close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Anlage Vorschlaege ehrenamtlichen Richter

EinbettenHerunterladen
Tiroler
Arbeiterzeitung
Österreichische Post AG | Postentgelt bar bezahlt | Verlagsort 6020 Innsbruck | RM 12A039146 K | AK TIROL 6020 Innsbruck, Maximilianstraße 7
Zeitung für Arbeit und Konsumentenschutz der kammer für arbeiter und angestellte für tirol kommentiert
Aufbruch geht
nur gemeinsam
6. Jg. , oktober 2014 | Nr. 67
Sorge um Tirols Arbeitsplätze:
Es fehlt an Aufbruchstimmung
AK Barometer. Auch wenn drei Viertel der Tiroler ihr Land auf dem richtigen Weg sehen, sind
sie in Sorge bei den Themen Arbeit, Familie und teures Leben. Die AK Tirol erhielt Bestnoten!
te deutlich unter jenen für Österreich
(bundesweit empfanden 49 % großen,
35 % sehr großen Stillstand).
AK Präsident Erwin Zangerl
A
uf die Plätze, fertig - Schluss. Vor
diesem Dilemma stehen immer
mehr Tiroler Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer. Sie suchen vergeblich nach ganzjähriger Vollzeitarbeit,
von der sie auch leben können. Sie
brauchen dringend eine Wohnung,
die auch erschwinglich ist. Sie wollen
eine Familie gründen, doch sie haben
große Zukunftsängste. Ähnlich geht
es den älteren Beschäftigten. Mit
welchen Einschnitten muss ich noch
rechnen? Wie kann ich möglichst lange meine Arbeit ausüben, um nicht
in den verhängnisvollen Kreislauf von
Alters-Arbeitslosigkeit, Notstand und
zu jung oder zu gesund für die Pension zu geraten?
Und dennoch: Trotz dieser widrigen
Rahmenbedingungen leben die Menschen gerne in Tirol und sind mit ihrem privaten Umfeld hochzufrieden.
Wenn jetzt noch die Politik diese
brennenden Themen angeht, könnte
die so wichtige Aufbruchstimmung
stattfinden.
Natur- und Umweltschutz, Energie- und Landwirtschaftsfragen sind
wichtig, aber sie dürfen nicht unsere wichtigsten Themen überlagern:
Neue Arbeitsplätze, gute Betriebsansiedlungen, kostenlose Bildung und
Ausbildung, Lohnsteuer runter und
Löhne rauf! Kurzgesagt: Das brachliegende Zukunftspotenzial des Landes
erkennen und diesen Schatz heben!
Ein gemeinsamer Aufbruch, von dem
alle Tiroler profitieren. Damit es dann
heißt: Auf die Plätze, fertig, los! Und
zwar für alle im Land und vor allem
für die echten Leistungsträger und
die größte Gruppe – die Tiroler Arbeitnehmer-Familien.
iedrige Löhne und teures Leben
machen Beschäftigten, Familien und Pensionisten in Tirol
zu schaffen. Hinzu kommt die steigende
Arbeitslosigkeit: So waren Ende September 20.625 Menschen als arbeitslos gemeldet, um 8,9 % mehr als 2013.
Trotz dieser Widrigkeiten beurteilen
die Tiroler ihre persönliche Lebenssituation positiv! – Soweit ein Ergebnis der
AK Quartalsumfrage von market, für die
zwischen 2. und 26. September insge-
samt 400 Personen ab 16 Jahren telefonisch kontaktiert wurden.
VORTRAGSREIHE NEU
AUGEN AUF
Ein anderes
Europa
Geld sparen
beim Autopickerl
G
Angst vor der Zukunft. Den
meisten Handlungsbedarf sehen die Tiroler mit 38 % im Bereich Arbeit, beim
Schaffen von Arbeitsplätzen und Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit. 24 %
nannten die Anliegen rund um Kinder,
Jugend und Familie, wie z. B. Kinderbetreuung, 22 % Umwelt, 21 % Lebenshaltungskosten und steigende Preise, 20
% die Wohnproblematik und 19 % die
Pensionen. Dementsprechend beurteilten sie auch die Situation der verschiedenen Gruppen: Am meisten machen
die Lebens- und Arbeitsumstände nach
Meinung der Befragten den Familien zu
schaffen (55 %), dann folgen Arbeiter
(48%), Personen mit Migrationshintergrund (35 %), Behinderte und Frauen
(je 33 %), Beschäftigte im Gastgewerbe
und Senioren (je 27 %).
Umfrage. Zwar beurteilten die Tiroler ihre Lebenssituation überwiegend positiv, sie bemängeln jedoch eine fehlende
Aufbruchstimmung und machen sich Sorgen um Arbeitsplätze, die Situation der Familien und die hohen Lebenshaltungskosten.
9 von 10 zufrieden.
61 %
der Befragten waren zufrieden, um
1 % mehr als im März 2013. Weitere
30 % waren sogar sehr zufrieden (+ 6 %).
Stolze drei Viertel sahen Tirol auf dem
richtigen Zukunftsweg. Damit ist die
Stimmung ebenfalls positiver als 2013.
„Überwiegend in die richtige Richtung“
ging es vor allem für 16- bis 29Jährige,
Foto: Jörg Buchheim/Fotolia.com
Beim Pickerltest auf Kosten achten.
roße Preisunterschiede gibt es
beim Pkw-Pickerltest, ergab eine
Erhebung der AK Tirol. Je nach Werkstätte kostet die Pickerlüberprüfung
inkl. Plakette und USt. zwischen 29
und 84,24 €! Die durchschnittlichen
Kosten bei Benzinmotoren betragen
48,83 €. Der billigste Anbieter verlangt
29 €, der teuerste 84,24 €. Die durchschnittlichen Kosten bei Dieselmotoren betragen 51,50 €. Der billigste
Anbieter verlangt 35 €, der teuerste
84,24 €. Die Pickerlüberprüfung für
Mitglieder des ÖAMTC kostet 35,45
€, für Mitglieder des ARBÖ 39,85 €.
Tipp: Fragen Sie, ob das Pickerl günstiger oder gratis ist, wenn gleichzeitig
ein notwendiges Service durchgeführt
wird. Details auf ak-tirol.com
den mit 56 % höchsten Wert in der Kategorie „teilweise in die richtige Richtung“ erreichte die Altersgruppe 50+.
Den Stillstand überwinden.
Gleichzeitig empfanden 31 % einen
großen, 13 % sogar einen sehr gro­ßen
Stillstand. Skeptiker fanden sich vor
allem bei höher Gebildeten sowie Kritikern der Landesregierung. Für zwei
Drittel von ihnen ist dieser Stillstand beunruhigend. Allerdings liegen diese Wer-
D
ZUM VORMERKEN
Hilfe in
Notlagen
Foto: JackF/Fotolia.com
N
V
on der Ablehnung der Verfassung
bis zur Euro-Krise wird der Vertrauensverlust in die EU immer deutlicher. Am 11. November um 18.30
Uhr startet dazu die Vortragsreihe
„Ein anderes Europa: Konkrete Utopien und gesellschaftliche Praxen“ mit
Autor Andreas Wehr in der AK Tirol
in Innsbruck. Mit ihm diskutieren Eva
Lichtenberger (Grüne), Heinrich Neisser (ÖVP) und Hannes Swoboda (SPÖ).
