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02–03 / 2015
3 - JÄHR
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Diesmal: Kochlöffel-Musik
Erzieherin ist der Traumberuf von Teresa, genannt Tea. In einem fiktiven
Blog hält sie für unsere Leser die wunderschönen und anstrengenden Momente ihrer Krippengruppe „Sternchen“ fest. Heute erzählt sie uns von
einer musikalischen Aktion mit ihren
Krippenkindern.
Susanne Weyerstall
Donnerstag, 19. Februar 2015
„Aramsamsam, Aramsamsam, gulli,
gulli.....“, singt Nicole und ich
drohe ihr lachend: „Das Lied
singen wir erst wieder in ein
paar Wochen, denn der Fasching
ist vorbei.“ Heute war richtig
was los, wir haben mit unseren
Sternchenkindern Musik gemacht,
was viel Spaß machte, aber auch
anstrengend war. Nun sind wir
auf dem Weg zur Küche, um unsere
Musikinstrumente zu „waschen“.
Morgens beim Tee kochen fiel uns
in der Küche was Neues ein. Wir
nahmen sämtliche Töpfe, Plastikteller, Schüsseln, Kochlöffel und
für Kinder geeignete Behälter
mit in unseren Nebenraum.
Gleichzeitig informierten wir
unsere Leiterin über die heute
eingeschränkten Möglichkeiten in
unserer Küche. Die Holzlöffel
umwickelten wir mit Geschirrtrockentüchern und so stand der musikalischen Früherziehung nichts
mehr im Wege. Ich nahm jeweils
vier Kinder dazu mit. Zuerst
sang unser Handpuppenkasper das
beliebte „Aramsamsam“-Lied. Wir
patschten mit Händen und Füßen
und als die Kinder das nach einer Weile langweilig fanden,
zeigten wir ihnen ein paar unse-
rer „Instrumente“. Der Kasper
klopfte behutsam auf die Töpfe,
damit sich kein Kind erschreckte. Danach trauten sich alle die
„Instrumente“ zu erkunden und
ich brauchte keinem Kind erklären, was man damit machen kann.
Wenn es zu laut wurde, meldete
sich der Kasper und zeigte den
Kindern, wie man leise musizieren
kann. Tim verwendete zwei Plastikteller wie ein Becken und
spielte diese rhythmisch. Nele
schlug mit dem Holzlöffel auf einen Topf und Luca rührte mit einem Schneebesen in einer Tasse
herum. Wir sangen dazu alle Lieder, die uns spontan durch den
Kopf gingen, und es waren auch
moderne „Englischsongs“ dabei.
Die Kinder probierten anschließend ihre „Musik“ aus und ich
zeigte ihnen immer wieder, welche
Geräusche sie noch machen kön-
Fotolia.com: ©Colourbox.com
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Praxis 23
02–03 / 2015
nen. Mit einem Backpinsel auf
ein Kännchen zu klopfen fanden
alle Kinder am besten, es klang
auch gut. Zum Schluss zog ich
meinen Kamm heraus, legte ein
Stückchen Seidenpapier darüber
und blies darauf. Da war alles
still und sie staunten. Jeder
Gruppe fiel etwas anderes ein.
Sogar unsere Babys brabbelten
immer lauter und beteiligten
sich intensiv am Geschehen.
Nachdem alle Kinder abgeholt
waren, begaben wir uns mit dem
ganzen Geschirr in die Küche
und trafen unsere Leiterin. „Was
habt ihr denn heute groß gekocht?“, fragte sie schmunzelnd.
„Ach, es gab heute Musiksuppe!“,
lachten wir.
Tschüss
Eure Tea
Musizieren mit den Kleinsten
Kleine Kinder lieben es, wenn ihre Bezugspersonen singen oder musizieren.
Bereits Säuglinge hören aufmerksam
zu, wenn ihnen vorgesungen wird.
Beim ersten Erkunden begreifen die
Kleinen sehr schnell, dass sie auch
selbst Geräusche erzeugen können,
und wiederholen dies unermüdlich. In
der Kinderkrippe ist die musikalische
Förderung ein fester Bestandteil der
pädagogischen Arbeit. Die Kinder erleben sich zusätzlich als Teil der Gruppe und sollten ohne Zwang die Freude
an Musik erfahren. Viele Kinderkrippen besitzen schöne Glockenspiele,
Holzklangstäbe und Triangeln. Es
macht aber auch Spaß, mit ganz gewöhnlichen Gegenständen zu „musizieren“.
