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Jan/Feb - Ökotop Heerdt

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ökotop nachrichten
informationen aus dem ÖKOTOP HEERDT e.V. januar/februar 2015 nr. 1
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ökotop nachrichten 2015 nr. 1
Januar 2015
Montag
Dienstag
Ein Jahr zählt mit so vielen Tagen,
wie man genutzt hat.
George Bernard Shaw
Mittwoch
Donnerstag
01.
Freitag
02.
03.
Neujahr
05. ! Vollmond
06.
07.
20.00 Vorstand
Ferienende
12.
13. ᄙ
14.
10.00 Dreh ne Runde
durchs Ökotop
19.
20. ! Neumond
09.
15.00 Offener Treff
19.30
Dämmerschoppen
15.
16.
22.
26.
04.
10.
11.
17.
18.
10.00 Hand & Spann
Kochen: Rundling 2
20.00 Ökotreff
21.
Sonntag
14.30 Café Ökotop
08.
16.00 - 17.00
Kassenstunde
Samstag
23.
24.
25.
20.00 Sehen, Hören,
Lesen
27. ᄘ
28.
29.
30.
31.
20.00 Stammtisch
Februar 2015
Montag
Dienstag
Mit all der Mühe, mit der wir manche unserer Fehler
verbergen, könnten wir sie uns leicht abgewöhnen.
Michelangelo
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
01.
02.
03.
04. ! Vollmond
20.00 Vorstand
09.
10.
17.
11.
18.
Rosenmontag
23.
16.00 - 17.00
Kassenstunde
06.
15.00 Offener Treff
10.00 Dreh ne Runde
durchs Ökotop
16.
05.
12. ᄙ
25. ᄘ
13.
Altweiber
19.30
Dämmerschoppen
19. ! Neumond
20.
26.
08.
14.30 Café Ökotop
14.
15.
21.
22.
10.00 Hand & Spann
Kochen: Rundling 3
20.00 Ökotreff
24.
07.
27.
28.
20.00 Stammtisch
Impressum Nicht namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung der Redaktion wieder. Gilt auch für Fotos.
Redaktion: Thomas Eggert, E-Mail: emil712@yahoo.de
Vereinsanschrift: Ökotop Heerdt e.V., Am Ökotop 70, 40549 Düsseldorf, Tel: 0211-501312, Fax: 0211-5621313,
E-Mail: info@oekotop.de, Site: www.oekotop.de
Öffnungszeiten Büro: Mo 15-17 Uhr, Di 15-17 Uhr, Mi 10-12 Uhr, Do 10-12 Uhr
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ökotop nachrichten 2015 nr. 1
Titelbild
Das Foto "Eisriss" wurde aufgenommen von Birgit Reis zum Ende der Eiszeit im Februar 2013.
ben sich die unten aufgeführten
Vorstandsmitglieder bereit erklärt, den
jeweiligen Bereich zu übernehmen:
Finanzen
Elke Thalwitzer- Zirk und Susann Sültemeyer
Mitglieder / Gärtner
Jürgen Wallney und Dieter Müller
Grünbereich
Eckhard Wesse und Klaus Lemmen
Gebäude / Maschinen
Andreas und Dieter Müller
Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit
Jürgen Wallney
Informationen aus dem
Vorstand
Mitgliederseminar Teambildung
Als Ergebnis des Seminars wird die
Umsetzung der folgenden Punkte zur
Teambildung empfohlen:
•!
Arbeiten in autonomen Teams
mit Teamkoordinator/in
•!
Priorisierung notwendiger
Arbeiten
•!
Wiedereinführung Arbeitseinteiler/in
Der Vorstand hat die Umsetzung befürwortet und wird in Abstimmung mit
der Gartengruppe für die Einführung
der Teamarbeit sorgen.
Obstwiesen
Das Obstbaumteam hat einen Beratungstermin mit Herrn Badtke von der
Biologischen Station Urdenbacher
Kämpe wahrgenommen. Im Vordergrund dieses Beratungstermins standen die Pflegemaßnahmen für die
Obstbaumwiesen.
MdL Marion Warden hat ihr Versprechen, zum 725-jährigen Jubiläum der
Stadt Düsseldorf einen Baum zu pflanzen, umgesetzt. Der von uns gewünschte Pflaumenbaum ist von ihr
am 22.11. gepflanzt worden.
