach Platz acht im Keirin.
Heimtrainer Ralph Müller, der
auf der Tribüne gemeinsam mit
seinem Kollegen Andreas Hirschligau mitgelitten hatte, versuchte als
einer der Ersten seinen Schützling
im Innenraum wieder aufzurichten.
„Stefan hat hier eine große Chance
vergeben. Er war der stärkste Sprinter, aber er ist mit dem Druck nicht
klar gekommen. Das ist jetzt brutal
für ihn, er soll sich ausheulen, aber
wir wissen, was er leisten kann.
Er wird mit diesem Rückschlag klarkommen, da bin ich mir absolut sicher“, meinte der Coach. Nach einer
schwierigen Saison mit diversen
krankheitsbedingten Rückschlägen
bis kurz vor dem Saisonhöhepunkt
suchte das Duo hierin jedoch keine
Ausreden. „Ich habe ihm auch gleich
versichert: Wir sind ein Team und
kommen da gemeinsam wieder
raus“, berichtete Ralph Müller und
fügte hinzu: „Bötti ist eben auch nur
ein Mensch und keine Maschine.
Trotz der Erfolge, die er mit jungen
Jahren schon erkämpft hat, fehlen
ihm noch viele Erfahrungen.“
Blick geht jetzt nach Rio
Vor zwei Jahren in Minsk hatte der
Athlet vom Chemnitzer PSV überraschend die gesamte Konkurrenz
düpiert und Gold in der klassischen
Disziplin erkämpft, 2014 in Cali
trotz schwieriger Vorbereitung
Silber geholt. Nun folgte das bislang
schlechteste WM-Abschneiden seiner Karriere. Der Frust muss jetzt
irgendwie weg. „Ich werde versuchen, abzuschalten – am besten
schließe ich mich zu Hause ein paar
Tage mit der Familie ein und stelle
das Fahrrad in den dunklen Keller“,
bemerkte Stefan Bötticher.
Nach einer Woche Urlaub absolviert er im März ein Praktikum im
Rahmen seiner Bundespolizei-Ausbildung, im April startet er erneut
bei der internationalen Keirintournee in Japan. Danach beginnt der
Angriff auf Rio. (mit mm)
STATISTIK: EHV: Musil, Petursson, Meinhardt (2), Roch, Mägi (3), Sigtryggsson (3),
Sommer (12/5), Faith (3), Gunnarsson,
Runarsson (4), Sigthorsson (2); Siebenmeter:
EHV: 6/5; HSC: 2/1; Strafm.: EHV: 8; HSC: 2;
Zuschauer: 1450; Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Barleben/Irxleben).
2. HANDBALL-BUNDESLIGA
BSV-Damen
verlieren auswärts
BENSHEIM — Die
Zweitliga-Damen
des BSV Sachsen Zwickau kehrten
mit einer 23:28 (10:13)-Niederlage
vom Auswärtsspiel bei der HSG
Bensheim Auerbach zurück. Lediglich ein einziges Mal übernahmen
die Westsächsinnen die Führung.
Das jedoch nur mit einem Tor Unterschied und für nicht einmal eine
Minute. Die Gastgeberinnen legten
nicht nur nach, sondern nahezu die
komplette Spielzeit über vor. „Wir
hatten definitiv unsere Chancen,
doch die haben wir nicht genutzt“,
berichtete Trainerin Daniela Filip.
Sie bemängelte zudem nicht nur
fehlende Kondition, sondern machte auch Konzentrationsschwächen
in ihrem Team aus. Auf die verletzungsbedingten Ausfälle wollte
Filip die Niederlage keineswegs
schieben. „Wir waren trotzdem gut
besetzt“, meinte sie. (ck)
STATISTIK BSV: Kurzke, Neagoe; Hessel (1),
Starcek (5), Aleksandraviciute, Kallenberg,
Kracht (3), Stein, Martinkova (4), Hopp (1),
Pruß (1), Bachrata (3), Choinowski (4), Majer
(1). Siebenmeter: HSG 5/5; BSV 1/1. Strafminuten: HSG: 1; BSV: 3. Zuschauer: 450
Schiedsrichter: Heine/Standke (Braunschweig/Friedland)
Nachwuchs-Asse und Routinier mit Rekorden
In der Gewichtheber-Bundesliga kam der Chemnitzer AC zum sechsten Sieg.
Aufsteiger AC Plauen
verlor beim Tabellenzweiten Samswegen.
VON MARTINA MARTIN
GÖRLITZ/SAMSWEGEN — Andreas Reh-
wagen, Trainer der Chemnitzer
Mannschaft, spendierte seinem
Team nach dem Vergleich ein Gläschen Sekt, um auf seinen Geburtstag
anzustoßen. „Ihr habt mir ein schönes Geschenk bereitet“, bedankte
sich der nunmehr 56-Jährige nach
dem klaren Erfolg bei der KG Görlitz-Zittau (65,0:483,3). Sicher waren
seine Schützlinge als bereits feststehender Sieger der Vorrunde B beim
Tabellenletzten klare Favoriten.
Doch ihn überzeugte erneut, wie die
Truppe aufgetreten ist und damit
die makellose Serie von sechs Siegen
in sechs Kämpfen erreichte. „Es geht
aufwärts. Wir hatten nur einen Fehlversuch, obwohl die jungen Leute
Bestleistungen aufstellten“, zeigte
sich der Coach auch damit zufrieden, dass sie ebenso in Grenzbereichen technisch gut arbeiteten.
Gemeint waren vor allem Marcus
Sadey und Kurt Perthel. Die beiden
17-Jährigen, die gerade einen intensiven Trainingslehrgang auf dem
Rabenberg hinter sich hatten,
schafften jeweils in beiden Teildisziplinen sowie im Zweikampf persönliche Rekorde. „Ich war gut drauf,
fühlte mich stark. Da muss man die
Chance nutzen, wenn man sie hat“,
meinte Marcus Sadey, der sich um
insgesamt fünf Kilogramm steigerte
und mit seinem Punktbestwert von
120 immerhin nach Auswahlakteur
Marcus Sadey
Edgar Jerke
Gewichtheber
Gewichtheber
FOTO: KRISTIN SCHMIDT
FOTO: ELLEN LIEBNER
Robby Behm (143) zweitbester
CAC-Akteur war. Während er bereits als Achter der Olympischen Jugendspiele und Siebenter der Jugend-EM für Furore 2014 sorgte,
konnte sich Kurt Perthel noch nicht
international präsentieren. Eine
Knie-Operation bremste ihn im Vorjahr aus. „Es war geplant, dass ich etwas riskiere“, freute sich der Schüler,
dass er bei jedem seiner sechs Versuch eine Bestleistung schaffte.
Trotz der Niederlage nahm auch
der AC Atlas Plauen gut gelaunt die
Rückreise aus Samswegen (738,8) in
Angriff. Das Team stellte mit 631
Zählern eine Saisonbestleistung auf.
„Ein rundum gelungener Wettkampf für uns“, wertete Teamchef
Bernd Schmiedel und hob dabei Edgar Jerke noch besonders hervor:
„Einfach herausragend seine Leistung, das war so nicht zu erwarten“,
lobte er. Der Luckenwalder, der bereits seit 2006 bei den Vogtländern
eine wichtige Stütze ist, erlebt mit
seinen 28 Lenzen trotz voller Berufstätigkeit einen zweiten Frühling.
Als Hobbysportler brachte er im
Reißen mit 138 kg erstmals eine Last
nach oben, die er als früherer Kaderathlet nicht schaffte. Da musste sich
sogar Robert Dolega strecken, um
seinen Spitzenplatz in der Punktwertung der Mannschaft zu behaupten. Jerke, vom Körpergewicht her
leichter, hatte 138 Zähler vorgelegt,
sodass der einstige Auswahlakteur
aus Polen erstmals in dieser Saison
200 kg im Stoßen auflegen ließ, dabei steigerte er gleich um 10 kg. So
kam der 36-jährige Routinier auf
den Höchstwert des gesamten Vergleiches von 146 Punkten.
Während Plauen als Hauptziel
den Klassenerhalt sicher hat, trifft
der CAC im Halbfinale voraussichtlich auf Speyer (Heimkampf: 21.3.).
STATISTIK: Chemnitz: Behm 143 Punkte
(Reißen: 154 kg; Stoßen: 191); Sadey 120 (112;
141), Kudzik 101,2 (125; 155); Pichler 100 (90;
118); Weber 95,6 (130; 155), Perthel 95,2 (115,
145). Plauen: Dolega 146 (156; 200); Jerke
138 (138; 170); Clauß 100 (133; 179), M. Hinkelmann 92 (83; 101); S. Schmiedel 83 (93; 120),
N. Hinkelmann 72 (45; 58).
LOKALSPORT
Montag, 23. Februar 2015
NACHRICHTEN
RINGEN
2. Liga wieder mit
zehn Mannschaften
MARKNEUKIRCHEN — Die 2. Bundesliga geht wie schon in der Vorsaison
mit zehn Mannschaften in die neue
Meisterschaftsrunde, die am 5. September beginnt und am 19. Dezember endet. Das wurde auf der Bundesligatagung am Samstag in Darmstadt beschlossen. Der RV Lübtheen,
der in der vergangenen Saison den
Staffelsieg erkämpfte, nahm sein
Aufstiegsrecht nicht wahr. Auch der
Tabellenletzte WKG Pausa/Plauen
verbleibt in der Klasse, da die Staffel
Nord vergangene Saison nach dem
Rückzug des KSC Motor Jena nicht
vollständig gestartet war. Als Aufsteiger rückt der AC Germania
Artern in die zweithöchste Kampfklasse nach. Der Staffel Nord gehören außerdem der AV Germania
Markneukirchen, der RSV Rotation
Greiz, der FC Erzgebirge Aue, der
AC Werdau, der KFC Leipzig, der
RSK Jugendkraft Gelenau und der
TV Thalheim an. (rjö)
Freie Presse
S7
Mit 40 Sachen dem Pferd hinterher
Nach vielen Jahren Pause
gab es in Hammerbrücke
wieder einen Wettkampf
im Skijöring. Es soll nicht
bei dem einen bleiben.
VON RALF WENDLAND
HAMMERBRÜCKE — Das Ganze sieht
von außen betrachtet abenteuerlich
aus: Da lassen sich Skifahrer von
einem Reiter-Pferd-Gespann in
rasantem Tempo über die Skipiste
ziehen, und der Schnellste gewinnt.
Das Skijöring hat in der Region Tradition, und die haben der Vogtländische Reiterbund und die Pferdefreunde Oberes Vogtland mit dem
ersten Skijöring-Turnier am Samstag auf dem Gelände des Pferdebetriebes Voigtmann in Hammerbrücke neu belebt.
„Es muss schon ein
FUSSBALL
guter Skifahrer mit
Kottengrüner schafft Alpine-Ausrüstung
Doppel-Hattrick
sein, der sich einPLAUEN — Ein ganz seltenes Erfolgserlebnis feierte Stürmer Ralf Wie- spannen lässt.“
FUSSBALL
Lauterbacher Jugend
feiert Turniersieg
FREIBERG — Gegen durchweg promi-
nente, zum Teil höherklassige Konkurrenz haben die F-Junioren der SG
Traktor Lauterbach am Samstag in
Freiberg einen überraschenden Turniersieg gefeiert. Sie gewann den
6. Frühlingscup der SG Dittmannsdorf. Teilnehmer am Turnier waren
der Chemnitzer FC, der SC Borea
Dresden, der FSV Lauchhammer, der
ESV Lok Döbeln, die Potsdamer
Kickers, der Nordberliner SC und
der Gastgeber. (pj)
HANDBALL
Beim Spitzenreiter
nichts zu bestellen
OELSNITZ — Die Handballer des TSV
Oelsnitz II hatten gestern beim Spitzenreiter der Kreisliga Vogtland
erwartungsgemäß keine Chance. Sie
verloren beim HV Mylau-Reichenbach 21:34. Ähnlich erging es den
A- und B-Jugendlichen der NSG
Oelsnitz/Oberlosa in der Sachsenliga beim SC DHfK Leipzig. Die A-Jugend verlor beim Tabellenzweiten
18:30, die B-Jugend bei der zweiten
Leipziger Mannschaft, die ebenfalls
auf Platz 2 der Tabelle steht, 14:24.
Die B-Jugend der vogtländischen
Nachwuchsspielgemeinschaft ist
derzeit Sechster in der Sachsenliga,
die A-Junioren sind aktuell Tabellenfünfter. (khfr)
TENNIS
Oelsnitz trägt
die rote Laterne
THALHEIM — Die Tennisspieler des
TSV Oelsnitz haben am Samstag im
Thalheimer Sportpark ihr abschließendes Spiel im Wintercup der
Männer gegen die dritte Vertretung
des Freiberger HTC glatt 0:12 verloren und sind nun Letzter der
2. Kreisklasse. Alle anderen Teams
außer den spielfreien Oelsnitzern
treten in der letzten Runde im März
noch einmal an, wobei der TSV mit
etwas Glück auch ohne eigenes Zutun die rote Laterne noch abgeben
könnte. (tgf)
Richard Mansfeld Reiterbund
Lisa-Marie Grimm erkämpfte sich mit Lucky Luke und Reiterin Bianca Schmitt den vierten Platz.