Wir machen Musik
Überlegungen zum musikalischen
Miteinander
Durchforsten Sie Ihre Einrichtung
ßß
nach ganz gewöhnlichen, ungefährlichen Gegenständen. Sammeln Sie eine bunte Mischung und probieren Sie
aus.
Damit die zarten Ohren der Kinder
ßß
und Erwachsenen nicht überfordert
werden, umwickeln sie laut Lärmendes mit einem Stück Stoff.
Lassen Sie die Kinder zunächst alle
ßß
Gegenstände erkunden und zeigen
Sie ihnen danach, was man alles damit machen kann.
Begleiten Sie Kinderlieder oder auch
ßß
moderne Songs mit den Instrumenten und zeigen Sie die Vielfältigkeit
der Musik. Die Liebe zu den verschiedenen Klängen steht im Vordergrund
und dies können sogar die Kleinsten
nachempfinden.
Kinder lernen durch Nachahmung
ßß
und erleben sich selbst als Verursacher der Töne. Es ist ratsam, kleine
Gruppen (ca. vier Kinder) zu bilden,
damit Sie einen guten Überblick behalten. Greifen Sie ein, wenn Sie merken, dass ein Kind überfordert ist und
dämpfen Sie immer wieder die
Lautstärke.
Einem zarten Glockenspiel oder Flößß
tenspiel hören die Kinder gerne zu.
Bevorzugen Sie Gegenstände, die einen leisen Ton erzeugen, so bleibt die
Musikstunde immer bereichernd und
zerrt nicht an den Nerven.
Kleine Eimer mit Einmachgummis
ßß
versehen können eine kleine Harfe
darstellen.
Rührschüsseln eignen sich alle als
ßß
Trommel.
Plastikteller untermalen als Becken
ßß
die kleine Orchestermusik.
Küchentücher und Zeitungspapier
ßß
rascheln ganz leise in der Hand.
Pusten Sie auf die Öffnung der
ßß
Plastikflaschen – es klingt wie ein
Nebelhorn.
Klopfen Sie rhythmisch über ein
ßß
kleines Brettchen, das fasziniert die
Kinder!
Mit Backpinsel, Bürsten und Schneeßß
besen kann man zarte Geräusche
machen.
Verbinden Sie Ausstechformen mit
ßß
einem Band und Sie haben ein
Tamburin.
Mit einer Bürste oder Zahnbürste
ßß
über ein Holz- oder Plastikbrettchen
reiben macht viel Spaß.
Erfinden Sie das „Kammblasen“ neu!
ßß
Downloadtipps zu „Musik mit
Krippenkindern“
„Musik kann jeder!“
Das musikalische Potenzial von
Geeignete Gegenstände aus dem
Haushalt:
Beziehen Sie einen Plastikeimer an
ßß
der offenen Seite mit einem Stück
Stoff oder Leder und Sie erhalten
einen zarten, gedämpften Laut.
Die Deckel der Töpfe mit Stoff umßß
wickelt und mit Bändern befestigt
erzeugen leisere Geräusche, wenn
sie auf den Topf treffen.
Plastikbehälter aus der Küche erzeußß
gen durch ihre unterschiedlichen Formen auch verschiedene Geräusche.
Packen Sie Plastiktassen und eine
ßß
Blechtasse in einen Stoffsack und lassen Sie die Kinder den Beutel
schütteln.
Löffel in einem Stoffbeutel machen
ßß
ebenfalls interessante Geräusche.
Füllen Sie Plastikflaschen mit verßß
schiedenen Körnern oder Nüssen
oder Wasser – verschließen und verkleben Sie diese sorgfältig und Sie
haben lange Freude an Rasseln.
Krippenkindern
www.kleinundgross.de/kug20130422
Klanggeschichten in der Krippe
Ideen zur spielerischen Sprachförderung
www.kleinundgross.de/kug20120422
Susanne Weyerstall, Erzieherin in einer
Kindertagesstätte in Hohenlohe/
Baden-Württemberg
Kontakt
susanne.weyerstall@web.de
Literatur
Breuer, Kati: Mit Musik durch’s Krippenjahr!
Mitmachlieder, Klapperrhythmen. Verlag an
der Ruhr, 2011.
Heuer, Ranghild: Mit Spiel & Spaß durch‘s
Jahr. VEBU-Verlag, 1988
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