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70155469_SINAMICS_G120_DP_at_S7

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Applikationsbeschreibung  11/2014
SINAMICS G:
Drehzahlsteuern eines
G110M / G120 (Startdrive)
mit S7-1200 (TIA Portal) über
PROFIBUS DP mit Safety
Integrated (via Klemme) und
HMI
SINAMICS G110M / G120 / G120C / G120D / G120P (mit FW ≥ 4.6)
SIMATIC S7-1200 (mit FW ≥ 2.2 und TIA Portal ≥ V13.0)
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/70155469
Gewährleistung und Haftung
Gewährleistung und Haftung
Hinweis
Die Applikationsbeispiele sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf
Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher
Eventualitäten. Die Applikationsbeispiele stellen keine kundenspezifischen
Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen
Aufgabenstellungen. Sie sind für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen
Produkte selbst verantwortlich. Diese Applikationsbeispiele entheben Sie nicht
der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und
Wartung. Durch Nutzung dieser Applikationsbeispiele erkennen Sie an, dass wir
über die beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden
haftbar gemacht werden können. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen
an diesen Applikationsbeispielen jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Bei
Abweichungen zwischen den Vorschlägen in diesem Applikationsbeispiel und
anderen Siemens Publikationen, wie z.B. Katalogen, hat der Inhalt der anderen
Dokumentation Vorrang.
Für die in diesem Dokument enthaltenen Informationen übernehmen wir keine
Gewähr.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Unsere Haftung, gleich aus welchem Rechtsgrund, für durch die Verwendung der
in diesem Applikationsbeispiel beschriebenen Beispiele, Hinweise, Programme,
Projektierungs- und Leistungsdaten usw. verursachte Schäden ist ausgeschlossen,
soweit nicht z.B. nach dem Produkthaftungsgesetz in Fällen des Vorsatzes, der
groben Fahrlässigkeit, wegen der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der
Gesundheit, wegen einer Übernahme der Garantie für die Beschaffenheit einer
Sache, wegen des arglistigen Verschweigens eines Mangels oder wegen
Verletzung wesentlicher Vertragspflichten zwingend gehaftet wird. Der Schadensersatz wegen Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist jedoch auf den
vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt, soweit nicht Vorsatz oder
grobe Fahrlässigkeit vorliegt oder wegen der Verletzung des Lebens, des Körpers
oder der Gesundheit zwingend gehaftet wird. Eine Änderung der Beweislast zu
Ihrem Nachteil ist hiermit nicht verbunden.
Weitergabe oder Vervielfältigung dieser Applikationsbeispiele oder Auszüge
daraus sind nicht gestattet, soweit nicht ausdrücklich von Siemens Industry Sector
zugestanden.
Securityhinweise
Siemens bietet Produkte und Lösungen mit Industrial Security-Funktionen an,
die den sicheren Betrieb von Anlagen, Lösungen, Maschinen, Geräten und/oder
Netzwerken unterstützen. Sie sind wichtige Komponenten in einem
ganzheitlichen Industrial Security-Konzept. Die Produkte und Lösungen von
Siemens werden unter diesem Gesichtspunkt ständig weiterentwickelt. Siemens
empfiehlt, sich unbedingt regelmäßig über Produkt-Updates zu informieren.
Für den sicheren Betrieb von Produkten und Lösungen von Siemens ist es
erforderlich, geeignete Schutzmaßnahmen (z. B. Zellenschutzkonzept) zu
ergreifen und jede Komponente in ein ganzheitliches Industrial Security-Konzept
zu integrieren, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dabei sind auch
eingesetzte Produkte von anderen Herstellern zu berücksichtigen.
Weitergehende Informationen über Industrial Security finden Sie unter
http://www.siemens.com/industrialsecurity.
Um stets über Produkt-Updates informiert zu sein, melden Sie sich für unseren
produktspezifischen Newsletter an. Weitere Informationen hierzu finden Sie
unter http://support.automation.siemens.com.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Gewährleistung und Haftung ...................................................................................... 2
1
Aufgabe............................................................................................................... 4
2
Lösung ................................................................................................................ 5
2.1
2.2
2.2.1
2.2.2
2.3
3
Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation................................................ 10
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
 Siemens AG 2014 All rights reserved
4
Voraussetzungen ............................................................................... 20
Bedienung über digitale Eingänge ..................................................... 21
Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät ..................... 22
Bilder und Bildnavigation .................................................................... 22
Prozessdatenaustausch ..................................................................... 23
Parameterzugriff ................................................................................. 26
B&B über Beobachtungstabelle ......................................................... 28
Funktionsmechanismen dieser Applikation ................................................. 30
5.1
5.1.1
5.1.2
5.1.3
5.1.4
5.1.5
5.2
5.2.1
5.2.2
5.2.3
6
Verdrahtung ........................................................................................ 10
IP- und PB-Adressen.......................................................................... 11
Einstellungen am PG/PC.................................................................... 11
Einstellen der PROFIBUS-Adresse am G120 DP .............................. 12
Laden der Software ............................................................................ 12
Bedienung der Applikation ............................................................................. 20
4.1
4.2
4.3
4.3.1
4.3.2
4.3.3
4.4
5
Übersicht Gesamtlösung ...................................................................... 5
Beschreibung der Kernfunktionalität .................................................... 6
Parametrierung der Kommunikation .................................................... 6
Datenaustausch ................................................................................... 6
Verwendete Hard- und Software-Komponenten .................................. 8
Funktionalität Prozessdatenaustausch .............................................. 31
Zugriff auf die Prozessdaten im Anwenderprogramm der
Steuerung ........................................................................................... 31
Normierung der Soll- und Istwerte ..................................................... 31
Übertragungsmethode........................................................................ 32
Steuerwort (STW1) und Zustandswort (ZSW1) ................................. 33
Der FB 11 “Process_Data“ ................................................................. 35
Funktionalität Parameterzugriff .......................................................... 39
Auftrags und Antwortstruktur .............................................................. 39
Die DBs “read/write_drive_parameters“ und
„answer_from_drive“ .......................................................................... 40
Der FB 20 „Parameters“ ..................................................................... 41
Konfiguration und Projektierung ................................................................... 46
6.1
6.2
6.3
6.3.1
6.3.2
Erstellung der Projektkonfiguration .................................................... 46
Sichere Momentenabschaltung (STO) mit Safety Integrated ............ 55
Anmerkungen zur Programmierung der SIMATIC S7-1200 .............. 59
Parametrierung der Anweisungen DPRD_DAT/DPWR_DAT ............ 59
Parametrierung der Anweisungen RDREC/WRREC ......................... 61
7
Literaturhinweise ............................................................................................. 62
8
Historie.............................................................................................................. 63
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
3
1 Aufgabe
1
Aufgabe
Die SIMATIC S7-1200 kann mit dem CM 1243-5 als PROFIBUS Master betrieben
werden. Dabei kann ein SINAMICS Antrieb als PROFIBUS Slave eingesetzt und
von der SIMATIC S7-1200 angesteuert werden. Die Applikationsbeschreibung
deckt folgende Antriebstypen (mit FW ≥ 4.6) ab:
•
G110M
•
G120 mit CU240E-2 DP, CU240E-2 DP F oder CU250S-2 DP
•
G120C DP
•
G120D mit CU240D-2 DP oder CU240D-2 DP F
•
G120P mit CU230P-2 DP
Stellvertretend für die obigen Geräte wird im Folgenden das Kürzel G120
verwendet. Am Beispiel eines SINAMICS G120C mit PROFIBUS DP-Schnittstelle
wird gezeigt, wie man den Antrieb konfiguriert, in Betrieb nimmt und auf
Prozessdaten und Parameter zugreift.
Überblick über die Automatisierungsaufgabe
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
Folgendes Bild gibt einen Überblick über die Automatisierungsaufgabe:
Abbildung 1-1: Überblick
Anforderungen an die Automatisierungsaufgabe
Tabelle 1-1: Anforderungen an die Automatisierungsaufgabe
Anforderung
Erläuterung
Zugriff auf Prozessdaten
Der SINAMICS G120 soll über das Steuerwort ein- und
ausgeschaltet und der Drehzahlsollwert vorgegeben werden.
Dies soll möglichst schnell erfolgen.
Zugriff auf Parameter
Es soll von der SIMATIC S7-1200 auf Parameter im
SINAMICS Umrichter (im Beispiel: Hoch- und Rücklaufzeit)
schreibend und lesend zugegriffen werden können.
Dies soll resourcenschonend, d.h. mit möglichst geringer
Kommunikationslast erfolgen.
Safetyfunktion des
SINAMICS G120
Der SINAMICS G120 verfügt über die Möglichkeit einer
sicherheitsgerichteten Abschaltung (STO).
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
4
2 Lösung
2.1 Übersicht Gesamtlösung
2
Lösung
Das Applikationsbeispiel zeigt beispielhaft die PROFIBUS-Anbindung eines
SINAMICS G120C an eine SIMATIC S7-1212C mittels SINAMICS Startdrive V13.
Dabei werden Bausteine verwendet, die Sie direkt in eigenen Anwendungen
einsetzen können.
2.1
Übersicht Gesamtlösung
Schema
Die folgende Abbildung zeigt schematisch die wichtigsten Komponenten der
Lösung:
Abbildung 2-1: Verschaltung der Komponenten
SINAMICS G120C DP
S7-1212C
KTP 600
SINAMICS
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
SIMATIC
S7-1200
Ethernet
Switch
PC/PG
PROFIBUS
USB
Motor
(nur zur Parametrierung)
Das Beispiel zeigt Ihnen wie...
•
...die Steuerung SIMATIC S7-1200 parametriert wird.
•
...die Kommunikation in der Steuerung SIMATIC S7-1200 programmiert wird.
•
...der Umrichter SINAMICS G120 mit Startdrive parametriert wird.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
5
2 Lösung
2.2 Beschreibung der Kernfunktionalität
2.2
Beschreibung der Kernfunktionalität
2.2.1
Parametrierung der Kommunikation
Sowohl die SIMATIC Steuerung als auch der SINAMICS Umrichter werden im TIA
Portal V13 konfiguriert bzw. programmiert. Sie benötigen also nur eine Software.
Hinweis
Eine zweimalige Eingabe von Kommunikationsparametern, wie dies bisher bei
Verwendung der Inbetriebnahmesoftware STARTER der Fall war, ist nicht mehr
erforderlich. Auch die Einbindung einer GSDML-Datei des verwendeten
SINAMICS Antriebs in den Hardwarekatalog erübrigt sich.
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
Sowohl die IP- und PROFIBUS-Adressen als auch die Peripherieadressbereiche
für die zwischen SIMATIC Steuerung und SINAMICS Antrieb auszutauschenden
Daten werden im TIA Portal bei der Hardwarekonfiguration automatisch angelegt.
Sie sind jedoch jederzeit modifizierbar.
Am SINAMICS Antrieb wird die PROFIBUS Adresse entweder per DIP-Schalter
fest vorgegeben oder, wenn alle DIP-Schalter auf ON oder OFF stehen, über den
Parameter 918 eingestellt. Alle weiteren PROFIBUS Parameter (z.B. Baudrate)
werden automatisch erkannt, bzw. beim Anlauf vom PROFIBUS-Master
übermittelt, sodass diese nicht parametriert werden müssen.
Welche Prozessdaten SIMATIC Steuerung und SINAMICS Antrieb austauschen
sollen, wird durch den zu verwendenden Telegrammtyp (im Beispiel: SIEMENS
Telegramm 352) festgelegt. Diesen parametrieren Sie ebenfalls in der
Hardwarekonfiguration, in den Eigenschaften des SINAMICS Antriebs.
