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Gemeindebrief
der Evangelischen Kirchengemeinde
Lichtenberg
Lichtblick
G
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Wozu Abendmahl?
Wein oder Saft oder ...?
Abendmahlsform(en)
Praxis des Abendmahls
März – April – Mai 2015
emeinschaftsmahl oder mutwillige Gottesdienstverlängerung?
Tisch des Herren oder Kelch im Kreis?
Hostientellerchen oder Brotbrechen?
Zu selten? Oder doch zu oft? In, mit
und unter Brot und Wein? Oder doch
Saft? Am Abendmahl scheiden sich
die Geschmäcker. In jeder Gemeinde
wird sich eine eigene Variante finden.
Das „Abendmahl“ wird regelmäßig in unseren Gottesdiensten gefeiert. Alle sind eingeladen und viele Gottesdienstbesucher_innen lassen sich einladen. Alle haben
auch ihr je eigenes Verständnis vom Abendmahl und bei
vielen ist dieses Verständnis von der eigenen Tradition,
von den eigenen Erfahrungen und vom eigenen Nachdenken geprägt.
Oft gibt es Fragen: Was geschieht eigentlich beim
Abendmahl? Was bedeuten die Worte, die Gesten, das
Brot und der Kelch? Was ist heilig am Abendmahl? Warum wird es Sakrament genannt? Was nährt und stärkt?
Was irritiert und stört? Wie lässt sich Abendmahl in den
biblischen Texten und in der häufig kontroversen Geschichte der Kirchen verstehen? Was trennt die Kirchen
voneinander?
Um über diese Fragen ins Gespräch zu kommen, laden
wir ganz herzlich zu einem Gemeindeseminar ein.
2 I Lichtblick
Im Seminar wird es um Austausch und Gespräch gehen,
um theologische Impulse und Arbeit an biblischen
Texten, um konkrete Schritte und gemeinsame Erfahrungen auf der Suche nach einem – neuen – Zugang zum
Abendmahl.
Termine
Dienstag 17. März, 31. März und 14. April
jeweils von 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
Vorbereitung
Britta Albrecht-Schatta,
Peter Radziwill,
Sophie Schicketanz
Willkommen!
U
Editorial
Abendmahl
Gemeindeseminar
nd wieder liegt vor Ihnen ein neuer LICHTBLICK, bis zum
Rand gefüllt mit interessanten Artikeln und allen Terminen aus
Ihrer Lieblings-Kirchgemeinde.
In diesem LICHTBLICK freuen wir uns, mit Ihnen über das Thema ‚Abendmahl‘ ins Gespräch zu kommen. Was ist das: Abendmahl?
Nur ein uraltes Ritual, dass den Gottesdienst unnötig in die Länge
zieht? Oder ist es vielleicht doch mehr? Werfen Sie mit uns einen
Blick hinter die Kulissen! Lesen Sie, warum wir überhaupt Abendmahl feiern, ob Wein oder Traubensaft im Kelch sein sollte. Was sagt
eigentlich das Neue Testament zum Abendmahl? Und was essen wir
beim Abendmahl? Etwa den Leib Christi?
Viele Fragen – vielleicht zuviele für einen Gemeindebrief. Deshalb
bieten wir Ihnen dieses Mal zum Thema ein Gemeindeseminar an
(siehe Seite links). Hier können Sie sich fachkundig informieren und
über die Praxis in Ihrer Gemeinde mitreden und -bestimmen.
Doch in diesem LICHTBLICK finden Sie noch viel mehr: Wie
könnte sich die Immobilienentwicklung rund um das Pfarrhaus an
der Möllendorffstraße gestalten? Zum Pfarrhaus können Sie auch
eine interessante Geschichte zu einer alten Apfelsorte im Pfarrgarten erfahren und wie die für zukünftige Generationen gerettet werden kann. Und was gibt‘s eigentlich Neues im Gemeindekirchenrat?
Dazu bietet Ihr Gemeindebrief – wie immer – Gruppen- und Gottesdiensttermine. Wir freuen uns darauf, Sie zu sehen!
Sven Oliver Lohmann
P.S. Seit Herbst 2007 habe ich für Sie Ihren Gemeindebrief LICHTBLICK gestaltet. Diese Frühlingsausgabe 2015 soll und wird nun
meine letzte sein. Nach sechs Jahren in der Ferne ist für mich die Zeit
gekommen, diese Aufgabe in andere Hände zu legen. Eines wollte ich
Ihnen aber noch sagen: Sie sind eine großartige Leserschaft! Leben
Sie wohl und bleiben Sie behütet.
März - April - Mai 2015 I 3
Wozu Abendmahl?
U
nsere evangelische Kirche ist, so
sagen manche, die Kirche des
Wortes. Man muss sicher ergänzen:
einschließlich des gesungenen Wortes,
der Musik. Sie ist weniger die Kirche
der Bilder, der zeichenhaften Handlungen, der liturgischen Riten. Umso
erstaunlicher ist es, dass bei einer Umfrage in unserem Hauskreis von acht
am Gespräch Teilnehmenden sieben
das Abendmahl als für sie wichtig bezeichneten. Aber warum ist es wichtig? Die Antworten fielen verschieden
aus, ähnelten sich aber auch:
ich zwar unterdrücken will, die jedoch
stark in meinen Gedanken verankert
sind.“
„…weil ich innerlich zur Ruhe komme,
neue Hoffnung und Vertrauen in die
Zukunft schöpfen kann.“
„Ich werde daran erinnert, was Jesus für
uns getan hat.“
„Es ist mir wichtig, weil ich Vergebung
direkt erfahre und sehr erleichtert bin.“
„Es ist die Erinnerung an den Opfertod
„Es ist mir wichtig, weil es mich verbin- Jesu für mich, für meine Sünden.“
det mit Jesus und mit seiner Gemeinde.“
„In dem Mahl kommt die Verbundenheit mit Jesus und mit seiner Gemeinde
zum Ausdruck.“
„Ich spüre dabei die Gemeinschaft untereinander ganz besonders.“
„Das feierliche Teilen von Brot und Wein
verbindet Menschen miteinander.“
fühlen,
schmecken,
sehen,
riechen
Für die meisten steht das Erleben
der Zusammengehörigkeit, des miteinander und mit Christus VerbunNeben dem am meisten betonten denseins an erster Stelle. GemeinsaAspekt der Gemeinschaft spielen ganz mes Essen und Trinken ist ja in allen
persönliche Bedürfnisse und Erfah- Kulturen und seit Urzeiten Ausdruck
rungen eine Rolle:
von Gemeinschaft und stiftet Gemeinschaft. Zu jedem Fest gehört die
„Es ist mir wichtig, weil ich hoffe, dass gemeinsame Mahlzeit. Wie gut, wenn
mir meine Sünden vergeben werden, sie auch zum alltäglichen Leben einer
auch die mir unbewussten und die, die Familie gehört. Bei den meisten Chris4 I Lichtblick
ten der Welt, Katholiken, Orthodoxen,
Anglikanern, ist mindestens jeder
Sonntagsgottesdienst mit der Feier
des Mahls verbunden. Für sie ist das
Fest der Auferstehung Jesu, und das ist
ja jeder Sonntag, ohne das Festmahl
nicht vorstellbar, auch wenn es nur
eine symbolische Mahlzeit ist, von der
wir physisch nicht satt werden. Dass
sie uns in anderer Weise stärkt, mit
Hoffnung erfüllt, uns mit uns selbst
und mit Gott ins Reine bringt, das
haben die kurzen Antworten auf die
Frage: „Warum ist mir das Abendmahl
wichtig?“ gezeigt.
Gemeinschaft, Vergebung, Erinnerung an Jesus und seinen Einsatz für
die Menschen – sind mit dem Abendmahl verbunden.
Natürlich spielen dabei auch die
Form und die Tradition eine Rolle.
Eine Teilnehmerin an unserem Gespräch konnte nicht sagen, ob und
warum ihr das Abendmahl wichtig ist.
Für sie ist es vor allem eine Tradition,
die sie schon von ihrer Großmutter
her kennt und die man nicht ändern
sollte. Mit der Art, wie wir in unserer
Gemeinde das Mahl feiern, kann sie
sich nicht anfreunden. Die Intimität,
die durch das Weiterreichen von Brot
und Wein von einem zum andern
und durch das Händereichen nach
dem Empfang der Gaben entsteht, ist
für sie befremdlich, während für die
meisten gerade diese Gesten Ausdruck
der Gemeinschaft sind, die sie in mehr
traditionell geprägten Gemeinden
vermissen. Gewiss müssen wir um der
Gemeinschaft willen und um niemanden durch unnötige Äußerlichkeiten
abzustoßen sehr sorgfältig auch auf
die Formen achten. Wenn wir zu uns
nach Hause zu einem festlichen Essen
einladen, achten wir ja auch auf die
Äußerlichkeiten, und selbstverständlich halten wir auch bei den täglichen
Mahlzeiten gewisse Formen ein. Bei
vielen Gästen wird es immer schwer
sein, die jedem angemessenen zu finden. Da sind Toleranz und Kompromissbereitschaft von allen gefragt.