Richard Mansfeld, der Vorsitzende
des Vogtländischen Reiterbundes,
hofft, dass sich das Skijöring wieder
etabliert. Der 70-Jährige erinnerte
sich: „Als großes Event gibt es das
Skijöring erstmalig wieder seit 1988.
Sonst haben wir so etwas immer nur
intern im Pferdesportverein durchgeführt, das letzte Mal aber auch
schon vor sechs Jahren.“
Das Besondere beim Skijöring sei
die Harmonie zwischen Pferd, Reiter
und Skifahrer. „Das ist anspruchsvoll“, erklärte Mansfeld. Bei einem
solchen Ritt komme man durchaus
auf Geschwindigkeiten zwischen 40
bis 50 Kilometern pro Stunde.
Ausgetragen wurde der Wettbewerb in Hammerbrücke im K.-o.System. Insgesamt waren elf Skifahrer und elf Pferde am Start. „Eine
Runde ist 400 Meter lang. Es gibt keinen Slalom oder Ähnliches, sondern
nur eine glatte Runde. Die ist für die
Pferde genauso anstrengend wie für
die Skifahrer“, erklärte Thomas
Voigtmann vom Pferdebetrieb.
Die meisten Teilnehmer sind aus
Spaß an der Freude mitgefahren.
Anja Heinz vom Reitverein Ellefeld,
die sich im Vorfeld lediglich zwei
Probeläufe gegönnt hatte, lachte:
„Seit 18 Jahren stehe ich das erste
Mal wieder auf Skiern. Das ist einfach Spaß und Gaudi.“ Das sieht
Martin Schubert genauso. Der
24-Jährige aus Brunn meinte: „Sonst
bin ich auch auf Skiern unterwegs,
also habe ich mir gesagt, ich melde
mich an.“
Einer spontanen Laune nachgeben hat auch Pierre Scharnau. Der
35-jährige Auerbacher schmunzelte:
„Eigentlich wolle ich nur fotografieren, und jetzt stehe ich auf Skiern.“
Am Ende hielt Thomas Fleig den
Sieger-Pokal in Händen. Mit dem
Pferd Holdbori und Reiter Tino Lei-
Tim Kopp holt mit Deutschland die Goldmedaille
Nordische Kombination, OPA-Skispiele: Klingenthaler Nick Siegemund im Einzel auf dem Treppchen
SEEFELD — Großartig haben sich die
Starter des VSC Klingenthal bei den
OPA-Skispielen am Wochenende in
Seefeld in Österreich in Szene
gesetzt. Allen voran Tim Kopp, der
bei den Wettkämpfen der Verbände
der Alpenländer gestern in der siegreichen deutschen Staffel stand.
Gemeinsam mit Willi Hengelhaupt,
Constantin Schnurr und Justin Moczarski verwies er Gastgeber Öster-
reich mit fast anderthalb Minuten
Vorsprung auf den zweiten Platz.
Deutschland hatte schon nach dem
Springen in Führung gelegen. Nick
Siegemund kam mit der Staffel
Deutschland II auf Rang 5, Luca
Schönherr mit Deutschland III auf
Rang 8.
Die drei Klingenthaler hatten
schon am Samstag mit starken Leistungen auf sich aufmerksam ge-
Tim Kopp
Mannschaftssieger bei
den OPA-Skispielen
FOTO: HARALD SULSKI
macht. Nick Siegemund holte dabei
im Einzelwettbewerb der Schülerjahrgänge 2000 und jünger die Sil-
bermedaille, 33 Sekunden hinter seinem deutschen Mannschaftskameraden Luis Lehnert aus Oberaudorf.
Luca Schönherr wurde Achter.
Tim Kopp kam im Wettkampf
der Jugendlichen der Jahrgänge
1998 und 1999 als Fünfter ins Ziel.
Die Abstände waren dabei sehr
knapp, auf den Sieger – Willi Hengelhaupt aus Zella-Mehlis – fehlten
Kopp nur 17,9 Sekunden. (pj)
Oelsnitz nimmt nur einen Punkt mit
Die Regionalliga-Volleyballer des VSV haben am
Samstagabend beim VSV
Jena 2:3 (21:25, 25:23, 23:25,
25:21, 11:15) verloren.
JENA — Das vorletzte Auswärtsspiel
der Saison stand für die Oelsnitzer
Regionalliga-Volleyballer unter keinem guten Stern. Es fehlten die
Außenangreifer Jürgen Hanitzsch,
Stefan Roßbach und André Möckel,
zudem meldete sich kurzfristig
Hauptangreifer Eric Schannwell
krank. Damit standen kaum Wechseloptionen zur Verfügung. Das sollte sich im Spielverlauf deutlich
bemerkbar machen. Jena trat dagegen mit zwölf Spielern an, was letztlich auch der Sieggarant war. Nach
111 Spielminuten konnten die Sperken nach schwacher Leistung
zumindest einen Punkt mitnehmen. Sie bleiben mit vier Punkten
Vorsprung auf den VC Altenburg
Tabellenzweiter.
Vor der mageren Kulisse von
rund 40 Zuschauern erwischten die
Oelsnitzer den besseren Start. Viele
Fehler der Hausherren führten zur
11:7-Führung der Gäste. Doch dann
häuften sich bei den Vogtländern
die Fehler. Insbesondere die Außenangreifer Sascha Singer und Matthias Hanitzsch konnten ihre Angriffe
nicht verwandeln. Hinzu kamen
zahlreiche Aufschlagfehler, und im
Handumdrehen banden die Jenaer
den ersten Satz mit 25:21 zu.
Die Gastgeber nahmen den
Schwung mit in den zweiten Satz.
Etliche Annahmefehler der Sperken
erleichterten es, sich auf 11:7 abzusetzen. Nach einer Auszeit fanden
die Oelsnitzer endlich ihren Rhythmus. Die Annahme war deutlich stabiler, vor allem die Mittelangreifer
Thilo Schmalfuß und Franz Masur
konnten viele schöne Punkte erzielen. Platzierte Aufschläge und gute
Blockarbeit taten ihr übriges. Mit
einem knappen 25:23 wurde der
Satzausgleich erzielt.
Im dritten Satz blieb es spannend. Das schwache Niveau war
allerdings geprägt von zahlreichen
Fehlern beider Mannschaften. Beim
VSV Oelsnitz blieben die Außenangriffe über weite Strecken harmlos,
Wechsel waren jedoch keine möglich. Die meisten Punkte holten die
Vogtländer über Mittelangriffe oder
gelegentlich einen erfolgreichen
Block. Die Jenaer hatten mittlerweile den Diagonalangreifer gewechselt. Das sollte sich als Glücksgriff
erweisen. Der Neue nutzte seine
Körpergröße aus und griff sehr
unkonventionell an. Dagegen fanden der Oelsnitzer Block und die
Abwehr kaum Mittel. Dennoch
standen die Sperken kurz vor dem
Satzgewinn, doch beim 23:22
klemmte der Angriff, und die Gastgeber zogen auf 25:23 vorbei.
Das Spiel blieb sehr zerfahren,
immer wieder gab es auf beiden Sei-
Im Hinspiel klappte die Abwehr (im
Bild Sascha Singer, vorn, und Franz
Masur) noch wesentlich besser. Oelsnitz gewann 3:1.
FOTO: HARALD SULSKI
ten Schwächen in der Annahme.
Beim 12:12 im vierten Satz kam
Franz Damaschke ins Spiel. Mit zwei
starken Aufschlägen setzte er ein
Ausrufezeichen und leitete den Satzgewinn seiner Mannschaft ein. Der
Block kam jetzt häufiger zu Punkterfolgen, und die Mittelangriffe
waren für den VSV Jena nach wie
vor nicht in den Griff zu bekommen.
Mit 25:21 war erneut der Satzausgleich hergestellt, und der fünfte
Satz musste entscheiden.
Im Tiebreak gingen die Hausherren aufs Ganze. Risikoreiche Aufschläge wurden durch einige Punkte belohnt. Die Vogtländer kamen
einfach nicht in ihren Rhythmus.
Die Jenaer hatten sehr viel Selbstvertrauen, mit cleveren Angriffen ließen sie den Oelsnitzer Block mehrfach alt aussehen. Beim 5:8 wurden
die Seiten zum letzten Mal gewechselt. Die Oelsnitzer Aufschläge blieben zu harmlos, um es noch einmal
spannend zu machen.
Am Wochenende ist Punktspielpause. Am 7. März empfangen die
Oelsnitzer im vorletzten Heimspiel
der Saison den Tabellenfünften
SV Reudnitz. (mha)
OELSNITZ: Damaschke, M. Hanitzsch, Krug,
Masur, Mocker, Neuber, Preußner, Schmalfuß,
Singer.
FOTO: RALF WENDLAND
del war er ins Rennen gegangen. Den
zweiten Platz sicherte sich Susann
Hüllebrand (Pferd Panteur, Reiter
Esther Lienemann). Bronze ging an
Markus Wunderlich (Pferd Alaska,
Reiter Anika Schön). Den undankbaren vierten Platz belegte Lisa-Marie Grimm (Pferd Lucky Luke, Reiter
Bianca Schmitt). Die 20-Jährige hat
bereits Erfahrung mit Skijöring: „In
Hammerbrücke war es schwierig,
weil es bergauf und bergab ging.“
Vogtländerin
zweitbeste
Deutsche
Biathlon: Klingenthalerin
überzeugt bei der WM
MINSK — Biathletin Helene-Therese
Hendel (Foto) kann mit ihrem
Abschneiden bei den Juniorenweltmeisterschaften in
Minsk-Raubichi
sehr zufrieden sein.
Hinter ihrer überragenden Teamgefährtin Marie Heinrich erweist sich
die 19-jährige Klingenthalerin
als
zweitbeste Deutsche der Konkurrenz. Im gestrigen
Verfolgungsrennen über zehn Kilometer holte Heinrich die Goldmedaille. Helene-Therese Hendel wurde mit 3:33,9 Minuten Rückstand 24.
Sechs Schießfehler verhinderten eine bessere Platzierung.
Deutlich besser lief es für die
Vogtländerin, die seit knapp drei
Jahren in Oberhof trainiert und für
den WSV Oberhof startet, am Samstag beim Sprintwettbewerb über
7,5 Kilometer. Ohne Schießfehler
lief sie als 15. durchs Ziel, Marie
Heinrich verpasste als Vierte die
Podestplätze knapp. Abgeschlagen
waren dagegen die anderen beiden
deutschen Biathletinnen. Anna Siemoneit aus Altenberg wurde im
Sprint 42. und in der Verfolgung 38.,
Anna Weidel im Sprint 46. und in
der Verfolgung 34.
Beim Einzelwettbewerb vorigen
Donnerstag hatte Helene-Therese
Hendel den 14. Platz belegt und war
damit sogar beste deutsche Starterin
gewesen. Morgen gehen die Weltmeisterschaft für die Juniorinnen
mit der Staffel über dreimal sechs
Kilometer zu Ende. Aufgrund der
bisherigen Ergebnisse ist davon auszugehen, dass die Klingenthalerin
für die deutschen Farben zum Einsatz kommen wird. (pj)
FOTO: ARCHIV
gand vom Vogtlandliga-Tabellenführer SV Kottengrün am Samstag
im Testspiel beim VogtlandklasseSpitzenreiter 1. FC Wacker Plauen.
Beim 7:1-Erfolg seiner Mannschaft
schaffte Wiegand einen doppelten
Hattrick. Zwischen der 3. und der
36. Minute brachte er seine Mannschaft 3:0 in Führung. Nach dem
Ehrentreffer durch den Plauener
Sebastian Heinze (60.) und dem 4:1
durch René Schulze (62.) netzte Wiegand innerhalb von fünf Minuten
(75., 77., 80.) erneut dreimal ein. (pj)
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
Rekordspringer hält das Feld in Schach
Fußball
Hallenkreispokal E-Junioren Vorrunde
Gruppe F
Sp
5
5
5
5
5
5
Tore
P
14: 4 12
13: 4 10
9: 7 8
5: 8 5
4:12 5
0:10 1
Sp
5
5
5
5
5
5
Tore
P
21: 3 15
14: 4 12
7: 6 7
1:12 4
4: 9 2
1:14 2
Sp
4
4
4
4
4
Tore
P
18: 5 9
9: 7 9
7: 3 7
5: 5 4
3:22 0
Gruppe G
1. VfB Pausa I
2. 1. FC Wacker Plauen II
3. FSV Bau Weischlitz II
4. ESV Lok Plauen
5. Neumark/Fraureuth
6. VFC Adorf
Gruppe H
1. SG Stahlbau Plauen
2. VfB Pausa II
3. 1. FC Rodewisch I
4. SpG Kürbitz/Unterlosa
5. Post SV Plauen
Die Zwischenrunde am kommenden Wochenende bestreiten folgende Mannschaften:
Samstag, 9 Uhr, Sporthalle Wieprechtstraße
Plauen: Gruppe A: SV Bobenneukirchen I, SV
Turbine Bergen, VFC Plauen I, VFC Plauen II.
