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Gemeindebrief 1502 - Evangelische Kirchengemeinde Berg

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Gemeindebrief
März - Juni 2015
Bild und Glaube
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Gemeindeleben
Leitartikel
3
Vom rechten Gebrauch der Bilder für den Glauben
Über Religion und Kunst bei Martin Luther
Durch die Terroranschläge in Frankreich vor einigen Wochen hat das Jahresthema
2015 der Lutherdekade auf unrühmliche, barbarische Weise Aktualität gewonnen. Das
Jahresthema lautet: „Bild und Bibel“. Damit ist der Blick geöffnet auf Themen wie Religion und Kunst, Glaube und Bild in der jüdisch-christlichen Religionsgeschichte, im
Islam und anderen Religionen, Bilderverehrung und Bildersturm in der Kirchengeschichte, im Protestantismus – ich gehe der Frage nach:
Wie sah Martin Luther das Verhältnis von Bildender Kunst und Religion?
Die Formulierung dieser Frage in dieser Form stimmt nicht ganz, sie ist ein Anachronismus. Denn Luther hatte noch keinen modernen Kunstbegriff. Er verstand unter
Künsten die sieben artes liberales, die sog. freien Künste, die es seiner Empfehlung
nach zu studieren galt und die er auch selbst studiert hatte. Sie waren Voraussetzung
für das Theologiestudium: Grammatik, Rhetorik, Mathematik/Logik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie. Heute macht man das in Bayern mit dem Abitur.
Als Kunst im weiteren Sinne galten Kunstfertigkeiten aller Art, auch Kunsthandwerkliches, das sich in Objekten oder Gemälden darstellen konnte. Luther sprach ganz
zeitgemäß auch nicht von Religion in unserem modernen Sinne, sondern von Glaube,
wie er biblisch-heilsgeschichtlich überliefert ist und persönlich angeeignet werden
kann. Für Luther und seine Zeit hieß das Thema noch nicht wie in der Neuzeit und bis
heute sehr offen „Religion und Kunst“, sondern „Bild und Glaube“.
Wenn Luther von „Bild“ sprach, meinte er z. B. ein kirchliches Gemälde, eine Skulptur,
auch das Verhältnis von Christus zu Gott: Christus als Bild Gottes. Der Theologe Luther
sprach in diesem Sinne auch von Kirchen, deren Ausstattung und kirchlichem Gerät als
Bildern – nicht aber von „Kunst“. Sprach er von Bildern, spielten die formalästhetischen
Qualitäten keine Rolle, sondern nur die Inhalte der Darstellung, ihr Gebrauch, den man
von ihnen machte: Der „Gebrauch“ war für ihn entscheidend.
Auch von seinen biografischen Voraussetzungen her kann man Luther „nicht mehr
unterstellen als das konventionelle Kunsterlebnis eines Menschen seiner Zeit, seiner
Herkunft und seines Standes.“ In seinem Elternhaus und als Mönch lernte Luther Kunst
nur sehr selektiv kennen. Er dürfte Kunst vor allem als kirchlicher Kunst und Ausstattung begegnet sein, wie jeder Gläubige seiner Zeit auch.
Luther äußerte sich zum Thema Missbrauch von Bildern anlässlich des Bildersturms im
Jahre 1521 durch Karlstadt. Dieser hatte entgegen des vom Fürsten vorgesehenen
Überprüfungsverfahrens zur Abhängung von Bildern eine willkürliche, aufrührerische
Bildersturm-Aktion in Wittenberg gestartet. Diesem aggressiv auftretenden radikalen
Anti-Bilder-Denken und Bildersturm setzt Luther ein ausgleichendes, abwägendes Verständnis der Bilder entgegen: Er verweist die Bilder in den Bereich der sog. adiaphora,
d.h. ihren Gebrauch befindet er weder für geboten noch verboten in der Kirche: Kruzifixe, Madonnenstatuen, Glas-, Wandmalerei usw. Das alles sei an sich selbst nichts
Titelbild: „Kreuzigung Christi“ (Lucas Cranach d. Ältere, Kunsthistorisches Museum Wien) - Wikimedia Commons
4
Leitartikel
Gutes oder Böses, Förderliches oder Schädliches. Worauf es allein ankomme, das sei
der rechte Gebrauch der Bilder, der wahrhaft fromme Zweck des Umgangs mit ihnen.
So sagt Luther im Jahre 1528, es gilt als das bekannteste Luther-Zitat zum Thema, hier
in Originalschreibweise wiedergegeben: „Bilder, glocken, messegewand, kirchenschmück, allter Liecht und der gleichen halt ich frey, Wer da will, der mags lassen,
Wie wol bilder aus der schrifft und von guten Historien ich fast (= sehr) nützlich, doch
frey und wilkörig halte. Denn ichs mit den bilderstürmen nicht halte.“
Wie ist also ein wahrhaftiger Umgang mit Bildern vorzustellen, worin liegt er?
Bilder können nach Luther – und das ist auch noch in heutigen Zeiten nachdenkenswert – verschiedenen Zwecken dienen: „zum ansehen, zum zeugnis, zum gedechtnis,
zum zeychen“, vor allem als Gedächtnisstütze. Das enthält viel modernes Potenzial!
Aber – und das ist eher zeitgebunden zu verstehen – nur diejenigen Bilder, deren Inhalte der biblischen Heilsgeschichte entnommen seien. Alle nicht diesem theologischen Maßstab entsprechenden Bildtypen lehnt Luther ab, also unbiblische Bilder aus
der reichlich kreativen kirchlichen Tradition, die vielen Legenden und außerbiblischen
Geschichten, z.B. auch Darstellungen der Schutzmantelmadonna, der stillenden Maria
(Maria lactans), diverser Heiliger oder auch des Kirchenschiffs.
Alles, was im Bild den Glauben auf biblischer Basis verständlicher macht, was ihn erklärt oder sogar als Vehikel zu ihm hinführt, ist legitim, pädagogisch und didaktisch
vertretbar und wertvoll. Heutiges Kunstverständnis ist sehr viel offener und in Zeiten
der Autonomie der Kunst ganz frei geworden davon.
Luther, ein großer Verfechter des Wortes, soll einmal zugestanden haben, dass der
Mensch nichts ohne Bild denken oder verstehen könne. Der Mensch sei auf innere
Bilder angewiesen, also auf Bilder, die vor aller Begrifflichkeit in der Seele des Menschen sich festsetzen und ihn auch dann noch durchzutragen die Kraft haben, wenn
ihm alle Begriffe abhanden gekommen sein sollten. Bilder des Evangeliums, des Zuspruchs, der Ermutigung und des Trostes.
So sehr Luther den Missbrauch von Bildern in Glaube und kirchlichem Kult verabscheut und kritisiert hat, weil die Menschen in den Bildern selbst das Göttliche sahen,
so sehr scheint er doch einen „rechten Gebrauch“ befürwortet und vor Augen gehabt
zu haben, und zwar aus theologischen Gründen:
Grundlegend ist der Glaubensgedanke: sola gratia und sola fide, allein durch Gnade,
allein durch den Glauben bist du gerechtfertigt. Das hatte ganz konkrete Folgen für
die kirchliche Kunst, ihre Finanzierung damals, denn: wer sola gratia und sola fide gerechtfertigt wird, muss sich keine Verdienste vor Gott mehr erwerben oder erkaufen.
Diese Position war gefährlich für alle Kunststiftungen zu Luthers Zeit, denn der überwiegende Teil der Kunst wurde über Stiftungen finanziert, deren Motive vielfältig waren, meist kirchlich, z.B. konkret für kultisches Gerät. Stiftungen galten als gute Werke.
Wenn aber man nun das Ganze „gratis“ bekommen kann, dann stiftet der Fromme
höchstens noch aus Gedächtnis- oder Repräsentationszwecken, Selbstverewigungs-
5
Leitartikel
gründen. So versiegten denn auch wichtige Quellen, aus denen sich zuvor kirchliche
Kunst finanziert hatte.
Lucas Cranach der Ältere, dessen Kreuzigungsbild auf dem Titel zu sehen ist, hat wie
kein anderer Luthers Theologie ins Bild gesetzt. Um es recht zu verstehen, muss man
sich im Bild in die verschiedenen Personen hineinversetzen und versuchen, sich mit
ihnen zu identifizieren: was sagt mir diese Person, auch die gekreuzigten, der Gekreuzigte. Das würde dem „rechten Gebrauch“ im Sinne Martin Luthers entsprechen.
Der Glaube an den Gekreuzigten, sein Leben und Werk, sein Leiden und Sterben war
für Luther zentral, vermittelt durch Wort und Bild.
Wer diesen Glauben auch im Bild vertreten hat, war Matthias Grünewald, der Meister
des Isenheimer Altars. Von ihm sind nicht nur seine Bilder, sondern es ist auch ein Wort
überliefert, das die lutherische Christologie sehr schön wiedergibt als Anregung zum
eigenen Glauben an den Gekreuzigten, es lautet:
„Geht mir nit drum, ob min Leib verdorrt wie Gras, aber um dein Bild in mir geht´s mir.“
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit in Wort- und Bilderfahrung!
Ihr Pfarrer
Zitierte / verwendete Literatur:
F. Strecker, Art. Bildende Kunst, in: Luther Handbuch, herausgegeben von A. Beutel, Tübingen 2005, 244 ff.
G. Litz, Art. Bild / Bildersturm / Bilderverehrung, in: Das Luther-Lexikon, herausgegeben von V . Leppin u.a.,
Regensburg 2014, 113 f.
H. Belting, Bild und Kult, München 1990.
„Isenheimer Altar“ (Matthias Grünewald, Colmar - Museum Unterlinden) - Wikimedia Commons
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Kein Gott aus Gold
Bild und Glaube
(Predigtentwurf zu 2. Mose 20,4)
„Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von
dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.“ 2. Mose 20,4
Ein scharfer, kurzer Schmerz war das, als sie sich die goldenen Ohrringe herausgerissen
haben. Die ganz Tapferen haben es selbst gemacht. Wer zögerte, bei dem wurde nachgeholfen. War ja für eine gute Sache. Der Schmerz pochte noch in ihren Ohrläppchen,
als sie dabei zusahen, wie aus dem, was ihnen lieb und teuer war, etwas anderes wurde. Etwas Größeres. Sieht doch wirklich schön aus, wie er da in der Sonne glänzt. Und
die Mitte ist endlich nicht mehr so leer. Na los, kommt, feiern wir das ein bisschen. Feiern wir uns ein bisschen. Unseren Schmerz, unsere Schönheit. Uns selbst.
