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Infoblatt vom 18.02.2015 - rbb Rundfunk Berlin

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rbb PRAXIS sucht Ihre Krankengeschichte!
Sie haben gesundheitliche Beschwerden? Sie sind schon bei verschiedenen Ärzten gewesen und
haben immer noch keine klare Diagnose? Sie wären bereit, sich einer Live-Diagnose im Studio zu
unterziehen? Sie wohnen in Berlin oder Brandenburg? Wir können Ihnen vielleicht helfen.
Dann bitten wir Sie, uns kurz Ihre Krankengeschichte zu schildern und Kopien Ihrer Arztbefunde
zu schicken. Wenn möglich, legen Sie bitte ein Foto von sich bei.
Wir arbeiten mit einer Reihe von Ärzten zusammen, die zur Live-Diagnose zu uns ins Studio
kommen. Vielleicht finden wir Ärzte, die Ihnen helfen könnten.
Schreiben Sie uns eine E-Mail und schicken Sie Arztbefunde als Anhang an:
praxis@rbb-online.de
oder schicken Sie uns alles per Post an:
Redaktion rbb PRAXIS
Masurenallee 8-14, 14057 Berlin
rbb Praxis – Das Gesundheitsmagazin
am 18.02.2015, 20.15 – 21.00 Uhr
Die Themen:
Plötzlich Grippe – was tun?
Grauer Star – was ist das?
Künstliche Augenlinsen
Notfall Blinddarmentzündung
Entschlacken – sinnvoll oder Hokuspokus?
Immunschwäche SCID
Influenza
Mal zwitschern die Vögel bei frühlingshaften 9 Grad Celsius, am nächsten Tag ist es
wieder eisig: Der Wechsel zwischen Minusgraden und Plustemperaturen bereitet
momentan den Boden für die „echte“ Grippe. Die Betroffenenzahlen sind in den letzten
Wochen sprunghaft angestiegen. Die Grippewelle hat Brandenburg erreicht. Betroffen
dort vor allem die südlichen Regionen bis zum Speckgürtel Berlins. Auch in der
Hauptstadt steigen die Zahlen der Grippeerkrankungen sprunghaft.
In der Saison 2012/13 starben 20.600 Menschen an einer Grippe und deren Folgen. In
einem durchschnittlichen deutschen Grippejahr sind es laut Schätzungen des Robert
Koch-Instituts (RKI) etwa 8.000 Menschen, die an den Folgen der Infektion versterben.
Dieses Jahr scheint ähnliches auf uns zuzukommen: In den letzten Wochen ist die
Anzahl der Influenza-Kranken stetig gestiegen. Bis Ende Kalenderwoche 6
(Datenbestand 10.02.15) haben die Labore und Kliniken in der laufenden Saison
2014/2015 10.950 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI
übermittelt.
Die Influenza oder echte Grippe ist eine schwere Erkrankung, die durch plötzlich
auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen,
Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und
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trockenen Reizhusten gekennzeichnet ist. Grippeviren werden per Tröpfcheninfektion
übertragen. Sie können vor allem älteren Menschen zum Verhängnis werden. Wenn
beispielsweise Probleme im Herz-Kreislaufsystem vorliegen, ist eine Lungenentzündung
nicht weit.
Grippeerkrankung schützt nicht vor erneuter Infektion
Die Viren sind besonders wandelbar und verändern sich von Jahr zu Jahr. Selbst eine
durchgemachte Grippe schützt nicht vor weiteren Infektionen. Jeden Winter sind
mehrere und immer andere Virentypen gleichzeitig aktiv. Der Impfstoff wird deshalb an
die aktuelle Situation angepasst. Die genaue Zusammensetzung legt jedes Jahr die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest. Durchschnittlich liegt der Grippeimpfschutz
bei 60 Prozent. Seine Wirkung variiert individuell und durch den Grad der
Übereinstimmung der eingesetzten Impfstoff-Antigene mit den in einer Saison
zirkulierenden Influenzaviren. In einer Saison mit schlechter Übereinstimmung liegt der
Impfschutz nur bei 30 bis 50 Prozent. Das heißt, maximal jeder zweite profitiert von der
Impfung.