2.2.2
Datenaustausch
Der Datenaustausch zwischen SINAMICS G120 und SIMATIC S7-1200 erfolgt in
zwei Bereichen:
•
Prozessdaten,
d.h. Steuerwort(e) und Sollwert(e), bzw. Statuswort(e) und Istwert(e)
•
Parameterbereich,
d.h. das Lesen/Schreiben von Parameterwerten
Zyklischer Prozessdatenaustausch
Die Prozessdaten werden zyklisch, d.h. in jedem Busumlauf übertragen. Der
Datentransfer erfolgt also so schnell wie möglich.
Dabei sendet die SIMATIC S7-1200 mindestens das Steuerwort und den Sollwert
an den SINAMICS G120 und empfängt von diesem mindestens das Statuswort
und den Istwert.
Je nach Telegrammtyp können zusätzlich weitere Soll- oder Istwerte bzw.
erweiterte Steuer- bzw. Statuswörter übertragen werden. Die verfügbaren
Telegrammtypen finden Sie z. B. in Kap. 7.4.1 der SINAMICS G120CBetriebsanleitung (/6/).
•
Auf Steuerungsseite werden die Prozessdaten als Peripherieeingangs- bzw.
Ausgangsworte zur Verfügung gestellt. Der Datentransfer wird durch STEP 7
Anweisungen (DPRD_DAT, DPWR_DAT) unterstützt.
•
Im SINAMICS Antrieb wird durch die Parametrierung festgelegt, welche Bits
des Steuerwortes verwendet werden und welche Daten an die SIMATIC
Steuerung gesendet werden.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
6
2 Lösung
2.2 Beschreibung der Kernfunktionalität
Azyklischer Datenaustausch (Parameterzugriff)
Um Parameter übertragen zu können, sind auch Telegrammtypen definiert, in
denen zusätzlich vier Worte für eine Parameterübertragung vorgesehen sind
(SIEMENS Telegramme 353 und 354). Da diese vier Worte wie die Prozessdaten
zyklisch gesendet werden, entsteht eine permanente Kommunikationslast, obwohl
die Parameterübertragung selbst in der Regel nur selten benötigt wird.
PROFIBUS DPV1 bietet aber auch die Möglichkeit, zusätzlich zum zyklischen
einen azyklischen Datenaustausch zu verwenden, der nur bei Bedarf
eingeschoben wird. Damit ist es möglich, den Parameterbereich bei Bedarf
azyklisch zu übertragen, ohne eine permanente Kommunikationslast zu erzeugen.
Die azyklische Übertragung dauert länger als die zyklische Übertragung der
Prozessdaten.
Im Beispiel wird für den Parameterzugriff der azyklische Datenaustausch
verwendet und der Telegrammtyp 352 benutzt, der keine zyklische
Parameterübertragung unterstützt.
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
Zum azyklischen Schreiben und Lesen von Parametern ist wie folgt zu verfahren:
Hinweis
•
In der SIMATIC S7-1200 werden durch Schreiben des „Datensatz 47“
Parameteraufträge an den SINAMICS G120 gesendet und durch Lesen des
„Datensatz 47“ die Antwort des SINAMICS G120 empfangen. Unterstützt
werden diese Funktionen durch STEP 7 Anweisungen (RDREC, WRREC).
Eine spezielle Hardwarekonfiguration ist nicht notwendig.
Näheres zum Datensatzaufbau finden Sie z. B. in Kap. 3.1.2 im Funktionshandbuch Feldbussysteme (/6/).
•
Auf der Seite des SINAMICS G120 ist keine besondere Aktion notwendig.
Wenn Sie bei der Hardwarekonfiguration in den Eigenschaften des SINAMICS
Antriebs kein Telegramm auswählen, trägt STEP 7 das Standardtelegramm 1
(PZD-2/2) ein.
Verwenden Sie dieses (wegen seiner Kürze) z. B. auch dann, wenn sich Ihre
Anwendung auf das azyklische Schreiben und Lesen von Antriebsparametern
beschränkt und Sie keine Prozessdaten austauschen wollen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
7
2 Lösung
2.3 Verwendete Hard- und Software-Komponenten
2.3
Verwendete Hard- und Software-Komponenten
Die Applikation wurde mit den nachfolgenden Komponenten erstellt:
Hardware-Komponenten
Tabelle 2-1: Hardware-Komponenten
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
Komponente
Anz
.
Bestellnummer
Hinweis
CPU 1212C AC/DC/RLY
1
6ES7212-1BE31-0XB0
PROFIBUS Master Modul
CM 1243-5
1
6GK7243-5DX30-0XE0
oder andere SIMATIC
S7-1200 CPU
1
(ab FW 2.0)
SINAMICS G120C DP
(V4.7)
1
6SL3210-1KE14-3UP1
oder anderer
G110M, G120, G120C,
G120D, G120P mit DPAnschluss gemäß
1
Kap.1
SIMATIC Panel KTP600
Basic color PN
1
6AV6647-0AD11-3AX0
das Panel ist optional
COMPACT SWITCH
MODULE CSM 1277
1
6GK7277-1AA00-0AA0
oder anderer Switch
USB-Kabel
1
-
mit Stecker A → Mini-B
SINAMICS IOP
1
6SL3255-0AA00-4JA0
optional
Asynchronmotor
1
1LA7083-4AA60-xxxx
Anschlussstecker
PROFINET
6
6GK1901-1BB10-2AA0
PROFINET Leitung
Anschlussstecker
PROFIBUS
PROFIBUS Leitung
entsprechend Verkabelung in Abbildung 2-1
6XV1840-2AH10
2
6ES7972-0BA52-0XA0
oder 6ES7972-0BA520XA0 (mit PG-Buchse)
6XV1830-0EH10
Standard Software-Komponenten
Tabelle 2-2: Standard Software-Komponenten
Komponente
SIMATIC STEP 7
TIA Portal V13
Floating License
SINAMICS Startdrive V13
(Optionspaket zu
SIMATIC STEP 7 V13)
Bestellnummer
Hinweis
STEP 7 PROFESSIONAL
6ES7822-1AA03-0YA5
Die BASIC Version ist
ausreichend.
Sie können aber auch die
PROFESSIONAL Version
verwenden.
6SL3072-4CA02-1XG0
auf DVD
kostenlos downloadbar,
siehe /5/
-
STEP 7 BASIC
6ES7822-0AA03-0YA5
1
Bei Verwendung eines von der angegebenen Bestellnummer abweichenden Geräts ist dieses,
wie in Kap. 6 beschrieben, in der Hardwarekonfiguration auszutauschen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
8
2 Lösung
2.3 Verwendete Hard- und Software-Komponenten
Beispieldateien und Projekte
Die folgende Liste enthält alle Dateien und Projekte, die in diesem Beispiel
verwendet werden.
Tabelle 2-3: Beispieldateien und Projekte
Komponente
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
VORSICHT
Hinweis
70155469_SINAMICS_G120_DP_at_S7-1200_V1d2.zip
STEP 7 Projekt
(archiviert)
Mit SINAMICS
FW4.6
70155469_SINAMICS_G120_DP_at_S7-1200_V1d3.zip
STEP 7 Projekt
(archiviert)
Mit SINAMICS
FW4.7
70155469_SINAMICS_G120C_DP_at_S7-1200_DOCU_V1d3_de.pdf
DOKU
Das Beispielprojekt ist für die Verwendung der mit den Bestellnummern in
Tabelle 2-1 aufgeführten Beispielkomponenten ausgelegt. Wird ein
SINAMICS G120 mit anderer Leistung oder ein anderer Motor
angeschlossen, ohne dass die entsprechenden Parameter angepasst
wurden, können SINAMICS Umrichter und/oder Motor zerstört werden.
Neben dem beispielhaften Project mit SINAMICS G120C finden Sie auf
Downloadseite /7/ weitere Projekte. Diese unterscheiden sich nur durch den
projektierten SINAMICS Umrichter:
Tabelle 2-4: weitere Projektdateien für SINAMICS FW 4.6
Komponente
70155469_SINAMICS_G110M_DP_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU240B2DP_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU240E2DP_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU240E2DPF_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU250S2DP_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120D_CU240D2DP_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120D_CU240D2DPF_at_S7-1200_V1d2.zip
70155469_SINAMICS_G120P_CU230P2DP_at_S7-1200_V1d2.zip
Tabelle 2-5: weitere Projektdateien für SINAMICS FW 4.7
Komponente
70155469_SINAMICS_G110M_DP_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU240B2DP_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU240E2DP_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU240E2DPF_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120_CU250S2DP_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120D_CU240D2DP_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120D_CU240D2DPF_at_S7-1200_V1d3.zip
70155469_SINAMICS_G120P_CU230P2DP_at_S7-1200_V1d3.zip
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
9
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.1 Verdrahtung
3
Aufbau und Inbetriebnahme der
Applikation
3.1
Verdrahtung
Nachfolgendes Bild zeigt den Hardwareaufbau der Anwendung.
Abbildung 3-1: Verdrahtung
L1
L2
L3
N
PE
L1
L2
L3
PE
L+ M PE
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
PB
L1 N PE L+ M
LAN
24 V DC
SINAMICS
G120C DP
U2 V2 W2
PB
SIMATIC S7
CPU 1212C
LAN
M L+
SIMATIC Panel
KTP600
M
Y
Hinweis
Beachten Sie die Aufbaurichtlinien in den Handbüchern der betreffenden Geräte
(siehe /1/, /4/, /6/)
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
10
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.2 IP- und PB-Adressen
3.2
IP- und PB-Adressen
Im Beispiel werden die folgenden IP- und PROFIBUS-Adressen verwendet.
Nachträgliche Änderungen durch den Anwender sind jederzeit möglich.
Tabelle 3-1: IP- und PB-Adressen
Komponente
Gerätename
IP-Adresse
DP-Adresse
S7-CPU
PLC_1
192.168.0.1
1
G120
G120_1
-
3
KTP600
HMI_1
192.168.0.3
-
PG/PC
-
192.168.0.200
-
Die Netzwerkmaske des IP-Netzes ist immer 255.255.255.0 und es wird kein
Router verwendet.
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
3.3
Einstellungen am PG/PC
Um eine Verbindung zwischen der SIMATIC Steuerung und Ihrem Erstellsystem
(PG/PC) herzustellen, müssen Sie an die im PG/PC für die Applikation verwendete
Netzkarte eine feste IP-Adresse vergeben.
Tabelle 3-2: Handlungsanweisung – Einstellungen am PC/PG
Aktion
Anmerkung
Vergeben Sie an die verwendete Netzkarte
eine freie, feste
IP-Adresse 192.168.0.x
(im Beispiel: x=252) und die Subnetzmaske
255.255.255.0.
In Windows 7 navigieren Sie z. B. wie folgt:
>Start
>Systemsteuerung
>Netzwerk- und Freigabecenter
>Adaptereinstellungen ändern
>Rechtsklick auf verwendete Netzkarte
>Eigenschaften
>Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4)
>Eigenschaften
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
11
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.4 Einstellen der PROFIBUS-Adresse am G120 DP
3.4
Einstellen der PROFIBUS-Adresse am G120 DP
Für das Applikationsbeispiel stellen Sie mit dem DIP-Schalter am SINAMICS G120
die Busadresse 3 ein.
Abbildung 3-2: Einstellen der PROFIBUS-Adresse am SINAMICS G120 DP
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
Damit die Einstellung wirksam wird, führen Sie ein „POWER ON“ durch
(Spannung des SINAMICS Antriebs solange ausschalten bis alle LEDs dunkel
sind).
3.5
Laden der Software
ACHTUNG
Sollten Sie einen anderen SINAMICS Umrichter oder Motor einsetzen, als in
Tabelle 2-1 spezifiziert, müssen Sie die Parametrierung selber vornehmen.
Folgen Sie in diesem Fall der Anleitung in Kap. 6, bevor Sie die Software in die
Geräte laden. Nichtbeachtung kann Schäden verursachen.
Dieses Kapitel beschreibt, wie Sie im TIA Portal V13…
•
…das STEP 7 Programm in die SIMATIC S7-1200 laden,
•
…die Antriebsparametrierung in den SINAMICS G120 laden.