Ob die biblische Geschichte vom längst sprichwörtlich gewordenen „Tanz ums Goldene Kalb“ nicht auch ironisch gelesen werden kann? Denn natürlich wissen sie, was sie
tun, als sie sich ihre Schätze vom Herzen und aus den Ohren reißen. Es sind doch ihre
eigenen Vorstellungen davon, wie Gott sein könnte, die in diesem Stierbild Gestalt
gewinnen. Stumm und golden steht der Stier dann in der Wüste. Die Verehrung für ihn
muss eigens angeordnet und sorgfältig inszeniert werden. Damit sie vergessen, um
wen sie tanzen: nur um sich selbst.
„Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben
im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter
der Erde ist.“ Das biblische Bilderverbot sagt: Himmel und Erde können Gott nicht fassen. Und es wäre weit unter dem Niveau der lebendigen Beziehung zwischen Gott und
seinen Menschen, sich auf ein Bild, ein Verhalten, ein Sein Gottes festzulegen. Nehmen
wir doch mal den Stier: Der könnte stehen für alle Arten von Potenz und von Stärke.
Aber er kann nichts davon erzählen, dass dieser Gott so eine unerklärliche Schwäche
für Israel hat und eifersüchtig und verletzt reagiert, wenn seine Liebe nicht erwidert
wird. Gott, der Stier? Das wäre doch höchstens ein Aspekt dieser Beziehung. Ehe das
Stierbild gegossen wurde, waren Vorstellungen davon da, was und wie Gott sein
könnte. Bevor sie Gestalt bekamen, haben sie sich in den Herzen und Köpfen der Menschen breitgemacht. Gegen den Film, der da abläuft, richtet sich das Bilderverbot, weniger gegen das Endergebnis. Daraus gewinnt es seine Bedeutung auch für heute.
Denn wir schnitzen natürlich nicht mehr in Holz oder behauen Steine. Aber für ein Bild
von Gott haben wir trotzdem noch reichlich Material. Wir schnitzen an unserem Gottesbild auch gerne ein bisschen herum. Ein durchaus handwerklicher Vorgang ist das.
Aus dem Material der eigenen Gedanken und Vorstellungen entsteht so ein Gottesbild. Und was nicht passt, wird dabei leicht passend gemacht.
Ohne Bilder und Vergleiche werden wir nicht auskommen, wenn wir von Gott erzählen
wollen. Die Bibel macht es ja vor. Sie spricht in Bildern von Gott. Aber sie legt sich dabei nicht fest. Sie achtet genau darauf, dass es immer beim Vergleich bleibt und beim
unbestimmten Artikel. Die Fülle der unterschiedlichen Bilder von Gott bewahrt sie und
damit gleichzeitig die Einzigartigkeit und Lebendigkeit Gottes. Kein totes, stummes
Ding, unser Gott, das golden in der Sonne glänzt und dann uns braucht, damit überhaupt ein bisschen Leben in die Sache kommt.
Bild und Glaube
7
Das Bilderverbot schützt die Unverfügbarkeit Gottes. Und es schützt uns vor unseren
eigenen Vorstellungen davon, wie Gott sei. Sie absolut zu setzen, sie erstarren zu lassen in Dogmen und Dogmatik, das ist unter dem Niveau des Glaubens an den lebendigen Gott. Von ihm zu reden gelingt nur in den lebendigen, flüssigen Bildern der Sprache, die sich nicht in Formen gießen lassen, die sich wandeln, schon in dem Moment,
in dem sie ausgesprochen sind, und die jeder Mensch anders und neu hören wird. „Wir
sollen uns nicht für weiser halten als Gott, der seine Christenheit nicht durch stumme
Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben
will“ (Heidelberger Katechismus, Frage 98).
Kathrin Oxen
Leiterin des Zentrums für Ev. Predigtkultur der EKD in der Lutherstadt Wittenberg
(Abdruck aus dem Magazin der EKD zum Themenjahr 2015 Reformation – Bild und Bibel)
Kleine Buchauswahl zum Thema Bild und Bibel
Über Bilder sprechen. Bildpredigten – Theologische und kunsthistorische Betrachtungen. Evangelisches Forum Kassel (Hrsg.) Kassel: Ev. Medienverband 2011. 77 S.
ISBN 978-3-89477-879-8. 18,95 €. 20 Autorinnen und Autoren stellen 11 imposante
Werke aus der Gemäldegalerie Alte Meister im Schloss Wilhelmshöhe, Kassel vor.
Mosebach, Martin: Du sollst dir ein Bild machen. Über alte und neue Meister. Springe:
Zu Klampen 2005. 230 S. ISBN 978-3-934920-77-4. 19,80 €. Abseits der Kunstbetriebsamkeit lenkt der Schriftsteller den Blick auf das als unzeitgemäß Geltende und eröffnet wahrhaft unerhörte, die Neugier stets aufs Neue entfesselnde Einblicke.
Die Menschen der Bibel. Ein illustriertes Lexikon der Heiligen Schrift. Stuttgart:
Dt. Bibelgesellschaft 2014. 432 S. ISBN 978-3-438-06260-4. 39,95 €. Dieses Lexikon mit
Artikeln über rund 500 biblische Personen von Aaron bis Zofar macht Lust darauf, die
erzählerischen und literarischen Zusammenhänge nachzulesen.
Schmied, Wieland: Bilder zur Bibel. Maler aus sieben Jahrhunderten erzählen das
Leben Jesu – Mit einem Vorwort von Wolfgang Huber. Stuttgart: Radius 2006. 247 S.
ISBN 3-87173-365-2. 29,90 €. Eine kunstgeschichtliche Betrachtung, materialreich,
doch nicht überfrachtet, kenntnisreich, dennoch verständlich für den interessierten
Laien geschrieben – eine Schatztruhe.
Für Kinder: Kretschmer, Hildegard: Wie Jonas vom Wal verschluckt wurde. Berühmte
Maler erzählen die Bibel. Stuttgart: Reclam 2014. 96 S. ISBN 978-3-15-010963-2. 16,95 €.
Die Autorin erzählt zu jedem Bild nicht nur die Geschichten aus der Bibel neu, sondern
greift auch Ausschnitte aus der Detailfülle der Gemälde heraus, stellt den Kindern dazu
Fragen und gibt ihnen zusätzlich interessante Informationen zum Maler des Bildes.
Damit öffnet sie Kindern (und nicht nur ihnen) spielerisch den Blick für Kunst und
macht sie neugierig auf die Texte der Bibel.
Zusammengestellt von Gabriele Kassenbrock, Evangelisches Literaturportal e.V. Göttingen,
aus: EKD, Reformation – Bild und Bibel. Das Magazin zum Themenjahr 2015
8
Bild und Glaube
„Was denen, die lesen können, die Bibel,
das gewährt den Laien das Bild beim
Anschauen, die als Unwissende in ihm
sehen, was sie befolgen sollen,
in ihm lesen, obwohl sie die
Buchstaben nicht kennen;
weshalb denn vorzüglich für das
Volk das Bild als Lektion dient.“
Papst Gregor I., um 540–604
„So nehmen aber die Bilder und
sichtbaren Dinge bei uns mehr und
mehr zu und werden größer und
größer, bis dass man sie zuletzt für
heilig hält und bei ihnen anhebt,
das zu suchen, was man allein
bei dem wahren Gott suchen soll.“
Ulrich Zwingli , 1484–1531
„Die Bilder sind weder das eine
noch das andere, sie sind weder
gut noch böse, man kann sie
haben oder nicht haben.“
Martin Luther , 1483–1546
„Ein Bild ist Ähnlichkeit, Beispiel und
Ausformung von etwas, indem es das
Abgebildete durch sich selbst zeigt.
Keineswegs gleicht das Bild in jeder
Hinsicht dem Urbild … da das eine
nicht dieses und das andere nicht
jenes ist.“ – „Jedes Bild offenbart
das Verborgene und zeigt es.“
Johannes von Damaskus,
um 650–754
„Gewiss will ich nicht … behaupten,
man dürfe überhaupt keine Bilder
haben. Aber weil Bildhauerkunst und
Malerei Gottes Geschenke sind, so
fordere ich … rechtmäßigen Gebrauch
dieser Künste … Gott in sichtbarer
Gestalt abzubilden, halten wir für unrecht, weil … es nicht ohne Entstellung
seiner Herrlichkeit geschehen kann.“
Johannes Calvin , 1509–1564
„Wenn ein Heide zu dir käme und bäte:
Zeige mir deinen Glauben, damit auch
ich glaube. Was wirst du ihm zeigen? …
Du führst ihn in die Kirche und zeigst
ihm ihren Bildschmuck. Du machst
ihn aufgeschlossen für die Gestalten der
Ikonen. Der Ungläubige schaut selbst
und sagt: Wer ist dieser, der gekreuzigt
ist? Unterweist du ihn dann nicht aus
der Ikone, indem du ihm sagst: Dieser
Gekreuzigte ist Gottes Sohn …? So
bringst du ihn zur Erkenntnis Gottes.“
Johannes von Jerusalem ,
2. Hälfte 8. Jh.
„Der Maler soll nicht bloß malen,
was er vor sich sieht, sondern auch,
was er in sich sieht. Sieht er aber nichts
in sich, so unterlasse er auch zu malen,
was er vor sich sieht. Sonst werden
seine Bilder den Spanischen Wänden
gleichen, hinter denen man nur
Kranke und Tote erwartet.“
Caspar David Friedrich , 1774–1840
„Sie (die Menschen) bewundern mehr
das Schöne, als dass sie das Heilige
verehren … Die Kirche glänzt an den
Wänden und darbt in den Armen.“
Bernhard von Clairvaux,
um 1090–1153
9
70 Jahre „Todesmarsch”
Sichtweisen
„Gemälde darf es in den Kirchen
nicht geben: Was verehrt und
angebetet wird, soll nicht an den
Wänden gemalt erscheinen.“
Synode von Elvira, Spanien, um 308
Wider das Vergessen
„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare
wieder, sondern macht sichtbar.“
Paul Klee , 1879–1940
„Ich male die Dinge, wie ich sie denke,
nicht wie ich sie sehe.“
Pablo Picasso , 1881–1973
Aus: EKD, Reformation – Bild und Bibel. Das Magazin zum Themenjahr 2015
Zum 70jährigen Gedenken an den Zug der KZ-Häftlinge von Dachau durchs Würmtal
über Gauting, Starnberg und Berg ins bayerische Oberland finden drei Veranstaltungen statt, auf die wir besonders hinweisen möchten:
Am Donnerstag, dem 26. März 2015 um 19.00 Uhr, erzählt Max Mannheimer, einer der
letzten betroffenen Zeitzeugen, Geschichten aus seinem Leben (s. S. 14), besonders
auch für geschichtsinteressierte Jugendliche und junge Erwachsene.
