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Jahrgang 2015 · Ausgabe 1 – Januar / Februar
I n f o r mat i o n s o r ga n
des AGV Bau Saar
Bau Saar
Saar
Bau
Report
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Verbandsleben
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I n h a lt
Bau Saar
Kommentar
Hilfe zur Selbsthilfe
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Aktuell
Ehrung der Landesbesten
6
Karriere mit Lehre – Interview
8
Akademisierungwahn gefährdet duales Ausbildungssystem 10
Gespräch mit CDU-Parlamentariern 10
Aufzeichnungspflicht sofort korrigieren
11
Steuerliche Förderung auf 25 % anheben
11
Sanierungsfahrplan für Gebäude 12
Gesetzliches Bauvertragsrecht 12
Branchenplattform „Bauen digital” 12
Tarifliche Ausbildungsvergütungen 13
Grunderwerbsteuer
13
Nachrichten
Wirtschaft 14
Sozialpolitik 16
Technik 16
Bekanntmachungen 17
Recht
Arbeitsrecht 19
Vertragswesen 21
Aus- und Fortbildung
Vorarbeiter 2015 24
Ausbildungsvideos online 24
AGV Bau Saar – Verbandsleben
Stuckateure 25
Meisterhaft
Meisterhaft-Tag 26
Neue Meisterhaftbetriebe 26
Mitglieder aktuell
Fertiggaragen Sehn 28
25 Jahre BBL Baumaschinen 29
Magazin
Bau Saar
Fachliteratur 30
Termine, Impressum, Personalien 31
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Kommentar
Bau Saar
H i l f e z u r S e l b st h i l f e
Rund 60 % der deutschen Straßen sind
in kommunaler Verantwortung. Beim
Thema Verkehrsinfrastruktur, deren
Bedeutung und Finanzierung auf der
politischen Agenda endlich ganz oben
angesiedelt werden konnten, spielen
die Kommunen also eine ganz entscheidende Rolle. Dennoch wird über
deren Finanzsituation, um die es gerade im Saarland besonders schlecht gestellt ist, weniger intensiv diskutiert als
über die Finanzausstattung des Bundes und der Länder (siehe Pkw-Maut,
Privatfinanzierung etc.). Die Reform
der Gemeindefinanzen kommt seit
Jahren ohnehin nicht recht voran.
Die Möglichkeiten, die Finanzsituation
selbst zu regeln, sind für die Kommunen äußerst eingeschränkt. Dort, wo
sie rechtlich gegeben sind, müssten sie
aber genutzt werden.
Der AGV Bau Saar hat seit Jahren darauf hingewiesen, dass die saarländischen Kommunen aufgrund des § 8 a
KSVG seit dem Jahre 2001 die Möglichkeit haben, wiederkehrende Straßenbaubeiträge für ihre kommunalen
Straßen zu erheben, also selbst das
Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Außer der Stadt Püttlingen hat
diese Chance keine der saarländischen
Kommunen genutzt. Der Verband hat
im Jahre 2012 die Vorteile durch ein
Gutachten untermauert. Die Ministerpräsidentin fand an der Position des
Verbandes anlässlich des Tages der
Saarländischen Bauwirtschaft 2013 Gefallen und sprach sich für eine breitere
Nutzung dieses Instrumentes aus. Die
CDU-Kommunalpolitiker griffen das
Thema im Herbst 2014 auf, nachdem
durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25. Juni 2014 letzte Zweifel an der Rechtmäßigkeit
wiederkehrender Straßenbaubeiträge
beseitigt wurden.
Nachdem der AGV das Thema auch in
den Mittelpunkt seiner Pressearbeit im
Dezember letzten Jahres stellte, haben
die Parteien der Großen Koalition verlautbart, dass wiederkehrende Straßenbaubeiträge nunmehr verpflichtend eingeführt werden sollen.
schreckt haben. Eine beneidenswerte
Aufgabe wäre das nicht, müsste man
sich doch bei jeder finanziellen Zusatzbelastung mit unangenehmen Fragen
und auch mit unsachlichen und zum
Teil polemischen Vorwürfen auseinandersetzen. Dabei liegen die Vorteile
dieser Abgabe für alle Beteiligten, gerade auch die Grundstückseigentümer
in einer Gemeinde, auf der Hand. Die
Abgabe führt zu einer Verstetigung
der Inanspruchnahme mit kleinen Beträgen statt hohen Einmalzahlungen.
Die Lastenverteilung ist wesentlich gerechter und der Werteverfall des Gemeindeeigentums wird gestoppt, das
Wegenetz kann deutlich verbessert
werden.
Unbeirrt der zu erwartenden Anwürfe
gegen diese wiederkehrenden Beiträge bleibt zu hoffen, dass der eingeschlagene Weg zu Ende gegangen
wird, insbesondere man sich nicht in
Detailfragen verliert und irgendwann
so etwas wie Angst vor der eigenen
Courage bekommt. Je schneller man
voran schreitet, desto schneller wird
man am Ziel sein.
Zum Glück gezwungen
Das Land macht sich damit zum Steigbügelhalter. Die Kommunalpolitiker
wären aus dem Schneider, selbst Mehrheiten für die Einführung einer solchen Abgabe zu organisieren; ein Umstand, vor dem sie jahrelang zurückge-
(RA Claus Weyers)
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Aktuell
E h r u n g d e r L a n d e s b e st e n i n d e n B au - u n d
A u s bau b e r u f e n
Traditionell ehrt der AGV Bau Saar an
Mariä Lichtmess seine besten Junghandwerker. Am 2. Februar 2015
konnten die 18 besten Azubis im Haus
der Athleten an der Hermann-Neuberger-Sportschule im Beisein ihrer Angehörigen, Ausbildungsbetriebe und
zahlreicher Vertreter von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Schulen ihre
Auszeichnung entgegennehmen.
Als Geschäftsführer des Ausbildungszentrums Bau beglückwünschte Martin Vanoli die Landesbesten, die „mit
Intelligenz, Energie und Durchhaltevermögen die ihnen gestellten Aufgaben lösen konnten“. Solche Talente, so
Vanoli weiter, fielen nicht einfach vom
Himmel, sondern brauchten Wurzeln,
Anleitung und Unterstützung ihres sozialen Umfeldes, der Familien und
Ausbilder. Vanoli appellierte an die anwesenden Betriebe, im Zuge des um
sich greifenden Fachkräftemangels
auch mehr Menschen mit Migrationshintergrund, vermittlungsbereite Jugendliche und Studienabbrecher einzustellen. Angesichts der Tatsache,
dass zuletzt mehr junge Menschen in
einen akademischen Bildungsgang als
in die beruflichen Bildung gestartet
sind, warnte er auch vor dem zunehmend um sich greifenden Akademisierungswahn. Statt ein Proletariat an
Akademikern zu erzeugen, warb er
für mehr Karriere mit Lehre!
In der festen Überzeugung, dass Handwerk auch in Zukunft goldenen Boden
hat, gratulierte Staatssekretär Roland
Krämer vom Ministerium für Umwelt
und Verbraucherschutz des Saarlandes
6
den Preisträgern nicht nur zu ihren besonderen Leistungen, sondern allein
schon zu ihrer Entscheidung, eine Ausbildung in einem Bauhandwerk angetreten zu haben. Bedenke man allein
die Anforderungen und die immer
kürzeren Abstände zu veränderten Berufsbildern gerade im Umweltbereich,
so würden gerade der heutigen und
künftigen Generation immer mehr
Fachkenntnisse, Flexibilität und Mobilität abverlangt. Die grundsoliden Ausbildungen in der Bauwirtschaft seien
für diesen stetigen Wandel ein hervorragendes Fundament und ein hervorragendes Rüstzeug.
„Für die Bauwirtschaft sind Sie etwas
ganz Besonderes, sozusagen die Zukunft unseres Wirtschaftszweiges“.
Mit diesen Worten zollte AGV Bau
Saar-Präsident Hans-Ludwig Bernardi
den Landesbesten Respekt und Aner-
kennung für ihre Leistungen und warb
gleichzeitig für eine Ausbildung in der
Bauwirtschaft. „Während in den Industrieunternehmen der Gedanke des
Profites an erster Stelle steht und große anonyme Einheiten herrschen, geht
es in der Bauwirtschaft familiärer zu“.
Zumeist als Familienunternehmen geführt, bestehe ein anderer Bezug, ein
anderes Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Auch die Art
der Tätigkeit unterscheide sich maßgeblich, sei doch oftmals noch wahre
Handwerkskunst und –tätigkeit gefragt. „Als Aushängeschild und Werbeträger für die Bauwirtschaft brauchen wir Sie“, so Bernardi abschließend, daher „seien Sie stolz auf Ihre
Leistung, reden Sie darüber, suchen Sie
sich ihre künftigen Kollegen und verhelfen Sie so Ihrer Branche zu leistungswilligem und fähigem Nachwuchs“.
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Bau Saar
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Aktuell
Karriere mit Lehre:
Maurer stellen gleich zwei Jahrgangsbeste!
Felix Schumacher und Fabian Blau heißen die Jahrgangsbesten der diesjährigen Landesbestenehrung. Und es ist das erste
Mal in der langen Tradition der Ehrungen, dass gleich zwei Jahrgangsbeste für ihre tollen Leistungen geehrt wurden. Felix Schumacher wurde in der Bauunternehmung Schröder GmbH & Co. KG, Lebach, ausgebildet und qualifizierte sich über
den Landesleistungswettbewerb bei den Maurern sogar für die Deutschen Meisterschaften, bei denen er dann einen hervorragenden 7. Platz belegte. Fabian Blau durchlief seine Ausbildung bei der Bauunternehmung Heitz & Sohn GmbH in
Rehlingen-Siersburg und wurde Jahrgangsbester aufgrund seiner hervorragenden Prüfungsergebnisse.
Mit den beiden Preisträgern und ihren Lehrherren führte der Saar Bau Report am Rande der Ehrung folgende Interviews:
SBR: Herr Schumacher, herzlichen
Glückwunsch zu Ihren tollen Leistungen, auf die Sie zu Recht stolz sein
können! Wie kamen Sie eigentlich zu
Ihrem Ausbildungsberuf?
Schumacher: Mein Vater arbeitet in
einem Zulieferbetrieb und brachte mir
so den Beruf des Maurers nahe. In der
Firma Schröder konnte ich dann ein
Praktikum machen, das mir sehr viel
Spaß gemacht hat und nachdem ich
dann beschloss, eine Ausbildung als
Maurer zu machen.
SBR: Was hat Ihnen in Ihrer Ausbildung besonderen Spaß gemacht?
Schumacher: Zunächst einmal die
handwerkliche Tätigkeit an sich und
insbesondere das Mauern. Ich konnte
gleich von Anfang an mit auf die Baustellen rausfahren und am Abend sehen, was ich am Tage geschafft habe.
SBR: Und was planen Sie für Ihre Zukunft?
Schumacher: Ich wurde in meinem Betrieb übernommen und arbeite jetzt in
der Kolonne mit, was mir sehr viel
Spaß macht. Allerdings möchte ich
gerne noch eine dreijährige Ausbildung zum Meister in Abendform anschließen und freue mich, dass die Fir-
ma Schröder dies auch unterstützt. Als
Landesbester und Teilnehmer an den
Deutschen Meisterschaften hoffe ich,
in das Förderprogramm der Handwerkskammer aufgenommen zu werden.
gration in die Gemeinschaft zwingend
notwendig. Herr Schumacher hat sich
hervorragend eingefügt, war immer
zuverlässig, pünktlich und hat in den
ganzen Jahren keinen einzigen Tag
gefehlt.
SBR: Was sind Ihre Hobbies?
SBR: Was muss ein junger Mensch,
Frau Schröder, tun, um bei Ihnen Azubi zu werden? Werden Sie weitere
Azubis ausbilden?
Schumacher: Meine Hobbies sind Waveboard, Geocaching und vor allem
das Treffen mit Freunden.
SBR: Herr Schröder, auch Ihnen herzlichen Glückwunsch für die Leistung
Ihres Junggesellen, an der Sie als Lehrherr ja maßgeblich beteiligt waren!
Welche Voraussetzungen muss ein
Azubi bei Ihnen haben und worauf legen Sie in der Ausbildung besonderen
Wert?
Thomas Schröder: Wir sind ein Betrieb
mit acht handwerklichen und vier
kaufmännischen Angestellten, der neben Neubauten vor allem auch Umbau- und Sanierungsarbeiten bis hin
zur Kanalreinigung durchführt. Wir arbeiten viel mit Nachunternehmern,
was die hohe Anzahl an kaufmännischen Angestellten erklärt. Bei unserer
geringen Anzahl an gewerblichen Mitarbeitern sind vor allem Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und eine gute Inte-
Schröder: Wir haben in der Vergangenheit schon mehrere Azubis ausgebildet und dabei sehr positive Erfahrungen wie die mit Herrn Schumacher,
aber auch schlechte Erfahrungen gemacht. Es wird für uns Betriebe immer
schwieriger, gute Azubis zu finden.
