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Medizinisch-literarische Doppelbegabungen

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_0HP98__66_Kulturtipps_6_links.pdf; s1; (207.00 x 280.00 mm); 13. Feb 2015 11:38:58; PDF-CMYK ab 150dpi für Prinergy; L. N. Schaffrath DruckMedien
KULTURTIPPS
ARZTSCHRIFTSTELLER
Medizinisch-literarische Doppelbegabungen
Literatur- und medizingeschichtlich
versierte Autoren hat der österreichische Publizist und Verleger Harald Salfellner zu informativen Beiträgen über deutschsprachige Ärzte
eingeladen, die nebenbei oder überhaupt Dichter und/oder Schriftsteller gewesen sind. Der vom Herausgeber geleitete Vitalis Verlag steht
in der Tradition ehemals bedeutender deutscher Verlage in Prag und
fördert bibliophile Werke. Auch das
Buch ist ausgesucht mit farbigen
Bildern und Faksimiles illustriert.
Die durchweg aufschlussreichen
Artikel enthalten neben einem biografischen Abriss jeweils einen Originaltext sowie weiterführende Angaben zu den ausgewählten medizinisch-literarischen Doppelbegabungen.
Vertreten sind Schiller, Büchner, Schnitzler, Schweitzer, Döblin
Harald Salfellner
(Hrsg.): Mit Feder
und Skalpell –
Grenzgänger zwischen Literatur und
Medizin. Vitalis, Prag,
2014, 404 Seiten, gebunden 49,90 Euro
und Benn, die man kennt, sowie
Jung-Stilling, Kerner, Carus, Lenau, Hoffmann, Weiß, Sudhoff und
Sigerist, von denen man weiß. Mit
Gewinn näher kennenzulernen
sind hier auch die weniger bekannten Joseph Anton Stranitzky, Her-
mann Lingg, Richard von Volkmann-Leander, Max Nordau, Anton Alfred Noder, Hugo Salus und
Max Mohr.
Schillers „Räuber“, so sagte einst
Rudolf Virchow, verleugnen, in Gutem und in Bösem, nirgends den
jungen Mediziner. Das gilt mutatis
mutandis auch für viele Werke der
hier versammelten Arztschriftsteller. „Am Tag mit dem Skalpell und
die Nacht mit den Büchern“ verbrachte der Anatom und Revolutionär Georg Büchner. Der Berliner
Arzt Alfred Döblin war gar überzeugt: „Der Blick in die Literatur
spart manches Röntgenbild.“ Auch
deshalb erscheint die Lektüre des
ansprechenden Werkes über schreibende Ärzte für kulturell interessierte Kollegen und Nichtmediziner
gleichermaßen gewinnbringend und
Horst Nizze
empfehlenswert.
ÄRZTE-SCHRIFTSTELLER
STERBEN
Almanach mit Lyrik im Überfluss
Selbst bestimmt
Ganz ehrlich – Gedichte, ob aus
ärztlicher oder nichtärztlicher Feder
– sind nicht gerade meine Leidenschaft, mich zieht es eher zu Prosa
hin. Weil dem so ist, beschränke ich
mich hier besser darauf hinzuweisen, dass der neue Almanach
deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte mit Beiträgen von 55 Autoren auf
dem Markt ist und sich überwiegend
aus Gedichten zusammensetzt, über
deren Qualität ich mir wegen oben
genannter Disposition kein Urteil
anmaße. Damit das im nächsten Jahr
anders wird, fordere ich alle Prosaschaffenden Ärztinnen und Ärzte
auf, mit ihren Kurzgeschichten oder
Essays zum nächsten, dem 38. Almanach deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte, beizutragen.
Die Vorbereitungen dafür haben
bereits begonnen, und neue Autoren
sind eingeladen, sich an dem Sam-
Auslöser für Gian Domenico Borasios neues Buch ist die zurzeit geführte „Sterbehilfe-Debatte“. Doch
diese Möglichkeiten, aus dem Leben zu scheiden, betreffen nur einen
sehr kleinen Teil der Bevölkerung.
„Die Hauptthese des Buches ist es,
dass es zu kurz gegriffen und zudem realitätsfern ist, wenn man die
Debatte über die Autonomie am Lebensende auf die Selbstbestimmung
des Todeszeitpunktes reduziert,“
schreibt Borasio. Er will Klarheit in
die Diskussion bringen, indem er
zum Beispiel die verschiedenen Begriffe anhand von Fallbeispielen erläutert. Das Buch regt zum Nachdenken über die eigene Einstellung zum
Kli
Leben und zum Sterben an.
[66]
Dietrich Weller
(Hrsg.): Almanach
deutschsprachiger
Schriftsteller-Ärzte
2015. 37. Jahrgang,
Weinmann (Service
@verlag-weinmann.
com), Filderstadt
2015, 647 Seiten,
kartoniert, 22,80 Euro
zzgl. Versand
melband zu beteiligen. Bis Ende
Februar können sie ihre Texte an
den Herausgeber senden. Die Mailadresse lautet: weller.leonberg@t-on
line.de. Weitere Informationen unter
http://dietrich-weller.de/almanach/. TG
Gian Domenico Borasio: Selbst bestimmt
sterben. Beck, München 2014, 206 Seiten,
gebunden, 17,95 Euro
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 112 | Heft 8| 20. Februar 2015
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