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DIE WELT - Die Onleihe

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KUN D E N S E RVI C E 0 8 0 0 / 9 3 5 8 5 3 7
Zippert zappt
KOMMENTAR
G
Trügerische
Hoffnungen
JACQUE S SC HUSTE R
erade erst ist „Fifty
Shades of Grey“ (deutscher Verleihtitel:
„Hau mich, Baby“) angelaufen,
da bekommt man in Deutschland keine Peitsche mehr und
auch keine Seile, Kabel, Bindfäden, Handschellen und Desinfektionsmittel. Baumarktfilialen wurden leer gekauft,
die vorwiegend weibliche
Kundschaft interessierte sich
für alles von der Schraubzwinge über die Lüsterklemme
bis zum Doppelklebeband. Die
Buchvorlage wurde in
Deutschland 200 Millionen
Mal gekauft, viele Frauen
besitzen bis zu zehn Ausgaben
der Trilogie, um sich besonders brutal zu foltern. Laut
einer Umfrage könnten sich
vierzig Prozent der Bundesbürger vorstellen, den Partner
zu demütigen oder zu quälen,
zwanzig Prozent erproben das
bereits. Polizisten werden
darauf geschult, häusliche
Gewalt von einvernehmlichem
Sadismus zu unterscheiden.
VW plant eine Sonderedition
seines Erfolgsmodells: Der
Golf SM mit Ledersitzen und
Peitschenantenne fährt quälend langsam, die Sicherheitsgurte ziehen sich während der
Fahrt immer fester, und das
Radio spielt nur Helene
Fischer.
Seite 9
jacques.schuster@weltn24.de
WILLY ROSSNER
Am 13. Februar 1945 und in den darauf folgenden Nächten erlebte Dresden ein Inferno. Alliierte Bombenangriffe legten die stolze und schöne Stadt in Schutt und
Asche. Der Fotograf Willy Roßner streifte am Tag nach
Seite 19
Forum
Unsere Leser
sprechen über
ihre ganz
persönliche Angst
Seite 2
Aus aller Welt
Das harte Urteil
gegen Kapitän
Schettino
spaltet Italien
den Angriffen durch seine Stadt. Bisher unveröffentlichte Fotos wie dieses zeigen die unfassbaren Zerstörungen. 70 Jahre nach den Bombennächten erzählt unser
Autor Dankwart Guratzsch, wie er als Fünfjähriger die
N
ach dem Kompromiss bei
dem dramatischen Verhandlungsmarathon
in
Minsk richten sich alle
Hoffnungen auf die vereinbarte Waffenruhe in der Ostukraine. Sie
soll Sonntagfrüh (15. Februar) um null Uhr
Kiewer Zeit – und damit Samstagabend 23
Uhr mitteleuropäischer Zeit – in Kraft treten. Der Abzug schwerer Waffen soll zwei
Tage später beginnen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte
seit Mittwochabend mit Frankreichs
Staatschef François Hollande und den
Präsidenten Russlands und der Ukraine,
Wladimir Putin und Petro Poroschenko,
über eine Beilegung der Ukraine-Krise
verhandelt. Trotz des neuen Friedensplans mahnt Hollande zur Wachsamkeit.
„Die nächsten Stunden werden entscheidend sein“, sagte er vor dem EU-Gipfel in
Brüssel. Es sei wichtig, weiter Druck für
einen Frieden in der Ukraine auszuüben.
Auch Merkel, die von Minsk gleich nach
Brüssel weiterreiste, zeigte sich zurückhaltend. Der Kompromiss sei „ein Hoffnungsschimmer, nicht mehr und nicht
weniger“. „Es werden noch große Hürden
vor uns liegen“, sagte sie. „Ich habe keine
Illusion, wir haben keine Illusion: Es ist
noch sehr, sehr viel Arbeit notwendig.“
Poroschenko erklärte, es gebe keine Einigung über eine Autonomie oder Föderalisierung der Ostukraine. Das war eine
zentrale Forderung Russlands. Die Minsker Lösung: Das ukrainische Parlament
soll den östlichen Regionen weitreichende
Rechte zubilligen. Russlands Präsident Putin betonte, Teil der Vereinbarungen sei
Die Macher von Minsk, Merkel und
Hollande, wirken müde und glücklich
Und plötzlich ist Jennifer out
Im Plus
Aufstieg und Niedergang eines Mädchennamens in den USA
EURO
BERNADETTE CALONEGO
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Tsipras ist jetzt doch
kompromissbereit
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Dax
EZB-Kurs
Griechenland
will wieder mit
der Troika reden
Merkel spricht von einem „Hoffnungsschimmer“ für die Ostukraine.