Anm: 0800/22 55 22 – 1930 oder
johann.ofner@ak-tirol.com
Absicherung. Die wichtigsten Zukunftsthemen für die Landespolitik sind
für die Tiroler:
• Schaffen bzw. Sichern von Arbeitsplätzen (73 %)
• Senken der Lebenshaltungskosten
(71 %)
• Sichern der Pensionen (67 %)
• Senken der Lohnsteuer (66 %)
• Umwelt- und Naturschutz (65 %)
• Schaffen von Wohnraum (64 %)
„Diese Ziele werden wir mit vollem Einsatz beim Land einfordern“, betont AK
Präsident Zangerl. Er freut sich sehr, dass
die AK mit 37 % die Bestnote unter den
Tiroler Institutionen mit dem größten
Zukunfts-Knowhow erhielt. „Eine Bestätigung, dass die Menschen wissen,
dass sie auf die Arbeiterkammer zählen
können, weil sie mit uns auf der sicheren
Lesen Sie mehr auf Seite 3
Seite sind.“ Unterstützungsfonds in den Bezirken.
as Team des AK Unterstützungsfonds tourt weiter durch die
Bezirke und hilft AK Mitgliedern und
deren Angehörigen in schwierigen Situationen möglichst schnell und unbürokratisch. Die Termine im Überblick:
AK Telfs: Mo, 27. Oktober, 14 - 16
Uhr (Anmeldung 0800/22 55 22 –
3850); AK Reutte: Mi, 29. Oktober,
14 - 16 Uhr (Anmeldung DW 3650);
AK Lienz: Mo, 3. November, 14 - 16
Uhr (Anmeldung DW 3550). Zur
Sprechstunde bitte alle notwendigen
Unterlagen gleich mitbringen (Kopien
von Einkommen, Beihilfen, Alimente,
Mietzinsbeihilfe sowie Ausgaben wie
Miete, Rückzahlungsverpflichtungen
usw.). Mehr Infos gibt es auch auf
www.ak-tirol.com
THEMA: SCHULE & CO.
2
Nr. 67, Oktober 2014
Vom Job-Traum
zum Traum-Beruf
Berufsorientierung. „My Future“, also „Meine Zukunft“, heißt die Mappe,
die die AK Tirol bereitstellt. Schüler und Lehrer sind begeistert.
Foto: Robert Knescke/fotolia.com
Kostenloses Angebot. Eine
Helles Köpfchen. Nicht alle, wie der blonde Lukas, wissen schon von klein auf, was
sie einmal werden wollen.
wichtige Hilfe liefert ihnen die AK Tirol mit der „My Future“-Mappe, einer
Unterlage, die von Experten speziell
für den Berufsorientierungsunterricht
in der 7. und 8. Schulstufe entwickelt
wurde und Jugendlichen und Lehrern
kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Seit 2013 konnten damit bereits mehr
als 8.500 Tiroler Schülerinnen und
Schüler ihre Stärken erarbeiten, praktisch erproben und letztendlich auch
in der Mappe belegen.
AK BIBLIOTHEK
RATGEBER
Bücher und mehr
Schuldenfallen erkennen
E
s kann ganz schnell gehen, und plötzlich sitzt man in der „Schuldenfalle“.
Vor allem Kindern und Jugendlichen fehlt
oft die richtige Einstellung zum Umgang
mit Geld. Die AK Broschüre „Schau aufs
Geld“ erklärt, wie Taschengeld bzw. Gehalt
richtig eingeteilt werden, und hilft beim
Einschätzen der eigenen finanziellen
Situation. Neben speziellen Tipps für Bankgeschäfte, Handy und Internet
enthält sie auch Infos zum Thema Geschäftsfähigkeit und einen Taschengeldplaner. Einfach kostenlos anfordern unter 0800/22 55 22-1515
oder herunterladen auf www.ak-tirol.com
R
und 19.000 eBooks bietet die
AK Tirol online rund um die Uhr
zum Entlehnen an. Neben dem digitalen Angebot stehen den Lesern in
der AK Bücherei in Innsbruck auch
43.000 Medien in Papierform sowie
Hörbücher und Ratgeber auf CD und
DVD kostenlos zur Verfügung. Um
den Tirolern einen Überblick zu verschaffen, gibt es ab sofort wieder den
Falter „AK Bibliothek Tirol“, kostenlos
anzufordern unter 0800/22 55 22
– 1515 oder herunterzuladen auf
www.ak-tirol.com
„Für mein Projekt habe ich ein Interview mit einem Architekten geführt.
Das hat mir gezeigt, dass meine Vorstellungen von diesem Beruf ganz
andere waren, und dass ich am liebs­
ten nur zeichne“, berichtet etwa der
14jährige Stefan von seinen Erfahrungen. Weil er seine Ergebnisse den
Mitschülern vorstellte, sammelte er
gleich auch noch Erfahrungen in der
Selbstpräsentation, die ihm bei Bewerbungsgesprächen helfen. Gleich danach informierte sich Stefan über den
Beruf des Bautechnischen Zeichners.
Stärken und Ziele. Beispiele
wie diese zeigen wohl am besten das
Erfolgsrezept der AK Mappe „My
Future – Schritt für Schritt zum
Wunschberuf“ auf. Wie der Titel
dieser besonderen Unterrichtsunterlage schon sagt, setzt sie beim ersten
Schritt an, den wohl wichtigsten
Fragen „Was interessiert mich?“ und
„Wo kann ich meine Stärken einsetzen?“. Die Jugendlichen befassen sich
mit Berufen und Berufsbildern, entwickeln aber auch ein Bewusstsein
für die persönlichen Ziele. Zusätzlich
A
Radierungen, Lithos, Aquarelle, Collagen, Plastiken und vieles mehr. Die
Vernissage findet jeweils Freitag­abend
statt. Samstag und Sonntag steht die
Verkaufsausstellung von 10 bis 18 Uhr
offen. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Mehr
auf www.ak-tirol.com <<
November-Termine
Imst: Schwaz:
Kitzbühel:
Lienz: Telfs: Innsbruck:
Kufstein:
Landeck:
8. und 9. November 2014, AK Saal,
Eröffnung: 7. November 2014, 20 Uhr
8. und 9. November 2014, AK Saal,
Eröffnung: 7. November 2014, 19 Uhr
15. und 16. November 2014, AK Saal,
Eröffnung: 14. November 2014, 19 Uhr
15. und 16. November 2014, AK Saal,
Eröffnung: 14. November 2014, 19 Uhr
15. und 16. November 2014, AK Saal,
Eröffnung: 14. November 2014, 19 Uhr
22. und 23. November 2014,
Congress Innsbruck, Dogana
Eröffnung: 21. November 2014, 19 Uhr
22. und 23. November 2014, AK Foyer,
Eröffnung: 21. November 2014, 19 Uhr
22. und 23. November 2014, AK Saal,
Eröffnung: 21. November 2014, 19 Uhr
Aufgrund des
großen Erfolges laufen bereits die
Arbeiten an einer Weiterentwicklung
für die Polytechnischen Schulen bzw.
die 9. Schulstufe. Unter dem Titel
„My Future+ - Schritt für Schritt zur
Berufsentscheidung“ wird die neue
Version gerade in mehreren Pilotklassen getestet. <<
Deine Rechte als Konsument
B
esonders Kinder und Jugendliche
sind unbekümmerter und machen
sich weniger Sorgen über Datenschutz
und Co. Und leider macht sich so mancher ihre Unwissenheit zunutze, um sie
mit „krummen Touren“ über den Tisch
zu ziehen. Die AK Tirol hat deshalb eine
eigene Broschüre „Junge Konsumenten“
herausgegeben – mit Beispielen aus dem Alltag und einfach erklärten Infos
zu Konsumenten- und Datenschutz, Internet, Kostenfallen bei Handys, den
drei goldenen Regeln und vielem mehr. Anfordern unter 0800/22 55 22
– 1835 oder herunterladen auf www.ak-tirol.com
14 Jahre,
was nun?
