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3. Sitzung (24. Februar 2015) Bespr - Kuhlen

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Jun.-Prof. Dr. Dr. Milan Kuhli
Universität Mannheim
Anfängerübung im Strafrecht (FS 2015)
3. Sitzung (24. Februar 2015)
Besprechungsfall 3: Nebenbuhler-Fall
Als Rechtsanwalt R eines Tages erfuhr, dass seine 15 Jahre jüngere Ehefrau F
ein Verhältnis mit ihrem Tennislehrer T hat, stellte er sie zur Rede. Nach einer
erregten Auseinandersetzung erklärte F, R habe die Wahl: Er könne das
Verhältnis entweder tolerieren oder sie (F) werde ihn verlassen und mit T
zusammenziehen. Als F auch in den folgenden Wochen ihren Standpunkt nicht
änderte, entschloss sich R, F aus dem Weg räumen zu lassen. Zu diesem Zweck
wandte sich R an einen früheren Mandanten M, den er erfolgreich in einem
Mordprozess verteidigt hatte. M erklärte sich gegen Zahlung von 100.000,EUR, davon 50.000,- EUR als Vorschuss und 50.000,- EUR nach Ausführung der
Tat, bereit, den „Fall“ zu übernehmen. Dabei nahm sich M vor, nicht alleine zu
handeln, sondern seinen Bekannten K zu beteiligen und sich mit diesem die
Belohnung zu teilen. R wusste davon nichts.
Nachdem M über zwei Wochen die Lebensgewohnheiten der F beobachtet
hatte, entwickelte er folgenden Tatplan: K sollte der F am späten Abend auf
ihrem Nachhauseweg vom Fitness-Center, der am Ufer des Neckar entlang
führte, auflauern und sie mit einem Elektrokabel erdrosseln. Anschließend
sollte K die F zur Vortäuschung einer sexuell motivierten Tat entkleiden und die
nackte Leiche in den Neckar werfen. M selbst wollte in einiger Entfernung
warten und K vor eventuell auftauchenden Passanten warnen. Die Tat wurde
wie geplant ausgeführt: K strangulierte F, bis sie kein Lebenszeichen mehr von
sich gab. Anschließend entkleidete er den leblos wirkenden Körper und warf
die vermeintliche Leiche in den Neckar. Die Obduktion ergab allerdings später,
dass F noch gelebt hatte, als K sie in den Neckar warf. Ihr Tod war also nicht
schon durch die Strangulation, sondern durch Ertrinken eingetreten.
Strafbarkeit von K, M und R nach dem StGB?
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