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Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik

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Stand: 11/2014
Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik
Ausführungen zur Greeningprämie ab 2015
Bisher:
Neu ab 2015:
Einheitliche Betriebsprämie 2013: 308,05 €/ha.
2014: ca. 253 €/ha + Umverteilungsprämie für die ersten 46 Hektare
Basisprämie ca. 160 €, Greeningprämie ca. 87 €,
Umverteilungsprämie ca. 50 € für die ersten 30 ha + 30 € für weitere 16 ha ggf.
Junglandwirteprämie ca. 45 € für max. 90 ha
Die Greeningprämie ist abhängig vom Einhalten einer Anbaudiversifizierung (Anbauverhältnis),
Erhalt von Dauergrünland und dem Ausweisen von ökologischen Vorrangflächen (öVF)
Ökobetriebe grundsätzlich freigestellt - erhalten die Greeningprämie mit dem Einhalten der
Auflagen für den Ökologischen Landbau
Betriebe mit Kleinlandwirteregelung (max 1.250 €/Betrieb) sind befreit von Greeningverpflichtungen, CC-Befreiung, einmalige Antragstellung bis 15.10.15 (evtl. früher), Ausstieg
möglich ohne Rückkehrmöglichkeit, Beihilfefähige Fläche darf nicht verringert werden, ZA gelten
als aktiviert
Kürzungen bei Nichteinhaltung: 2015-2016 bis max. 100% der Greeningprämie; ab 2017 kann
zusätzlich die Basisprämie gekürzt werden
Komponenten des Greenings:
1. Anbaudiversifizierung ab 2015
Ackerfläche (AF) zwischen 10 und 30 ha
 2 Kulturen
 Hauptkultur max. 75 %
Ackerfläche über 30 ha
 3 Kulturen
 Hauptkultur max. 75 %
 2 Kulturen max. 95 %
Freistellungen
 keine Pflicht für Betriebe unter 10 ha AF
 von Betrieben mit mehr als 75 % Anteil Grünland an der landw. Fläche soweit die
restl. Ackerfläche max. 30 ha beträgt
 von Betrieben mit mehr als 75 % Anteil Futterpflanzen (außer Silomais) und/oder
Brache an der Ackerfläche soweit die restliche Ackerfläche maximal 30 ha beträgt
2. Erhalt des bestehenden Dauergrünlands
a. Bei umweltsensiblen Dauergrünland (in FFH-Gebiete, aber auch Ausweitung auf andere
Standorte möglich wie z.B. Moorböden, erosionsgefährdete Böden)
 Absolutes Umwandlungs- und Pflügeverbot
 Verbesserung der Grasnarbe nur, wenn Grasnarbe nicht zerstört wird
b. Bei sonstigem Dauergrünland (außerhalb umweltsensiblem Dauergrünland)
 Referenzjahr ist 2012
 Umwandlung nur mit Genehmigung erlaubt
 Genehmigung ist ab dem ersten Quadratmeter notwendig
 Genehmigung ist in der Regel an Pflicht zur Neuanlage einer entsprechenden
Dauergrünlandfläche geknüpft, keine Bagatellregelung (20 ar) vorgesehen
 Es gilt bei uns eine einzelbetriebliche Regelung – der Betrieb der umwandelt muss auch
Grünland als Ausgleich anlegen
 Kein Ausgleich erforderlich wenn Dauergrünland aufgrund von Agrarumweltmaßnahmen
angelegt wurde
 Bis Ende 2015 gilt zudem das bisherige Umwandlungsverbot nach LLG uneingeschränkt
weiter, auch für Ökobetriebe und Kleinerzeuger
3. Ökologische Vorrangflächen (öVF) – Flächennutzung im Umweltinteresse ab 2015
5% der Ackerfläche sind als ökologische Vorrangflächen auszuweisen (Pflicht ab 15 ha
Ackerfläche
Freistellungen
 keine Pflicht für Betriebe unter 15 ha AF
 von Betrieben mit mehr als 75 % Anteil Grünland an der landw. Fläche soweit die
restl. Ackerfläche max. 30 ha beträgt
 von Betrieben mit mehr als 75 % Anteil Futterpflanzen (außer Silomais) und/oder
Brache an der Ackerfläche soweit die restliche Ackerfläche maximal 30 ha beträgt
Ökologische Vorrangflächen sind (s. Anhang X zur VO EU 1307/2013):