Aufgabenverteilung im neuen Vorstand
Der neue Vorstand hat sich am 02.12.
zur ersten Sitzung nach den
Vorstandswahlen getroffen. Dabei ha-
Die Jahreshauptversammlung
2014
Am Donnerstag, dem 13.11., trafen
sich 53 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, davon 51 stimmberechtigte Mitglieder, zur alljährlichen JHV im Grauen Haus. Versammlungs- und Wahlleitung übernahm wie in den Vorjahren
Norbert Hemmerle, die Protokollführung ebenso traditionell Wolfgang
Klotz.
Zu Beginn erstattete der 1. Vorsitzende
Jürgen Wallney den Jahresbericht des
Vorstands. Dann bedankte er sich bei
den drei Vorstandsmitgliedern, die bereits vorab erklärt hatten, nicht mehr zu
kandidieren, für ihren bisherigen Einsatz. Annette Klotz und Franz Manns
erhielten je einen Blumenstrauß,
Young-Mi Kwon war leider nicht anwesend.
Im Anschluss präsentierte Elke Thalwitzer-Zirk den Kassenbericht 2014
und den Wirtschaftsplan für 2015. Sodann erfolgte die Entlastung des
Vorstands. Die Abstimmung erfolgte
per Handzeichen. Der Vorstand wurde
bei einer Enthaltung und im Übrigen
einstimmig entlastet.
Nach zwei Jahren war es nun wieder
an der Zeit, einen neuen Vorstand zu
wählen: Für die Funktionen des 1. und
2. Vorsitzenden standen weiterhin Jürgen Wallney und Andreas Müller zur
Verfügung. Es gab keine weiteren Vorschläge und Kandidaten für diese
Wahl.
Seite 3
Jürgen Wallney und Andreas Müller
wurden bei einer Enthaltung und im
Übrigen einstimmig wieder zum 1. und
2. Vorsitzenden gewählt. Anschließend
wurden aus der Versammlung die noch
verbliebenen bisherigen Vorstandsmitglieder Elke Thalwitzer-Zirk, Dieter
Müller und darüber hinaus Michael
Bonke, Eckhard Wesse, Klaus Lemmen und Susann Sültemeyer für den
Vorstand vorgeschlagen, insgesamt
also sechs Personen. Folgende Vereinsmitglieder wurden dann in die
Funktionen der fünf weiteren
Vorstandsmitglieder gewählt:
1.
2.
3.
4.
5.
Elke Thalwitzer-Zirk
Eckhard Wesse
Klaus Lemmen
Dieter Müller
Susann Sültemeyer
Bei der folgenden Wahl der Kassenprüfer waren Lothar Wiehagen und
Jutta Völlmecke bereit, auch weiterhin
diese Funktion zu übernehmen. Sie
wurden einstimmig von der Mitgliederversammlung in ihren Ämtern bestätigt.
Beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ schlug Kurt Haynberg vor, auf
der Bienenwiese im Ökotop wieder
Krokusse und Narzissen zu setzen,
wie dies auch vor einigen Jahren bereits geschehen war. Das damalige
Ergebnis hatte allgemein großen Anklang gefunden. Eine erste Anfrage
bezüglich des Kaufpreises habe ergeben, dass 1.000 Setzpflanzen bei den
Krokussen ca. 120,- , bei den Narzissen ca. 160,- " kosten würden. Nach
kurzer Diskussion wurde diesem Vorschlag mit großer Mehrheit zugestimmt.
Der Versammlungsleiter beschloss
gegen 22.25 Uhr die Jahreshauptversammlung 2014. Auch diese Versammlung endete wie immer mit einem kleinen Umtrunk und zusätzlich gereichten
Weckmann-Stückchen. Dabei bestand
auch wieder die gern genutzte Gelegenheit, im kleinen Kreis Gedanken
auszutauschen und sich zu informieren.
Zusammengefasst aus dem Protokoll von
Wolfgang Klotz
ökotop nachrichten 2015 nr. 1
DPL = Dieters Private Liste
Kurs Apfelbaumschnitt
Wer bei der Jahreshauptversammlung
war, hat schon davon gehört: Für eine
bessere Kommunikation und Vernetzung der Mitglieder untereinander legt
Dieter Koslowski zur Zeit eine Liste an.
