close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Auswertungen 26.03.2015 - Dorff

EinbettenHerunterladen
Leitfaden
für die Gründung einer Assoziierten
Gruppe im Netzwerk Plurale Ökonomik
Erstellt & bearbeitet von
Maike Kilian (m.l.kilian@gmx.de),
Samuel Decker (saddecker@gmail.com)
Jonathan Barth (jonathan@plurale-oekonomik.de)
Ulli Jacob (ulli.ja@plurale-oekonomik.de)
– Stand: Oktober 2014 –
Inhaltsverzeichnis
Teil I PROLOG.......................................................................................................................................4
Teil II Allgemeines: Checkliste für die Gründung eures AK Plurale Ökonomik...................................5
1) Gründungsphase..........................................................................................................................5
2) Institutionalisierung und Verstetigung........................................................................................5
3) Finanzierung.................................................................................................................................7
Teil III „Aller Anfang ist...“.....................................................................................................................8
1) Wie haben andere Gruppen angefangen? …............................................................................. 8
a)Humboldt Universität Berlin – Was ist Ökonomie?.......................................................8
b)Ecoation..........................................................................................................................8
c)AK Real World Economics Mainz....................................................................................9
d)AK Plurale Ökonomik Bayreuth......................................................................................9
e)Curriculum Change in Economics Tübingen...............................................................10
f )AK Plurale Ökonomik Hamburg....................................................................................11
2) Wie findet man KolleginnEn? Über Werbung. .........................................................................11
a)HU Berlin – Was ist Ökonomie?....................................................................................11
c)AK Real World Economics Mainz...................................................................................11
d)AK Plurale Ökonomik Bayreuth....................................................................................12
e)Impuls Erfurt.................................................................................................................12
f )Curriculum Change in Economics Tübingen...............................................................12
g)AK Plurale Ökonomik Hamburg...................................................................................12
3) Formalia und Verstetigung der Gruppenarbeit.........................................................................13
a)HU Berlin – Was ist Ökonomie?...................................................................................13
b)Ecoation.........................................................................................................................13
c)AK Real World Economics Mainz..................................................................................14
d)AK Plurale Ökonomik Bayreuth....................................................................................14
e)Curriculum Change in Economics Tübingen...............................................................14
f )AK Plurale Ökonomik Hamburg...................................................................................14
4) Moneten, Geld, Zaster, Kohle, Kies, Schotter, … …..................................................................15
a)HU Berlin – Was ist Ökonomie?....................................................................................15
b)Ecoation.........................................................................................................................15
c)AK Real World Economics Mainz...................................................................................15
d)AK Plurale Ökonomik Bayreuth....................................................................................15
e)Impuls Erfurt.................................................................................................................15
f )Curriculum Change in Economics Tübingen................................................................15
g)AK Plurale Ökonomik Hamburg...................................................................................15
Teil IV Fallstricke & Stolpersteine........................................................................................................16
a)HU Berlin – Was ist Ökonomie?...................................................................................16
b)Ecoation (Augsburg)......................................................................................................16
c)AK Real World Economics Mainz..................................................................................16
d)AK Plurale Ökonomik Bayreuth....................................................................................17
e)Impuls Erfurt.................................................................................................................17
f )Curriculum Change in Economics Tübingen................................................................17
g)AK Plurale Ökonomik Hamburg...................................................................................18
Teil V Organisatorische Vielfältigkeit..................................................................................................18
a)HU Berlin – Was ist Ökonomie?...................................................................................19
b)Ecoation.........................................................................................................................19
c)AK Real World Economics Mainz..................................................................................19
d)AK Plurale Ökonomik Bayreuth....................................................................................19
e)Impuls Erfurt.................................................................................................................19
f )AK Plurale Ökonomik Hamburg...................................................................................20
Teil VI: EPILOG...................................................................................................................................20
Teil VII: Danksagung...........................................................................................................................20
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Teil I: PROLOG
Ein Blick in die tägliche Presse zeigt: Ob Hunger, Umweltzerstörung, Klimawandel,
Finanzmarktkrise, soziale Ungleichheit oder Arbeitslosigkeit – die (ökonomischen) Probleme
unserer Zeit sind vielfältig und komplex. Die Antworten der akademischen VWL, privaten
Forschungsinstituten und der Presse sind hingegen meist eindimensional. Ein wichtiger
Grund hierfür ist, dass die dahinter liegenden theoretischen Konzepte meist ein und derselben
Denkschule entspringen, weshalb ihre Modelle einseitig und ihre Perspektive eingeschränkt
bleiben. Genau hier liegt das Problem:
Junge NachwuchsökonomInnen bekommen in Ihrer Ausbildung meist nur dieses eine
Denkmuster – die um die Neoklassik herum entstandene Modellökonomik – vermittelt, und
auch danach sind DoktorandenInnen, Postdocs und ProfessorenInnen der VWL einem hohen
Konformitätsdruck ausgesetzt. Die Lösung realer gesellschaftlicher Probleme rückt dabei im
Schein mathematischer Objektivität und eines überhöhten Dogmatismus in den Hintergrund.
Dies ist nicht nur das interne Problem einer akademischen Disziplin, sondern wirkt sich über
Expertisen und wirtschaftspolitische Empfehlungen von ÖkonomInnen an die Politik auf die
ganze Gesellschaft aus, betrifft also alle Menschen.
Unser Ziel ist es deshalb, der Vielfalt ökonomischer Theorien und Methoden Raum zu geben,
die Lösung realer Probleme in den Vordergrund zu stellen sowie Selbstkritik, Reflexion und
Offenheit in der VWL zu fördern. Dabei gehen wir bewusst über einen VWL-internen Diskurs
hinaus und richten unsrer Anliegen gezielt an Zivilgesellschaft, Politik und mediale
Öffentlichkeit.
Im Zentrum dieser Arbeit stehen lokal verankerte Arbeitsgruppen und Studierendeninitiativen,
die durch Selbstbildung, alternative Lehrveranstaltungen, Hochschulpolitik, Kampagnen,
kritische Aktionen und vieles mehr echte Veränderungen vor Ort erkämpfen. Studierende
jeglicher Fachrichtungen bereichern den Austausch über Pluralismus in der Ökonomik.
Aktuell sind dem Netzwerk Plurale Ökonomik 20 Gruppen assoziiert. Diese sind an den
Universitäten in Augsburg, Bayreuth, Berlin, Erfurt, Frankfurt (Main), Göttingen, Graz,
Hamburg, Heidelberg, Kassel, Köln, Leipzig, Mainz, München, Münster, Potsdam,
Regensburg, Tübingen, Wien und Witten/ Herdecke angesiedelt.
Der vorliegende Leitfaden stellt die Gründungsgeschichten einiger assoziierter Gruppen im
Netzwerk Plurale Ökonomik dar. Die Beispiele werden ausdrücklich zur Nachahmung
empfohlen. Essentielle Erkenntnisse und Anregungen der einzelnen Gruppen werden der
Darstellung konkreter Gründungsgeschichten im ersten Teil des Leitfadens überblicksmäßig
vorangestellt. Fragen zur rechtlichen Verankerung, zur finanziellen Absicherung oder zur
hochschulpolitischen Einbindung werden hier aufgegriffen.