Aktueller Grippeimpfstoff 2014/15 nicht gut wirksam
Die saisonalen Grippeimpfstoffe setzen sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell
weltweit zirkulierenden Virustypen zusammen. In diesem Jahr gibt es Probleme mit dem
Impfstoff; es ist der gleiche wie im letzten Jahr. Offenbar haben die Virologen der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Auswahl der potenziellen Subtypen keine
glückliche Hand gehabt. Es muss deshalb mit einer reduzierten Wirksamkeit gerechnet
werden. Der Grippe-Impfstoff enthält zwar auch das derzeitige Subtyp H3N2 InfluenzaA-Virus, doch hat sich der Virus in den letzten Monaten verändert. Experten sprechen
von einem sogenannten „Gendrift“. Dennoch rät das RKI bestimmten Zielgruppen auch
jetzt noch zu einer Impfung. Denn bei Risikopatienten kann die Influenza zu
schwerwiegenden Komplikationen führen, die einen Krankenhausaufenthalt nötig
machen. Die Grippe kann so zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.
Wer soll sich impfen lassen?
Die STIKO wie auch die Impfkommissionen und Gesundheitsbehörden aller europäischen
Länder empfehlen die Influenzaimpfung vor allem Personen mit einem besonders hohen
Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Menschen mit besonders hohem
Ansteckungsrisiko oder der Möglichkeit, Grippeviren an Risikopersonen weiterzugeben.
Grundsätzlich sollten sich daher alle über 60-Jährigen und alle Kinder und Erwachsene
mit chronischen Krankheiten impfen lassen (Atemwegsleiden, Herz-KreislaufErkrankungen, Leber- oder Nierenleiden, Zuckerkrankheit oder andere
Stoffwechselstörungen, Nervenerkrankungen wie z. B. Multiple Sklerose ,
Immunschwäche z. B. HIV-Infektion, aber auch Immunsuppression nach einer
Transplantation). Außerdem wird das Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen
empfohlen.
Auch Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, Personen, die
ungeimpfte Risikopersonen betreuen und medizinisches Personal sollten sich impfen
lassen. Jeder schützt durch eine Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch andere in
seinem Umfeld. Dieser „gesellschaftliche“ Aspekt der Impfung ist gerade bei
medizinischem Personal besonders wichtig. Für alle genannten Personen werden die
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Kosten der Impfung von den Krankenkassen übernommen. Für alle anderen gilt: vor der
Impfung bei der Kasse nachfragen.
Was Sie bei einer Infektion tun können
Wer sich angesteckt hat und nicht geimpft ist, sollte sich um einen optimalen
Heilungsverlauf bemühen. Dazu zählen vor allem die körperliche Schonung und viel
Flüssigkeit. Zudem sollte der Kontakt nach außen vermieden werden. Wer schwer
erkrankt, erhält in der Klinik Infusionen, damit der Kreislauf aufrechterhalten wird.
Können Patienten nicht mehr selbstständig atmen, werden sie künstlich beatmet und
erhalten eine antibiotische Therapie, wenn zusätzlich bakterielle Komplikationen
aufgetreten sind. Auf die Gabe von Grippemedikamenten wie Relenza und Tamiflu
verzichten viele Experten. Denn die Wirksamkeit der Medikamente ist umstritten,
nachdem bekannt geworden war, dass wichtige Studienergebnisse von den
Herstellerfirmen zurückgehalten wurden. Vorbeugend sollten regelmäßig die Hände
gewaschen werden, in der Grippe-Saison Menschenansammlungen gemieden und bei
Risikopatienten eine Impfung erfolgen.
Dagegen warnen Experten vor einer kritiklosen Einnahme fiebersenkender Mittel.
Denn Fieber hat seine guten Gründe: Es reduziert Viren und verringert so die
Ansteckungsgefahr. Die Medikamente verhindern das. Zudem fühlen sich die Patienten
schnell wieder besser, gehen zur Arbeit und in die Öffentlichkeit. Beide Effekte führen
dazu, dass Grippekranke die Viren weitergeben und die Epidemie so verstärken.
Experten im Beitrag
Dr. Thomas Georgi
Allgemeinmediziner
Prenzlauer Allee 90
10409 Berlin
Dr. Silke Buda
Robert Koch-Institut
Arbeitsgemeinschaft Influenza
Abteilung für Infektionsepidemiologie
Weiterführende Infos im Internet
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.impfen-info.de
Robert Koch-Institut
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/IPV/Influenza.html?nn=2386228
Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI zur aktuellen Lage
https://influenza.rki.de/
Informationen zu den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen, den freigegebenen
Impfstoffdosen und der Impfstoff-Stammzusammensetzung für die Saison 2014/2015
http://www.pei.de/DE/infos/fachkreise/impfungen-impfstoffe/influenzagrippeimpfstoffe-saisonal/influenza-grippeimpfstoffe-node.html
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Klare Sicht statt Grauer Star: Live-OP am Auge
Augenärzte können getrübte Augenlinsen beim Grauen Star heute schnell und schonend
durch Kunstlinsen ersetzen. Die rbb Praxis ist live dabei, wie Spezialisten in einer großen
Augen-Tagesklinik in der Prignitz im Land Brandenburg diesen Eingriff durchführen. Die
Praxis informiert auch darüber, welche Kunstlinsen es gibt und was der Patient vor der
Auswahl einer Praxis oder Klinik wissen sollte.
