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- Bad Zurzach Tourismus

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Kolloquium I Freitag 17.10.2014 I 10:45 – 18:00 h
Warum ist Landschaft schön?
Ästhetik, Konstruktion und Bewertung von Landschaft
Programm
10:45 – 11:00 h
Begrüssung und Einführung
11:00 – 12:00 h
Vortrag Martin Schmitz
12:00 – 13:00 h
Vortrag Dr. phil. Raimund Rodewald
13:00 – 14:30 h
Mittagessen
14:30 – 15:30 h
Lois Hechenblaikner – Benedikt Loderer
15:30 – 16:00h
Kaffeepause
16:00 – 17:00h
Perspektiven und Einschätzungen von Studierenden der ETH Zürich
alternativ: Vortrag Prof. Gion A. Caminada
17:00 – 18:00h
Guido Baselgia – Philip Topolovac
Abendessen
Projektbeschrieb
Das öffentliche Kolloquium widmet sich dem Thema Landschaft und konstituiert sich aus Beiträgen
von Wissenschaftlern, Künstlern und Personen des öffentlichen Dienstes. Grundlage und Bezugspunkt der Überlegungen bildet der Text „Warum ist Landschaft schön?“ von Lucius Burckhardt aus
dem Jahr 1979. Der Text resümiert Überlegungen und Ergebnisse eines Seminars, das Burckhardt
1979 in Vrin (Graubünden) mit einer Gruppe Studenten abhielt. Ausgehend von der Erkenntnis, dass
Landschaft keine gegebene Entität ist, sondern ein menschliches Konstrukt darstellt, werfen Burckhardt und seine Gruppe eine Reihe von Fragen auf, etwa: Gibt es überindividuelle Kriterien für die Beurteilung einer Landschaft als „schön“? Ist es eher die verlassene oder die genutzte Landschaft, die
uns schön erscheint? Und kann es überhaupt eine hässliche Landschaft geben?
35 Jahre später möchte das Kolloquium die von Burckhardt in den Raum gestellten Fragen erneut auf greifen und – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gegenwärtigen „Wiederentdeckung“ Lucius Burckhardts – auf ihre Aktualität und Relevanz hin prüfen. Das Kolloquium lädt seine Referenten, Diskutan ten und das Publikum ein, inmitten der Landschaft des Engadin, die selbst zu einem Mythos geronnen
ist, Burckhardts Thesen in dasjenige kritisch-diskursive Klima zurückzuführen, in dem sie ursprünglich
entstanden sind.
Das Programm sieht für die Vormittagssektion einführende Vorträge zu den Themen Landschaft und
Lucius Burckhardt von Dr. Raimund Rodewald von der Stiftung Schweizer Landschaftsschutz und
Martin Schmitz, selbst Burckhardt-Schüler und Verleger seiner Schriften, vor. Auf dieser Grundlage
wird die erste Stunde der Nachmittagssektion gemeinsam vom Künstler Lois Hechenblaikner und dem
Journalisten und Publizisten Benedikt Loderer gestaltet, die in ihren je eigenen Medien – Fotografie
und Text – eindringlich die Problematiken des Alpenraumes thematisieren. Darauffolgend ist eine Kooperation mit den Architekturstudenten der ETH-Schweiz geplant, die dieses Jahr im Schweizer Pavillon auf der Architekturbiennale im Zuge einer Performance von Asad Raza und Tino Sehgal Material
aus dem Archiv Lucius Burckhardts präsentieren. Gegenstand der offenen Diskussion bzw. der Kurzvorträge der Studierenden (noch zu entscheiden) soll die Anwendbarkeit und Aktualität der Thesen
und Konzepte sein, deren Entwicklung inzwischen teils gut 30 Jahre zurückliegt. Sollte die Kooperation nicht zustande kommen wird alternativ der in Vrin (GR) ansässige Architekt Gion A. Caminada eingeladen, in einem Vortrag seine Perspektiven aus der gestalterischen Praxis einzubringen. Abschliessend werden mit Guido Baselgia und Philip Topolovac noch einmal zwei Künstler dialogisch ihren Blick
auf die Landschaft vorstellen. Beide Künstler arbeiten (u.a.) im Medium der Fotografie und ergründen
in hochästhetischen schwarz-weiß Bildern die Landschaft, bei Baselgia die natürliche – die Bergwelt
des Engadins oder Ebenen der Polarregion –, bei Topolovac die urbane – die Brachen und Baustellen
Berlins. Der Reiz der Gegenüberstellung resultiert aus der verblüffenden Ähnlichkeit der Formulierungen des Themas Landschaft, die die Künstler auf der Grundlage solch unterschiedlichen Ausgangsmaterials finden.