Verkaufsausstellung. Von Landeck bis Lienz – mehr als 400
Laien- und Berufskünstler präsentieren tausende Werke.
Den Besuchern ermöglicht er gleichzeitig noch die Chance auf so manches
„Schnäppchen“, das sich, mit etwas
Glück, bald schon als Meisterwerk
entpuppen könnte! Insgesamt nehmen
heuer 412 Künstler teil. Ausgestellt werden Arbeiten der bildenden Kunst aller
Art, wie Zeichnungen, Holzschnitte,
„My Future+“.
BROSCHÜRE FÜR JUNGE
Auf zum AK Kunstmarkt
lle zwei Jahre organisiert die AK
Tirol ihren legendären Kunstmarkt. Und sie bietet damit
nicht nur der heimischen Szene eine tolle Plattform in allen Bezirken, sondern
auch den wohl breitesten Überblick
über das Schaffen von Tirols Laien- und
Berufskünstlern.
werden die Eltern als wichtige Ansprechpersonen bei der Berufswahl
in den „My Future“-Prozess miteingebunden.
Derzeit benutzen rund 250 Tiroler
Lehrer die AK Mappe für ihren Berufsorientierungsunterricht, und sie
sind begeistert. Dieser Ruf eilt ihr
außerhalb Tirols voraus, sodass laufend Anfragen aus anderen Bundesländern bei der Arbeiterkammer Tirol
einlangen: Auch Schulen in Salzburg,
Kärnten, der Steiermark, Vorarlberg
und Niederösterreich arbeiten mit
der Tiroler Mappe oder mit Teilen
daraus. Im Zuge eines EU-Projektes
wurde „My Future“ sogar in Deutschland, Schweden und Polen präsentiert.
Foto: Kittitee550/Fotolia.de
D
rache Grisu aus der gleichnamigen Kult-Zeichentrickserie wusste es genau: „Ich will
Feuerwehrmann werden!“ Wenn aber
tausende Schüler der 8. Schulstufen
alljährlich erahnen sollen, welcher
Beruf sie einmal begeistert, stellt das
viele vor schwere Entscheidungen.
In diesem Schuljahr werden sich
wieder mehr als 7.000 junge Tirolerinnen und Tiroler fragen: Soll ich
eine berufsbildende weiterführende
Schule besuchen, in die Oberstufe
eines Gymnasiums wechseln oder einen Lehrberuf ergreifen?
AK Infoabende als Entscheidungshilfe für
Jugendliche und deren Eltern in den Bezirken.
S
pätestens nach der vierten
Klasse Hauptschule oder AHSUnterstufe müssen Jugendliche
eine weitreichende Entscheidung treffen: Gibt es einen Lehrberuf, in dem
sie sich mit ihren Talenten verwirklichen können, oder möchten sie weiter
zur Schule gehen, eventuell sogar studieren? Mittlerweile stehen ihnen vielfältige Bildungs- und Berufswege offen,
und so fällt der Entschluss oft nicht
leicht. – Zumal er ja doch recht früh
zu treffen ist.
Um Schülern und Eltern eine optimale Entscheidungshilfe zu bieten,
organisiert die AK Tirol auch jetzt im
Herbst wieder die kostenlosen Infoabende „14 Jahre, was nun?“, bei denen
Experten von Schulpsychologie Tirol,
Schülerberatung und Vertreter des
Arbeitsmarktservice (AMS) Ausbildungsmöglichkeiten, weiterbildende
Schulen und Trends am Arbeitsmarkt
vorstellen. Zudem können sich Interessierte mit Fragen an sie wenden.
Rasch anmelden.
Die AK
Infoabende „14 Jahre, was nun?“ sind
immer gut besucht. Deshalb sollten Sie
sich frühzeitig telefonisch anmelden.
Mehr Infos zu Schule und Bildung gibts
auf www.ak-tirol.com oder von den AK
Bildungsexperten unter der kostenlosen
Hotline 0800/22 55 22 – 1515. <<
Info
„14 Jahre, was nun?“ Termine und
Durchwahl für die Anmeldung:
AK Kitzbühel: 28. 10., DW 3252
AK Lienz: 28. 10., DW 3550
AK Telfs: 30. 10., DW 3850
AK Reutte: 5. 11., DW 3650
AK Kufstein: 13. 11., DW 3350
Beginn jeweils 19 Uhr,
außer Telfs 19.30 Uhr
THEMA: OFFEN GESAGT
Nr. 67, Oktober 2014
Lohnsteuerreform:
Zwei Drittel für Demo
Am Prüfstand
Gute Noten für
Landesregierung
R
und 60 %­
der Tiroler waren mit
der Arbeit der
Landesregierung zufrieden,
weitere 10 % sogar sehr. Pluspunkte gab es vor allem von den
Jüngeren. Auf die Frage, ob ÖVP
oder Grüne bessere Arbeit leisten,
antworteten 38 % mit „beide in
etwa gleich“ bzw. 21 % mit „keine von beiden“. 23 % entschieden sich für Schwarz und 8 % für
Grün. „Das heißt aber nicht, dass
sich die Regierung auf diesen Lorbeeren ausruhen darf!“ betont AK
Präsident Zangerl. „Diesem Vertrauensvorschuss muss sie mit
Einsatz bei den brennenden Themen gerecht werden!“
Apropos Leistung: Diese konnten die Befragten auch für einzelne Politiker benoten. Die Liste
führt Landeshauptmann Günther
Platter an (Note 1: 16 %, Note 2:
33 %), knapp gefolgt von AK Präsident Erwin Zangerl (1: 15 %, 2:
25 %) und Landesrätin Beate Palfrader (1: 8 %, 2: 29 %).
Minus für
Bundesregierung
S
o
positiv
die Tiroler
die Arbeit der
Landesregierung bewerten,
so hart gehen
sie mit der Bundesregierung ins
Gericht: 40 % der Befragten sind
mit deren Arbeit weniger zufrieden, weitere 21 % gar nicht. Bei
den Männern vergaben 27 % die
schlechteste Note, bei den Frauen
16 %. Und die Unzufriedenheit
zieht sich relativ gleichmäßig durch
alle Alters- und Bildungsgruppen.
Nur im Vergleich mit den Werten
aus einer österreichweiten Befragung vom Mai 2014, da fielen die
Noten der Tiroler fast noch gnädig
aus. Denn bundesweit waren mit
der Arbeit der Bundesregierung
sogar 42 % weniger und 40 % gar
nicht zufrieden!