Was ich selbst vom Abendmahl halte? Auch für mich ist der Aspekt der
Gemeinschaft wichtig. Paulus nennt
die christliche Gemeinde den Leib
Christi. Die Feier des Mahls bringt
das zum Ausdruck und sie baut den
Leib Christi auf, stärkt ihn. In diesem
Sinn empfangen wir bei der Feier den
Leib Christi – aber auch noch in einem anderen Sinn: In einem Lied aus
unserem Gesangbuch (Nr. 168) heißt
es: „Wir nehmen seine Worte und Taten mit nach Haus und richten unser
Leben nach seinem aus.“ Das bedeutet,
wir nehmen sie nicht mit nach Haus,
um sie in einen Schrank zu stellen,
sondern, um sie zu verinnerlichen,
um ihn, Christus, in uns, in unser
Leben aufzunehmen. Wenn ich beim
Abendmahl das Brot nehme und esse,
tue ich damit zeichenhaft, was ich
auch sonst in meinem Leben versuche:
Ihn in mich aufzunehmen. Das Brot
des Abendmahls ist so das Zeichen für
das Brot des Lebens. Bedarf es solcher
Zeichen? Letzten Endes nicht. Das gegenseitige Versprechen, als Gemeinde
beieinander zu bleiben, und die Zusage Jesu, bei seiner Gemeinde zu bleiben, sein Wort der Vergebung sollten
doch genügen. Man kann ja auch jemandem zum Geburtstag gratulieren
ohne Blumenstrauß. Man kann die
Ehe schließen ohne Ringe. Man kann
Hochzeit feiern ohne Festessen und
Weihnachten ohne Tannenbaum und
Herrnhuter Stern. Aber ich finde, mit
den Zeichen geht alles besser, weil ich
nicht nur höre und denke, sondern
auch fühle, schmecke, sehe, rieche.
Wir haben an diesem Abend die
unterschiedlichen Meinungen und
Erfahrungen nicht weiter diskutiert, auch nicht nach den biblischen
Grundlagen, der kirchlichen Tradition
und den konfessionellen Unterschieden gefragt. Die äußeren Formen und
wie oft das Mahl gefeiert werden sollte,
standen ebenfalls nicht zur Diskussion. Das wären sicher weitere abendfüllende Programme.
Helmut Wilhelm
März - April - Mai 2015 I 5
Miteinander
Zum Abendmahl: Wein oder Saft oder …?
I
ch trinke beides gern – auch zum
Abendmahl.
Vom „Gewächs des Weinstocks“ ist
in der Bibel die Rede. Vorher vom
Kelch, der beim Abendmahl herumgereicht wird. Was darin ist, bleibt offen,
scheint nicht entscheidend gewesen
zu sein. Das Brot, das gebrochen und
geteilt wird, und der Kelch, aus dem
alle trinken, das sind die Elemente
des Abendmahlrituals. Irgendwann
war es, wahrscheinlich angelehnt an
Überlieferungen über das Passahmahl,
dann der Wein im Kelch, der die Bedeutung bekam, Jesu vergossenes Blut
zu sein. Daraus entstand die Tradition, roten oder weißen Wein zum
Abendmahl auszuschenken. Jeweils
mit unterschiedlichen Begründungen und Empfindungen verbunden.
Wein hält sich länger als Saft, darum
war es wahrscheinlich bei den ersten
Gemeinden Wein, der ausgeschenkt
wurde … zum Gedächtnis … Keiner
weiß es genau. In Gegenden, wo es
keinen Wein gibt, wird mit anderen
Flüssigkeiten bei den Christen Abendmahl gefeiert, habe ich gelesen. Das
erscheint mir naheliegend. Und wenn
es tatsächlich vom Passahfest her eher
um das Kreisen des Bechers geht, ist ja
der Inhalt vom theologischen und geschichtlichen Befund her zweitrangig.
„Ich habe gern einen kräftigen
Schluck Wein zum Abendmahl getrunken“, erzählt mir eine Freundin.
6 I Lichtblick
„Es muss Wein sein, denn Jesus hat
auch Wein getrunken und sich bzw.
sein vergossenes Blut damit verbildlicht“, so ähnlich hieß es oft bei den
Diskussionen um eine zu verändernde
Abendmahlspraxis. Für die Vertreter
des Wein-Ausschenkens war es nur so
ein wirkliches Abendmahl – ganz nah
an der Praxis Jesu, der es ja eingesetzt
hatte. Und im Heiligen Land wurde
ja ganz selbstverständlich zu jeder
Gelegenheit Wein getrunken, auf alle
Fälle aber zum Passahfest, so wurde
argumentiert. Es geht beim Abendmahl auch darum, unserem Herrn
tion beschäftigt und Neues entwickelt.
Ein neues Abendmahlverständnis,
das niemanden ausschloss vom Feiern – weder Kinder noch sonstige
Menschen, die auf Alkohol verzichten
wollten oder mussten.
Nun stellt sich heraus, dass mit dieser Praxis auch Ausschlüsse verbunden sind.
Nach längerem Abendmahlfeiern
ohne größere Diskussionen in der Gemeinde gibt es nun die Bitte einiger,
auch wieder Wein zum Abendmahl
auszuschenken. Denn für manche ist
eine Abendmahlsfeier ohne Wein kein
richtiges Abendmahl. Die Wirkung
des Abendmahls wird stärker oder
sogar ausschließlich vom ausgeteilten
Wie das Abendmahl feiern
Wein abhängig erlebt. Die Feier des
und beieinander bleiben?
Abendmahls ist eine unserer wenigen
Glaubenserfahrungen, die nicht ausschließlich vom Wort geprägt ist. Glaube, auch christlicher Glaube, ist ganz
ganz nahe zu kommen. Das ging lange stark an mehrsinnliche Erfahrungen
Zeit auch erst, wenn ein Christ sich im gebunden: Ich fühle etwas, erlebe die
Konfirmandenunterricht ausreichend Gegenwart Gottes durch Lebensvergebildet und den Konfirmationsse- änderungen, habe Eingebungen, mir
gen erhalten hatte. Ich habe zu meiner geschieht etwas ohne eigenes Zutun.
Konfirmation ganz selbstverständlich Dafür ist das Abendmahl-Feiern für
Wein zum Abendmahl getrunken.
manche oder viele ein entscheidendes
Beim Abendmahl statt Wein Ritual oder Zeichen oder …?
ausschließlich Traubensaft auszuschenken, fanden diejenigen, die es
Unsere Kinder und Konfirmanden
durchgesetzt hatten, besonders „fort- mögen eher keinen Wein und sind
schrittlich“, wie man früher sagte, froh, Traubensaft beim Abendmahl
denn wir hatten uns mit einer Tradi- zu bekommen. Aber ein „richtiges
Abendmahl“ ist es erst mit Wein –
meinen die meisten. Ohne es im Einzelnen sachlich zu begründen. Im Seniorenkreis ist es eher ein Thema, wie
mit dem Wein oder Saft umgegangen
wird. Was das mit dem Eintauchen des
Brotes in den Kelch soll? Ob es Wein
oder Saft geben sollte, ist egal. Das
entscheidet nicht über die Richtigkeit
und Wirksamkeit des Abendmahles,
in dem es um die Gemeinschaft untereinander und an Gottes Tische geht.
onen und manches kaum zu Benennende des eigenen Glaubens sind
mindestens ebenso, wenn nicht stärker wirksam, als alle festgelegten und
theologisch begründeten Glaubenspraktiken.
Was also tun? Wie können wir weiter mit unterschiedlichem Verständnis
Abendmahl feiern und beieinander
bleiben?
Britta Albrecht-Schatta
Die Auseinandersetzungen darum,
Saft oder Wein zum Abendmahl auszuschenken oder beides und wenn,
wie, bringen mich auf den Gedanken,
dass dahinter möglicherweise die uralte Frage steckt, welche Bedeutung das
Abendmahl-Feiern für wen hat. Vor allem aber: dass das Ritual (wenn man es
denn so verstehen will und kann) mit
sehr unterschiedlichen Bedeutungen
besetzt ist und wird. Schon immer haben sich Glaubende mit dem Abendmahl auseinandergesetzt und Kirchen
und Konfessionen (unter)scheiden
sich daran. Für ein einheitliches Verständnis des „Heiligen Abendmahles“
hat es anscheinend nur wenig genützt,
es als ein Sakrament, als ein von Jesus
selbst eingesetztes Heiliges und damit
für Menschen unverfügbares Zeichen
göttlicher Gegenwart festzulegen.
Die inneren Bilder, sinnliche und
andere Erfahrungen, erlebte TraditiMärz - April - Mai 2015 I 7
Elemente
Abendmahl mit Wein oder Traubensaft? Ein Blick ins Neue Testament
Blut Christi, also Teilhabe an der Sühnewirkung seines Todes.
bendmahl wird mit Brot und
Anders lautet die Formulierung im
Kelch gefeiert, aber was ist im ältesten Evangelium, dem MarkusKelch? Die Regelung in unserer evangelium: „Dies ist mein Blut des
Kirche ist klar: „Die Elemente des Bundes.“ Hier ist also der Kelchinhalt
Abendmahls sind Brot und Wein. … entscheidend. Dieser Inhalt wird bei
Statt Wein kann aus seelsorglicher Markus ebenso wie in den anderen
Verantwortung heraus im Ausnah- Evangelien als „Frucht des Weinstocks“
mefall Traubensaft gereicht werden.“ bezeichnet.
(Ordnung des kirchlichen Lebens der
Evangelischen Kirche der Union vom
Nach dem Bericht des Paulus hat
5.6.1999, Artikel 25,3; 27,2)
also die Gemeinde durch den herDie meisten Gemeindeglieder sind umgereichten Kelch Anteil am Neuen
der Meinung, dass diese Regelung da- Bund. Bei Markus liegt die Betonung
durch begründet sei, dass im Neuen auf dem Sühnetod Jesu. Bei Matthäus
Testament ausdrücklich Wein als Ele- kommt der Zuspruch der Sündenverment des Abendmahls genannt werde. gebung hinzu. Lukas verbindet beide
Dies trifft jedoch nicht zu. Deshalb Überlieferungen, in der Apostelgelohnt es sich, in der Bibel nachzu- schichte erwähnt er nur das Brechen
schauen: Matthäus 26,26–29; Markus des Brotes, nicht das Trinken aus dem
14,22–25; Lukas 22,15–20 und 1. Ko- Kelch.
rinther 11,23–26.