•
…die Bediengeräteprojektierung in das HMI KTP600 laden.
Es wird vorausgesetzt, dass die Software entsprechend Tabelle 2-2 auf Ihrem
PG/PC installiert ist.
Hinweis
•
•
Die in der folgenden Schritttabelle beschriebene Vorgehensweise stellt eine
Projektierungsmöglichkeit dar, einen SINAMICS G120 über PROFIBUS mit
einer SIMATIC S7-1200 zu verbinden und in Betrieb zu nehmen. Es gibt im
TIA Portal mehrere Lösungsmöglichkeiten, die sich mehr oder weniger von
der hier vorgestellten Vorgehensweise unterscheiden.
Der Download in den SINAMICS G120 erfolgt über USB.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
12
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Tabelle 3-3: Laden der Software
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
Nr.
Aktion
Anmerkung
1.
Vernetzen Sie die Beispielkomponenten z. B. entsprechend einem der beiden Bilder.
2.
Dearchivieren Sie ein als zip-Datei vorliegende Projekt mit dem Namen
“70155469_SINAMICS_xxxx_DP_at_S7-1200_V1d3zip” auf Windows-Ebene.
Dabei steht xxxx für die für die Gerätefamilie und ggf. projektierter CU.
(z.B „G120C“ für einen G120C DP oder „G120_CU240EDP“ für einen G120 mit CU240-2 DP)
Es wird der Projektordner entsprechende Projektordner erstellt und die Dateien hinein entpackt.
3.
Doppelklicken Sie auf die ap13Datei im soeben dearchivierten
Projektordner, um das Projekt im
TIA Portal zu öffnen.
4.
Sollte sich das TIA Portal in der
Portalsicht öffnen, schalten Sie
links unten in die Projektsicht um.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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13
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Nr.
Aktion
Anmerkung
Laden des STEP 7 Programms in die SIMATIC Steuerung
Laden Sie das Programm in die
SIMATIC Steuerung.
6.
Falls das Fenster „Erweitertes
Laden“ erscheint, verfahren Sie
wie folgt:
1. Wählen Sie die verwendete
PG/PC-Schnittstelle aus, um
sich mit dem EthernetSubnetz zu verbinden.
2. Haken Sie „Alle kompatiblen
Teilnehmer anzeigen“ an,
wenn Sie eine entsprechende
Online-Statusinformation im
unteren Teil des Fensters
erhalten
3. Selektieren Sie die zu
verwendende SIMATIC
Steuerung im Zielsubnetz.
Identifizieren Sie diese ggf.
durch „LED blinken“.
4. Betätigen Sie die Schaltfläche
„Laden“.
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5.
7.
Starten Sie den Ladevorgang.
8.
Beenden Sie den Ladevorgang mit
der Option „Alle starten“.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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1
2
3a
3b
4
14
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Nr.
Aktion
Anmerkung
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Laden der Antriebsparametrierung in den SINAMICS G120
9.
Navigieren Sie zur Inbetriebnahme
des SINAMICS Antriebs
10.
Er wird automatisch eine OnlineVerbindung zum SINAMICS
Antrieb aufgebaut.
Wählen Sie „Sichern/Rücksetzen“.
11.
1.
2.
Wählen Sie bei
„Werkseinstellung
wiederherstellen“ die Option
„Alle Parameter werden
zurückgesetzt“.
Starten Sie die Funktion.
1
2
12.
Bestätigen Sie Ihren
Funktionswunsch. Das Sichern
der Werkseinstellung ins
EEPROM ist nicht notwendig, da
Sie beim anschließenden
Download der Antriebsparameter
diese ins EEPROM sichern.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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Kein Haken
15
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Nr.
Aktion
13.
Sofern der verwendete SINAMICS
Antrieb eine Safety-Parametrierung hatte, setzen Sie diese
ebenfalls zurück.
1. Wählen Sie bei
„Werkseinstellung
wiederherstellen“ die Option
„Safety-Parameter werden
zurückgesetzt“.
2. Starten Sie die Funktion.
3. Geben Sie das bisherige
Safety-Passwort ein
4. Bestätigen Sie mit OK.
Anmerkung
1
2
3
4
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14.
1.
2.
Trennen Sie die OnlineVerbindung zum SINAMICS
Antrieb.
Das Sichern der Daten ins
EEPROM ist zum
gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
nötig.
1
2
15.
Laden Sie die Antriebsparametrierung in den SINAMICS
G120.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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16
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Nr.
Aktion
16.
Falls das Fenster „Erweitertes
Laden“ erscheint, verfahren Sie
wie folgt:
1. Wählen Sie als Typ der
PG/PC-Schnittstelle „S7USB“
und als PG/PC-Schnittstelle
„USB“ aus, um den
SINAMICS Antrieb über das
USB-Kabel mit dem PG/PC
zu verbinden.
2. Unter „Kompatible Teilnehmer
im Zielsubnetz“ wird Ihr
SINAMICS Antrieb angezeigt.
3. Betätigen Sie die Schaltfläche
„Laden“.
Anmerkung
1
2
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3
17.
Machen Sie einen Haken bei
„Parametrierung im EEPROM
sichern“ und starten Sie den
Ladevorgang.
18.
Führen Sie beim SINAMICS G120
ein „POWER ON“ durch
(Spannung solange ausschalten
bis alle LEDs dunkel sind).
-
Simulation des HMI KTP600 am PG/PC (entfällt bei vorhandenem Gerät)
19.
Stellen Sie auf Windows-Ebene
die PG/PC-Schnittstelle ein.
Wählen Sie als Zugangspunkt der
Applikation „S7ONLINE (STEP7)“
und
als benutzte Schnittstellenparametrierung Ihre verwendete
Netzkarte parametriert für TCP/IP.
Navigieren Sie hierzu in Windows
wie folgt:
>Start
>Systemsteuerung
>PG/PC-Schnittstelle einstellen
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verwendete Netzkarte
17
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Nr.
20.
Aktion
Anmerkung
Starten Sie die Simulation des
HMI Bediengeräts.
Vorbereiten des HMI KTP600 (entfällt bei Simulation am PG/PC)
21.
Schließen Sie das HMI KTP600
an die Versorgungsspannung an.
1. Öffnen Sie das Control Panel.
2. Öffnen Sie die PROFINETEinstellungen.
2
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1
22.
Machen Sie die Eingaben entsprechend den nebenstehenden
Bildern.
1.
2.
3.
Geben Sie für die IP-Adresse
den in STEP 7 projektierten
Wert an. (Diesen finden Sie
im Editor „Geräte und Netze“
in der Gerätesicht des HMI
Bediengeräts in dessen
Eigenschaften unter
„Ethernet-Adressen“.)
Übernehmen (kontrollieren)
Sie auf der Registerkarte
„Mode“ die Defaulteinstellungen entsprechend
dem nebenstehenden Bild.
Den PROFINET2
Gerätenamen müssen Sie
nicht editieren. Er wird
automatisch beim Laden des
HMI-Projekts in das
Bediengerät eingetragen.
2
1
3
2
Das verwendete HMI Bediengerät unterstützt lediglich eine S7-Verbindung und keine
PROFINET-Verbindung. Die Adressierung erfolgt also nicht über den Stationsnamen. Dieser
kann allerdings wie ein PROFINET-Name von der PLC ausgelesen und vergeben werden.
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18
3 Aufbau und Inbetriebnahme der Applikation
3.5 Laden der Software
Nr.
23.
Aktion
1.
2.
3.
24.
Verlassen Sie die
PROFINET-Einstellungen mit
OK.
Verlassen Sie das Control
Panel
Bereiten Sie den Ladevorgang durch Drücken der
Taste „Transfer“ vor.
Anmerkung
1
2
3
Sofern noch nicht geschehen,
verbinden Sie das HMI KTP600
mittels eines Ethernet-Patchkabels
direkt oder über einen Switch mit
dem PG/PC und starten Sie den
Datentransfer.
Das HMI Bediengerät startet
anschließend automatisch.
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Wenn Sie ohne Switch arbeiten,
schließen Sie nun das
Bediengerät an den Ethernet-Port
der SIMATIC CPU an.
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19
4 Bedienung der Applikation
4.1 Voraussetzungen
4
Bedienung der Applikation
4.1
Voraussetzungen
Um den SINAMICS Antrieb über das HMI Panel bzw. die Beobachtungstabelle
einschalten zu können, müssen folgende Punkte erfüllt sein:
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Hinweis
3
•
Sofern Sie die Safety-Funktion „Sichere Momentenabschaltung (STO)“
projektiert haben (siehe Kap. 6.2), leuchtet oder blinkt die gelbe „SAFE“-LED
am SINAMICS G120. Bei Dauerlicht lässt sich der SINAMICS Antrieb starten.
Bei Blinklicht ist die Sicherheitsfunktion STO aktiv und der SINAMICS Antrieb
läuft nicht an. Legen Sie in diesem Fall testweise 24V (Klemme 9) an die
4
Eingänge DI 4 und 5 (Klemmen 16 und 17) des SINAMICS G120 und das
Referenzpotential für diese Eingänge (Klemmen 34 und 69) auf Masse
(Klemme 28).
•
An Klemme 8 (DI 3) dürfen keine 24 V anliegen, da sonst der Befehlsdatensatz
umgeschaltet wird.
Wenn Sie zur Bedienung des SINAMICS Antriebs ein IOP verwenden, stellen
Sie sicher, dass rechts oben das Netz-Symbol ( ) angezeigt wird. Ist dort das
Hand-Symbol ( ), betätigen Sie die Hand/Auto Taste ( )
Wenn Sie ein BOP-2 verwenden, kontrollieren Sie, ob das Hand-Symbol (
angezeigt wird. Wenn ja, betätigen Sie die Hand/Auto Taste ( ).
)
3
Im STEP 7 Beispielprojekt ist keine Safety-Funktion projektiert und der betreffende Punkt nicht
relevant.
4
Sie können an die betreffenden Klemmen auch ein Not-Halt Befehlsgerät anschließen.
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20
4 Bedienung der Applikation
4.2 Bedienung über digitale Eingänge
4.2
Bedienung über digitale Eingänge
Aus Sicherheitsgründen erfolgt das Fahren des SINAMICS Antriebs im
Applikationsbeispiel ausschließlich über digitale Eingänge, das HMI dient nur der
5
Beobachtung .
Tabelle 4-1: Digitaleingänge
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Klemme
Name
Funktion
E 0.0
On
Ein-/Ausschalten des SINAMICS Antriebs,
(Für den Betrieb müssen Off2 = 1 und Off3 = 1 sein.)
E 0.1
Off 2
0 = Sofortiges Abschalten des Motors. Der SINAMICS Antrieb trudelt
aus.
E 0.2
Off 3
0 = Schnellstopp. Der Motor wird mit Off3-Rücklaufzeit (P1135) bis zum
Stillstand gebremst.
E 0.3
Ack
Eine steigende Flanke quittiert anstehende Fehler im SINAMICS
Antrieb.
E 0.4
Rev
Richtungsumkehr; die Polarität des Sollwertes wird negiert.
E 0.5
0
Der Sollwert wird auf 0 gesetzt.
E 0.6
n+
Der Sollwert wird erhöht.
E 0.7
n-
Der Sollwert wird verkleinert.
Um den SINAMICS Antrieb einzuschalten, führen Sie die folgenden Schritte aus:
Tabelle 4-2: Handlungsanweisung – SINAMICS Antrieb einschalten
Schritt
Aktion
Hinweis / Ergebnis
1.
Legen Sie 24V an „Off2“ (E0.1) und
„Off3“ (E0.2).
Die weiteren notwendigen Steuerbits für
den Betrieb werden vom Programm
permanent auf 1 gesetzt.
2.
Geben Sie einen Impuls (ein- und
wieder ausschalten) auf „Ack“
(E0.3).
Eine eventuell anstehende
Fehlermeldung wird dadurch quittiert.