Der gute Wille des Betriebes allein
reicht nicht; erhielten wir früher viele
gute Bewerbungen so gehen diese
zwischenzeitlich gegen Null. Ein Azubi
sollte handwerkliches Geschick mitbringen und die vorgenannten Eigenschaften besitzen und vor allem Dingen Interesse und Freude an seinem
Beruf haben. Unser nächster Azubi
wird voraussichtlich unser eigener
Sohn sein, der den Beruf des Maurers
von der Pike auf lernen wird.
*****
SBR: Seit wann bilden Sie, Herr Heitz,
aus, in welchen Berufen und welche
Voraussetzungen muss ein Azubi bei
Ihnen haben?
Heitz: Wir bilden aus seit 1974. Unser
erster Azubi war mein Bruder, danach
haben wir in den letzten Jahrzehnten
weit über 100 junge Menschen zum
Maurer ausgebildet. Hauptvoraussetzung ist natürlich die Lust am Beruf,
aber auch, dass man sich vorab informiert, was auf einen zukommt. Denn
in der heutigen Zeit ist es mehr denn
je wichtig, eine Entscheidung fürs Leben zu treffen. Dafür ist die Baubranche prädestiniert, dann in keiner anderen Branche gibt es so viele Karrierechancen. Ich persönlich kann nur jedem jungen Menschen empfehlen,
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Bau Saar
die handwerkliche Arbeit hat mir
gleich Spaß gemacht. Ich habe dann
verschiedentlich samstags gearbeitet
und bekam das Angebot, bei der Firma Heitz eine Ausbildung zu machen.
Durch mein Abitur konnte ich die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen.
SBR: Was hat Ihnen in der Ausbildung
besonderen Spaß gemacht?
sich für eine Ausbildung am Bau zu
entscheiden.
SBR: Was ist Ihr Motto in Bezug auf
die Ausbildung?
Heitz: Das kann man nicht mit einem
Satz beantwortet, da es vielschichtig
ist. Wir wollen vor allem jungen Menschen einen Weg zeigen, wie sie für
ihr Leben berufliche Zufriedenheit erlangen und mit einer entsprechenden
Vergütung auch eine Familie gründen
und Eigentum bilden können. Insofern
gilt: Wenn jemand Lust an einer Ausbildung hat, bitte melden! Er wird erstaunt sein, welche Möglichkeiten er
für sich und sein Leben erwirbt.
SBR: Worauf legen Sie in der Ausbildung besonderen Wert?
Heitz: Wir legen darauf Wert, dass ein
junger Mensch in Praxis und Theorie
ausgebildet wird. Nach Abschluss seiner Ausbildung bieten wir praktisch
eine Übernahmegarantie. Besteht
dann der Wunsch sich weiterzubilden,
so unterstützen wir gerne die Ausbildung zum Polier oder gar Meister, mit
der dann weitergehende selbstständige Aufgaben übernommen werden
können. Und natürlich auch der Verdienst entsprechend erhöht werden
kann.
von ihnen, und das freut mich besonders, hat es sogar zum Vorarbeiter
gebracht.
SBR: Was hat Herrn Blau besonders
ausgezeichnet?
Blau: Generell ist es sehr schön, dass
man am Abend sieht, was man tagsüber geleistet hat. Der Maurerberuf ist
sehr abwechslungsreich, man muss
einfach etwas können und steht täglich vor neuen Voraussetzungen. Keine
Arbeit gleicht der anderen, arbeiten
nach Schema A ist nicht angesagt.
Wenn man überlegt, dass wir von kleinen Wohnhäusern bis zu ganzen
Wohnblöcken erstellen, kann man sich
vorstellen, was hier alles zu tun ist.
SBR: Was planen Sie für Ihre Zukunft?
Heitz: Herr Blau hatte bereits durch
seinen Vater Zugang zu seinem Beruf.
Er hat mit sehr viel Interesse und großem Engagement seine Ausbildung
absolviert. Dazu kann ich nur gratulieren!
Blau: Ich plane im kommenden Jahr
mein Studium zum Baumanagement
aufzunehmen und später in einer großen Firma als Bauleiter zu arbeiten.
SBR: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich in Bezug auf
die Ausbildung wünschen?
Blau: Wichtig ist es vor allem, sich über
die Berufe zu informieren, schließlich
wird man die kommenden 40 Jahre in
diesem Beruf arbeiten. Dabei sollte die
Vergütung letztlich nicht die ausschlaggebende Rolle spielen. Sinnvoll
ist es auch, einfach mal in einem Praktikum zu schauen, ob der angestrebte
Beruf auch wirklich Spaß macht. Man
lernt auf diese Weise am besten das
Berufsbild, den Betrieb, die Kollegen
und den Chef kennen. Auch wenn sich
nachher rausstellen sollte, dass es doch
nicht das richtige ist, so ist es doch eine wertvolle Erfahrung.
Heitz: Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen ihre Zukunft, ihre mit
keinem anderen Beruf zu vergleichenden Karrierechancen am Bau erkennen und nutzen. Der Bau bietet einen
Arbeitsplatz auf Lebenszeit mit festen
Verdienstmöglichkeiten.
SBR: Herr Blau, auch Ihnen herzlichen
Glückwunsch zu Ihrer tollen Leistung.
Wie kamen Sie zu Ihrem Ausbildungsberuf?
Blau: Über meinen Vater bekam ich
die Möglichkeit, im Rahmen eines Ferienjobs bei der Firma Heitz in den Beruf des Maurers reinzuschnuppern und
SBR: Was empfehlen Sie anderen, die
vor der Berufswahl stehen?
SBR: Was sind Ihre Hobbies?
Blau: Fußball, Motorrad und mit
Freunden treffen.
SBR: Was muss ein junger Mensch tun,
um bei Ihnen Azubi zu werden?
Heitz: Bei Interesse kann sich jeder
gerne bei uns bewerben. Da wir bislang immer über ausreichend Bewerbungen verfügt haben, brauchten wir
nicht selbst zu annoncieren. Wir haben in den vergangenen Jahren auch
junge Menschen ausgebildet, die keinen Hauptschulabschluss hatten. Auch
diese sind übernommen worden, einer
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Aktuell
A k a d e m i s i e r u n g s wa h n g e fä h r d e t
d ua l e s B i l d u n g s syst e m
Prof. Julian Nida-Rümelin, Philosoph
und ehemaliger Kulturstaatsminister,
sieht das duale Ausbildungssystem in
Deutschland gefährdet. Grund sei die
stark zunehmende Anzahl derjenigen,
die ihre Schullaufbahn mit dem Abitur
abschließen. Dadurch fehlen der Wirtschaft nicht-akademische Fachkräfte,
wie Handwerker oder Techniker. Der
Anteil der Menschen, die eine Lehre
begonnen und der Anteil derjenigen,
die ein Studium angefangen haben,
war 2013 ungefähr gleich. Sollten in
den nächsten Jahren die Abiturientenzahlen weiter steigen, würden nur
noch ca. 25 bis 30 % der Jugendlichen
in eine duale Ausbildung gehen.
Nach Nida-Rümelin gehört das System
der dualen Ausbildung in Unternehmen und Berufsschulen zu Deutschlands Stärken. Es ist der Grund für die
niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Großbritannien hat die doppelte Akademikerquote und die doppelte Jugendarbeitslosigkeit.
Die Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD) werfe Deutschland einerseits
vor, es läge bei der Akademikerquote
zusammen mit der Schweiz und Österreich hinter dem europäischen Ver-
gleich zurück. In anderen Studien stelle sie fest, dass wir eine besonders niedrige Jugendarbeitslosigkeit haben –
dank des dualen Systems. Aber die
OECD stelle zwischen diesen beiden
zutreffenden Beobachtungen keinen
Zusammenhang her. Nach Nida-Rümelin haben wir deswegen weniger Akademiker, weil wir das attraktive Angebot der Berufsbildung haben. Aber
seit etwa 15 Jahren werde jungen
Menschen der Eindruck vermittelt,
dass jeder, der irgendwie kann, studieren sollte.
Derzeit sei es zwar so, dass die, die etwas höher qualifiziert sind, die Jobs
bekommen. Das heiße aber nicht, dass
die Gesamtarbeitslosigkeit sinke,
wenn immer mehr Menschen die so
genannten höhren Abschlüsse haben.
Wenn wir an der Stärke des Industriestandorts Deutschland festhalten wollen, dann ist das nach Nida-Rümelin
unmöglich, wenn nur 25 % eines Jahrgangs ins duale Ausbildungssystem gehen.
Nida-Rümelin plädiert dafür, die duale
Berufsausbildung frühzeitig als Alternative zum Studium wieder stärker in
den Fokus zu rücken.
Gespräch mit
C D U - Pa r l a m e n ta r i e r n
Am 4. Februar 2015 empfingen Vertreter der saarländischen CDU-Fraktion
eine Delegation des AGV Bau Saar zu
einem Gespräch im saarländischen
Landtag. Der Meinungsaustausch mit
den im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Energie, Verkehr und Grubensicherheit tätigen Abgeordneten Palm,
Strobel, Wegner und Theis war vereinbart worden, nachdem die CDU Saar
im Herbst 2014 gefordert hatte, die
Kommunen künftig zu verpflichten,
von ihren Bürgern Beiträge für den
Ausbau von Straßen und Gehwegen
zu erheben.
Der Vorsitzende der Landesfachgruppe Straßen und Tiefbau Franz Keren
sowie RA Claus Weyers und Martin Vanoli von der Geschäftsführung des
AGV Bau Saar begrüßten die
zwischenzeitlich innerhalb der großen
Koalition im Saarland abgestimmten
Pläne zur Einführung einer landesweiten Abgabe für den Straßenbau für alle Grundstückseigentümer. Entscheidend sei aus Sicht der Verbandsvertreter allerdings, dass das Land die Kommunen zur Einführung der Abgabe
verpflichte, weil sonst zu viele Stadtund Gemeinderäte nicht die benötigte
Kraft aufbringen, die Einführung
selbst zu entscheiden. Die zusätzlichen
Einnahmen müssten zweckgebunden
ausschließlich in den Straßenbau fließen.
Weitere Gesprächsthemen boten die
Dokumentationspflichten zur Aufzeichnung der Arbeitszeit im Rahmen
des neuen Mindestlohngesetzes, die
Landesentwicklungsplanung mit ihren
Vorgaben zur Verdichtung der Ortskerne und zurückhaltenden Ausweisung neuer Wohngebiete sowie die
Konsequenzen aus den verschärften
Brandschutz-Richtlinien beim Bau und
bei der Sanierung öffentlicher Gebäude.
Es wurde vereinbart, das konstruktive
und in ausgesprochen sachlicher und
angenehmer Atmosphäre verlaufende
Gespräch fortzusetzen.
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Bau Saar
A u fz e i c h n u n g s pflicht sofort
ko r r i g i e r e n !
„Es ist geradezu absurd eine Verdienstgrenze von 2.958 Euro anzusetzen. Selbst wenn man von einer regelmäßigen 60 Stunden-Woche ausgeht –
das wäre bereits Ausbeutung, kommt
man nur auf einen Monatslohn von etwas über 2.200 Euro. Dieses Gehalt
hätte als Obergrenze ausgereicht.“
Mit diesen Worten kritisierten die Präsidenten des Hauptverbandes der
Deutschen Bauindustrie, Prof. Thomas
Bauer, und des Zentralverbandes
Deutsches Baugewerbes, Dr.-Ing. HansHartwig Loewenstein, die Aufzeichnungspflicht zum gesetzlichen Mindestlohn.
Und weiter: „Die wirtschaftserfahrene
Arbeitsministerin Nahles selbst hatte
zuerst sogar noch 4.500 Euro als Obergrenze vorgeschlagen. Am besten wäre es natürlich gewesen, wenn man
gleich 6.324 Euro angesetzt hätte.
Denn das würde man verdienen, wenn
man 24 Stunden am Tag bei 31 Tagen
pro Monat arbeitet – und den Mindestlohn dafür bekommt.“
Anlässlich der gemeinsamen Jahresauftaktpressekonferenz forderten sie
eine sofortige Korrektur dieser Regelung. „Man hat sich hier von den Gewerkschaften total aufs Glatteis führen lassen. In Wahrheit ist die Regelung ein Überstundenzuschlagsdurchsetzungsgesetz. Das hätte man aber
korrekterweise auch so sagen müssen,
dass hier ein weiteres Thema der Koalition von hinten auf die Abarbeitungsliste kam,“ so Loewenstein.