Am Karsamstag, dem 4. April 2015, veranstalten in ökumenischer Verbundenheit die
Evangelische Kirchengemeinde Berg, der Katholische Pfarrverband AufkirchenHöhenrain-Percha-Wangen, der Verein Christlicher Pfadfinder Berg, das Jugendmissionswerk „Wort des Lebens“, die Freie Evangelische Gemeinde Starnberg zusammen
mit der Organisation „Marsch des Lebens“ von der Evangelischen Allianz einen Gedenkmarsch vom Kreisel in Berg über die Rottmannshöhe und Allmannshausen zum
Schloss Allmannshausen mit Vorträgen und Musik sowie gemeinsamen Gesprächen
bei Brot und Wein. Schirmherrschaft: Dr. Peter Gauweiler und Bürgermeister Rupert
Monn. Beginn: 14.00 Uhr am Kreisel Berg, Ende 18.00 Uhr in Allmannshausen am See.
Am Sonntag, dem 26. April 2015, findet, organisiert vom Verein „Gegen Vergessen –
für Demokratie“, ein weiterer Gedenkzug statt, beginnend am Habdank-Mahnmal in
Petersbrunn bei Leutstetten um 14.00 Uhr, endend beim Pilgrim-Mahnmal vor dem
Landratsamt Starnberg um 16.00 Uhr. Zu beiden Mahnmalen nachstehender Artikel
von Leonie Reichardt.
Pfarrer Johannes Habdank
Wider das Vergessen
Es ist April 1945. Hunderte ausgemergelte Gestalten bewegen sich von Dachau
durch das Würmtal Richtung Alpen. Über die Dörfer, durch die sich dieser grausige
Zug schleppt, legt sich eine bedrückende Stille. Nur das Schlurfen unendlicher Schritte, ein stetes Gemurmel, Hundegebell und ab und zu Schüsse sind zu hören. Bevor
die Amerikaner diesem Todesmarsch kurz hinter Bad Tölz ein Ende bereiteten, starben noch hunderte unschuldige Menschen auf grausame Art und Weise.
10
Wider das Vergessen
Aufmerksam auf dieses Thema wurde ich, da ich jeden Tag auf meinem Schulweg an
zwei gleichen Mahnmalen vorbeifuhr und mich immer schon gewundert habe, wieso
man in Aufkirchen und in Starnberg – kaum 6 km voneinander entfernt – zweimal die
gleiche Plastik aufstellt.
Insgesamt sind es 21 identische Denkmäler, die den Weg entlang der Todesmarschroute säumen – geschaffen von Hubertus von Pilgrim, einem mittlerweile emeritierten
Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. Eine gemeinsame Ausschreibung der beteiligten Orte gab von Pilgrim den Auftrag für die 21 Mahnmale im
Würmtal, vereinzelt wurden jedoch auch die Werke anderer Künstler entlang des Weges der KZ-Häftlinge aufgestellt. So steht in Petersbrunn bei Starnberg ein Denkmal des
Grafikers Walter Habdank.
Ich wollte mit meiner Seminararbeit am Wilhelmsgymnasium München in eine Zeit
zurückgehen, die, obwohl sie eine große Bedeutung für die deutsche Geschichte hat,
immer mehr in Vergessenheit gerät und neben allen Gräueltaten des NS-Regimes von
Vielen übersehen wird: die „Evakuierungen“ der KZs in den letzten Kriegstagen.
Bis Anfang des Jahres 1985 wurde im Würmtal nicht über die sogenannten
„Todesmärsche" gesprochen, die 40 Jahre zuvor direkt vor den Haustüren stattgefunden hatten – zumindest nicht öffentlich.
So ist es besonders erstaunlich, dass ausgerechnet ein Schüler dieses Tabu brach.
Matthias Hornstein vom Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting kreidete im Rahmen
seiner Facharbeit „Der Judenfriedhof in Gauting“ das mangelnde Engagement der
umliegenden Bevölkerung in Bezug auf die Opfer der Todesmärsche an. Seine Kritik
drang bis zum Gautinger Gemeinderat vor, der „ein gemeinsames Denkmal in allen
am Weg liegenden Gemeinden“(1) forderte. Die Bereitschaft, sich dem Projekt anzuschließen, hielt sich jedoch zunächst mit einigen Ausnahmen in Grenzen und so wurden die Pläne für eine gemeinsame Ausschreibung erst nach und nach konkretisiert.
Nach mehreren Wahldurchläufen einigte man sich auf den Entwurf von Hubertus von
Pilgrim aus Pullach. In Starnberg entschloss man sich hingegen erst Jahre später für
den Bronzeguss Hubertus von Pilgrims.
Zunächst fiel die Wahl 1991 auf das Mahnmal des ortsansässigen Grafikers Walter
Habdank.
Beide Künstler gehen mit dem Thema auf
völlig unterschiedliche Weise um: Während
sich von Pilgrim der Thematik von bildhauerischer Seite in Form einer Bronzeplastik
nähert, steht für den Grafiker Habdank mit
seinem acht Tonnen schweren Gedenkstein der graphische Aspekt im Vordergrund.
Von Pilgrim will, dass das Geschehen direkt
(1)
Gemeindearchiv Gauting: Antrag von SPD und GRÜNE zur Gemeinderatssitzung am 30.04.85
Wider das Vergessen
11
aus seiner Plastik ablesbar ist und wählt daher eine sehr verständliche Symbolik. Er
versucht den Todesmarsch konkret darzustellen, damit der Betrachter sich diesen besser vorstellen kann. Auch ein Rezipient, der noch nichts von den Todesmärschen
durchs Würmtal gehört hat, soll verstehen, auf was sich dieses Mahnmal bezieht.
Habdanks Mahnmal hingegen erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten
Blick. Durch Symbolkraft will er die Thematik tiefgründig erschließen und es nicht bei
einer oberflächlichen Abbildung belassen. Sein Werk setzt also das Wissen um das
furchtbare Ereignis voraus und fordert die Interpretation des Betrachters heraus.
„Gebeugt, aber nicht gebrochen“(2) – so der Künstler zu seinem Werk. Entfernt man
sich ein paar Schritte von dem Mahnmal, fällt bei genauerem Hinsehen auf, dass der
Gedenkstein die Umrisse eines Kreuzes hat. Um die Opfer jedoch nicht christlich zu
vereinnahmen, ist dies sehr zurückhaltend gestaltet und tritt in den Hintergrund. Der
Findling symbolisiert hierbei den aufrechten Charakter der KZ-Häftlinge, die Fesseln
an ihren Füßen tragen – durch die Eisenmanschette dargestellt, die den Stein umwindet. Diese Kette aus Eisengliedern ist dabei herunterzufallen, was die baldige Befreiung durch die Amerikaner andeuten soll. „14 Glieder sind es deswegen, weil auch der
Kreuzweg 14 Stationen beinhaltet“, erklärt der Sohn des Künstlers, Pfarrer Johannes
Habdank.(3)
Doch die Gesamtkomposition könnte auch eine Abstraktion der vorletzten Station des
Kreuzwegs Jesu sein: der Pieta. Der Granit nimmt dabei die Rolle der mater dolorosa
ein, die ihren Sohn – hier durch die Eisenlettern angedeutet – in den Armen hält und
betrauert. Ebenso wie auch Maria beim Tod ihres Sohnes können und wollen wir als
Betrachter die schrecklichen Ereignisse nicht begreifen, sondern verzweifeln an der
Frage nach dem Sinn des Leidens. Auch hier zieht Habdank wieder eine Parallele zur
Gottesmutter: Wir als Menschen können den Zweck nicht verstehen, aber durch unser
Gottvertrauen und den Glauben werden wir
getröstet und auf das Leben nach dem Tod
verwiesen.
Der Schriftzug symbolisiert den Gefangenenzug: Jeder einzelne Buchstabe ist ein Individuum, wie auch jeder einzelne Gefangene.
Trotzdem werden sie in einer depersonalisierenden, entwürdigenden Anordnung gewaltsam festgehalten – ebenso wie auch die KZHäftlinge. Durch die scharfen überstehenden
Kanten repräsentieren die Lettern das unendliche Ausmaß an Leid und Schmerz der Gefangenen, aber auch gleichzeitig die Brutalität, mit der gegen die Häftlinge vorgegangen worden ist. Durch ihre scheinbare
Unordnung und den Verzicht auf Satzzeichen wird es dem Betrachter erschwert, die
Schrift zu lesen, was ihn dazu zwingt, sich näher mit der Schrift zu beschäftigen und
sich die Wort- und Sinneinheiten erst mühsam zu erschließen. Als Verbindungs(2)
(3)
Starnberger Neueste Nachrichten: „Feierlich enthüllt“, in: Süddeutsche Zeitung vom 27./28.04.91
Gespräch mit Pfarrer Johannes Habdank am 08.09.13
12
Wider das Vergessen
elemente zwischen den Wörtern dienen Dornen, die den Schriftzug auf den Betrachter wie eine Dornenkrone wirken lassen.
Doch auch die Auswahl des Materials ist kein Zufall: Während der Stein zwar ein Zeichen von Schwere vermittelt, ist es ihm dennoch nicht möglich, das schwere Leiden
der Häftlinge auch nur annähernd darzustellen. Das Eisen hingegen steht für die Härte, die ihnen vom NS-Regime, den KZ-Aufpassern und nicht zuletzt auch von Teilen
der Bevölkerung entgegengebracht worden ist.
Das Mahnmal kann von Betrachter zu Betrachter unterschiedlich gedeutet werden,
aber genau das ist auch die Absicht: Es gibt keine falsche Interpretation, sondern nur
eine für jeden selbst richtige. Das Mahnmal ist jeder Interpretation offen, egal ob sie
religiös, künstlerisch oder bildlich ist. Jeder Einzelne soll den für ihn passenden Zugang zur Erinnerung finden, das Mahnmal ist nicht voreingenommen.
Gerade hier wird der Unterschied der jeweiligen Intentionen der Künstler deutlich:
Von Pilgrim will die Geschehnisse darstellen, Habdank die Opfer und Hinterbliebenen
trösten, indem er ihnen scheinbar sagt: „Euer Leiden und Sterben war nicht umsonst.“
Die Kunst ist bei beiden Denkmälern nicht im Sinne von l’art pour l’art zu verstehen,
sondern als Mittel, um durch die jeweilige künstlerische Eigeninterpretation und die
unterschiedliche Darstellungsweise gegen das Vergessen anzugehen. Das Wichtigste
ist, dass die Gräueltaten, an die beide Mahnmale erinnern, nie in Vergessenheit geraten und sich ein derartiges Szenario nie mehr wiederholen wird.
Leonie Reichardt, Berg
VCP Berg – Stamm Franz Kreis (Namensfindung)
Rottmannshöhe April 1945: Das ehemalige Hotel und Sanatorium auf der Rottmannshöhe war seit 25 Jahren im Besitz der „oberdeutschen Provinz“ der Jesuiten. Hier fanden Exerzitienkurse statt, die viel Zulauf erfuhren.