Mit einem Vogel hat der „Graue Star“ nichts zu tun. Die Bezeichnung entstand
wahrscheinlich im Mittelalter – als Reaktion auf den auffallend starren Blick der
Betroffenen. Mediziner nennen die Augenerkrankung „Katarakt“, nach dem lateinischen
Wort für Wasserfall: Ärzte in der Antike sind wohl davon ausgegangen, dass dabei eine
Flüssigkeit wie ein Wasserfall im Auge herunterläuft und dort erstarrt.
Tatsächlich ist der Graue Star gar keine Augenerkrankung im eigentlichen Sinne,
sondern vielmehr die Folge der natürlich alternden menschlichen Linse. Verantwortlich
ist eine veränderte Struktur der Augenlinse. Dadurch wird das einfallende Licht vielfach
gebrochen, die Linse wirkt trüb. Betroffene sehen unscharf, kontrastarm und weniger
farbig. Manche klagen auch über eine höhere Blend-Empfindlichkeit. Risikofaktoren wie
Rauchen, Diabetes, einige Medikamente oder auch ein heftiger Schlag aufs Auge
begünstigen ein frühes Auftreten der Krankheit.
Mit rund 600 000 operierten Augen pro Jahr gehört die Star-Operation zu den
häufigsten Operationen in Deutschland. Vor dem Eingriff erfolgt eine genaue Diagnostik.
Je nach Befund wählt der Augenarzt gemeinsam mit dem Patienten eine passende
künstliche Linse aus, die zukünftig die getrübte menschliche Linse ersetzt. Heutzutage
können künstliche Linsen auch komplexe Sehfehler korrigieren und damit eine Brille
überflüssig machen. Diese individuellen Lösungen sind jedoch keine Kassenleistung.
Intraokulare Linsen (IOL)
Alle modernen intraokularen Linsen haben einen integrierten UV-Schutz, der
schädliches UV-Licht zu 100 Prozent absorbiert. Zur Verfügung stehen drei
verschiedene Linsentypen: monofokale, torische und multifokale Linsen. Monofokale
Linsen haben nur einen Brennpunkt. Normalerweise liegt er in der Ferne, so dass die
Patienten für die Nähe eine Lesebrille benötigen. Die Kosten dafür übernehmen die
gesetzlichen Krankenkassen.
Multifokale Linsen bieten die Möglichkeit, nach der Operation ganz auf eine Brille zu
verzichten. Sie haben mehrere Brennpunkte und ermöglichen so das Sehen in
unterschiedlichen Distanzen: Objekte in der Nähe (Zeitung), in der mittleren Distanz
(Computer, Tacho) und der Ferne (Theater, Oper). Die Kassen zahlen den gleichen
Grundbeitrag wie beim Einsatz einer Monofokallinse. Allerdings muss der Patient je nach
Aufwand des Arztes 500 bis 1000 Euro dazu zahlen. Der Einsatz von Multifokallinsen ist
jedoch bei bestimmten Augenerkrankungen ausgeschlossen: Dazu gehören eine
fortgeschrittene Erkrankung der Netzhaut sowie Erkrankungen der Hornhaut und des
Sehnervs. Ein Nachteil der Multifokallinsen ist, dass nicht jeder diese gut verträgt.
Besonders nachts können irritierende Blendungen auftreten.
Torische Linsen korrigieren neben Kurz- oder Weitsichtigkeit zusätzlich auch eine
Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Die torischen Linsen gibt es als monofokale
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und als multifokale Linsen, bei denen die Patienten wiederum Zuzahlungen leisten
müssen.
