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Klaus Schwarzer engagiert sich nach Beinamputation als „Grüner

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20.2.2015
Naumburger Tageblatt ­ Klaus Schwarzer engagiert sich nach Beinamputation als „Grüner Herr“
Zeitz - 28.05.2014
Naumburger Klinikum
Klaus Schwarzer engagiert sich nach Beinamputation als
„Grüner Herr“
VON JANA KAINZ
Der 55-jährige Klaus Schwarzer, dem ein Bein amputiert wurde, ist seit
etwa einem Jahr in der Klinik für Gefäßchirurgie im Saale-Unstrut-Klinikum
Naumburg ehrenamtlich als „Grüner Herr“ unterwegs. Er hört den
Patienten zu und vertreibt die Einsamkeit.
NAUMBURG/MZ. .„Um Gotteswillen, zu wem wollen Sie denn.“ „Sie sind
hier falsch.“ So oder so ähnlich wird Klaus Schwarzer oft begrüßt, wenn er
die Patientenzimmer in der Klinik für Gefäßchirurgie im Saale-UnstrutKlinikum Naumburg betritt. Dass der 55-Jährige, dem ein Bein amputiert
Als „Grüner Herr“ ist Klaus Schwarzer jeden
Donnerstagvormittag in der Klinik für
Gefäßchirurgie im Saale-Unstrut-Klinikum
Naumburg anzutreffen, um Patienten
aufzumuntern oder auch Fragen zu
beantworten. (BILD: TORSTEN BIEL)
wurde, ehrenamtlich unterwegs ist, um ihnen zu helfen, können die
Patienten im ersten Augenblick kaum glauben. „Ich bin nur leicht
gehandicapt“. „Sie können mich alles fragen.“ Dies sind wiederum Klaus
Schwarzers Sätze, mit denen er das Eis bricht - und das seit gut einem
Jahr als einziger „Grüner Herr“ unter den „Grünen Damen“. Diese
ehrenamtlich tätigen Frauen und eben auch Männer, wenn vorhanden,
hören den Patienten zu, vertreiben die Einsamkeit, halten Hände.
Die Aufgabe gefiel Schwarzer, der wegen seines Handicaps keine Arbeit mehr fand und sich deshalb auf die Suche
nach einem Ehrenamt begab. Im Engagementzentrum in der Grochlitzer Straße erhielt er den Tipp, sich als „Grüner
Herr“ im Klinikum nützlich zu machen und am besten in der Klinik für Gefäßchirurgie. Das sah Chefarzt Bernd
Lobenstein genauso. Für den Mediziner sei er wie ein Sechser im Lotto, „weil man bei mir sieht, was man trotz einer
Amputation noch alles machen kann“, erinnert sich Schwarzer an Lobensteins Reaktion.
Dass er Menschen aus ihrem Tiefpunkt herausziehen kann, glaubt man Schwarzer sofort. Und das nicht nur wegen
seiner offenen, sympathischen Art. Er selbst hatte den Lebensmut schon einmal verloren - nach der 29. Operation.
Sein Bein wurde in einem Hamburger Klinikum über zwei Jahre stückweise amputiert. „Ich wollte nur noch sterben“,
erzählt er. Das änderte sich wunderbarerweise über Nacht. Eine Krankenschwester hatte vorm Bett kniend für ihn
gebetet. Er fand seinen Lebensmut wieder und überstand die letzten beiden Operationen. Das war Anfang 2010. Bis
zu seiner Erkrankung, alles begann mit Durchblutungsstörungen, hatte er stets schwer gearbeitet als Maurer,
Rangierer und zuletzt in einem Hamburger Bestattungsunternehmen. Nach den Operationen lag den Eltern daran,
ihren Sohn wieder in Naumburg zu haben und besorgten ihm eine Wohnung. Sich dort zurückzuziehen, ist nicht
Schwarzers Art. So ist er nicht nur „Grüner Herr“, sondern bastelt auch regelmäßig mit den Knirpsen der zwei
Domstifter-Kindertagesstätten viel aus Holz. So ist er da, wo er sich am wohlsten fühlt: mitten im Leben.
Grüne Tücher als
Erkennungszeichen
In Naumburg riefen
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