Gruppe B: 1. FC Wacker Plauen I, 1. FC Wacker
Plauen II, SpG Schreiersgrün/Reumtengrün,
SpVgg Zobes. Sonntag, 9 Uhr, Sporthalle
Treuen: Gruppe C: SpVgg Grünbach-Falkenstein, VfB Auerbach I, VfB Pausa I, VfB Pausa II. Gruppe D: FSV Bau Weischlitz I, SG Stahlbau Plauen, SV Merkur Oelsnitz, VfB Auerbach II. Die Endrunde folgt am 7. März, 9 Uhr,
in der Plauener Kurt-Helbig-Halle.
Testspiele Männer
Oelsnitz
- Reumtengrün
Erzgebirge Aue II - VfB Auerbach
Fortuna Plauen II - ATS Hof/West
Limbach Res.
- Lengenfeld Res.
Wacker Plauen Res. - Kottengrün Res.
Reuth
- Lichtentanne
Reichenb. FC II
- Heinsdorfergrund
Großzöbern
- Weischlitz
Coschütz
- Hohndorfer SV
Neumark
- Stahlbau Plauen
Brunn I
- Brunn II
VFC Reichenbach - Weißensand
Eintracht Auerbach - Triebel
Rebesgrün
- VfB Auerbach Res.
Limbach
- Blau-Weiß Greiz
Neustadt Res.
- Reumtengrün Res.
Wernesgrün
- Großfriesen
Wacker Plauen
- Kottengrün
Taltitz
- Wildenau
Schöneck
- SG Regnitzlosau
Wernesgrün
- 1. FC Greiz II
Concordia Plauen - Grünbach-Falkenst.
Netzschkau
- Lok Plauen
Motor Zwickau Süd - Neustadt
Tirpersdorf
- Neustadt
Reumtengrün
- Irfersgrün
Wacker Plauen
- Rodewisch
VfB Auerbach II
- SV Ortmannsdorf
Pfaffengrün
- Lok Plauen
Lauterbach
- Erlbach
Rotschau
- Kürbitz
1:0
3:1
2:6
4:4
0:7
0:0
2:3
1:7
2:4
3:1
3:0
2:2
2:2
7:5
0:2
3:5
7:2
1:7
5:5
4:4
4:2
0:0
0:2
2:1
0:2
2:6
0:5
5:0
3:2
4:1
9:2
Aus Österreich und Norwegen kamen die Sieger
beim Continentalcup der
Nordisch Kombinierten in
Klingenthal.
KLINGENTHAL — Junioren-Weltmeis-
ter Jarl Magnus Riiber aus Norwegen
ist am Wochenende der überragende Mann beim Kräftemessen der
Nordisch Kombinierten aus elf Ländern in der Vogtland-Arena Klingenthal und im Skistadion Mühlleithen
gewesen. Nachdem er am Freitag
beim offiziellen Training schon den
Schanzenrekord von 146,5 Metern
eingestellt hatte, ließ er gestern
beim Gundersen-Wettkampf einen
souveränen Start-Ziel-Sieg folgen. Er
war nach erneut starken Sprung auf
142,5 Metern mit großen Vorsprung
in die 10-Kilometer-Loipe gegangen
und hatte im Ziel 53 Sekunden Vorsprung auf den Finnen Eero Hirvonen sowie 1:06 Minuten auf den
Österreicher Mario Seidl.
Der wiederum hatte tags zuvor
im Teamsprint-Wettbewerb zusammen mit Paul Gerstgraser triumphiert und so den totalen Erfolg Riibers verhindert. Zusammen mit Espen Bjoernstad wurde er mit 4,7 Sekunden Rückstand Zweiter. Auf
Platz 3 kamen Alexander Brandner
und Lukas Greiderer aus Österreich.
Von den fünf Startern vom Bundesstützpunkt Klingenthal im
knapp 50-köpfigen Feld hinterließ
Paul Hanf wie schon bei den vorangegangenen Wettkämpfen den
stärksten Eindruck. Im Teamsprintwettbewerb ging Hanf zusammen
mit Tobias Simon als Zweiter nach
dem Springen in die Loipe, musste
sich dann aber noch von den beiden
österreichischen Mannschaften einholen lassen. Im Zielspurt um den
vierten Platz hatte das Duo um
einen Zehntelsekunde das Nachsehen hinter dem Franzosen Hugo
Buffard und Nicolas Martin.
Gestern im Einzel war Paul Hanf
Zehnter und damit zweitbester
Deutscher hinter Simon, der als Siebenter ins Ziel kam. Terence Weber
vom SSV Geyer und Dominik
David Welde (Startnummer 34, vorn) war gestern einer der fünf Starter des Bundesstützpunkts Klingenthal. Er wurde 25. im Gundersen-Wettkampf. Paul Hanf
FOTO: HARALD SULSKI
kam auf Platz 10, Dominik Schwaar auf Platz 22, Phillip Mauersberger auf Platz 24 und Tom Lubitz auf Platz 28 bei 47 Startern.
Schwaar vom Stützpunkt Klingenthal belegten als Mannschaft
Deutschland III Rang 8. Lokalmatador Tom Lubitz vom VSC Klingenthal bildete mit Anton Schlütter
vom SC Motor Zella-Mehlis das Du
Deutschland II, das den elften Platz
belegte.
Gestern im Einzelwettbewerb
sah es für Tom Lubitz mit dem zehnten Platz nach dem Springen noch
verheißungsvoll aus. In der Loipe
allerdings wurde er auf den zehn
Kilometern noch auf Rang 28 durchgereicht. Terence Weber belegte gestern Platz 17, Dominik Schwaar
vom Bundesstützpunkt Klingenthal
wurde 22., seine Trainingskollegen
Phillip Mauersberger 24. und David
Welde 25.
Beim Continentalcup handelt es
sich um eine Wettkampfserie der
zweiten internationalen Garde. Dort
starten vor allem junge Sportler, die
um den Anschluss an die Weltcupplätze kämpfen. Die Serie geht an
den nächsten beiden Wochenenden
mit fünf Wettbewerben in Finnland
und Russland zu Ende. (sacs/pj)
„Die Bedingungen in Klingenthal sind so gut an keinem anderen Ort des Continentalcups.“
Wenige Tage nach
seinem 20. Geburtstag durfte sich der
Klingenthaler Tom
Lubitz dem Heimpublikum präsentieren. Peter Janka
sprach mit ihm.
FOTO: HARALD SULSKI
SPORT IN ZAHLEN
1. SpVgg Zobes
2. FSV Bau Weischlitz I
3. Markneuk./Erlbach
4. Elsterberger BC
5. 1. FC Rodewisch II
6. 1. FC Ranch Plauen
Montag, 23. Februar 2015
„Freie Presse“: Wenn Sie die Wettkämpfe in Klingenthal kurz und
knapp zusammenfassen sollten,
wie fällt Ihr Urteil aus?
Tom Lubitz: Auf der Schanze lief es
super, in der Loipe war es eine Quälerei.
Platz 11 im Teamsprint, Platz 28
im Einzel ist sicher nicht das, was
Sie sich vorgestellt haben.
Nein, natürlich nicht. Dass es schwer
werden würde, war mir klar. Da muss
ich mich jetzt durchbeißen. An dem
letzten beiden Cupstationen in Kuusamo und Tschajkowski will ich auf alle
Fälle noch mal angreifen.
Warum lief es zu Hause nicht so?
Haben Sie sich zu sehr unter Druck
gesetzt?
Nein, das ist es nicht. Es ist schön,
wenn viele Bekannte an die Schanze
oder ins Skistadion kommen und
einen anfeuern. Das belastet mich
nicht. Viel mehr wirkte es sich aus,
dass ich vorher zwei Wochen krank
war. Das Training aus der Zeit fehlt
mir, die Anderen haben in der Zeit ja
nicht geschlafen.
Wie waren die Bedingungen in
Klingenthal?
Einfach perfekt! Man muss den Organisatoren hier einfach mal ein großes
Lob aussprechen. Die Bedingungen
sind hier sowohl was die Sportstätten
als auch die Betreuung, Verpflegung
oder die Umkleidemöglichkeiten für
uns Sportler betrifft, so gut wie an
keinem anderen Austragungsort des
Continentalcups.
Was nehmen Sie sich für die verbleibenden Wettkämpfe und die
Cupwertung vor?
Keine bestimmte Platzierung, wenn
Sie das meinen. Ich hoffe, dass es
beim Springen wieder gut läuft und
ich mich dann in der Loipe an den
Konkurrenten festbeißen kann, nicht
wieder abreißen lassen muss. Ich will
einfach mein Bestes geben, alles Weitere wird man sehen.
Wie sehen Ihre Planungen für die
Zukunft aus?
Ich werde im Frühjahr eine Ausbildung bei der Bundespolizei beginnen.
Darüber bin ich sehr froh. Damit ist es
für mich weiter möglich, Leistungssport zu betreiben.
Planen Sie noch Starts außerhalb
des Contintentalcups?
Ich will einmal in meinem Leben bei
einem Skifliegen dabeisein! Ich will
mich für einen der 16 Vorfliegerplätze
für das Springen Ende der Saison in
Planica bewerben und hoffe sehr,
dass es klappt. Das wäre der perfekte
Ausklang.
A N ZE I G E
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KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 23. Februar 2015
Fernsehen
Das ZDF startet
mit „Neben der
Spur“ eine neue
Krimireihe.
Seite A3
Seite A1
Hurra, ich bin ein Seepferdchen
NACHRICHTEN
HYGIENE
Ein Bad pro Woche
reicht für Babys aus
Einmal Baden pro Woche reicht für
Babys völlig aus, um die Haut nicht
zu strapazieren. Länger als fünf bis
sechs Minuten sollte das Kind dabei
nicht im Wasser sein. Babys lassen
sich gut im Waschbecken baden. Einen speziellen Badeeimer müssen
Eltern dafür nicht kaufen: „Es ist
schwierig, in dem engen Eimer an
alle Hautfalten ranzukommen“, erklärt die Hebamme Juliane Martinet
aus Karlsruhe. Ein Waschbecken
bietet gerade genug Platz und ist für
die Eltern in einer rückenfreundlichen Höhe. Damit das Baby nicht
wegrutscht, legen Eltern als Rückenstütze am besten ein gerolltes Handtuch ins Becken. Da Babys noch
nicht schwitzen, brauchen sie weder
Shampoo noch Badezusätze. (dpa)
GESUNDHEIT
Erkältetes Kind
braucht viel Ruhe
Gerade für Kinder ist es wichtig, Erkältungen richtig auszukurieren.
Wenn sie zu früh wieder in die Schule oder in die Kita geschickt werden,
kann das eine zu hohe Belastung für
den geschwächten Körper sein. Darauf weist der Berufsverband der
Kinder- und Jugendärzte hin. Im
schlimmsten entwickeln sich daraus Lungen- oder Herzmuskelentzündungen. Der Ärzteverband empfiehlt Ruhe, viel trinken, feuchte
Luft und für wenige Tage abschwellende Nasensprays. In der Nacht sorgen Eltern am besten für frische Luft
und eine Raumtemperatur von etwa
18 Grad. In der Regel dauere eine Erkältung eine Woche. Sind Kleinkinder erkältet, sollten Eltern sich von
ihrem Kinderarzt beraten lassen.
(dpa) » www.kinderaerzte-im-netz.de
LERNEN
Eine Kur für
Schulschwänzer
Haben Kinder Angst vor der Schule
oder schwänzen oft, sind Eltern ratlos, denn Schule ist Pflicht. Ursachen fürs Schwänzen sind meist
Überforderung oder Probleme mit
Mitschülern. Eltern wenden sich am
besten an einen Kinder- und Jugendarzt. Er kann zum Beispiel eine Reha
verschreiben. Während dieser Zeit
werden die Kinder weiter unterrichtet. Losgelöst von zu Hause und vom
üblichen Umfeld fällt es den Schülern oft leichter, neue Lerntechniken zu üben und motivierter bei der
Sache zu sein. Wichtig ist für Kinder
auch, Gleichaltrige mit ähnlichen
Problemen zu treffen. Nach der Reha
können die meisten Mädchen und
Jungen wieder in den Schulalltag zu» www.kinderrückkehren. (dpa)
und-jugendreha-im-netz.de
anzeige
Ein Anfängerkurs macht Kinder noch nicht zu sicheren Schwimmern – Doch ab wann gelten sie als solche?
Mehr als jedes sechste Kind im Alter von sieben bis zehn Jahren
kann nicht schwimmen. Das hat
eine bundesweite Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) ergeben.
Der Anteil der Nichtschwimmer
ist demnach bei Jungen mit 18,5
Prozent deutlich höher als bei
Mädchen (elf Prozent). Zudem hat
sich gezeigt, dass Kinder aus sozial
benachteiligten Familien später
schwimmen lernen als Kinder aus
gut situiertem Hause. Generell
gilt: Wenn Kinder einmal gute
Schwimmer werden sollen, sind
ihre Eltern in der Pflicht.
VON ANDREAS RENTSCH
Ab welchem Alter können Kinder einen Schwimmkurs absolvieren?
Laut einer Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder gilt ein Alter von
fünf Jahren als optimal für die Teilnahme an einem Anfängerkurs.
„Natürlich hängt die Entscheidung
vom individuellen Entwicklungsstand und der Bewegungsbegabung
ab“, sagt Dieter Appelt vom sächsischen Schwimmverband in Leipzig.