3.
Geben Sie einen Impuls (ein- und
wieder ausschalten) auf „0“ (E0.5).
Der Sollwert wird auf 0 gesetzt.
4.
Legen Sie 24V an „On“ (E0.0).
Der SINAMICS Antrieb schaltet ein.
5.
Verändern Sie den Sollwert mit den
Eingängen „n+“ (E 0.6), „n-„
(E0.7)und „0“ (E0.5).
Die Drehzahl des Motors verändert sich.
6.
Nehmen Sie die 24V von „On“
(E0.0) weg.
Der SINAMICS Antrieb schaltet wieder
ab und der Motor wird mit der
parametrierten Rücklaufzeit
heruntergefahren.
5
Wenn Sie den Antrieb trotzdem vom HMI Bediengerät aus fahren möchten, müssen Sie in
Netzwerk 2 des Main [OB1] beim Aufruf des Process_Data [FB11] dessen Eingangsparameter
„control_word“ und „setpoint“ unbeschaltet lassen.
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21
4 Bedienung der Applikation
4.3 Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
4.3
Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
4.3.1
Bilder und Bildnavigation
Startbild
Abbildung 4-1: Bildnavigation
Support
Übersichtsbild
Online Support - Promotion
Beispielprojekt
Parameterzugriff
Status- und Steuerwort
Parameter lesen/schreiben
Prozessdatenaustausch
Zurück
Störpuffer
Zurück
Störpuffer
Weiter
Soll- und Istwerte
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Aus allen
unterlagerten Bildern
Aus allen
unterlagerten Bildern
Runtime beenden
Sprache umschalten (deutsch/englisch)
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22
4 Bedienung der Applikation
4.3 Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
4.3.2
Prozessdatenaustausch
Die beiden Bilder für den Prozessdatenaustausch greifen auf den
Instanzdatenbaustein idb_Process_Data (DB11) zu.
Steuer- und Statuswort
Abbildung 4-2: Steuer- und Statuswort
Bit 0
Bit 7
Bit 8
Bit 15
Bit 0
Bit 8
Bit 7
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Bit 15
Das angezeigte Steuer- bzw. Zustandswort ist mit jenem in der Variablentabelle
Process_Data identisch (siehe Kap. 4.4).
STW1 (Steuerwort 1)
Die Schaltflächen im oberen Bildteil sind aus Sicherheitsgründen inaktiv (siehe
Fußnote 5 auf Seite 21). Allerdings zeigen sie durch Farbumschlag die logischen
Zustände der einzelnen Steuerbits an. Signalzustand „1“ ist durch Gelbfärbung
gekennzeichnet. Die in Abbildung 4-2 gelb angezeigten Bits sind zwingend für den
Lauf des Motors mit Signalzustand „1“ zu beschalten und wurden deshalb im
Programm mit „1“ vorbelegt.
ZSW1 (Zustandswort 1)
Die Textfelder im unteren Bildteil zeigen den Zustand der einzelnen Bits des
Statusworts. Signalzustand „1“ wird durch Grünfärbung angezeigt. „Störung
wirksam“ und „Warnung wirksam“ sind abweichend davon bei Zustand „1“ rot bzw.
rosa eingefärbt.
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23
4 Bedienung der Applikation
4.3 Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
Soll- und Istwerte
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Abbildung 4-3: Soll- und Istwerte
Die in obigem Bild enthaltenen Steuerungsvariablen sind mit jenen in der
betreffenden Variablentabelle Process_Data identisch (siehe Kap. 4.4).
Drehzahlsollwert
In dem gelben Feld links oben wird der Drehzahlsollwert angezeigt, der mit den
Digitaleingängen E 0.5, E 0.6 und E 0.7 (siehe Tabelle 4-1) eingestellt wird. (Für
direkte Sollwerteingabe an dieser Stelle siehe Fußnote 5 auf Seite 21)
Istwerte
Unterhalb der Drehzahl-Sollwerteingabe werden die aktuellen Istwerte Drehzahl,
Strom und Drehmoment angezeigt.
Steuer- und Statuswort
Um Steuer- und Statuswort im Auge zu behalten, ohne auf das betreffende Bild
umschalten zu müssen, sind diese hier auch in Miniaturdarstellung vorhanden.
Aktuelle Meldungen
Aktuelle Störungen und Warnungen werden mit entsprechender Nummer
angezeigt. Eine „0“ bedeutet, dass keine Störung bzw. Warnung vorhanden ist.
Liegt eine Meldung vor, wird diese gemäß Abbildung 4-4 dargestellt.
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Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
24
4 Bedienung der Applikation
4.3 Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
Abbildung 4-4: Aktuelle Meldungen als Meldenummern
Tippen bzw. klicken Sie auf die Meldenummer um den zugehörigen Meldetext
anzuzeigen.
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Abbildung 4-5: Aktuelle Meldungen im Klartext
Der Meldetext wird angezeigt, solange Sie die Meldenummer gedrückt halten.
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25
4 Bedienung der Applikation
4.3 Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
4.3.3
Parameterzugriff
Parameter lesen/schreiben
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Abbildung 4-6: Parameter lesen/schreiben
Tabelle 4-3: Handlungsanweisung – Parameter schreiben/lesen
Aktion
1.
Wählen Sie mit den Schaltflächen
„Parameter lesen“ und „Parameter
schreiben“ die Zugriffsart aus.
2.
Parameter lesen:
Fahren Sie mit Punkt 3 der Tabelle
fort.
Parameter schreiben:
Wenn Sie in die gelben
Eingabefelder für die Hoch/Rücklaufzeit tippen bzw. klicken,
öffnet sich eine Tastaturmaske für die
Werteingabe. Schließen Sie die
Eingabe mit der CR-Taste ab.
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Bemerkung
Die gewählte Zugriffsart wird durch eine
hellgrüne Taste angezeigt.
8,0
26
4 Bedienung der Applikation
4.3 Beobachten und Parameterzugriff mittels Bediengerät
3.
Aktion
Bemerkung
Starten Sie mit der Schaltfläche
„Start Transfer“ den Schreib- oder
Leseauftrag.
Hinweis:
Nach einem Schreibauftrag werden
die neuen Daten als gelesene
Parameter in die weißen Felder im
linken Bildteil übernommen. Sie
müssen zur Aktualisierung nach dem
Schreiben also keinen zusätzlichen
Leseauftrag anstoßen.
Der Auftragsstatus gibt an, wie der Auftrag
abgeschlossen wurde:
busy
Übertragung läuft noch
done
Auftrag erfolgreich abgeschlossen
errori
Kommunikationsfehler
drive
errori
Der Auftrag wurde zwar fehlerfrei
übertragen, konnte aber im
SINAMICS nicht umgesetzt
werden (z.B. wurde eine negative
Zeit vorgegeben)
Zur Fehlerdiagnose siehe /1/.
4.
Beenden Sie den Schreib- oder
Leseauftrag, indem Sie „Beende
Transfer“ anklicken
Die Auftragsstatusbits werden gelöscht.
Störpuffer
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Im Bild werden die Störcodes der acht aktuellen und acht quittierten Störungen, die
im SINAMICS Umrichter gespeichert werden, angezeigt.
Abbildung 4-7: Anzeige Störpuffer
Die Störcodes im obigen Bild entsprechen den Steuerungsvariablen
V_3_Value_00 (DW18) bis V_3_Value_15 (DW48) im Datenbaustein
„answer_from_drive“ (DB103).
Hinweis
Die Störpuffer werden nur aktualisiert, wenn Sie eine azyklische Übertragung
anstoßen. Im Beispielprojekt müssen Sie deshalb, bevor Sie auf die Anzeige des
Störpuffers umschalten, die Funktion „Parameter lesen“ ausführen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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27
4 Bedienung der Applikation
4.4 B&B über Beobachtungstabelle
Tippen/Klicken Sie auf die Meldenummer, um den zugehörigen Text anzuzeigen.
Abbildung 4-8: Anzeige Störpuffermeldung im Klartext
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Der Meldetext wird angezeigt, solange Sie die Meldenummer gedrückt halten.
4.4
B&B über Beobachtungstabelle
Sie können die Applikation auch ohne HMI Panel benutzen. Dazu sind im Projekt
bereits die Beobachtungstabellen „Process_data“ und „Parameters“ angelegt. Die
Variablen, die Sie beobachten bzw. steuern können, sind dieselben, die auch am
HMI Bediengerät angezeigt werden bzw. über die Digitaleingänge steuerbar sind.
Tabelle 4-4: Bedienung der Applikation über Beobachtungstabelle
Nr.
1.
Aktion
Anmerkung
Öffnen Sie im TIA Portal-Projekt die
gewünschte Beobachtungstabelle.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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28
4 Bedienung der Applikation
4.4 B&B über Beobachtungstabelle
Nr.
Aktion
Gehen Sie online.
3.
Zum Ändern eines Werts tragen Sie
diesen in der Spalte „Steuerwert“ in die
entsprechende Zeile ein, setzen rechts
daneben einen Haken und starten den
Vorgang mit
in der Kopfzeile.
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2.
Anmerkung
Zum Ändern einer booleschen Variable
können Sie auch wie folgt vorgehen:
Rechtsklicken Sie in die betreffende
Zeile und gehen auf „Steuern“ (siehe
Bild).
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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29
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5
Funktionsmechanismen dieser Applikation
Programmübersicht
Abbildung 5-1: Programmübersicht
FB11
“Process_Data “
FC11
“Denormalization“
Anweisung
„DPRD_DAT“
FC12
“Normalization“
…
OB1
„Main“
…
Anweisung
„DPWR_DAT“
…
DB11
“idb_Process_Data “
…
FB20
“Parameters“
Anweisung
„WRREC“
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……
Anweisung
„RDREC“
DB100
„write_drive_parameters“
DB101
„read_drive_parameters“
DB103
„answer_from_drive“
…
DB20
“idb_Parameters“
Für den zyklischen Prozessdatenaustausch und den azyklischen Parameterzugriff
werden jeweils eigene Funktionsbausteine verwendet.
Hinweis
Im OB1 wird auch der FC10 „Simulation“ aufgerufen. Der FC10 simuliert dabei
ein Anwenderprogramm, indem er mit Hilfe der digitalen Eingänge ein
Steuerwort und einen Sollwert erzeugt.
Da er nur dazu dient das Beispielprogramm ablauffähig zu machen, wird hier
nicht weiter auf ihn eingegangen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
30
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
5.1
Funktionalität Prozessdatenaustausch
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Abbildung 5-2: Funktionalität Prozessdatenaustausch
Der Inhalt der Prozessdaten sind Werte, die regelmäßig zwischen SIMATIC
Steuerung und SINAMICS Umrichter ausgetauscht werden. Dies sind mindestens
das Steuer- und Statuswort sowie der Drehzahlsoll- und -istwert. Durch die
Auswahl des Telegrammtyps wird die genaue Länge und Struktur festgelegt.
Der im Beispiel verwendete Telegrammtyp “Siemens Telegramm 352, PZD 6/6“
tauscht in beide Richtungen 6 Worte aus.
5.1.1
Zugriff auf die Prozessdaten im Anwenderprogramm der Steuerung
Bei Zyklusbeginn legt das Betriebssystem der SIMATIC S7-1200 die vom
SINAMICS Umrichter empfangenen (Nutz-)Daten im Eingangsperipheriebereich
der CPU ab und sendet die im Ausgangsperipheriebereich abgelegten Daten am
Zyklusende an den SINAMICS Umrichter. Im Anwenderprogramm kann durch
Kopieren von bzw. in den Peripheriebereich auf die Daten zugegriffen werden.
Die verwendeten Adressbereiche werden im Editor „Geräte und Netze“ definiert.
Siehe Schritte 16 und 17 in Tabelle 6-1.
5.1.2
Normierung der Soll- und Istwerte
Die Soll- und Istwerte werden normiert übertragen. Die Normierungs- bzw. Bezugswerte sind in den Parametern P2000 bis P2006 des SINAMICS G120 abgelegt.