Die angekündigte Initiative des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) der
CDU-/CSU-Bundestagsfraktion,
die
Mindestlohn-Dokumentationspflichten-Verordnung der Bundesarbeitsministerin vom 18. Dezember 2014, die in
Wahrheit eine „Überstundenzuschlagsdurchsetzungs-Verordnung“
darstellt, rückwirkend zum 1. Januar
2015 zu ändern, wird von der Bauwirtschaft als zielführender Beitrag zum
Bürokratieabbau in allen Betrieben
des Bau- und Ausbaugewerbes ausdrücklich begrüßt. Auch der SPD und
den Gewerkschaften müsste daran gelegen sein, sich auf die wirklichen Probleme der illegalen Beschäftigung und
Schwarzarbeit zu konzentrieren und
davon nicht durch immer neue ziellose
bürokratische Auflagen für die Betriebe abzulenken und gleichzeitig ständig von Bürokratieabbau zu reden.
St e u e r l i c h e
F ö r d e r u n g au f
25 % anheben!
„Der unlängst bekannt gewordene Referentenentwurf zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung wird keine Sanierungsimpulse setzen können. Dazu sind die
vorgeschlagenen Maßnahmen zu
halbherzig. Entweder man macht es
richtig, oder man macht es gar nicht,“
so das Fazit von Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau
und Fassade im ZDB.
Gerade der Gebäudesektor spielt eine
entscheidende Rolle bei der Erreichung der nationalen Klimaschutzziele, denn rund 40 Prozent des gesamten Energiebedarfes wird für das Beheizen, die Warmwasserversorgung
und die Beleuchtung von Gebäuden
benötigt. Aber die jährliche Sanierungsquote liegt bei knapp einem Prozent und damit deutlich unter der Zielvorgabe von zwei Prozent, so dass nur
richtige Anreize, die sich hier bietenden Energieeinsparpotenziale, z. B.
durch eine Fassadendämmung, aktivieren.
Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung war in der
vergangenen Legislaturperiode im
Vermittlungsausschuss von Bundestag
und Bundesrat gescheitert. Mit dem
nationalen Energieplan von Vizekanzler Gabriel tauchte sie erneut in der
politischen Diskussion auf.
kommen, dieses allerdings nicht auf
einmal, sondern über zehn Jahre gestreckt, also 100 Euro Steuerersparnis
pro Jahr. Das ist ein Witz – und kein
ernst zu nehmender Vorschlag. Denn
wenn der private Hausbesitzer die Zuschussvariante der KfW wählt, bekommt er dieselben 1.000 Euro, allerdings auf einmal und direkt ausgezahlt. Wer soll sich vor diesem Hintergrund für eine steuerliche Förderung
entscheiden?“ so König weiter. „Ich
kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier etwas gemacht wird,
dessen Scheitern vorprogrammiert
ist.“
Das in den letzten Jahren rückläufige
Auftragsvolumen bei Fassadendämmungen wird vor diesem Hintergrund
keine zusätzlichen Impulse erfahren,
um die Modernisierungsquote zu beschleunigen.
Der mit der steuerlichen Förderung
verknüpfte Abbau des Handwerkerbonus zur Gegenfinanzierung, der auch
schwarzarbeitsdämpfend wirkt, wurde
von König scharf kritisiert und führt
nach vbw-Berechnungen sogar zu zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates. König forderte eine Erhöhung der
jährlichen Abschreibung auf mindestens 25 Prozent, um einen tatsächlichen Anreiz zur energetischen Sanierung von Gebäuden zu schaffen sowie
die Entkopplung vom Handwerkerbonus, um energetische Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden signifikant zu
steigern.
„Bei 10.000 Euro Investition, z.B. in die
Fassadendämmung, soll der Investor
1.000 Euro als Steuerabzug ersetzt be11
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Aktuell
Sa n i e r u n g s fa h r p l a n f ü r
G e bäu d e
Die
Bundesregierung
hat
am
17.12.2014 mit dem Sanierungsfahrplan für Gebäude den ersten Beitrag
zur angekündigten Energieeffizienzstrategie Gebäude veröffentlicht. Die
Strategie wird das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 verfolgen, d.h. den Primärenergiebedarf
um 80 Prozent zu senken. Derzeit stehen Gebäude für 37 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland, zwei
Drittel davon in Wohngebäuden.
Der Fahrplan beschreibt im Wesentlichen die Zielstellungen der Effizienzpolitik bei Gebäuden und dem Weg
zum klimaneutralen Gebäudebestand.
An diesem Pfad werden sich die zu
entwickelnden individuellen Sanierungsfahrpläne für Gebäude ausrichten müssen. Im Plan wird betont, dass
der erforderliche Maßnahmenmix aus
Sanierung und erneuerbarer Wärmeerzeugung weiterhin auf Freiwilligkeit und Wirtschaftlichkeit beruhen
soll.
Der Fahrplan geht auf Basis einer Bestandsaufnahme von Struktur, Alter
und Energieverbrauch der deutschen
Wohngebäude davon aus, dass pro
Jahr bis zu einer Million Wohnungen
energetisch saniert werden müssen.
Da Gebäudehüllen bis 2050 vermutlich
nur einmal bearbeitet werden, müsse
bei erster Gelegenheit energetisch
tiefgreifend saniert werden.
12
Die Verringerung des Primärenergiebedarfs um 80 Prozent kann dabei
innerhalb eines Korridors mit verschiedenen Kombinationen von Energieeinsparung und Einsatz von erneuerbaren Energien erreicht werden. Als
Zielstandard definiert der Fahrplan im
Durchschnitt der Gebäude den heutigen KfW-Standard-Effizienzhaus 55,
was einem Endenergiebedarf von 45
kWh pro m2 und Jahr entspricht. Im
heutigen Wohngebäudebestand liegt
der Energiebedarf bei 169 kWh pro
m2.
Die Energieeffizienzstrategie Gebäude (EGS) wird sich zunächst auf Wohngebäude konzentrieren.
Der Sanierungsfahrplan ist auf den
Seiten des BMWi zu finden.
Gesetzliches
B au v e r t r a g s recht
Vor der letzten Bundestagswahl sollte
eine Arbeitsgruppe des Bundesjustizministeriums prüfen, ob ein gesetzliches Bauvertragsrecht die in der Praxis
auftretenden Probleme der Vertragspartner lösen könnte. Der Abschlussbericht dieser Arbeitsgruppe enthielt
Vorschläge, die Bauunternehmen erheblich benachteiligt hätten. Unter
anderem sollte der Auftraggeber ein
einseitiges gesetzliches Anordnungsrecht erhalten, ohne dass dessen ge-
nauer Umfang, die Vergütung des
Bauunternehmers sowie deren zeitnahe und kostengünstige Durchsetzbarkeit klar und praxistauglich geregelt
wären. Bauwirtschaft und Handwerk
lehnten den Abschlussbericht daher
ab. Inzwischen denkt das Bundesjustizministerium offenbar über einen Gesetzentwurf nach.
B r a n c h e n p l at t f o r m " B au e n
D i g i ta l G m b H "
beschlossen
Um den Ansatz digitalen Bauens, insbesondere Building Information Modeling (BIM) in der Wertschöpfungskette Planen, Bauen und Betreiben
flächenwirksam voran zu treiben, haben sich der Verband Beratender Ingenieure (VBI) und der Hauptverband
der Deutschen Bauindustrie (HDB) als
Initiatoren in den letzten Monaten intensiv um einen verbändeübergreifenden Konsens zur gemeinsamen Gründung einer branchengetragenen Plattform für "Digitales Bauen" bemüht.
Auf der BAU in München wurde nun
die Gründung der "Bauen Digital
GmbH" von einem breiten Verbändekreis aus dem Bereich Planen, Bauen
und Betreiben auf den Weg gebracht.
Die neue Projektgesellschaft soll künftig als wirtschaftsgetragene Plattform
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Bau Saar
mit Unterstützung der Regierung die
Grundlagen für modernes Digitales
Bauen auf allen Ebenen professionell
vorantreiben und damit insbesondere
die Einführung von BIM in Deutschland aktiv gestalten.
Ta r i f l i c h e A u s b i l d u n g sv e r gütungen 2014
Die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) jährlich erfolgende Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen zeigt für das Jahr 2014
erneut eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen in Deutschland.
Für das gesamte Bundesgebiet lag der
tarifliche Vergütungsdurchschnitt im
Jahr 2014 bei 795 € brutto im Monat
(+4,5 %). In Westdeutschland verdienten Auszubildende im Durchschnitt
802 € brutto (+4,6 %), im Osten hingegen 737 € (+4,1 %) im Monat.
weiterhin deutlich an. Dies liegt ausschließlich an der sehr hohen durchschnittlichen Ausbildungsvergütung
im Westen (1.030 €). Die vergleichsweise hohen Ausbildungsvergütungen
sind nach wie vor ein wichtiger Aspekt
im Hinblick auf die Attraktivität der
Ausbildung in der Bauwirtschaft, auch
wenn sie häufig nicht ausschlaggebend für die Berufswahl sind.
Ausbildungsp l ät z e 2 0 1 5 / 1 6
Der AGV Bau Saar hat eine Liste freier
Ausbildungsplätze seiner Betriebe erstellt und ins Internet eingestellt.
‘Weitere Ausbildungsplätze können
gemeldet werden unter k.schilt@bausaar.de oder Tel. 0681 - 3892534.
G r u n d e r w e r b st e u e r
Deutschland hat inzwischen mit die höchsten Steuersätze in Europa, seitdem die
Bundesländer die Grunderwerbsteuer-Sätze selbst festlegen können. In NRW
und im Saarland wurde die Grundsteuer ab 01.01.2015 auf 6,5 % erhöht. Auch
in Brandenburg plant die Landesregierung die Einführung des Höchststeuersatzes.
Im Vergleich der einzelnen Ausbildungsberufe führen die Berufe des
Bauhauptgewerbes (am Beispiel Maurer/-in) die Liste der 20 ausgewählten
Berufe wie auch in der Vergangenheit
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Nachrichten
WIRTSCHAFT
P o s i t i v i n s Ja h r
2015
ifo Konjunkturtest
Der ifo Geschäftsklimaindex für die
gewerbliche Wirtschaft Deutschlands
ist im Januar auf 106,7 Punkte gestiegen, von 105,5 im Vormonat. Dies ist
der dritte Anstieg in Folge. Die Unternehmen waren merklich zufriedener
mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem blicken sie wieder mehrheitlich
optimistisch auf die kommende Entwicklung. Die deutsche Wirtschaft
startet gut ins neue Jahr. Auch im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator das dritte Mal in
Folge gestiegen. Die Lageeinschätzungen der Industriefirmen fielen erneut
besser aus. Aufgrund des sinkenden
Euro-Wechselkurses werden stärkere
Impulse vom Export erwartet.
Die Erwartungen der Bauunternehmen an die Entwicklung der Geschäftslage in den kommenden sechs
Monaten haben sich - wie zu dieser
Jahreszeit üblich - im Vergleich zum
Vormonat aufgehellt. Im Vergleich
zum Vorjahresmonat hat sich die Stimmung - aufgrund der rückläufigen
Auftragslage - allerdings verschlechtert. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage hat sich verschlechtert, sowohl zum Vormonat als
auch zum Vorjahresmonat.
Bauwirtschaft Bund:
Umsatzsteigerung 2015
Die Bauwirtschaft erwartet für 2015
erstmals seit dem Jahr 2000 wieder ei-
nen Umsatz oberhalb der 100 Mrd.-Euro-Marke. Von 1995 bis 2005 hatte die
Branche einen Anpassungsprozess zu
bewältigen, in dem die Zahl der Arbeitsplätze sich von ca. 1, 4 Mio. Beschäftigten auf ca. 0,7 Mio. Beschäftigte etwa halbiert hatte.
Der seit drei Jahren aus dem Koma erwachte Wohnungsbau wird auch weiter die Stütze der positiven Gesamtumsatzentwicklung sein. Dabei sind
die ansteigend hohen Zuwanderungssalden (für 2015 wird wieder mit einem Plus von über 400.000 Personen
gerechnet) und eine positive Einkommensentwicklung bei gleichzeitig anhaltend niedrigen Finanzierungskosten die wesentlichen stützenden Rahmenbedingungen. Die Investitionen in
Wohnungen im Mehrfamilienhausbau
werden dabei diejenigen in Einfamilienhäuser übertreffen. Der Umsatz in
dieser Sparte wird im laufenden Jahr
um 3,0 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro steigen.
Auf Augenhöhe mit dem Wohnungsbau wird das Umsatzniveau im Wirtschaftsbau erwartet. Aus heutiger
Sicht wird es allerdings nur ein nominales Umsatzplus von 1,5 Prozent auf
36,3 Milliarden geben. Entscheidend
hierbei sind die verhaltenen Erwartungen an die Konjunkturentwicklung
insgesamt.
Für den öffentlichen Bau – die dritte
Sparte im Bauhauptgewerbe – wird
mit einer schmal positiven Entwikklung von +1% auf knapp 28 Mrd. €
gerechnet. Die Investitionsimpulse der
öffentlichen Hand fallen angesichts
der unübersehbaren Investitionsrückstände insbesondere im Straßen- und
Brückenbau zu niedrig aus.
Saarland: Beschäftigungseinbruch
bleibt aus!