Kiew meldet neue russische Panzer. IWF schnürt weiteres Hilfsprogramm
Seite 24
Seite 15
letzten unbeschwerten Stunden vor der Bombennacht
mit seinem geliebten Teddy erlebte und wie ihn die Erinnerungen an die schicksalhaften Tage in Dresden nieSeiten 8 und 21
mals loslassen werden.
Von Sonntag an sollen
die Waffen schweigen
REUTERS/GRIGORY DUKOR
DPA/GLOBAL NEWSROOM, J. MITTER
Männer, die auf
Schlittschuhen
durch den
Eiskanal jagen
Punkte
Siehe Kommentar, Seiten 4 und 5
Geschundenes Dresden
Sport
DAX
„eine Verfassungsreform, in der die gesetzlichen Rechte der Menschen im Donezk-Gebiet gewahrt werden müssen“. Er
sagte: „Wir rufen beide Seiten dazu auf,
sich zu mäßigen und überflüssiges Blutvergießen zu vermeiden.“
In dem seit zehn Monaten andauernden
Konflikt in der Ostukraine wurden bereits
mehr als 5300 Menschen getötet. Kiew
und der Westen beschuldigen Moskau, die
Rebellen militärisch zu unterstützen.
Nach Angaben der ukrainischen Regierung
überquerten in der Nacht erneut etwa 50
weitere Panzer die Grenze zur Ukraine.
Zudem seien etwa 40 Raketenwerfer sowie
ebenso viele gepanzerte Fahrzeuge in die
Rebellengebiete gebracht worden.
Der Internationale Währungsfonds
(IWF) schnürte gleichzeitig zu den Friedensverhandlungen ein Milliardenhilfspaket für die Ukraine. Dazu sagte IWF-Chefin Christine Lagarde, das Land solle nach
dem vorläufigen Plan zunächst 17,5 Milliarden Dollar erhalten (rund 15,5 Milliarden
Euro). Das auf vier Jahre angelegte Hilfspaket muss allerdings noch von den IWFGremien abgesegnet werden.
BRÜSSEL – Im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern bahnt sich nach Informationen
der „Welt“ ein Kompromiss an. Regierungschef Alexis Tsipras sei nun doch
bereit, mit der Troika eine Verlängerung des Programms auszuloten,
heißt es in Verhandlungskreisen. Zudem habe Griechenland 700 Millionen Euro an den Internationalen
Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt.
Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem und Tsipras hatten zuvor vereinbart, Gespräche zwischen griechischen Behörden und EU sowie
IWF zu führen, um das nächste EuroGruppen-Treffen an Montag vorzubereiten. Noch am Mittwochabend war
ein Sondertreffen der Euro-Gruppe
nach heftigem Streit ohne Ergebnis zu
Ende gegangen. Griechenland und die
anderen Euro-Länder hatten sich
nicht auf eine gemeinsame Erklärung
zum weiteren Vorgehen bei der finanziellen Unterstützung des Landes einigen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Alexis Tsipras beim anschließenden EU-Gipfel
auf, Kompromissbereitschaft zu zeigen. „Deutschland ist dazu bereit“,
sagte Merkel.
as auch immer die Gespräche in Minsk gebracht haben, sie werden in die Geschichte eingehen. Nie zuvor seit Ende des Zweiten Weltkriegs haben die
Europäer eine Krise dieses Ausmaßes,
dieser Dramatik am Verhandlungstisch ohne die Amerikaner zu überwinden gesucht. Ohne amerikanische
Macht und Diplomaten an ihrer Seite
rangen sie mit Russland um den Teilabzug seiner Soldaten und Gerätschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Hollande haben Beachtliches geleistet!
Das Lob ändert allerdings nichts an
der grundsätzlichen Skepsis. Wird die
Waffenruhe eingehalten werden, oder
werden nach Minsk I und Minsk II
auch noch III und IV folgen? Was geschieht in den Tagen vor dem vereinbarten Ende der Kämpfe? Es bedarf
nur eines einzigen großen Anschlags,
um alles Errungene zunichtezumachen. Man mag die Hoffnung nicht
aufgeben, doch man muss gerade in
diesem Konflikt einräumen: Hoffnung
ist die Willenskraft der Schwachen.
Weder die Ukrainer unter Präsident Petro Poroschenko noch Angela
Merkel und François Hollande haben
irgendetwas in den Händen, das die
russische Seite zu einer Korrektur ihrer Politik bewegen könnte. Drastischer ausgedrückt: Aus einer Sackgasse gibt es keinen sicheren Rückzug.