Da es wohl unterschiedliche Ansichten
über die ständige Auslage für die nötige Eintragung im Grauen Haus gibt,
kann man seine Daten auch gerne an
die Redaktion schicken, sie werden
dann weitergeleitet. Einzelnennungen
wie Telefon oder E-Mail- Adresse
genügen auch. Sollte die Aktion genügend Resonanz finden, wird sie allen
Teilnehmern nach Abschluss zugestellt.
Ein Termin jagte quasi den nächsten:
Einen Tag nach dem Beratungsrundgang mit Herrn Badtke vom Haus Bürgel (Urdenbacher Kämpe) nahmen fünf
Teammitglieder der Obstbaumgruppe
(Birgit, Dimitrij, Eckhard, Franz und
Panos) am 15.11. am Kurs des Veranstalters BUND, vertreten durch Herrn
Behrens, im Grevenbroicher Stadtpark
teil. Den Schnittkurs leitete Herr Braun
von der Biologischen Station im Kloster
Knechtsteden.
Eine Weitergabe der Daten an Dritte,
wenn sie nicht dem o. g. Zweck dienen, ist selbstverständlich aus Datenschutzgründen untersagt.
Piet: Linksrheinisches Urgestein, Hansdampf in vielen Gassen
Mir hat es gefallen!
Live-Musik im Grauen Haus. Schlagzeug, Trommeln und Gitarrenklänge.
Piet Vossen und seine Kumpels spielten drei Stunden fast ohne Pause und
ergötzten das gut gelaunte Publikum
mit flotten Sprüchen. Piet ist seit den
neunziger Jahren eine feste Größe,
wenn im Ökotop gefeiert wird, unser
„Musikdirektor“ Heiner N. kann immer
auf ihn zählen. Diesmal waren überwiegend Gäste, die nicht Vereinsmitglieder sind, im Grauen Haus zu sehen. Ich kann nur sagen: „Ökotopianer,
da habt ihr was verpasst!“.
Kurt Haynberg
Die Streuobstwiesen, wunderschön an
der Erft gelegen, wurden 1995 anlässlich der Landesgartenschau angelegt.
Die Baumpflanzung wurde nach den
Plänen eines Künstlers in Form einer
Spirale, von der Luft aus betrachtet,
vorgenommen. Auch hier ist wie im
Ökotop deutlich, das die Bäume zu
eng stehen. Sie sind in einem bedauernswerten Zustand, ungepflegt, krank
und frühzeitig vergreist. Die Pflege
wurde deshalb an den BUND übergeben.
Wir lernten anhand von Neupflanzungen den Erziehungsschnitt, der jährlich
durchgeführt werden muss. Besonderer Wert wird hierbei auf die Ausbildung einer Krone mit Stammverlängerung und drei bis vier Leitästen gelegt.
Die Fruchtentwicklung ist beim Erziehungsschnitt zu vernachlässigen, es
gilt die Devise: Baum geht vor Frucht.
Die Leitäste sollten einen Winkel zum
Mittelstamm von 45° aufweisen. Sie
sollten in verschiedenen Höhen vom
Mittelstamm abzweigen, um Zwieselbildung (= Leitäste wachsen von einem
Punkt aus) zu vermeiden, da diese
durch das Dickenwachstum letztlich
zum Auseinanderdrücken neigen und
Kronenbrüche vorprogrammiert sind.
Wachsen die Leitäste zu steil, werden
sie mit Holunderästen (besonders geeignet durch ihr weiches Mark im Innern) in die gewünschte Richtung gespreizt. Die Stammverlängerung darf
keine Konkurrenz bekommen und sollte 20 cm über den Leitästen enden.
Die Leitäste werden auf eine Höhe
geschnitten (Saftwaage).
Den ca. 20 Jahre alten Bäumen, die
dem Alter unserer Apfelbäume entsprechen, rückten wir nach einer stärkenden Suppe zu Leibe. Besonderes
Augenmerk legten wir dabei auf das
Auslichten bzw. Einkürzen der Krone
Seite 4
und die Verjüngung durch Beseitigung
der nach innen und nach unten wachsenden Äste und der Konkurrenzäste,
um die Durchlüftung zu gewährleisten
und Beschattung zu vermeiden.