Dabei gilt 16384Dez = 4000hex = 100% wobei sich 100% auf den Bezugswert für
die übertragene Größe bezieht.
Beispiel:
Ist P2000 (Bezugsdrehzahl bzw. Bezugsfrequenz) 1500 1/min und soll eine
Drehzahl von 500 1/min gefahren werden, dann müssen 33% bzw. 5461dez
übertragen werden.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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31
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
Normierung und Denormierung werden im Applikationsbeispiel in FC11 und FC12
durchgeführt.
Weitere Informationen finden Sie z. B. im Funktionshandbuch Feldbussysteme
(/6/).
5.1.3
Übertragungsmethode
Um die Prozessdaten in bzw. aus dem Peripheriebereich zu kopieren, kommen die
Anweisungen DPRD_DAT und DPWR_DAT zur Anwendung:
Diese stellen sicher, dass die Konsistenz über die gesamten Prozessdaten
erhalten bleibt, d.h. dass alle Elemente der Prozessdaten eines Slaves aus
demselben Bus-Zyklus stammen bzw. in einem Buszyklus übertragen werden.
Dies ist z.B. notwendig, um einen verteilten Gleichlauf zu ermöglichen. Im
Beispielprogramm werden alle 6 Worte konsistent kopiert.
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In der Task Card „Anweisungen“ des TIA Portals finden Sie die Anweisungen unter
> Erweiterte Anweisungen
> Dezentrale Peripherie
> Weitere.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
32
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
5.1.4
Steuerwort (STW1) und Zustandswort (ZSW1)
Steuer- und Zustandswort sind vordefiniert. Sie werden in allen Telegrammtypen
jeweils im ersten Prozessdatenwort (PDZ01) ausgetauscht.
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Abbildung 5-3: STW1
Hinweis
Ein Steuerwort, bei dem alle Bits 0 sind, wird vom SINAMICS Umrichter als
ungültig verworfen. Daher muss immer mindestens das Bit 10 gesetzt sein.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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33
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
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Abbildung 5-4: ZSW1
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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34
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
5.1.5
Der FB 11 “Process_Data“
Dieser FB zeigt den Zugriff auf die Prozessdaten unter Verwendung der
Anweisungen “DPRD_DAT“ / “DPWR_DAT“. Er wird zyklisch im OB1 aufgerufen.
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Abbildung 5-5: FB „Process_Data
Tabelle 5-1: Schnittstelle des FBs “Process_Data“
Parameter
Datentyp
Anfangswert
Beschreibung
Eingangsparameter
RD_HW-ID
HW_SUBMODULE -
Für das Lesen von Daten von einem DPNormslave/PROFINET IO-Device
maßgebliche Hardware-Kennung.
Beim Auswählen des Telegrammtyps in
den Eigenschaften des SINAMICS Antriebs
im TIA Portal legt STEP 7 eine
Systemkonstante an, die dieser Kennung
entspricht. Tragen Sie diese Systemkonstante hier ein. Sie wird Ihnen bei der
Parametereingabe symbolisch in der
Klappliste angezeigt.
WR_HW-ID
HW_SUBMODULE -
Für das Schreiben von Daten in einen DPNormslave/PROFINET IO-Device
maßgebliche Hardware-Kennung.
Beim Auswählen des Telegrammtyps in
den Eigenschaften des SINAMICS Antriebs
im TIA Portal legt STEP 7 eine
Systemkonstante an, die dieser Kennung
entspricht. Tragen Sie diese Systemkonstante hier ein. Sie wird Ihnen bei der
Parametereingabe symbolisch in der
Klappliste angezeigt.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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35
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
Parameter
control_word
Datentyp
Word
Anfangswert
16#047E
Beschreibung
Steuerwort des SINAMICS G120
Über den Anfangswert sind die Bits
- Bit 01
OFF2
- Bit 02
OFF3
- Bit 03
Betrieb sperren
- Bit 04
HLG sperren
- Bit 05
HLG stoppen
- Bit 06
Sollwert sperren
- Bit 10
PLC-Führung
bei Steuerungsneustart auf „1“ gesetzt,
sodass sich der SINAMICS Antrieb allein
mit Bit 00 → „1“ starten lässt.
-1
setpoint
Real
0.0
Drehzahlsollwert [min ]
ref_speed_
p2000
Real
1500.0
Referenzwert für die Drehzahl
entsprechend der Umrichterparametrierung.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Hier muss derselbe Wert eingetragen
werden wie in Parameter 2000 des
SINAMICS G120.
ref_current_
p2002
Real
0.0
Referenzwert für den Motorstrom
entsprechend der Umrichterparametrierung.
Hier muss derselbe Wert eingetragen
werden wie in Parameter 2002 des
SINAMICS G120.
ref_torque_
p2003
Real
0.0
Referenzwert für das Motormoment
entsprechend der Umrichterparametrierung.
Hier muss derselbe Wert eingetragen
werden wie in Parameter 2003 des
SINAMICS G120.
Ausgangsparameter
status_word
actual_speed
Word
Real
actual_current Real
actual_torque Real
-
Statuswort des SINAMICS G120
-
Drehzahlistwert [min ]
-
Stromistwert [A]
-1
-
Momentenistwert [Nm]
actual_alarm
Word
-
Nummer einer anstehenden Warnung
actual_fault
Word
-
Nummer einer anstehenden Störung
RETVAL_RD
Word
-
Rückgabewert der in diesem FB aufgerufenen Systemanweisung DPRD_DAT
RETVAL_WR
Word
-
Rückgabewert der in diesem FB aufgerufenen Systemanweisung DPWR_DAT
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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36
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
Netzwerke
Tabelle 5-2: Netzwerke des FBs “Process_Data“
Netzwerk
1.
Der temporären Datenbereich #InData wird mit 0 initialisiert.
2.
Die Prozessdaten werden mit der Anweisung “DPRD_DAT“ aus dem
Peripheriebereich in den temporären Datenbereich #InData kopiert.
3.
Statuswort, Warnung und Fehler werden aus dem temporären Datenbereich
#InData an die entsprechenden Bausteinausgänge und die aktuellen Istwerte
[WORD], zur Datentypanpassung, in temporäre Variablen [INT] kopiert.
4.
5.
Die aktuelle normierte Drehzahl [INT] wird durch Aufruf des FC11 denormiert
-1
[REAL, min ].
6.
Der aktuelle normierte Strom [INT] wird durch Aufruf des FC11 denormiert
[REAL, A].
7.
Das aktuelle Drehmoment [INT] wird durch Aufruf des FC11 denormiert
[REAL, Nm].
8.
Der Drehzahlsollwert [REAL, min ] wird durch Aufruf des FC12 normiert
[INT].
9.
Steuerwort und normierter Drehzahlsollwert [INT] werden in den temporären
Datenbereich #OUTData kopiert. Die restlichen vier zu übertragenden Worte
werden mit 0 beschrieben.
10.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Funktion
11.
-1
Die Prozessdaten werden mit der Anweisung “DPWR_DAT“ aus dem
temporären Datenbereich #OutData in den Peripheriebereich kopiert.
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37
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.1 Funktionalität Prozessdatenaustausch
Parametrierung
Das Programm ver- und entsorgt den FB weitgehend durch direkten Zugriff auf
dessen Instanz-DB, sodass viele Formalparameter unbeschaltet bleiben können.
Lediglich folgende Eingänge sind mit Aktualparametern belegt:
•
„control_word“ vom Typ „WORD“
Steuerwort, bereitgestellt vom Baustein Simulation [FC10].
•
„setpoint“ vom Typ „REAL“
Geschwindigkeitssollwert, bereitgestellt vom Baustein Simulation [FC10].
•
„RD_addressHW-ID“ vom Typ „HW_SUBMODULE
Über ihn wird die für das Lesen von Daten vom SINAMICS G120 erforderliche
Hardwarekennung an den Eingangsparameter LADDR der Anweisung
“DPRD_DAT“ durchgereicht. Näheres hierzu siehe Kap. 6.3.1.
•
„RD_addressHW-ID“ vom Typ „HW_SUBMODULE
Über ihn wird die für das Schreiben von Daten in den SINAMICS G120
erforderliche Hardwarekennung an den Eingangsparameter LADDR der
Anweisung “DPWR_DAT“ durchgereicht. Näheres hierzu siehe Kap. 6.3.1.
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Abbildung 5-6 Aktualparameter für „RD_addressHW-ID“ und „WR_addressHW-ID“
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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38
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
5.2
Funktionalität Parameterzugriff
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Abbildung 5-7: Funktionalität Parameterzugriff
Der Parameterzugriff erfolgt azyklisch parallel zum zyklischen Prozessdatenaustausch. Dies spart Ressourcen, da die Daten nur bei Bedarf, also wenn auf
einen Parameter zugegriffen werden soll, übertragen werden.
In der SIMATIC Steuerung müssen dazu die Funktionen “Datensatz schreiben“ und
“Datensatz lesen“ verwendet werden. Es muss immer der „Datensatz 47“
verwendet werden.
Mit dem Schreiben des „Datensatz 47“ wird ein Auftrag an den SINAMICS
Umrichter gesendet. Dieser führt den Auftrag aus und stellt eine Antwort zur
Verfügung. Durch das Lesen des „Datensatz 47“ wird die Antwort des SINAMICS
Umrichters in der SIMATIC Steuerung verfügbar und kann ausgewertet werden.
Für das Lesen bzw. Schreiben von Datensätzen werden in der SIMATIC Steuerung
die Anweisungen “WRREC“ und “RDREC“ verwendet.
5.2.1
Auftrags und Antwortstruktur
Die Struktur der Aufträge und Antworten (Datensatz 47) finden Sie beispielsweise
in Kap. 3.1.2 im Funktionshandbuch Feldbussystem (/6/).
Hinweis
Da der Aufbau des zu sendenden bzw. zu empfangenden Datensatzes von der
Anzahl der Aufträge und deren Zahlenformat abhängig ist, kann keine
allgemeingültige Struktur verwendet werden.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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39
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
5.2.2
Die DBs “read/write_drive_parameters“ und „answer_from_drive“
Der Auftrag, auf einen Parameter zuzugreifen, besteht aus mindesten 10 Worten.
Daher sollte der Auftrag in einem DB oder in den temporären Daten eines
Codebausteins zusammengestellt werden. Im Beispiel liegen die Aufträge in den
DBs DB 101 “read_drive_parameters“ und DB 100 “write_drive_parameters.
Auch die Antwort vom SINAMICS Umrichter besteht aus mehreren Worten. Daher
verwendet das Beispiel dafür den DB 103 “answer_from_drive“.
Ein Auftrag kann den Zugriff auf mehrere Parameter enthalten. Da die Länge der
zu übertragenden Daten pro Auftrag von der Anzahl und den Datentypen der
Umrichterparameter abhängt, kann keine allgemeingültige Struktur erstellt werden.
Daher wird im Beispiel nur auf die Hoch- und Rücklaufzeit (P1120 und P1121) und
einen Teil des Störspeichers (P945.x) zugegriffen. Der Auftrag, die Parameter zu
lesen, ist im DB 101 “read_drive_parameters“ hinterlegt. Der, um sie zu schreiben,
im DB 100 “write_drive_parameters“.
Die Antwort des SINAMICS Umrichters wird in den DB 103 “answer_from_drive“
kopiert. Die darin angelegte Struktur entspricht der Struktur bei erfolgreichem
Parameter lesen.
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Hinweis
Legen Sie den gesamten Auftrag in eine Struktur (im Beispiel „record“). Damit
haben Sie die Möglichkeit, den Datensatz beim Lesen/Schreiben durch die
Anweisungen RDREC/WRREC symbolisch über den Strukturnamen (hier
„record“) anzusprechen.
Abbildung 5-8: DB100 „write_drive_parameters“
Hochlaufzeit Parameternr.