4
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Teil II Allgemeines: Checkliste für die Gründung eures AK Plurale Ökonomik
1) Gründungsphase
-
Die Ausgangsbedigungen an der Uni überprüfen:
✔ Jobangebote an der Uni checken: Sind Tutorstellen ausgeschrieben? LesekreisLeiterInnen gesucht? Studentische OrganisatorenInnen für Ringvorlesungen? 1
✔ könnt ihr Mitwirkende bei der Gruppengründung in der Studierendenschaft/ unter
euren KommolitoninnEn finden?
•
Möglichkeiten der Vernetzung mit ähnlich Denkenden, sind Newsletter der
Studierendenschaft (AstA, StuRa...) oder der Fachschaft, Flyer und Poster auf
schwarzen Brettern der Uni, die Organisation einer Veranstaltung auf
eigene Initiative und darüber die Verbreitung des Themas, die Vorstellung
der eigenen Idee zu Beginn einer thematisch passenden
Lehrveranstaltung...
✔ welche Richtlinien gibt die Uni vor, um eine Anerkennung als studentische
Hochschulgruppe zu verleihen?
• Informationen darüber bekommt man entweder bei der studentischen
Selbstverwaltung (AstA, StuRa...) oder beim Studierendenservice
✔ Bestehen bereits Verbindungen zu einem Mitglied des Lehrkörpers an eurer
Universität ? (ProfessorIn, DozentIn,... Dieser Kontakt könnte hilfreich sein, wenn es
bspw. um Beschaffung von Fördergelder, die Suche nach einem Gruppenraum o.ä.
geht)
• Sprecht doch die DozentInnen einmal nach der Vorlesung an und fragt sie,
was sie von der Bewegung um die „plurale Ökonomik“ halten, diskutiert mit
ihnen einzelne Themen der Vorlesung oder macht einen Termin in der
Sprechstunde. Ein einzelner Mitstreiter aus dem wissenschaftlichen
Personal kann viele Türen öffnen!
✔ habt ihr Kontakt zu anderen Studierenden, die sich bereits in einer studentischen
Hochschulgruppe engagieren? Wenn ja: Geht auf Anregungssuche!
• Ansonsten erfragt die Termine für Treffen von Initiativen bei der
Studierendenschaft nach oder schaut auf der Homepage nach. Vielleicht ist
es sogar besser sich mit speziell einer Person auf einen Kaffee zu treffen.
1
Zum Beispiel geht die Gründung der Gruppe „Was ist Ökonomie?“ an der HU Berlin auf die Ausschreibung eines
Projekttutoriums zurück
5
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
-
außerhalb der Uni besteht jederzeit die Möglichkeit, Kontakt zum Netzwerk Plurale
Ökonomik aufzunehmen – eure Ansprechpartnerin dafür ist Ulli: ulli.ja@pluraleoekonomik.de.
2) Institutionalisierung und Verstetigung
✔ Einen Raum finden
✔ Einen Gruppennamen festlegen
✔ Überlegungen zur zukünftigen Arbeitsweise anstellen, zum Umgang mit inhaltlichen
Themen und den Realisierungsmöglichkeiten für erste Gruppenprojekte (bspw.
Ringvorlesung, Podiumsdiskussion, FlashMob, aber auch kleine Projekte wie eine
Stickeraktion, eine Flyeraktion etc. sind möglich. Anregungen gibt es auf
www.pluralowatch.de). Vor allem die Projekte am Anfang bringen euch als Gruppe
zusammen, deswegen: Feiert eure (auch „kleinen“) Erfolge!
✔ Die ersten Themen sondieren: Soll ein Schwerpunktthema für einen längeren Zeitraum
festgelegt werden? Oder soll bei jedem Treffen ein anderes Thema behandelt werden
✔ Ein erstes Ziel definieren. Dieses sollte konkret fassbar, in eurer Situation erreichbar,
messbar, zeitlich begrenzt und natürlich für euch motivierend sein!
✔ Überlegen, welche „rechtliche Form“ die Gruppe einnehmen soll (evtl. einen Verein
✔ Einen Antrag bei der Uni-Leitung auf Anerkennung als Studentische Hochschulgruppe
stellen
✔ Nach erfolgter Anerkennung als „Studentische Hochschulgruppe“ formelle
Anschreiben an die Universitätsleitung, das Dekanat und die Fachschaft formulieren, in
denen eine offizielle Begrüßung erfolgt, die Ziele der Gruppenarbeit beschrieben
werden, sowie ein Kooperationsangebot unterbreitet werden können
✔ Im Zuge gemeinsamer Aktionen wird sich sukzessive eine „Gruppen-Policy“ ergeben,
in der strategische Richtlinien (bspw. zur Kommunikation in der Gruppe, zum Zugang
zu Informationen, zu Abstimmungs- und Entscheidungsbefugnissen, zur Verteilung
von Verantwortlichkeiten und Kompetenzen etc.) festgelegt werden. Wir raten euch die
Verantwortlichkeiten und Aufgaben gut zu verteilen, damit zum einen Fluktuation kein
so großes Problem wird und zum anderen alle langfristig Lust haben, das zu schaffen
was sie sich vornehmen.
✔ Veranstaltungen regelmäßig organisieren (jährlich?, monatlich?, alle 2 Wochen? Einmal
pro Semester? ...), z.B.
• Lesekreise
• Diskussionsrunden
• Podiumsdiskussionen
• Ringvorlesungen
• Gruppenausflüge
6
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
• gemeinsame Teilnahme an externen Veranstaltungen
• Filmabende
• Stammtische
✔ virtuelle Kommunikationskanäle einrichten
• gruppeneigene Email-Adresse
• Gruppenverteiler
• falls alle Mitglieder einverstanden sind: facebook-Seite
• Homepage: Nutzt dabei Ressourcen, die es euch leicht machen wie
„www.wechange.de“ (ab Frühjahr 2015) - eine Seite die extra für Initiativen wie euch
✔
✔
✔
✔
geschaffen wurde und euch nicht nur eine Außendarstellung sondern auch eine
interne Organisation ermöglichen.
• diese Kanäle verlinken (bspw. mit der Uni-Homepage, Netzwerk-Homepage, Links
zu „befreundeten“ Initiativen, ...)
einen Platz am „Schwarzen Brett“ der Uni ergattern und dort regelmäßig über Treffen
etc. informieren
ein Logo entwerfen
Gruppenflyer anfertigen
rechtzeitig um Nachwuchs kümmern! (sonst segnet die Gruppe bei erfolgreichem
Studienabschluss des letzten verbliebenen Mitglieds vorzeitig das Zeitliche).
• Hier gibt es z.B. an den meisten Unis in der ersten Semesterwoche die Möglichkeit
für studentische Initiativen, sich den neuen Studis vorzustellen.
… aber alles zu seiner Zeit und Schritt für Schritt. Im Netzwerk Plurale Ökonomik kann
man euch an vielen Baustellen weiter helfen – wie gehabt an ulli.ja@pluraleoekonomik.de schreiben.