Allerdings mache es meist wenig
Sinn, deutlich vor dem vierten Geburtstag mit dem Üben zu beginnen. „Was das Kind dann macht, ist
eher eine Art Hundepaddeln.“ Das
erschwere das saubere Erlernen des
Brust- und Rückenschwimmens
oder Kraulens eher.
Bis wann sollte ein Kind sicher
schwimmen können?
Aus Sicht des RKI sollten möglichst
alle Kinder schwimmen können,
wenn sie die Grundschule verlassen.
Doch was heißt ,sicher schwimmen‘? Der Seepferdchen-Status sei
dafür noch keine Garantie, sagt der
Leipziger Sportwissenschaftler Detlef Beise. Er plädiert stattdessen für
mindestens hundert Meter im tiefen
Wasser.
„Wird als Kriterium für Schwimmfähigkeit der Besitz eines Jugendschwimmabzeichens
herangezogen, kann am Ende der Grundschulzeit lediglich die Hälfte der zehnjährigen Kinder als sichere Schwimmer
bezeichnet werden“, heißt es in einem Faktenblatt des Robert-KochInstituts. Für das Bronze-Schwimmabzeichen gelten folgende Anforderungen: Sprung vom Beckenrand
und 200 Meter Schwimmen in
höchstens 15 Minuten, einmal zwei
Meter Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines
Tauchringes oder Tellers, Sprung
aus einem Meter Höhe oder Startsprung.
Schwimmen lernen soll Spaß machen – diese Bedingung ist für die fünfjährige Lisa schon mal erfüllt. Das Mädchen übt in einer Sportgruppe des Dresdner SC
FOTO: RONALD BONß
für das „Seepferdchen“. Hier strampelt sie gerade mit einem überdimensionierten runden Schwimmbrett durchs Becken.
tens 25 Meter weit schwimmen und
einen Ring aus schultertiefem Wasser heraufholen. „Das kann aber nur
der Einstieg sein“, sagt Dieter Appelt.
Die Eltern täten gut daran, danach
weiter mit ihrem Kind zu üben.
Was macht eigentlich einen guten Schwimmkurs aus?
Wichtig ist, dass das Kind ein Gefühl
für das Wasser bekommt und den
Auftrieb spürt. Gelehrt wird neben
dem Gleiten und Schwimmen aber
auch Atmen, Tauchen und das
Springen ins tiefe Wasser. Auch die
richtigen Utensilien sind wichtig.
Viele Fachleute lehnen beispielsweise aufblasbare Schwimmflügel ab,
weil sie die Bewegungsfreiheit einschränken und an der falschen Stelle Auftrieb erzeugen. Empfohlen
wird stattdessen ein Schwimmgürtel, der in Höhe des Körperschwerpunkts angelegt wird. Auch
Schwimmscheiben, -nudeln und
-bretter kommen oft zum Einsatz.
Was, wenn mein Kind Angst
vorm Schwimmen hat?
Fast alle Kinder sind neugierig aufs
Wasser und aufgeschlossen für erste
Schwimmversuche. „Es sei denn, sie
haben negative Erfahrungen gemacht“, schränkt Schwimmlehrer
Dieter Appelt ein. Dann seien die Eltern gefragt, Vorbehalte abzubauen.
Eine gute Idee ist, den Sprössling
spielerisch an das ungeliebte Nass
zu gewöhnen, etwa durch Ballspiele
im seichten Wasser. „Wichtig ist,
den Spaßfaktor zu betonen“, sagt Appelt.
um Grundfertigkeiten zu erarbeiten, sagt Verbandswart Appelt. In
der Schwimmschule „Lustige Ente“
von Andrea Janus beginnen die Jungen und Mädchen mit einem zehnstündigen Frosch-Kurs und satteln
dann fünf weitere im SeepferdchenKurs drauf. Doch nicht alle schaffen
die Prüfung, sagt Janus. Dann muss
weiter geübt werden.
Wie viel kostet ein AnfängerSchwimmkurs?
Die Preise variieren deutlich. Sehr
günstig sind Lehrgänge der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
(DLRG). In Görlitz werden Anfängerkurse veranstaltet, die für Mitglieder 55 Euro pro Jahr kosten. „Wir
haben Wartezeiten von etwa zwei
Jahren“, sagt DLRG-Mann Manuel
Schulze. Der Ortsverband Zwickau
Schwimmfähigkeit
bei Kindern
So viel Prozent der 5 bis 13-jährigen
können schwimmen
98,8
100
in Prozent
88,9
90
97,1
Mädchen
80
81,5
70
Jungen
60
50
41,8
40
30
37,3
20
Welche Fähigkeiten werden in einem Anfängerkurs vermittelt?
Um das „Seepferdchen“-Abzeichen
zu erhalten, muss das Kind einmal
ins tiefe Wasser springen, mindes-
Wie viel Unterricht sollte man
bis zum Seepferdchen einplanen?
Das hängt davon ab, wie schnell das
Kind lernt. Üblicherweise würden
15 Übungseinheiten veranschlagt,
10
5 bis 6
Jahre
Sylvia Tietze/SZ
7 bis 10
Jahre
11 bis 13
Jahre
Quelle: Robert-Koch-Institut
verlangt für Kinder im Verein
40 Euro, Nicht-Mitglieder zahlen
30 Euro mehr. Auch in Lehrgängen
von Kindergärten oder über Sportvereine ist die Teilnahme günstig.
Wer es weniger verbindlich mag,
kann auch auf Angebote von Kommunen oder Spaßbädern zurückgreifen. Außerdem gibt es private
Lehrer, die in Hallenbädern Wasserzeiten buchen, um Gruppen- oder
Einzelunterricht abzuhalten. Letzterer ist mit Preisen zwischen 15 und
40 Euro pro Stunde die teuerste Option, schwimmen zu lernen, sagt
Kirsten Bludau vom Dresdner SC.
Kann ich meinem Kind nicht
auch selbst das Schwimmen beibringen?
Davon raten Experten ab. Fraglich
sei, ob das Kind auf diese Weise stilistisch sauber schwimmen lernt,
sagt die Radebeuler Schwimmlehrerin Andrea Janus. Im Zweifelsfall
müssten später falsche Bewegungsabläufe mühsam korrigiert werden.
Auch Dieter Appelt empfiehlt Kurse
in Gruppen unter Anleitung von
Profis. „Hier ist der Lerneffekt größer, und das gemeinsame Erfolgserlebnis motiviert zusätzlich.“
Wächst die NichtschwimmerQuote unter Sachsens Schülern?
Eindeutig ist der Befund nicht. So
verweist das RKI auf eine Untersuchung mit praktischen Testverfahren in Sachsen: Schüler mussten ins
tiefe Wasser springen und mindestens 100 Meter weit im Brust-Stil
schwimmen. Im Schuljahr 2003/
2004 bewältigten 93 Prozent aller
Schüler diese Aufgaben. 2009/2010
waren es nur noch 74 Prozent. Ein
klarer Nichtschwimmer-Trend lasse
sich daraus noch nicht ableiten, sagen die Wissenschaftler. Das liegt
daran, dass bis 2006/2007 nur Drittklässler, ab dem Folgejahr auch jüngere Kinder geprüft worden sind.
Fakt ist, dass fehlende Hallenbäder
oder knappe Wasserzeiten dazu führen, dass es mancherorts nicht genug Anfängerkurse gibt. Dabei habe
Sachsen noch den Vorteil, dass
Schwimmen Bestandteil des Grundschul-Lehrplans ist, sagt Christian
Althaler von der DLRG Sachsen.
Machen
Babyschwimmkurse
aus Kindern bessere Schwimmer?
Nicht unbedingt, sagt Andrea Janus.
„Das eine hat mit dem anderen
nichts zu tun.“ Mütter, die mit ihrem
Säugling zum Babyschwimmen waren, dann aber mit dem heranwachsenden Kind bis zum fünften Lebensjahr nie ein Hallen- oder Freibad besuchen, sollten jedenfalls
nicht auf dessen Erinnerungsvermögen bauen.
Speziellen ISR-Kursen, wie sie mittlerweile auch in Deutschland angeboten werden, steht die Schwimmlehrerin skeptisch gegenüber. ISR ist
die Abkürzung für Infant Swimming Resource und zielt darauf ab,
Babys ab sechs Monaten Selbstrettungsfähigkeiten anzutrainieren:
Fällt das Kind kopfüber in einen
Pool, rudert es mit den Armen und
dreht sich in Rückenlage, um Luft zu
holen. Die Methode ist in den USA
entwickelt worden und soll Ertrinkungsunfällen vorbeugen. In einer zweiten Stufe lernen Kinder ab
einem Jahr eine Schwimm-Schwebetechnik, um im Ernstfall den
Rand des Pools zu erreichen.
KONTAKT zu Schwimmvereinen und
DLRG-Gruppen in der Region: www.lsv-sachsen.de, www.dlrg-sachsen.de.
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3591663-10-1
ine winzige Wohnung in den
Alpen. Vier Bettchen, ein
Küchlein, ein Bad, ein Flur.
Meine Kinder werden größer und
unsere Ferienwohnungen kleiner.
Wie das eben ist, wenn man aus der
Nebensaison rutscht und seinen Urlaub in die Schulferien legen muss.
Dann steigen die Pensionspreise wie
früher die Telekom-Aktien. Nun ist
mein Sohn Erstklässler, und wir leiden unter sächsischer Reiselust.
Also eine winzige Hütte in den
Alpen. Habe ich erwähnt, dass mich
Schnarchgeräusche aggressiv machen? Noch mehr als Gute-LauneRadiomoderatoren, wenn sie morgens durch die Boxen dösen. Nur mit
dem Unterschied, dass man ein Radio ausschalten kann.
Ich liege auf meiner Matratze
und neben mir meine angeheiratete
Krachmaschine.
Mein
Mann
schnarcht, wenn er erkältet ist. Wie
UNTER UNS
Ehekrach
MANUELA MÜLLER
HAT SCHLAFLOSE NÄCHTE
manuela.mueller@freiepresse.de
der fiese Wolf beim Rotkäppchen,
als er überfressen in Großmutters
Bett liegt. Wäre ich daheim, wäre
das der Moment, in dem ich schlimme Wörter in die Luft spucke, Decke
und Kissen nehme und mich in eine
ruhige Ecke verziehe. Dort würde
ich mich dann noch eine Weile über
die Geräusche ärgern und anschließend in einen traumlosen Schlaf fallen. Morgens würde ich meinem
Mann vorwerfen, mich um den
Schlaf gebracht zu haben.
Nun gibt es in unserer Ferienwohnung keine ruhige Ecken. Flu-
chen kann ich auch nicht. Das würde die Kinder wecken, und dann gäbe es noch mehr Krachgeräusche.
Ich rüttel die Krachmaschine. Ich
versuche, sie zur Seite zu drehen.
Habe mal gelesen, dass man
Schnarcher zur Seite drehen sollte.
Es gibt viele kluge Ratschläge zur
Schnarcher-Abwehr, und wahrscheinlich kommen viele von
Schnarchern selbst, weil angeblich
jeder dritte Erwachsene schnarcht.
Zum Beispiel könnte man Tennisbälle in den Rücken ihres Schlafanzuges einnähen. Das soll verhin-
dern, dass sie auf dem Rücken schlafen. Oder man kann ihnen
Schnarchrucksäcke
aufbuckeln.
Oder eine Klammer auf die Nase
zwicken.
Ich rüttele, das Geräusch bleibt.
Etwas später nehme ich meine Matratze und presse sie in den Flur, der
so eng ist, dass sich die Matratze
wölbt. Immer noch Krach. Ich stopfe
mir Taschentücher in den Gehörgang. Viel besser. Ich ärgere mich
noch eine Weile und falle so lange in
einen traumlosen Schlaf, bis meine
Tochter (5) zur Toilette stapft. Sie
stolpert über mich, ich verstopfe ihr
den Weg. Meine Tochter freut sich
und legt sich zu mir, weil sie unvernünftige Nachtlager gut findet.
Morgens schaut mich mein
Mann vorwurfsvoll an. Er habe
nicht einschlafen können, weil ich
geschnarcht hätte.
Ich kaufe jetzt Tennisbälle.
BILDUNG
Erleichterungen für
Studenten mit Kind
Studierende mit Kind können an
vielen Hochschulen bei Hausarbeiten einen Nachteilsausgleich beantragen. Er ermöglicht es, zu reagieren, wenn etwa das Kind krank ist,
berichtet die Zeitung „Humboldt“
der gleichnamigen Universität in
Berlin. Können Eltern wegen der
Krankheit nicht zum ersten Prüfungstermin, dürfen sie etwa den
Zweit- als Ersttermin wahrnehmen.
Auch Verlängerungen bei Abgabeterminen für Hausaufgaben sind
denkbar. Ob ein Nachteilsausgleich
möglich ist, erfragen Studierende
am besten vor Ort, sagt Astrid Schäfer vom Deutschen Studentenwerk.
Der Antrag ist beim Prüfungsausschuss zu stellen. (dpa)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
S
ie ist mir nie begegnet. Deshalb kann ich sie auf diesem
Foto auch nicht wiedererkennen“, antwortete Foucher ausweichend. „Was anderes: Sind solche Finanzgeschäfte nicht jenseits Ihrer
Liga?“
„Immerhin weiß ich, dass Insidergeschäfte bei Strafe verboten
sind“, entgegnete Bruno kühl, ärgerte sich aber sofort, eine so wichtige
Karte ausgespielt zu haben, nur um
sich für Fouchers Arroganz zu revanchieren.