Zum Jahresende 2014 waren erstmals
seit Jahren die Beschäftigtenzahlen in
der saarländischen Bauwirtschaft wieder auf niedrigem Niveau stabil. Nach
Angaben des Statistischen Landesamtes Saarland betrug die Zahl der Beschäftigten im Dezember 8805 gegenüber 8386 im gleichen Vorjahresmonat. Dies entspricht einer Steigerung
von knapp 5 %. Im Gesamtjahresschnitt lag mit 8854 die Beschäftigungsquote um 1,1 % über dem Vorjahr. Bleibt zu hoffen, dass die Abwanderung der Fachkräfte in die stationäre Industrie gebannt ist und sich wieder mehr Jugendliche für eine Ausbildung am Bau entscheiden.
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Bau Saar
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Nachrichten
SOZIALPOLITIK
B r a n c h e n m i n d e st l ö h n e i m
B au - u n d A u s bau g e w e r b e
Zeitgleich mit dem Inkrafttreten des gesetzlichen Mindestlohnes am 1. Januar
2015 wurden auch die tariflichen Mindestlöhne im Baugewerbe sowie in verschiedenen Zweigen des Ausbaugewerbes erhöht.
Schlechtwetterzeit
2013/2014
Laut der aktuellen Winterbau-Information der Bundesagentur für Arbeit
ergaben sich für die Schlechtwetterzeit 2013/14 folgende Veränderungen:
G nur geringer Anstieg der Beschäftigtenzahl
G Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden gestiegen
G deutliches Absinken der der Kurzarbeit in der Bauwirtschaft
G deutliche Senkung der Ausgaben
(-31,7 % umlagefinanzierte Ausgaben, -53,3 % beitragsfinanzierte
Ausgaben)
TECHNIK
Aktuelle
I n f o r m at i o n e n
au s d e m
Normenbereich
DIN EN 1365-2:2015-02-05
Feuerwiderstandsprüfungen für tragende Bauteile – Teil 2: Decken und
Dächer; Deutsche Fassung EN 13652:2014
Der Normenausschuss Bauwesen hat
für den Monat November 2014 die
nachstehenden Normen und NormEntwürfe aus dem Bereich Bauwesen
veröffentlicht.
DIN EN 1996-1-1/NA/A2:2015-01
Nationaler Anhang – National festgelegte Parameter – Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten – Teil 1-1: Allgemeine Regeln für bewehrtes und unbewehrtes
Mauerwerk; Änderung A2
DIN 4223-100-2014-12
Anwendung von vorgefertigten, bewehrten Bauteilen aus dampfgehärtetem Porenbeton – Teil 100: Eigenschaften und Anforderungen an Baustoffe
und Bauteil
DIN EN 1996-3/NA/A2:2015-01
Teil 3: Vereinfachte Berechnungsmethoden für unbewehrte Mauerwerksbauten; Änderung A2
DIN 4223-101:2014-12
Teil 101: Entwurf und Bemessung
DIN 4223-102:2014-12
Teil 102: Anwendung in Bauwerken
DIN 4223-103:2014-12
Teil 103: Sicherungskonzept
DIN 18035-6:2014-12
Sportplätze – Teil 6: Kunststoffflächen
DIN 18040-3:2014-12
Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 3: Öffentlicher Verkehrsund Freiraum
16
DIN EN 16309:2014-12
Nachhaltigkeit von Bauwerken – Bewertung der sozialen Qualität von Gebäuden – Berechnungsmethoden;
Deutsche Fassung ENM 16309:2014A1:2014
DIN 4108-10:2015-01 (Entwurf)
Wärmeschutz und Energie-Einsparung
in Gebäuden – Teil 10: Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe – Werkmäßig hergestellte
Wärmedämmstoffe
DIN 18560-1:2014-12 (Entwurf)
Estriche im Bauwesen – Teil 1: Allge-
meine Anforderungen, Prüfung und
Ausführung
DIN EN 1538/A1:2014-12 (Entwurf)
Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Schlitzwände; Deutsche Fassung EN 1538-2010/FprA1:2014
DIN EN 1991-1-2/NA/A1:2015-01 (Entwurf)
Nationaler Anhang – National festgelegte Parameter – Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke – Teil 1-2/NA:
Allgemeine Einwirkungen – Brandeinwirkungen auf Tragwerke; Änderung
A1
DIN EN 12390-2/A20:2015-01
(Entwurf)
Prüfung von Festbeton – Teil 2: Herstellung und Lagerung von Probekörpern für Festigkeitsprüfungen; Änderung A20
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Bau Saar
Bekanntmachungen
Ve r ä n d e r u n g e n i n
der Handwerksrolle
Die Handwerkskammer des Saarlandes gibt für die Monate
November und Dezember 2014 folgende Veränderungen
bekannt:
Eintragungen und Löschungen
in der Anlage A
Meli GmbH
Maurer und Betonbauer, Ringstraße 25, 66709 Weiskirchen
Malerbetrieb Schmelzer Nachf. G. Pink GmbH
Maler und Lackierer, Stuckateur
Schützenstraße 2, 66123 Saarbrücken
Maler Buchmann UG (haftungsgeschränkt)
Maler und Lackierer, Zum Reisberg 40, 66663 Merzig
Ronny Lehmann
Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker
Bischof-Baltes-Straße 12, 66131 Saarbrücken
Karl Enke GmbH
Stuckateur, Jenneweg 22, 66113 Saarbrücken
Bruno Jäckel
Maler- und Lackierermeister, Stuckateur
Mühlenweg 1, 66636 Tholey
Peter Hein
Dachdecker, Schillerstraße 29, 66265 Heusweiler
Antonio Buscemi
Maurer und Betonbauer
Dr.-Plaßmann-Straße 13, 66346 Püttlingen
Michael Bayer
Straßenbauer, Kaiserstraße 170-174, 66386 St. Ingbert
Adriano Brausch und Jörg Theis BG
Stuckateur, Maler und Lackierer
Rimlinger Straße 43, 66679 Losheim am See
AKTIV-BAU GmbH
Maurer und Betonbauer, Hirtenberg 19, 66822 Lebach
Eintragungen
Zucaro GmbH
Maurer und Betonbauer, Nahestraße 19 a, 66625 Nohfelden
Kruchten Bau GmbH
Maurer und Betonbauer, In der Bruchwies 1, 66663 Merzig
Keller & Büch Bedachungen GmbH & Co. KG
Dachdecker, Auf Maien 6, 66557 Illingen
Michael Hildebrand
Maurer und Betonbauermeister, Saarfelser Straße 6,
66663 Merzig
Uwe Hero
Straßenbauer, Am Grauen Stein 1, 66636 Tholey
Marco Boesen
Straßenbauer, Friedrichstraße 45, 66459 Kirkel
Dennis Rieser
Gerüstbauer, Im Netz 1 a, 66589 Merchweiler
Löschungen
Markus Wiegandt
Dachdecker, Auf dem Stümpfchen 8, 66564 Ottweiler
Werner Philippi Bau GmbH
Maurer und Betonbauer, Straßenbauer
Am Kreuzgraben 28, 66280 Sulzbach
Floyd Schwartz
Maler- und Lackierermeister, Stuckateur
Klausenerstraße 18, 66115 Saarbrücken
Mlasko Gerüst und Montage GmbH
Gerüstbauer, Grumbachweg 24, 66386 St. Ingbert
Keller & Büch Bedachungen GmbH
Dachdecker, Auf Maien 6, 66557 Illingen
Greif GmbH
Maler und Lackierer, Stuckateur, Gerüstbauer
Gewerbegebiet Siebend, 66663 Merzig
BKK Baugesellschaft Merchweiler mbH
Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker
Quierschieder Straße 26, 66589 Merchweiler
Berthold Jung GmbH
Maler und Lackierer, Stuckateur
Hauptstraße 245, 66583 Spiesen-Elversberg
Bauunternehmung Baus GmbH
Maurer und Betonbauer, Straßenbauer
Keppstraße 8, 66571 Eppelborn
Michael Zapp
Brunnenbauer, Brunnenstraße 32, 66557 Illingen
Ralf Martin Peter
Zimmerer, Dachdecker, Dirminger Straße 25, 66571 Eppelborn
Günther Neustraß
Stuckateur, Maler und Lackierer, Feldstraße 17, 66564 Ottweiler
Benedikt Müller
Stuckateur, Blumenstraße 11, 66128 Saarbrücken
Eintragungen und Löschungen
in der Anlage B
(Fliesen-, Platten- und Mosaikleger)
Eintragungen
Florian Stegner
Wiesenstraße 133, 66386 St. Ingbert
Jürgen Schuhmacher
Uchtelfanger Straße 1 a, 66287 Quierschied
Wieslaw Krolik
Heiligenstraße 3, 66740 Saarlouis
Robert Kepka
Gaußstraße 26, 66123 Saarbrücken
Thomas Grünfelder
Bühler Straße 127, 66130 Saarbrücken
Jakub Domagala
Schmollerstraße 2 b, 66111 Saarbrücken
Janusz Ciurus
Im Schmelzerwald 62, 66386 St. Ingbert
Udo Beckmann
Behrener Straße 9, 66117 Saarbrücken
Ante Gaspar
Brückenstraße 8, 66538 Neunkirchen
Rüdiger Brill
Schlossstraße 12, 66646 Marpingen
Massimiliano Vinciguerra
Fuchsstraße 20, 66798 Wallerfangen
Christian Schäfer
Zur Steinrausche 22, 66571 Eppelborn
Andrea Kersting
Friedhofstraße 20, 66125 Saarbrücken
Marcel Gutmann
Triftstraße 15, 66386 St. Ingbert
Bernd Conrad
Nunkircher Straße 1a, 66687 Wadern
Löschungen
Anna Maria Werno
Newerweg 47, 66687 Wadern
Hans Jürgen Türkis
Mecklenburgring 58, 66121 Saarbrücken
Ilie-Sebastian Tripon
Metzer Straße 28, 66117 Saarbrücken
Marcin Sygnowski
Saarbrücker Straße 22, 66386 St. Ingbert
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Nachrichten
Silesia GmbH
Kaiserstraße 170-174, 66386 St. Ingbert
Sorin Sest
Ruckertstraße 5, 66793 Saarwellingen
Costel Prisecaru
Göbenstraße 3, 66763 Dillingen
Andreas Peter
Zur Moselbrücke 2, 66706 Perl
Jozef Jerzy Paruzel
Lessingstraße 20, 66126 Saarbrücken
Corneliu Neagu
Langenstrichstraße 47, 66538 Neunkirchen
Hüseyin Kasikci
Heiligenwalder Straße 36 a,
66578 Schiffweiler
IBS UG (haftungsbeschänkt)
Rostocker Straße 58, 66121 Saarbrücken
Hans-Jürgen Gutmann
Triftstraße 15, 66386 St. Ingbert
Marian Gilea
Göbenstraße 3, 66763 Dillingen
Yüksel Dincay
Beethovenstraße 7, 66111 Saarbrücken
Marian-Gabriel Cozma
Göbenstraße 3, 66763 Dillingen
György Bolos
Metzer Straße 28, 66117 Saarbrücken
Udo Beckmann
Behrener Straße 9, 66117 Saarbrücken
Andreas von Baronowitz
Wilhelmstraße 15, 66629 Freisen
Daniel Repper
Lindenstraße 74, 66787 Wadgassen
Platten Dillinger GmbH
Mühlenstraße 17, 66740 Saarlouis
Silviu Parpalea
Alte Schulstraße 12, 66129 Saarbrücken
Harald Dingert
Hohlgasse 5, 66839 Schmelz
Karl-Heinz Diehl
Schaumbergstraße 82, 66822 Lebach
Alexandru Iulian Damir
Saargemünder Straße 64,
66119 Saarbrücken
Salvatore Collura
Schaffhauser Straße 88, 66333 Völklingen
Sabinah Burger
Illinger Straße 79 a, 66557 Illingen
Edwin Bauer
Köllner Straße 11, 66292 Riegelsberg
Antonel Balanica
Bachtalstraße 16, 66773 Schwalbach
B au m at e r i a l preise
Der AGV Bau Saar hat an dieser
Stelle in der Vergangenheit die
Übersichten der vom Statistischen
Bundesamt veröffentlichten Preismessziffern für Baumaterialien
und andere für Baubetriebe wichtige Waren veröffentlicht. Mitglieder des AGV Bau Saar erhalten
diese Infos zeitnah über den
Newsletter. Die Infos zu den Baumaterialpreisen können auch im
Internet unter www.bau-saar.de >
Info-Center > Zahlen&Fakten >
Baumaterialpreise abgerufen werden.
Baumaschinenpreise
Der Preisindex für Maschinen der Bauwirtschaft nach BGL 2007 lag im Dezember 2014 bei 124,8 und damit auf dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Dezember 2013 ist der Preisindex um 1,3% gestiegen. Bitte
beachten Sie, dass das Statistische Bundesamt die Preisindizes auf das
neue Basisjahr 2010=100 umgestellt hat. Die bisherigen Werte verlieren
damit ihre Gültigkeit.