3) Finanzierung
✔ durch
Stellenausschreibung
der
Lehrstühle
für
Studentische
Hilfskräfte/
TutorienleiterInnen
✔ einen Finanzantrag bei der Uni-Leitung stellen
✔ durch eine Schirmfrau bzw. einen Schirmherr neue Möglichkeiten bekommen
✔ Finanzierungsmöglichkeiten für anerkannte Studentische Hochschulgruppen durch
✔
✔
✔
✔
den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA)
Finanzierungsmöglichkeiten durch die Fachschaften/ den Studierendenrat checken
durch universitätsinterne Ausschreibungen (bspw. für studentische Symposien,
Podiumsdiskussionen usw.)
durch Kooperation mit Lehrstühlen (oftmals können so auch finanzielle Mittel
akquiriert werden)
durch Stiftungen (bspw. Rosa-Luxemburg-Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung, HeinrichBöll-Stiftung, …)
7
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
✔ durch Sponsoring aus der Wirtschaft
✔ durch SympathisantinnEn und Mäzene aus der Zivilbevölkerung
✔ durch Ministerien (bspw. Bundesministerium für Bildung und Forschung, durch die
Bildungsministerien der Länder, …)
✔ durch kommunale Bildungsförderungsprogramme
Die Finanz-AG im Netzwerk Plurale Ökonomik wird auch hier versuchen, euch weiter
zu helfen, wo dies möglich ist. Mit einer Nachricht an finanzen@plurale-oekonomik.de
könnt ihr einige Hebel in Bewegung setzen!
Teil III „Aller Anfang ist...“
1) Wie haben andere Gruppen angefangen?
A)
HUMBOLDT UNIVERSITÄT BERLIN – WAS IST ÖKONOMIE?
Die Gründung der Gruppe „Was ist Ökonomie?“ an der HU geht auf ein Projekttutorium
zurück, welches im Sommer- und Wintersemester 2012 von Studierenden angeboten wurde.
„Was ist Ökonomie – Theorie und Kritik des ökonomischen Denkens“, lautete das Thema. Die
Möglichkeit dazu wurde von der HU geschaffen, die diese Art von studentischem Seminar
ausschreibt und finanziert. Von Beginn an beteiligten sich Studierende der unterschiedlichsten
Fachrichtungen am Austausch im Seminar. Alle Mitwirkenden einte das Interesse, ein
vielfältiges Bild auf ökonomische Vorgänge zu gewinnen.
Im Sommersemester 2013 veranstaltete die Gruppe dann ihr erstes Symposium „Über
Ökonomie Denken – Ökonomie Überdenken“. Seit diesem Zeitpunkt hat sich das
studentische Kolloquium fest an der HU etabliert – wird es nun sogar schon im
Vorlesungsverzeichnis2 beworben. In jedem Semester findet diese interdisziplinäre
Veranstaltung statt; an den wöchentlichen Treffen nehmen durchschnittlich 20 Studierende
teil. Parallel dazu können mittlerweile auch weitere Kurse angeboten werden, in denen sich
mit ausgewählten wirtschaftswissenschaftlichen Themen auseinander gesetzt wird.
B) ECOATION
Der Initiative von Philip und drei seiner KommilitonInnen ist die Gründung der
Hochschulgruppe „Ecoation“ an der Universität Augsburg zu verdanken. Anlass war ihre
Frustration über das mangelnde Interesse vieler VWL-Studierender, sich volkswirtschaftliche
Erkenntnisse auch über den Horizont der Prüfungsrelevanz hinaus anzueignen. So wurde
Ecoation als Möglichkeit und Plattform geschaffen, motivierte und diskussionsfreudige
Studierende zusammen zu bringen. Die Gruppentreffen wurden durch regelmäßig
stattfindende Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen verstetigt (z.B. Mindestlohn,
Parteiprogramme, bedingungsloses Grundeinkommen, Kommunismus, statistische
2
www.agnes.hu-berlin.de/lupo/rds?
state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=85572&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publi
shSubDir=veranstaltung
8
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Trugschlüsse etc.).
C) AK
REAL WORLD ECONOMICS MAINZ
Im März 2012 las Max einen Bericht auf Spiegel-Online über den Arbeitskreis Real World
Economics in Heidelberg. Dies war der Auslöser für seinen Entschluss, via facebook
„Verbündete“ für die Gründung eines eigenen Arbeitskreises zu finden. Nach ersten
Kennenlerntreffen fuhren zwei der Gründungsmitglieder nach Heidelberg, um dem
dortigen AK einen Besuch abzustatten. Ausgestattet mit soliden Tipps wurde die
Gründungsveranstaltung zu Beginn des kommenden Semesters abgehalten. Viele der dort
Anwesenden sind durch gezielt verbreitete Hinweise im facebook (vor allem in Gruppen
von WirtschaftswissenschaftlerInnen) auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Doch
bevor die eigentliche Auseinandersetzung mit pluralökonomischen Themen beginnen
konnte, mussten erst einmal organisatorische Fragen zur Gruppenkonstitution und
-zusammenarbeit geklärt werden (z.B. über die politische Neutralität). Ein weiteres
Erfordernis war, die Richtlinien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz genau zu
beachten, um tatsächlich als studentische Hochschulgruppe anerkannt zu werden. Wichtig
ist diese Anerkennung beispielsweise für Finanzierungsanträge bei Gremien wie dem
Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Eine gruppeneigene Email-Adresse wurde
angelegt (Rewoeconomics-mainz@hotmail.de). Die Gruppenmitglieder verfassten Briefe
an Professoren der Universität, um sich vorzustellen und ihre Anliegen zu formulieren.
Auch der gezielte Austausch mit anderen Hochschulgruppen in der Nähe diente in der
Gründungsphase (und darüber hinaus) als Bereicherung: So wurden u.A. erste
gemeinsame Ausflüge zu den Veranstaltungen der Arbeitskreise in Frankfurt und
Heidelberg organisiert.
D) AK PLURALE
ÖKONOMIK BAYREUTH
Der Arbeitskreis entstand als Initiative von Studierenden, von denen ein Großteil
„Internationale Wirtschaft und Entwicklung“ studierte. Sie einte die Erkenntnis, dass sie zwar
einige Semester studiert, dabei aber wenig bis gar nichts über die Fragen erfahren hatten, mit
denen sie einst an die Universität gekommen waren. Vor allem das nicht - reflektierte Erlernen
einer bestimmten Perspektive (auf Grundlage der neoklassischen Ökonomik) war ein zentraler
Kritikfaktor, der dem Engagement für eine Plurale Ökonomik den Nährboden lieferte.
Zunächst wurde ein Lesekreis neben dem Studium organisiert und sich gegenseitig durch
Lektüreempfehlungen und Kurzvorträge im kleineren Kreis informiert. Nach einer längeren
Pause, bedingt durch Auslandssemester und Praktika, die inhaltlich und kommunikativ durch
die Plattform „GenerationJetzt“3 überbrückt wurde, entstand im Sommersemester 2011 die
erste Ringvorlesung zum Thema „Neoliberalismus“, bestehend aus zwölf Vorträgen und zwei
Podiumsdiskussionen zu den Themen „Zur Verankerung des Neoliberalismus in der VWL“
und „Business as usual, Weiterentwicklung oder Alternativen?“. Begleitet wurde diese
Ringvorlesung von zwei Seminaren zum Thema, die großen Anklang bei den Studierenden
3
www.generationjetzt.wordpress.com
9
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
fanden.