Er starrte den jungen Mann an,
bis dieser seinem Blick auswich und
den Grafen ansah, der die beiden mit
gerunzelter Stirn und amüsierter
Miene beobachtete.
„Sie waren offenbar fleißig“, sagte
der Graf. „Es scheint, Sie haben unseren Gemeindepolizisten unterschätzt, Lionel.“
„Ich muss Sie bitten, mich nach
Bergerac in die Gerichtsmedizin zu
begleiten, um die Tote zu identifizieren“, teilte Bruno dem Grafen mit.
„Ihrer Großmutter will ich das nicht
Montag, 23. Februar 2015
26
cher, glaube aber, dass Sie in zwei
Mordfällen tätig werden müssen“,
sagte sie mit müder Stimme. „Die
Frau im Kahn und Junot starben beide an Herzversagen infolge eines
Kreislaufkollapses. Ich wette, ihnen
wurde Luft injiziert, kann das aber
nicht beweisen. Wissen Sie, was eine Embolie ist?“
„So ungefähr.“
„Wenn vor einer gerichtsmedizinischen Untersuchung Mordverdacht besteht oder Tod durch Ersticken diagnostiziert wird, kommt die
Leiche, bevor man sie öffnet, unter
den Röntgenschirm“, erklärte sie.
„Luftblasen im Blut lassen sich deutlich erkennen.“
Es gebe noch eine andere Methode, sagte sie: eine unter Wasser
durchgeführte Obduktion; im Fall
einer Embolie würden Luftblasen
aufsteigen wie aus einem löchrigen
Fahrradschlauch. Fortsetzung folgt
Bruno musste sein Mittagessen unterbrechen, weil Fabiola anrief.
„Ich bin mir noch nicht ganz si-
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und im Online-Shop der „Freien Presse“.
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Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 113
zumuten. – Es wird auch nicht lange
dauern.“
„Ich muss dann wohl meiner Familienpflicht genügen, obwohl ich
es, offen gestanden, nicht gern tue,
zumal Sie, wie ich höre, mein Projekt zu torpedieren versuchen.“
„Da hat man Sie falsch informiert“, erwiderte Bruno und warf ei-
GEWINNSPIEL
nen Blick auf Foucher. „Ich bin an
der versprochenen Sporthalle mindestens genauso interessiert wie Sie
an Ihrem Projekt, will aber sicherstellen, dass Saint-Denis nicht wie
Thivion auf die Nase fällt.“
„Verständlich“, entgegnete der
Graf mit einem angedeuteten Lächeln, das durchaus echt wirkte.
„Vergessen Sie nicht, hier ist meine
Heimat. In der Familienkapelle wurde ich getauft. Und mit der Sporthalle ist es mir ernst. Wir lassen sie von
erstklassigen Architekten entwerfen.“
„Die ersten Pläne habe ich dem
Bürgermeister persönlich vorgelegt“, sagte Foucher. „Was könnte
man sonst noch von uns erwarten?“
Bruno wechselte das Thema. „Erzählen Sie mir von Ihrer charman-
ten Hotelmanagerin. Wie sind Sie
auf sie gekommen? Seit wann kennen Sie sie?“
„Seit ein paar Jahren“, antwortete
der Graf vorsichtig. Er schaute in
Béatrice’ Richtung, die vom Baron in
Beschlag genommen wurde. „Sie arbeitete für ein Catering-Unternehmen, das meine damalige Investmentfirma häufiger in Anspruch genommen hat. Und weil ich von ihr
beeindruckt war, habe ich sie eingestellt.“ Er reichte Foucher sein leeres
Glas, der sofort loseilte, um es wieder zu füllen. „Sonst noch Fragen,
oder kann ich jetzt meine anderen
Gäste begrüßen? Ich brenne darauf,
die faszinierende Sängerin kennenzulernen. Wie man mir sagte, war
sie für die ganze Inszenierung zuständig. Würden Sie mich ihr bitte
noch vor dem Essen vorstellen?“ –
„Mit Vergnügen“, antwortete Bruno
und ging dem Grafen voraus. „Sie
hat nicht alles organisiert. Der Paukenschlag zum Schluss war, wenn
ich richtig liege, Ihre Idee und die
des Barons, und der Mann, der Ihnen
Champagner nachschenkt, hat offenbar für die Ausführung gesorgt.
Ich würde zu gern wissen, wie Sie
unseren Priester überreden konnten
mitzumachen.“
„Er war ganz angetan davon, als
wir es ihm erklärten.“
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Die Zahlen von 1 bis 9 sind so einzutragen, dass sich jede dieser neun
Zahlen nur einmal in einem Neunerblock, nur einmal auf der Horizontalen und nur einmal auf der Vertikalen befindet.
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5
Sudoku-Stern
Sudoku mittel
LÖSUNGSWORT:
festsitzen,
festkleben
Hptst.
Griechenlands
indische
Gewürzmischung
Kfz-Z.
Hettstedt
Initialen
Hemingways
† 1961
nicht der
Wirklichkeit entsprechend
Vortragskünstlerin
(franz.)
engl.:
Verlierer
rein,
nach
Abzug
engl.
Männerkurzname
einen
Motor
„frisieren“
Prophet
Herrenhaus der
Ritterburg
Säugetierordnung
Auszeichnung,
Medaille
indischer
Gaukler
11
Hauptstadt
von
Ägypten
den
Preis
entrichtet
Fischeier
ugs.:
vorbei,
vergangen (frz.)
Kfz-Z.
Hansestadt
Hamburg
Zier-,
Heilpflanze
palästinensische
Partei
gegerbte
Tierhaut
Europ.
Atomgemeinschaft
Münzvorderseite
Krankheitserreger
eigenartig,
kurios
2
altEx-Beatle
griech. (... McPhiloCartney)
soph
poetisch:
Geruch,
Verdacht
altägypt.
Königstitel
Abk.:
Tausend
Zeichen
für Neon
franz.
Schriftsteller
† 1960
hinken,
humpeln
6
Bogen
auf zwei
Pfeilern
Schwierigkeit: mittel
3
italienisch:
gut
1
Gefahrensignal
König
der
„Tafelrunde“
arabischer
Sackmantel
Erwerb,
Anschaffung
C
H
A
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F
E
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männl.
Wildschwein
betagt
Zeichen
für
Tantal
®
kurz:
Amerikaner
(Mz.)
s2227.6-55
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(1-10) Gesundheit
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Auflösung vom 21.02.2015:
verräterisch
ländliche
Ansiedlung
Kurzwort
für ein
Urreptil
8
Prüfung
im Motorradsport
nordital.
Burgruine
mittelamerik.
Inselstaat
Tintenfisch
(Zool.)
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zugemessene
Menge
Teil des
Mittelmeers
investieren
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Staat in
Nahost
feines
Pulver,
Kosmetikartikel
Kerzenmaterial
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Flirt,
Techtelmechtel
Wassersportart
Fluss
durch
Berlin
8
unverkennbar
Mienenspiel
Fragefürwort
4
Hauptstadt von
Liechtenstein
Stadt in
Südtirol
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Abk.:
Public
Relations
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Milchorgan
bei
Tieren
enträtseln
griechischer
Buchstabe
Linien
gleichen
Luftdrucks
Nordeuropäer
Schlaginstrument
Meeressäugetier
SauerZufluss
Verdacht
erregender
Umstand
Wertpapier
leichte
Damenschuhe
(engl.)
Stadt
an der
Aare
(Schweiz)
Vorgesetzte,
Leiterin
Begeisterter,
Anhänger
(engl.)
ungesetzlich
Turnübung
sich
drehen,
rotieren
Beweggrund
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4
Spielkarte
Wagenladung
Hühnervogel
westl.
Großmacht
(Abk.)
alter
Name von
Myanmar
heikle
Situation
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Luft
holen
Schweizer
Landhaus
elektronische
Kartei
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Schwierigkeit: leicht
lebenskräftig
Singvogel,
Laubsänger
12
Stadt
in der
Lombardei
Billardspielart
(frz.)
deutscher
Name des
Flusses
Neman
Abk.:
Normalnull
Geschwür
(Med.)
Vulkan
bei
Neapel
(1281 m)
Tonhalle,
Konzerthaus
Läuseei
negativ
geladenes Teilchen
Warenhausabteilung
(franz.)
Komödie
von
Thoma
† 1921
Denker
unbeRepublik
stimm- Abk.:
in Westter
Rechnung
afrika
Artikel
unempfänglich,
gefeit
gewöhnlich
Erdformation
Himmelsrichtung
Königreich
im Himalaja
ugs.:
in Hochstimmung
(engl.)
Zeichencode
(EDV)
griech.
DodekanesInsel
Ureinwohner
Spaniens
andersartig,
ungewohnt
außerordentlich
Talsperre
im Sächsischen
Vogtland
Art und
Weise
bezeichnend
Teil des
Körpers
Abk.:
Unterhitze
Entwicklungsrichtung
(engl.)
Filmpreis
in den
USA
3
5
Ureinwohner
Neuguineas
Schmiervorrichtung
Handtuchstoff
Hauptstadt
von
Ghana
Höhe im
Erzgebirge
frühere
griech.
Währungseinheit
Abk. für
einen
Sprengstoff
österr.:
Meerrettich
NeckarZufluss
Strom
in
Europa
poet.:
Gefahr
mittelund
oberdt.:
Würfel
Storch
in der
Fabel
7
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Schwierigkeit: schwer
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 23. Februar 2015
Freie Presse
In Hamburg wird’s düster
IM RADIO
FEATURE
Musizieren mit
der linken Hand
A3
Das Geschäft
mit der
Jugendhilfe
FIGARO 22 UHR Die letzten
15 Monate ihres Lebens verbrachte
Hannelore Kohl vorwiegend allein
in Dunkelheit in ihrem Bungalow –
aufgrund einer angeblichen Lichtallergie. Sie beging am 5. Juli 2001
Selbstmord. 1960 hatte sie Helmut
Kohl geheiratet. Sie kündigte ihre
Arbeit, brachte zwei Söhne zur Welt
und kümmerte sich, während er Politik machte, allein um Haushalt
und Familie. Verbissen hielt Hannelore Kohl an der Familienidylle fest.
„So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein“, hat sie einmal gesagt.
Patrick Findeis nähert sich ihr in einem fiktiven Monolog, den Dagmar
Manzel spricht. (fp)
ZDF 20.15 UHR Nach den Thrillern des
Australiers Michael Robotham
spielt Noethen, sicher einer der besten Schauspieler seiner Generation,
einen erfolgreichen, aber gebrochenen Hamburger Psychiater. Eigentlich heißt Michael Robothams Romanheld aus Thrillern wie „Dein
Wille geschehe“ oder „Todeswunsch“ Jospeh O’Loughlin. Ein in
London praktizierender Psychiater
mit starker Anziehungskraft auf
mordwillige Psychopathen. Das
ZDF verlegte Robothams Schauplatz
nach Hamburg, wo Ulrich Noethen
dessen Figur unter dem Namen Joe
Jessen verkörpert.
„Adrenalin“ ist nicht nur der Auftaktroman Michael Robothams zur
mittlerweile neun Bücher umfassenden Joe-O’Loughlin-Reihe, sondern auch der erste Film der ZDFVersion: Joe Jessen ist ein anerkannter Psychiater mit wunderschönem
Haus, bezaubernder Frau (Petra van
de Voort) und süßer Tochter (Lilly
Liefers). Dennoch schaut der Mann
düster aus der Wäsche, was nicht
nur damit zu tun hat, dass ihn die
Polizei oft in Fragen psychopathisch
motivierter Verbrechen zu Rate
zieht.
Vor kurzem wurde bei Jessen Parkinson im Frühstadium festgestellt.
Zitternde Hände sowie die Unfähig-
keit, gerade Linien auf ein Blatt Papier zu zeichnen, künden vom bevorstehenden Verfall der Seelenfachkraft. Als eine junge Krankenschwester grausam ermordet wird,
bittet Kommissar Vincent Ruiz (Juergen Maurer, „Das Wunder von
Kärnten“), die zweite Hauptfigur der
Romane und Filme, Joe Jessen um
Hilfe. Als der sich den Fall zur Brust
nimmt, finden sich erschreckende
Parallelen zu den Gewaltfantasien
seines Patienten Robert Mohren (Nikolai Kinski).
Man muss schon sagen, der Look
des von Arbeiten fürs Kino geprägten Regie-Duos Cyrill Boss und Philipp Stennert („Haus der Krokodile“,
„Neues vom Wixxer“) ist klasse: Tolle Kamerafahrten, dunkle Motive
zum Zungeschnalzen, dazu die
schauspielerische Sonderklasse Ulrich Noethens und starker Nebendarsteller wie dem österreichischen
Burgschauspieler Juergen Maurer –
da stimmt schon eine ganze Menge.
Leider kann die Geschichte des Auftaktfalles nicht ganz mithalten, bedient sie doch im Laufe der 90 Minuten das ein oder andere gut abgehangene Thrillerklischee. In Sachen
Plot würde man dem spannenden
Ensemble – unter anderem August
Zirner als Joe Jessens süffisanter
Freund und Neurologe – genauso
viel Qualität wünschen wie dessen
in schicke Bilder eingefangenes
Schauspiel Zwischentöne zu bieten
hat.