Vor, nach und während der Operation
Vor dem Eingriff wird das Auge mit einem Gel oder einer Spritze leicht betäubt. Auf
Wunsch können sich die Patienten auch in einen leichten Dämmerschlaf versetzen
lassen. Der Eingriff dauert 10 bis 20 Minuten. Der Augenarzt gelangt mittels eines
feinen Schnittes am Rande der Hornhaut zur Linse. Mit Hilfe von Laser und/oder
Ultraschall entfernt er die trübe Linse aus dem Kapselsack (Halteapparat der
menschlichen Linse), der auch der neuen Kunstlinse wieder als Aufhängung dient. Das
zweite Auge wird nicht gleichzeitig sondern erst im zeitlichen Abstand operiert.
Staroperationen zählen zu den häufigsten und sichersten Operationen weltweit.
Komplikationen wie Infektionen im Auge treten sehr selten auf und können gut
behandelt werden. Allerdings stimmt die Brechkraft der implantierten Kunstlinse nicht
immer hundertprozentig. Deshalb müssen die Patienten im Vorfeld des Eingriffs darüber
aufgeklärt werden, dass auch eine moderne Kunstlinse nicht die Fähigkeiten einer
jugendlichen, menschlichen Linse hat. Sehleistung und Brechkraft des Auges können in
den ersten vier bis sechs Wochen noch schwanken, sollten sich jedoch stetig verbessern.
Eine eventuell notwendige Brille wird deshalb frühestens nach sechs Wochen angepasst.
Mindestens 300 Operationen sollte ein Augenarzt unter Aufsicht durchgeführt haben,
bevor er eigenständig eine Linsentrübung des Auges operiert. Diese Empfehlung der
Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) untermauert eine aktuelle
Freiburger Studie. Demnach wächst das Können mit der Zahl der Eingriffe des
Operateurs.
Experten Live-Schalte
Beitrag Kunstlinsen
Dr. med. Christine Mielke
Fachärztin für Augenheilkunde
eyelight Augenchirurgie Berlin
Fasanenstraße 77, 10623 Berlin
Tel.: 030 - 88 72 82 77 – 0
E-Mail: info@augenchirurgie.de
Dr. Holger Bull, Augenarzt, Augenchirurgie
Augen-Tagesklinik Groß Pankow
Medizinisches Versorgungszentrum
Augenheilkunde mit Anästhesie
Pankeweg 15, 16928 Groß Pankow
Tel.: 033983 - 760
E-Mail: info@augenklinik-grosspankow.de
http://augenklinik-grosspankow.de
Weiterführende Adressen
Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und
Refraktive Chirurgie (DGII)
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DGII-Sekretariat
c/o Congress Organisation Gerling GmbH
Werftstraße 23, 40549 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 59 22 44
E-Mail: dgii@congresse.de
http://www.dgii.org/
Weiterführende Links:
Katarakt (Grauer Star)
Informationen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands
http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/augenheilkunde/blick-durch-erkrankteaugen/katarakt-grauer-star.html
Staroperation und Intraokularlinse
Informationen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
http://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/12/staroperation2007.pdf
Initiative Grauer Star
Initiative des Fachbereichs „Augenchirurgie“ (FBA) im Bundesverband
Medizintechnologie (BVMed)
http://www.initiativegrauerstar.de/
Notfall Blinddarmentzündung
Es gibt keine Untersuchungsmethode, die eine Blinddarmentzündung mit Sicherheit
bestätigt oder ausschließt – eine Situation, die mitunter zu unnötigen Operationen führt:
Bis zu 29 Prozent der entfernten Wurmfortsätze sind gar nicht krankhaft verändert.
Aber wird eine Blinddarmentzündung verkannt oder ihre Gefahr unterschätzt, kann das
für die Betroffenen lebensgefährlich werden. Das Ermessen und die Erfahrung der Ärzte
spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine OP deshalb eine wesentliche Rolle.
Etwa jeder siebte Deutsche lebt ohne Blinddarm, genauer gesagt ohne den 10
Zentimeter langen Wurmfortsatz, der am Blinddarm hängt. Die Funktion des
Wurmfortsatzes ist nicht abschließend geklärt. Sein Aufbau weist darauf hin, dass er an
der Immunabwehr beteiligt ist. Weil er blind endet, verstopft der Appendix häufiger:
durch Kotsteine, Abknickungen, Narbenstränge sowie seltener auch durch Fremdkörper
wie Kirschkerne, Würmer und Tumore. Die Folge ist eine bakterielle Entzündung.
Schreitet diese voran, kann der Wurmfortsatz platzen. Die Folge: ein so genannter
Blinddarmdurchbruch. Der Darm hat dann ein Leck und Stuhl kann in den freien
Bauchraum eindringen. Das führt zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung –
und mitunter sogar zum Tod.