Der „Arbeitskreis Plurale Ökonomik“ wurde im Sommersemester 2012 als ein Arbeitskreis
des Studierendenparlaments eingesetzt, wodurch es möglich wurde finanzielle Mittel zu
generieren, offizielle, wöchentliche Treffen in den Räumlichkeiten der Uni abzuhalten und
generell eine Struktur und Kontinuität in die Arbeit zu bringen, sowie eine größere
Aufmerksamkeit zu bekommen.
Die Arbeit wurde durch kontinuierliche Treffen mit inhaltlichen und organisatorischen Teilen
fortgesetzt. Jeder, der sich berufen fühlte das ein oder andere Thema vorzustellen sollte die
Möglichkeit dazu bekommen. Durch Protokolle und Moderation wurden die Treffen so
produktiv wie möglich gestaltet, wobei eine basisdemokratische Entscheidungsstruktur
beibehalten wurde. Es entstanden viele Unter-Arbeitsgruppen, die sich zum Beispiel mit der
Literatur in der Bibliothek, dem Dialog mit den Professoren, der Erarbeitung neuer
Vorlesungen und Seminare und vielen anderen Bereichen beschäftigten.
Im weiteren Verlauf wurde die Ringvorlesung „Plurale Ökonomik“ organisiert. Hier wurden
auf einer wissenschaftstheoretischen Grundlage verschiedenste Ökonomische Schulen
vorgestellt, wie die feministische, postwachstumsorientierte, ökologische, evolutorische...
Die Mitgliederzahl des Arbeitskreises wuchs stetig an. Im folgenden Jahr wurde eine
Ringvorlesung zum aktuellen Geld- und Finanzsystem, seiner Geschichte und Struktur, sowie
möglicher Alternativsysteme organisiert, gekrönt von einer, leider nicht veröffentlichten
Podiumsdiskussion unter anderem mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bank und einem
Professor der Uni Bayreuth. Darauf folgte ein sehr spannendes Vertiefungsseminar zur
evolutorischen Ökonomik, sowie eine vierte, sehr (wirtschafts-)wissenschaftstheoretische
Ringvorlesung, die die Ökonomik als Sozialwissenschaft mit naturwissenschaftlichem
Anspruch genauer unter die Lupe nahm. Soweit von den Dozenten genehmigt, sind all diese
Vorträge im Youtube-Channel des Bayreuther Arbeitskreises einsehbar 4.
E)
CURRICULUM CHANGE IN ECONOMICS TÜBINGEN
Das Projekt „Curriculum Change in Economics“ wurde im Frühjahr 2013 initialisiert.
Studierende der Wirtschaftswissenschaften waren maßgeblich daran beteiligt – darunter
einige Mitglieder des Weltethos Student HUB in Tübingen. So wurden in den Semesterferien
Treffen im Weltethos-Institut organisiert, um das Projekt weiter zu entwickeln. Mittlerweile
konnte für den Curriculum Change eine Stelle für eine studentische Hilfskraft eingerichtet
werden, die momentan von Gustav ausgeführt wird. Das ganze Projekt ist somit im Student
HUB Tübingen verankert.
F)
AK PLURALE ÖKONOMIK HAMBURG
Der Arbeitskreis in Hamburg nimmt eine Sonderposition ein: Dieser wurde erst nach einer
durchgeführten Veranstaltungsreihe zu pluralökonomischen Themen fest institutionalisiert.
Zunächst wurde bei der Uni-Leitung die Anmeldung einer studentischen Initiative
vorgenommen sowie gleichzeitig ein Finanzantrag gestellt. Dieser diente der Organisation der
4
www.youtube.com/channel/UCjFwxdFNWH0Uz94YjHQGuPA
10
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Veranstaltungsreihe, auf der u.a. Thomas Ortlieb, Thomas Dürmeier und Heinz-J. Bontrup
auftraten. Aller Veranstaltungen fanden konzentriert binnen vier Wochen statt, begleitet von
parallel regelmäßig stattfindenden Plena.
2) Wie findet man KolleginnEn?
Über Werbung.
A)
HU BERLIN – WAS IST ÖKONOMIE?
Nach dem wöchentlichen studentischen Kolloquium finden die Organisationstreffen statt.
Interessierte neue MitstreiterinnEn können jederzeit einfach dazu kommen und sich alles
anschauen.
B) ECOATION
(AUGSBURG)
Die Augsburger assoziierte Gruppe erreicht die Öffentlichkeit primär via facebook: Hier wurde
eine Gruppe für die Mitglieder eingerichtet sowie eine „Fan-Gruppe“, die regelmäßig mit
Beiträgen über die Plurale Ökonomik sowie über die Gruppenaktivitäten informiert. Über
einen zusätzlichen E-Mail-Verteiler werden auch diejenigen erreicht, die sich keinen facebookZugang eingerichtet haben. Zusätzlich werden auch die Kommunikationskanäle der
Universität bedient, etwa dann, wenn es um die Bewerbung der gruppeneigenen
Veranstaltungen geht. So gibt es in Augsburg eine „Mitschriften-Gruppe“ und einen UniEmail-Verteiler, über den über Erstveranstaltungen informiert wird. Lässt sich eine eindeutige
Zielgruppe formulieren, werden Veranstaltungen auch gezielt in den Vorlesungen des
jeweiligen Studiengangs beworben.
Dass der Beitritt zu Ecoation unkompliziert, transparent und schnell erfolgt, dürfte als weiterer
Erfolgsfaktor für eine steigende Mitgliederzahl sein. Wichtig hervorzuheben ist auch die
Vernetzung mit anderen Initiativen, die nicht zuletzt für eine größere Bekanntheit der Gruppe
und in der Folge für potentiell mehr Neuzugänge sorgt. So können Studierende einmal im
Jahr zu Semesterbeginn in einer sogenannten „Initiativenstraße“ lustwandeln, wo studentische
Hochschulgruppen die Möglichkeit bekommen, für ihre Zwecke und für die Unterstützung
von tatkräftigen Studierenden zu werben.
C) AK
REAL WORLD ECONOMICS MAINZ
Facebook ist auch in der Mainzer Gruppe der Hauptinformations- und Kommunikationskanal,
um die Interessenten über Aktionen zu informieren. Doch auch Ersti-Veranstaltungen bieten
sich als Werbeplattform an. Die einmal jährlich zu Semesterbeginn stattfindende
Hochschulgruppenmesse bietet dem AK Real World Economics Mainz die Gelegenheit, sich im
universitären Umfeld einen Bekanntheitsgrad zu erhalten.
D) AK PLURALE
ÖKONOMIK BAYREUTH
Mitgliederwerbung erfolgt in Bayreuth primär auf dem Mensaabend, aber auch durch den
11
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
gemeinsamen Besuch von Veranstaltungen. Regelmäßig und öffentlich stattfindende Treffen
bieten einen verlässlichen Anlaufpunkt für potentielle neue Mitglieder. Flankiert werden diese
Treffen durch das Anfertigen von Flyern, die Onlinepräsenz (auch auf der uniinternen
Plattform moodle/e.learning). Zudem werden gezielt Einladungen an jene Studierende
ausgesprochen, die sich in Seminaren „reflektiert“ zur Ökonomik äußern.