Maschinen für die Bauwirtschaft
Index (ohne MwSt.)
Zeitraum
2005 = 1001)
in %
zum
zur VorVorjahr periode
BGL 2007
2000 = 1002)
in %
zum
zur VorVorjahr periode
JD 1997
JD 1998
JD 1999
JD 2000
JD 2001
JD 2002
JD 2003
JD 2004
JD 2005
JD 2006
JD 2007
JD 2008
JD 2009
JD 2010
JD 2011
JD 2012
93,4
93,5
94,6
95,0
95,9
96,7
96,5
97,6
100,0
101,4
102,8
105,4
108,8
109,7
115,5
115,2
0,0
0,1
1,2
0,4
0,9
0,8
-0,2
1,1
2,5
1,4
1,4
2,5
3,2
0,8
1,6
3,3
0,0
0,1
1,2
0,4
0,9
0,8
-0,2
1,1
2,5
1,4
1,4
2,5
3,2
0,8
1,6
3,3
98,3
98,4
99,6
100,0
100,9
101,8
101,6
102,7
105,3
106,7
108,2
110,9
114,5
115,5
117,4
121,3
0,0
0,1
1,2
0,4
0,9
0,8
-0,2
1,1
2,5
1,4
1,4
2,5
3,2
0,8
1,6
3,3
0,0
0,1
1,2
0,4
0,9
0,8
-0,2
1,1
2,5
1,4
1,4
2,5
3,2
0,8
1,6
3,3
2014
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
107,5
107,5
107,5
107,6
107,8
107,8
108,0
108,0
108,0
108,0
108,0
108,0
1,7
1,6
1,6
1,2
1,4
1,4
1,6
1,6
1,5
1,3
1,3
1,3
0,8
0,0
0,0
0,1
0,2
0,0
0,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
124,2
124,2
124,2
124,4
124,6
124,6
124,8
124,8
124,8
124,8
124,8
124,8
1,7
1,6
1,6
1,2
1,4
1,4
1,6
1,6
1,5
1,3
1,3
1,3
0,8
0,0
0,0
0,1
0,2
0,0
0,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1)
Werte nach neuer Systematik des Statistischen Bundesamtes mit Basisjahr 2010 = 100
2)
Bis 2012 Werte der BGL nach alter Systematik 2005 = 100, ab 2013 Werte nach neuer Systamatik mit Umrechnung von Basis 2010 = 100 auf Basis 2000 = 100 (Basisjahr der Baugeräteliste): Index 2010 = 100 dividiert
durch 0,86526
Bitte unbedingt beachten: Die Daten auf Basis 2000=100 werden ab 2013 mit Hilfe eines Umrechnungsschlüssels berechnet. Da sich im Rahmen der Umstellung auf das Basisjahr 2010 die Zusammensetzung des
Warenkorbs und die Wägungsanteile geändert haben, sind die neuen Werte auf Basis 2000 = 100 ab
Jan. 2013 mit den Werten der gleichen Zeitreihe bis 2012 nur bedingt vergleichbar. Die jeweils aktuellen
Werte (bzw. Jahresdurchschnittswerte)
Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 17, Reihe 2, eigene Berechnungen des Hauptverbandes der
Deutschen Bauindustrie e.V.
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Seite 19
Recht
ARBEITSRECHT
AKTUELLE
RECHTSPRECHUNG
1. Krankheitsbedingte fristlose
Kündigung
Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 23. Januar 2014
Az.: 2 AZR 582/13
Grundsätzlich ist eine außerordentliche Kündigung nur gerechtfertigt,
wenn ein „wichtiger Grund“ vorliegt.
Oft sind dies Straftaten zu Lasten des
Arbeitgebers.
Im vorliegenden Fall hatte das Bundesarbeitsgericht einen Fall zu beurteilen,
in dem wegen häufiger Kurzerkrankungen das Arbeitsverhältnis fristlos
gekündigt wurde. Eine seit ca. 30 Jahren im Betrieb beschäftigte Arbeitnehmerin fehlte im Zeitraum von 11 Jahren zwischen 19 und 163, im Durchschnitt an 75 Arbeitstagen jährlich
krankheitsbedingt. Mehrmals wurde
der Arbeitnehmerin eine positive Gesundheitsprognose attestiert. Als die
Arbeitnehmerin erneut ca. einen Monat arbeitsunfähig erkrankte, kündigte der Arbeitgeber fristlos mit sozialer
Auslauffrist. Aufgrund erheblicher
Fehlzeiten und der erheblichen Entgeltfortzahlungskosten sei die fristlose
Kündigung gerechtfertigt, so der Arbeitgeber.
Dem widersprach das Bundesarbeitsgericht in der letzten Instanz.
Grundsätzlich, so das Bundesarbeitsgericht, kann Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit einen wichtigen Grund
für eine außerordentliche Kündigung
darstellen. Voraussetzung dafür ist,
dass die prognostizierten Fehlzeiten
und die sich aus ihnen ergebenden Beeinträchtigungen der betrieblichen
Interessen deutlich über das Maß hinausgehen, welches eine ordentliche
Kündigung sozial zu rechtfertigen vermag. Es bedarf also eines gravierenden Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung. Ein solches
gravierendes Missverhältnis ist gegeben, wenn zu erwarten ist, dass der
Arbeitgeber bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erhebliche Entgeltzahlungen zu erbringen hätte, ohne
dass dem eine nennenswerte Arbeitsleistung gegenüberstünde. Ein derartiges „sinnentwertetes Arbeitsverhältnis“ liegt nicht vor, wenn der Arbeitnehmer noch zu fast 2/3 seiner Jahresarbeitszeit arbeitsfähig ist.
Bau Saar
Im konkreten Fall hat das BAG ausgeführt, dass der vom Arbeitgeber vorgetragene Verlauf der krankheitsbedingten Fehlzeiten, insbesondere die
Prognose, die Annahme nicht rechtfertige, die Klägerin werde künftig in
gleichem Maße fehlen wie in den vergangenen zehn Jahren. Die Ausfallzeiten betrugen nämlich „nur noch“ 19,
67 sowie 55 Arbeitstage innerhalb der
letzten drei Arbeitsjahre. Anhaltspunkte dafür, dass die Ausfallzeiten
künftig wieder ansteigen könnten, habe die Arbeitgeberin nicht vorgetragen.
In der baubetrieblichen Praxis sollten
Mitgliedsbetriebe des AGV Bau Saar
aufgrund der hohen Anforderungen,
die an eine krankheitsbedingte Kündigung gestellt werden, Kontakt zur
Rechtsabteilung des AGV Bau Saar
aufnehmen.
2. Fragen nach der
Gewerkschaftszugehörigkeit
Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 18. November 2014
Az.: 1 AZR 257/13
Für den Arbeitgeber ist es von Interesse zu wissen, ob der Stellenbewerber
bzw. schon eingestellte Arbeitnehmer
Mitglied in der Gewerkschaft ist. Ob
ein Arbeitgeber berechtigt ist, seine
Beschäftigten zu befragen, ob sie Mitglied einer bestimmten Gewerkschaft
sind, war nun Gegenstand einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts.
Im konkreten Fall wollte ein Nahverkehrsbetrieb wissen, ob Beschäftigte
Mitglieder der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) sind.
Hintergrund waren gescheiterte Tarifvertragsverhandlungen und drohende
Streikmaßnahmen. Der Arbeitgeber
wollte konkret wissen, welcher der Lo-
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Recht
komotivführer GDL-Mitglied ist, um
bei entsprechenden Streikmaßnahmen reagieren zu können.
Die Gewerkschaft machte sodann gegen den Arbeitgeber einen Unterlassungsanspruch vor Gericht geltend.
Mit diesem Anspruch hatte die Gewerkschaft letztendlich vor dem
Bundesarbeitsgericht zwar keinen Erfolg, das Gericht wies allerdings in seiner Entscheidung darauf hin, dass die
Umfrage des Arbeitgebers die Gewerkschaft in ihrer kollektiven Koalitionsfreiheit beeinträchtige. Der
Unterlassungsantrag der Gewerkschaft hatte lediglich aus deliktsrechtlichen Gründen keinen Erfolg.
Zusammenfassend kann festgehalten
werden, dass grundsätzlich die Frage
nach
Gewerkschaftszugehörigkeit
oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gewerkschaft unzulässig ist. Der
Arbeitgeber sollte daher von solchen
Fragen Abstand nehmen.
3. Verfall von Urlaubsansprüchen und
Schadensersatz
LAG Berlin-Brandenburg
Urteil vom 12.06.2014
Az.: 21 Sa 221/14
Nach dem Urteil des LAG Berlin-Brandenburg ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Urlaubsanspruch nach dem
Bundesurlaubsgesetz von sich aus zu
erfüllen. Dies ergebe sich daraus, dass
der gesetzliche Urlaubsanspruch dem
Gesundheitsschutz der Beschäftigten
dient und arbeitsschutzrechtlichen
Charakter hat.
Wenn der Urlaubsanspruch nach den
gesetzlichen Regelungen aufgrund
Fristablaufs verfallen ist, haben Beschäftigte einen Anspruch auf Scha-
densersatz in Form eines Ersatzurlaubsanspruchs, wenn der Arbeitgeber
den Urlaubsanspruch nicht rechtzeitig
erfüllt. Ausnahmen bestehen dann,
wenn der Arbeitgeber die Nichterfüllung nicht zu vertreten hat. Darauf, ob
sich der Arbeitgeber zum Zeitpunkt
des Verfalls des Urlaubsanspruchs in
Verzug befindet, kommt es nicht an.
In der baubetrieblichen Praxis ist zu
beachten, dass die Regelungen zum
Urlaub sich im Bauhauptgewerbe aus
den tariflichen Regelungen ergeben.
Das Urteil ist daher insbesondere für
die Unternehmen des Baunebengewerbes von Interesse.
4. Diskriminierung wegen
Fettleibigkeit
Europäischer Gerichtshof
Urteil vom 18.12.2014
Az.: C 354/13
In vom EuGH zu entscheidenden Fall
klagte ein stark adipöser Mann, der
seit 15 Jahren als Tagesvater bei einer
dänischen Gemeinde arbeitete, gegen
seine Kündigung. Er fühlte sich wegen
seiner Körperfülle diskriminiert.
Das zuständige dänische Gericht legte
den Streitfall dem EuGH vor mit der
Bitte zu prüfen, ob es ein europarechtliches Diskriminierungsverbot gebe,
das eine Diskriminierung wegen Adipositas ausschließe.
Der EuGH hat geurteilt, dass das Unionsrecht dahingehend auszulegen ist,
dass es kein allgemeines Verbot der
Diskriminierung wegen Adipositas als
solche in Beschäftigung und Beruf enthält. Die entsprechende EU-Richtlinie
ist, so der EuGH weiter, so auszulegen,
dass die Adipositas eines Arbeitnehmers eine Behinderung im Sinne die-
ser Richtlinie darstellt, wenn sie eine
Einschränkung mit sich bringt, die u.a.
auf physische, geistige oder psychische
Beeinträchtigungen von Dauer zurückzuführen ist, die in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an
der vollen und wirksamen Teilnahme
im Berufsleben hindern können.
Im Einzelfall kann durch diese Rechtsprechung dem betroffenen Mitarbeiter ein besonderer Schutz widerfahren, wenn er z.B. durch Adipositas in
seiner Mobilität eingeschränkt ist.
5. Abmahnung wegen
unfreundlichem Verhalten
LAG Schleswig-Holstein
Urteil vom 20.05.2014
Az.: 2 Sa 17/14
In der betrieblichen Praxis kann es immer mal wieder vorkommen, dass sich
ein Arbeitnehmer gegenüber der
Kundschaft im Ton vergreift.
Im vom LAG Schleswig-Holstein zu
entscheidenden Fall hatte ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer wegen unfreundlichem Verhalten gegenüber einem Kunden eine Abmahnung erteilt.
Nach Auffassung des Gerichts zu
Recht. Grundsätzlich, so das Gericht in
der Urteilsbegründung, kann jede
Pflichtverletzung einer Arbeitsvertragspartei abgemahnt werden. Dabei
kann die Pflichtverletzung sowohl einen Leistungsmangel, als auch ein
sonstiges Fehlverhalten am Arbeitsplatz betreffen. Eine Abmahnung ist
nicht unverhältnismäßig, wenn sich
der Arbeitnehmer im Rahmen der
Kommunikation mit Kunden, insbesondere bei schriftlicher Korrespondenz, unhöflich verhält.
6. Praktikum ist kein Arbeitsverhältnis
LAG Hamm
Urteil vom 17.10.2014
Az.: 1 Sa 664/14
Bei der Durchführung von Praktika
kann es in der betrieblichen Praxis immer wieder zu Diskussionen dahingehend kommen, ob tatsächlich ein
Praktikum oder ein Arbeitsverhältnis
vorliegt. Im vorliegenden Fall hatte
sich das LAG Hamm mit einer sogenannten berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme zu beschäftigten.