Gegen den auffälligen Baumkrebs an
einigen Bäumen geht der BUND wirkungsvoll mit H#O#-Spritzungen vor.
Die Demeterzulassung und damit der
mögliche Einsatz im Ökotop werden
zur Zeit noch geprüft.
Wir erhielten auch einige Tipps zum
Mitnehmen:
Der Apfelbaum kann ganzjährig geschnitten werden, wobei der Sommerschnitt das Wachstum bremst und weniger Wassertriebe hervorbringt und
der Winterschnitt den Neuaustrieb
stark fördert.
Kirsch- und Walnussbäume sollten nur
im Sommer geschnitten werden.
Jeder Baum hat einen eigenen Habitus, der auch durch Schnittmaßnahmen geachtet und erhalten bleiben
sollte.
Für Dimitrij und Panos war es der erste
Schnittkurs. Zusammen mit Monika W.
und den „alten Hasen“ Eckhard, Franz,
Kurt und mir wollen wir uns gemeinsam um den Schnitt und die Pflege der
Obstbäume kümmern und im Austausch miteinander lernen, unser Wissen anwenden und weitergeben.
Birgit Reis
Vor dem Schnitt - und danach
ökotop nachrichten 2015 nr. 1
Stichwort: Mischkultur, die
Mischkultur ist eine Methode des naturnahen Anbaus von Gemüse und
Obst, bei der verschiedene Pflanzenarten miteinander kombiniert werden, die
sich gegenseitig positiv beeinflussen.
Man setzt die Pflanzen abwechselnd
einzeln oder in Reihen.
Kommentar:
Vorbei sind die Nachbarschaften, die
Pflanzengesellschaften in der Natur
bilden. Das Gegenteil sind die Monokulturen der technisierten Landwirtschaft. Aufgrund Jahrhunderte langer
Erfahrung (z.B. in Kloster- und Bauerngärten) hat sich bei der Bewirtschaftung von Nutzgärten und in der
Landwirtschaft ein überliefertes Wissen
über nützliche Kombinationen angesammelt, das auch bis heute genutzt
wird (Beispiel: Möhren und Zwiebeln
wehren gegenseitig ihre Schädlinge
ab). Mischkultur, ergänzt durch
Fruchtwechsel wird im Ökotop in den
Nutzgärten sehr erfolgreich angewendet.
E paar Blömcher - Ökotop
wird noch schöner!
Eine große Mehrheit begrüßte bei der
JHV die Anregung, auf der Bienenwiese Narzissen- und Krokuszwiebeln zu
stecken. 2010 hatte Fritz Hornäk eine
ähnliche Aktion zur Augenweide für
viele Ökotopbesucher initiiert. Bei der
Gartengruppenversammlung meldeten
sich zehn Gärtner für diese Aktion. Kurt
H. besorgte von jeder Sorte 1.000
Zwiebeln und erstellte einen Pflanzplan. Mittags, vor dem Dezember-Ca-
fé-Ökotop, trafen sich die Gärtner zur
gemeinsamen Pflanzaktion. Jeder bekam zwei Säckchen mit jeweils 100
Zwiebeln, die nach einem genau zugeordneten Standortplan auf der Bienenwiese gesteckt werden sollten.
Jetzt war Kreativität angesagt: Zwiebeln einzeln stecken, in Horsten stecken, in Kreisen anordnen oder Linien
markieren. Alle ließen ihrer Fantasie
freien Lauf. Michael B., Holger T., Ines
N., Eckhard W., Kurt H., Werner K. und
Dimitrij K. waren die Schnellsten. Eine
Gärtnerin war nicht erschienen, der
kräftige Dimitrij übernahm ihren Teil.
Doro K. und Stefan L. wollten sich erst
beim Café Ökotop stärken und dann
arbeiten. Franz M. hatte sich beim Kuchenbacken der begehrten Josta-Torte
für das Café so verausgabt, dass er
erst später seine Zwiebeln stecken
wollte. Jetzt sind alle Akteure gespannt, wie die Bienenwiese im Frühjahr aussehen wird.