Klare Wünsche. Senken der Lohnsteuer, höhere Abgaben auf Spitzeneinkommen
und eine Steuer auf Millionenvermögen haben für die Tiroler oberste Priorität.
• höhere
Einkommenssteuer
auf
Spitzen­einkommen (61 %) und
• Vermögenssteuer auf Vermögen ab
800.000 Euro (55 %).
Interessantes Detail am Rande: Nach
Altersgruppen bewerteten speziell die
älteren Befragten die Steuerthematik als
wichtig, und dabei wiederum vor allem
diese oben angeführten drei Vorschläge.
Steuer für Schwerreiche.
Auf die explizite Frage „Die AK macht
sich für eine stärkere Besteuerung von
Millionenvermögen stark. Wie stehen
Sie grundsätzlich zu diesem Vorhaben?“ unterstützten insgesamt zwei
Drittel (67 %) diese Forderung. Überdurchschnittlich große Zustimmung
kam hier aus der Gruppe der Über50Jährigen (75 %) sowie aus dem Unterland (73 %)
Indiskutabel.
Gemeinsam. Alle vier Fraktionen in der Tiroler Arbeiterkammer und der ÖGB Tirol verlangen „Lohnsteuer senken“. Im Bild von
links die AK Fraktionschefs Helmut Deutinger (Grüne in der AK), Franz Ebster (Freiheitliche Arbeitnehmer in der AK), AK Präsident Erwin Zangerl (AAB-FCG), ÖGB-Vorsitzender Otto Leist und Günter Mayr (Sozialdemokratische GewerkschafterInnen).
M
ehr als 700.000 Österreicher
fordern bereits mit ihrer Unterschrift, dass die Lohnsteuer endlich gesenkt wird. In der neuesten
AK Quartalsumfrage von market vom
September 2014 sahen 66 % der Tiroler
darin eines der wesentlichen Zukunftsthemen.
An einem Strang ziehen.
„Uns geht es vor allem um mehr Gerechtigkeit für alle Bevölkerungsgruppen. Es kann einfach nicht sein, dass
einige wenige auch weiterhin ihren
Reichtum bequem vermehren können, während die aktiven und pensionierten Arbeitnehmer geschröpft
werden und 80 % des gesamten Steueraufkommens aufbringen müssen. Es
ist höchste Zeit, dass endlich alle zum
Staatshaushalt beisteuern“, fordert AK
Präsident Erwin Zangerl. „Mehr Fair-
Wir fordern:
Lohnsteuer senken
Franz Ebster: „In Tirol, mit geringen Einkommen und hohen Lebenskosten, brauchen wir ein höheres Nettoeinkommen.“
Helmut Deutinger: „Wenn von einer Lohnerhöhung mehr im Börsl
sein soll, muss auch die Lohnsteuer gesenkt werden.“
Günter Mayr: „Jetzt geht es um
eine gerechte Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“
Erwin Zangerl: „Arbeitnehmer-Familien werden finanziell ausgeblutet. Deshalb brauchen wir eine gerechte Verteilung der Steuerlast.“
ness muss das vorrangige Ziel der Steuerreform sein. Das funktioniert aber
nur mit einem Senken der Lohnsteuer
einerseits und einer Steuer für Schwerreiche andererseits!“
Damit spricht der AK Präsident den
Tirolern aus der Seele, wie die Umfrage ganz deutlich zeigt: Von den derzeit
gültigen Steuerregelungen profitieren
für 62 % der Befragten die Besitzer
von Millionenvermögen, für 42 % die
Börsenanleger und für 29 % die Grundstücksbesitzer.
Vorschläge.
Ganz deutlich
brachten die Tiroler aber auch zum
Ausdruck, welche Maßnahmen gesetzt
werden sollen – und welche auf gar keinen Fall!
• Platz 1 der „To do“-Liste nimmt mit
71 % das Senken der Lohnsteuer ein,
danach folgen
Mit Glück zu tollen Veranstaltungen
Mitspielen. Karten gewinnen für die Rockband Gotthard, Eva Lind oder den Luis aus Südtirol.
F
ür die Leserinnen und Leser
der Tiroler Arbeiterzeitung
gibt es diesmal Karten für drei
außergewöhnliche Veranstaltungen
zu gewinnen: Lassen Sie sich verzaubern von der berühmten Tiroler
Sopranistin Eva Lind. Oder lauschen
Sie den atemberaubenden Improvisationen der Schweizer Rockband
Gotthard. Freunde von hintergründigem Kabarett kommen beim
Weihnachts-Special von Luis aus
Südtirol sicherlich auf ihre Kosten.
Eva Lind. Fast jedes ihrer Lieder ist ein Hit.
3
Seit über 20 Jahren ist die Schweizer
Rockband Gotthard in der ganzen
Welt Zuhause. Mit ihren 14 Studiound Live-Alben bekamen sie zahllose
Gold- und Platinauszeichnungen
für nahezu drei Millionen verkaufte
Tonträger. Am Sonntag,16. November, ab 19 Uhr im Gemeindesaal
Kundl.
Reisen Sie mit Eva Lind in 80
Liedern um die Welt, und lassen
Sie sich überraschen, wie es die
berühmte Sopranistin schafft, ihr
Publikum an diesem Abend mit
interessanten Erlebnissen und Anekdoten rund um den Globus zu
bringen und dabei gleichzeitig 80
unvergessliche Welthits zu präsentieren. Am Freitag, 14. November,
ab 20 Uhr im Schwazer SZentrum.
Luis aus Südtirol hat seit 2010 die
Bühnen im Sturm erobert. Wenn
draußen der kalte Wind um den
Hof pfeift und die Schneeflocken
die Hühner in den Stall treiben,
setzt sich Luis nicht in die warme
Stube und schnitzt Holzschafe,
sondern macht sich erneut auf, um
den Menschen unten im Tal aus
seinem Bergbauernleben zu erzählen. Sein Weihnachtsprogramm
ist ein bunter Mix aus feinstem,
handgemachtem und improvisiertem Kabarett. Bepackt mit einem
großen Sack voller Geschenke, die
er an das Publikum verteilt, bringt
Luis aus Südtirol wieder einmal die
Lachmuskeln auf Hochtouren. Am
Donnerstag, 4. Dezember, 20 Uhr,
im Schwazer SZentrum.
Mitmachen & gewinnen.
Wenn Sie Karten für eine der drei
Veranstaltungen gewinnen wollen,
mailen Sie an ak@tirol.com, schicken Sie ein Fax an 0512/5340
– 1290 oder schreiben Sie an AK
Tirol, Maximilianstraße 7, 6020
Innsbruck, Stichwort „Gotthard“,
„Lind“ oder „Luis“. Name, Adresse
bitte nicht vergessen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Barablöse möglich. Mehr unter www.
lindnermusic.at <<
Wenig bis gar
nichts halten hingegen 74 % der Tiroler von einer Einkommenssteuer auch
auf kleine Einkommen, 73 % von höherer Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer,
je 62 % von höherer Mineralölsteuer
bzw. Grundsteuer oder 48 % von Steuern auf Finanzvermögen, sprich Erspartes und Wertpapierdepots.
Demo für Steuerreform.