Der literarisch älteste Text zum Ob Saft oder Wein,
Abendmahl steht im 1. Korintherbrief. sagt das Neue Testament nicht
Dort ist vom „Kelch“ die Rede, der mit
dem „Neuen Bund“ gleichgesetzt wird.
Aus neutestamentlicher Sicht sind
Durch das Trinken aus dem Kelch wird also für das Abendmahl der Kelch und
der Tod Jesu verkündigt, bis er kommt. die „Frucht des Weinstocks“ wichEntscheidend ist das Symbol des Kel- tig. Die Begriffe „Weinstock“, „Rebe“,
ches. Er wird durch seinen Inhalt, das „Frucht des Weinstocks“ bezeichnen
Blut, näher bezeichnet. Der Bund mit dabei einen engen Zusammenhang
Gott wird durch das Blut Jesu Chris- mit der Person Jesu. Dieser Zusamti gestiftet. Anders ausgedrückt: Der menhang wird durch die „Frucht des
Kelch bedeutet Gemeinschaft mit dem Weinstocks“, also Wein oder TraubenBrot und Kelch
A
8 I Lichtblick
saft, deutlich. Genauer ist das Neue
Testament nicht.
Allerdings stellen einige Theologen
noch folgende Überlegung an: Nach
neutestamentlicher Überlieferung von
Matthäus, Markus und Lukas ist das
letzte Mahl Jesu das Passahmahl. Auch
hier kann nicht entschieden werden,
ob diese Überlieferung historisch ist.
Aber wenn das Abendmahl sich aus
dem Passahfest ableitet, können wir auf
die jüdische Tradition blicken: Während des Passahfestes war den Israeliten
das Essen von gesäuertem Brot streng
verboten. Alles, was Gärung hervorrufen konnte oder Gärung durchlaufen
hatte, musste aus dem Haus entfernt
werden (Exodus 12,15–20). Einige rabbinische Aussagen beziehen dieses Gebot Gottes auch auf Getränke, andere
erlauben, dass beim Passahfest alkoholischer Wein getrunken wird.
Auch Paulus (1. Korinther 5,6–8 )
bezieht sich auf den Brauch, während
des Passahfestes allen Sauerteig aus
den Häusern zu entfernen. Sauerteig
war für die Israeliten ein Symbol der
Sünde: Wie nur ein wenig Sauerteig
eine ganze Schüssel Brotteig durchsäuert, so hat auch nur eine Sünde
die ganze Welt verdorben. Weil sowohl das Brot beim Passah und beim
Abendmahl ein Symbol des sündlosen
Leibes Christi ist, soll es ohne Sauerteig gebacken werden.
Wenn die Gärung des Brotes als Bild
für die Wirkung der Sünde genommen wird, kann die Gärung des Weines ebenso gesehen werden. Nicht nur
der Leib Christi, sondern auch sein
Blut ist sündlos. Alkoholischer Wein
ist also ein problematisches Symbol
für das sündlose Blut Jesu.
ist nicht zu entscheiden. Möglich ist
Der Herr Jesus, in der Nacht,
beides, auch in der Zeit der ersten
da er verraten ward, nahm er
Christen konnte unvergorener Saft aus
das Brot, dankte und brach’s
Rosinen oder Sirup hergestellt werden.
und sprach: „Das ist mein
Eine Entscheidung für das eine oder
Leib, der für euch gegeben
andere Getränk beim Abendmahl
wird; das tut zu meinem Geist also nicht nur durch den Blick in
dächtnis.“ Desgleichen nahm
die Bibel, sondern auch von der je
er auch den Kelch nach dem
eigenen religiösen Erfahrung, vom
Mahl und sprach: „Dieser
Gesichtspunkt der Tradition und des
Eine Droge als Symbol
Kelch ist der neue Bund in
ökumenischen Miteinanders und
beim Abendmahl?
meinem Blut; das tut, sooft
durch pragmatische Gesichtspunkte
ihr daraus trinkt, zu meinem
bestimmt.
Es lohnt sich, deshalb über die SymGedächtnis. Denn sooft ihr
Peter Radziwill
bolik des Abendmahls und darüber
von diesem Brot esst und aus
nachzudenken, was aus dem Kelch gedem Kelch trinkt, verkündigt
trunken wird. Etwas, das berauschen
ihr den Tod des Herrn, bis er
kommt.“
kann, das das Denkvermögen trübt,
1. Korinther 11,23–26
das emotional enthemmt und schon
bei einem Glas ein paar hundert Hirnzellen zerstört, ist möglicherweise
kein passendes Symbol für Jesu Blut.
Auch eine „Droge“, die krank macht,
die Menschen ins soziale Abseits treibt
Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankoder einen trockenen Alkoholkrante und brach’s und gab’s ihnen und sprach:
ken wieder rückfällig werden lässt, ist
„Nehmet; das ist mein Leib.“ Und er nahm den
möglicherweise nicht geeignet, den
Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranBund mit Gott und das Miteinander
ken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: „Das
in der Gemeinde zu symbolisieren.
ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen
wird. Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht
Im Neuen Testament wird in Bezug
mehr trinken werde vom Gewächs des Weinauf das Abendmahl nur vom „Kelch“
stocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue
und dem „Gewächs des Weinstocks“
davon trinke im Reich Gottes.“
gesprochen. Ob Jesus beim AbendMarkus 14,22–25
mahl den Jüngern alkoholischen Wein
gereicht hat oder unvergorenen Saft,
März - April - Mai 2015 I 9
Die Praxis des Abendmahls
D
as Abendmahl ist mal wieder in
der Diskussion. Aber es steht uns
als evangelischen Christen auch gut
an, uns immer wieder mit unserem
Glauben und seinen Zeichen zu beschäftigen. Was bedeutet für mich das
Abendmahl? Was ist mir daran besonders wichtig?
Dieses wiederholte Nachdenken
verändert auch die Praxis. Es ist noch
gar nicht so lange her, dass Abendmahl
in vielen evangelischen Gemeinden
nur drei oder vier Mal im Jahr gefeiert
wurde. Aus meiner Kindheit habe ich
die Erinnerung an ein Abendmahl, das
eine Art Sonderveranstaltung nach
dem Ende des Gottesdienstes war; wer
nicht daran teilnehmen wollte, ging
auch bereits vor dem Abendmahl.
Heute wird auch in der evangelischen
Kirche wieder öfter Abendmahl gefeiert, in unserer Gemeinde in der Regel
einmal im Monat. Es spielt in unseren
heutigen Gemeinden wieder eine größere Rolle und ist vielen Christinnen
und Christen wichtig. In manchen
Kirchen wie dem Berliner Dom wird
sogar jeden Sonntag ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert.
Und auch die Form hat sich geändert. Oder sollte man sagen: die Formen? Abendmahl kann man heute
sehr unterschiedlich erleben. Meistens
wird in unserer Gemeinde das Abend-
10 I Lichtblick
mahl in einem großen Kreis um den
Altar herum gefeiert, wobei Brot oder
Oblaten und Traubensaft unter den
Teilnehmenden weitergereicht werden.
Zur Feier des Abendmahls gehören
dabei die Einsetzungsworte, das Vaterunser und meistens weitere liturgische Elemente – wie viele und welche,
das ist aber durchaus unterschiedlich.
Bei mehr GottesdienstbesucherInnen
Es steht uns als
evangelischen Christen
gut an,
uns immer wieder
mit unserem Glauben
und seinen Zeichen
zu beschäftigen.
können aus dem einen auch mehrere
Kreise werden. Und neben dieser „variablen Standardform“ gibt es weitere.
Gründonnerstag hat sich (nicht nur
bei uns) die Form des Tischabendmahls eingebürgert: Die Teilnehmenden sitzen um eine Tafel, und das
Abendmahl ist in eine gemeinsame
Mahlzeit eingebettet. Und besonders
bei Großereignissen wie Kirchentagen, aber auch selten bei großen Gottesdiensten bei uns werden Brot bzw.
Abendmahl
Oblaten und Wein bzw. Saft durch die
Reihen gegeben.
Diese unterschiedlichen Formen
haben zum Teil praktische Gründe.
Bei einem Kirchentag können sich
nicht alle Gläubigen um einen Altar
versammeln, auch nicht nacheinander. Und ein sehr gut besuchter Festgottesdienst würde dadurch sehr lang
werden. Auf eine umfangreiche Liturgie wird häufig verzichtet, weil viele
damit nichts mehr anfangen können
– stattdessen werden moderne, leichter
verständliche Texte gesprochen. Aber
die verschiedenen Formen werden
oft auch deshalb gewählt, weil damit
bestimmte theologische Aspekte des
Abendmahls betont werden können.
Die Aufstellung im Kreis macht die
Gemeinschaft besonders sinnfällig,
insbesondere wenn man sich bemüht,
alle Teilnehmenden in einem Kreis
unterzubringen. Das Abendmahl feiert nicht nur die Gemeinschaft des
einzelnen Glaubenden mit Christus,
sondern auch die untereinander in
der Gemeinde. Auch die Weitergabe
der Elemente untereinander anstelle
der früher üblichen Austeilung durch
den Pfarrer an jeden einzelnen betont
diesen Aspekt. Auf der anderen Seite
sitzen diejenigen, die nicht teilnehmen, dann etwas verloren im Gottesdienstraum – so empfinde ich das je-
denfalls. Konterkariert das nicht den
Gemeinschaftsgedanken? Wenn das
Abendmahl durch die Reihen gegeben wird, sind ganz natürlicherweise
alle Anwesenden eingeschlossen. Wer
nicht teilnehmen möchte, gibt die
Elemente einfach weiter. Vielleicht
ist diese Form, die ich bisher nur aus
sehr „großen“ Gottesdiensten kenne,
besser geeignet, das Gemeinschaftliche des Abendmahls zu visualisieren?