Ist es der Blinddarm oder nicht?
Deshalb müssen Ärzte jedem Verdacht auf eine Appendizitis nachgehen. Ist es eine
akute Blinddarmentzündung oder nicht? Dafür tasten die Chirurgen den Unterbauch ab
und suchen im Ultraschall nach auffälligen Veränderungen. Auch das Blut kann Hinweise
geben. Die Ärzte benötigen zudem eine präzise Schilderung des Patienten. Die
Schwierigkeit besteht darin, die Blinddarmentzündung oder -reizung von anderen
Krankheiten zu unterscheiden. Gerade bei Kindern können Bauchschmerzen viele
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andere Ursachen haben. Auch Erwachsene leiden aus anderen Gründen unter
Bauchweh:
 Morbus Crohn (chronische Erkrankung des Darms)
 Magen-Darm-Grippe
 Gynäkologische Erkrankungen (Entzündung der Eierstöcke, Endometriose oder
Zysten im Unterleib)
Zu Recht gilt die Blinddarmentzündung als Chamäleon unter den Erkrankungen. Die
Schmerzen wandern vom Bauchnabel zum Unterbauch, sie kommen und gehen. Es gibt
keinen (Ultraschall)-Befund, bei dem sich der Arzt 100-prozentig sicher sein kann, dass
ein entzündeter Blinddarm der Verursacher der Beschwerden ist.
Im Zweifelsfall pro OP
Leitlinien, also Diagnose- und Behandlungsempfehlungen, gibt es bei Verdacht auf eine
akute Blinddarmentzündung nicht. Jede Klinik hat ihre eigenen Kriterien, ob und wann
ihre Chirurgen operieren. Im Zweifelsfall müssen sich die Ärzte juristisch rechtfertigen,
wenn sie eine akute Appendizitis übersehen. Um das zu vermeiden, wählen sie eher den
sicheren Weg und entscheiden sich in vielen Fällen für eine OP. Selbst wer nachts mit
einem „akuten Blinddarm“ ins Krankenhaus eingeliefert wird, wird oft sofort operiert.
Denn Sicherheit bringt nur der Blick in den Bauchraum. In den meisten Fällen kann der
Eingriff minimal-invasiv über die Schlüssellochchirurgie erfolgen. Minimal-invasiv
bedeutet, dass der Zugang zum Bauchraum lediglich über drei kleine Schnitte erfolgt,
über die eine Kamera und spezielles Operationsbesteck eingeführt werden können.
Blinddarm-OP in Deutschland häufig
Selbst eine „kleine“ Operation wie eine Blinddarmentfernung ist nicht völlig harmlos und
ungefährlich. Nach wie vor kursieren viele falsche Vorstellungen rund um den Eingriff
am Wurmfortsatz. So ist weder jede Blinddarmoperation so einfach, dass sie auch ein
Ungeübter operieren könnte. Noch verstirbt jeder Patient mit einem Durchbruch gleich
daran. Blinddarmentzündungen gelten übrigens als „deutsche Krankheit“: In keinem
anderen Land führen Chirurgen so viele Eingriffe durch wie in Deutschland. In den USA
kommen gerade mal ein Drittel so viele Patienten unters Messer, in England nur halb so
viele. Warum? Vielleicht steckt ein historischer Grund hinter der Sensibilität der
Deutschen für das Organ: Der berühmteste Blinddarm Deutschlands - zu sehen im
Medizinhistorischen Museum der Berliner Charité - ist der von Reichspräsident Friedrich
Ebert. Er starb 1925 an einem nicht erkannten Blinddarmdurchbruch.
Experte im Beitrag
Dr. med. Ludger Bolle
Chefarzt Abteilung für Allgemeine- und Viszeralchirurgie
Leiter des Abdominalzentrums
Evangelische Elisabeth Klinik
Lützowstraße 24-26, 10785 Berlin
Sekretariat Tel.: 030 - 2506-238
E-Mail: chirurgie.elisabeth@pgdiakonie.de
http://www.pgdiakonie.de/evangelische-elisabeth-klinik/abteilungen/abteilung-fuerallgemein-und-viszeralchirurgie/
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Weiterführende Adressen
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V.