Rücklaufzeit Parameternr.
Hochlaufzeit Wert [s]
Rücklaufzeit Wert [s]
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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40
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
Abbildung 5-9: DB101 „read_drive_parameters“
Hochlaufzeit Parameternr.
Rücklaufzeit Parameternr.
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Abbildung 5-10: DB103 „answer_from_drive“
Hochlaufzeit Wert [s]
Rücklaufzeit Wert [s]
aktuelle Störungen
quittierte Störungen
5.2.3
Der FB 20 „Parameters“
Der Parameterzugriff erfolgt im Beispiel im FB „Parameters“. Dieser wird vom
OB „Main“ zyklisch aufgerufen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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41
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
Abbildung 5-11: FB „Parameters“
Tabelle 5-3: Schnittstellenbelegung des FB “Parameters“
Parameter
Datentyp
Anfangswert
Beschreibung
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Eingangsparameter
HW-ID
HW_SUBMODULE -
Für das Lesen/Schreiben von
Parametern von/zu einem DPNormslave/PROFINET IO-Device
maßgebliche Hardware-Kennung.
Beim Auswählen des Telegrammtyps
in den Eigenschaften des SINAMICS
Antriebs im TIA Portal legt STEP 7
eine Systemkonstante an, die dieser
Kennung entspricht. Tragen Sie diese
Systemkonstante hier ein. Sie wird
Ihnen bei der Parametereingabe
symbolisch in der Klappliste
angezeigt.
START
Bool
False
Mit steigender Flanke an START wird
die Übertragung gestartet.
READ_WRITE
Bool
False
False: Hoch-/Rücklaufzeit lesen
True: Hoch-/Rücklaufzeit schreiben
Ramp_Time_Up
Real
10.0
Vorgabe Hochlaufzeit [s]
Ramp_Time_Down Real
10.0
Vorgabe Rücklaufzeit [s]
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42
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
Parameter
Datentyp
Anfangswert
Beschreibung
Ausgangsparameter
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actual_
Ramp_Time_Up
Real
-
Vom SINAMICS Antrieb ausgelesene
Hochlaufzeit [s].
Bei Sende-/Empfangsfehler wird
999999.9 eingetragen.
actual_
Real
Ramp_Time_Down
-
Vom SINAMICS Antrieb ausgelesene
Rücklaufzeit [s].
Bei Sende-/Empfangsfehler wird
999999.9 eingetragen.
busy
Bool
Bool
-
Auftrag läuft
done
-
Auftrag fertig ohne Fehler
Das Bit steht so lange an, bis START
wieder auf 0 gesetzt wird.
drive_error
Bool
-
Das Bit wird gesetzt, wenn in der
Antriebsantwort eine Fehlerkennung
geschickt wurde. Analysieren Sie den
DB 103 „answer_from_drive“.
Das Bit steht so lange an, bis START
wieder auf 0 gesetzt wird.
error
Bool
-
Das Bit wird gesetzt, wenn eine der
Anweisungen WRREC bzw. RDREC
einen Fehler erkennt.
Weitere Auswertung durch statische
6
Daten im zugehörigen Instanz-DB.
Das Bit steht so lange an, bis START
wieder auf 0 gesetzt wird.
Aufbau
Der FB “Parameters“ besteht aus zwei Bereichen:
•
Einer Schrittkette, die den Ablauf des Parameterzugriffs steuert
(Netzwerke 1 bis 22).
•
Den Aufrufen der Systemfunktionen „Datensatz schreiben“ bzw.
„Datensatz lesen“ (Netzwerke 23 bis 25).
6
WR_ERROR = true → Fehler in Anweisung WRREC → Auswertung durch WR_STATUS
RD_ERROR = true → Fehler in Anweisung RDREC → Auswertung durch RD_STATUS
3
Die Variablen WR_STATUS und RD_STATUS entsprechen dem Ausgangsparameter
3
STATUS der Anweisungen WRREC und RDREC. Näheres dazu finden Sie in der STEP 7
3
Online-Hilfe.
3
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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43
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
Schrittkette
Die einzelnen Schritte des FB “Parameters“ sind in der nachfolgenden Grafik
dargestellt. Ebenso sind dort die möglichen Übergänge zwischen den einzelnen
Schritten verzeichnet.
Abbildung 5-12 Schrittkette
START
8
0
Wait for start
trigger
Finalize job
rising START signal
other faults
6
Check result
of RDREC
1
Start WRREC
other faults
 Siemens AG 2014 All rights reserved
7
Check for
errors, copy
output
not ready fault
receiving finished
5
Wait for end
of RDREC
2
Wait for end
of WRREC
sending finished
not ready fault
3
Check result
of WRREC
sending successful
4
Start RDREC
In den einzelnen Zuständen der Schrittkette werden folgende Funktionen
ausgeführt:
Tabelle 5-4: Funktion der Zustände des FB “Parameters“
Zustand
0
Wait for start trigger
Funktion
•
•
•
Ist START false, werden alle, die Übertragung
betreffenden, bausteininternen Signale und
Ausgangssignale gelöscht.
Es wird auf eine steigende Flanke des Signals “Start“
gewartet.
Wird diese erkannt, wird “busy“ gesetzt und Schritt 1
aktiviert.
1
Start WRREC
Es wird das Signal “REQ“ der Anweisung “WRREC“ gesetzt,
die zu schreibenden Parameterwerte in den DB
„write_drive_parameters“ eingetragen und Schritt 2 aktiviert.
2
Wait for end of
WRREC
Wenn das Signal “BUSY“ der Anweisung “WRREC“ wieder
auf 0 geht, wird Schritt 3 aktiviert.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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44
5 Funktionsmechanismen dieser Applikation
5.2 Funktionalität Parameterzugriff
Check result of
WRREC
Es wird geprüft, ob das Datensatzschreiben erfolgreich war.
Wenn ja, wird das Signal “REQ“ der Anweisung “WRREC“
wieder gelöscht und Schritt 4 aktiviert.
Meldet die Anweisung “WRREC“ den Fehler 16#DF80_B500
(Koppelpartner nicht bereit), wird wieder Schritt 3 aktiviert,
damit “WRREC“ den Auftrag wiederholt.
Ist ein anderer Fehler aufgetreten, wird das Signal “REQ“ der
Anweisung “WRREC“ gelöscht, ein internes Fehlerbit gesetzt
und Schritt 7 aktiviert.
4
Start RDREC
Es wird das Signal “REQ“ der Anweisung “RDREC“ gesetzt
und Schritt 5 aktiviert.
5
Wait for end of
RDREC
Wenn das Signal “BUSY“ der Anweisung “RDREC“ wieder
auf 0 geht, wird Schritt 6 aktiviert.
6
Check result of
RDREC
Es wird geprüft, ob das Datensatz Lesen erfolgreich war.
Wenn ja, wird das Signal “REQ“ der Anweisung “RDREC“
wieder gelöscht und Schritt 7 aktiviert.
Meldet “RDREC“ den Fehler 16#DE80_B500 (Koppelpartner
nicht bereit), wird wieder Schritt 5 aktiviert, damit die
Anweisung “RDREC“ den Auftrag wiederholt.
Ist ein anderer Fehler aufgetreten, wird das Signal “REQ“ der
Anweisung “RDREC“ gelöscht , ein internes Fehlerbit gesetzt
und Schritt 7 aktiviert.
7
Check for errors,
copy outputs
Es wird kontrolliert, ob eines der internen Fehlerbits oder ob
in der Antwort des Umrichters ein Fehlerbit gesetzt ist.
•
Bei Fehler wird
–
Der entsprechende Ausgangsbitparameter
„drive_error“ oder „error“ gesetzt,
–
der Ausgangsbitparameter “busy“ gelöscht,
–
999999.9s als gelesene Zeiten ausgegeben,
–
Schritt 0 aktiviert.
•
Ist kein Fehlerbit gesetzt, werden bei einem Leseauftrag
die gelesenen Zeiten ausgegeben und Schritt 8 aktiviert.
•
Ist kein Fehlerbit gesetzt, werden bei einem
Schreibauftrag die geschriebenen Zeiten ausgegeben
und Schritt 8 aktiviert.
8
Finalize job
Es wird das “busy”-Signal gelöscht das „done“-Signal
gesetzt, und wieder Schritt 0 aktiviert.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
3
Aufruf der Systemfunktionen „WRREC“ und „RDREC“
Nachdem in der Schrittkette im FB 20 “Parameters“ die aktuell benötigten
Steuerbits gesetzt wurden, werden anschließend die Anweisungen „WRREC“ zum
„Datensatz Schreiben“ bzw. „RDREC“ zum „Datensatz Lesen“ aufgerufen. Sie
finden diese in der Task Card „Anweisungen“ des TIA Portals unter…
> Erweiterte Anweisungen
> Dezentrale Peripherie.
Über die Eingangsvariable “READ_WRITE“ des FB 20 wird ausgewählt, welcher
der beiden Aufrufe der Anweisung “WRREC“ aktiviert wird. Die beiden Aufrufe
unterscheiden sich nur darin, welcher DB an den SINAMICS Antrieb gesendet
werden wird: Der zum Parameter Schreiben oder der zum Parameter Lesen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
45
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
6
Konfiguration und Projektierung
6.1
Erstellung der Projektkonfiguration
Hinweis
•
Wollen Sie nur das Beispielprogramm laden und in Betrieb nehmen,
folgen Sie den Anweisungen im Kapitel 3 „Aufbau und Inbetriebnahme
der Applikation“.
•
Die in der folgenden Schritttabelle beschriebene Vorgehensweise stellt
eine Möglichkeit dar, für einen Datenaustausch zwischen SIMATIC
Steuerung und SINAMICS Antrieb eine SIMATIC S7-1200 zu
konfigurieren und einen SINAMICS G120 DP zu parametrieren. Es gibt
im TIA Portal mehrere Lösungsmöglichkeiten, die sich mehr oder
weniger von der hier vorgestellten Vorgehensweise unterscheiden.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Die nachfolgenden Schritttabellen beschreiben, was Sie tun müssen, wenn Sie
nicht den Beispielcode verwenden, sondern die SIMATIC S7 CPU, den SINAMICS
G120 und das HMI KTP600 selber konfigurieren möchten. Die Programmierung
der SIMATIC S7-1200 und die Projektierung des HMI Bediengeräts sind nicht
Gegenstand dieses Kapitels.
Es wird vorausgesetzt, dass die Software entsprechend Tabelle 2-2 auf Ihrem
PG/PC installiert ist.
Tabelle 6-1: Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
Aktion
Anmerkung
Anlegen des Projekts
1.
Öffnen Sie das TIA Portal.
2.
Sollte sich das TIA Portal in
der Portalsicht öffnen,
schalten Sie links unten in die
Projektsicht um.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
46
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
3.
Aktion
Anmerkung
Legen Sie ein neues Projekt
an und vergeben Sie einen
Namen (z. B. “G120_at_S71200“)
Einfügen der SIMATIC S7-1200
Doppelklicken Sie auf „Neues
Gerät hinzufügen“
5.
1.
2.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
4.
3.
Wählen Sie „“Controller“.
Wählen Sie die
gewünschte SIMATIC
CPU.
Klicken Sie abschließend
auf “OK“.
1
2
3
6.
Gehen Sie im Editor „Geräte
und Netze“ in die Gerätesicht
der SIMATIC CPU.
Ziehen Sie aus dem Katalog
das Kommunikationsmodul
CM1243-5 auf den ersten
freien Platz links neben der
SIMATIC CPU
1
2
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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47
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
Aktion
Anmerkung
Konfigurieren der SIMATIC S7-1200
7.
Gehen Sie in die
Gerätekonfiguration der
SIMATIC CPU.
8.
Konfigurieren Sie die
PROFINET-Schnittstelle:
 Siemens AG 2014 All rights reserved
1.
2.
3.
9.