Das Gericht hat entschieden, dass,
wenn die Durchführung eines Praktikums auf Basis eines dreiseitigen Vertrages unter Beteiligung eines im Auftrag einer Agentur für Arbeit tätigen
Bildungsträgers, eines Praktikanten
und eines Praktikumsbetriebs abgeschlossen wird, dem sozialversiche-
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Bau Saar
rungsrechtlich förderungsbedürftigen
Praktikanten kein Anspruch auf Vergütung aus einem Arbeitsverhältnis
zusteht. Dies gilt insbesondere dann,
wenn das Praktikum nach dem Wortlaut der getroffenen Vereinbarung
Teil einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme ist und die tatsächliche Handhabung des Praktikums dem
entspricht. Die einem Arbeitsverhältnis ähnlich starke Einbindung des
Praktikanten in den Betrieb steht dem
nicht entgegen, wenn dem Praktikanten als Teil der berufsvorbereitenden
Maßnahme auch die Grundkompetenz
vermittelt werden soll, sich in zeitliche, örtliche und organisatorische betriebliche Abläufe einfinden zu können.
Insbesondere aufgrund des neuen gesetzlichen Mindestlohns ist bei Praktikumsverträgen eine gewisse Vorsicht
geboten. Mitgliedsbetrieben des AGV
Bau Saar sei daher ein Blick in das bereits übersandte Merkblatt „Der gesetzliche Mindestlohn“ (Newsletter
2/15) angeraten.
7. Staffelung der Kündigungsfristen
keine Altersdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 18.09.2014
Az.: 6 AZR 636/13
Nach den Regelungen des BGB, aber
auch vieler Tarifverträge, verlängert
sich die Kündigungsfrist mit der entsprechenden Beschäftigungsdauer des
Arbeitnehmers.
Das Bundesarbeitsgericht hatte nun zu
prüfen, wie weit dies eine mittelbare
Altersdiskriminierung darstellt. Das
Gericht hat ausgeführt, dass die Verlängerung der Kündigungsfristen das
Ziel verfolgt, länger Beschäftigten und
damit betriebstreuen, typischerweise
älteren Arbeitnehmern durch längere
Kündigungsfristen einen verbesserten
Kündigungsschutz zu gewähren. Dieses Ziel sei rechtmäßig. Ungeachtet
des Anstiegs der Erwerbstätigkeitsquote älterer Arbeitnehmer ist das Alter, selbst bei vorhandener Ausbildung, nach wie vor ein Vermittlungshemmnis. Ältere Arbeitnehmer benötigen nach wie vor längere Zeit als jüngere Arbeitnehmer für die Arbeitsplatzsuche. Die Verlängerung der Kündigungsfristen ist deshalb angemessen
und erforderlich; damit entfällt der
Tatbestand einer mittelbaren Diskriminierung wegen des Alters.
Ansprechpartner:
RA Claus Weyers,
Tel.: 06 81 / 3 89 25 22
RA Christian Ullrich,
Tel. 06 81 / 3 89 25 26
VERTRAGSWESEN
AKTUELLE
RECHTSPRECHUNG
1. Angebotsausschluss bei
Gewährleistungsverkürzung
Vergabekammer des Bundes
Beschluss vom 06.02.2014
Az. VK 1-125/13
Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung des Bundes führt ein Bieter
in einem Begleitschreiben aus, dass die
Gewährleistung 24 Monate betrage.
Dieser Bieter liegt mit seinem Angebot
an erster Stelle. Die Vergabestelle will
das Angebot des Bieters aufgrund der
Verkürzung der Gewährleistung ausschließen.
Zu Recht wie die Vergabekammer des
Bundes bestätigte.
Nachdem von dem Bieter zu verwendenden Formblatt „Angebotsschreiben“ soll die VOB/B gelten. Nach den
Regeln der VOB/B gilt für Bauwerke eine Verjährungsfrist von 4 Jahren. Die
Vereinbarung einer anderen Verjährungsfrist ist zwar grundsätzlich möglich, war in den Vergabeunterlagen
aber nicht vorgesehen.
Der Formulierung im Anschreiben
„Gewährleistung 24 Monate“ war klar
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Recht
und eindeutig zu entnehmen, dass die
Mängelansprüche nach Ablauf von 24
Monate verjähren sollten.
Da die Verkürzung der Gewährleistungsfrist eine Änderung der Vergabeunterlagen war, führe dies, so die
Vergabekammer weiter, zwingend
zum Angebotsausschluss.
2. Endgültige Mangelbeseitigung
Bundesgerichtshof
Urteil vom 18.09.2014
Az. VII ZR 58/13
Im vorliegenden Fall wurde ein Auftragnehmer viermal schriftlich zur
Mängelbeseitigung aufgefordert. Der
Auftragnehmer lehnte dies ab mit
dem Hinweis, dass er die Mängel nicht
zu vertreten habe. Dass die Mängel
auch in einem selbstständigen Beweisverfahren festgestellt wurden, beeindruckte den Auftragnehmer nicht.
Ohne dem Auftragnehmer eine Nachfrist zur Mängelbeseitigung zu setzen,
klagte der Auftraggeber auf einen
Vorschuss auf die zu erwartenden
Mängelbeseitigungskosten.
Der BGH hatte sodann zu prüfen, inwieweit dem Auftragnehmer hier hätte eine angemessene Nachfrist zur Beseitigung der Mängel gesetzt werden
müssen.
Der BGH entschied, dass in diesem Fall
eine Fristsetzung entbehrlich war, da
der Auftragnehmer die Erfüllung des
Vertrages endgültig verweigert hat.
Eine solche endgültige Verweigerung
ist dann anzunehmen, wenn der Auftragnehmer eindeutig zum Ausdruck
bringt, dass er seinen Vertragspflichten nicht nachkommen wird und es als
ausgeschlossen erscheint, dass er sich
durch eine Nachfristsetzung umstimmen lassen wird. Auch nach Abschluss
des selbstständigen Beweisverfahren,
das die Mängel eindeutig bestätigte,
weigerte sich der Auftragnehmer die
Mängel zu beseitigen.
3. Streit über Nachtragsforderung
und Leistungsverweigerung
OLG Koblenz
Urteil vom 06. November 2014
Az. 6 U 245/14
Im vorliegenden Fall beauftragte ein
öffentlicher Auftraggeber einen Auftragnehmer mit Dachdeckerarbeiten
für ein Bestandsgebäude. Nach Beginn
der Arbeiten stellte der Auftragnehmer ein sogenanntes Kiespressdach
fest, dessen Entsorgung zu erheblichen Mehrkosten führt. Der Auftragnehmer verlangte vom Auftraggeber
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die Beauftragung von Nachtragsleistungen, weil er von einem abweichenden Bestand habe ausgehen dürfen.
Der Auftraggeber lässt durch seinen
Architekten die Forderung zurückweisen und lehnt die Nachtragsbegründung inhaltlich ab. Der Architekt setzt
dem Auftragnehmer eine Frist zur Arbeitsfortführung mit Kündigungsandrohung. Da der Auftragnehmer diese
verweigert, kündigt der Auftraggeber
und verlangt Mehrkosten für die Restfertigstellung.
Nach Urteil des OLG Koblenz steht
dem Auftraggeber kein Anspruch auf
Erstattung von Fertigstellungsmehrkosten zu, da der Auftraggeber zur Entziehung des Auftrags nicht berechtigt
war. Der Auftragnehmer hat sich zu
Recht auf ein ihm zustehendes Leistungsverweigerungsrecht berufen. Er
konnte deshalb nicht in Verzug geraten. Zwar berechtigen Streitfälle den
Auftragnehmer grundsätzlich nicht,
die Arbeiten einzustellen. Es ist jedoch
anerkannt, dass dem Unternehmen
gleichwohl ein Leistungsverweigerungsrecht nach den Grundsätzen von
Treu und Glauben zustehen kann. Dies
setzt voraus, dass die Leistungsaufnahme oder -fortführung bei objektiver
Betrachtung und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls für
den Auftragnehmer unzumutbar ist.
Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn
der Auftraggeber endgültig nicht bereit ist, eine geschuldete zusätzliche
Leistung zu vergüten.
4. Neue EU-Richtlinie und aktuelles
Vergaberecht
OLG Düsseldorf
Beschluss vom 19.11.2014
Az. Verg 30/14
Das OLG Düsseldorf hat in seiner Entscheidung Aussagen dazu getroffen,
inwieweit die neuen EU-Vergaberichtlinien, die bis zum 18. April 2016 umgesetzt werden müssen, bereits jetzt
für die Gerichte und nationale Stellen
bestimmte Wirkung entfalten. Das
OLG Düsseldorf hatte einen Vergabestreit zu entscheiden, dem ein Lieferauftrag zugrunde lag, der inhaltlich
aber auch auf Bauaufträge übertragen
werden kann. In der Entscheidung hat
das OLG Düsseldorf, verkürzt dargestellt, geurteilt, dass die neue EU-Vergaberichtlinien auch bei der Beurteilung von aktuellen Vergabeentscheidungen berücksichtigt werden müssen. Im zu entscheidenden Fall aus
dem Bereich des Arzneimittelrechts
ging es dabei um bestimmte Kriterien,
die erst mit Einführung der EU-Vergaberichtlinien greifen. Diese waren bei
der Gesamtauslegung aber (nach
Rechtsauffassung des OLG Düsseldorf),
schon zum jetzigen Zeitpunkt zu berücksichtigen.
5. Zusätzliche Vergütung bei Lücken
im Leistungsverzeichnis
OLG Hamm
Urteil vom 30.06.2014
Az. 17 U 185/12
Im vorliegenden Fall ist der Auftragnehmer im Rahmen eines Einheitspreisvertrages mit der Herstellung eines Solarspeichers beauftragt worden.
Im Zuge der Ausführung stellt er fest,
dass die detaillierte Leistungsbeschreibung eine Reihe erforderlicher Kleinteile nicht umfasst. Trotzdem baut er
diese erforderlichen Teile stillschweigend ein. Später verweigert der Auftraggeber deren Bezahlung mit der
Begründung, dass er keinen entsprechenden zusätzlichen Auftrag erteilt
habe.
Das OLG Hamm spricht in seiner Entscheidung dem Auftragnehmer die geforderte zusätzliche Vergütung zu. Es
sei bei solchen Fällen zwischen dem
vertraglich geschuldeten Erfolg und
dem vertraglich vereinbarten Leistungssoll zu unterscheiden. Um den
geschuldeten Erfolg zu erreichen, war
hier der Einbau der nicht von der Ausschreibung erfassten Kleinteile objektiv erforderlich. Deshalb war der Auftragnehmer auch ohne zusätzliche Beauftragung durch den Auftraggeber
dazu verpflichtet, diese Teile einzubauen. Das vertraglich geschuldete
Leistungssoll umfasst dagegen die eingebauten Kleinteile nicht, da der Auftragnehmer nur diejenigen Leistungen
schuldet, die sich hier mangels anderweitiger Anhaltspunkte aus der detaillierten Leistungsbeschreibung ergeben. Deshalb steht ihm für diese zusätzliche Leistung ein zusätzlicher Vergütungsanspruch zu.
6. Folgen eines
falschen Kostenvoranschlags
OLG Saarbrücken
Urteil vom 19.11.2014
Az. 2 U 172/13
Im vorliegenden Fall rutschte auf dem
Grundstück eines Hauseigentümers
ein Steilhang ab. Ein Erdbauer macht
eine handschriftliche Kostenaufstellung für die Abfuhr der Erdmassen
und den Bau einer Mauer. Kurz danach rutscht der Hang weiter ab, so
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dass der Erdbauer weitere Maßnahmen durchführen muss.
Die Schlussrechnung des Erdbauers
übersteigt den Kostenvoranschlag
nunmehr um annähernd 100 Prozent.
Der Kunde weigert sich den über dem
Kostenvoranschlag liegenden Betrag
zu zahlen.
Nach dem Urteil des OLG Saarbrücken
ist der Kunde verpflichtet, die Schlussrechnung zu zahlen. Allerdings könnte
der Kunde gegen den Bauunternehmer einen Schadenersatzanspruch geltend machen, da dieser ihm nicht angezeigt habe, dass eine wesentliche
Überschreitung des Kostenvoranschlags zu erwarten ist. Im vorliegenden Fall war eine Verletzung dieser
Anzeigepflicht jedoch nicht gegeben,
da aufgrund des erneuten Erdrutsches
eine Verteuerung der Arbeiten offensichtlich war.
Durch ein Sachverständigengutachten
wurde im Übrigen festgestellt, dass
die nunmehr in Rechnung gestellten
Beträge angemessen und gerechtfertigt sind.