E) IMPULS ERFURT
In Erfurt haben sich die Mitglieder von Impuls ein solides Standbein der Eigenwerbung
erarbeitet: Einen Reader, der inhaltlich auf die erste Wirtschaftsvorlesung abgestimmt ist.
Durch die „Komplizenschaft“ eines Professors, der diesen Reader alljährlich in seiner
Vorlesung erwähnt, gelangt die Gruppe sowie die Plurale Ökonomik zuverlässlich zu
Bekanntheit unter den neuen Studierenden. Ansonsten ist auch in Erfurt die Mund-zu-MundPropaganda ein effektives Mittel zur Wahl, das für Nachwuchsplural@s in der Gruppe sorgt.
F)
CURRICULUM CHANGE IN ECONOMICS TÜBINGEN
Die Mitglieder vom Student HUB in Tübingen werden primär über direkte Einladungen an
Interessierte sowie über Hörsaalwerbung gewonnen.
G) AK PLURALE
ÖKONOMIK HAMBURG
Die Promo für die Ringvorlesung wurde zirka zwei Wochen vor dem eigentlichen Beginn
derselbigen gestartet. Dazu wurden u.A. Flyer in Mensen ausgelegt, Plakate an Fakultäten und
auf dem Campus aufgehängt; als besonders wichtig erwiesen sich aber auch die kritischen
Ankündigungen in Vorlesungen bei gleichzeitiger Flyer-Flut in den Hörsälen. Infostände (mit
„Wohlfühl-Faktor“
durch
Kaffee-Angebot,
Rundum-Informationsbetreuung,
Sitzgelegenheiten, Leses- und Gesprächsstoff...) waren ein weiteres Mittel, die Aufmerksamkeit
der Studierenden und der Hochschulangestellten zu gewinnen. Zusätzliche Möglichkeiten bot
die Kooperation mit MedienpartnerInnen, die die Gruppengründung begleiteten oder über
Aktionen berichten (wie z.B. die Abschlussveranstaltung oder den Offenen Brief ).
Parallel zur Veranstaltungsreihe wurden bereits wöchentliche Plena abgehalten. Der inhaltliche
Input wurde immer eigens vorbereitet. Auch für diese Veranstaltungen wurde per Plakat, Flyer,
oder mündlicher Übermittlung in Vorlesungsankündigungen geworben. Als hilfreich erwiesen
sich hier zudem E-Mail-Verteilerlisten; auch auf facebook wurden die Interessenten über die
stattfindenden Plenen informiert. Dieses Veranstaltungsformat wurde im Zuge dessen auch
zur Basis für die Gruppengründung in Hamburg – die Veranstaltungsreihe ist Mittel zum
Zweck gewesen, um auf diese in der Öffentlichkeit hinzuweisen.
3) Formalia und Verstetigung der Gruppenarbeit
Bei der Gruppengründung gilt es, den rechtlichen Rahmen festzulegen, sowie, als welche
12
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
„Körperschaft öffentlichen Rechts“ die Gruppe auftreten möchte. Es ist jedoch nicht immer
zwingend notwendig, sich um eine feste institutionelle Verankerung im corpus publicus zu
bemühen. Einige Beispiele aus den assoziierten Gruppen des Netzwerks Plurale Ökonomik
verdeutlichen dies im Folgenden.
A)
HU BERLIN – WAS IST ÖKONOMIE?
Die Berliner Gruppe „Was ist Ökonomie?“ ist weder als gemeinnütziger Verein eingetragen
noch ist sie offiziell als Hochschulgruppe an der HU anerkannt. Die Mitglieder und Besucher
dieses Arbeitskreises sahen darin bisher noch keine Notwendigkeit.
B) ECOATION
Zur Zeit der Recherchen für den Leitfaden bemühte man sich in Augsburg um die
Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Die Gründe sind ganz pragmatischer Natur: Die
Gruppe würde so einen größeren Raum an der Uni gestellt bekommen, zuzüglich technischer
Geräte. Für zukünftige Treffen bietet diese Möglichkeit eine bessere Planung der
Veranstaltungen. Auch können generell größere Veranstaltungen durchgeführt werden; die
Uni ist nun – nicht zuletzt aufgrund der Haftungssicherheit bei Großveranstaltungen – eher
bereit, diese größerformatigen Versammlungen zu bewilligen. Podiumsdiskussionen zur
Pluralen Ökonomik sind damit zukünftig auch in Augsburg zu erwarten. Mit derlei
Innovationen dürfte auch eine bessere Bekanntheit und Akzeptanz der Gruppe und ihrer
Aktivitäten unter den Studierenden zu erwarten sein. Für die Zusammenarbeit mit Professoren
hält die Eintragung als Verein hier auch Vorteile bereit, da sie nun bereitwilliger einer
Kooperation gegenüberstehen könnten – Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung oder
der projektbezogenen Zusammenarbeit wird damit der Weg geebnet. Auch lässt sich erwarten,
dass als anerkannter Verein leichter GastrednerInnen für etwaige Veranstaltungen gewonnen
werden können. Die stärkere Institutionalisierung dient letztlich also auch der Reputation von
Ecoation.
Die Eintragung verläuft bei Ecoation folgendermaßen:
Zunächst muss die Vereinssatzung verfasst werden. Diese Vereinssatzung bedarf der Prüfung
durch die Rechtsabteilung der Hochschule, damit das Kollektiv als studentische
Hochschulgruppe an der Uni Augsburg anerkannt werden kann. Danach wird ein Antrag beim
Finanzamt zur Feststellung der Gemeinnützigkeit der Gruppe gestellt. All diese
Vorbereitungen münden dann in die Gründungsversammlung des sich-konstituierenden
Vereins: Hier müssen mindestens sieben Mitglieder anwesend sein. Schlussendlich gilt es
noch, den neuen Verein beim Notar aktenkundlich zu machen. Nun kann die Vereinsarbeit
starten!
Hat sich die Gruppe also nach der massiven Werbephase zu Semesterbeginn (mitsamt aller
Neuzugänge) gefunden, kommt es darauf an, alle mit ihrem Engagement in die Initiative
einzubinden. Dies geschieht mittels Übertragung von Kernkompetenzen und Betrauung mit
Verantwortung (zum Beispiel für die Einführung von neuen Themenfeldern). Doch zeigt sich
bei Ecoation auch, dass freizeitlich geteilte Aktivitäten (wie etwa Biergartenbesuche,
13
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Stammtischrunden, Besuche thematisch passender Kinofilme etc.) bindend sind und mehr
Elan in den eh schon drögen Uni-Alltag bringen können.
C) AK
REAL WORLD ECONOMICS MAINZ
Der Arbeitskreis an der Mainzer Gutenberg-Universität hat sich nicht als Verein eintragen
lassen. Die Mitglieder empfanden die zahlreichen Regelungen und Auflagen als zu belastend
und wollten ihre Energie lieber auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren. Hingegen die
Anerkennung als studentische Hochschulgruppe gestaltete sich in Mainz recht einfach:
Lediglich ein Vorstand sowie eine Satzung mussten festgelegt werden. Hier empfahl es sich,
erst eine Mustersatzung zu erstellen, weil anfangs noch nicht ganz klar war, wie die eigentliche
Satzung konzipiert sein soll.