„Wie groß Druck und Ärger bereits
sind, zeigt sich aber wohl am besten
darin, dass rund 63 %, also knapp
zwei Drittel, Verständnis dafür haben,
wenn die Leute für eine Lohnsteuersenkung auf die Straße gehen und
friedlich demonstrieren würden“, verweist der AK Präsident auf ein weiteres
Erhebungsergebnis.
(Zustimmung
kam hier vor allem von Jüngeren bzw.
höher Gebildeten.)
Und sogar ein Drittel der Befragten
(32 %) könnte sich vorstellen, selbst
an einer solchen Demonstration zur
Lohnsteuersenkung teilzunehmen:
bei den Männern waren 36 % potenzielle Demonstranten, bei den Frauen
27 %. Auch hier kam überwiegend
Zustimmung von Jüngeren bzw. höher Gebildeten. <<
FÖRDERUNG
Lösung für
Felbertauern
D
ie Mautbefreiung von Pkw
mit Osttiroler Kennzeichen
am Felbertauern dürfte europarechtlich nicht zu halten sein.
Die Arbeitnehmer im Bezirk
dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben“, sagt AK Präsident
Erwin Zangerl. Er schlägt eine
Förderung von 100 Euro für
Beschäftigte vor, die im Bezirk
Lienz wohnen oder dort arbeiten: „Aufgrund der besonderen
geographischen Lage und der
erschwerten
Erreichbarkeit
ist es wichtig, Osttiroler Arbeitnehmern auch weiterhin
ausreichende Mobilität ohne
finanziellen Mehraufwand zu ermöglichen. Eine ArbeitnehmerFörderung ist für Osttirol als
strukturschwaches Gebiet jedenfalls zu rechtfertigen.“
THEMA: GUT ZU WISSEN
4
Nr. 67, Oktober 2014
Kritik im Internet:
Hotelier drohte mit Klage
REISERECHT
Wenn der Urlaub
ein Reinfall war
AK Erfolg. Zum Glück konnte eine Tiroler Familie die miesen Zustände in ihrem Kärntner
Urlaubs-„Domizil“ belegen. So blitzte der Hotelier mit seinen Forderungen rasch ab.
Foto: Minerva Studio/Fotolia.com
hielten sie ein Schreiben vom Anwalt
des Hoteliers mit der Aufforderung, den
negativen Eintrag sofort zu widerrufen
und obendrein das Honorar von 180
Euro zu bezahlen.
Hilfesuchend wandten sie sich an die
AK Tirol. Nach Intervention und der
Androhung rechtlicher Schritte ließ der
Hotelier schließlich alle Forderungen
fallen und erklärte, das Anwaltshonorar
selbst zu bezahlen.
Ärger im Restaurant. Wenn Kritik, etwa am Essen, gerechtfertigt ist, darf sie auch ins Netz gestellt werden.
R
iesig hatte sich eine Tiroler Familie auf ihren Kärnten-Urlaub
gefreut. Ihr Hotel hatten sie im
Internet gefunden samt Bildern von einer schönen gepflegten Anlage am Seeufer. Doch ihr Aufenthalt wurde durch
viele Mängel gehörig verpatzt.
Gleich bei der Ankunft war klar, dass
die Fotos veraltet sind. Das Hotel wirkte
außen und innen heruntergekommen,
am Badesteg bestand akute Verletzungsgefahr durch zahlreiche herausragende
rostige Nägel und notdürftig zusam-
mengeflickte Anlagen.
den Gästen eine nicht
Warmwasserzuleitung,
richtungsgegenstände
mängel zugemutet.
Zudem wurden
funktionierende
vergilbte Einund Hygiene-
Essen? Nein, danke! Weil die
Mahlzeiten stets völlig versalzen, teilweise sogar ungenießbar waren, musste
die Familie trotz gebuchter und bezahlter Halbpension immer öfter auswärts
essen gehen – und traf in den umliegenden Restaurants andere Gäste ihres
Hotels! Kurz und gut: Die Diskrepanz
zwischen Beschreibung im Internet und
tatsächlicher Leistung war gewaltig.
Als es dann noch zu Eingriffen in die
Privatsphäre kam, als etwa der Hotelier
die Tochter der Familie beim Internetsurfen über das Hotel-WLAN störte
und ihr „Cybersex“ mit ihrem Freund
unterstellte, reichte es den Tirolern endgültig. Sie brachen den Urlaub ab und
schrieben im Internet auf holidaycheck.
de eine negative, aber den Tatsachen
entsprechende Hotelkritik. Prompt er-
AK Merkblatt im Internet
M
Foto: Yuri Arcurs/Fotolia.com
mmer wieder kehren Konsumenten enttäuscht aus dem
Urlaub zurück. Das zeigt eine AK
Auswertung von 153 Reisebeschwerden, die von Mitte Juni bis
Mitte Juli beim VKI eingingen. 39
% der Betroffenen hatten eine
Pauschalreise gebucht, zwei Drittel online.
Fast jeder Vierte erkundigte sich
aufgrund politischer Unruhen bzw.
Hochwasserlage über kostenlose
Reisestornos oder Umbuchungen.
22 % klagten über Mängel –
vom desolaten Zimmer bis hin
zu Lärm. Jeder Fünfte ärgerte
sich wegen gestrichener bzw.
stark verspäteter Flüge. Dennoch
verweigerten viele Airlines Entschädigungsleistungen nach der
Fluggastrechte-Verordnung unter
Hinweis auf technische Gebrechen.
Auch beschädigtes Gepäck war
ein Thema sowie intransparente
Preisangaben auf Online-Portalen
bzw. Leistungsänderungen kurz
vor Abreise.
Deshalb:
• Nach der Rückkehr Preisminderung schriftlich und per Einschreiben geltend machen. Es besteht
Anspruch auf Bargeld-Ersatz
(Musterbrief und „Frankfurter Tabelle“ auf www.ak-tirol.com).
• Schadenersatzanspruch für entgangene Urlaubsfreude besteht
bei erheblichen vom Reiseveranstalter verschuldeten Mängeln.
• Reisemängel vor Ort beanstanden und mit Fotos, Zeugen, Videos etc. dokumentieren.
Das gilt: Grundsätzlich steht jedem
frei, auf Bewertungsportalen auch kritische Kommentare zu Unternehmen
oder Dienstleistungen abzugeben, sofern diese wahrheitsgemäß sind.
Aber niemand muss sich ungerechtfertigte Kritik, bewusst falsche Unterstellungen oder gar Beschimpfungen
gefallen lassen. Betroffene haben das
Recht, auch mit gerichtlicher Hilfe
Unterlassung zu fordern, und können
allenfalls auch Schadenersatz wegen
Kreditschädigung verlangen.
Tipp für Konsumenten:
Sichern Sie sich beim Veröffentlichen
wahrheitsgemäßer negativer Äußerungen nach Möglichkeit zusätzlich ab.
Achten Sie darauf, dass Sie diese auch
belegen können! Die Tiroler Familie
konnte sämtliche Erlebnisse entsprechend bezeugen: Sie hatte Fotos von
den Gegebenheiten vor Ort, zudem
wurden viele andere negative Bewertungen für dieses Hotel recherchiert.
Und damit waren die Forderungen des
Hoteliers rasch abgewehrt. <<
!