In der baubetrieblichen Praxis ist daher dringend anzuraten, einen nachgebesserten Kostenvoranschlag abzugeben, wenn es eine wesentliche bauseitige Änderung, wie im vorliegenden Fall, gibt. Dies vermeidet Diskussionen dahingehend, ob der Bauunter-
nehmer verpflichtet war, den Bauherrn über eine wesentliche Überschreitung des Kostenrahmens zu informieren.
7. Kurios? Schwierigkeiten beim
Einparken stellen Baumangel dar
OLG Frankfurt
Beschluss vom 12.02.2014
Az. 3 U 110/13
Im vor dem OLG Frankfurt zu entscheidenden Fall verkaufte ein Bauträger
eine Wohnung mit Stellplatz zu einem
Preis von 870.000 EURO. Der Erwerber
der Wohnung stellte fest, dass er seinen PKW der gehobenen Mittelklasse
nur mit äußerst aufmerksamer Fahrweise, rückwärts und nach mehrmaligen Rangieren auf dem Stellplatz einparken kann. Der Erwerber verlangte
daher eine Minderung des Kaufpreises, die er mit 50 Prozent vom Kaufpreis des Stellplatzes und mit 3 Prozent des Kaufpreises der Wohnung bezifferte. Die erste Instanz spricht dem
Erwerber für den Stellplatz eine Minderung von 17.000 EURO und für die
Wohnung einen Minderwert von
25.000 EURO zu. Zu Recht wie das OLG
Frankfurt in der Berufungsinstanz urteilt.
Das Gericht hat ausgeführt, dass wenn
eine Wohnung von einem Bauträger
als hochpreisig, repräsentativ und
hochwertig ausgestattet angeboten
wird, der Erwerber erwarten darf, dass
auf dem zur Wohnung gehörenden
Parkplatz ein Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse mit üblichem Aufwand abgestellt werden kann. Ist ein
Einparken nur rückwärts und nach
mehrmaligem Rangieren möglich,
liegt ein Mangel vor. Dies gilt auch
dann, wenn der Bauträger baurechtlich keinen größeren Stellplatz errichten durfte. Das Gericht hat weiter ausgeführt, dass die eingeschränkte Nutzbarkeit des Parkplatzes nicht nur dessen Wert mindert, sondern das Fehlen
eines geeigneten Parkplatzes auch
den Wert der Wohnung selbst erheblich mindere. In einer Großstadt sei das
Vorhandensein einer festen Parkmöglichkeit für eine Wohnung ein ganz erheblicher, wertbestimmender Faktor
Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Martin Vanoli
Tel. 06 81 / 3 89 25 31
RA Christian Ullrich
Tel. 06 81 / 3 89 25 26
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Aus- und Fortbildung
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Ausbildungsvideos online
Welche Ausbildungsberufe gibt es?
Was lernt ein Azubi im Zimmererhandwerk? Welche Aufgaben hat ein Straßenbau-Facharbeiter später? Was
kann ich alles mit meiner Dachdeckerausbildung anfangen? Diese Fragen
stellen sich Jugendliche, die an einer
Ausbildung im Baugewerbe interessiert sind, häufig. Erfahrungen und
Eindrücke von Jugendlichen, die derzeit eine Ausbildung machen, sind oft
wichtiger als eine Auflistung von Fakten.
Der modulare Aufbau der Polierausbildung ermöglicht ein differenziertes Lernen. Er verringert die Lernbelastung und erhöht die Bestehenswahrscheinlichkeit. Die Module bauen aufeinander auf und können zeitnah absolviert oder
über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Dabei werden die Inhalte des
Vorarbeiterkurses auf den Werkpolier und diese auf den geprüften Polier angerechnet.
Vom 12. bis zum 23. Januar 2015 fand mit 31 Teilnehmern der Vorarbeiterkurs
statt, den alle Teilnehmer bestanden. Gratulation an alle 12 Vorarbeiter im
Hochbau / Bauen im Bestand und 19 Vorarbeiter Tiefbau / Erd-, Straßen und Kanalbau und ihre Betriebe.
Mit 30 Teilnehmern startete am 2. Februar der Aufbaulehrgang „Werkpolier im
Hoch- und Tiefbau“.
Daher hat der AGV Bau Saar im vergangenen Jahr eine eigene Website
und Berufsvideos erstellt, die unter
www.azubi-am-bau.com zu finden
sind. Hier antworten Auszubildende
auf Fragen rund um das Thema Ausbildung und bringen so auf Augenhöhe
ihre Ausbildung und ihre künftige Arbeit näher. Es gibt Videos zu den Ausbildungsberufen Betonbauer, Maurer,
Straßenbauer, Fliesenleger, Stuckateur,
Zimmerer und Baugeräteführer. Betriebe können die Filme gerne auf ihren Webseiten veröffentlichen.
Im Übrigen findet auch in diesem Jahr
wieder der Infotag „AZUBI AM BAU“
am 8. Mai 2015 im Ausbildungszentrum AGV Bau Saar statt.
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Verbandsleben
Bau Saar
Stuck • Putz • Trockenbau
4 4 . Fa c h s e m i n a r :
Handicap verbessert!
Aus dem Golflexikon: Das Handicap
zeigt die Spielstärke eines jeden Spielers – je niedriger es ist, desto besser ist
der Spieler. Um im Fachjargon zu bleiben: Das Handicap der Landesinnung
Saar Stuck Putz Trockenbau beim 44.
Fachseminar im St. Wendeler Golf-Hotel Angels lag bereits im Profibereich.
Am letzten Januartag zeigte Stuckateurmeister Bodo Gehl den Unterschied zwischen billig und preiswert
auf. Zwischen den Vorträgen gab es
immer wieder Gelegenheit zum Fachsimpeln.
tung im Focus. Prof. Dr. Pfau von der
Uni Rosenheim brachte mit seinem
Vortrag über die neuen Prüfzeugnisse
im Trockenbau die Stuckateure und
Maler auf den neuesten Stand.
Fazit des 44. Fachseminars: Insgesamt
ein Hole-in-One oder auf Deutsch gesagt: Das Fachseminar war ein Ass.
Trotz eines massiven Wintereinbruchs
konnte sich der Organisator des Seminars, der stellvertretende Landesinnungsmeister Tim Braun, über eine hohe Teilnehmerzahl freuen.
Am 30. Januar standen technische
Themen wie Sockelabschlüsse, Brandund Fassadenschutz sowie Farbgestal-
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Meisterhaft
Als neuen 4-Sterne-Meisterhaft-Betrieb
begrüßen wir
Als neue 5-Sterne-Meisterhaft-Betriebe
begrüßen wir:
Stuckateurbetrieb Erik Becker,
Saarbrücken
Stuckateurbetrieb
Holger Hilt, Saarlouis
Der Stuckateurmeisterbetrieb wurde von
Erik Becker am 1. April 2009 gegründet.
In seiner Erstqualifikation als staatlich geprüfter Bautechniker, Schwerpunkt Ausbau, sieht Becker die Stärken seines Betriebes, über den Stuckateurbereich hinaus ganze Projekte
von der Planung über die Ausführung und Betreuung sowie
die Schnittstellenkoordination im Sanierungs- und Neubaubereich umzusetzen. Das Unternehmen führt sämtliche
Stuckateur- und Malerarbeiten aus und verfügt über besondere Kenntnisse im Bereich Feuchte-, Schall-, Wärmeund Brandschutz. Neben seinem ehrenamtlichen Engagement im Gesellenprüfungsausschuss bildet Erick Becker derzeit seinen ersten Azubi aus. Neu im Internet ist das Unternehmen ab März unter www.stuckateur.saarland zu finden.
Im Jahre 1971 von Ludwig Hilt gegründet, übernahm am 1. Januar 2004 Stukkateurmeister Holger Hilt das Unternehmen. Nach der Philosophie „Kundenzufriedenheit steht bei uns an erster Stelle“ bietet Holger Hilt mit seinen Mitarbeitern ein großes Leistungsspektrum im Bereich der Putze, des Trockenbaus, der Stuckarbeiten bis hin zur Trittschalldämmung, Fließ- und Trockenestrich, Fußbodenbeschichtungen und –versiegelungen an.
Ein weiteres großes Betätigungsfeld bietet der Bereich der
Energieeinsparung mit allen Formen der Wärmedämmung.
Anstriche/Beschichtungen, Brand-, Feuchte- und Schallschutz sowie historische Putze und Farben runden das vielseitige Tätigkeitsgebiet des Unternehmens ab.
Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg allen „Meisterhaft“-Betrieben des AGV Bau Saar!
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Bau Saar
Mayer & Schweig GmbH,
Mandelbachtal
Wittig GmbH, Nohfelden
Die Firma Mayer & Schweig
wurde 1975 von Herrn Dieter Schweig gegründet und wird
seit dem 1. Oktober 1988 von Peter Mayer als alleinigem geschäftsführenden Gesellschafter geleitet. Seit 2004 ist auch
Marc Mayer als Dachdeckermeister und Technischer Betriebsleiter im Unternehmen tätig. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 11 hochqualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Geschäftsführer Peter Mayer, selbst Bautechniker mit über 30 jähriger Erfahrung in Bauleitung und Planung, achtet stets darauf, dass in regelmäßigen Abständen
Weiterbildungsmaßnahmen stattfinden und die Mitarbeiter in ihren Fachgebieten geschult werden. Qualitätssicherung in Beratung, Planung und Ausführung ist oberstes
Ziel. Das Leistungsspektrum des Unternehmens erstreckt
sich von Dachdecker-, Klempner, Zimmermannsarbeiten
über Flachdächer inkl. Dachbegrünung, Fassadenbau, bis
hin zur Planung, Beantragung, Montage und dem Anschluss von Solar- und Photovoltaikanlagen. Der Holzrahmenbau, Dach- und Wandabdichtungsarbeiten, der Verleih
von Kranen und Hubarbeitsbühnen sowie die Beratung zu
allen Förderprogrammen runden das weite Betätigungsgebiet ab.
Im Jahre 1900 gründete Karl Otto
Schmeier die Bauunternehmung als
traditionelles Hochbauunternehmen
mit dem Schwerpunkt Maurerarbeiten. Im Nachkriegsjahr 1948 übernahmen dessen Söhne
Hermann, Otto und Walter das Unternehmen und führten
es unter dem Namen "Gebr. Schmeier Baugeschäft" fort. Im
Jahre 1979 übernahm Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Wittig die Geschäftsleitung. Seit 1984 führt Herr Wittig als alleiniger Geschäftsführer das Unternehmen in 4. Generation. Der Betrieb firmiert seit dieser Zeit unter dem Namen „Wittig
GmbH, Bauunternehmung“. Die Firma hat ihren Sitz in
Nohfelden und beschäftigt durchschnittlich 35 Mitarbeiter.
Schwerpunkte der ausgeführten Arbeiten ist der Tief- und
Rohrleitungsbau sowie Erd- und Oberflächenarbeiten. Das
Unternehmen ist seit Jahren zertifiziert als DVGW-Fachbetrieb nach GW 301, Gruppe W3: ge, pe + pvc sowie seit 2007
Mitglied in der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau, Gruppe
AK2.
Anton Erbach GmbH,
Illingen
Starker Jahresauftakt
Nachdem der AGV Bau Saar im vergangenen Jahr insgesamt 10 Betriebe neu in seinen Reihen begrüßen konnte,
freut er sich auf die Zusammenarbeit mit folgenden Neumitgliedern:
• Zimmerei Stefan Kreher, Lebach
• Kruchten Bau GmbH, Merzig
• Solarkraftwerke Michael Hermann Handels GmbH,
Saarbrücken
• Dachdeckerei Thomas Treinen, Wadern
• Lorowerk GmbH & Co. KG, Bad Gandersheim
(Gastmitglied)
Gallhöfer Dach GmbH
Niederlassung Völklingen
Saarwiesenstraße 5, 66333 Völklingen
Tel.: 06898/2004-0, Fax: 06898/26760
www.gallhoefer.de
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Mitglieder aktuell
Vor fast 50 Jahren wurden die ersten
Sehn-Fertiggaragen gefertigt und von
Anfang an waren es vier Säulen, die
das Unternehmenskonzept tragen.
Hohe Qualität, ein breites Programm,
verbindliche Liefertermine und ein
sehr guter Service.
Früher war Fertiggaragen-Sehn in die
Baustoffwerke Sehn GmbH eingebunden. In 2012 wurden alle Geschäftsbereiche neu organisiert und in die Eigenständigkeit überführt. Thomas Büscher, neuer und alter Geschäftsführer
sowie jetzt auch Gesellschafter, konnte die gesamte Mannschaft aus erfahrenen und technisch versierten Mitarbeitern übernehmen.
Ende 2012 reifte der Entschluss, der
gestiegenen Nachfrage durch Erweiterung der Kapazitäten nachzukommen.
Fast 200.000,00 € wurden von Sehn in
Formen und die entsprechenden Umbaumaßnahmen investiert. Dies führt
auch zu einer wesentlichen Qualitätsverbesserung und leistet einen Beitrag
zum Umweltschutz, da die Emissionswerte erheblich reduziert wurden.