Öffnen Sie in der
Gerätekonfiguration die
„Eigenschaften“ der
SIMATIC CPU.
Gehen Sie im Baum auf
„Ethernet-Adressen“.
Wählen Sie „IP-Adresse
im Projekt einstellen“ und
tragen Sie die
gewünschte IP-Adresse
ein.
Geben Sie die Verwendung
der Systemmerkerbits frei, da
diese im Steuerungsprogramm verwendet werden
(MB1).
1. Gehen Sie im Baum auf
„System- u. Taktmerker“.
2. Setzen Sie einen Haken
bei „Verwendung des
Systemmerkerbytes
aktivieren“ und geben Sie
die gewünschte
Byteadresse an.
1
2
3
2
1
Das Programm im Applikationsbeispiel
verwendet MB1 (Defaulteinstellung)
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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48
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
Aktion
Anmerkung
Einfügen und vernetzen des SINAMICS G120
 Siemens AG 2014 All rights reserved
10.
Wählen Sie den gewünschten
SINAMICS Antrieb:
1. Gehen Sie im Editor
„Geräte & Netze“ in die
“Netzsicht“
2. Ziehen Sie dann den
erforderlichen SINAMICS
G120 DP aus dem
Katalog in den
graphischen Bereich.
1
Den SINAMICS Antrieb
finden Sie im Katalog unter…
>Antriebe & Starter
>SINAMICS Antriebe
>SINAMICS G120(D,P)
>Regelungsbaugruppen
bzw.
>Antriebe & Starter
>SINAMICS Antriebe
>SINAMICS G120C
>Profibus DP
11.
2
Verbinden Sie die
PROFIBUS-Anschlüsse von
SIMATIC Steuerung und
SINAMICS Antrieb graphisch
durch Ziehen der Maus.
Konfigurieren des SINAMICS G120
12.
Falls Sie keinen G120C
verwenden, müssen Sie noch
das Powermodul auswählen:
3
1.
2.
3.
4.
Gehen Sie im Editor
„Geräte & Netze“ in die
Eigenschaften des
SINAMICS Antriebs
Wählen Sie „Gerätesicht“
Wählen Sie den Antrieb
Fügen Sie aus dem
Katalog das Leistungsteil
ein.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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2
4
49
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
13.
Aktion
Anmerkung
Gehen Sie im Editor „Geräte
& Netze“ in die Eigenschaften
des SINAMICS Antriebs.
1.
2.
3.
Wählen Sie „Gerätesicht“
Wählen Sie den
SINAMICS Antrieb
Klicken Sie auf
„Eigenschaften“
1
2
 Siemens AG 2014 All rights reserved
3
14.
Ändern Sie ggf. den Antriebsnamen.
15.
Ändern Sie ggf. die
PROFIBUS-Adresse des
SINAMICS Antriebs. Sie
muss mit jener Adresse, die
über den DIP-Schalter am
SINAMICS G120 DP eingestellt ist, übereinstimmen
(siehe Kap.3.4).
16.
Parametrieren Sie unter
>Zyklischer
Datenaustausch
>Istwert
den zyklischen
Datenempfang.
1.
2.
Wählen Sie den
Telegrammtyp (im
Beispiel: SIEMENS
Telegramm 352)
Legen Sie die PeripherieAnfangsadresse der
Eingänge fest.
7
(im Beispiel: 256 )
1
2
7
Wählen Sie Peripherieadressen, die ansonsten im Programm nicht verwendet werden.
Standardmäßig trägt STEP 7 die bis dato nächsten unbenutzten Adressen ein.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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50
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
17.
Aktion
Parametrieren Sie unter
>Zyklischer
Datenaustausch
>Sollwert
den zyklischen Datentransfer.
1.
2.
18.
Anmerkung
Der in Schritt 16
eingetragene
Telegrammtyp wird
automatisch übernommen (keine Aktion).
Legen Sie die PeripherieAnfangsadresse der
Ausgänge fest.
7
(im Beispiel: 256 )
1
2
Parametrieren Sie unter
>Baugruppenparameter
die Kanaldiagnose auf inaktiv.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Haben Sie eine S7-1200 CPU
mit FW ≥4.0 können dies
auch auf „PROFIdrive8
Standarddiagnose“ stellen.
Parametrieren des SINAMICS G120
19.
Führen Sie unter Zuhilfenahme des Assistenten die
Grundinbetriebnahme durch.
Gehen Sie hierzu in der
Projektnavigation zu…
>G120_1 [G120…]
>Parameter.
…und klicken Sie auf den
Inbetriebnahmeassistenten.
8
Alarme und Warnungen des SINAMICS können in TIA Portal (ab V13) auch automatisch in
den Diagnosebuffer der S7-1200 CPU eingetragen werden, wenn die S7-1200 CPU mindestens
die FW 4.0 hat. Die ERROR- bzw. die Maint-LED der CPU leuchten dann auch auf, wenn der
SINAMICS einen Alarm oder eine Warnungen anzeigt.
Haben Sie eine S7-1200 CPU mit FW < 4.0 und aktivieren Sie die „PROFIdrive-Standarddiagnose“, werden Alarme und Warnungen des SINAMICS zwar in den Diagnosebuffer der
S7-1200 CPU eingetragen und die ERROR- bzw. die Maint-LED leuchtet auf; allerdings werden
diese Eintragungen nur als unverständliche Codenummer im Diagnosepuffer angezeigt.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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51
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
20.
Aktion
Anmerkung
Der Assistent ist selbsterklärend. Bevor Sie mit der
Schaltfläche „Fertigstellen“
die Parametrierung
abschließen, wird Ihnen eine
Zusammenfassung angezeigt. Diese können Sie mit
Copy/Paste sichern.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Die Parametrierung im
Applikationsbeispiel ist
nachfolgend aufgeführt:
Datensätze:
DDS: 0
CDS: 0
Steuerungs-/Regelungsart:
Steuerungs-/Regelungs-Betriebsart: [0] U/f-Steuerung mit linearer Charakteristik
Voreinstellungen der Sollwerte/Befehlsquellen:
Makro Antriebsgerät: [7] Feldbus mit Datensatzumschaltung
Antriebseinstellung:
Motornorm IEC/NEMA: [0] IEC-Motor (50 Hz, SI-Einheiten)
Leistungsteil Anwendung: [0] Lastspiel mit hoher Überlast für Vektorantriebe
Motor:
Motortyp Auswahl: [17] 1LA7 Standard-Asynchronmotor
Bestell-Nr. : 1LA7083-4AA60-xxxx
Motor-Anzahl parallelgeschaltet: 1
Motor-Bemessungsspannung: 400 Veff
Motor-Bemessungsstrom: 1,88 Aeff
Motor-Bemessungsleistung: 0,75 kW
Motor-Bemessungsleistungsfaktor: 0,800
Motor-Bemessungsfrequenz: 50,00 Hz
Motor-Bemessungsdrehzahl: 1395,0 1/min
Motorkühlart: [0] Selbstkühlung
Wichtige Parameter:
Stromgrenze: 2,82 Aeff
Minimaldrehzahl: 0,000 1/min
Maximaldrehzahl: 1500,000 1/min
Hochlaufgeber Hochlaufzeit: 10,000 s
Hochlaufgeber Rücklaufzeit: 10,000 s
AUS3 Rücklaufzeit: 0,000 s
Antriebsfunktionen:
Motordatenidentifikation und Drehende Messung: [0] Gesperrt
Automatische Berechnung Motor-/Regelungsparameter: [1] Vollständige Berechnung
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
52
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
Aktion
Anmerkung
Einfügen und vernetzen des HMI KTP600
21.
Wählen Sie das gewünschte
HMI Bediengerät:
1. Gehen Sie im Editor
„Geräte & Netze“ in die
“Netzsicht“
2. Ziehen Sie dann das
erforderliche HMI
KTP600 aus dem
Katalog in den
graphischen Bereich.
1
2
Das HMI KTP600 finden Sie
im Katalog unter…
>HMI
>SIMATIC Basic Panels
>6‘‘ Display
22.
Verbinden Sie das HMI
Bediengerät mit der SIMATIC
Steuerung:
 Siemens AG 2014 All rights reserved
1.
2.
23.
Aktivieren Sie den
Verbindungsmodus und
wählen Sie aus der
Klappliste „HMIVerbindung“.
Legen Sie graphisch
durch Ziehen mit der
Maus eine Verbindung
zwischen den
Ethernetanschlüssen des
HMI KTP600 und der
PLC an.
1
2
Zeigen Sie die Adressen an.
Dem HMI KTP600 wird
automatisch die nächste freie
IP-Adresse 192.168.0.2
zugewiesen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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53
6 Konfiguration und Projektierung
6.1 Erstellung der Projektkonfiguration
Nr.
24.
Aktion
Die Geräte- und
Netzkonfiguration ist nun
abgeschlossen.
1.
2.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
25.
Anmerkung
2
1
Übersetzen Sie zur
Kontrolle nacheinander
die Projektierungen von
SIMATIC CPU und HMIGerät. Die Kompilierungsergebnisse sehen
Sie im Inspektorfenster.
Die SIMATIC CPU wird
ohne Fehler übersetzt.
Beim HMI Bediengerät
erhalten Sie lediglich die
Fehlermeldung, dass
noch kein Startbild
definiert ist, da Sie bis
dato vermutlich noch
keine Bilder projektiert
haben.
Speichern Sie das
Projekt.
Erstellen Sie nun das STEP 7 Programm (OBs, FCs, FBs, DBs programmieren) und
projektieren Sie das HMI Bediengerät (Bilder erstellen, HMI-Variablen zuweisen etc.).
Anschließend laden Sie die gesamte Software entsprechend Kap. 3.5 in die SIMATIC
Steuerung, den SINAMICS Antrieb und das HMI Panel.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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54
6 Konfiguration und Projektierung
6.2 Sichere Momentenabschaltung (STO)
mit Safety Integrated
6.2
Sichere Momentenabschaltung (STO)
mit Safety Integrated
Diese Funktion ist im STEP 7 Beispielprojekt nicht implementiert. Ferner steht sie
für den SINAMICS G120P nicht zur Verfügung.
Voraussetzungen
•
Stellen Sie sicher, dass die Digitaleingänge DI 4 und DI 5 (Klemmen 16 und
17) des SINAMICS G120, die den fehlersicheren Eingang F-DI bilden, nicht mit
einer „Standard“-Funktion belegt sind. Im Beispielprojekt und in den Werkseinstellungen ist dies gewährleistet.
Abbildung 6-1: Digitale Eingänge
2
3
 Siemens AG 2014 All rights reserved
1
•
kein Eintrag
kein Eintrag
kein Eintrag
kein Eintrag
4
Legen Sie testweise 24V an DI 4 und DI 5 oder schließen Sie ein Not-Halt
Befehlsgerät an. Vergessen Sie nicht, das Bezugspotential der Eingänge DI 4
und DI 5 auf Masse zu legen. Die Verdrahtung der Signale zeigt Abbildung 3-1.
Sicherheitsfunktionen aktivieren
Nr.
1.
Aktion
Anmerkung
1. Navigieren Sie zum
Parametrier-Editor.
2. Wählen Sie die
Funktionssicht.
3. Gehen Sie online.
4. Aktivieren Sie den SafetyInbetriebnahmemodus.
2
3
4
1
Der Safety-Inbetriebnahmemodus wird wie folgt angezeigt:
Die Funktionssicht ist nicht online.
Die Funktionssicht ist online, Sicherheitsfunktionen sind nicht aktiviert.
Die Safety-Inbetriebnahme ist aktiv.
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6 Konfiguration und Projektierung
6.2 Sichere Momentenabschaltung (STO)
mit Safety Integrated
Nr.
2.
Aktion
Anmerkung
Geben Sie das aktuelle
Passwort ein.
Ändern Sie das Default-Passwort „0“ eines fabrikneuen
SINAMICS G120.