Während des Krieges war die Rottmannshöhe auch Zufluchtsort für viele Jesuiten, die
vom NS-Regime, neben Juden, Kommunisten und Freimaurern, als Hauptfeinde betrachtet wurden. So kam auch ein junger Frater auf die Rottmannshöhe, der aus Breslau vor der vorrückenden roten Armee, wie große Teile der Bevölkerung, geflüchtet
war. Dieser Frater war Franz Kreis. Wie alle musste auch er in der Wehrmacht dienen,
war allerdings im Juli 1941 als „wehrunwürdig“ aus dem Heer entlassen worden. Durch
diesen Umstand war er noch im Besitz seiner Wehrmachtsuniform.
Als nun im April 1945 der Einmarsch der Amerikaner abzusehen war, begannen die
Nazis, ihre Konzentrationslager zu räumen und schickten die Insassen auf langen Märschen Richtung Alpen. Einer dieser „Todesmärsche“ führte durch die Gemeinde Berg.
Der lange Zug der Häftlinge, der von den Bewachern unbarmherzig weitergetrieben
wurde, war natürlich von der Bevölkerung nicht zu übersehen. Am 28. April entschloss
sich Franz Kreis zusammen mit Otto Pies, einem Pater, der selbst im KZ Dachau inhaftiert gewesen war, dem Todesmarsch auf Fahrrädern zu folgen. Sie stießen kurz hinter
Wolfratshausen auf die Gefangenen, die dort unter strenger Bewachung im Wald la-
Wider das Vergessen
13
gerten. Die beiden Jesuiten konnten Kontakt zu Häftlingen aufnehmen, was vor allem
durch die Oberleutnant-Uniform von Franz Kreis gelingen konnte. Nachdem sich die
beiden couragierten Ordensbrüder ein Bild von der Lage gemacht hatten, kamen sie
in der darauf folgenden Nacht wieder. Diesmal mit einem geliehen Lastwagen. Sie
hatten Lebensmittel und Kleider dabei, die sie unter den Gefangenen verteilten.
12 verletzte Häftlinge konnten sie zur Behandlung mitnehmen. Zwei Nächte später
zogen sie wieder los, und es gelang ihnen, weitere 20 Gefangene zu befreien.(1)
Erst in Waakirchen wurden die letzten Personen durch die Amerikaner befreit. Allerdings befanden sich selbst nach dem Einmarsch der Amerikaner noch Insassen in den
Lagern, die nur freigelassen wurden, wenn sie abgeholt und
versorgt werden konnten. Aus Dachau wurden weitere Gefangene geholt, die auf der Rottmannshöhe Zuflucht und Versorgung erhielten. Insgesamt wurden knapp 110 Gefangene aus
dem Todesmarsch und dem KZ Dachau durch den selbstlosen
und auch gefährlichen Einsatz von Franz Kreis und Otto Pies
befreit.
Franz Kreis hat nie von den Ereignissen im April 1945 gesprochen. Nur in den Hausbüchern der Jesuiten der Rottmannshöhe, die heute im Archiv der Societas Jesu in der Kaulbachstraße
in München liegen, kann man von seinen Heldentaten lesen.
Erst vor ein paar Jahren starb Franz Kreis in einem Heim im
Ruhrgebiet.
Beeindruckt von seiner Courage, seiner Selbstlosigkeit und
seinem Einsatz im Namen der christlichen Nächstenliebe beschlossen die Berger Pfadfinder, diesem vergessenen Helden des Widerstands ein kleines Denkmal zu setzen und benannten ihren Stamm nach Franz Kreis.
Leo Fuchsenberger
(Abdruck des in der Juliausgabe des Gemeindebriefs 2010 erschienenen Artikels)
(1) In dem 1948 im Sebaldus-Verlag (Nürnberg) erschienenen Buch „Dachau, Eine Welt ohne Gott“ von Sales
Hess ist eine Schilderung von Pater Otto Pies der genannten äußerst couragierten Hilfeleistungen abgedruckt, die hier zur Demonstration der Dramatik auszugsweise wiedergegeben werden soll:
„… Die übernächste Nacht wurde das Rettungswerk noch einmal versucht, diesmal besser vorbereitet. Wir
holten aus den Münchner Magazinen der Wehrmacht, während die Bevölkerung alles plünderte und die
Amerikaner den Ring um München schlossen und die Granaten und Panzerfäuste krachten, den Wagen voll
Lebensmittel und fuhren mit diesen dem Zug wieder nach. Einen Fahrbefehl hatte der Chef des in unserem
Kolleg Pullach untergebrachten Reservelazarettes ausgestellt. In der Nacht überbrachten wir die Lebensmittel für die Gefangenen, Zigaretten und Schnaps für die Wachmannschaften. Der verantwortliche SS-Führer
ließ sich überrumpeln und überreden, die Leute zum Empfang der mitgebrachten Lebensmittel zu wecken
und die Fußkranken für Lazarettbehandlung mitzugeben. Er war durch unser Auftreten und wohl auch
durch die Feindnähe so beeindruckt, dass er nicht einmal nach Papieren oder anderen Ausweisen fragte. Es
gelang, noch einmal zwanzig Priester in den Wagen zu laden und in die Nacht hinein zu verschwinden. So
wurden im ganzen von den neunundachtzig Teilnehmern am Marsch fünfunddreißig gerettet, viele andere
sind unterwegs auf eigene Gefahr hin entlaufen.“
14
Gemeindeleben
Veranstaltungsübersicht
15
Termine in der Übersicht
Forum zu Gegenwartsfragen
Zu folgenden Themenabenden mit Diskussion im Katharina von Bora – Haus
laden wir Sie herzlich ein!
Mit Ausnahme von Gottesdiensten und Wochenterminen - nähere Details in den Einzelanzeigen
Wiederkehrende Veranstaltungen sind farbig gekennzeichnet
Februar 2015
26.02. 19.00
KvB
Forum zu Gegenwartsfragen (Michael Petery)
S. 14
Ökumenische Exerzitien 2015
(Veronika Pfefferer-Kraft und Hans Martin Schroeder)
Kirchenvorstandssitzung, öffentlich
Seniorenkreis (Bettina Schickel):
„Was gehört in unsere Hausapotheke?“
Kunstwerk des Monats (Hubert Kretschmer, München)
Forum zu Gegenwartsfragen (Michael Frieß)
Jugendkreuzweg (Pfadfinder und Konfirmanden)
Offenes Tanzen (mit Christa Vogel)
Theologie für die Gemeinde
Forum zu Gegenwartsfragen (Max Mannheimer)
Konzert am Palmsonntag (Lydia und Bernhard Gillitzer)
S. 20
Donnerstag, 26. Februar 2015, 19.00 Uhr
„Begleitung Schwerstkranker und Sterbender im Judentum“
(Einführung ins Thema mit Gelegenheit zum weiterführenden Gespräch)
Michael Petery, jüdischer Theologe, Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für
Palliativmedizin, Klinikum der Universität München, Großhadern
Donnerstag, 12. März 2015, 20.00 Uhr
„Der assistierte Suizid und die Kirchen. Zur theologischen Akzeptanz
von aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid.“
Dr. Michael Frieß, Gemeindepfarrer in der
Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Landsberg am Lech
Donnerstag, 26. März 2015, 19.00 Uhr
„Lebensgeschichten“
Max Mannheimer, Jahrgang 1920,
erzählt aus seinem Leben.
Er ist einer letzten Zeitzeugen der Verbrechen,
die die Deutschen während der NS-Zeit an den Juden begangen haben.
Zu dieser Veranstaltung sind insbesondere auch
Jugendliche ganz herzlich eingeladen.
Über seine Vortragstätigkeit vor jungen Menschen sagt Max Mannheimer:
„Ich erkläre ihnen, dass sie nicht die Verantwortung dafür tragen,
was geschehen ist, wohl aber dafür, dass es nicht wieder geschieht.“
11.03.
12.03.
13.03.
20.03.
23.03.
26.03.
29.03.
19.30
KvB
20.00
KvB
18.00
KvB
- fällt aus 20.00
KvB
19.00
KvB
19.00
KvB
S. 27
S. 14
S. 28
S. 19
S. 14
S. 28
April 2015
04.04.
08.04.
13.04.
14.04.
17. –
17.04.
26.04.
27.04.
14.00
19.30
20.00
15.00
18.04.
20.00
14.00
20.00
Berg
KvB
KvB
KvB
Car
KvB
Pet
KvB
Gedenkzug „Todesmarsch 1945“ zum Schloss Allmannshausen
Kunstwerk des Monats (Sarah Zagefka, München)
Kirchenvorstandssitzung, öffentlich
Seniorenkreis (Elke Friedinger): „Rund ums Ei“
Kinderchorfreizeit (Ralf Wagner)
Offenes Tanzen (mit Christa Vogel)
Gedenkzug zum Todesmarsch vor 70 Jahren nach Starnberg
Theologie für die Gemeinde
S. 9
S. 27
11.05. 20.00
12.05. 15.00
KvB
KvB
13.05. 19.30
18.05. 20.00
22.05. 20.00
KvB
KvB
KvB
Kirchenvorstandssitzung, öffentlich
Seniorenkreis (Beate Schad)
„Maikonzert mit Schülern von Frau Schad“
Kunstwerk des Monats (Kunstgruppe aus Herrsching)
Forum zu Gegenwartsfragen (Wolfgang Zwickel)
Offenes Tanzen (mit Christa Vogel)
KvB
KvB
KvB
KvB
KvB
Kirchenvorstandssitzung, öffentlich
Seniorenkreis (Brigitta Reihl): Lesung Oskar Maria Graf (Briefe)
Kunstwerk des Monats (Katharina Schellenberger, Landsberg) S. 27
Offenes Tanzen (mit Christa Vogel)
Theologie für die Gemeinde
S. 19
KvB
Sommerfest mit Flohmarkt „Kunst und Floh“
S. 28
S. 9
S. 19
Mai 2015
S. 27
S. 14
Juni 2015
Montag, 18. Mai 2015, 20.00 Uhr
„Der Salomonische Tempel“
Prof. Dr. Wolfgang Zwickel, Professor für Altes Testament und
Biblische Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Bitte die unterschiedlichen Anfangszeiten der Veranstaltungen beachten !
08.06.
09.06.
10.06.
19.06.
29.06.