Bei Fragen und Problemen helfen
die AK Konsumentenschützer unter
0800/22 55 22 – 1818.
Plötzlich sind
die Daten Wolke
MATURAREISEN
it bunten Prospekten und tollen Videos
machen Anbieter von Maturareisen in
Tirols Schulen Lust auf mehr. Doch die Tücken liegen meist in den Vertragsdetails. Deshalb haben die AK Konsumentenschützer im
Merkblatt „Vorsicht Fallen bei Maturareisen!“
die wichtigsten Infos und Tipps für Schüler
zusammengefasst. Auf ak-tirol.com steht das
Merkblatt kostenlos zum Herunterladen bereit, mit ihm seid ihr für verschiedenste Fragen und gegen Probleme
gerüstet – von A wie AGB über S wie Storno bis Z wie Zeitdruck. Telefonisch sind die AK Experten unter 0800/22 55 22 – 1818 erreichbar.
I
Cloud Computing. Gelangen persönliche Daten in fremde Hände,
drohen Gefahren. Dessen sollten sich Nutzer bewusst sein.
eigenen Zugriff entzogen werden. Und:
Sie können noch Jahre später immer
wieder im Netz auftauchen.
Internet vergisst nicht!
Auf Maturareise
E
ndlich Party pur! – Wieder
ziehen Werber durch die Klassen, um Schülern Maturareisen
schmackhaft zu machen. Doch derartige Groß-Veranstaltungen geben immer wieder auch Anlass zu Beschwerden.
Ob ihr nun plötzlich in ein Hotel
anstatt zur coolen Clubanlage gebracht
werden sollt oder in einen anderen
Urlaubsort, oder ob sich die Reisezeit
verschiebt: Einseitige Änderungen
nach Vertragsabschluss durch den Ver-
anstalter sind nur unter – sehr engen
– gesetzlichen Grenzen zulässig. Preisänderungen müssten schon im Vertrag
entsprechend vorgesehen und definiert sein. Änderungen der Leistung
sind nur zulässig, wenn sie geringfügig
und sachlich gerechtfertigt sind. Bei
wesentlichen Änderungen kann man
die Einhaltung des Vertrages verlangen
oder kostenlos zurücktreten.
Weitere Infos findet ihr im Maturareisen-Merkblatt der AK Konsumentenschützer (siehe oben). <<
Foto: vege/Fotolia.com
Gut informiert. Bei den organisierten Events
haben Schüler natürlich auch Rechte.
Cloud & Co. voll Risiko. Ganz sicher sind nur Daten, die man nicht bekannt gibt.
D
ie
Unterhaltungselektronik
scheint vom „Cloud Computing“, dem „Rechnen in
der Wolke“, erfasst zu sein. Dabei hat
der Nutzer seine Daten und/oder Programme nicht mehr lokal auf PC oder
anderem Endgerät gespeichert, sondern auf einem Server – einer virtuellen
Cloud – irgendwo auf der Welt.
Das kann Vorteile haben. Zum Beispiel,
dass man seinen USB-Stick bzw. Da-
tenträger nie mehr mitnehmen muss.
Selbst im Urlaub kann man mit den
gewohnten Programmen arbeiten und
hat Zugriff auf alle Dokumente, Fotos
und Videos – jederzeit und überall auf
der Welt.
Risiken.
Doch die Nachteile sind
gravierend. Daten können in fremde
Hände gelangen, auf fremden Servern
für immer gespeichert und sogar dem
Wenn persönliche Dokumente, Fotos
oder Videos plötzlich an fremden Orten
im Internet vervielfältigt auftauchen,
ist das ärgerlich, mitunter existenzbedrohend. Dass dies vorkommt, belegen
massenweise gehackte eMail-Accounts
oder erfolgreiche Hackerattacken auf
bestens gesicherte Server von Unternehmen, Regierungen oder Geheimdiensten. Erfahrungen mit Facebook zeigen,
dass der Lösch-Button nur den Zugriff
auf ein Video oder Bild verhindert. Die
Daten aber bleiben gespeichert. Wie
lange, weiß niemand!
Deshalb:
• Im Zweifel lokal speichern.
• Geiz ist geil! Auch in sozialen Netzwerken sehr sparsam mit dem Hochladen
sein.
• 100prozentig geschützt sind nur Daten, die man erst gar nicht bekannt
gibt. <<
THEMA: RECHT & KONSUMENT
Nr. 67, Oktober 2014
5
Putenfleisch & Küchentipps
DEUTSCHLAND
Makler zahlt,
wer ihn bestellt
Salmonellen, Campylobacter. Putenfleisch aus sieben Supermärkten ließ die AK Tirol unter
die Lupe nehmen. Das Testergebnis: Bei vier Proben wurde eine erhöhte Keimzahl festgestellt.
A
b Frühjahr
2015 gilt
bei
unseren
deutschen Nachbarn, was die
AK seit Jahren
für Österreichs Mieter fordert:
Das Besteller-Prinzip für Makler,
sprich, wer den Makler bestellt,
der muss ihn auch zahlen.
„Was in Deutschland geht,
muss auch in Österreich umsetzbar sein“, fordert Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl
eine rasche Änderung in Maklergesetz und ImmobilienmaklerVerordnung. „Schließlich wird
der Makler fast immer vom Vermieter beauftragt. Wenn dieser
künftig die Provision übernehmen muss, bedeutet das für Mieter eine enorme Entlastung und
ist ein wichtiger Schritt auf dem
Weg zu leistbarem Wohnen.“
Foto: AGfoto/Fotolia.com
und Erhitzungshinweise, weshalb den
gesetzlichen Vorschriften entsprochen
wurde. Denn die Beurteilung, ob ein
Lebensmittel für den menschlichen
Verzehr geeignet ist, erfolgt für den
Zeitpunkt und Zustand seines Konsums. Und bei Putenfleisch ist dies ein
vollständig durcherhitzter, und eben
kein roher Zustand.
Das Ergebnis zeigt außerdem, wie
wichtig das Einhalten der Kühlkette, richtige Lagerung und gründliche
Küchenhygiene sind. Vor allem aber
sollten Konsumenten beachten, dass
Geflügel vor dem Verzehr vollständig
durcherhitzt wird, denn dadurch werden Salmonellen, Campylobacter &
Co. abgetötet.
Die Supermärkte wurden bereits zur
Stellungnahme und Überprüfung ihrer
Hygienepraxis aufgefordert. Details
zum Test gibts auf www.ak-tirol.com
TELEFON-BETRUG
Falsche
AK Mitarbeiter
Durchgegart. Salat darf nicht mit rohem Geflügel in Kontakt kommen, etwa über Schneidbrett, Messer oder Hände.
J
edes Jahr werden in Österreich
ungefähr 10.000 Fälle lebensmittelbedingter Erkrankungen
gemeldet – die Dunkelziffer dürfte
aber höher liegen. Deshalb hat die AK
Tirol in sieben Tiroler Supermärkten
verpacktes Putenfleisch gekauft und
auf pathogene Keime prüfen lassen.
Noch am Tag des Einkaufs wurden
die Proben bei der Österreichischen
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) untersucht: Auf Aussehen, Geruch und
Geschmack sowie mikrobiologisch
auf Verderbnis-Erreger und hygienisch
N
icht nur,
dass sich
die Betrüger bei
ihren Anrufen
als AK Mitarbeiter ausgeben.
