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"Pariser Wochentag" bleibt im Museum Kunstpalast

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19. Februar 2015
pld – Pressedienst der
Landeshauptstadt Düsseldorf
Herausgegeben vom
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pau - Volker Paulat - 93101
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"Pariser Wochentag" bleibt
im Museum Kunstpalast
Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt
entzogener Kulturgüter traf positive Entscheidung für Düsseldorf
Das hochrangige Gemälde "Pariser Wochentag" von Adolph von Menzel
bleibt im Düsseldorfer Museum Kunstpalast. Die "Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter,
insbesondere aus jüdischem Besitz" hat unter dem Vorsitz von Prof. Dr.
Limbach folgende Empfehlung ausgesprochen:
"Die Kommission ist nach eingehender Prüfung der von den Parteien
vorgelegten Schriftsätze und Dokumente zu dem Ergebnis gekommen,
dass es sich bei dem 1935 erfolgten Verkauf des Menzel-Gemäldes 'Pariser Wochentag' aus dem Gesamtgut Eduard L. Behrens nicht um einen
NS-verfolgungsbedingten Vermögensverlust handelt, so dass die Herausgabe des Bildes an die Erbengemeinschaft nach George E. Behrens
nicht empfohlen werden kann."
Damit ist eine lange Diskussion um die Zukunft des Gemäldes "Pariser
Wochentag" (1869) von Adolph von Menzel entschieden. Die Stadt
Düsseldorf muss das Gemälde, das sich seit 1935 in der Gemäldesammlung der Stiftung Museum Kunstpalast am Ehrenhof befindet, nicht herausgeben.
Um 1886 hatte Eduard Ludwig Behrens, Inhaber des Bankhauses L. Behrens & Söhne in Hamburg, das Gemälde erworben. 1925 traf sein Enkel
George E. Behrens die Entscheidung, einen Teil der Sammlung der
Hamburger Kunsthalle leihweise zu überlassen. Anfang März 1935 teilte
er der Kunsthalle mit, dass er beabsichtige, einige Werke zu verkaufen,
darunter auch den "Pariser Wochentag". Als das Gemälde dem Direktor
der Städtischen Kunstsammlungen Düsseldorf angeboten wurde, gab der
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Oberbürgermeister persönlich im Juli 1935 die Genehmigung zu einem
Ankauf.
Seitdem gehört das Gemälde zu den Hauptwerken des Düsseldorfer
Kunstmuseums, heute Museum Kunstpalast. Als ein Schlüsselwerk des
modernen Großstadtbildes war es bis heute am Ehrenhof permanent
ausgestellt und wurde in zahllosen Publikationen veröffentlicht, wobei
die Provenienz nie verschwiegen wurde. Gerühmt als ein "Bahnbrecher
des neuen Realismus" (W. Hofmann), zählt der "Pariser Wochentag" zu
den am häufigsten angefragten Exponaten für große internationale Ausstellungen – von den USA bis Japan.
Die Beratende Kommission betont dazu ausdrücklich: "Die Kommission
verkennt selbstverständlich nicht, dass George E. Behrens seit dem Erlass
des 'Reichsbürger'-gesetzes vom 15. September 1935 zu dem aus rassistischen Gründen kollektiv verfolgten Personenkreis der Juden bzw.
'Nichtarier' gehörte, dass er von November 1938 bis März 1939 in KZHaft war, das von ihm geführte Bankhaus liquidieren musste und unter
großen Vermögensverlusten zur Emigration gezwungen war. Sie ist jedoch der Auffassung, dass die Situation zum Zeitpunkt des Verkaufs des
Menzel-Gemäldes für das Bankhaus wie für die Familie Behrens noch
eine andere war."
Damit wurde die Auffassung der Anwaltskanzlei Prof. von Pufendorf
und der Provenienzforscher am Museum Kunstpalast bestätigt, die nach
sorgfältiger Recherche zu dem Ergebnis gekommen waren, dass der "Pariser Wochentag" , da er weder verfolgungsbedingt, noch unter Wert
verkauft wurde, nicht zurückgegeben werden müsse. Hans-Georg Lohe,
Kulturdezernent der Stadt Düsseldorf: "Ich bin froh, dass die Beratende
Kommission nach Prüfung des Einzelfalls zu dem Ergebnis gekommen
ist, dass der 'Pariser Wochentag' von Menzel in Düsseldorf verbleiben
kann. Das Gemälde kann im Museum Kunstpalast somit auf Dauer der
Öffentlichkeit gezeigt werden."
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Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte am 11. Juli 2013 in diesem und in einem weiteren Fall entschieden, die Beratende Kommission
anzurufen. Die Erbengemeinschaft Behrens und die Stadt Düsseldorf
hatten im Voraus erklärt, die Entscheidung der Beratenden Kommission
als bindend zu akzeptieren. Die mündliche Beratung erfolgte am 11. November 2014 in Berlin. Die ausführliche Begründung der Beratenden
Kommission wurde am 3. Februar 2015 vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, Koordinierungsstelle in Magdeburg, veröffentlicht.
(arz)
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