20.00
15.00
19.30
20.00
20.00
Juli 2015
10.07. 17.00
KvB = Katharina von Bora – Haus, Berg
Car = Carolinenhaus, Söcking
Pet = Petersbrunn, Gedenkstätte
Berg
= Berg, Kreisel am Ortseingang
STA (ev) = Ev. Gemeindehaus Starnberg
STA (k) = Kath. Pfarrzentrum Starnberg
Alle Termine und Informationen auch unter www.evgberg.de
März 2015
03. – 31.03. STA (k)
STA (ev)
09.03. 20.00
KvB
10.03. 15.00
KvB
S. 30
16
Gottesdienste
Gottesdienste
17
Gottesdienste (Fortsetzung)
Gottesdienste
01.03. Reminiscere
18.30
Aufk Musikalischer Gottesdienst „Lust auf Kirche“ (Pfarrer Habdank) – S. 19
06.03. Freitag vor Okuli
19.00
KvB Weltgebetstag der Frauen „Bahamas“ – S. 31
08.03. Okuli
10.00
KvB Gottesdienst mit Abendmahl (Prädikant Schenk)
10.00
KvB Kindergottesdienst (Team)
anschließend: Verkauf von „Eine-Welt-Produkten aus fairem Handel“
15.03. Lätare
10.00
KvB
22.03. Judika
10.00
KvB
29.03. Palmarum
10.00
KvB
Gottesdienst mit Abendmahl (Prädikant Schenk)
Gottesdienst (Pfarrer Habdank)
02.04. Gründonnerstag
19.00
KvB Tischabendmahl (Pfarrer Pfister)
03.04. Karfreitag
9.00
Kreuz Ökum. Kreuzweg (Pfarrer Habdank und Pfarrer Wandachowicz)
11.00
Aufk Gottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Habdank)
05.04. Osternacht
5.30
Joh Gottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Habdank und Team)
~ 7.00
KvB Anschließend gemeinsames Osterfrühstück (Team)
Familiengottesdienst (Pfarrer Habdank und Team)
12.04. Quasimodogeniti
10.00
KvB Gottesdienst (Prädikant Schenk)
19.04. Misericordias Domini
10.00
KvB Gottesdienst (Pfarrer Habdank) - mit Singen vor dem Gottesdienst
10.00
KvB Kindergottesdienst (Team)
anschließend: Verkauf von „Eine-Welt-Produkten aus fairem Handel“
Gottesdienst mit Abendmahl in neuer Form (Pfarrer Jörns)
Mai 2015
03.05. Kantate
18.30
Aufk
KvB
KvB
Gottesdienst (Pfarrer Habdank)
Kindergottesdienst (Team)
anschließend: Verkauf von „Eine-Welt-Produkten aus fairem Handel“
24.05. Pfingstsonntag
10.00
Allm Gottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Habdank)
mit Singen vor dem Gottesdienst
25.05. Pfingstmontag
10.30
Aufk Ökum. Gottesdienst (Pfarrer Pfister, Pfarrer Wandachowicz)
31.05. Sonntag Trinitatis
10.00
KvB Gottesdienst (Prädikantin Cornelia Jung)
Juni 2015
07.06. 1. Sonntag nach Trinitatis
18.30
Aufk Musikalischer Gottesdienst „Lust auf Kirche“ (Prädikant Schenk) - S.19
14.06. 2. Sonntag nach Trinitatis
10.00
KvB Gottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Habdank)
10.00
KvB Kindergottesdienst (Team)
anschließend: Verkauf von „Eine-Welt-Produkten aus fairem Handel“
Gottesdienst in der Region, bitte der Tagespresse entnehmen.
26.04. Jubilate
10.00
KvB
10.00
10.00
Gottesdienst (Pfarrer Habdank)
April 2015
05.04. Ostersonntag
10.00
KvB
06.04. Ostermontag
09.05. Samstag vor Rogate
11.00
Aufk Konfirmation - Gruppe I - (Pfarrer Habdank und Team)
10.05. Rogate
11.00
Aufk Konfirmation- Gruppe II - (Pfarrer Habdank und Team)
14.05. Christi Himmelfahrt
11.00 STA-St Gemeinsamer Gottesdienst der Gemeinden Berg, StarnbergSöcking, Feldafing-Pöcking und Tutzing-Bernried
(bei schlechtem Wetter in der Friedenskirche Starnberg) – S. 28
17.05. Exaudi
Musikalischer Gottesdienst „Lust auf Kirche“
mit Konfirmandenvorstellung (Pfarrer Habdank) – S. 19
08.05. Freitag vor Rogate
18.00
Far
Beichtgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden
21.06. 3. Sonntag nach Trinitatis
10.00
Joh
Gottesdienst (Pfarrer Habdank)
27.06. Samstag
11.00 Hörnle Berggottesdienst (Pfarrer Habdank) – S. 30
28.06. 4. Sonntag nach Trinitatis
9.30 STA-FK Goldene Konfirmation der Konfirmationsjahrgänge 1964 u.1965
mit Abendmahl (Pfarrer Schroeder und Pfarrer Habdank) – S. 28
Juli 2015
05.07. 5. Sonntag nach Trinitatis
18.30
Aufk Musikalischer Gottesdienst „Lust auf Kirche“ (Pfarrer Habdank) – S.19
Samstags 18 Uhr Ökum. Gottesdienst, MS-Klinik Berg-Kempfenhausen
KvB
Aufk
Joh
Allm
= Katharina von Bora – Haus, Berg
= Kath. Pfarrkirche Aufkirchen
= St. Johannes, Berg
= St. Valentin, Allmannshausen
Far
= St. Nikolaus, Farchach
Kreuz = Berg, Kreuzweg / Am Gasteig
STA-St = Starnberg, Steininger-Grundstück
STA-FK = Starnberg, Friedenskirche
Alle Termine und Informationen auch unter www.evgberg.de
Mai 2015
März 2015
18
Gruppen, Kreise, Gremien
Gruppen, Kreise und Gremien
Montag
20.00
Oktober 2014 bis Januar 2015
Pfr. Johannes Habdank
(i.d.R. einmal im Monat, Termine siehe Veranstaltungsübersicht S.15)
Seniorenkreis
Dienstag
15.00 - 17.00 Annette Teymurian Tel 21117
(i.d.R. am 2. Dienstag des Monats, siehe Veranstaltungsübersicht S.15)
Sitzgymnastik
für Senioren
Donnerstag 10.00 -11.00 Gertraud Krause
Tel 0817120775
Offenes Tanzen
Freitag
Tel 21981
20.00
Christa Vogel
(i.d.R. einmal im Monat, Termine siehe Veranstaltungsübersicht S.15)
Mutter-Kind-Gruppe Montag
Kinderchor Berg
(ab 5 Jahre)
BBB
BergerBlechBläser
10.00 -11.00 Li Wei Beck
Donnerstag 17.00 -17.45 Kantor
Ralf Wagner
Freitag
VCP Pfadfinder
Jahrgang 2005 - 2006 Dienstag
Sippe „Wüstenskorpione“
Jahrgang 2003 - 2004 Dienstag
Sippe „Bärenkämpfer“
Jahrgang 2001 - 2002 Mittwoch
Tel 979347
Tel 0151-19
098834
19.00 -20.30 Prof. Dr. Frieder Harz Tel 50516
Florian Gehlen
Tel 95742
17.30 - 19.00 Maria Heckel
Florian Fent
18.00 - 19.30 Sophia Fröhlich
Anna Heckel
17.30 - 19.00 Sylvia Lindovsky
Tel
Tel
Tel
Tel
Tel
95684
551409
95684
551409
50492
18.00 - 19.30 Simon Neuchl
Tel 51769
17.00 - 18.30 Lukas Barucha
Tel 979421
Sippe „Eisbienen“
Jahrgang 1999 - 2000 Freitag
19
Aus unseren Kirchenbüchern
(Katharina von Bora – Haus)
Kirchenvorstand
Kirchengemeinde
Kirchlich bestattet wurden:
Ursula Hiller, 89 Jahre, aus Freising
Ralf Kern, 83 Jahre, aus Berg
Edith von Wagenhoff, 95 Jahre, aus Berg
Theologie für die Gemeinde
mit Pfarrer Johannes Habdank
Montags 20.00 Uhr, Katharina von Bora – Haus
23.03.2015 Ostern und seine urchristlichen Deutungen
27.04.2015 Jesus, seine Familie und sein Lehrer Johannes
29.06.2015 Jesus und seine Gegner (Schriftgelehrte, Pharisäer,
Sadduzäer, Herodianer, …)
27.07.2015 Jesus und seine Anhänger (Jünger, Volk, Frauen)
„Lust auf Kirche“
Musikalischer Gottesdienst
jeweils am 1. Sonntag des Monats,
18.30 Uhr, Pfarrkirche Aufkirchen
Sippe „Totenkopfaffen“
Jahrgang 1996 - 1997 Freitag
Sippe „Feuerquallen“
1. März 2015
Pfarrer Johannes Habdank
„Lieder und Texte zur Passion“
Gräfelfinger Motettenchor unter
Leitung von Katharina Krahnert
3. Mai 2015
Pfarrer Johannes Habdank
Saxophon-Quartett
Brigitte Martner & Co.
(Konfirmandenvorstellung)
7. Juni 2015
Prädikant Ralf Schenk
Dr. Friedbert Schmidt (Orgel)
5. Juli 2015
Pfarrer Johannes Habdank
Florentine und Gregor
van Scherpenberg, Feldafing
(Geige und Gitarre)
Bitte beachten: Apriltermin entfällt (Ostersonntag!)
20
Gemeindeleben
Gemeindeleben
21
Gott will dein Freund sein
Viel Glück und viel Segen … Prädikant Schenk ist 65
Einübung in die Freundschaft mit Gott an der Hand Teresas von Avila
Am 10. Januar durfte unser Prädikant Ralf Schenk seinen 65. Geburtstag feiern, dieses
Jubiläum wurde auch in einem Gottesdienst am darauffolgenden Tag gefeiert.
Der Kanon „Viel Glück und viel Segen“ ist mittlerweile schon zu einem Markenzeichen
von Herrn Schenk geworden, bei vielen Anlässen stimmten wir unter seiner gekonnten
Anleitung ein, daher soll diese Würdigung auch mit diesem Text überschrieben sein.
In den 70er Jahren zog Ralf Schenk
nach Starnberg und brachte sich
sofort mit seiner damals noch Verlobten Hanna in die ev. Kirchengemeinde Starnberg ein, wo er sehr
bald so etwas wie ein guter Geist
des Gemeindelebens wurde. So
baute er mit am Pavillon, der den
Eine-Welt-Laden beherbergt, das
alljährliche Aufstellen des Christbaumes war seine schon selbstverständliche Aufgabe. Er gehörte
dem Kirchenvorstand an, war Kirchenpfleger, tat Mesnerdienst, wo
nötig, und war einfach immer da,
wo Hilfe gebraucht wurde.
