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L ER NBÜRO
Ein Praxis-Einblick in ein flipped learning-Szenario am Privatgymnasium Schloss Neubeuern
Heterogenität mit dem Lernbüro
begegnen
Lernen mit digitalen Werkzeugen ist an unserer Schule selbstverständlich. An der Internats- und
Tagesschule Schloss Neubeuern ist im Schulprofil fest verankert, dass Lernen unweigerlich mit
digitalen Medien zu tun hat. Unsere Schule ist technisch und personell dafür bestens ausgestattet.
Stefanie Spring
Alle Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis
12 nutzen konsequent Microsoft OneNote als digitales Arbeitsheft. Allen
Schülern steht dabei ein Notebook als
Arbeitsgerät zur Verfügung. In der Jahrgangsstufe 9 haben die Schüler seit dem
Schuljahr 2013/2014 in ausgewählten Fächern die Möglichkeit, für vier bis fünf
Doppelstunden in der Woche eigenständig in fachübergreifenden Lernbüros zu
arbeiten. In Fächern mit zwei Wochenstunden findet hier im Wechsel eine Präsenzstunde und eine Lernbüro-Schulstunde statt. Schüler können auf eigenen
Wunsch im Lernbüro von einer Fachlehrkraft unterstützt werden. Sie wählen
eigenständig aus mehreren Lernbüros
aus und haben dort die Möglichkeit, sich
selbstständig Faktenwissen zu erarbeiten und dabei die Rahmenbedingungen
ihres Lernens selbst zu bestimmen
(Lerntempo, Zeit, Ort, Sozialform etc.).
des eigenständigen Arbeitens finden.
Weiterhin ermöglicht sie uns Lehrkräften, Schülern individualisiertes Feedback zu ihren Aufgaben direkt über die
Plattform zu geben. Erste Effekte sind bereits aufgetreten: Wir kennen die Lernstände einzelner Schüler viel besser und
können schon vor der nächsten Präsenzstunde wissen, wo sie stehen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass auch die Eltern
mit einem speziellen Zugang einen Einblick in die Unterrichtsinhalte ihrer Kinder bekommen können.
Ein Beispiel im Fach Geschichte,
9. Klasse
Anhand folgender Screenshots erläutere
ich, wie ich in meinem Geschichtsunterricht meiner neunten Klasse den digitalen Planer und interaktive Aufgaben
in itslearning nutze, um meinen Schülern den nötigen Rahmen für selbstständiges Lernen zu geben.
Wie ich den Schülern einen
Überblick ermögliche und
meinen Unterricht plane
Im Planer von itslearning (Abb. 1) strukturiere ich den Ablauf meines Unterrichts. Hier kann ich meinen Schülern
einen Überblick über die Unterrichtsthemen und den zeitlichen Verlauf geben
und – noch viel wichtiger – ihnen Materialien, Internetquellen, Quellentexte,
Lösungen und die zu erledigenden Aufgaben zur Verfügung stellen. Die Aufgaben kann ich mit einer Abgabefrist versehen. Die Schüler müssen eigenständig
koordinieren, wann sie welche Fachaufgaben in welchen Lernbüros bearbeiten. Unter Aktivitäten ist bei uns die
gängige Praxis, den Schüler OneNoteDateien als Aufgaben zur Verfügung zu
stellen. Diese können die Schüler abrufen und bearbeiten. Aufgaben können
außerdem sehr einfach individualisiert
werden, zum Beispiel können Schüler je
Heterogenität lässt sich am
besten mit Blended Learning
begegnen
Um als Schule ein zeitgemäßes Lernkonzept anbieten zu können, entschieden
wir uns dafür, den inverted classroom
beziehungsweise flipped learning umzusetzen. Für uns war von Anfang an
klar, dass die Umsetzung eines solchen
Projekts nur mit einer geeigneten Lernplattform möglich ist. Aus diesem Grund
haben wir uns vor zwei Jahren die webbasierte Lösung itslearning ins Haus geholt, da diese Lernplattform bei leichtem
Zugang größtmögliche Vielfalt im Unterricht erlaubt.
Die Plattform ermöglicht es uns, differenzierte Aufgaben bereitzustellen,
und ist ein Ort für Schüler, an dem sie
Struktur und Materialien für die Phasen
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Abb. 1: Unterrichtsplaner von itslearning: Grundlage für selbstständige Arbeitsphasen.