Guido Baselgia,
Hochland XXI,
2001
Hintergrundinformationen zum Leitmotiv 2014
„Warum ist Landschaft schön?“
„Der Beginn der Landschaft wandert mit dem Betrachter“ (Lucius Burckhardt)
Der Basler Lucius Burckhardt (1925 bis 2003) war Soziologe, Urbanist und Architekt. Die von ihm er fundene Spaziergangswissenschaft steht dem Veranstaltungsprogramm 2014 Pate. Die künstlerischen Aktionen referieren immer wieder direkt und indirekt auf die Grundlagen der Promenadologie
und die Theorie der Spaziergangswissenschaft selbst. Deren Grundlage ist eine realistische Haltung
zur Wahrnehmung und Wirklichkeit. Die Spaziergangswissenschaft sucht ein anderes Verständnis von
Landschaft und urbanem Raum, sowie eine neue Architektur und Planung.
Was in den 80er Jahren sozusagen als Methode der Wahrnehmung der Umwelt erdacht worden ist,
hat nichts an Aktualität eingebüsst. Im Gegenteil: Künstlerinnen und Künstler der verschiedensten
Sparten (Musik, Literatur, Theater, Performance, bildende Kunst) untermauern und verdeutlichen mit
ihrer jeweils ureigenen „Sprache“ die Theorie der Spaziergangswissenschaft. Die KünstlerInnen illus trieren nicht mit ihren Produktionen. Sie wirken als „Verstärker“, machen sicht- und erlebbar, was uns
umgibt und vermitteln direkt über das akustische, visuelle oder physische Erlebnis. Die dabei gemachten Erfahrungen schärfen die Sinne für eine differenziertere Wahrnehmung unserer Umwelt.
In den 70er Jahren beschreibt Lucius Burckhardt in „Warum ist Landschaft schön?“ im Kapitel „Landschaftsentwicklung und Gesellschaftsstruktur“ (Seite 19 bis 32), wie die Ideologisierung der Natur, die
Manipulation des Naturbildes (inkl. der Dialektik des Tourismus, H.M. Enzensberger), die Politisierung
der Natur, die Rationalisierung der Landschaft und der Landwirtschaft, bis hin zum Verschleiss der
Landschaft und der Entdeckung der Umwelt vor sich gingen und gehen.
Diese Thematiken und manche mehr werden in unterschiedlichsten Mitteln und Medien bearbeitet und
erklärt. Die ausschweifenden Spaziergänge in Landschafts- und Architekturräume werden zum Mittel
der Erkenntnis. Und wo Sehen und Hören zum Erkennen wird, ist die Wahrnehmung intensiver und
prägender: Da rücken innere und äussere Landschaften näher zusammen. Dabei wird die Kunst zur
Mittlerin zwischen dem Menschen und seiner Umgebung.