D) AK PLURALE
ÖKONOMIK BAYREUTH
Bei der ersten, pragmatischen Überlegung stand die gemeinsame Arbeit und Gestaltung von
Bildung im Vordergrund. Das Format, von der Studierendenvertretung als Arbeitskreis
eingesetzt zu werden, garantierte alle dafür notwendigen Freiheiten (auch wenn das
Studierendenparlament den Arbeitskreis jedes Jahr neu einsetzen muss, was aber bisher reine
Formalität war).
Hierzu musste eine Bitte mit Profilbeschreibung des zukünftigen Arbeitskreises an das
Studierendenparlament gesendet werden, das hierüber per Abstimmung (positiv) entschied.
Im Laufe der ersten beiden Semester gab es noch Überlegungen, sich eine feste Satzung zu
geben und evtl. über einen Eintrag als Verein nachzudenken. Da die Arbeit jedoch ohne
Probleme weiterlief, musste das nicht weiter verfolgt werden und die Zeit konnte für
wichtigere Anliegen genutzt werden.
E)
CURRICULUM CHANGE IN ECONOMICS TÜBINGEN
Die Curriculum Change –Gruppe in Tübingen war bisher nicht mit der Notwendigkeit
konfrontiert, sich als studentische Hochschulgruppe eintragen zu lassen. Die Gruppe ist gut
etabliert als Student HUB am Weltethos-Institut, was ihr Sicherheit bietet.
F)
AK PLURALE ÖKONOMIK HAMBURG
Das eigentliche Gründungsdatum des Hamburger Arbeitskreises datiert erst nach der
Beendigung der initialen Veranstaltungsreihe. Jene regelmäßigen Veranstaltungen (Plena),
welche bereits während der Ringvorlesung abgehalten wurde, dienten der Gruppengründung
als Basis. Nachdem diese erfolgte, wurden Posten gesammelt und an die Mitglieder verteilt, es
wurden Verantwortlichkeiten für die folgenden Sitzungen vergeben, der Name und die Idee
der Gruppe festgelegt.
14
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
4) Moneten, Geld, Zaster, Kohle, Kies, Schotter, …
A)
HU BERLIN – WAS IST ÖKONOMIE?
„Reguläre Uni-Mittel“ werden der Gruppe „Was ist Ökonomie?“ nicht zuteil. Für
extracurriculare Veranstaltungen gibt es leider auch keine solide Finanz- und Stiftungsbasis.
Das Symposium, welches die Gruppe zu Beginn ihres Wirkens abhielt, wurde durch eine
uniinterne Ausschreibung der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft für studentische Symposien
gefördert. Die Gruppe hatte an dieser Ausschreibung teilgenommen und „gewonnen“.
Außerdem gab es eine Förderung durch das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.
B) ECOATION
Für Ecoation empfiehlt sich in jedem Fall eine Kooperation mit Lehrstühlen, da hier auch
finanzielle Unterstützung möglich wird.
C) AK
REAL WORLD ECONOMICS MAINZ
Über den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) können von der Gruppe im Semester bis
zu 500 Euro beantragt werden. Bisher genügte diese finanzielle Förderung, um alle laufenden
Kosten abzudecken.
D) AK PLURALE
ÖKONOMIK BAYREUTH
Die Ringvorlesungen finanzieren die jeweiligen Lehrstühle aus Studienbeiträgen. Hierbei
bleibt jedoch abzuwarten, wie das in Zukunft geregelt werden kann, da die Studiengebühren
nun auch in Bayern abgeschafft und durch Studienzuschüsse ersetzt werden.
Außerdem besteht die Möglichkeit Gelder für Fahrtkosten und Materialien beim
Studierendenparlament zu beantragen.
E) IMPULS ERFURT
Hauptsächlich finanziert sich die Gruppe über außeruniversitäre Geldgeber (Stiftungen,
Programme der Stadt, Gewerkschaften,...) und dazu über die Studierendenschaft (Stura). Alle
Mittel sind bisher projektgebunden.
F)
CURRICULUM CHANGE IN ECONOMICS TÜBINGEN
In Tübingen ist die Finanzlage geregelt: Dort tritt das Weltethos-Institut (nicht nur) als
Geldgeber in Erscheinung.
G) AK PLURALE
ÖKONOMIK HAMBURG
In Hamburg wurde für die erste Veranstaltungsreihe ein Finanzantrag bei der UniversitätsLeitung gestellt.
15
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Teil IV Fallstricke & Stolpersteine
Hier werden Fragen der Nachwuchsrekrutierung, des Generationenwechsels sowie der
Motivation zur weiteren Zusammenarbeit aller Gruppenmitglieder angeschnitten.
A)
HU BERLIN – WAS IST ÖKONOMIE?
In der Gruppe in Berlin gab es bisher noch keinen Generationenwechsel. Hoffnung besteht
darin, dass die neu dazukommenden Studierenden mehr Kompetenzen und
Verantwortlichkeiten übernehmen.
Schwierig ist gelegentlich der Umgang mit den unterschiedlichen Wissensständen. Einige
Studierende, die schon länger dabei sind, kennen bereits viele grundlegende Texte.
Außerdem traten gelegentlich Konflikte mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät au f.
B) ECOATION
(AUGSBURG)
Die Gruppe empfiehlt als gelingenden Einstieg in das Semester die gruppeneigenen
Veranstaltungen in Bachelor-Vorlesungen anzukündigen. Zuvor sollte man sich jedoch im
Klaren über die relevante Zielgruppe werden.
Um eventuelle Schwierigkeiten beim Generationenwechsel zu vermeiden, wird auf die
Einbindung der Mitglieder in verantwortungsvolle Tätigkeiten Wert gelegt.
Ansonsten arbeitet man bei Ecoation nach dem Prinzip „Learning by Doining“; (bisher) gibt es
noch kein bestimmtes Konzept.
C) AK
REAL WORLD ECONOMICS MAINZ
Schwierigkeiten könnte auch beim Mainzer Arbeitskreis bereiten, dass einige der
Gründungsmitglieder demnächst ihr Studium beenden und damit die Uni verlassen. Wie
diesem Verlust dann begegnet werden kann, ist zur Zeit noch unklar und bleibt abzuwarten.
Weiterhin bewährte sich in dieser Gruppe, die Arbeit in kleinere Kompetenzbereiche
aufzugliedern, die dann von ausgewählten Gruppenmitgliedern betreut werden. So gibt es
beispielsweise einen Finanzbeauftragten, einen Netzbeauftragten usw. Die Arbeitsteilung ist
effizienter - muss man sich nicht immer wieder neu in die einzelnen Arbeitsschritte
einarbeiten.
Auch für die inhaltliche Arbeit musste erst ein Konzept erprobt werden: Zunächst bestand
dieses darin, erst einmal ein breites Themenfeld zu bedienen und ohne roten Faden Vorträge
zu organisieren. Dieses Vorgehen erwies sich allerdings als nachteilig, da bei den meisten
Beteiligten wenig Vorwissen zu den Themen vorhanden war und Diskussionen nicht zustande
kamen oder sehr oberflächlich blieben. Die Gruppe lernte aus dieser unbefriedigenden
Situation und setzt nun zu Beginn jeden Semesters immer ein Rahmenthema fest, mit dem
sich alle auf unterschiedliche Art und Weise auseinander setzen.