Allerdings geht der Feier des Abendmahls dann ein wenig das Besondere,
das Herausgehobensein verloren. Und
vielleicht wollen die Nicht-Teilnehmenden auch gar nicht so eingeschlossen sein?
Während normalerweise bei der
Abendmahlsfeier vor allem der theologische Gehalt thematisiert und
symbolisiert wird, steht beim Tischabendmahl, das in unserer Gemeinde
üblicherweise Gründonnerstag, am
Vorabend von Karfreitag, gefeiert
wird, die eigentliche Geschichte, in
die das Mahl gehört, viel stärker im
Mittelpunkt. Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern am Vorabend der Kreuzigung. Und dass es nicht nur eine
symbolhafte Handlung, sondern eben
auch eine gemeinsame Mahlzeit, sogar
eine Festmahlzeit war. Das Brechen
und Verteilen des Brotes, das Herumreichen des Kelches sind in diesem
Rahmen dann auch einfach Gesten
eines Gastgebers gegenüber seinen
Gästen. Und nicht zuletzt reiht sich
das Abendmahl damit ein in eine ganze Reihe von Mahlfeiern, die uns von
Jesus berichtet werden. Dass er mit
Freunden zusammensaß, aber auch
mit den Verstoßenen der Gesellschaft,
mit Zöllnern und Sündern. So betont
auch das Tischabendmahl besondere
Aspekte dieses Geschehens. Anderen,
so weiß ich, geht dabei das Besondere
des Abendmahls verloren. Man sitzt ja
nur zusammen und isst und trinkt. Es
kommt in der Gestaltung wohl darauf
an, hier die richtige Balance zu finden:
Das Besondere des Abendmahls erlebbar zu machen und trotzdem seine
Einbettung in die Tischgemeinschaft
nicht zu verlieren.
Es gibt einen weiteren Unterschied
zur üblichen Form. Beim Tischabendmahl in unserer Gemeinde hat jeder
einen eigenen Becher, in den Wein
oder Saft gefüllt wird. Es gibt also keinen Kelch, aus dem alle trinken, wie
es wörtlich in den Einsetzungsworten heißt. So wertvoll und wichtig ich
das Tischabendmahl finde, der Kelch,
aus dem alle trinken, symbolisiert für
mich besonders deutlich die Gemeinschaft am Leib Christi, die uns durch
Christus geschenkt wird. Ich habe das
auch schon anders erlebt. Dass zwar
jeder und jede einen eigenen Becher
für die gemeinsame Mahlzeit hatte,
aber für das Abendmahl trotzdem ein
Kelch herumging, aus dem alle tranken. Auf der anderen Seite weiß ich
aber auch, dass gerade das gemeinsame Trinken aus einem Gefäß für
manche aus hygienischen Gründen
beschwerlich ist. Sie tauchen deshalb
auch beim „normalen“ Abendmahl
stattdessen die Oblate oder das Brotstückchen in den Saft. Es gibt Gemeinden, wo es deshalb beim Abendmahl
neben dem herumgereichten Kelch
für diejenigen, die damit Probleme
haben, sogenannte „Einzelkelche“ gibt.
Das Wesentliche am Abendmahl
sind natürlich seine Inhalte, aber die
Form verweist darauf. Und verschiedene Formen betonen verschiedene
Aspekte davon. Da ist es gut und wichtig, sich auch damit zu beschäftigen.
Und indem man auch mit verschiedenen Formen arbeitet, kann man diese
verschiedenen Seiten zum Klingen
bringen und vielleicht insgesamt mehr
Leute ansprechen.
Jens Galley
März - April - Mai 2015 I 11
Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei den sind ihnen in Fleisch und Blut übergegangen:
uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat „dieweil ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland
sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu gewesen“. Auch die Stimme ihres verstorbenen
bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische Freundes klingt in ihnen nach. Wie oft hat er gesaß, nahm er das Brot, dankte, brach‘s und gab‘s sagt „Kommt, denn es ist alles bereit.“ Der Fremihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie de spricht ein Dankgebet. Die beiden fühlen sich,
erkannten ihn. als seien sie die Gäste in diesem Haus. Er bricht
Lk 24, 29 – 31 das Brot. Und die Augen werden ihnen aufgetan:
Der dort ist nicht nur ein feinfühliger Seelsorger
ch sehe einen Tisch vor mir. Einen stabilen oder gelehrter Prediger.
Er ist einer von ihnen. Er ist ihnen vertraut.
Holztisch, der das Zentrum des Raumes bildet.
Er ist da.
Hier haben schon oft Festessen stattgefunden.
Sophie Schicketanz
Hier haben sich schon oft Freunde und Bekannte
versammelt um zu beten, zu singen und zu essen.
Heute ist der Tisch nicht so festlich gedeckt. Und
die beiden, die hier wohnen, wollen auch nicht
feiern. Sie sind gerade heimgekehrt. Die Ereignisse der letzten Tage haben sie erschöpft: Die
Verurteilung ihres Freundes Jesus und all die damit verbundene Angst. Seine Kreuzigung – das
Entsetzen und die Trauer stecken ihnen noch in
den Knochen. Und schließlich die Berichte über
Erscheinungen von einem auferstandenen Jesus –
das war erschreckend.
I
Noch jemand sitzt dort bei ihnen am Tisch.
Sie haben ihn unterwegs aufgegabelt. Ein gelehrter Fremder. Er hat ihnen auf ihrem langen Weg
freundlich zugehört. Er scheint Trost aus den heiligen Schriften zu ziehen. Sie haben seine Worte
gehört, die von einem lebenden Heiland sprachen. Geglaubt haben sie ihnen nicht. Die Worte
tragen sie nicht mehr. Sie fühlen sich nicht erlöst.
Zu enttäuscht sind sie. Zu müde. Zu allein. Natürlich nehmen sie ihn für diese Nacht auf. Die
alten Geschichten von Wanderungen und Frem12 I Lichtblick
Kalender
Sehet, wir gehen
hinauf nach Jerusalem
Passionsmusik von Bach und Hasse
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Kantate „Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem“
BWV 159
Anonymus
Der Gerechte kommt um
Johann Adolf Hasse (1699 –1783)
Miserere in c
Es musizieren
Solisten
Cantionata Lichtenberg
Instrumentalisten
Ulrike Schindler (musikalische Leitung)
Samstag vor Palmarum
28. März 18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
März – April – Mai 2015
Geistliches Wort
Der Eintritt in unsere Kirchenmusiken ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten.
13. März Freitag
19.30 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
3. April Karfreitag
18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
9. Mai Samstag
18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Bach & Söhne
Musik für Cembalo
Stille
Musik und Meditation am Karfreitag
Werke von Johann Sebastian,
Wilhelm Friedemann, Carl Philipp
Emanuel, Johann Christoph Friedrich
und Johann Christian Bach
Ulrike Schindler (Orgel)
Peter Radziwill (Texte)
Tanzen und swingen
Ein Festkonzert mit dem
TRIO GIOCOSO anlässlich seines
10-jährigen Bestehens
28. März Samstag vor Palmarum
18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Sehet, wir gehen hinauf nach
Jerusalem
Passionsmusik von Bach und Hasse
Solisten
Cantionata Lichtenberg
Instrumentalisten
Ulrike Schindler
(musikalische Leitung)
18. April Samstag
18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Wie im wachen Traume
Romantische Lieder
Werke von Haßler, Quantz, Drovak,
Händel, Weißbach, Boismortier, Boccherini, Beach, Mercadante, Strauß,
Cottom, Denhoff, Elizondo, Joplin,
Searle, Raymond, Waldteufel und
anderen
Armin Bassarak, Christine Rehle und
Manja Putscher (Flöten)
Mozart, Schubert, Schumann,
Rossini, Franck
Anna-Christina Gorbatschova
(Sopran)
Hartmut Angermüller (Klavier)
Peter Radziwill liest Texte
von Hermann Hesse
25. April Samstag
16.00 Uhr
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Gospel-Musik
LOS-Gospel-Singers
Leitung Matthias Orphal
24. Mai Pfingstsonntag
18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
1. März
Reminiscere
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Klaus Galley)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
19.00 Uhr
Weltgebetstag
(Team)
8. März
Oculi
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Erdmuthe Remoli)
10.30 Uhr
Gottesdienst der Brüdergemeinde
15. März
Laetare
10.00 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl
(Martin-Michael Passauer)
10.30 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl
(Peter Radziwill)
22. März
Judica
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr (Peter Radziwill)
Gottesdienst – Psalm 43
„Historisch-kritisch predigen“
29. März
Palmarum
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Matthias Orphal)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
Eine kleine Orgelmusik
Ein Konzert im Rahmen der Nacht der
Offenen Kirchen
Anna-Christina Gorbatschova
(Violine)
Hartmut Angermüller (Orgel)
Alte Pfarrkirche
Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
6. März
Freitag
Beginn der Sommerzeit
18.00 Uhr
Taizé-Gebet
April
Andreas Marti (Cembalo)
März
Alte Pfarrkirche Lichtenberg – Loeperplatz (Möllendorffstraße) | Gemeindezentrum Am Fennpfuhl – Paul-Junius-Straße 75
Gemeindezentrum
Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
2. April
Gründonnerstag
19.00 Uhr
Tischabendmahl
(Britta Albrecht-Schatta)
3. April
Karfreitag
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl
(Peter Radziwill)
März – April – Mai 2015
Kirchenmusiken Gottesdienste
Gottesdienste
5. April
Ostersonntag
18.00 Uhr
Musik und Meditation
10.00 Uhr
Familiengottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
6. April
Ostermontag
12. April
Quasimodogeniti
19. April
Misericordias
Domini
14. Mai
Himmelfahrt
Mai
10.30 Uhr (Peter Radziwill)
Gottesdienst – Psalm 27
„Historisch-kritisch predigen“
18.00 Uhr
Taizé-Gebet
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
24. Mai
Pfingstsonntag
10.30 Uhr (Britta Albrecht-Schatta)
Gottesdienst
mit Konfirmation und Abendmahl
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Helmut Wilhelm)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
25. Mai
Pfingstmontag
19.00 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst
10.00 Uhr – St.-Josephs-Kirche Weißensee | Behaimstraße 33-39
Ökumenischer Gottesdienst
mit anschließendem Frühschoppen
18.00 Uhr
Taizé-Gebet
26. April
Jubilate
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr (Peter Radziwill)
Gottesdienst – Psalm 66
„Historisch-kritisch predigen“
3. Mai
Cantate
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10. Mai
Rogate
10.00 Uhr
Gottesdienst im Freien
(Matthias Orphal | Peter Radziwill)
17. Mai
Exaudi
6.00 Uhr (Peter Radziwill)
Liturgische Osternacht mit
Tauferinnerung und Abendmahl
Alte Pfarrkirche
Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
W
31. Mai
Trinitatis
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr
Gottesdienst
(Peter Radziwill)
7. Juni
Sonntag
nach Trinitatis
10.00 Uhr
Gottesdienst
(Britta Albrecht-Schatta)
10.30 Uhr (Peter Radziwill)
Gottesdienst – Psalm 34
„Historisch-kritisch predigen“
ie kommt die Bibel im Gottesdienst zu Wort? Was wird gelesen? Worüber wird gepredigt? Die
Ordnung der gottesdienstlichen Le-
sungen und Predigttexte gibt Antwort.