Durch den „Kirchenstreit“, der bekanntlich zur Selbständigkeit der Gemeinde Berg
führte, kam auch er zur Ostufergemeinde. In dieser Zeit ließ er sich erst zum Lektor und
dann zum Prädikant ausbilden. Turnusmäßig übernimmt er Gottesdienste, auch die in
der MS-Klinik, oder wo immer er gebraucht wird. Von dieser großen Hilfsbereitschaft,
die ihn auszeichnet, darf nun die Kirchengemeinde Berg profitieren. Sei es, wenn es
gilt, die Hängung des Kunstwerks des Monats zu übernehmen, sei es, bei der Vorbereitung eines Gemeindefestes mitzuhelfen: wo Herr Schenk gebraucht wird, da hilft er.
Darüber hinaus arbeitet er in der Döbrich-Stiftung mit und unternimmt auch immer
wieder Reisen nach Lateinamerika, um persönlich die Kontakte zu pflegen. Auch der
Kontakt zur ev. Kirchengemeinde Kirchdorf auf der Ostseeinsel Poel, schon zu DDRZeiten eine Partnerin der Kirchengemeinde Starnberg, ist ihm eine Herzensangelegenheit, und er engagiert sich auch dort, bis hin zur Übernahme von Gottesdiensten.
Wir, die Kirchengemeinde Berg, sind Ralf Schenk sehr dankbar für sein Wirken bei uns,
wünschen ihm alles Gute, auch die nötige Gesundheit für seine vielfältigen Aufgaben,
auch in seiner sich durch die Enkelschar immer weiter vergrößernden Familie. Wir
hoffen, dass er das nun beginnende Ruhestandsalter nicht wörtlich nimmt, und dass
wir noch lange auf seine Mithilfe zählen können.
Alles Gute und „Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen!“
Am 28. März 2015 wird der 500. Geburtstag von Teresa von Avila, der spanischen Ordensgründerin und ersten Kirchenlehrerin gefeiert. Wer heute ihre Schriften liest und
die zeit- und gesellschaftsbedingten Formulierungen beiseitelässt, stellt mit Erstaunen
fest, wie zeitgemäß ihre Aussagen noch heute sind und wie sehr ihr Gottesbild dem
von Martin Luther ähnlich ist.
Daher gehen wir in diesem Jahr in den Exerzitien im Alltag 2015 an der Hand dieser
großen und starken Frau, die sich trotz der schwierigen Zeiten während der spanischen Inquisition durch nichts von ihren Reformbemühungen abhalten ließ, war sie
sich doch sicher: Gott und ich sind immer in der Mehrheit. „Gott will dein Freund sein“,
das ist Teresas zentrales Anliegen, das sich durch alle ihre Schriften hindurchzieht.
Der Dreh- und Angelpunkt der Erneuerungsimpulse Teresas ist eine Vertiefung und
Verinnerlichung des christlichen Lebens durch den Blick auf den Menschen Jesus
Christus. In der innigen Beziehung zu ihm – sie nennt es „inneres Beten“ – entdeckt sie
die nahe und unbegreifliche Liebe Gottes, und die Worte Martin Luthers „halte deine
Augen fest auf mich (= Jesus Christus) durch meine Menschheit kommt man auf den
Vater“ beschreiben auch ihren Weg. Inneres Beten bedeutet für Teresa das Bemühen,
im konkreten Alltag aus der Freundschaft mit Gott zu leben.
Doch Freundschaft fällt nicht vom Himmel, das wusste Teresa und wissen wir alle aus
unseren Erfahrungen mit menschlichen Freundschaften. Ebenso wissen wir, dass
Freundschaften gepflegt sein wollen. Nicht anders verhält es sich mit der Freundschaft
mit Gott. Um herauszufinden, wie die Freundschaft mit Gott beginnen, aufgefrischt,
vertieft oder gepflegt werden kann, bedarf es der Stille, äußerlich aber noch mehr innerlich.
Exerzitien im Alltag können dafür ein hilfreicher Weg sein.
Wenn Sie also Lust auf die vertiefte Freundschaft mit Gott haben, sich jeden Tag etwa
eine halbe Stunde Zeit nehmen für die Meditationsimpulse, das heißt auch Zeit haben
für sich selbst, in der Sie zur Ruhe kommen, sich aus dem Getriebe des Alltags herausnehmen, neue Kraft schöpfen und das eigene Leben mit seinen Anforderungen,
Begegnungen, Freuden und Sorgen in die Beziehung mit Gott bringen möchten –
dann sind Sie herzlich eingeladen.
Ort und Termine: Dienstagabend von 20 Uhr bis 21.30 Uhr
Kath. Pfarrzentrum Sankt Maria, Mühlbergstraße 6 am 3.3., 10.3. und 17.3.15
Evangelisches Gemeindehaus, Kaiser-Wilhelm-Straße 18 am 24.3. und 31.3.15
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Veronika Pfefferer-Kraft und Hans Martin Schroeder
Doris Schmied
22
Projektförderung
Meine Zeit in Afrika
Schon lange hatte ich den Traum, für ein soziales Projekt nach Südafrika zu gehen. Im
September erfüllte ich mir dann den Wunsch und absolvierte für drei Monate ein Volontariat bei der christlichen Organisation „Hope and Light – Community Welfare“ in
dem Dorf Sir Lowry's Pass, ungefähr 45 km südöstlich von Kapstadt.
Das Kinderdorf besteht aus vier Häusern, in denen die „Waisenkinder“ mit ihren Hauseltern bzw. Hausmüttern leben. Jeweils 4-6 Waisenkinder zusammen mit den eigenen
Kindern der Eltern oder Mütter. In einem dieser Häuser des Kinderdorfs wohnte auch
ich bei den Waisenkindern.
Früh am Morgen brachte ich die Kinder in die Schule. Danach half ich zeitweise den
Vormittag über in der Creche (Kindergarten): Verteilen von Frühstück und Mittagessen
und mit den Kindern spielen. An anderen Tagen unterstützte ich die Hausmutter im
Haushalt und kümmerte mich um die Babys.
Nachmittags ging es in die Grundschule,
wo ich den Lehrerinnen in den verschiedenen Klassen assistieren konnte und
mit für das sogenannte „After
Care“ (Anschlussbetreuung) verantwortlich war. Da ging es zum einen um Hilfe
und Unterstützung der Kinder bei ihren
Hausaufgaben, zum anderen um gemeinsames Basteln oder Malen. Außerdem hatte ich eigene kleine Tanzgruppen, die ich unterrichten konnte. Die
Unterrichtsbedingungen sind natürlich
ganz andere als hier in Starnberg oder
Berg. Getanzt wurde zwischen Tischen
und Stühlen in einem Container-Klassenzimmer ohne Musikanlage, nur mit dem Lautsprecher meines Handys.
Oft war hohe Flexibilität angesagt und die Erwartungen durften nicht zu hoch sein.
Denn meist kam immer alles anders als geplant.
Womit ich viel zu kämpfen hatte, war der starke Kontrast zwischen Arm und Reich. Nur
10 Minuten mit dem Auto vom Township (der von Farbigen bewohnten Siedlung)
befindet man sich in einer ganz anderen Welt zwischen Villen, Swimmingpools und
Hausangestellten. Auch mit dem ungleichen Gesundheitssystem habe ich meine Erfahrungen gemacht, als ich zum Beispiel mit einem 14-jährigen Mädchen aufgrund
eines Schlaganfalls (!) im Krankenhaus war. 16 Stunden musste es auf einen Arzt warten, ohne irgendwelche Schmerzmittel zu bekommen. Es war schrecklich mit anzusehen, wie sie die Schmerzen aushalten musste und sich keiner um sie kümmerte. Zu
wenig Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern, die unter schrecklichen hygienischen
Projektförderung
23
Bedingungen arbeiteten. Alles war schmutzig und nichts geputzt, sogar Kakerlaken
sah ich auf dem Boden. Eine furchtbare Krankenhauserfahrung!
Die Organisation „Hope and Light – Community Welfare“ entwickelt sich aber stetig
weiter und wird größer. Zurzeit steht ein großes Projekt an, es wird eine Gesamtschule
mit integrierter Berufsausbildung gebaut. Während der Bauphase sind die Lehrer und
Schüler auf mobile Klassenräume angewiesen.
Dank der großzügigen Spende unserer Gemeinde Berg war es möglich, ein mobiles
Klassenzimmer komplett auszustatten.
Wenn wir uns gegen die Armut einsetzen wollen, sollten wir uns auf die Kinder fokussieren, denn nur durch eine bessere Schulbildung haben sie die Möglichkeit, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen und eines Tages einen guten Beruf auszuüben.
Vielleicht haben Sie ja Lust eine Patenschaft zu übernehmen? Mit
dieser Patenschaft und einem monatlichen Beitrag von 65 Euro
können Sie den Kindern ein besseres Leben mit weniger Armut
und Gewalt schenken. Konkret können Sie ein Waisenkind im Kinderdorf unterstützen, indem Sie dessen Schulgebühren, Schuluniform, Mahlzeiten, Unterkunft und – falls notwendig – auch medizinische Versorgung mitfinanzieren.
Oder Sie helfen den Kindern aus dem nahe gelegenen Township
durch ihre Patenschaft in Höhe von 35 Euro und stellen so sicher,
dass Ihr Patenkind den Kindergarten oder die Schule besuchen
kann. In Kindergarten und Schule werden die Kinder nicht nur
ausgebildet und betreut, sondern erhalten auch 2-3 Mahlzeiten
am Tag, was für die Townshipkinder sonst leider nicht normal ist.
Für mich waren die drei Monate eine sehr intensive Zeit! Ich habe
viel über das Land, die Kultur, die Menschen und auch viel über
mich gelernt. Anfangs war es auch nicht leicht, mich an die neue, sehr ungewohnte
Umgebung zu gewöhnen und anzupassen. Auch die Herzlichkeit und Dankbarkeit
erlebte ich oft auf andere Art als ich es bei uns gewohnt war.
Am Ende bin ich sehr glücklich und dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen durfte! Ich kann jetzt auf jeden Fall in den kleinen Dingen des Lebens viel Größeres und
Schöneres sehen!
Madeleine Hufnagel
Abgesehen von der oben angesprochenen Hilfestellung durch Übernahme einer persönlichen Patenschaft wird um finanzielle Unterstützung dieses sehr aussichtsreichen
Projekts „Hope and Light – Gesamtschulen“ über das Spendenkonto der Kirchengemeinde gebeten. Näheres zur Organisation unter http://www.hopeandlight.co.za
VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg (BIC: GENODEF1STH)
IBAN: DE11 7009 3200 0004 7129 86
Der Kirchenvorstand
24
Gemeindeleben
Gemeindeleben
25
Dem großen Künstler ganz nah
„Mit großer Neugier begegne ich dem Wachstum nächtlicher Schatten. Nichts wird
vertrieben, alles wird ebenso geliebt wie verwurstet.“ Dieses Zitat von Loriot steht im
Katalog zur großen Retrospektive im Münchner Literaturhaus über den
„Nachtschattengewächsen“, einer Serie kleinformatiger Zeichnungen, die der berühmte Cartoonist in seinen letzten Lebensjahren während nächtlicher Stunden der
Schlaflosigkeit anfertigte.