16
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
D) AK PLURALE
ÖKONOMIK BAYREUTH
Der Beginn jeden Semesters ist der Werbung von „Guppennachwuchs“ gewidmet.
Da die Gründergeneration fast vollständig die Universität verlassen hat blieben zu Beginn des
folgenden Semesters nur wenige Mitglieder, die mit einem Sturm von über 20-25
Neuzugängen konfrontiert waren. Es ging daher viel um die Restrukturierung des
Arbeitskreises und der Erarbeitung eines neuen Wissensfundaments, da sich die Interessen
und Vorstellungen mit den neuen Generationen wandeln. Erst im nachfolgenden Semester
kann dann wieder verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, nachdem die internen
Findungsprozesse zufrieden stellend abgeschlossen sind.
Ein Fehler – wie die Bayreuther nachträglich erkennen mussten -, war, mit einem Artikel über
die neu gegründete Gruppe in Studierendenzeitung und Lokalzeitung zu früh an die
Öffentlichkeit zu gehen. Dieser wurde von Seiten der Redaktion noch diskreditiert und
polemisiert, was der Gruppe in den ersten Monaten einen schwierigen Stand an der
Universität eingebracht und die Professoren ohne anderen Grund gegen die Arbeit des AKs
aufgebracht hat. Darum empfiehlt es sich, den Zeitpunkt für öffentliche Bekundungen
wohlüberlegt zu wählen, da man vor allem am Anfang noch nicht einschätzen kann, welche
„große Gefahr“ das etablierte Personal in Projekten sieht, die für eine kritische, reflektierte,
plurale usw. Ökonomik einstehen.
E) IMPULS ERFURT
Viele Gruppenneulinge haben erst einmal ein größeres Interesse an inhaltlicher Arbeit denn an
strategisch-organisatorischen Überlegungen. Schon allein deshalb empfiehlt es sich,
kontinuierlich interessante Themen zu bearbeiten, ähnlich der Arbeit in einem Lesekreis.
Gut sind auch gelegentliche „lockere“ Veranstaltungen wie Spieleabende o.ä.
Die Gruppe koordiniert ihre Arbeit online über einen „Workspace“(ähnlich dem basecamp im
Netzwerk). Das ist relativ praktisch um Ergebnisse zusammenzutragen oder um während der
Ferien an Projekten zu arbeiten. Auch lässt sich leichter nachvollziehen, wer in der
Vergangenheit an einem Projekt gearbeitet hat, sodass der Generationswechsel leichter wird.
Eine weitere Erkenntnis der Gruppenmitglieder in Erfurt ist: Im Enthusiasmus des
Semesteranfangs besser nicht zu viel Lesestoff einplanen. Außerdem daran denken, dass in der
Prüfungsphase zum Semesterende nicht mehr viel von dem „Semesteranfangsenthusiasmus“
erwartet werden kann. Weiterhin sollte über eine sinnvolle Dokumentierung und
Strukturierung des Diskussionsprozesses in der Gruppe nachgedacht werden, um mit jeder
neuen Sitzung die Debatten nicht wieder bei „0,3“ starten lassen zu müssen. Auch wird in der
Erfurter Gruppe vor jeder Sitzung sicher gestellt, dass mindestens zwei Personen die
vereinbarten Texte bis zur nächsten Sitzung gelesen haben, um die Anderen nötigenfalls
darüber informieren zu können.
F)
CURRICULUM CHANGE IN ECONOMICS TÜBINGEN
Bedingt durch den Student Hub vom Weltethos Institut kann die Gruppe sich darauf
verlassen, dass der Zulauf an Neulingen in der Gruppe nicht abreißt. Generell bietet der
17
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
Student Hub den Vorteil, ein „ungemein wirkmächtiges Tool für Hochschulpolitik“ zu sein,
wie es aus Gruppenkreisen heißt.
G) AK PLURALE
ÖKONOMIK HAMBURG
Im Spektrum der Pluralen Ökonomik finden sich die unterschiedlichsten Auffassungen von
Mainstream-Kritik, Pluralismus oder Heterodoxer Ökonomik. Diese Heterogenität kann
schnell zu Zerwürfnissen führen. Um dem vorzubeugen, arbeiten die Hamburger mit eine 3Ebenen-Strategie: Auf der ersten Ebene, in der alle Standpunkte vertreten sind, die die Baisis
der Gruppe ausmacht sowie vom Plenum verkörpert wird, geht es um den inhaltlichen
Austausch der Gruppe nach innen. Auf dieser Ebene ist die Leitidee verankert, dass Form und
Inhalt der Mainstream-VWL und die Zersplitterung der Disziplinen eine angemessene
ökonomische Bildung, in der sich mündige Menschen Wissen über die ökonomischen
Umstände und Krisen aneignen, unmöglich machen. Daher sorgen die Studierenden
eigeninitiativ für eine umfassende Bildung und erarbeiten sich Wissen über die inhaltlichen
und institutionellen Mängel der aktuell gelehrten Mainstream-VWL über Bücher, Texte und
Reader. Auf der zweiten Ebene, die zwar auf der ersten beruht, sie aber personell und inhaltlich
nicht vollständig abdecken muss, werden die alternativen Inhalte und Ideen nach außen
getragen – dies geschieht über Veranstaltungen, Kongresse, Infomaterialien, Reader, Videos,
usw. Auf der dritten Ebene geht es darum, alternative Inhalte und Formen ökonomischer
Bildung in den „harten Strukturen“ der VWL zu verankern, etwa durch Teilnahme an
hochschulpolitischen Wahlen und Entscheidungsprozessen, Einflussnahme auf LehrstuhlBesetzungen oder einen Curriculum-Change. Die Idee hinter dem 3-Ebenen-Modell ist, dass
Ebenen 2 und 3 konkretere Ziel- und Schwerpunktsetzungen haben können. Das ist abhängig
davon, wer sich dafür engagiert.
Ein weiterer Anstoß zur Debatte war die Namensgebung – ein Name wie „Plurale Ökonomik“
lässt vieles offen, „Real World Economics“ oder „Kritische Wissenschaftler*innen“ legen
dagegen schon eingeschränktere Interpretationsspielräume nahe.
Teil V Organisatorische Vielfältigkeit
Die Hochschulgruppen im Netzwerk Plurale Ökonomik beweisen vielfältige Formen, um den
regelmäßigen Austausch über pluralökonomische Inhalte zu gestalten. Hierbei kommt es
darauf an, die Effizienz von Methoden und Instrumenten auszutesten, welche angeregte
Diskussionen begünstigen, die (Zusammen-) Arbeit angenehm und stressfrei gestaltet, und
alle Beteiligten am Ende mit einem erfüllten, zufriedenen Gefühl aus den Veranstaltungen
gehen lässt... mit der gespannten Absicht, auch beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. So
die Vision – die Organisation ist jedoch ein Prozess, der zuweilen wohl auch eher chaotische
oder demotivierende Phasen in der Gruppe zu durchlaufen hat. Doch bewahrt euch den Mut
und die Motivation, erlaubt euch gemeinsame Experimente, und schaut den Kollegen und
Kolleginnen aus den „Nachbar-Gruppen“ im Netzwerk über die Schulter! Nicht zuletzt liegt
ein Vorteil im Netzwerk-Zusammenschluss darin, Wissen und Erfahrungen zu teilen, auf dass
die Lernenden die Fehler und Konflikte der „Vorreiter-Gruppen“ zu vermeiden wissen.