Ab dem 1. Advent 2014 bis zum Ewigkeitssonntag 2015 wird der Entwurf
zur Neuordnung der biblischen Lesun-
gen und Predigttexte auch in den Gottesdiensten unserer Gemeinde erprobt.
Peter Radziwill
März – April – Mai 2015
noch 3. April
Karfreitag
Gemeindezentrum
Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
Alte Pfarrkirche
Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
Mai
April
Gemeindezentrum
Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
Gruppen und Termine
KinderKirche
für Kinder von 4 bis 8 Jahren
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
jeden Donnerstag in der Schulzeit
16.00 Uhr
KinderKirche
für Kinder von 9 bis 14 Jahren
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
jeden Donnerstag in der Schulzeit
17.00 Uhr
Konfirmanden
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
jeden Mittwochin der Schulzeit
17.30 Uhr
Junge Gemeinde
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
jeden Mittwoch in der Schulzeit
18.00 Uhr
Gemeindegruppen
Glaubenskurs
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
Termine auf Anfrage
Kreis junger Erwachsener
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
am 3. Freitag im Monat um 19.30 Uhr
Bibel für Neugierige
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
Donnerstag 18.30 Uhr
12. März:
Loblieder (Psalm 104)
26. März:
Klagelieder des Einzelnen (Psalm 13)
9. April:
Danklieder des Einzelnen (Psalm 118)
7. Mai:
Klagelieder des Volkes (Psalm 80)
21. Mai: Zionspsalmen (Psalm 48)
Seniorenakademie
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
5. März | 19. März | 16. April | 30. April
| 28. Mai
(siehe Seite 25)
Kreis 60plus
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
am 3. Dienstag im Monat 16.00 Uhr
17. März | 21. April | 19. Mai
Frauenkreis
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
am 2. Montag im Monat 16.00 Uhr
9. März:
Einführung in die Berpredigt
(Lukas 6 | Matthäus 5 bis 7)
13. April:
Die Seligpreisungen (Matthäus 5,3–11)
11. Mai:
Salz und Licht (Matthäus 5,13–16)
Seniorenkreis
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
jeden Mittwoch 14.00 Uhr
Gymnastik „fit in jedem Alter“
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
jeden Mittwoch
16.00 Uhr ab 70-Jährige
17.15 Uhr ab 40-Jährige
Musik
Eltern-Kind-Singen
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
jeden Donnerstag 16.00 Uhr
Kinderchor
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
jeden Freitag in der Schulzeit
15.00 Uhr
Jugendchor
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
jeden Freitag in der Schulzeit
16.00 Uhr
Frühlingsgefühle
JETZT!
Teestunde am Samowar
15. März 2015
17.00 Uhr
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Musik mit
Marina Carrozza, Mezzosopran
und Hartmut Angermüller, Klavier
und Lesung mit
überraschenden Texten
Cantionata Lichtenberg
Gemeindechor
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
jeden Mittwoch um 19.30 Uhr
(ab 18.45 Uhr Singen für Einsteiger)
Flötenkreis
Gemeindezentrum Am
Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
jeden Samstag
10.00 Uhr
Gottesdienste in
Seniorenzentren
Josef-Orlopp-Straße 13
Montag 11.00 Uhr
2. März | 4. Mai
Judith-Auer-Straße 8
Donnerstag 16.00 Uhr
5. März | 9. April | 21. Mai
Möllendorffstraße 29
Freitag 10.00 Uhr
27. März | 22. Mai
Möllendorffstraße 90B
Mittwoch 16.00 Uhr
4. März | 6. Mai
Rhinstraße 105
Mittwoch 15.30 Uhr
25. März | 29. April | 27. Mai
Mini
Gottes
dienste
für Vorschulkinder
und Eltern und Großeltern
und alle, die kommen wollen
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
am 3. Mittwoch im Monat 9.30 Uhr
18. März | 15. April |
20. Mai
Ankündigung des Besuchs
der Partnergemeinde aus
Anröchte im Mai 2015
!
Voraussichtlich vom 28. bis 31. Mai
2015 werden uns Freunde aus unserer
Partnergemeinde aus Anröchte in
Nordrhein-Westfalen besuchen.
Neben Besichtigungen in Berlin und
Gesprächen wird es auch wieder einen
Gemeindeabend geben. Ideen für
das Programm werden gesucht. Das
Programm steht noch nicht fest.
Für dieses Wochenende werden
Quartiere bei Gastgebern aus unserer
Gemeinde gesucht.
Ein erstes Vorbereitungstreffen gab es
Anfang Februar, das nächste findet am
Dienstag, 24. März 2015, 19 Uhr
im Gemeindezentrum statt. Gemeindemitglieder, die das Team unterstützen wollen, sind herzlich eingeladen,
zu kommen.
Bitte geben Sie mir Bescheid, wenn Sie
an der Vorbereitung Interesse haben:
manfred.schubert@snafu.de
Manfred Schubert
März – April – Mai 2015
Kinder und Jugend
Liebe Kinder
„Hallo, Guten Tag ...“
„A
Abendmahl der Kinder
„Einer sagt ein Gedicht,
einer spendet ein Licht,
der entlockt ein paar Worte dem Stummen.
Dieser suchte und fand,
jener reicht seine Hand.
Einer schenkt einem anderen Blumen.“
Aus: Festmahl, Gerhard Schöne
lle weg!“ sagt mein eineinhalbjähriger Sohn und versteckt
seine kleinen Hände hinter dem Rücken und strahlt mich an. Noch mehr
strahlt er, wenn ich das Herbstlied singe, das zu seinen Worten gehört. Dieses Lied haben wir beim Eltern-KindSingen gelernt. Ähnlich hoch im Kurs
steht der Kanon mit der Kerze, der von
den Müttern des Eltern-Kind-Singens
am 2. Advent im Gottesdienst Am
Fennpfuhl mit der Gemeinde gesungen wurde. „No(ch)mal singen“ ruft
mein Sohn begeistert und schaut mich
erwartungsvoll an.
„Hallo, Guten Tag, wir fangen an ...“
Mit diesem Begrüßungslied beginnt
jeden Donnerstag gegen 16 Uhr das
Eltern-Kind-Singen. Hier werden die
Allerkleinsten mit ihren Eltern oder
Großeltern durch Ulrike Schindler
an die Musik herangeführt. Mit jahreszeitlich passenden Liedern oder
Dauerbrennern über trampelnde,
schleichende oder hüpfende Tiere,
den Trommelkönig, von rollenden,
hüpfenden und fliegenden Bällen oder
über die Musik selbst. Dabei kommen
orffsche Instrumente wie Rasseln,
Klanghölzer, Triangeln und Trommeln
zum Einsatz. Tücher stellen im Frühjahr und Sommer Vögel, Schmetterlinge, Käfer oder Blumen, im Herbst
die im Wind tanzenden Blätter und
im Winter den Schnee dar.
Anhand der Lieder und Instrumente
können die Kinder erfahren, was zum
Beispiel laut und leise, langsam und
schnell, weg und da oder unten und
oben bedeutet. Zu Tieren oder auch
Gegenständen können sie Geräusche
finden. Zudem erleben sie, dass Hände klatschen, Füße stampfen und ihre
Körper tanzen und sich zur Musik bewegen können.
Nach dem Abschlusskanon „Vom
Aufgang der Sonne“ freuen sich die
Kinder noch auf einen Keks vor dem
Nach-Hause-gehen, während die Großen bei einem Schluck Tee noch kurz
Zeit für ein kleines Pläuschchen haben.