Heute bietet Sehn ein breites Programm von Einzel-, Doppel- und Reihengaragen an. Ergänzt wird das Angebot durch Sondergaragen, wie Erddruck-, Großraum- und DoppelstockAusführungen sowie einem breiten
Zubehörsortiment. Als nächster Schritt
sind weitere Produkt- und Zubehöranpassungen sowie eine Service-optimierung geplant.
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Bau Saar
2 5 Ja h r e B B L
B au m a s c h i n e n
Mit zwei Minibaggern, einem Kompaktlader und einigen Kleingeräten
hat alles begonnen. Nicht der Handel,
sondern die „Dienstleistung an und
mit Baumaschinen“ war von Anfang
an das Kredo des Unternehmens. Damals wurden die Märkte noch von
klassischen Baumaschinenhändlern
bedient, die Miete war allenfalls eine
Randerscheinung.
Doch der Erfolg gab den beiden Firmengründern Ralf Britz und Joachim
Lenhard recht. Bereits 1990 wurde das
neu gebaute Firmenanwesen am Wasserturm in Heusweiler-Holz bezogen.
Reichte das Programm an Mietmaschinen damals bereits vom Kompaktbagger bis zum Turmdrehkran, wurde
1991 das Angebot z. B. durch die sogenannte „Komplettmontage“ für
Turmkrane ausgeweitet. „ALL IN
Dienstleistungsmiete“ war eine weitere Idee, die in der Folge genau den
Zeitgeist getroffen hatte.
Nach der Pensionierung von Lenhard
wurde das Unternehmen von Grund
auf neu ausgerichtet und in die Unternehmensbereiche Baukrane und Baumaschinen aufgeteilt. Eduard Peter
führt seit dieser Zeit die Geschäfte der
Sparte Baumaschinen – Mietservice,
Ralf Britz ist für die Baukrane zuständig.
Das rasante Wachstum der folgenden
Jahre erforderte immer wieder Veränderungen in der Organisation. Bereits
2006 war man zertifiziert nach DIN
9001-2006. Weitere Zertifikate folgten.
Als kontinuierlicher Ausbildungsbetrieb konnten der größte Teil des Mitarbeiternachwuchses immer aus den
eigenen Reihen gewonnen werden.
Durch geringe Fluktuation und hohe
Mitarbeitermotivation ist es gelungen,
eine hochmotivierte, erfahrene Belegschaft aufzubauen. „Es ist unser größtes Kapital“ sagt Firmenchef Ralf Britz
stolz.
Im Unternehmensbereich BBL Mietservice stehen heute rund 130 selbstfahrende Baumaschinen und 40 LKW´s zur
Verfügung. Angeboten werden auch
Maschinisten, Durchführung von
Schwertransporten sowie Komplettlösungen „All INN“ für den gesamten
Maschinenpark.
Diese Dienstleistungen werden im
Saarland, Rheinland Pfalz, Luxemburg
und Frankreich angeboten.
Der Unternehmensbereich Kranservice
gehört mit mehr als 200 Mietkranen
zu den Marktführern in Deutschland.
Seit 2014 produziert die BBL Cranes
GmbH auch Turmkrane. Es wurde ein
hochmoderner Baukran entwickelt,
der den „üblichen“ Kranen in Sachen
Montage, Handling und Energie um
einiges überlegen ist. Hierauf wurden
mehrere Patente angemeldet. Gefördert wurde dieses Projekt durch die
Europäische Union.
Die BBL Gruppe versteht sich noch
heute als „Komplettdienstleister an
und mit Baumaschinen“!
Die Unternehmensgruppe beschäftigt
81 Mitarbeiter in Vollzeit und erwirtschaftet ca. € 14 Mio. Jahresumsatz.
In Naher Zukunft ist eine Standortverlagerung der Sparte Baumaschinen
Mietservice nach Göttelborn geplant.
Hier entsteht eine moderne Anlage
um Miet- Baumaschinen und LKW`s zu
Händeln, inkl. Dialoggebäude, Werkstatt, Lager, Maschinenwaschanlage,
Tankstelle und Lagerplatz.
Im Jahr 2015 wird die Unternehmensgruppe das Projekt „Unternehmenswert Mensch“, sowie ein Wertezertifikat umsetzen.
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Magazin
Fachliteratur
Ta r i f v e r t r ä g e
und Arbeitsr e c h t B au
2014/2015
von Lothar Platzer, Fachanwalt für Arbeitsrecht, 22. Auflage 2014/2015, 360
Seiten, € 29,80 (ab 10 Exemplaren
Staffelpreise), auch als E-Book erhältlich. ISBN 978-3-89650-370-1, VOB-Verlag Ernst Vögel GmbH, 93491 Stamsried, Telefon: 094 66 / 94 00-0, Telefax:
094 66 / 1276, www.vob-buecher.de
Dieses Buch ist Kommentar und Tarifsammlung in einem Werk und deshalb
ein unverzichtbares Nachschlagewerk
für den Bau. Mit seiner Hilfe bleibt für
den Leser das komplizierte Gebiet des
Tarif- und Arbeitsrechts am Bau übersichtlich und verständlich.
Im ersten Teil wird das komplette Arbeitsrecht vom Einstellungsgespräch
über Arbeitsvertragsformen bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassend und leicht verständlich dargestellt. Hier werden die Fragen aus der
Praxis zur Abgrenzung von Leiharbeit
zu Werkverträgen und zur Scheinselbständigkeit ebenso beantwortet, wie
Fragen zum Feiertagsrecht, zur Abmahnung und zum Kündigungsrecht.
Im zweiten Teil sind die aktuellen Rahmentarifverträge für gewerbliche Arbeitnehmer (BRTV) und Angestellte
(RTVA) sowie die Vergütungstarifverträge abgedruckt. In zahlreichen Fußnoten werden die Regelungen erläutert.
In einem dritten Teil sind als Anhang
die für die betrieblichen Praxis wichtigen Gesetze, Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz, Arbeitnehmer-Entsendegesetz sowie Auszüge aus dem Sozialgesetzbuch im Zusammenhang mit
den Vorschriften zum Saison-Kurzarbeitergeld abgedruckt.
Weitere wichtige Übersichten zur Entwicklung des Tariflohnes, der Sozialkassenbeiträge und der lohnbezogenen Kosten runde dieses gelungene
Arbeitshandbuch für Baupraktiker ab.
K a l k u l at i o n
v o n B au p r e i s e n
Hochbau, Tiefbau, Schlüsselfertiges
Bauen von Prof. Dr.-Ing. Ferhard Drees
und Dr.-Ing. Wolfgang Paul, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage 2015,
368 Seiten, 24 x 17 cm, gebunden, 78
EURO, ISBN: 978-3-410-24308-3, Beuth
Verlag GmbH, Tel. 030/ 2601-2141, Fax:
030/ 2601-1724 , www.beuth.de
Dieses Standardwerk unterstützt den
Baukalkulator bei seinen Berechnungen und hilft bei der richtigen Einschätzung aller Kostenfaktoren, so
dass größere Differenzen zwischen
kalkulatorischen und tatsächlichen Kosten vermieden werden.
Anhand zahlreicher Beispiele wird gezeigt, wie die einzelnen Kostenarten
ermittelt und das Umlageverfahren
funktioniert.
Der Inhalt der 12. Auflage aktualisiert
und berücksichtigt die aktuelle Rechtsprechung im Nachtragsmanagement.
Das Kapitel „Kalkulation im SF-Bau“
wurde neu strukturiert.
Aus dem Inhalt
G Kalkulation im baubetrieblichen
Rechnungwesen
G Bauauftragsrechnung und Kalkulation
G Verfahren und Aufbau, Durchführung der Kalkulation
G Aufgliederung eines Einheitspreises
G Berechnung eines Nachtrags
G Komplette Kalkulationsbeispiele:
Hochbau, Erdbau, Straßendeckenbau, Straßenbau, Ortbeton-Rammpfähle, Rohrleitungsbau
G Änderung des Bauvertrags und der
Kalkulationsgrundlage
G Kalkulation im Montagebau und im
SF-Bau
G Deckungsbeitragsrechnung
G Risikobeurteilung in der Baupreisermittlung
G EDV-Kalkulation und Kalkulationsanalyse
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13.02.2015
7:10 Uhr
Seite 31
Bau Saar
D e r AG V
B au Sa a r
g r at u l i e r t
H e r r n G ü n t e r N e h re n , ehemaligem Vorstandsmitglied der LFG
Holzbau, zur Vollendung seines 82.
Lebensjahres am 5. Januar 2015
H e r r n We r n e r B a c k e s , ehemaligem
Beiratsmitglied des AGV Bau Saar,
zur Vollendung seines 78. Lebensjahres am 8. Januar 2015
H e r r n Wo l f r a m R a b e r, ehemaligem Vorstandsmitglied der Dachdeckerinnung, zur Vollendung seines 73. Lebensjahres am 15. Januar
2015
H e r r n B e r t h o l d B e c k e r, ehemaligem Vorstandsmitglied der Stuckateurinnung, zur Vollendung seines
77. Lebensjahres am 17. Januar 2015
Herrn Egon Komp,
Vorstandsmitglied der
Malerinnung, zur Vollendung seines 60. Lebensjahres am 21. Januar 2015
H e r r n G ü n t e r D e u t s c h , langjährigem Vorstandsmitglied der Dachdeckerinnung sowie Beiratsmitglied
des AGV Bau Saar, zur Vollendung
seines 82. Lebensjahres am 24. Januar 2015
H e r r n G u n d o l f B l a n d f o r t , ehemaligem Beiratsmitglied des AGV Bau
Saar, zur Vollendung seines 77. Lebensjahres am 26. Januar 2015
H e r r n G o t t f r i e d S a u e r, Ehrenmitglied der Stuckateurinnung, zur
Vollendung seines 81. Lebensjahres
am 7. Februar 2015
DER AGV
BAU SA AR
TRAU ERT
um H e r r n S t u c k a t e u r m e i s t e r A d o l f
L u c k , ehemaligem Vorstandsmitglied
der saarländischen Stuckateurinnung,
der am 7. Januar im Alter von 80 Jahren
verstorben ist.
TERM
19. März 2015
Mettlach, Josefstag der Landesfachgruppe Holzbau Saarland
INE
20./21. März 2015
Pirmasens, Fachseminar der Dachdeckerinnung
25. März 2015
Saarbrücken, 10 Jahre Meisterhaft
22. April 2015
Saarbrücken, Mitgliederversammlung der Malerinnung
8. Mai 2015
Saarbrücken, Infotag „Azubi am Bau”
26. Juni 2015
St. Wendel, Mitgliederversammlung Dachdecker
21. Juli 2015
Saarbrücken, Tag der Saarländischen Bauwirtschaft
ZDB-Broschüre
„ Q u o va d i s B au ko st e n ? “
In der Diskussion um Kosten für das Wohnen ist häufig von einer „Baukostenexplosion“ die Rede. Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Preise für Bauleistungen, insbesondere des Bauhauptgewerbes, nur einen untergeordneten
Anteil am Preisanstieg von Immobilien haben. Demgegenüber treiben die
Baulandverknappung, die Entwicklung bei den Baunebenkosten, wie auch die
Heraufsetzung energetischer Standards die Preise. Darüber hinaus verzeichnen bestimmte Baumaterialien im Sanierungsbereich markante Preissteigerungen. In der vom ZDB erarbeiteten Broschüre „Bauen heute – Was treibt
und bremst die Baukosten“ wird ein differenzierter Blick auf die Entwicklung der Bau- und Immobilienpreise sowie deren Treiber gerichtet werden.
Die Broschüre kann beim AGV Bau Saar angefordert werden (Frau Hantschel,
Tel. 0681 3892532).
Impressum
Herausgeber:
Arbeitgeberverband der
Bauwirtschaft des Saarlandes
Kohlweg 18, 66123 Saarbrücken
Telefon (06 81) 3 89 25-0
Telefax (06 81) 3 89 25-20
Internet: http://www.bau-saar.de
E-mail: agv@bau-saar.de
Verantwortlich:
RA Claus Weyers (-22)
Redaktion:
Kirsten Schilt (-34)
Auflage: 1300 Exemplare
Erscheinungsweise: 5 x jährlich
Anzeigenverwaltung und Vertrieb:
Dienstleistungsgesellschaft
AGV Bau Saar GmbH
Kohlweg 18, 66123 Saarbrücken
Telefon (06 81) 3 89 25-0
Telefax (06 81) 3 89 25-20
Satz und Druck:
Werbedruck Klischat
Offsetdruckerei GmbH
Untere Bliesstraße 11
66538 Neunkirchen
Telefon (0 68 21) 29 04-0
Telefax (0 68 21) 29 04-31
Nachdruck, auch auszugsweise,
nur nach vorheriger Genehmigung
der Redaktion.
Der nächste Saar Bau Report
erscheint im April 2015
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13.02.2015
7:10 Uhr
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