Brachliegende Flächen (Umrechnungsfaktor 1,0). Die Flächen sind zu begrünen (keine
Begrünung mit landw. Kulturpflanzen in Reinsaat) oder eine Selbstbegrünung zuzulassen.
Aufwuchs ist zu zerkleinern und breitflächig auf der Fläche zu verteilen. Ab 1. August darf
eine Aussaat für eine Winterkultur erfolgen (Ernte im Folgejahr).

Terrassen (Gewichtungsfaktor 1,0);

Landschaftselemente, nur an das Ackerland des Betriebs angrenzende LE (d.h. nur LE
die sich auf der Ackerfläche befinden oder mit ihrer langen Seite an den Acker angrenzen.
LE auf Grünland werden nicht angerechnet (Umrechnungsfaktor 1,0 – 2,0)

Pufferstreifen entlang von Gewässern: einschließlich Pufferstreifen mit Dauergrünland,
sofern diese von der angrenzenden beihilfefähigen landwirtschaftlichen Fläche abgegrenzt
sind. Mindestbreite: 1 Meter, Maximalbreite: 10 Meter, incl. Ufervegetation bis max. 20 m.
Keine landwirtschaftliche Nutzung, jedoch Schnittnutzung oder Beweidung (keine
Beschränkung auf Schaf/Ziege) ist zugelassen. (Umrechnungsfaktor 1,5)

agro-forstwirtschaftliche Hektarflächen (wenn sie beihilfefähig sind), Umrechnungsfaktor
1,0;

Streifen von beihilfefähigen Hektarflächen (Ackerstatus) entlang von Waldrändern:
Mindestbreite: 1 Meter, Maximalbreite: 10 Meter. Keine landwirtschaftliche Nutzung, jedoch
Schnittnutzung oder Beweidung ist zugelassen (keine Beschränkung auf Schaf/Ziege),
sofern die Fläche vom angrenzenden Ackerland unterscheidbar ist. (Umrechnungsfaktor
1,5);

Flächen mit Niederwald mit Kurzumtrieb, auf denen keine mineralischen Düngemittel
und/oder Pflanzenschutzmittel verwendet werden (Gewichtungsfaktor 0,3);

Aufforstungsflächen (beihilfefähig), Umrechnungsfaktor 1,0;

Flächen mit Zwischenfruchtanbau/Begrünung erstmals im Antragsjahr 2015
(Umrechnungsfaktor 0,3);
keine chemischen Pflanzenschutzmittel, keine mineralischen Stickstoffdüngung, Ausnahme:
Wirtschaftsdünger), kein Klärschlamm; Einsaat mit mindestens 2 botanischen Arten (max.
60 % Anteil einer Art in der Mischung) – siehe Artenliste Anlage 3 DirektZahlDurchfV;
Aussaat nach Ernte der Hauptkultur im selben Jahr, nicht vor 16. Juli und spätestens am 1.
Oktober. Keine Nutzung im Antragsjahr, außer Beweidung mit Schafen und Ziegen.
Schnittnutzung ist nicht zulässig.
Derzeitiger Diskussionsstand: Die Zwischenfrucht muss nicht winterhart sein, darf aber
frühestens am 15.2. des Folgejahres umgebrochen werden.

Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen –Leguminosen/Eiweißpflanzen
(Umrechnungsfaktor 0,7)
Als Folgekultur muss eine Winterung oder eine Winterzwischenfrucht angebaut werden.
Eine Startdüngung und der Einsatz von Pflanzenschutz-mitteln sind möglich; Es ist nur der
Anbau von Reinsaaten oder Mischungen von Leguminosen erlaubt (also kein Kleegras und
auch keine Stützfrüchte), klein- und großkörnige Leguminosen - siehe Artenliste Anlage 4
DirektZahlDurchfV;
Wer muss welche Greening-Auflagen erfüllen?
Greening - Auflagen
Um bruchverbot
Dauergrünland
5 % ökol.
Vorrangflächen
Anbaudiversifizierung
2 FF-Glieder
Anbaudiversifizierung
3 FF-Glieder
100 % Dauergrünland
Ja
Nein
Nein
Nein
m ehr als 75 % Grünland
Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Ja
Entfällt
Ja
entfällt
Nein
Nein
Nein
Reiner Ackerbau m ehr als 30 ha
entfällt
Ja
Entfällt
Ja
Reiner Ackerbau m ehr als 15 ha
entfällt
Ja
Ja
Entfällt
Reiner Ackerbau m ehr als 10 ha
entfällt
Nein
Ja
Entfällt
Reiner Ackerbau bis 10 ha
entfällt
Nein
Nein
Entfällt
Betriebs s truktur
und weniger als 30 ha Acker
m ehr als 30 ha Ackerbau
und ggfs . Grünland bis 75 %
m ehr als 75 % Futterpflanzen
und weniger als 30 ha Acker
Berechnungsbeispiel für öVF:
Bei 50 ha Ackerfläche im Betrieb sind 5 % öVF = 2,5 ha
 bei Fläche mit Zwischenfrucht/Begrünung benötigt man 8,33 ha Fläche um die Vorgabe
von 5 % zu erfüllen (2,5 ha : 0,3 Umrechnungsfaktor);
 bei Fläche mit Leguminosen/Eiweißpflanzen benötigt man 3,57 ha Fläche öVF (2,5 ha :
0,7 Umrechnungsfaktor);
 bei Brachflächen benötigt man 2,5 ha (Umrechnungsfaktor 1,0).
Greening-Rechner:
Die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der Ländlichen Räume (LEL)
Schwäbisch Gmünd hat zur Ermittlung der Greening-Verpflichtungen ein über das Internet zur
Verfügung gestelltes Programm entwickelt. Dieser Greening-Rechner steht für alle Antragsteller
unter www.greeningcheck-bw.de zur Verfügung.
Mögliche Kombination öVF und FAKT (Agrarumweltprogramm):

A 1 - Fruchtartendiversifizierung (5-gliedrige Fruchtfolge) mit 10 % Leguminosen
Anbau von Leguminosen als öVF ist in Kombination mit 5-gliedr. Fruchtfolge in FAKT
möglich (Fördersatz ähnl. wie in MEKA ca 75 €/ha)

E 2.1 + E 2.2 - Brachebegrünung mit Blühmischungen
bei Anrechnung als öVF (Brache) – gleichzeitige Förderung in FAKT mit reduziertem
Fördersatz von ca. 330 €/ha. Ohne Kombination/Anrechnung als öVF bewegt sich die
Förderung bei Brachebegrünung in FAKT bei ca. 710 €/ha; max. 5 ha je Unternehmen
Derzeitiges Fazit aus Sicht des RP Tü:
Landwirt sollte die 5% öVF vorrangig über Leguminosen und Zwischenfrüchte abdecken. Ist
pflanzenbaulich sinnvoll und bietet einerseits antragstechnisch Vorteile, da es sich bei
Leguminosen u. Zwischenfrüchte um größere Einheiten handelt, deren Fläche dem Landwirt
bekannt ist. Alle anderen öVF (LE, Terrassen, Pufferstreifen, Streifen an Waldrändern usw.)
weisen in der Regel nur kleine Flächen auf, die vom Landwirt daher schwer zu bestimmen und zu
beantragen sind um letztlich auf eine Fläche von 5 % zu kommen.
……………………………………………………………………………………………………….
Die o.g. Ausführungen zum Greening beziehen sich auf die bislang veröffentlichten EUVerordnungen und Gesetze und geben den derzeitigen Sach- bzw. Diskussionsstand wieder. Eine
Vielzahl von Detailregelungen ist noch zu klären und von den zuständigen Behörden festzulegen.
Landratsamt Sigmaringen
-Fachbereich Landwirtschaft-
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