Ihn kann nur eine Partei bieten, und
auf die ist kaum Verlass – Wladimir
Putin und seine ukrainischen Spießgesellen.
Bisher hat sich die Strategie des
Kreml-Chefs in keiner Weise geändert. Seit Besetzung der Krim versucht er alles zu vermeiden, damit
das Feuer in der Ukraine nicht zu einem europäischen Großbrand wird.
Schritt für Schritt geht er vor, lässt
mal hie, mal dort zündeln und wartet
im Anschluss ab, auf welche Weise
Europa und die USA antworten. Wird
es zu heiß, spielt er mit Unschuldsmiene den Feuerwehrmann, um dann
meist Wochen später seine „Legion
Condor“ in Marsch zu setzen, die ohne Militärabzeichen erneut in den
Kampf eingreift. Ihr Ziel ist es, der
Ukraine so viel Gebiet wie möglich
abzuringen. Für dieses Vorhaben ist
keine Eile nötig. Russland bleibt die
Macht schlechthin in diesem Kampf –
auch wenn Monate der relativen Ruhe
ins Land ziehen mögen.
Freilich mag es sein, dass Wladimir
Putin die westlichen Sanktionen und
die wirtschaftlichen Einbußen zu
schmerzen beginnen und er deswegen
auf eine Waffenruhe setzt, zumal
wenn ihm seine Kehrtwende ein Freihandelsabkommen mit Europa brächte. Kaum etwas spricht dafür. So
bleibt nichts anderes übrig, als auf
das Wenige zu hoffen – stets im Bewusstsein, dass Hoffnung keine Hoffnung wäre, wenn sie nicht enttäuscht
werden könnte.
W
THEMEN
Xetra-Schluss
B **
D 2,30 E URO
F R E I TAG , 13. FEBRUAR 2 015
VANCOUVER
D
ie 24-jährige Jennifer Lawrence ist derzeit eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen. Aber ihr Vorname ist hoffnungslos passé. Von 1970 bis 1984 war Jennifer der mit
Abstand beliebteste Name für Mädchen in Nordamerika. Jennifer
war nicht nur eine Modeerscheinung – der Siegeszug dieses Namens war ein Phänomen. Und dann war es plötzlich vorbei. Jennifers Popularitätskurve sackte innerhalb kurzer Zeit ab. Daran
ändern auch die vielen Jennifers aus den Hochglanzzeitschriften
nichts: Sängerinnen wie Jennifer Lopez und Jennifer Hudson
oder Schauspielerinnen wie Jennifer Aniston, Jennifer Garner,
Jennifer Love Hewitt, Jennifer Connelly. Sie werden zwar bewundert und kopiert. Aber selbst sie können keine Renaissance des
Jennifer-Booms bewirken. Der Name kam aber nicht etwa allmählich aus der Mode: Die Jennifer-Epidemie erlosch so rasch
welt.de/ebook
wie ein Feuer in einem See. Und hat sich seither nicht wieder
erholt. Nicht nur in Nordamerika verlor der Name seinen Glanz:
In Deutschland ist Jennifer heute längst nicht mehr unter den
beliebtesten Mädchennamen zu finden. Vielleicht sind die berühmten Jennifers unserer Tage nicht so glücklich mit einem
Namen. Während der vierzehn Jennifer-Fieber-Jahre in den USA
wurden 859.112 Babys mit diesem Namen bedacht. Linda Rosenkrantz ist Autorin eines Buchs über Babynamen. In ihren Augen
beeinflussen mehrere Faktoren die Wahl: „Die Namen von Berühmtheiten, die Namen von deren Kindern und die Filmfiguren,
die Stars verkörpern.“ Der Name Jennifer verdankt seinen Aufstieg dem Film „Love Story“, in dem die Schauspielerin Ali
McGraw 1970 eine todkranke Studentin namens Jennifer Cavalleri spielte. Die Filmfigur starb, aber der Kult um Jennifer war
geboren. Heute sind Emma, Olivia, Sophia und Ava die beliebtesten Namen für Neugeborene. Linda Rosenkrantz prophezeit: „Wir
werden nie mehr ein Phänomen wie Jennifer erleben dürfen.“
DIE WELT, Axel-Springer-Straße 65, 10888 Berlin, Redaktion: Brieffach 2410 Täglich weltweit in über 130 Ländern
verbreitet. Pflichtblatt an allen deutschen Wertpapierbörsen. Tel. 030/25910, Fax 030/259171606, E-Mail:
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N 38 NOK / NL 3,20 & / P 3,20 & (Cont.) / PL 15 PLN / S 42 SEK / SK 3,20 € / SLO 2,80 &
+
ISSN 0173-8437
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