Kurt Haynberg
Noch nie eine Abgeordnete
umarmt …
Der ehemalige SPD-Ratsherr Karl-Josef Keil hatte die Spielplatzgruppe
schon in den siebziger Jahren mit Rat
und Tat unterstützt. Diese Tradition
führt seine Tochter, die SPD-LandtagsAbgeordnete Marion Warden, fort.
Diesmal war es eine stattliche Hauszwetschge, die sie dem Ökotop im
Namen der Partei spendierte. In gekonnter Art und Weise organisierte Annette Klotz die Pflanzaktion und achtete besonders darauf, dass alles in einem angemessenem Rahmen ablief.
Jürgen W. und Mattes W. bereiteten
die Pflanzstelle auf der Bienenwiese
vor und führten den Pflanzschnitt nach
allen Regeln der Kunst durch. Als Marion Warden den Spaten für den offiziellen Pflanzakt in die Hand nahm, ging
Neugärtner Panagiotis (Pano) Goniaris
spontan auf sie zu und sagte: „Ich habe noch nie eine Abgeordnete umarmt
… darf ich?“. Und so hatte alles einen
richtig lockeren Rahmen.
Kurt Haynberg
Kein Gentech-Veto für Konzerne
Ende letzten Jahres hat das europäische Parlament in nächtlichen Verhandlungen verhindert, dass Konzerne
bei der Zulassung von Gentechnik auf
unseren Feldern künftig mitentscheiden. Es hatte dabei ein gewichtiges
Argument auf seiner Seite: Innerhalb
von nur einer Woche haben wir und
mehr als 250.000 weitere Menschen
sich gegen eine absurde Konzernklausel stark gemacht. Anders als ursprünglich vorgesehen werden
Monsanto und Co. nun nicht über
Genmais-Verbote mitbestimmen. Das
ist auch ein Erfolg unseres Engagements!
Für die Zweifler am Sinn von Unterschriftenaktionen: Daran sieht man,
dass diese auch Erfolg zeigen können.
Birgit Reis (Information der Organisation
Campact e.V.)
Seite 5
Woanders gesehen - noch
mehr Palettenmöbel
Mit Grüßen von Ursula R. und Jens W.
hier die AOK-Variante der Palettenmöbel (AOK ist das Flughafenkürzel von
Karpathos, der schön kargen, aber
grünen griechischen Insel zwischen
Kreta und Rhodos).
ökotop nachrichten 2015 nr. 1
Fukuoka-Anbau im Ökotop
Charles Dibon
Seit dem Frühjahr 2014 führt Charles
Dibon ein langfristig angelegtes Experiment zum Fukuoka-Anbau, auch „Natürliche Garten-/Landbewirtschaftung“
genannt, durch. Am 26.10. hatte Charles darüber in einer Mitgliederversammlung referiert und wurde dabei
gebeten, den Inhalt des Referates in
den ökotop nachrichten zu veröffentlichen.
Im ersten Teil soll zunächst die eigentliche Methode dargestellt werden:
Die Grundidee ist, nur minimal steuernd über die Saat in das Naturgeschehen einzugreifen. Demzufolge ist
sie die ökologischste und natürlichste
aller Methoden und hat daher möglicherweise das Potential zur Lösung
der Umweltkrise in der chemisch-maschinellen Landwirtschaft weltweit. Die
Methode basiert auf der Idee, in einem
Feld eine permanente Kleedecke aufzuziehen, in der dann - entweder
schon durch entsprechende Saatmischungen eingebracht oder durch
nachträglich eingesetzte Setzlinge - in
Multikultur Gemüsepflanzen wachsen
können. Im Gegensatz zur heute allgemein üblichen Monokultur in der
konventionellen wie auch biologischen
Landwirtschaft wachsen bei der Multikultur die verschiedenen Pflanzensorten in einem Feld. Unser Gemüse war
ursprünglich ja auch eine Art „wildes
Un-/Beikraut“, das später vom Menschen weitergezüchtet wurde. Es harmoniert daher aufs Beste mit den verschiedenen Kleesorten, die wiederum
dominant gegenüber anderen wuchernden Beikräutern sind und durch
wiederholte Aussaat jene verdrängen
können. Eine Gras- oder Wildgraswiese nur durch Aussaat in ein Kleefeld
umzuwandeln, würde allerdings viele
Jahre dauern. Deshalb kann einmalig
initial ein solches Grasfeld umgegraben oder gefräst werden - eben das
haben wir im Ökotop getan.