L.A. MULTIMEDIA 1-2015
Abb. 2:
Schüleransicht –
Es werden personalisiert die
derzeit relevanten
Unterrichtsinhalte
angezeigt.
nach Lerntyp wählen, ob sie die Aufgabe
später mit einer Mindmap oder als Text
oder Audio in itslearning einreichen. Die
Plattform ermöglicht es den Schülern
auch, selbst Audio- oder Videoaufnahmen zu tätigen. Auch ich als Lehrerin
variiere oft mit den angebotenen Aktivitäten der Plattform: So lassen sich auch
die Quizfunktion oder Umfragen einsetzen, um Meinungsbilder einzuholen.
So arbeiten meine Schüler
im Lernbüro
Teil unserer Überlegungen zum Lernbüro ist, dass Schüler auch an der Schule
selbstständig lernen sollen, nicht nur zu
Hause. Hier sollen sie sich Faktenwissen
erarbeiten können, das heißt, die Erarbeitungsphase findet im Lernbüro statt.
In der Schüleransicht (Abb. 2) sehen
Sie das sogenannte Kurs-Dashboard, das
den Schülern allgemeine Informationen
zum Kurs gibt und interessierten Schülern außerdem die Möglichkeit bietet,
sich auch über den Unterrichtsinhalt
hinaus mit dem Fach Geschichte zu beschäftigen (zum Beispiel bei der Frage
des Monats). Daneben werden den Schülern aber auch die für die aktuelle Arbeitsphase wichtigen Lerninhalte angezeigt.
Wenn die Schüler die Aufgaben eingereicht haben, bewerte ich die eingereichten Antworten direkt in der Lernplattform. Hier kann ich schnell einen
Status setzen (zum Beispiel bestanden,
nicht bestanden, befriedigend, nicht
befriedigend etc.). Zudem habe ich in
L.A. MULTIMEDIA 1-2015
einem Textfeld die Möglichkeit, dem
Schüler eine individuelle Rückmeldung
zu der eingereichten Aufgabe zu geben.
So erhalten die Schüler schon vor der
nächsten Stunde eine Hilfe von mir.
Da ich über diese Arbeitsweise schnell
ein Feedback über die Arbeiten meiner Schüler erhalte und meine Schüler
ebenso von mir, sehen sie und ich auch
individuelle Fortschritte viel besser.
Die inhaltliche Vertiefung und auch
ein notwendiger Methodenwechsel innerhalb unserer Lernbüro-Struktur findet über die Wahlmöglichkeiten innerhalb der Aufgaben statt. Hier können
Schüler auch oft die Sozialform selbst
wählen, beispielsweise einen Partnerdialog zu verfassen. Auch Gruppenarbeiten sind keine Seltenheit.
Da wir auch mit selbst gedrehten Lernvideos arbeiten, können Schüler diese
im eigenen Tempo ansehen. Schüler
haben so die Möglichkeit, auch in der instruktiven Präsenzphase besser zu folgen. Der Aha-Effekt tritt ein: Das kann
ich!
Wie sich der Einsatz der
Lernplattform weiterentwickelt
In meinem ersten Jahr mit itslearning
musste ich mich erst in die Funktionen
hineindenken, heute kann ich bereits
viel kreativer mit den pädagogischen
Plattformfunktionen umgehen (zuletzt
zum Beispiel, indem ich den integrierten
Audiorekorder mit in meinen Unterricht
einbezog). Heute überlege ich daher
viel mehr, wie die Schüler selbst noch
kreativer in itslearning arbeiten und
zum Beispiel Inhalte selbst darin erstellen können.
itslearning hilft mir bei der abwechslungsreichen Gestaltung meines Unterrichts, bei der Individualisierung und
beim unkomplizierten Überprüfen des
Lernerfolgs. „Sind meine Schüler auf
dem richtigen Weg?“ ist eine Frage, die
mir die Lernplattform zu beantworten
hilft. Darüber kommen meine Schüler
und ich viel besser in den Dialog über
das Lernen.
Stefanie Spring ist Lehrerin für Geschichte und
Englisch. Am Schloss Neubeuern gefällt ihr
besonders die familiäre Atmosphäre sowie die
Möglichkeit, ihren Unterricht digital umsetzen
zu können. Die Gestaltungsmöglichkeiten
werden vielfältiger. Das Kollegium zieht an
einem Strang.
Stefanie Spring wird auch auf dem Kongress
Digitale Didaktik 2015 (12./13.2.) sowie auf
der didacta in Hannover das Konzept vorstellen und Ihre Fragen dazu beantworten.
itslearning-Stand,
Halle 23, Neue
Technologien
INFORMAT IONEN
www.schloss-neubeuern.de
www.itslearning.de
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