Durch die Vermittlung von Brigitta Reihl aus Berg war es möglich, dass im Rahmen der
Reihe „Kunstwerk des Monats“ zu Beginn des Jahres eine Auswahl dieser
„Nachtschattengewächse“ im Katharina von Bora – Haus zu sehen war: Sie stellte den
Kontakt zu ihrer ehemaligen Schülerin Susanne von Bülow her, der Tochter und Nachlassverwalterin von Loriot. Es gehört zur mittlerweile fünfjährigen Tradition der Reihe,
dass im Monat Januar ein verstorbener Künstler aus der Region geehrt wird, in den
vergangenen Jahren waren dies Helmut Ammann, Karlheinz Hoffmann, Walter Habdank und Stefan Moritz Becker.
Bernhard-Viktor Christoph-Carl, kurz Vicco, von Bülow, bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren, er
starb am 22. August 2011 in seinem Haus in Ammerland, wo er mit seiner Familie seit
1963 lebte. Er studierte Malerei und Graphik an der Hamburger Landeskunstschule.
Seine humoristischen Arbeiten in Stern, Weltbild und Quick machten ihn berühmt. Er
wirkte auch als Autor, Regisseur und Darsteller in „Ödipussi“ und „Pappa ante portas“,
zwei der erfolgreichsten deutschen Kinokomödien, und war Mitglied der Akademie
der Künste in Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Von den bisher im Rahmen der Reihe vorgestellten Künstlern unterscheidet sich Vicco
von Bülow durch seine – über den Tod hinaus andauernde – enorme Popularität: Seine
Signatur, LORIOT in Versalien, steht für Humor wie Tempo für Taschentuch und Tesa
für Klebeband. Über Loriot kann man sagen, dass er nicht nur den Humor einer Generation, sondern den Humor mindestens dreier Generationen und eines halben Jahrhunderts geprägt hat. Und dennoch ist er auch ein Künstler, der mit dem Ostufer des
Starnberger Sees eng verbunden war und hier viele persönliche Kontakte pflegte. Zur
Präsentation seiner Arbeiten, wie immer am zweiten Mittwoch des Monats um
19.30 Uhr, waren deshalb auch viele langjährige Wegbegleiter ins Katharina von Bora –
Haus gekommen, die in den anschließenden Gesprächen mit ihren Erinnerungen dazu
beitrugen, den Künstler und den Menschen Loriot noch einmal sehr lebendig werden
zu lassen.
Vorgestellt wurde mit den acht Original-Zeichnungen, zu denen auch die kleine titelgebende Collage „Nachtschattenfotograf“ gehört, nicht der bekannte Humorist Loriot,
sondern der eher unbekannte nächtliche Zeichner. Sein Leben lang, insbesondere
aber in den letzten Jahren, litt Loriot unter nächtlicher Schlaflosigkeit bzw. unter Einschlafschwierigkeiten. In einem Interview sagte er dazu:
„Eines Nachts wachte ich auf, griff einen Zettel für Notizen und einen Kugelschreiber,
was man so auf dem Nachttisch hat. Im Dunkeln krakelte ich darauf herum, am nächsten Morgen nahm ich Buntstifte und kolorierte das Ganze in lockerer Weise. Große
Kunst ist ja zumeist ein Kind des Wahnsinns.“
Die „Nachtschattengewächse“ waren allerdings eher als Fingerübungen oder Gedankenspielereien denn als „große Kunst“ gedacht. Zu seinen Lebzeiten hätte Vicco von
Bülow sie wohl niemals ausstellen wollen. Erst posthum, in der Ausstellung „Spätlese“
im Münchner Literaturhaus Ende 2013, wurden diese sehr persönlichen Zeichnungen,
zu denen auch ein kleines Selbstportrait in rotem Herz für seine Frau Romi gehört, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Wir danken Susanne von Bülow, dass auch wir ihrem
Vater jetzt so nahe sein durften.
Katja Sebald, Berg
Fotos: Jörn Kachelrieß, Kulturwelle 5 (http://kulturwelle5.de)
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Gemeindeleben
Ökumenischer Neujahrsempfang
Es solle bitte keiner „ehrenkäsig" werden, der nicht ausdrücklich namentlich genannt
werde, bat der evangelische Pfarrer Johannes Habdank bei seiner Begrüßung vor einem gut gefüllten Katharina von Bora – Haus. Viele Ehrenamtliche sowie Vertreter von
Vereinen und Lokalpolitik waren der Einladung zum Ökumenischen Neujahrsempfang
gefolgt. Der katholische Pfarrer Piotr Wandachowicz sprach das Grußwort.
Festredner des Abends war Heinrich Haasis, Präsident des 1924 gegründeten Weltverbands der Sparkassen. Sein Thema: "Finanzmärkte - mit Moral und Verantwortung?"
Das auf der Rückseite des Programms gedruckte Verzeichnis einer Auswahl seiner beruflichen Stationen, Ehrenämter, Funktionen und Auszeichnungen war mindestens so
lang wie die Begrüßungs- und Dankesliste von Pfarrer Habdank, die sich Pfarrer Wandachowicz gleich für das nächste Jahr ausborgen wollte.
Heinrich Haasis gab einen Abriss über die Veränderung des Finanzmarkts in den letzten Jahrzehnten, den Wertewandel, die Abkehr vom Berufsethos des ehrbaren Kaufmanns, die Liberalisierung. Wie konnte es dazu kommen?
Ende der Achtzigerjahre habe sich
das Denken verändert. Die globale
Beschleunigung habe zum Nachteil
der produzierenden Industrie vor
allem die Finanzindustrie geändert.
Neue Produkte seien entstanden Angebote, bei denen der Kunde
nicht gewinnen konnte. „2006 hätte
ich gesagt, so etwas gibt es nicht aber es gab sie doch.“ Man habe
kurzfristige Gewinne verwechselt
mit Werthaltigkeit. Es sei zu klaren
betrügerischen Handlungen gekommen - Kurs- und Zinsmanipulationen, das Jonglieren mit Rohstoffen.
Das Fehlverhalten von vielen Investmentbanken sei messbar an den Strafzahlungen – allein in Amerika wurden Strafen in
Höhe von 100 Milliarden Dollar fällig.
Die Entwicklung der Informationstechnologie trug das Ihrige dazu bei: Hochgeschwindigkeitsrechner in den Banken eröffneten völlig neue Dimensionen. Das Europäische
Parlament gab eine - viel diskutierte - Mindesthaltedauer von 500 Millisekunden für
Börsenprodukte vor.
Auch sprachliche Veränderungen blieben von Haasis nicht unerwähnt. Englische Begriffe leisteten der Verharmlosung bestimmter Geschäftsmodelle Vorschub. In einen
Hedge-Fonds investiere man eher als in riskante Anlagespekulationen, einem Global
Player vertraue man mehr als einem weltweiten Spieler.
Gemeindeleben
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Das Geld sei selbst zur Ware geworden statt nur Mittel zum Zweck. Politik und Wirtschaft müsse klar sein, dass Freiheit ohne Maß stets in den Ruin führe. Das Handeln
dürfe nicht nur legal, es müsse auch legitim sein. Unternehmen müssten zwar Gewinne machen, jedoch gehe es nicht um die maximale Gewinnerzielung. Von Führungskräften verlangte Haasis eine wertorientierte Unternehmenspolitik. Die Wirtschaft
müsse einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen ihr Leben besser gestalten können. In Luthers Kleinem Katechismus sei das siebte Gebot folgendermaßen erklärt:
„Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht
nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut
und Nahrung helfen bessern und behüten.“ Genau das sei die Aufgabe der Wirtschaft
in der modernen Zeit: Gut und Nahrung bessern und behüten.
Nach dem lange anhaltenden Applaus stand Heinrich Haasis noch für Fragen über
Draghi, die EZB, Staatsanleihen, die Schweiz, Griechenland und den Immobilienmarkt
zur Verfügung. Die Frage, wie man derzeit noch Geld anlegen könne, wurde beim anschließenden Umtrunk diskutiert: zum Beispiel mit einer Investition in die Berger Bürgerwindräder ...
Für die musikalische Umrahmung - samt Alphörnern - sorgten die Blechbläser des
Gymnasiums Kempfenhausen unter der Leitung von Steffen Lüdecke.
Elke Link, Berg
(genehmigter Abdruck aus dem QUH-Blog http://quh.twoday.net)
Kunstwerk des Monats
immer am 2. Mittwoch des Monats um 19.30 Uhr im Katharina von Bora - Haus
Kunst kann Freude bereiten und die Welt erklären. Sie kann anrühren, anregen, trösten, irritieren, aufrütteln und vor allem Menschen miteinander ins Gespräch bringen.
11. März 2015
Hubert Kretschmer, München
8. April 2015
Sarah Zagefka, München
13. Mai 2015
Kunstgruppe aus Herrsching
10. Juni 2015
Katharina Schellenberger,
Landsberg/Lech
In den Sommermonaten Juli und August kommen Werke von Dr. Hannelore Jüterbock,
Berg-Allmannshausen, und Sebastian Heinsdorff, Icking, zur Ausstellung.
Brot und Wein sowie ein literarischer, philosophischer
oder theologischer Text begleiten das Kunstwerk.
In Kooperation mit dem Kulturverein Berg, Förderer Gemeinde Berg.
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Gemeindeleben
Konzert am Palmsonntag
Kinderchor Freizeit
„per flauto e cembalo“
29. März 2015, 19.00 Uhr
im Katharina von Bora - Haus, Berg
Lydia Gillitzer (Blockflöte)
Bernhard Gillitzer (Cembalo)
spielen Werke aus Renaissance und Barock
vom 17. April 2015, nachmittags bis
18. April, nachmittags mit
Ralf Wagner, Carolinenhaus, Söcking
Feier der
Goldenen Konfirmation
Sonntag 28. Juni 2015, 9.30 Uhr,
Friedenskirche Starnberg
Herzlich eingeladen sind alle Starnberger und Berger der Konfirmationsjahrgänge 1964 oder 1965.
Bitte geben Sie den Termin weiter an alle,
von denen Sie wissen, dass sie mit Ihnen
konfirmiert wurden.
Wir bitten um Anmeldung im Pfarramt
Starnberg, Tel. 08151 - 12319.
Pfr. Hans Martin Schroeder
und Pfr. Johannes Habdank
Ökumenischer
Kreuzweg der Jugend
„Das Kreuz im Fokus“
Bilder, Lieder und Gebete
von und mit Konfirmanden,
Pfadfindern und anderen Jugendlichen
am Freitag, 13. März 2015, 18.00 Uhr,
im Katharina von Bora - Haus, Berg
mit Pfarrer Johannes Habdank
An zwei Tagen werden wir neben Singen, Spielen, Feiern auch unser neues
Stück von Ritter Rost einstudieren.