Elke Schwartzbach
März - April - Mai 2015 I 21
… pflanzte ich heute noch ein Apfelbäumchen!“ Martin Luther
S
chon im 6. Jahrhundert vor Christus kultivierten die Römer sechs
verschiedene Apfelsorten. Heute wird
geschätzt, dass es auf der Welt mehr
als 30.000 Apfelsorten gibt, 2000 davon allein in Deutschland. Bei näherer Betrachtung ist die Auswahl an
Äpfeln in den Supermärkten dagegen
nur gering. Strenge EU-Richtlinien
haben dazu beigetragen, die Vielfalt
der Äpfel zu beschneiden: mit Quali-
22 I Lichtblick
tätsnormen, die Größe und Gewicht
eines Apfels und sogar die Beschaffenheit seines Stiels genau festlegen. Das
beliebteste Obst der Deutschen ist so
zu einem Industrieprodukt geworden.
Nur Kenner wissen, dass sich hinter so
poetischen Namen wie „Gulderling“,
„Geflammter Kardinal“ oder „Der
Schöne von Nordhausen“ schlicht und
ergreifend ein Apfel versteckt. Solche
Sorten dürften wir heute nur noch auf
urtümlichen Streuwiesen finden, deren Erschaffern die ökonomische Nutzung eines Apfelbaumes noch nicht
bekannt war, die aber einen Raum
schafften, der nicht nur durch seinen
Anblick Herz und Gemüt Ruhe und
Erholung bringt sondern zugleich vielen Tieren Unterschlupf und Nahrung
bietet. Solch eine Streuobstwiese findet man mitten in Lichtenberg an der
Möllendorffstraße hinter dem Pfarrhaus. Solang ich in dieser Gemeinde
meinen Dienst tue, erfreue ich mich
zu allen Jahreszeiten an diesem kleinen Garten Eden. Inmitten des Areals steht ein Apfelbaum, der je nach
Sonnenschein im Sommer, Mitte oder
Ende August, seine leicht säuerlichen,
saftigen Früchte freigiebig austeilt.
Sie liegen zum Sammeln bereit in der
Wiese oder man pflückt sie sich bequem von den gut erreichbaren Ästen.
Die merkwürdig langgezogene Form
der Äpfel, fernab jeder EU-Norm,
machte mich neugierig, den Namen
der Sorte zu erfahren. Ausgestattet mit
zwei Früchten, einem kleinen Zweig
mit mehreren Blättern und einem
Foto dieses Baumes machte ich mich
Anfang September zum Staudenfest in
den Botanischen Garten auf, um dort
eine Pomologin zu treffen, deren Hobby es ist, Äpfel zu bestimmen. Frau H.
saß an einem kleinen Tisch, vor ihr
lag ein Häuflein aufgeschnittener Äpfel und ein Stapel von Fachbüchern.
Durch langes Begutachten der Form
und Farbe von Frucht, Kern und Stiel
und Stöbern in der Literatur konnte
sie sich in den meisten Fällen nach
15 bis 20 Minuten festlegen. Besondere Äpfel, darunter auch meine aus der
Möllendorffstraße, nahm sie mit und
versprach, zu Hause in Ruhe weiter
zu forschen. Einige Zeit später erfuhr
ich dann am Telefon, dass es sich um
einen Prinzenapfel, eine sehr alte und
regional verschieden benannte Sorte,
handelt. Im Zuge der geplanten Baumaßnahmen auf dem Grundstück in
der Möllendorffstraße, gilt es wohl
Abschied zu nehmen von der Wiese, den Obstbäumen, Sträuchern und
Blumen. Aber der Prinz soll überleben: Ende Januar werde ich Zweige
von ihm holen und in der Späthschen
Baumschule propfen lassen, und mit
ein bisschen Glück gibt es in sechs bis
sieben Jahren wieder leckere Prinzen.
Ulrike Schindler
Gemeinsam ‚leben lernen‘?
Fotos: leben lernen
„Wenn morgen die Welt unterginge
I
m Zuge der gemeindlichen Immobilienentwicklung gibt es die bereits
recht konkrete Überlegung, auf dem
Grundstück des Pfarrhauses (Möllendorffstraße 33) 24 Wohnplätze für behinderte Menschen und 24 Tagesförderstättenplätze als Werkstattbereich
neu zu errichten. Partner der Gemeinde soll dabei „leben lernen“ sein.
Gemeinsam das Leben zu gestalten
und sich dabei weiterzuentwickeln –
dieses Angebot macht „leben lernen“
Menschen mit schwerer geistiger Behinderung oder psychosozialen Beeinträchtigungen. Ausgehend von den
individuellen Bedürfnissen des Einzelnen bietet „leben lernen“ eine ganzheitliche Begleitung und Förderung an:
Wohngruppen ermöglichen ein Leben
in Gemeinschaft, Tagesförderbereiche
stehen als „Arbeitsplätze“ zur Verfügung, Freizeitangebote gibt es je nach
Interesse und die Angehörigen sind in
das Geschehen einbezogen.
Auch das denkmalgeschützte Pfarrhaus soll in das Miteinander einbezogen
werden. Es könnte stadtteilübergreifend zu einem integrativen, lebendigen
Ort mit sozialen und kulturellen Angeboten ausgebaut werden und öffentliche Nutzungen wie Gemeindearbeit
und Vereinsarbeit beherbergen.
Inzwischen sind die wichtigen
Vorentscheidungen für das Projekt
gefallen: Das Land Berlin und auch
der Träger von „leben lernen“ haben
grundsätzlich zugestimmt.
Nun geht es darum, ein ganz konkretes Konzept zu entwickeln: Was
möchte die Gemeinde im Pfarrhaus
und auf dem Grundstück? Wie sollen
das geplante Wohnhaus und die Werkstatt aussehen? Wichtige Überlegungen wurden bereits angestellt: Während die Wohnungen im hinteren Teil
des Grundstücks entstehen sollen, ist
für die Werkstatt der Teil vorgesehen,
wo heute die Baracke steht. Zwischen
den Gebäuden soll ausreichend Platz
für Gemeinde und Bewohner_innen
bleiben. Der vordere Teil des Grundstücks wird kaum verändert werden.
Auch im Pfarrhaus soll es einen Umbau geben. Vor allem soll ein barrierefreier Zugang geschaffen werden.
Wünschenswert wäre es auch, im
Haus die Nutzfläche zu erhöhen; darum
wird überlegt, den Keller für Toiletten
und Küche auszubauen. In allen Überlegungen sollen auch die Interessen der
Brüdergemeinde, die seit vielen Jahren
bei uns Gast ist, berücksichtigt werden.
Der nächste Schritt ist es nun, einen
Erbbaurechtsvertrag zu verhandeln,
der alle Interessen bündelt. Wenn
das in den nächsten Monaten gelingt,
könnte im Jahr 2016 das Bauen und
Umbauen des Pfarrhauses beginnen.
Wer jetzt schon „leben lernen“, das
unter anderem Standorte an der Herzbergstraße hat, kennenlernen möchte,
ist dazu herzlich eingeladen.
Weitere Informationen
www.lebenlernen-berlin.de
Peter Radziwill
+49 174 3179605
peter.radziwill@kilib.de
März - April - Mai 2015 I 23
Konfirmation
s gibt in diesem Jahr wieder Jugendliche in unserer Gemeinde,
die sich konfirmieren, beziehungsweise taufen lassen, nachdem sie bei
regelmäßigen wöchentlichen Treffen
und dem Besuch von mindestens
zehn Gottesdiensten ihr Interesse an
der Auseinandersetzung mit Fragen
und Praxis des christlichen Glaubens
„bewiesen“ haben.
Oder: Fünf Jugendliche, die sich in
unserer Gemeinde und miteinander
wohlfühlen, sich zum Beispiel im Jugendchor und bei anderen Gemeindeaktivitäten beteiligen, werden zu
Pfingsten mit ihrer Taufe oder Kon-
firmation die Zugehörigkeit zur Gemeinde feiern. Vorher, am 19. April,
werden sie einen Gottesdienst in der
Pfarrkirche mitgestalten und einiges
von dem, womit sie sich in den letzten eineinhalb Jahren im Konfirmandenunterricht und bei anderen Treffen
und Erlebnissen beschäftigt haben,
vorbringen.
Sie kennen sich inzwischen in den
biblischen Schriften und mit Gottesdiensten aus, haben bedacht, was
christlicher Glaube bedeutet und bewirken kann, haben über „Gott und
die Welt“ diskutiert und sich als Gemeinschaft erlebt. Die meisten der
Fünf waren als Kinder in der Christenlehre, besuchten und besuchen Religionsunterricht in der Schule, sind in
der Gemeinde zuhause.
Die anderen 70 der Jugendlichen im
Alter von 12 und 13 Jahren sind nicht
in der gemeindlichen Öffentlichkeit
angekommen. Einladungen zu besonderen Gottesdiensten und zum Konfirmandenunterricht werden kaum
beantwortet. Im Herbst 2014 hatte
eine Familie Interesse am Konfirmandenunterricht bekundet, die Tochter
ist aber noch mit anderen Freizeitaktivitäten gut beschäftigt.
Britta Albrecht-Schatta
Pfingstsonntag 24. Mai
Pfingsten wird in den Kirchen die
Sendung des Heiligen Geistes erinnert. Wo der Geist Gottes ist, da ist
Freiheit. Dieser Geist inspiriert zur
Öffnung. Auch in diesem Jahr öffnen
sich darum am Abend des Pfingstsonntags die Türen unserer Kirchen.