Als die besten Aussaatzeiten für Klee
haben sich die Jahreszeitenübergänge
vom Herbst auf Winter (Oktober/November) und vom Winter auf Frühjahr
(Februar/März) bewährt. Wir bevorzugen anfangs Weissklee, weil er die
niedrigstwachsende Kleesorte ist.
Im Prinzip können so alle heimischen
Gemüse-, Getreide- und Bohnensorten
aufgezogen werden. Die Feldfrüchte
werden nur zu ca. 70% abgeerntet. Die
restlichen Pflanzen lässt man ausreifen
und aussamen, so dass eine zyklische
Selbstaussaat erfolgt. Die nicht geernteten Pflanzenteile lässt man auf dem
Feld verrotten. So wird der Boden ganz
von selbst, wie in der freien Natur, stetig reicher und fruchtbarer. Die Methode besteht also eigentlich nur aus Saat
und Ernte, den Rest macht die Natur
allein, sofern der Mensch es zulässt
und akzeptiert. Zusätzlich kann man
allenfalls mit dem Spaten schmale
Schneisen oder Kreise graben, in die
man vorgezogenen Gemüsesetzlinge
oder Jungpflanzen einsetzt. Diese
Laissez-faire-Methode wird auch
Nichts-Tun-Landwirtschaft genannt:
Ziel ist, den menschlichen Arbeitsaufwand so gering wie möglich zu halten
und die Natur für den Menschen sorgen zu lassen. In einem breiten, gesamtgesellschaftlichen Maßstab wird
dies allerdings nur dann möglich sein,
wenn es zu einer neuen Landwirtschaftsphilosophie wird. Genaueres zu
dieser Methode erläutert das Buch
„Der große Weg hat kein Tor“ von Masanobu Fukuoka (pala-verlag, Darmstadt).
Abschließend noch zwei Vorschläge
von Charles für Aktivitäten im Ökotop:
1. Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, die sich theoretisch und praktisch mit dem
Thema befasst und eigene,
weitere Anbauversuche unternimmt.
2. Als langjähriger MakrobiotikKoch und –Berater könnte
Charles in der Vereinsküche
einen Kochkurs durchführen.
Interessenten können sich in
eine Liste mit näheren Informationen im Grauen Haus eintragen.
Zusammenfassung eines Textes von Charles Dibon. Foto vom Autor zur Verfügung
gestellt.
Seite 6
Nie mehr Braunfäule?
Die durch den häufigen Regen bedingte Braunfäule der Tomaten verärgerte
schon so manchen Gärtner im Ökotop.
Der Pilz verbreitet sich durch den
Wind. Die Sporen benötigen feuchtes
Wetter zum Keimen. Seine Verbreitung
beginnt meistens Ende Juni. Die Blätter, Stängel und später die Früchte
bekommen braune Flecken, die Früchte werden ungenießbar.
Mein Test mit fäulnisresistenten Tomatensamen von BANTAM gelang nur
zum Teil. Auf dem nicht überdachten
Balkon sahen die Früchte sehr gesund
aus, auf dem Acker zeigten so manche
ab September braune Stellen. Auf jeden Fall trotzen die BANTAM-Pflanzen
der Infektion länger als andere Sorten.
Im Büro gibt es noch Samentüten vier
verschiedener Sorten. Mein Fazit:
1. Die Aussaat auf jeden Fall früher
starten als ich (Anfang April), und zwar
wie angegeben Mitte Februar. Ziel
ist, blühend nach dem letztem Frost zu
pflanzen.
2. Auf das Projekt Tomatendach können wir leider in unseren Breitengraden nicht verzichten.
BANTAM ist eine Aktion und wird unterstützt von SOS („save our seeds“) in
der Zukunftsstiftung Landwirtschaft,
eine Initiative zur Reinhaltung gentechnikfreien Saatguts. Wir als ÖKOTOP HEERDT beteiligen uns an der
Aktion mit Maisanbau, Lein („Blaues
Wunder“) und inzwischen mit Tomaten.
Text: Birgit Reis
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