Himmelfahrt
Gemeinsamer Familiengottesdienst
der Gemeinden
Berg, Starnberg-Söcking,
Feldafing-Pöcking und
Tutzing-Bernried
am 14. Mai 2015, 11.00 Uhr,
auf dem Steininger Grundstück am
Starnberger See,
bei schlechtem Wetter
in der Friedenskirche Starnberg,
Herzlich willkommen!
Kirchenführungen
in Mariä Himmelfahrt, Aufkirchen
und St. Stephan, Mörlbach
am 12.6. bzw. 19.6.2015,
jeweils 17.00 Uhr
(Treffpunkt vor der Kirche. Wegen Fahrdienstes bitte im Pfarrbüro melden)
Es führt die Kunstwissenschaftlerin
Karin von Hoeh-Knueppel,
Kulturverein Berg
(Dauer: etwa 1½ Std.,
Kosten: 8 Euro pro Person)
Bedeutung von Pfingsten
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Pfingsten – was ist das?
Pfingsten ist nach Weihnachten und Ostern das dritte
Hochfest der Kirche. In der Apostelgeschichte Kapitel 2,
Vers 1 kommt der Name Pfingsten vor. Der griechische
Name für Pfingsten ist „Pentekoste“, d.h. der 50. Tag. Der
50. Tag nach Ostern, beginnend mit der Osternacht. Dabei
ist interessant, dass das Judentum ebenfalls fünfzig Tage,
also 7 Wochen nach dem Passahfest, das Wochenfest
(hebr. Schawuot), ein Erntedankfest, feiert. Seit dem
4. Jahrhundert wird Pfingsten am 7. Sonntag nach Ostern
gefeiert als Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes und
der Gründung der Kirche. In der Zeit davor war der 50. Tag
nach Ostern jedoch nicht mehr als das offizielle Ende der
Osterzeit. Sein Gewicht als eigenes Fest bekam Pfingsten
im 4. Jahrhundert dadurch, dass es als Erfüllung der Botschaft von der Auferstehung Jesu und dem in ihr erschienenen neuen Leben verstanden wurde. Dabei wird das
von Jesus angekündigte Kommen des Geistes verstanden
als die neue Form der Gemeinschaft mit Jesus.
So ist also das eigentliche Pfingstthema die „Sendung des
Geistes“. In Jerusalem erlebten die Menschen damals, dass
die Jünger Jesu plötzlich in einer Vielzahl fremder Sprachen redeten, und glaubten, die Jünger seien betrunken.
Petrus allerdings macht deutlich, dass dies auf die Wirkung
Kirchenfenster mit Pfingstgeschichte
des Heiligen Geistes zurückzuführen sei. Dieses Pfingster(Foto: http://gemeinde-werkstatt.de)
eignis war gewissermaßen die Erfüllung dessen, was wir im
Johannes-Evangelium Kapitel 15, Vers 13 als Versprechen Jesu lesen: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit führen.“ Und
die neue Form der Gemeinschaft mit Jesus wird sichtbar und nimmt Gestalt an in Form
der Taufe, die damals an 3000 Menschen vollzogen wurde. Dies ist dann zugleich die
erste Gemeinde, die entstand.
Häufig verwendetes Symbol für Pfingsten ist bekanntlich die Taube. Dabei kommt die
Taube in der Pfingstgeschichte überhaupt nicht vor. Wahrscheinlich wurde das unvorstellbare „Kommen des Geistes“ nur vorstellbar in der Mittlerrolle der Taube, die ja den
Raum zwischen Himmel und Erde beherrscht. Außerdem galt und gilt die Taube nach
jüdischem Verständnis als rein und damit als Opfertier geeignet.
Dem Pfingstfest wirklich angemessen ist aber das Feuer, in dem der Heilige Geist auf
die Jünger niederkam. Zumal das Feuer das Dunkel der Sünde erhellt, im Feuer wird
Böses verbrannt und Feuer erwärmt kalte Menschen.
Die ganze Pfingstgeschichte ist in der Apostelgeschichte des Lukas Kapitel 2, in den
Versen 1 bis 41, niedergeschrieben.
Peter Koblischke
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Gemeindeleben
.
Gemeindeausflug mit Berggottesdienst
am Samstag, dem 27. Juni 2015
für Jung und Alt, Groß und Klein
aufs Hörnle bei Bad Kohlgrub
In Fahrgemeinschaften geht es mit Privatautos von Berg (Katharina von Bora –
Haus) nach Bad Kohlgrub, Parkplatz Schwebebahn Hörnle. Von dort steigen wir
auf dem Sommerweg zur Hörnlehütte auf (1-1½, max. 2 Std.) oder wählen die
einfachere Variante der Sesselbahn mit bequemen Schwenkdoppelsitzen.
Nahe der Hütte feiern wir um 11 Uhr Berggottesdienst .
Anschließend ist Einkehr beim Hörnlewirt. Die Wanderer können danach noch
unschwer aufs Vordere und Mittlere Hörnle steigen, vielleicht sogar auch noch
aufs Hintere. Die Ausflügler, die nicht so gut zu Fuß sind, genießen die herrliche
Gegend mit den einzigartigen Aussichtspanoramen zum Wetterstein und ins
Voralpenland auch vom Plateau der Hörnlehütte aus und tauschen sich im Gespräch aus. Zurück geht es zu Fuß auf dem Winterweg oder mit der Bahn.
Abfahrt Katharina von Bora – Haus 9.00 Uhr.
Nähere Informationen unter http://www.hoernlebahn.de und http://www.alpenverein-starnberg.de
Sommerfest
Herzliche Einladung zum ökumenischen Sommerfest
am Freitag, 10. Juli 2015
im Gemeindegarten
17 Uhr: Andacht, danach Grillfest
Mit einem Rätsel für Erwachsene und Spielen für Kinder und Jugendliche!
Eintritt frei, Spenden nach Lust und Laune erbeten!
„Kunst und Floh“
Im Rahmen des Sommerfestes veranstalten wir
ab 14 Uhr
im Katharina von Bora - Haus wieder den erfolgreichen Flohmarkt
Erlös zugunsten der evangelischen Kirchengemeinde
Spenden von Kunst und Krempel, Büchern und Spielzeug herzlich erbeten!
(Anlieferung am Vortag, 9. Juli, von 16 bis 18 Uhr)
Vielen Dank für Ihre Teilnahme!
Frühjahrssammlung Diakonie
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Wenn‘s ohne Hilfe nicht mehr geht
Zu Hause in der vertrauten Umgebung leben oder
nach einem Krankenhausaufenthalt wieder nach
Hause zurückgehen zu können - die Diakoniestationen und ambulanten Pflegedienste helfen, dass
dies möglich ist. Sie bieten Pflege, Betreuung und
Beratung in der eigenen Wohnung, nach Bedarf
auch mehrmals täglich. Die über 230 Diakoniestationen in Bayern berücksichtigen bei ihrer Arbeit die
individuelle Situation jedes Einzelnen und seines
sozialen Umfeldes. Deshalb arbeiten sie mit den
Hausärzten, Kranken- und Pflegekassen, dem medizinischen Dienst, den Sozialhilfeträgern, Krankenhäusern sowie vielen weiteren Einrichtungen
und Diensten eng zusammen.
Für diese Angebote und die vielfältigen Leistungen
diakonischer Arbeit bittet das Diakonische Werk
Bayern anlässlich der Frühjahrssammlung vom
16. bis 22. März 2015 um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!
20% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben in den Kirchengemeinden für die diakonische Arbeit vor Ort. 45% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im
Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit. 35% der Spenden schließlich
werden an das Diakonische Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern weitergeleitet. Hiervon wird auch das Infomaterial für die Öffentlichkeitsarbeit finanziert
(max. 10% des Gesamtspendenaufkommens).
Weitere Informationen zum Sammlungsthema erhalten Sie beim Diakonischen Werk
Bayern im Internet unter www.diakonie-bayern.de.
Die Diakonie hilft. Helfen Sie mit!
Evangelisch-Lutherisches Pfarramt Berg
Spendenkonto: IBAN: DE11 7009 3200 0004 7129 86
VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg (BIC: GENODEF1STH)
Stichwort: Frühjahrssammlung Diakonie 2015
Weltgebetstag der Frauen „Bahamas“
Ökumenischer Gottesdienst im Katharina von Bora – Haus
am Freitag, 6. März 2015, 19.00 Uhr
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Kontakte
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde
Berg am Starnberger See
Gemeindezentrum
und Pfarramt
Sekretärin
Fischackerweg 10, 82335 Berg
Tel.: 08151 - 973176
Fax: 08151 - 973177
Mail: pfarramt@evgberg.de
Homepage: www.evgberg.de
Bürozeiten
Cornelia Jung
Mail: cj@evgberg.de
Dienstag, Mittwoch, Freitag,
jeweils 9.00 - 12.00 Uhr
Pfarrer
Kirchenvorstand
Johannes Habdank
Fischackerweg 8, 82335 Berg
Tel.: 08151 - 50494
Fax: 08151 - 95552
Mobil: 0172 - 8307556
Mail: jh@evgberg.de
Sprechstunde nach Vereinbarung
Florian Gehlen (Vertrauensmann)
Tel.: 08151 - 95742
Mail: florian.gehlen@web.de
Hanna Schenk (Vertrauensfrau)
Tel.: 08151 - 8465
Mail: hanna.schenk@gmx.de
Prädikant
BergerBlechBläser
Prof. Dr. Frieder Harz
Tel.: 08151- 50516
Kinderchor
Kantor Ralf Wagner
Tel.: 0151 - 19098834
Mail: ralf.wagner@elkb.de
Ralf Schenk
Tel.: 08151 - 8465
Mail: PdkSchenk@evgberg.de
Musik
Bankverbindung
VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg (BIC: GENODEF1STH)
Spenden: IBAN: DE11 7009 3200 0004 7129 86
Kirchgeld: IBAN: DE55 7009 3200 0104 7129 86
Diakonie
Ökumenische Kranken- und Altenpflege Aufkirchen/Berg am Starnberger See e.V.
(info@kav-berg.de, Tel. 08151-50011 o. 08151-6500390), Raiffeisenbank südöstl.
Starnberger See (BIC: GENODEF1SSB), IBAN: DE79 7016 9331 0000 8127 57
Jahreslosung 2015
Brief an die Römer 15,7
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
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Layout und Satz:
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Berg, Fischackerweg 10, 82335 Berg
Pfarrer Johannes Habdank
Christoph Gehlen, Regine Habdank, Ralf Schenk, Ursula Steigemann,
Wolfgang Steigemann, Johannes Habdank
Wolfgang Steigemann
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