24 I Lichtblick
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
St.Mauritius-Kirche
Mauritiuskirchstraße 1
18.00 Uhr
Eine kleine Orgelmusik
Anna-Christina Gorbatschova
(Violine)
Hartmut Angermüller (Orgel)
20.00 Uhr
Imbiss und Gespräche
vor der Kirche
19.00 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst
anschließend
Ökumenischer Pfingstweg zur
St. Mauritius-Kirche
21.00 Uhr
Abendmusik auf der Orgel
21.30 Uhr
Abendsegen
M
anchmal scheint die Welt aus
den Fugen. Manchmal scheint
es, als sei die Religion daran schuld,
freilich nicht die eigene, sondern die
der anderen. Dabei ist zu beobachten,
dass die Ablehnung dort besonders
groß ist, wo die anderen am wenigsten
bekannt sind.
Es ist aber auch zu beobachten, dass
es ein wirkliches Gespräch zwischen
den Religionen nur an sehr wenigen
Stellen gibt. Auch ein kritischer Blick
auf die eigene Tradition fällt oft schwer.
Im Frühjahrssemester der Seniorenakademie soll auf unterschiedliche
Weise die „Wahrheit der Religionen“
zur Sprache kommen.
Eröffnet wird das Semester mit einem
Blick in die jüdisch-christliche Tradition, bei der die frühen Geschichtserzählungen des Alten Testaments auf den
Prüfstand gestellt werden.
Lange Zeit konnte die Christenheit
Angriffe aus unterschiedlichen Richtungen auf das Alte Testament abwehren. Seit etwa 50 Jahren steht sie vor
einer neuen Herausforderung durch
archäologische Befunde aus Israel und
Palästina. Dabei gibt es große Differenzen zwischen Realgeschichte und biblischen Geschichtserzählungen von den
Anfängen bis zu den Königen David
und Salomo. Können diese Teile der Bibel überhaupt noch als Geschichtsdarstellungen gelesen werden? Und wirkt
sich die veränderte Sicht der Vorge-
schichte Israels auf jüdisch-christliche
Glaubenstraditionen aus?
Bei den weiteren Vormittagen werden dann Vertreter_innen des Vereins
„Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin“ zu
Wort kommen.
Es aber gilt: „Solange Menschen
miteinander sprechen, bekriegen sie
sich nicht“, gibt es zum Gespräch keine sinnvolle Alternative. Allerdings ist
manchmal auch zu beobachten, dass
– besonders zwischen Juden, Christen
und Muslimen – Gespräche geführt
werden, die nicht weiterführen. Jede
Aufforderung zur Toleranz wird vom
Publikum zustimmend aufgenommen,
aber alles Schwierige, alle Unterschiede
werden weitgehend ausgeblendet.
Wichtig aber sind Gespräche, in denen man sich gegenseitig zumutet, neben dem Angenehmen und Schönen
auch das Widerständige und Fremde
zu benennen, und ernsthaft miteinander zu suchen, wo nötig auch miteinander zu streiten.
In Berlin soll ein Ort entstehen, wo
das möglich ist, das „House of One“:
Ein Gebäude für drei Religionen:
Christen, Juden und Muslime wollen in Berlin auf dem Petrikirchplatz
ein gemeinsames Bet- und Lehrhaus
errichten. Unter einem Dach wird es
eine Kirche, eine Synagoge und eine
Moschee geben. Die Initiatoren des
„House of One“ wollen das Wissen über
die jeweils anderen Religionen fördern.
Foto: www.house-of-one.org
E
Seniorenakademie
jeweils Donnerstag
von 10.30 bis 12.00 Uhr
Semestereröffnung 5. März
Die frühen Geschichtserzählungen
des Alten Testaments
auf dem Prüfstand
Referent: Dieter Bräuer, Mathematiker
Die weiteren Termine:
19. März, 16. April, 30. April
und 28. Mai
siehe www.kilib.de/treffpunkte/seniorenakademie.html
Ort:
Pfarrhaus Möllendorffstraße 33
Infos:
Peter Radziwill +49 174 3179605
peter.radziwill@kilib.de
März - April - Mai 2015 I 25
Neues aus der Kindertagesstätte
I
m November 2014 hatte sich das
Kita-Team einen Tag Zeit genommen, um sich mit der Kitakonzeption
zu befassen. Die Kinder blieben an
diesem Tag zuhause und wir konnten
uns ganz der Theorie widmen.
Gemeinsam mit dem Gemeindeberater Thomas Berger hatten wir
einen anstrengenden, aber auch erfolgreichen Tag. Wir hatten uns vorgenommen, uns mit der veränderten
Situation innerhalb der Kita nach
der Erweiterung zu beschäftigen. Zunächst führten wir eine Übung zur
Teamentwicklung durch, um beste
Voraussetzungen für die anschließende Diskussion im Team zu schaffen.
In intensiven Gesprächen konnte sich
das Team darauf verständigen, ab August im Elementarbereich in altersgemischten Gruppen zu arbeiten.
Den nächsten Team-Tag im Februar
2015 werden wir dafür nutzen, die geplanten Änderungen in die Kitakonzeption einzuarbeiten und auch darüber hinaus die veränderte Raum- und
Personalsituation infolge der Kitaerweiterung auf 60 Plätze in der Konzeption zu berücksichtigen.
Eine ereignisreiche Advents- und
Weihnachtszeit liegt hinter uns und wir
sind gut ins neue Jahr 2015 gestartet.
Das nächste große Ereignis in der
Kita ist unser Fasching. Wir bereiten
26 I Lichtblick
das Fest gemeinsam in der Kita vor
und freuen uns auf jede Menge Tiere
aller Art, denn das Faschingsthema ist
in diesem Jahr die „Arche Noah“.
Seit Anfang des Jahres beschäftigen
wir uns mit dem Thema in Form eines
Projektes, das heißt, wir erzählen die
Geschichte von Noah und seiner Arche Stück für Stück im Morgenkreis,
singen Lieder zum Thema. Auch in
Bastel- und Bildungsangeboten und
in der musikalischen Früherziehung
wird die „Arche Noah“ immer wieder
thematisch aufgegriffen. Die Eltern
unterstützen uns und tauschen Kostüme, Herr Zauber übt mit uns die
Lieder für den FaschingsFamilienGottesdienst und Dagmar Geißler kommt
mit der Nähmaschine und hilft uns,
selbst Kostüme zu gestalten. Vielen
Dank dafür an alle fleißigen Helfer!
Die Geschichte von der Arche Noah
erweckt in den Kitakindern vielerlei Gedanken und Fragen: Warum
schickt Gott überhaupt eine Sintflut
und wie lange hat Noah an der Arche
gebaut? „Zehn Wochen oder Jahre?“
oder „10.000 Tage?“
Viele, viele Tiere finden auf der Arche
Platz und können so die Sintflut überleben. „Aber“, so bemerken die Kinder, „es gibt auch Tiere, die überleben
die Sintflut ohne Arche! Molche, zum
Beispiel, aber Frösche nur kurz. Walfi-
sche auch.“ Nahlas Mutter erklärt uns,
warum es Gift- und Würgeschlangen
gibt, und im Internet haben wir herausgefunden, dass Geparden nur wenig
schneller laufen können als Antilopen.
Nach einigen Tagen hat Tobias sehr
treffend zusammengefasst: „Die Menschen waren böse. Da hat Gott eine
Sintflut gemacht. Und Noah ist mit
den Tieren abgehaun.“
Einladung zum Weltgebetstag
Einladung zum
Weltgebetstag
am
Freitag, 6. März 2015,
um 19.00 Uhr
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Str. 75
10369 Berlin-Lichtenberg
Wir freuen uns auf eine schöne Zeit
mit den Kindern!
Maria Rißmann
Kontoinhaber:
KVA Berlin Süd-Ost
Bank:
Evangelische Darlehnsbank EDG
IBAN:
DE 2652 0604 1000 0390 1556
BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: 1
03 / Kita Alt-Lichtenberg
Bahamas
E
s ist wieder soweit. Das Gemeindezentrum am Fennpfuhl heißt
alle Gäste und Gemeindeglieder zum
Weltgebetstag am Freitag, dem 6.
März 2015, um 19.00 Uhr willkommen.
Aufmerksamen Leserinnen und
Lesern kommt dieses rätselhafte Foto
aus der vorigen Ausgabe des Lichtblicks sicherlich bekannt vor. Es
stimmt: Bereits im Februar beschäftigte sich der Seniorenkreis zwei Tage
lang mit dem vielfältigen Leben, be-
sonders mit dem Alltag der Frauen,
auf den Bahamas.
Christinnen von den Bahamas gaben schließlich viele Anregungen
zur Ausgestaltung des diesjährigen
Gebetstages für Frauen in aller Welt.
„Begreift ihr meine Liebe“ aus dem
Johannesevangelium 13, 1–17 nimmt
einen zentralen Platz ein. Mit dem
christlichen Wert „zu dienen“ erhalten Sie gleichzeitig Einblicke in die
geographische Lage des karibischen
Inselstaates.
Sie hat Auswirkungen auf eine spannende Geschichte seit Christoph Kolumbus` Abstecher dahin, auf Wirtschaft, Ethnologie, Kultur, Staatswesen
... Sie können einen Blick auf die phantastische Tier- und Pflanzenwelt sowie
auf und hinter touristische Traumstrände, Tauchparadiese der Bahamas
werfen. Liebhaber von afrikanischen
und karibischen Rhythmen – Reggae,
Calypso, Gospel-Gesang – kommen
ebenso auf ihre Kosten.