Sie behaupten auch noch, dass
angeblich Rechnungen aus Lotteriespielteilnahmen offen seien
und setzen ihre Opfer aggressiv
unter Druck. Manchmal ist auch
von einem angeblichen Vertrag
mit einer Lotto-Firma die Rede,
der gegen Bezahlung eines reduzierten Betrages gekündigt
werden könne. Für ihre Anrufe
nutzen die Unbekannten mit Hilfe
eines technischen Tricks dreist
die Festnetznummer einer privaten Wiener Ausbildungseinrichtung, die mit den Vorfällen
nichts zu tun hat.
relevante Keime – darunter die häufigsten, Campylobacter und Salmonellen.
Ergebnis. Bei vier von sieben Proben (57 %) wurde eine erhöhte Keimzahl festgestellt: Bei drei Proben waren
Campylobacter nachweisbar, bei einer
Salmonellen und Campylobacter.
Gesetz. Aus lebensmittelrechtlicher
Sicht waren die vier kontaminierten
Proben allerdings nicht zu beanstanden. Die Verpackungen enthielten
jeweils entsprechende Kühl-, Hygiene-
VKI-Ratgeber zu Medikamenten
U
Foto: grafikplusfoto/Fotolia.com
Die AK Tirol empfiehlt: Sofort
auflegen, keinesfalls Daten,
Kontoverbindung etc. bekanntgeben und Anzeige bei der Polizei erstatten!
nklare Dosierung, unvollständige Erläuterungen: Allein nach Lektüre des Beipackzettels nimmt jeder siebte Patient Arzneien nicht
mehr ein. Mit der überarbeiteten Auflage des
Buches „Medikamente richtig anwenden“ klärt
der Verein für Konsumenteninformation über
Entwicklungen, Zulassung, Vermarktung und
Arzneimittelsicherheit auf. Erhältlich im Buchhandel oder beim VKI, Tel. 01/588 774 bzw.
www.konsument.at um 14,90 Euro.
Hintergrund
Salmonellen kommen in rohen
Eiern, Fleisch und Geflügel vor
und sind vor allem für Personen
mit geschwächtem Immunsystem gefährlich.
Campylobacter lösen bakterielle
Darmerkrankungen aus. Die
Infektion erfolgt meist über nicht
vollständig erhitztes Geflügelfleisch und mangelnde Küchenhygiene.
AK Tipps
• Auf die Kühlung achten: Fleisch,
Fisch und Geflügel so rasch wie möglich und gekühlt nach Hause transportieren und im Kühlschrank bei
höchstens 4° C lagern.
• Gründliche Küchenhygiene: Fleisch,
Fisch und Geflügel gesondert bearbeiten und danach Hände gründlich
waschen. Messer und Schneidbrett
nach dem Kontakt sehr heiß oder im
Geschirrspüler waschen und nicht
mit Lebensmitteln in Kontakt bringen, die roh verzehrt werden, z. B. als
Salat. Arbeitsflächen gut reinigen.
• Durcherhitzen: Geflügel muss vollständig auf zumindest 70° C Kerntemperatur während 10 Minuten erhitzt werden, damit sämtliche Keime
absterben. <<
Alles über Alzheimer
R
und 120.000 Österreicher leiden an einer
demenziellen Erkrankung. 2050 werden es
280.000 sein. Während aber das Syndrom, das
im Alter kommen kann, früher milde als „Verkalken“ beschrieben wurde, verbreitet es nun unter
dem Namen Alzheimer Angst. Im VKI-Ratgeber
„Alzheimer – Diagnose, Verlauf, Behandlung“
finden Interessierte Berichte von Experten und
Betroffenen sowie Basiswissen für den Alltag.
Für 19,60 Euro im Buchhandel oder beim VKI.
Teure Fehler
90 Cent Bankomatgebühr
IBAN. 30 Euro „Stornospesen“ forderte eine
Bank fürs Rückbuchen einer Überweisung.
AK Bankenmonitoring. Untragbar sind für AK Präsident Zangerl
die Gebühren, die für Bankomatbehebungen kassiert werden.
V
Verschreiber mit Folgen. Manche Bank
kassiert hohe „Bearbeitungsgebühren“
Denn für schriftliche Mitteilungen,
dass eine Einzahlung nicht durchgeführt werden konnte, ist ein sogenanntes „kostenbasiertes Entgelt“ gesetzlich
gedeckt. AK Präsident Zangerl: „Wir
fordern die Banken auf, vorerst bei
fehlerhaft ausgefüllten Überweisungen
keine Spesen zu verrechnen.“ <<
olle 90 Cent verrechnet die Bank
für Tirol und Vorarlberg (BTV)
seit 1.10.2014 pro Behebung an
Fremdbankomaten, also an Bankomaten,
die nicht von ihr betrieben werden. An
eigenen Bankomaten verlangt die BTV
pro Behebung noch stolze 60 Cent, nur
eine einzige pro Monat soll kostenlos sein.
Auch andere Banken kassieren – je nach
Kontopaket – Bankomatbehebungsgebühren, beispielsweise die Raiffeisen-Landesbank Tirol (RLB) bis zu 67 Cent. Dabei liegt die Belastung für Tiroler Kunden
seit einiger Zeit auf sehr hohem Niveau,
wie das laufende Bankenmonitoring der
AK Tirol belegt.
Dass ausgerechnet die BTV die Gebühren um 50 % auf Rekordniveau erhöht,
ärgert AK Präsident Erwin Zangerl: „Erst
vor kurzem haben die Herrn Vorstände
stolz das zweite Jahr in Folge Millionen-
gewinne gefeiert. Jetzt werden wieder tausende kleine Gehaltsempfänger zur Kasse
gebeten! Am wenigsten können die Bankenmitarbeiter für derartige Praktiken.
Aber sie müssen diese gegenüber den Kunden rechtfertigen.“ Und noch etwas kritisiert Zangerl: „Da werden die Menschen
vom Schalter zu den Automaten getrieben,
um Kosten zu sparen, und dann kassiert
man sie dort wieder kräftig ab.“
AK Tipps:
Foto: Gina Sanders/Fotolia.com
Foto: Gina Sanders/Fotolia.com
S
eit August gilt die IBAN (International Bank Account
Number) im Zahlungsverkehr.
Doch mit seinen 20 Stellen kann der
Code, der nach zwei Buchstaben für
das Land und zweistelliger Prüfziffer
noch Bankleitzahl und Kontonummer
enthält, leicht zur Fehlerquelle – und
zur Kosten-Falle für Konsumenten
werden: Bis zu 30 Euro verlangten
Banken, weil die IBAN nicht korrekt
angegeben war, das Empfängerkonto
nicht mehr existierte oder der Empfängername falsch war, und Überweisungen deshalb zurückgebucht wurden. Gehen diese ins Ausland, kann es
noch teurer werden.
Weil eine Rückbuchung selbst
gemäß Zahlungsdienstegesetz aber
nichts kosten darf, nutzen manche
Banken einfach einen „Umweg“:
Rekordniveau. Die BTV verlangt bis
zu 90 Cent pro Bankomatbehebung.