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40
Mieteinheit 3.200
10117 Berlin
Tel.: 030 - 2345 - 8656-20
www.dgav.de
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1 (ehemals: Schumannstraße 20/21)
10117 Berlin
Tel.: 030 - 450-53 61 56
E-Mail: bmm@charite.de
www.bmm-charite.de
Weiterführende Links
Bei Apotheken-Umschau:
http://www.apotheken-umschau.de/Blinddarmentzuendung/BlinddarmentzuendungTherapie-11780_5.html
bei faz.de:
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/blinddarm-im-zweifel-muss-er-haltraus-12165185.html
bei Kinderärzte im Netz:
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/blinddarmentzuendung/
Entschlacken – sinnvoll oder Hokuspokus?
Unser Körper muss ständig mit unterschiedlichen Giftstoffen fertig werden, die wir
durch die Nahrung, über die Atemluft oder die Haut aufnehmen. Zuständig für das
Aussortieren der unerwünschten Stoffe sind in erster Linie die drei großen
Entgiftungsorgane Leber, Darm und Niere. Doch können wir ihnen dabei aktiv helfen –
etwa mit Heilfasten oder Entgiftungs-Präparaten aus Apotheke und Drogerie? Die rbb
Praxis klärt auf.
Otto Buchinger prägte um 1920 den Begriff der Entschlackung. Der Arzt und Begründer
des medizinischen Heilfastens ging davon aus, dass sich im Körper Abfallprodukte
ansammeln, die der Organismus allein nicht entsorgen kann – ähnlich wie bei der
Metallverarbeitung, bei der Schlacke als unreines Abfallprodukt anfällt. Nur wenn der
Organismus regelmäßig „entschlackt“ würde, sei er Buchinger zufolge in der Lage,
Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Für viele Laien und Anhänger alternativer Heilmethoden klingt das überzeugend. Bis
heute fehlt jedoch der wissenschaftliche Nachweis, dass Buchingers Theorie stimmt. Der
Darm ist eben kein starres Rohr, in dem man oben etwas hineingibt, unten etwas
herauskommt und der Rest an den Darmwänden kleben bleibt. Die Experten sind sich
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vielmehr einig: Schlacke gibt es nicht, folglich können im menschlichen Organismus auch
keine Schlackenstoffe anfallen. In diversen Beiträgen wird die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung zitiert: „In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung
von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe
werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden. Der Begriff „Entschlackung“
existiert weder in medizinischen noch in ernährungswissenschaftlichen Büchern.
Diäten oder Fastenkuren können tatsächlich helfen, Laborwerte wie Blutfettwerte,
Entzündungsmarker oder Marker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bessern.
Verfechter des Heilfastens setzen auf die günstige Wirkung des Fastens bei:
 Rheumatischen Erkrankungen
 Reizdarm
 Übergewicht
 Chronischen Schmerzsyndromen
Der positive Effekt des Fastens geht dabei vor allem auf das schwindende
Körpergewicht zurück, aber nicht auf eine entschlackende Wirkung. Das gesunkene
Gewicht bessert den Blutdruck und die Blutfettwerte. Zudem soll der Körper durch die
reduzierte Verdauungsarbeit entlastet werden und so mehr Energie für Heilungs- und
Regenerationsprozesse haben. Nach dem Fasten und der damit verbundenen
Gewichtsreduktion fällt es manchen Menschen leichter, das persönliche Essverhalten zu
verändern – und ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten vorzubeugen.
Übertriebenes Fasten bietet jedoch mehr Gefahren als Vorteile:
 Gichtanfälle und Nierensteine
 Kreislaufstörungen und Schwindel
 Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern
 Konzentrationsstörungen und Kälteempfinden
 trockene Haut und Haarausfall
 willkommene Entschuldigung für noch mehr Essen, Alkohol und Nikotin
Die schulmedizinische Lehrmeinung in Bezug auf Entschlackung ist eindeutig: Der
Körper entsorgt alle Abbauprodukte selbst. Die beim Abbau von Nährstoffen
entstehenden Produkte Wasser, Kohlendioxid, Harnsäure und Ammoniak werden
rückstandslos über Leber, Niere und Lunge abgebaut.
Schwindel Detox- und Entschlackungsprodukte
Die Idee, den Organismus mithilfe oft kostenintensiver Kuren zu entschlacken, gilt in der
Wissenschaft vor allem als clevere Erfindung der Marketing-Industrie. Für ihre „Detox“Anwendungen wie spezielle Getränke, Pülverchen oder Entgiftungspflaster können die
Hersteller jedoch nur geringfügige oder gar keine Nachweise erbringen. Es gelingt ihnen
nicht einmal, sich auf eine gemeinsame Definition zu einigen: Bei einer Untersuchung
der britischen Organisation junger Wissenschaftler „Voice of Young Science“ (VoYS)
verstand unter dem Begriff „Entgiften“ jeder Hersteller etwas anderes. Auf direkte
Anfrage von VoYS mussten Hersteller und Anbieter zugeben, dass sie banale Dinge wie
reinigen oder bürsten als „Detox“-Behandlungen angepriesen hatten. VoYS testete
zudem 15 Produkte mit Detox-Label vom Wasser bis zum Peeling – die allesamt
wirkungslos waren.