18
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
A)
HU BERLIN – WAS IST ÖKONOMIE?
In dem wöchentlich stattfindenden studentischen Kolloquium versammeln sich Studierende
verschiedenster Fachrichtungen, sodass immer wieder neue Themen vorgeschlagen werden
und eigene Arbeiten präsentiert werden. Im laufenden Semester wird versucht, das
Kolloquium mit Schwerpunktthemen zu gestalten. Spannend ist insbesondere das
Aufeinanderprallen von verschiedenen Fachrichtungen, dadurch entwickeln sich gute
Diskussionen.
B) ECOATION
Bei Ecoation gibt es ein „Ideenportal“, in welchem Ideen für die Gruppenarbeit gesammelt
werden können. Umfragen in Facebook erleichtern dann die Abstimmung über die
thematische Schwerpunktsetzung in den Veranstaltungen. Der Themenfokus liegt dabei auf
aktuellen Themen aus Politik und Wirtschaft, oder – wenn es sich um eine „fachinterne
Veranstaltung“ handelt – werden auch Vorlesungsinhalte diskutiert. Insofern wird hier die
Uni aus ihrer Verantwortung entlassen, und die Studierenden ermöglichen sich selbst die
Austausche und Diskussionen, welche eigentlich an anderer Stelle hätten erfolgen sollen.
C) AK
REAL WORLD ECONOMICS MAINZ
Zur Abstimmung über organisatorische wie inhaltliche Fragen nutzt der AK in Mainz die
Facebookgruppe. Vorteilhaft erweist sich diese Art der Kommunikation aufgrund der
Unmittelbarkeit des Austauschs - wenn man gerade etwas Interessantes entdeckt hat, kann
man die anderen direkt darauf aufmerksam machen.
D) AK PLURALE
ÖKONOMIK BAYREUTH
Über die inhaltlichen Diskussionen im AK Plurale Ökonomik Bayreuth befinden die
KommolitonenInnen direkt. Dabei werden Themen oder Bücher aufgegriffen, die in
Vorlesungen und Seminaren zwar genannt wurden, aber nicht vertiefend behandelt werden
konnten. Auch kleine Abenteuerausflüge in die Bibliothek liefern so mancherlei thematische
Vorlagen für die nächste Sitzung im Arbeitskreis.
E) IMPULS ERFURT
In Erfurt hat man zwei Modelle für die Organisation der Zusammenarbeit ausprobiert:
Entweder wurden Organisatorisches und Inhaltliches in einer Veranstaltung abgehandelt, oder
der inhaltliche Teil wurde auf einen Folgetermin verschoben. Erstere Vorlage erweist sich
insofern vorteilhaft, als dass ein fester Termin in der Woche festgesetzt ist, an dem alle
zusammen kommen. Nachteilig war jedoch, dass die Orga-Angelegenheiten oftmals so viel
Zeit und Energie in Anspruch nahmen, dass nach Erledigung aller organisatorischen
Absprachen bei den Anwesenden von beidem nichts mehr übrig war.
Das 2. Modell ist gut, wenn die Gruppe größer wird. Die Personen können dann entscheiden,
19
Leitfaden für Gruppengründungen
ulli.ja@plurale-oekonomik.de
ob sie entweder zum inhaltlichen oder zum organisatorischen Treffen kommen oder gar zu
beiden. So ist dann auf jeden Fall gewährleistet, dass genug Zeit da ist, um einen
ausführlichen Austausch zu kultivieren. Unerwünscht war jedoch der Nebeneffekt, dass es
durch diese Zweiteilung auch zu einer Zweiteilung der Gruppe kam. Einige Mitglieder hat
dieses Konzept zeitlich zu sehr beansprucht.
F)
AK PLURALE ÖKONOMIK HAMBURG
Parallel zu einer 4-wöchigen Veranstaltungsreihe wurden wöchentliche Plenen abgehalten.
Hier wurden zu ausgewählten Themen Thesenpapiere vorgestellt und Artikel diskutiert. Nach
der erfolgreichen Beendigung der Veranstaltungsreihe und initiierter Gruppengründung des
AK Plurale Ökonomik Hamburg wurden die regelmäßigen Plenen beibehalten.
Die Gruppenmitglieder des Arbeitskreises erkannten zudem, dass, um die Gruppe zu
konsolidieren, längerfristige konkrete Projekte nötig sind. So wurde der Hamburger
Wissenschaftskongress der Pluralen Ökonomik organisiert, der zirka ein Jahr Vorbereitungszeit
und 3500 Euro in Anspruch nahm. Außerdem wurde die Gruppe in den Fakultätsrat gewählt;
der Austausch mit anderen progressiven und kritischen Hochschulgruppen erfolgte in
kameradschaftlicher Nähe. Reine inhaltliche Arbeit ohne roten Faden (etwa Buch, Reader, ...)
hat sich dagegen nicht bewährt. Über die Zeit wurden Kontakte mit Profs,
hochschulpolitischen Akteuren und Medien aufgebaut – dies jedoch, ohne dabei die
ursprünglichen inhaltlichen Standpunkte aus dem Blick zu verlieren! Auch der enge Kontakt
zum Netzwerk stellte sich als vorteilhaft heraus, um fehlende Energie durch die Nutzung
überregionaler Synergieeffekte zu kompensieren; vice versa konnten überschüssige Kräfte
genutzt werden, um sie in den bundesweiten Austausch zur Pluralen Ökonomik einzubringen.
Teil VI: EPILOG
Dem Geschriebenen ist nicht mehr viel hinzuzufügen, außer: Macht es doch selbst! Im
Netzwerk Plurale Ökonomik findet ihr euer Sprungbrett in Richtung studentischer
Selbstorganisation – kopfüber und mit Salto ins ganzheitlich-vielfältige Wirtschaftsstudium.
Teil VII: Danksagung
Ein erster Dank gilt Maike von oikos Leipzig, die wertvolle Vorarbeit für diesen Leitfaden
getätigt hat. Einen herzlichen Dank auch an Jonathan und Samuel für ihre voranbringende
Unterstützung bei der Ausarbeitung.
Weiterhin gilt es, einen Dank all denjenigen Mitgliedern im Netzwerk auszudrücken, die ihre
Erfahrungen mit uns geteilt haben. Nicht zuletzt danken wir den Gruppen dafür, dass es sie
überhaupt gibt und wir ihre Geschichte dokumentieren durften :) .
Heidelberg im Oktober 2014,
i.A. des Netzwerk Plurale Ökonomik e.V.,
Ulli Jacob.
20
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
5
Dateigröße
172 KB
Tags
1/--Seiten
melden