Christa Pietzsch
März - April - Mai 2015 I 27
Glosse
Sitte und Form
Neues aus dem GKR
Der Gemeindekirchenrat (GKR) beschäftigt sich in seinen monatlichen
Sitzungen mit einer Vielzahl von Themen. Das kann man auch den Protokollen entnehmen, die in unseren Kirchen aushängen und auf der Website
unserer Gemeinde nachgelesen werden können. Im November wurde beispielsweise der Jahresabschluss 2013
abgenommen. Es wurde beschlossen,
dass es auch 2016 wieder eine Gemeinderüstzeit (vom 27. bis 29. Mai
2016) geben soll, und der GKR hat
sich mit der Konzeption unserer Kita
beschäftigt. Im Dezember wurde auf
der Grundlage eines Angebotes beschlossen, dass das defekte Dach des
Kinderhauses am Gemeindezentrum
instandgesetzt werden soll. Außerdem wurde unter anderem darüber
nachgedacht, wie unser Schulprojekt
in Uganda in den Gottesdiensten, in
denen dafür Kollekte gesammelt wird,
auch seinen inhaltlichen Raum haben kann. Im Januar waren eine Mikrofonanlage für die Pfarrkirche, das
Gemeindesiegel, ein Vertrag über die
Nutzung von Räumen im Gemeindezentrum durch den Paul-RobesonChor Berlin sowie Überlegungen, die
Alte Pfarrkirche regelmäßig offen zu
halten, einige der Themen.
Zu fundierten inhaltlichen Diskussionen fehlt im Alltagsgeschäft meist
die Zeit. Auf der einen Seite finde ich
das bedauerlich, andererseits sind die
monatlichen Sitzungen und die kleine
Gruppe der Ältesten vielleicht auch
nicht der richtige Rahmen dafür. Der
GKR bemüht sich deswegen darum,
solche Diskussionen in einem größeren Rahmen zu ermöglichen. Zweimal
im Jahr tagt er gemeinsam mit dem
Gemeindebeirat. Auf der jährlichen
Klausur, zu der auch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Gemeinde
und die Mitglieder des Gemeindebeirats eingeladen werden, wird in
der Regel ein gerade wichtiges Thema
mit mehr Zeit beraten. Und nachdem eine Frage der Ausgestaltung des
Abendmahls in unserer Gemeinde an
den GKR herangetragen wurde, hat
dieser jetzt beschlossen, dies in breiterem Rahmen in der Gemeinde zu
thematisieren. Sowohl die inhaltliche
Ausgestaltung dieser Ausgabe des
Lichtblicks als auch ein im März und
April stattfindendes Gemeindeseminar (siehe auch Seite 2) sind Ergebnisse davon.
Jens Galley
Neu in St. Peter‘s
www.peters-kalule.blogspot.de
• Bau der Krankenzimmer: abgeschlossen
• aktuell: Ausbesserungsarbeiten
an Fußböden und Wandputz
• Schulstart: 3. Februar
• Erfolg: 100 Neuanmeldungen
zahlender Schüler (durch Radiowerbung gewonnen)
28 I Lichtblick
•
Palmsonntag: kreiskirchliche
Kollekte und Basar am Fennpfuhl
• Ugandareise September soll
uns mit frischen Eindrücken
versorgen!
Herzlichen Dank für alles Interesse
und alle Unterstützung!
Herzlichst Irene Jacobsen
Am
Samstag, 14. März 2015
von 12.00 – 16.00
am Fennpfuhl wieder
Nähaktion!
Weitere Termine bitte
erfragen
Ü
ber das Äußere und das Eigentliche streiten wir Menschen gern, auch wir Christen. Am Äußeren versuchen wir die Haltung zu
erkennen, Rückschlüsse auf das Innere zu tun,
und da ich gern und schnell Schlussfolgerungen ziehe, irre ich mich dann auch oft. Das Offensichtliche ist eben schnell erkannt – und da
ich meinen Erfahrungen vertraue, verzichte ich
manchmal auf Fragen, zumal sie nicht immer
passend oder erwünscht sind. Wenn ich mit
meinen Einschätzungen dann schief liege, und
das geschieht öfter, schäme ich mich und hoffe,
dass ich niemanden verletzt habe.
Wenig tröstlich ist, dass es auch anderen so
geht. „Ihr Gemeindezentrum ist doch keine
richtige Kirche“, habe ich neulich jemanden sagen gehört. Ich habe auf Rückfragen verzichtet
– etwa, ob es daran liegt, dass wir am Fennpfuhl
nicht in der traditionellen Form einen Kirchbau errichtet haben oder dass es keine Glocken
gibt? Die Tatsache, dass eine treue Gemeinschaft von Menschen hier eine spirituelle Heimat gefunden hat, die regelmäßig miteinander
Gottesdienste feiert, ist mir wichtiger als die
Architektur. – „Die Taizé-Andacht kann keinen
Gottesdienst ersetzen.“, habe ich auch letztens
gehört. Dass ich in unserem nun schon vertrauten Ablauf der Taizé-Andacht gottesdienstliche
Elemente wiederfinde, dass ich in dieser Andacht eine innere Ruhe finden kann, die mich
nicht in jedem „normalen“ Gottesdienst erwartet, habe ich dann geantwortet. Ist die Form
denn hinderlich, wenn sie zu einem guten Ziel
führt?
Wenn es einem selbst innerlich wirklich
wichtig ist und das Äußere auf einige störend
wirkt, hilft der Appell an die Toleranz aber
nicht weiter. Wenn die Form, das Äußerliche,
das eigene Fühlen und die Gemeinschaft behindert, dann ist Klärungsbedarf. Unsere Diskussion um den Wein beim Abendmahl ist ein
Zeichen dafür, und es ist gut, dass wir das jetzt
klären – und damit auch wieder an Klarheit um
unser Eigentliches gewinnen. Dass eine solche
Diskussion vor vielen Jahren schon einmal
stattgefunden hat, kann uns nicht diesen Weg
abnehmen. Wir müssen unsere eigene Position
finden. Wenn wir dabei das Äußere und Innere
nicht verwechseln, ist mir um den Ausgang des
Ganzen nicht bange.
Matthias Orphal
März - April - Mai 2015 I 29
Impressum
Lichtblick
März – April – Mai 2015
Herausgeber:
Gemeindekirchenrat der
evangelischen Kirchengemeinde Lichtenberg
Redaktion:
Britta Albrecht-Schatta, Jens Galley, Matthias Orphal,
Christa Pietzsch, Peter Radziwill, Helmut Wilhelm
Gestaltung:
Sven Oliver Lohmann
Auflage: 3.300
Druck:
Druckerei Well, Berlin-Lichtenberg
Kontakt:
Paul-Junius-Straße 75 10369 Berlin
Fon 97104944
Siehe, ich will sie heilen und gesund machen
und will ihnen dauernden Frieden gewähren.
Geburtstagsfeiern
Wir laden alle Gemeindeglieder ab dem 70. Geburtstag jedes
Jahr zu einer Geburtstagsfeier ins Gemeindezentrum Am Fennpfuhl, Paul-Junius-Straße 75, ein, am Donnerstag, 5. März, um
14.00 Uhr die Geburtstagskinder der Monate Monate Dezember bis Februar, am Donnerstag, 4. Juni, um 14.00 Uhr die
Geburtstagskinder der Monate März bis Mai. Bitte melden Sie
sich im Gemeindebüro an.
30 I Lichtblick
Hier nennen wir stellvertretend für alle die Geburtstagskinder,
die nach dem 70. Lebensjahr einen runden Geburtstag feiern.
Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Name hier veröffentlicht
wird, geben Sie uns bitte Bescheid.
Anzeige
Jeremia 33,6
Wir gratulieren diesen und allen, die
Geburtstag feiern, und wünschen Ihnen für
das neue Lebensjahr Gottes Segen.
März - April - Mai 2015 I 31
Kontakte
Internet
www.kirche-lichtenberg.de
Gemeindebüro
Paul-Junius-Straße 75,
10369 Berlin
Fon 97104944
Fax 97104946
buero@kilib.de
Öffnungszeiten
Montag, Mittwoch, Freitag
9.00 bis 12.00 Uhr und
Mittwoch 14.00 bis 16.00 Uhr
Küsterin
Christine Tammer
Fon 97104944
christine.tammer@kilib.de
Vorsitzender
des Gemeindekirchenrats
Martin Wehlan
Fon 97604044
martin.wehlan@kilib.de
Gemeindepädagogin
Britta Albrecht-Schatta
Fon 9252525
britta.albrecht-schatta@kilib.de
Sprechzeit
im Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75:
Dienstag 15.00 bis 18.00 Uhr
Pfarrer
Peter Radziwill
Fon 0174.3179605
peter.radziwill@kilib.de
Sprechzeit nach Absprache
Kirchenmusikerin
Ulrike Schindler
Fon 52678933
ulrike.schindler@kilib.de
Mitarbeiterin
für Kinder- und Familienarbeit
Sophie Schicketanz
Fon 0176.27364948
sophie.schicketanz@kilib.de
Einrichtungen
Kindertagesstätte
Schottstraße 6
Montag bis Freitag
7.00 bis 17.00 Uhr
Leiterin Maria Rißmann
Fon 55487932
kita@kilib.de
Laib und Seele
Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl
Paul-Junius-Straße 75
Freitag 13.00 bis 14.00 Uhr
Kontakt über Christine Tammer
Fon 97104944
buero@kilib.de
Kinderclub MFG
Paul-Junius-Straße 75
Multikulturelle Freizeitarbeit
im Gartenhaus
Fon 97104945
offenearbeit@verbundev.de
BEJoS
Beratung und Einzelbegleitung von
Jugendlichen und jungen Erwachsenen
ohne Schwelle (mit Jugendtreff)
Paul-Junius-Straße 75
Fon 97104945
bejos@verbundev.de
Konto
Empfänger: KKV Süd-Ost
IBAN: DE26 5206 0410 0003 9015 56
BIC: GENODEF1EK1
Zahlungsgrund: Lichtenberg
(bitte immer angeben)
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