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Experte im Studio
Dr. med. Michael Boschmann
Franz-Volhard-Zentrum für Klinische Forschung
Experimental and Clinical Research Center
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Lindenberger Weg 80, 13125 Berlin
E-Mail: michael.boschmann@charite.de
Tel.: 030 - 450-540575 Im Beitrag Heilfasten
Marion Werner
Gesundheitsberaterin (Heilpraktikerausbildung und Fastenleiterin)
Kleindorf 3, 14715 Havelaue-OT Strodehne
Tel.: 033875 – 901 92
E-Mail: marion.werner@freenet.de
Weiterführende Adressen
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
Godesberger Allee 18, 53175 Bonn
Tel.: 0228 - 3776-600
www.dge.de
Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114, 14558 Nuthetal
Tel.: 033200 - 88-0
www.dife.de
Ärztegesellschaft Heilfasten & Ernährung e. V.
Dr. Eva Lischka, 1. Vorsitzende
Wilhelm-Beck-Str. 27, 88662 Überlingen
Tel.: 07551 – 807 0
Email: info@aerztegesellschaft-heilfasten.de
http://aerztegesellschaft-heilfasten.de
Weiterführende Informationen
Das Detox-Dossier von VoYS
http://www.senseaboutscience.org/pages/the-detox-dossier.html
Mythos Entgiften auf sueddeutsche.de:
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/warum-entschlacken-unsinn-ist-mythosentgiften-1.1244755
Trend Detox: Der Mythos von der bösen Schlacke bei Spiegel-online:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/trend-detox-der-mythos-um-die-boeseschlacke-und-gift-im-koerper-a-892115.html
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Das Märchen vom Entschlacken auf
stern.de:http://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/aktuelles/detoxentgiftungskuren-das-maerchen-vom-entschlacken-2039145.html
Angeborene Immunschwäche SCID – frühes Screening könnte Leben retten
Bronchitis, Lungenentzündung, eitrige Pusteln. Bei unklaren Entzündungen kann ein
unerkannter angeborener Immundefekt die Ursache sein. Doch die Dunkelziffer dieser
Erkrankung ist hoch. Man nimmt an, dass nicht wenige der betroffenen Kinder sogar an
Komplikationen versterben, ohne dass die richtige Diagnose gestellt wurde. Dabei gäbe
es für diese schweren kombinierten Immundefekte (engl.: severe combined
immunodeficiency, kurz „SCID“) ein neues Screening-Verfahren. Mit der richtigen
Diagnose könnten dann Neugeborene, die diesen Gendefekt haben, frühzeitig behandelt
werden. Und das könnte den Betroffenen und ihren Angehörigen viel Leid ersparen.
Wenn kleine Kinder erkranken, gerät der Alltag bei vielen Familien aus den Fugen.
Besonders dramatisch gestaltet sich die Situation, wenn die Betroffenen
lebensgefährlich erkranken. Eine mögliche Ursache für eine schwere, unklare
Erkrankung ist das sogenannte SCID. Die vier Buchstaben stehen für „schwerer
kombinierter Immundefekt“ (englisch: severe combined immunoedeficiency syndrome).
Dabei ist das kindliche Immunsystem fehlerhaft ausgebildet und kann nicht adäquat auf
Angriffe von außen reagieren. Von Beginn des Lebens an stürmen unzählige Viren und
Bakterien auf den Körper ein. Normalerweise wehrt das Immunsystem diese ab. Beim
SCID ist das „Tor für Infektionen“ hingegen weit geöffnet, die Erreger breiten sich
ungehindert im Körper aus. In der Folge kommt es zu lebensbedrohlichen Infektionen
wie Lungenentzündungen oder generalisierten Hauterscheinungen. Unbehandelt führt
die Erkrankung meist bereits im ersten Lebensjahr zum Tod.
Mediziner gehen davon aus, dass in Deutschland pro Jahr etwa 15 bis 20 an SCID
erkrankte Kinder auf die Welt kommen. Die Dunkelziffer – also Babys und Kleinkinder, die
ohne Diagnose an schweren Infektionen versterben – liegt vermutlich doppelt so hoch.