Hinweis:
Beim Rücksetzen der SafetyParameter auf Werkseinstellung bleibt das vergebene
Passwort erhalten.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
3.
Wählen Sie die
Sicherheitsfunktionalität.
1. Stellen Sie sicher, dass
die Safety-Inbetriebnahme
aktiv ist.
2. Navigieren Sie zur Auswahl der
Sicherheitsfunktionalität.
3. Wählen Sie
„Basisfunktionen“.
4. Betätigen Sie die
Schaltfläche „Ansteuerart/Sicherheitsfunktion“.
4.
1
3
2
4
Wählen Sie Ansteuerart und
Sicherheitsfunktion.
1. Wählen Sie die Ansteuerart „über Klemmen“
(Defaulteinstellung).
2. Klicken Sie auf die Sicherheitsfunktion „STO“ (Es
steht nur diese zur Verfügung).
1
2
5.
Ausgang „STO aktiv“
Sie können bei Bedarf den
Ausgang „STO aktiv“ verschalten. Eine Notwendigkeit
besteht bei diesem
Applikationsbeispiel nicht.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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6 Konfiguration und Projektierung
6.2 Sichere Momentenabschaltung (STO)
mit Safety Integrated
Nr.
6.
Aktion
Anmerkung
Teststopp
Sie können bei Bedarf…
1. die Zeit für die Teststopps
ändern.
2. den Ausgang „Test der
Abschaltpfade erforderlich“ verschalten.
Eine Notwendigkeit besteht
bei diesem Applikationsbeispiel nicht.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
1
7.
2
F-DI Konfiguration
Sie können bei Bedarf für den
sicherheitsgerichteten Eingang die Konstanten für Diskrepanzzeit und Eingangsfilter ändern.
Eine Notwendigkeit besteht
bei diesem Applikationsbeispiel nicht.
8.
Beenden Sie den SafetyInbetriebnamemodus durch
erneutes Betätigen der
Schaltfläche .
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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57
6 Konfiguration und Projektierung
6.2 Sichere Momentenabschaltung (STO)
mit Safety Integrated
Nr.
Aktion
9.
Sichern Sie die geänderten
Safety-Parameter ins ROM.
10.
Trennen Sie die OnlineVerbindung durch erneutes
Betätigen der Schaltfläche
.
Führen Sie beim SINAMICS G120 ein „POWER ON“ durch.
(Spannung solange ausschalten bis alle LEDs dunkel sind.)
 Siemens AG 2014 All rights reserved
11.
Anmerkung
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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6 Konfiguration und Projektierung
6.3 Anmerkungen zur Programmierung der SIMATIC S7-1200
6.3
Anmerkungen zur Programmierung der
SIMATIC S7-1200
In diesem Kapitel werden besondere Punkte der Programmierung aufgezeigt.
Die im Folgenden betrachteten Anweisungen und deren Formalparameter sind in
der Online-Hilfe des TIA Portals beschrieben und mittels der Suchfunktion im
Informationssystem leicht auffindbar. Hier soll lediglich auf jene Parameter der
Anweisungen eingegangen werden, über die die Online-Hilfe bezüglich der
Anbindung eines SINAMICS G120 nur ungenügende Informationen liefert.
6.3.1
Parametrierung der Anweisungen DPRD_DAT/DPWR_DAT
Tabelle 6-2: DPRD_DAT/DPWR_DAT - Parametrierung der Anweisungen
Parameter
LADDR
Erläuterung
LADDR vom Typ „HW_SUBMODULE“ bezeichnet eine adressierbare
Komponente des DP-Slaves, also des SINAMICS G120 DP. Wenn Sie
gemäß Schritt 16 der Tabelle 6-1 das Telegramm 352 in den
Geräteeigenschaften des SINAMICS Antriebs auswählen, legt STEP 7
Systemkonstanten an, die logischen Peripherieadressen entsprechen.
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Im nachfolgenden Bild hat die maßgebliche Systemkonstante für
DPRD_DAT den Wert 276 (114h) bzw. den symbolischen Namen
„Transferbereich_1[DI]“. Die Systemkonstante für DPWR_DAT hat den Wert
9
277 (115h) bzw. den symbolischen Namen „Transferbereich_1[DO]“ . Sie
können beim Aufruf von DPRD_DAT/DPWR_DAT den Parameter LADDR
dezimal oder hexadezimal angeben oder aus der Klappliste übernehmen.
9
Die symbolischen Namen der Systemkonstanten sind vom gewählten Telegrammtyp und der
Projektsprache abhängig. Würden Sie z. B. das „Standard Telegramm 1“ verwenden, hätte die
Systemkonstante, die Sie an DPRD_DAT parametrieren müssen, den Namen „Istwert_1[DI]“.
Die Systemkonstante, die Sie an DPWR_DAT parametrieren müssen, hätte den Namen
„Sollwert_1[DO]“. Die Werte der Konstanten in obigem Bild können von jenen im Beispielprojekt
abweichen.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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59
6 Konfiguration und Projektierung
6.3 Anmerkungen zur Programmierung der SIMATIC S7-1200
Parameter
Erläuterung
(In der Applikation wird die Systemkonstante über die Variablen RD_HW-ID
und WR_HW-ID an die Anweisungen DPRD_DAT und DPWR_DAT
übergeben. Dabei sind RD_ HW-ID und WR_ HW-ID Eingangsparameter
des aufrufenden Bausteins „Process_Data“, der im Main [OB1] mit
„Transferbereich_1[DI]“ und „Transferbereich_1[DO]“ versorgt wurde.)
RECORD
RECORD vom Typ „VARIANT“ ist ein Zeiger mit Längenangabe. Er zeigt auf
einen Datenbereich in der SPS, in den die vom SINAMICS Antrieb
gelesenen Daten abgelegt bzw. aus dem die in den Antrieb zu schreibenden
Daten geholt werden. Der Datenbereich muss die gleiche Länge haben wie
der durch LADDR adressierte Peripheriebereich.
10
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Im Applikationsbeispiel ist RECORD symbolisch adressiert . Für „InData“
wurde ein Feld im temporären Datenbereich von „Process_Data“ verwendet,
bestehend aus sechs Worten (Array [1 .. 6] Of Word), entsprechend der
Länge des Telegramms 352. Da „InData“ eine temporäre Variable ist, kann
auf sie nicht absolut zugegriffen werden.
10
Bei symbolischer Adressierung ist die in „RECORD“ anzugebende Länge implizit durch die
Struktur des Aktualparameters festgelegt.
SINAMICS G120 DP an S7-1200
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60
6 Konfiguration und Projektierung
6.3 Anmerkungen zur Programmierung der SIMATIC S7-1200
6.3.2
Parametrierung der Anweisungen RDREC/WRREC
Tabelle 6-3: RDREC/WRREC - Parametrierung der Anweisungen
 Siemens AG 2014 All rights reserved
Parameter
Erläuterung
ID
ID hat die gleiche Funktion wie der Parameter LADDR bei
DPRD_DAT/DPWR_DAT (siehe Tabelle 6-2). Sowohl bei RDREC als
auch bei WRREC ist der Formalparameter ID mit der kleineren der
beiden Systemkonstanten, im Applikationsbeispiel also
„Transferbereich_1[DI]“, zu versorgen.
Auch wenn Sie bei Ihrer Kommunikation mit dem SINAMICS G120 nur
die azyklischen Dienste in Anspruch nehmen wollen, wird von STEP 7
ein zyklischer Datenaustausch konfiguriert. Sie können in dem Fall aber
das „Standard Telegramm 1“ (Defaulteinstellung) mit der kleinsten
Datenlänge auswählen.
LEN
(bei WRREC)
Wenn Sie den Baustein durch Klicken auf das kleine Dreieck
ausklappen, erscheint zusätzlich der Eingangsparameter „LEN“ zur
Angabe der maximalen Länge des zu übertragenden Datensatzes in
Bytes.
Da in diesem Beispiel die Datensatzlänge im Parameter „RECORD“
mitenthalten ist, muss „LEN“ nicht parametriert werden. Belassen Sie
den Defaultwert 0.
MLEN
(bei RDREC)
Maximale Länge der zu lesenden Datensatzinformation in Byte.
Da in diesem Beispiel die Datensatzlänge im Parameter „RECORD“
mitenthalten ist, muss „MLEN“ nicht parametriert werden. Belassen Sie
den Defaultwert 0.
INDEX
Hier ist der zu übertragende
Datensatz zu spezifizieren. Tragen
Sie als Aktualparameter den Wert
47 für „Datensatz 47“ ein.
RECORD
RECORD vom Typ „VARIANT“ ist
ein Zeiger mit Längenangabe. Er
zeigt auf die Datensätze „record“ in
den DBs aus Kap. 5.2.2. Im
Applikationsbeispiel ist RECORD
symbolisch adressiert (siehe
Fußnote 10 auf Seite 60).
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
61
7 Literaturhinweise
7
Literaturhinweise
Diese Liste ist keinesfalls vollständig und spiegelt nur eine Auswahl an geeigneten
Informationen wieder.
Tabelle 7-1: Literatur
Themengebiet
/1/
Titel / Link
SIMATIC S7-1200 Systemhandbuch 03/2014
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/91696622
Aktualisierung des Systemhandbuchs, Ausgabe 03/2014
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/89851659
/2/
/3/
STEP 7 Basic V13.0 Systemhandbuch
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/89336297
SIMATIC S7-1200
STEP 7 Basic
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
/5/
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/91379840
Programmierleitfaden für S7-1200/1500
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/91018783
-
/4/
WinCC Basic V13.0 Systemhandbuch
Automatisieren mit SIMATIC S7-1200
Autor: Hans Berger
Publicis MCD Verlag
ISBN: 978-3895783555
SIMATIC
Basic Panels
SINAMICS
Startdrive
/6/
Betriebsanleitung
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/31032678
Inbetriebnahmetool für SINAMICS Antriebe als Optionspaket
zu SIMATIC STEP 7 V13
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/68034568
Betriebsanleitung (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/102316337
SINAMICS
G110M
Handbücher
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99684082
Funktionshandbuch Safety Integrated (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94003326
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
Betriebsanleitung (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94020562
SINAMICS G120
mit CU240 B/E-2
Handbücher
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99683523
Funktionshandbuch Safety Integrated (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94003326
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
Betriebsanleitung (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94020554
SINAMICS G120
mit CU250S-2
Handbücher
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste)
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99683818
Funktionshandbuch Safety Integrated (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94003326
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
62
8 Historie
Themengebiet
Titel / Link
Betriebsanleitung (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99710404
SINAMICS G120C
Handbücher
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99683780
Funktionshandbuch Safety Integrated (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94003326
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
Betriebsanleitung (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99711357
SINAMICS G120D
mit CU240D-2
Handbücher
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99684194
Funktionshandbuch Safety Integrated (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94003326
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
Betriebsanleitung (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99721485
Copyright  Siemens AG 2014 All rights reserved
SINAMICS G120D
mit CU 250D-2
Handbücher
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99684194
Funktionshandbuch Safety Integrated (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94003326
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
Betriebsanleitung (V4.7):
SINAMICS G120P
Handbücher
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/94020570
Listenhandbuch (V4.7) (Parameter und Fehlerliste):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99683691
Funktionshandbuch Feldbussysteme (V4.7):
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/99685159
/7/
/8/
8
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Siemens Industry
Online Support
http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/70155469
http://support.automation.siemens.com
Historie
Tabelle 8-1: Historie
Version
Datum
Änderung
V1.0
07/2013
Erste Ausgabe
V1.2
07/2014
•
•
V1.3
11/2014
SINAMICS G120 DP an S7-1200
Beitrags-ID: 70155469, V1.3, 11/2014
•
Aktualisiert für TIA Portal V13
Schritt 18 in Tabelle 6-1 zur Einstellung der Diagnose
hinzugefügt
Überarbeitung der FB10 und FB20
•
Aktualisiert für SINAMICS FW4.7
63
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