Trotz allem bleibt ein sehenswerter TV-Thriller, dessen bereits abgedrehten zweiten Teil man sich allein
schon wegen Ulrich Noethen anschauen möchte. Teil drei der „Neben der Spur“-Reihe soll im Sommer
entstehen. Dann allerdings nicht
mehr unter der Regie der für die Auftaktfilme verantwortlichen Regisseure Boss und Stennert. (tsch)
ARD
ZDF
MDR
RTL
ARTE
3 SAT
5.30 ARD-Morgenmagazin 9.05 Rote Rosen 9.55 Sturm der Liebe 10.45 Um Himmels Willen 11.35 Giraffe, Erdmännchen &
Co. 12.00 Tagesschau 12.15 ARD-Buffet.
U.a.: Karlheinz Hauser bereitet Kabeljau
auf Safranrisotto zu 13.00 ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau 14.10 Rote Rosen
15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe
5.30 ARD-Morgenmagazin 9.05 Volle Kanne – Service täglich. U.a.: Top-Thema:
Stressfrei umziehen / Reportage: Obdachlose und die Liebe 10.30 Die RosenheimCops 11.15 SOKO Wismar 12.00 heute
12.10 drehscheibe 13.00 ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute – in Deutschland 14.15
Lafer!Lichter!Lecker! 15.05 Topfgeldjäger
5.25 Einfach genial 5.50 Unterwegs in
Sachsen-Anhalt 6.20 LexiTV – Wissen für
alle 7.20 Rote Rosen 8.10 Sturm der Liebe
9.00 Brisant 9.45 Kripo live 10.10 Giraffe,
Erdmännchen & Co. 11.00 MDR um elf
11.50 In aller Freundschaft 12.35 Bei der
blonden Kathrein. Heimatfilmkomödie, D
1959 14.00 MDR um zwei 15.00 LexiTV
5.10 Explosiv – Weekend 6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation: Wolfram
Kons, Angela Finger-Erben 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Unter uns 9.30
Betrugsfälle 10.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 11.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 12.00 Punkt 12 – Das RTLMittagsjournal 14.00 Verdachtsfälle
19.30 Wilde Slowakei 20.15 Vincent van
Gogh. Ein Leben in Leidenschaft. Biografie, USA 1956. Mit Kirk Douglas u.a. Regie:
Vincente Minnelli, George Cukor 22.15 Wie
Kirk Douglas in die belgische Zeche kam
(VPS 22.10) 22.40 Zelle 211. Actionthriller,
E/F 2009 0.25 Astronauten, Wikinger und
Geister. Dokumentarfilm, GB 2010 1.25 You
Drive Me Crazy. Dokumentarfilm, D/F 2012
16.05 „Dick und Doof” aus dem Oberengadin 16.30 Winterarbeiten im Schweizer
Nationalpark 17.00 Wunderland: Alpsteingebiet 17.45 ZDF-History 18.30 nano
19.00 heute 19.20 Kulturzeit 20.00 Tagesschau 20.15 Ukraina 21.05 Leben in Putins
Reich 22.00 ZIB 2 22.25 Kindertraum 23.15
Peter Voß fragt Heinrich August Winkler
0.00 Bekenntnisse eines Zuhälters
16.00 Tagesschau
16.10 Panda, Gorilla & Co.
17.00 Tagesschau
17.15 Brisant
18.00 Quizduell
18.50 Großstadtrevier
Schwarze Löcher. Krimiserie
19.45 Wissen vor acht – Zukunft Neue
Haut aus der Fabrik
19.50 Wetter vor acht
19.55 Börse vor acht
16.00 heute – in Europa
16.10 SOKO Kitzbühel
Anatomie eines Mordes. Krimiserie
17.00 heute
17.10 hallo deutschland
17.40 Leute heute spezial (VPS 17.45)
Die Oscar-Verleihung 2015
18.05 SOKO 5113
Und dann kam Alf. Krimiserie
19.00 heute
19.25 WISO Stressfrei umziehen
16.00 MDR um vier
Regionalmagazin. Neues von hier
17.45 Aktuell
18.10 Brisant Magazin
18.54 Unser Sandmännchen
Der kleine König: „Teddy schnupft”
19.00 SachsenSpiegel
Regionalmagazin
19.30 Aktuell
19.50 Mach dich ran!
Das MDR-Spiel
17.00 Betrugsfälle
17.30 Unter uns Daily Soap
18.00 Explosiv – Das Magazin
Moderation: Elena Bruhn
18.30 Exclusiv – Das Star-Magazin
Moderation: Frauke Ludowig
18.45 RTL Aktuell
19.05 Alles was zählt Daily Soap
19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Daily Soap. Mit Daniel Fehlow,
Janina Uhse, Wolfgang Bahro
NDR
WDR
20.00 Tagesschau
20.15 #Beckmann Unser Krieg?
Deutsche Kämpfer gegen IS-Terror
Mit Reinhold Beckmann
21.00 Hart aber fair
Moderation: Frank Plasberg
22.15 Tagesthemen
22.45 Die Story im Ersten Wenn
Jugendhilfe zum Geschäft wird –
Mit Kindern Kasse machen
23.30 Geheimnisvolle Orte (1/3)
20.15 Neben der Spur – Adrenalin
Thriller, D 2014. Mit Ulrich Noethen
u.a. Eine Krankenschwester wird
ermordet aufgefunden. Kommissar
Vincent Ruiz bittet den Hamburger
Psychiater Dr. Johannes „Joe”
Jessen um Hilfe. Jessen gerät selbst
ins Visier des Kommissars.
21.45 heute-journal
22.15 Robin Hood (VPS 22.14)
Abenteuerfilm, GB/USA 2010
20.15 Die Alpenklinik – Riskante
Entscheidung TV-Drama, D/A
2009. Mit Erol Sander u.a.
Regie: Michael Kreindl
21.45 Aktuell
22.05 Fakt ist ...!
22.50 Mord mit Aussicht
Ein krummer Hund. Krimiserie
23.40 Die Wasser der Hügel – Jean
Florette Drama, F/CH/I/A 1986. Mit
Yves Montand, Daniel Auteuil u.a.
20.15 Wer wird Millionär?
Moderation: Günther Jauch
21.15 Das Jenke-Experiment
Dokumentationsreihe. Körperkult
Mit Jenke von Wilmsdorff
22.15 Extra – Das RTL Magazin
Moderation: Birgit Schrowange
23.30 30 Minuten Deutschland
Reportagereihe. Gute Laune bei
Seegang – Unterhaltungsstress
auf Kreuzfahrtschiffen
16.00 NDR//Aktuell 16.10 Mein Nachmittag 17.10 Panda, Gorilla & Co. 18.00 Niedersachsen 18.00 Uhr 18.15 die nordreportage: Die rollende Gefahr 18.45 DAS!
19.30 Hallo Niedersachsen 20.00 Tagesschau 20.15 Markt 21.00 Der große Urlaubscheck: Mallorca 21.45 NDR//Aktuell
22.00 45 Min 22.45 Kulturjournal 23.15 Blitzeis. Das Warten auf Katrin. Dokumentarfilm, D 2014 0.15 Günther Jauch 1.15 Markt
16.00 WDR aktuell 16.15 daheim + unterwegs 18.05 Hier und Heute 18.20 Servicezeit 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit
20.00 Tagesschau 20.15 Mord mit Aussicht 21.00 markt 21.45 WDR aktuell
22.00 Banken unter Kontrolle? Warum eine neue Finanzkrise droht 22.45 sport inside 23.15 Strawinsky in Hollywood 0.10
Igor Strawinsky: Der Feuervogel 1.00 Domian 2.00 Lokalzeit aus Köln. Magazin
RBB
KIKA
16.05 Der Berlin-Brandenburg Check
16.50 kurz vor 5 17.05 Giraffe, Erdmännchen & Co. 18.00 rbb um sechs – Das Ländermagazin 18.30 zibb 19.30 Regional
20.00 Tagesschau 20.15 Tatort. Unter
Druck. TV-Kriminalfilm, D 2011 21.45 rbb
aktuell 22.15 OZON unterwegs 22.45 Polizeiruf 110. Im Netz der Spinne. TV-Kriminalfilm, D 1997 0.15 Graf Yoster gibt sich die
Ehre 0.40 Graf Yoster gibt sich die Ehre
12.50 Sherlock Yack – Der Zoodetektiv
13.15 Ein Fall für TKKG (1/26) 13.40 Die
Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein – Erfurt 15.00 Der Sleepover Club 15.25 Lenas
Ranch 15.50 Astrid Lindgrens: Pippi Langstrumpf 16.20 Garfield 16.45 Marsupilami – Im Dschungel ist was los 17.10 Das
Dschungelbuch 17.35 SimsalaGrimm 18.00
Shaun das Schaf 18.15 Q Pootle 5 18.40
Lauras Stern 18.50 Unser Sandmännchen
Ein
Linkshänder spielt eine für Rechtshänder gebaute Geige nicht mit
links. Weder kann er das Instrument
einfach auf die andere Schulter nehmen und den Bogen mit der linken
Hand führen, noch spielt er das Instrument von Anfang an problemlos mit der rechten. Ohne von Beginn an umzulernen, haben Linkshänder, die Orchestermusiker werden möchten, keine Chance. Bettina
Mittelstraß berichtet. (fp)
DEUTSCHLANDFUNK
20.10
UHR
HÖRSPIEL
Hannelore Kohl –
ein Monolog
MDR
0.15 Nachtmagazin
0.35 Tatort Das Haus am Ende der
Straße. TV-Kriminalfilm, D 2014
2.10 Hart aber fair
3.25 Geheimnisvolle Orte (1/3)
4.10 Brisant
Die Thriller des Australiers
Michael Robotham sind
Buch-Bestseller. Das ZDF
bringt jetzt einige davon
auf den Bildschirm – mit
Ulrich Noethen als
genialen Psychiater.
VON ERIC LEIMANN
0.20 heute nacht (VPS 23.40)
0.35 Der Räuber (VPS 23.55) Drama,
D/A 2010. Mit Andreas Lust u.a.
Regie: Benjamin Heisenberg
2.10 ZDF-History (VPS 1.30)
2.55 SOKO 5113 (VPS 2.15)
Dunkles Ermittlerduo aus Hamburg: Ulrich Noethen (rechts) und Juergen
Maurer in der neuen ZDF-Krimireihe „Neben der Spur“.
FOTO: MARION VON DER MEHDEN/ZDF
1.40 Kino Royal Das Filmmagazin
1.55 artour Das Kulturmagazin
2.25 Fakt ist ...!
3.10 Günther Jauch
4.10 Semperopernball Debütanten
2006-2009 Nonstop
0.00 RTL Nachtjournal
0.30 10 vor 11 Geben und Nehmen –
Hans Leyendecker: Wer entscheidet
eigentlich, was Unrecht ist?
0.55 Extra – Das RTL Magazin
2.05 Die Trovatos Doku-Soap
Die Story im Ersten: Mit
Kindern Kasse machen
Um Kinder zu schützen, ist es manchmal unabdingbar,
sie aus ihren Familien herauszuholen und an eine Betreuungseinrichtung oder Pflegefamilie zu vermitteln. Jeden Tag betrifft das im Durchschnitt 100 Kinder und Jugendliche.
Doch warum ist die Zahl dieser Inobhutnahmen seit 2005 um
64 Prozent gestiegen?
Tatsächlich sind jene staatlichen
Stellen, die sich um dieses sensible
Thema kümmern, hoffnungslos
überlastet. Auf einen Mitarbeiter im
Jugendamt kommen bis zu 90 Fälle,
in denen er entscheiden und betreuen muss.