Nicht selten stellen Ärzte erst die richtige Diagnose, wenn die kleinen Patienten bereits
am ersten schweren Infekt erkrankt sind. Nicht selten ist es dann für eine erfolgreiche
Behandlung schon zu spät und die Kinder versterben. Etwas einfacher ist die Diagnose,
wenn schon ein Geschwisterkind in der Familie betroffen ist. Denn das SCID geht auf
einen angeborenen Gendefekt zurück. Dann wissen die Ärzte, wonach sie bei den
typischen Zeichen suchen müssen.
Die fatale Krankheit SCID beginnt im Knochenmark. Statt funktionstüchtige weiße
Blutkörperchen herzustellen, die bei gesunden Menschen für die Abwehr von Erregern
verantwortlich sind, produziert das Knochenmark aufgrund des angeborenen
Gendefekts fehlerhafte T und B-Zellen. T-Zellen reifen normalerweise im Knochenmark
und der Thymusdrüse aus, B-Zellen zunächst im Knochenmark. Dann siedeln sie sich in
die Organe des lymphatischen Systems ab und bilden dort Antikörper. Ohne diese
beiden Zellarten hat der Organismus keine Schutzmechanismen parat, wenn Erreger
von außen in den Organismus gelangen.
Damit die Diagnose zukünftig bei allen SCID-Betroffenen rechtzeitig, also vor einem
ersten Infekt, gestellt werden kann und die Betroffenen eine Stammzelltransplantation
als einzige Therapiemöglichkeit erhalten, plädieren Experten für die Einführung eines
neuen Screenings:
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Dabei wird ein Tropfen Fersenblut vom Neugeborenen auf Filterpapier gebracht und
dort zum Eintrocknen gebracht. Lassen sich in der Analyse des Trockenblutes dann
bestimmte DNA-Fragmente nachweisen, beweist das, dass reife T-Zellen vorliegen.
Fehlen die Fragmente, ist das ein Hinweis auf SCID. In den USA kommt das Screening
bereits sehr erfolgreich zum Einsatz. Hierzulande gibt es das Screening noch nicht. Da
jedoch auch die Krankenkassen die Einführung befürworten, wird darüber momentan
bereits in den zuständigen Gremien verhandelt. Bis zur endgültigen Einführung könnte
es jedoch noch ein Jahr dauern.
Eines der frühesten Warnzeichen könnte sein, wenn Kinder nach der Rotavirusimpfung
nicht mehr gedeihen und/oder chronische Durchfälle entwickeln.
Erhalten die Kinder nach einer frühzeitigen Diagnose eine Stammzelltransplantation,
kann ihr Organismus innerhalb von drei bis sechs Monaten ein eigenes funktionierendes
Immunsystem aufbauen. Die Patienten erwartet ein ganz normales Leben, sie haben
eine Überlebenschance von 90 Prozent. Erleidet ein Betroffener jedoch vor der
Diagnose bereits eine schwere Infektion, liegt die Überlebenschance nur noch bei 50
Prozent.
Bei der Stammzelltransplantation bekommt das Kind Abwehrzellen von einem Spender
aus der Familie oder von einem Fremden mit identischen Gewebemerkmalen. Unbedingt
muss der Spender ein gesundes Abwehrsystem haben. Denn genau das reift ja nach der
Transplantation im Abwehrsystem im Kind heran. Mit einem neuen, gesunden
Abwehrsystem kann der kleine Patient gesund groß werden.
Experten im Beitrag:
Prof. Dr. Horst von Bernuth
Prof. Dr. Volker Wahn
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie
Stammzelltransplantation
Charité Berlin, Campus Virchow
Mittelallee 9, 13353 Berlin
http://www.kinderimmunologie.de/kliniken_berlin.html
http://www.immundefekt.de/index.shtml
Warnzeichen für Immundefekte allgemein (nicht nur bei SCID):
http://www.immundefekt.de/wz.shtml
Dr. Jörn Sven Kühl
Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Stammzelltransplantation Charité Berlin, Campus Virchow
Mittelallee 9, 13353 Berlin
http://paedonko.charite.de/
RBB
„rbb Praxis“
Masurenallee 8 –14
14057 Berlin
www.rbb-praxis.de
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Benjamin Kaiser / Susanne Faß
Christine Salminger
Raiko Thal
Constanze Löffler
18.02.2015
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