Philip Topolovac, Berg 105, 2013
Referenten
Dr. phil. Biol., Dr. h.c. iur. Raimund Rodewald
*1959, Schaffhausen, D
Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
bis 1990
seit 1990
seit 1992
seit 1992
1999
seit 2006
2008
2008
Studium der Biologie an der Universität Zürich
wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
Leitung der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Bern
Lehraufträge im Bereich Natur- und Landschaftsschutz an diversen
Schweizer Hochschulen, u.a. ETH Zürich, Universität Lausanne,
Hochschule Rapperswil, Luzern, Wädenswil
Veröffentlichung von Sehnsucht Landschaft. Landschaftsgestaltung unter
ästhetischem Gesichtspunkt
Gastdozent für Landschaftsästhetik am Institut für Natur- Landschafts- und
Umweltschutz an der Universität Basel
Verleihung der Würde eines Ehrendoktors der Universität Basel
Landschaftsinitative Raum für Mensch und Natur
Martin Schmitz
*1956, Hamm / Westfalen, D
Verleger, Kurator, Autor, Herausgeber der Schriften Lucius Burckhardts
ab 1976
1987
1989
1989 - 1997
1999
2006 / 07
2007
2007
2008
2013 / 14
2014
Studium der Stadt- und Landschaftsplanung bei Lucius Burckhardt
Kurator des Filmprogramms der documenta 8
Gründung des Martin Schmitz Verlages
Galerie Martin Schmitz, Beteiligung an der documenta 9 und 10
Kurator der Ausstellung Die tödliche Doris, Berlin
Lehrauftrag für Spaziergangswissenschaft an der Universität Kassel
Kurator des 3. Symposions documenta urbana Kunst plant die Planung
Ausstellungsbeteiligung Walk!, Kunstraum Bethanien, Berlin
Kurator der internationalen Tagung Spaziergangswissenschaft: Sehen,
erkennen und planen, Frankfurt am Main
Gastprofessur an der Kunsthochschule der Universität Kassel
Organisator der Lucius Burckhardt Convention in Kassel
Lois Hechenblaikner
*1958, Reith, AT
Künstler
ausgewählte Ausstellungen
2012
2010
2009
2008
2007
2003
Intensivstation, Kunstmuseum Bern, CH
Theater am Saumarkt, Feldkirch, AT
Wolfsberg Arts Forum, Ermatingen, AT
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, AT
Austrian Culutural Forum, New York, USA
Leica Galerie Tokyo, JP
ausgewählte Stipendien und Preise
2012
1995 / 96
King Albert Mountain Award, London, UK
Kodorama Award Best of the year
Benedikt Loderer
*1945, Bern, CH
Architekt, Autor, Journalist
1981
1988
1992
2002
2005
2006
seit 2006
2012
Promotion zur Begriffstbestimmung Stadtraum an der ETH Zürich
Gründung der Zeitschrift Hochparterre
Teilredaktor der Zeitschrift aktuelles bauen
Kein eindeutiges Objekt, erschienen in Hochparterre
Architekturführer Liechtenstein, erschienen bei Niggli, Sulgen
Was ist eine Stadtsiedlung? erschienen in Hochparterre
Den Balkon neu erfinden, erschienen in Hochparterre
Blog Stadtwanderer. Geschichte(n) aus meinem Lebensraum
Veröffentlichung von Die Landesverteidigung. Eine Beschreibung des
Schweizerzustands
Guido Baselgia
*1953, Engadin, CH
Künstler
bis 1975
Studium der Fotografie der Schule für Gestaltung, Zürich
ausgewählte Einzelausstellungen
2012
2011
2008
2005
2004
2003
2001
Alpenfalten, Galerie Andreas Thalmann, Zürch, CH
LungoGuardo, Galerie Elisabeth Costa, Pontresina, CH
Lamina d'argento, Istituto Svizzero di Roma, IT
Von der Oberfläche der Erde, Galerie Bob Gysin, Zürich, CH
Weltraum, Kunsthaus Zug, CH
Hochland, Nairs, Zentrum für Gegenwartskunst, Scuol, CH
Hochland, Bündner Kunstmuseum, Chur, CH
ausgewählte Stipendien und Preise
2006
2004
1998
1996
Innerschweizer Kulturpreis
Anerkennungspreis des Kantons Graubünden
Werkjahr der Kulturstiftung UBS -Art Award, Zürich
Zuger Werkjahr
Philip Topolovac
* 1979, Würzburg, D
Künstler
2001- 2008
Studium der Bildenden Künste an der UDK Berlin
ausgewählte Ausstellungen
2014
2012
2011
2010
2008
Netz. Vom Spinnen in der Kunst, Kunsthalle Kiel, D
Berlin.Status, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, D
Topophilia, Work Gallery, Detroit, USA
Erdbeobachtungen, Galerie Isabella Czarnowksa, Berlin, D
to the highest mountain, Christina Wilson Galerie, Kopenhagen, DK
parasites and mountainviews, Galerie Isabella Czarnowksa, Berlin, D
ausgewählte Stipendien und Preise
2014
2011
2005 - 2008
Stipendium der Stiftung Kunstfonds
Atelieraufenthalt in der Meet Factory, Prag CZ
Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes
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