In letzter Zeit wird diese Aufgabe
deshalb immer öfter ausgelagert –
an freie Jugendhilfeträger, darunter
Privatunternehmer, Verbände und
gemeinnützige Vereine. Nicht allen
geht es nur um das Wohl der zurzeit
140.000 anvertrauten Schützlinge,
denn auch wirtschaftliche Interessen spielen eine Rolle. „Mit Kindern
Kasse machen“ heißt der 45 Minuten lange Film von Nicole Rosenbach und Anna Osius, der nun in der
Reihe „Die Story im Ersten“ gezeigt
wird. Er rückt ein gesellschaftliches
Problem in den Fokus der Öffentlichkeit, das bisher kaum bekannt
war. (tsch)
ARD 22.45 UHR
SAT 1
PRO 7
RTL 2
BR
KABEL 1
VOX
5.30 SAT.1-Frühstücksfernsehen. Seit 1987
gibt es das SAT.1-Frühstücksfernsehen. Mit
aktuellen Informationen, prominenten
Gästen und vielen Serviceangeboten versüßt das Team den Start in den Tag. 10.00
Auf Streife 11.00 Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter Alexander Hold 13.00
Richter Alexander Hold 14.00 Auf Streife
15.00 Im Namen der Gerechtigkeit
5.50 red! Carpet – Live beim Oscar 2015
6.20 Oscar 2015 – Die Academy Awards –
live aus L.A. 11.05 Mike & Molly 11.30 Mike
& Molly 12.00 Two and a Half Men 12.25
Two and a Half Men 12.50 Two and a Half
Men 13.20 2 Broke Girls 13.45 New Girl
14.15 The Big Bang Theory 14.40 The Big
Bang Theory 15.10 The Big Bang Theory
15.35 How I Met Your Mother. Sitcom
5.10 Grip – Das Motormagazin 5.50 Die
Schnäppchenhäuser – Der Traum vom Eigenheim 6.40 Die Kochprofis – Einsatz am
Herd 7.40 Infomercial 7.55 Die Kochprofis – Einsatz am Herd 8.55 Frauentausch
10.55 Family Stories 11.55 Köln 50667
12.55 Berlin – Tag & Nacht 13.55 Hilf mir!
Jung, pleite, verzweifelt... 14.55 Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller
6.00 Rote Rosen 6.50 Sturm der Liebe
7.40 Tele-Gym 7.55 Panoramabilder /
Bergwetter 8.35 Tele-Gym 8.50 Panda,
Gorilla & Co 9.40 Unter unserem Himmel
10.25 Wir in Bayern 11.40 Schuhbecks
12.10 In aller Freundschaft 12.55 Elefant,
Tiger & Co 13.45 freizeit 14.15 Die Nordsee – Von Friesland zu den Fjorden (1) 15.05
Polizeiinspektion 1 15.30 Wir in Bayern
11.05 Without a Trace – Spurlos verschwunden 12.00 Numb3rs 13.00 Cold
Case 13.55 Navy CIS 14.55 The Mentalist
16.00 Castle 17.00 Mein Lokal, Dein Lokal – Wo schmeckt’s am besten? 18.00
Abenteuer Leben 19.00 Achtung Kontrolle!
Einsatz für die Ordnungshüter 20.15 Poseidon. Actionfilm, USA 2006 22.10 Stealth –
Unter dem Radar. Actionfilm, USA 2005
0.35 Poseidon. Actionfilm, USA 2006
12.00 Shopping Queen 13.00 Wer weiß
es, wer weiß es nicht? 13.55 Flirt oder Fiasko 14.55 Shopping Queen 16.00 4
Hochzeiten und eine Traumreise 17.00
Mein himmlisches Hotel 18.00 mieten,
kaufen, wohnen 19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15 Chicago Fire
21.10 Chicago Fire 22.10 King & Maxwell
23.00 The Closer 23.50 vox nachrichten
0.10 Chicago Fire 1.00 Chicago Fire. Serie
16.00 Anwälte im Einsatz
17.00 Mein dunkles Geheimnis
17.30 Schicksale – und plötzlich ist
alles anders Doku-Soap
18.00 In Gefahr – Ein verhängnisvoller
Moment Doku-Soap
19.00 Newtopia 15 Pioniere setzen alles
auf Anfang und beginnen ein neues
Leben. Ein Jahr lang erhalten sie
die Chance, sich eine eigene,
andere Gesellschaft zu erschaffen.
19.55 SAT.1 Nachrichten
16.00 How I Met Your Mother
Zehn Sitzungen. Comedyserie
16.30 How I Met Your Mother
Die Rächerin. Comedyserie
17.00 red! Die Oscar-Highlights
Magazin. Moderation: Annemarie
Carpendale, Steven Gätjen
18.00 Newstime
18.10 Die Simpsons Die Hexen von
Springfield. Zeichentrickserie
18.40 Die Simpsons Zeichentrickserie
19.05 Galileo Magazin
16.00 Der Trödeltrupp – Das Geld
liegt im Keller Doku-Soap
17.00 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie!
18.00 Köln 50667 Doku-Soap
Kevin beschließt, sich von Chantal
zu „entlieben”. Von Chris bekommt
er den Tipp, aufzuschreiben, was
ihm an Chantal nicht gefällt. Linda
will mit Freya Schluss machen,
schafft es aber nicht.
19.00 Berlin – Tag & Nacht
16.45 Rundschau
17.00 Best of – Nockherberg 2012
17.30 Regional
18.00 Abendschau
18.45 Rundschau
19.00 Querbeet Säen und Pikieren /
Frühlingsputz im Vogelhaus /
Brombeeren aus der Dose / Einblatt:
Sorten und Pflege / Struktur im
Garten / Saint Jean de Beauregard
19.45 Dahoam is Dahoam
World Wide Vroni. Soap
HR
TELE 5
20.15 Detective Laura Diamond Laura
und der letzte Mieter. Krimiserie
21.15 The Mentalist Blutiger Schnee
Krimiserie. Rigsbys Ehefrau van
Pelt wird entführt. Offensichtlich
steckt Richard Haibach dahinter,
der sich an allen Ex-CBI-Agenten
für eine unrechtmäßige Verhaftung
nebst grausamer Folter rächen will.
22.15 Castle Der einzige Zeuge
23.15 Navy CIS Der leere Sarg. Krimiserie
20.15 Die Simpsons Vorwärts in
die Zukunft. Zeichentrickserie
20.45 Die Simpsons Die große
Simpsina. Zeichentrickserie
21.15 The Big Bang Theory
Es muss Liebe sein. Comedyserie
21.45 The Big Bang Theory Händchen
halten, bitte! Comedyserie. Mit
Johnny Galecki, Jim Parsons
22.15 Circus Halligalli
23.15 TV total
20.00 RTL II News
20.15 Die Geissens! Doku-Soap
22.15 Der Trödeltrupp – Das Geld liegt
im Keller Doku-Soap. Susanne
hat genug von ihrem Ex-Partner
Detlef. Die Beziehung ist kaputt,
übriggeblieben sind Geldsorgen
und eine Scheune voller Gerümpel.
Das Expertenteam soll zwischen
Susanne und Detlef vermitteln.
23.05 Die Kochprofis – Einsatz am Herd
20.15 Jetzt mal ehrlich
Die Heimatrebellen von Wunsiedel
21.00 Lebenslinien Stofferl Well –
Herzkasperl Kasperlherz
21.45 Rundschau-Magazin
22.00 Faszination Wissen
22.30 Vor Ort – Die Reportage Die
Sekretärin – Alltag im Vorzimmer
23.00 Nachtlinie
23.30 Rundschau-Nacht
23.40 LeseZeichen Das Literaturmagazin
16.45 hessenschau kompakt 17.00 hallo
hessen 17.50 hessenschau kompakt 18.00
maintower 18.20 Brisant 18.50 service:
zuhause 19.15 alle wetter! 19.30 hessenschau 20.00 Tagesschau 20.15 Mord mit
Aussicht 21.00 Die letzten Millionen. TVKomödie, D 2014 22.30 hessenschau kompakt 22.45 Heimspiel! 23.30 Kriminalreport Hessen 23.55 Der Staatsanwalt hat
das Wort: Ich kündige 0.45 Wolffs Revier
14.05 Leider geile Werbeclips! 14.25 Star
Trek – Deep Space Nine 15.25 Stargate
Universe 16.20 Stargate Universe 17.15
Star Trek – Enterprise 18.10 Star Trek –
Raumschiff Voyager 19.10 Star Trek –
Deep Space Nine 20.15 Supernova. Science-Fiction-Horror, USA/CH 2000 22.00
Dark Planet: Rebellion. Actionfilm, RUS
2009 0.05 Godzilla vs. Megaguirus. Science-Fiction-Horror, J 2000 2.00 WWE RAW
SPORT 1
EUROSPORT
8.00 Teleshopping 8.30 Sport-Quiz 11.30
Teleshopping 15.30 Storage Wars – Die
Geschäftemacher 16.30 Container Wars
(1) 17.00 Container Wars 17.30 Aussie Pickers – Die Trödelexperten 18.30 Bundesliga aktuell 19.45 Hattrick 20.15 Hattrick.
2. Bundesliga. 22. Spieltag: Eintracht
Braunschweig – RB Leipzig. Übertragung
aus Braunschweig 22.15 Telekom Spieltaganalyse 23.30 Goooal! – Das internationale Fußball-Magazin 0.00 SPORT CLIPS
9.00 Supersport 9.45 Superbike 10.30
Bogenschießen 11.00 Radsport. Vuelta
Andalucía 12.00 Ski nordisch 13.00 Ski
nordisch 13.45 Ski nordisch 14.45 Ski nordisch 16.00 Snooker 17.30 Eurogoals.
Spielberichte und Features aus Europapokal und Top-Ligen 18.15 Radsport
19.15 Sports Insiders 19.45 Ski nordisch
20.45 WATTS Sportzapping 21.00 Wrestling 21.30 Wrestling 22.30 Ski nordisch
23.15 Ski nordisch 0.15 Ski nordisch
0.15 Criminal Minds Frei in Miami
1.15 Detective Laura Diamond
2.00 The Mentalist
Blaue Zeiten = Programmaktualisierung
0.15 The Big Bang Theory
1.10 red! Die Oscar-Highlights
2.05 Fringe – Grenzfälle des FBI
Marionette. Mysteryserie
2.55 Fringe – Grenzfälle des FBI
0.05 MARVEL’s Agents Of S.H.I.E.L.D.
1.00 MARVEL’s Agents Of S.H.I.E.L.D.
1.40 MEK 8 Kaltblütig. Actionserie
2.05 MEK 8 Kronzeuge. Actionserie
2.25 Dallas SWAT Memorial Day
0.10 Dahoam is Dahoam
0.45 Querbeet
1.30 Jetzt mal ehrlich
2.15 Lebenslinien
3.00 Faszination Wissen
A4 Freie Presse
RATGEBER IM TV
Urlaubsträume
17.00 Uhr im MDR: MDR um 4.
Frühbucher machen sich jetzt schon
schlau. Welche Urlaubsländer liegen im Trend? Die Sendung verrät,
welche Urlaubsträume für welches
Budget wahr werden können.
9.05 Uhr im ZDF: Volle Kanne:
Stressfrei umziehen; 18.35 Uhr bei
n-tv: Ratgeber Hightech. KinderTechnik: So geht der Nachwuchs am
besten damit um.
NACHRICHTEN
HANDWERKERLEISTUNG
Bei Pfusch keine
Pflicht zur Zahlung
Handwerkerleistungen
müssen
nicht in jedem Fall bezahlt werden.
Das trifft zu, wenn die vereinbarte
Leistung nicht oder nur mangelhaft
durchgeführt wurde, sagt die Verbraucherzentrale Berlin. Durch einen Werkvertrag verpflichtet sich
einerseits der Unternehmer zur Herstellung eines versprochenen Werkes. Der Auftraggeber andererseits
verpflichtet sich, die vereinbarte
Vergütung zu bezahlen. Der Unternehmer kann sein Geld verlangen,
wenn er die Leistung vollständig erbracht hat und der Besteller die Arbeit abgenommen hat. (dpa)
RENTE
Große Feier oder
stiller Abgang
Wie der Abschied vom Job aussieht,
hängt vor allem vom Typ ab. „Eine
Party zum Schluss kann ein feierlicher Abschied sein, diese muss jedoch nicht groß sein“, sagt Karriereberater Walter Feichtner aus München. Der Abschied von Kollegen
und Menschen, denen man sich besonders verbunden fühlt, könne
auch im kleinen Rahmen stattfinden. „Auch der leise Abschied sei jedem gegönnt.“ Wichtig sei, dass
man sich nichts einreden lasse, sondern den eigenen Weg für den Abschied aus dem Job findet. (dpa)
ERNÄHRUNG
Bei Kartoffeln gilt:
Nimm ein Ei mehr
In Kartoffeln steckt hochwertiges
Eiweiß. Damit der Körper die Proteine optimal verwerten kann, kombiniert man die Knollen am besten
mit Eierspeisen wie Rühr- oder Spiegelei. Darauf weist der Bayerische
Bauernverband hin. Mit 68 Kilokalorien sind Kartoffeln eine leichte
Mahlzeit. Leicht bleibt die Mahlzeit
aber nur, wenn die Kartoffeln gedämpft oder gekocht werden.
Pommes, Kroketten und andere frittierte Kartoffelgerichte sind dagegen kalorienreicher. (dpa)
RECHT
Anfrage von Chef zu
Chef problematisch
Arbeitgeber befragen gern bei Recherchen über Bewerber deren ExChef. Rechtlich ist das problematisch. Zulässig ist es nur, wenn Arbeitgeber sich dafür vom Jobsuchenden die Zustimmung geben lassen,
sagt Thomas Niklas, Fachanwalt für
Arbeitsrecht in Köln. Machen sie das
nicht, drohen Schadenersatz- oder
Schmerzensgeldforderungen. (dpa)
KÜCHE
Was hilft gegen
scharfes Essen?
Jeder kennt das Gefühl auf etwas
Scharfes gebissen zu haben. Dass der
Griff zum Glas Wasser der falsche
Weg ist, ist bekannt. Aber was hilft
wirklich? Dieser Frage sind Forscher
der Hochschule Fulda nachgegangen, berichtet die Zeitschrift „P.M.
Fragen & Antworten“. Die höchste
Wirksamkeit zeigte die Kombination aus ungeröstetem Weißbrot und
Mascarpone. Wer beides nicht im
Haus hat, sollte auf Lebensmittel zurückgreifen, die viel Fett, Stärke und
Zucker enthalten wie gesüßte Kondensmilch oder Sahne. (dpa)
RATGEBER
Montag, 23. Februar 2015
Wohin mit dem Auto?
Wenn Garage oder Wochenendgrundstück gekündigt werden, sind Pächter nicht rechtlos – Viele holten sich beim Telefonforum Rat
Die Garage verlieren und obendrein noch für Abrisskosten aufkommen? Auch für Datschen endet ab Oktober 2015 der Kündigungsschutz, wenn der Bundesrat
die Frist nicht verlängert. Fachleute des Verbands Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) beantworteten Fragen der Anrufer. Stephanie
Wesely hat sie zusammengefasst.
Wir haben zu DDR-Zeiten eine
Garage gebaut. Das Grundstück
gehört jetzt der Gemeinde. Kann
die Gemeinde uns den Pachtvertrag kündigen? Müssen wir Abrisskosten tragen oder werden
wir vielleicht sogar entschädigt?
Seit 2000 gibt es keinen Kündigungsschutz für Garagen mehr.
Wenn seitdem noch keine Kündigung erfolgte, ist zu vermuten, dass
die Gemeinde an der Fortführung
des Vertrages interessiert ist. Kommt
es aber zu einer Kündigung, müssen
Sie die Hälfte der Abrisskosten tragen, wenn der Abriss innerhalb eines Jahres nach Besitzübergang erfolgt. Gleichzeitig besteht aber auch
Anspruch auf Entschädigung, wenn
mit der Bebauung des Grundstücks
der Verkehrswert der Immobilie gestiegen ist.
Meine Mutter ist über 70 und Erbin einer Garage, die auf dem Boden eines großen Wohnungsvermieters steht. Der Eigentümer
verbietet meiner Mutter die Weitervermietung oder den Verkauf,
obwohl sie kein Auto mehr hat.
Wie bekommt sie die Garage los?
Auch wenn Verkauf und Vermietung nicht möglich sind, hat sie auf
jeden Fall die Möglichkeit, ihren
Pachtvertrag schriftlich und fristgemäß zu kündigen.
Wir sind ein eingetragener Garagenverein und haben das
Grundstück mit 20 Garagen vom
Vorbesitzer gekauft. Welche
Rechte und Pflichten haben die
Pächter der einzelnen Garagen?
Ein Besitzer meinte, wir müssten
ihm die Garage abkaufen, wenn
er sie nicht mehr will.
Die Rechte und Pflichten der Pächter
regelt die Satzung des Vereins.
Wenn Sie als Mitglied des Vereins
auch Miteigentümer geworden
sind, müssen Sie beim Austritt aus
dem Verein für Ihren Anteil entschädigt werden, wenn es die Satzung so regelt.
nicht abreißen. Wenn der Grundstückseigentümer selber den Abriss
vornimmt, muss er die Kosten selber
tragen. Mit dem Aufhebungsvertrag
will er möglicherweise eine Entschädigung umgehen.
Wir haben 1988 einen Pachtvertrag über 99 Jahre für ein Erholungsgrundstück abgeschlossen.
Ein neuer Bodeneigentümer will
jetzt die Pacht erhöhen. Er legte
uns einen neuen Vertrag vor, in
dem er uns jederzeit mit sechsmonatiger Frist kündigen kann.
Muss ich das unterschreiben?
Nein. Sie haben einen gültigen Vertrag abgeschlossen und brauchen
den Vorschlag nicht zu unterschreiben. Eine Pachterhöhung kann, sofern sie rechtmäßig ist, als Ergänzung zum Vertrag erfolgen. Alle weiteren Vertragsbestandteile bleiben
damit erhalten.
Eine ziemlich originelle Lösung – aber wie kommt man aus dem Auto raus?
kauft, die in den 1970er-Jahren
erbaut wurde. Darf ich die Garage vermieten oder verkaufen?
Wenn Sie damals keinen Vertrag sowohl mit dem Grundstückseigentümer , als auch mit dem Verkäufer der
Garage abgeschlossen haben, sind
Sie nie Eigentümer der Garage geworden. Sie können sie somit weder
vermieten oder verkaufen. Das
Recht liegt beim Eigentümer des
Grund und Bodens.
Wo erfahre ich, wie hoch die zulässige Garagenpacht in meiner
Region ist?
Der regional zuständige Gutachterausschuss kann Ihnen dazu Auskunft geben. Eine Übersicht über die
zuständigen Ausschüsse gibt es
beim VDGN. Doch auch die Stadtverwaltung oder das Landratsamt
sollte Ihnen sagen können, wo der
für Sie zuständige Ausschuss sitzt.
Meine Pachtgarage soll zum April 2015 gekündigt werden. Ich
soll die Hälfte der Abrisskosten
tragen. Wenn ich aber einen Aufhebungsvertrag unterschreibe,
sollen mir diese Kosten erlassen
werden. Gehe ich mit dem Aufhebungsvertrag ein Risiko ein oder
wäre das aus anderen Gründen
ein Fehler?
Nein. Laut Schuldrechtsanpassungsgesetz müssten Sie die Hälfte
der Abrisskosten tragen, wenn der
Abriss innerhalb eines Jahres nach
Besitzübergang erfolgt. Ein Aufhebungsvertrag wäre aus dieser Sicht
ein Vorteil. Sie sollten aber darauf
achten, dass eine Regelung zur Entschädigung wegen der Verkehrswerterhöhung des Grundstücks enthalten ist.
Der Eigentümer des Bodens, auf
dem meine Garage steht, hat mir
eine unentgeltliche und unbefristete Nutzung der Garage mündlich zugesichert. Es gibt keinen
Vertrag darüber. Nun hat ein
neuer Eigentümer den Boden gekauft. Er will jetzt Geld von mir.
Muss ich zahlen?
Wenn Sie keinen Nachweis über die
Regelung mehr erbringen können,
müssen Sie wohl oder übel seine
Forderung erfüllen und zahlen.
Wir besitzen eine Garage in einem Garagenkomplex. Der Boden gehört einem großen Wohnungsvermieter. Wer ist für die
Instandhaltung der Zufahrten
verantwortlich?
Das wird durch den beiderseitigen
Nutzungsvertrag geregelt. Die Instandhaltung kann entweder dem
Nutzer oder dem Eigentümer aufgebürdet werden. Es gibt da keinen Automatismus.
Ich habe nach der Wende eine
Garage in einem Komplex ge-
Die Experten des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer: Gerd Müller,
Dresden; Claus Bischoff, Chemnitz; Peter Ohm, Berlin (v. l.). FOTO: FELIX BIRKNER
FOTO: JENS WOLF/DPA
Ich möchte gern eine Garage aus
DDR-Bestand in einem großen
Komplex kaufen. Worauf muss
ich bei der Vertragsgestaltung
achten?
Wenn der DDR-Vertrag des Garagenerbauers endet, fällt die Garage laut
Gesetz in das Eigentum des Grundstückseigentümers. Das lässt sich
nur mit einem sogenannten dreiseitigen Vertrag umgehen. Dabei treten
Sie mit Einverständnis des Grundstückseigentümers in den DDR-Vertrag ein. Damit wird der Vertrag
durch Sie fortgeführt. Welche Abstandszahlung Sie und der vorherige
Nutzer der Garage ausmachen, ist
dabei Ihre Sache.
Der Grundstückseigentümer hat
uns mitgeteilt, der Vertrag über
unser
Wochenendgrundstück
laufe am 3. Oktober 2015 aus,
wie alle anderen Verträge dieser
Art. Wir müssten dann unser
Grundstück räumen. Falls wir
unseren Bungalow nicht selbst
abreißen, sollen wir ihm die Abrisskosten erstatten. Wenn ich
aber einen Aufhebungsvertrag
unterschreibe, bräuchte ich keine
Abrisskosten zahlen. Haben wir
denn gar keine Rechte?
Erst einmal: Es ist falsch, dass zu einem bestimmten Datum die Verträge über Datschen-Grundstücke aus
DDR-Zeiten auslaufen. Richtig ist:
Mit dem 3. Oktober 2015 endet nach
der jetzigen Gesetzeslage der Kündigungsschutz. Wenn Ihr Vertrag aber
nicht, von wem auch immer, gekündigt wird, läuft er weiter. Wenn der
Grundstückseigentümer dann sein
Kündigungsrecht wahrnimmt, gilt
folgendes: Er muss Ihnen eine Entschädigung zum Zeitwert der Baulichkeiten, Anlagen und Anpflanzungen zahlen. Alles was rechtmäßig errichtet worden ist, müssen Sie
Mit welcher Frist kann mir der
Eigentümer des Bodens meiner
Datsche kündigen? In welchem
Zustand muss ich das Grundstück verlassen?
Bei Erholungsgrundstücken, die
nicht dem Bundeskleingartengesetz
unterliegen, beträgt die Kündigungsfrist im Regelfall sechs Monate zum Pachtjahresende. Ist Ihr Vertrag vor 1990 abgeschlossen worden, darf Ihnen im Normalfall frühestens zum 3. Oktober 2015 gekündigt werden.
Meine Großeltern haben an eine
Familie ein Wochenendgrundstück verpachtet. Der Pächter ist
jetzt gestorben. Müssen wir seine Erben entschädigen, wenn sie
den Vertrag kündigen?
Beide Seiten können von ihrem Sonderkündigungsrecht im Erbfall Gebrauch machen. Das muss innerhalb von einem Monat nach Bekanntwerden des Todesfalls erfolgen. Kündigt in dieser Frist keiner
der beiden, ist der Erbe des Pächters
jetzt Ihr Vertragspartner. Kündigt er,
müssen Sie ihn sogar entschädigen.
Mit unserer Wohnung haben
wir einen Hausgarten gemietet,
für den wir Pacht zahlen. Kann
der Wohnungseigentümer uns
den Garten unabhängig von der
Wohnung kündigen?
Das ist abhängig vom Mietvertrag.
Ist der Garten Bestandteil des Wohnungsmietvertrages, ist keine gesonderte Kündigung möglich.
WEITERE INFORMATIONEN enthält das
VDGN-Ratgeberheft „Meine Datsche in Gefahr?“. Es kostet 5 Euro plus 1,50 Euro Versand und kann bestellt werden per Telefon
unter 030 5148880 oder im Internet unter
www.vdgn.de
Beratungsstellen des VDGN: Dresden:
Lingnerallee 3, Raum 5317, 01069 Dresden,
Tel.: 0351 4872302 oder 0351 4263798, Beratungszeit: jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.
Chemnitz: Rosenplatz 4, Raum 22, 09126
Chemnitz, Tel.: 0371 5614622, Beratungszeit:
Mittwochs und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.
Busticket-Storno meistens nur gegen Gebühr
Die Bahn streikt. Wann
und wie lange, ist offen.
Eine Alternative können
Fernbusse sein.
ADAC Postbus: Bis zu zwölf Stunden vorher lässt sich das Ticket zu
den Geschäftszeiten gegen eine Gebühr von 10 Euro über den Kundenservice unter der Telefonnummer
0228 97272797 stornieren.
Wer lieber Bares sehen will, muss eine Gebühr von 15 Euro in Kauf nehmen. Möglich ist das Stornieren bis
15 Minuten vor der Abfahrt.
Für manchen Fernreisenden sind die
Fernbusse eine ernstzunehmende
Alternative zu Bahn, Flugzeug oder
Privatauto. Doch wer sich vorab
schon ein Ticket sichert, um notfalls
von der Schiene auf die Straße wechseln zu können, sollte die Stornoregeln kennen. Einige Anbieter in
der Übersicht:
Flixbus: Mein Fernbus und Flixbus
haben sich zusammengeschlossen.
Für Buchungen ab dem 16. Februar
wenden sich Kunden deshalb an
Mein Fernbus. Für Buchungen, die
bis zum 15. Februar getätigt wurden,
ist es möglich, bis 24 Stunden vor
Reisebeginn zu stornieren. Den Reisepreis minus 3 Euro Stornogebühr
erhalten Fahrgäste jedoch nur als
Gutschein.
Mein Fernbus: Allgemein ist das
Stornieren bei Mein Fernbus zwar
kostenfrei möglich – aber dann gibt
es kein Geld zurück, sondern einen
Gutschein, heißt es auf der Webseite. Der ist zwölf Monate lang gültig.
Berlin Linien Bus: Nicht alle Tickets lassen sich beim Berlin Linien
Bus stornieren: Bei Aktionspreisen
etwa ist das ausgeschlossen. Bei anderen Tickets für innerdeutsche
Fahrten ist das online in der Regel
Dein Bus: Bei Stornierungen bis zu
24 Stunden vor Abfahrt erhalten
Kunden einen Gutschein, der zwölf
Monate lang gültig ist. Bei Stornierungen innerhalb von 24 Stunden
vor Abfahrt gibt es nur einen Gutschein, wenn die Fahrt bei Abfahrt
des Busses ausgebucht war. (dpa)
Nicht nur, wenn die Bahn streikt für viele Menschen eine echte Alternative:
der Fernbus.
FOTO: CHRISTOPH SCHMIDT/DPA
bis drei Tage vor Abfahrt möglich –
Kunden erhalten einen Gutschein.
Gebühren fallen nicht an. Wer kurz-
fristiger stornieren möchte, kann
das telefonisch tun und erhält einen
Gutschein oder das Geld zurück.
Die Fernbusse im Internet
» http://meinfernbus.de
» www.flixbus.de
» www.berlinlinienbus.de
» www.adac-postbus.de
» www.deinbus.de
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