• Bei hohen Gebühren Anzahl der Bankomatbehebungen reduzieren.
• Vor Paket- oder Kontowechsel Angebote
auf Basis des eigenen Nutzungsverhalten
vergleichen. Nutzen Sie den AK Bankenrechner auf www.ak-tirol.com
• Unerklärliche Buchungen sofort schriftlich beeinspruchen bzw. Rückbuchung
verlangen! <<
THEMA: EINKOMMEN ZUM AUSKOMMEN
6
Nr. 67, Oktober 2014
Echt magere Zeiten
EINKOMMEN
Blick übern Gartenzaun. Bei den Einkommen rangieren die Tiroler unter „ferner liefen“. Dies
war auch 2013 der Fall, wie Zahlen vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger zeigen.
N
ur 1.930 Euro brutto verdienten die Tiroler laut
Hauptverband der Sozialversicherungsträger 2013 als sogenanntes
mittleres Monatseinkommen. Darunter versteht man ein Jahreseinkommen
inklusive Sonderzahlungen dividiert
durch 14. Und es bedeutet, dass 50 %
der Beschäftigten mehr verdienen und
50 % weniger.
Allerdings lagen die Tiroler Beschäftigten mit 1.930 Euro um 5,3 % (107
Euro) unter dem Österreich-Schnitt
von 2.037 Euro. Den besten Wert erreichte Vorarlberg mit 2.132 Euro. Im
Bundesländervergleich nahm Tirol gar
den vorletzten Platz ein, vor den Burgenländern mit 1.713 Euro.
Vergleich. Auch aufgesplittet nach
€ 2.132
€ 2.596
€ 1.623
OÖ
€ 2.110
€ 2.523
€ 1.547
Wien
€ 2.091
€ 2.333
€ 1.831
Steiermark
€ 1.995
€ 2.363
€ 1.489
NÖ
€ 1.979
€ 2.298
€ 1.520
Salzburg
€ 1.960
€ 2.334
€ 1.584
Mittlere Bruttoeinkommen 2013
Kärnten
€ 1.959
€ 2.309
€ 1.531
Q: Hauptverband der Sozialversicherungsträger
Tirol
€ 1.930
€ 2.300
€ 1.560
Burgenland
€ 1.713
€ 2.001
€ 1.387
Österreich
€ 2.037
€ 2.388
€ 1.620
Männer - Frauen
2.132
Euro
2.110
Euro
2.091
Euro
2.037
Euro
1.995
Euro 1.979 1.960 1.959
Euro Euro
1.930
Euro Euro
Bgld.
Tirol
ÖSTERREICH
1.713
Euro
Kärnten
Salzburg
NÖ
Steiermark
Wien
Erben, schenken
und vorsorgen
Vorarlberg
Einkommen
in Österreich
OÖ
AK infoabend
F
g
Realeinkommen. Entscheidend
zur Beurteilung ist die Realeinkommensentwicklung. Zwar ist es schön,
wenn die Zahlen auf den Lohnzetteln
jährlich größer werden. Relevant ist
allerdings nur, wenn die Kaufkraft bereinigt um die Wirkung der Inflation
ansteigt. Nominell, d. h. als reine Zah-
M
r
Vorarlbe
Geschlechtern hatten wir das Nachsehen: Die Tiroler Männereinkommen
lagen im Schnitt bei 2.300 Euro brutto und damit um 3,7 % unter dem
Österreich-Durchschnitt. Am besten
schnitten die Vorarlberger mit 2.596
Euro ab, damit verdienten sie um fast
13 % (297 Euro) mehr.
Mit 1.560 Euro lagen die Tirolerinnen ebenfalls um 3,7 % unter dem
bundesweiten Durchschnitt. Weit
vorn rangierten die Wienerinnen, die
mit 1.831 Euro Monatseinkommen
um 17 % (271 Euro) mehr verdienten,
als die Tirolerinnen. Allerdings lagen
die Fraueneinkommen in den Bundesländern – bis auf Wien am oberen
Ende der Skala und die Steiermark
und das Burgenland am unteren –
recht nahe beieinander. So betrug der
Abstand zu Vorarlberg mit den zweithöchsten Fraueneinkommen (1.623
Euro) nur mehr 4 %.
Gesamt
1.930 Euro machte das mittlere Monatseinkommen der Tiroler aus. Damit lagen wir an vorletzter Stelle.
len, stiegen die Einkommen in Tirol
von 2012 auf 2013 um 3,1 % an. Zieht
man den Kaufkraftverlust durch die
Jahresinflation von 2 % ab, so blieb ein
realer Einkommenszuwachs von 1,1 %
übrig. Damit wies Tirol den höchsten
Realeinkommenszuwachs aller Bundesländer auf.
Alter. Interessant ist auch, in welchem
Alter Männer und Frauen ihr jeweils
höchstes Durchschnittseinkommen
erzielen. Laut Hauptverbands-Statistik
(1.708 Euro). Der Einkommensschnitt
der 30- bis 34Jährigen lag dagegen bei
1.652 Euro, jener der 35- bis 39Jährigen bei 1.470 Euro. Dieser Rückgang
dürfte mit eingeschränkten Erwerbsmöglichkeiten durch (Kinder-)Betreuungspflichten zu erklären sein. (Achtung: Geringfügige Beschäftigungen
sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt.) Erst von den 50- bis 54Jährigen wird das Einkommensniveau der
25- bis 29Jährigen annähernd, aber nie
gänzlich, erreicht. <<
war dieses in Tirol bei Männern in der
Altersgruppe der 55- bis 59Jährigen
am höchsten (2.725 Euro). Zudem war
das Einkommen in jeder Altersschicht
der Männer höher als in der vorhergehenden. Dies stimmt mit der Annahme überein, dass die Einkommen
steigen, je länger man im Berufsleben
steht, sofern Erwerbskarrieren ohne
Unterbrechung verlaufen.
Tirols Frauen erreichten das höchste
Durchschnittseinkommen bereits in
der Altersgruppe der 25- bis 29Jährigen
Wenig Einkommen,
teures Leben
Kitzbühel ist
Schlusslicht
W
er hätte das gedacht?
Ausgerechnet im Bezirk
Kitzbühel, wo sich gern die Reichen und Schönen tummeln,
liegen die Durchschnittseinkommen am niedrigsten! Hier ein
paar Details zu den Bezirken:
• Das höchste Medianeinkommen der Tiroler Bezirke wies
der Bezirk Kufstein mit 1.972
Euro auf. Damit lag er um 2,2 %
über dem Tiroler Durchschnitt.
Am niedrigsten war das Durchschnittseinkommen mit 1.783
Euro in Kitzbühel und lag um 7,6
% unter dem Tirol-Schnitt.
• Die höchsten Männereinkommen gab es mit 2.400 Euro im
Bezirk Reutte – als Folge des hohen Anteils von Industrie, in der
überdurchschnittlich
bezahlt
wird. Die niedrigsten wurden in
Kitzbühel erfasst: Dort lag das
durchschnittliche Bruttoeinkommen von 2.037 Euro um 11,4
% unter dem Tiroler Schnitt und
um 363 Euro brutto unter dem
der Reuttener.
• Frauen erzielten im Bezirk Landeck das höchste Einkommen.
Mit 1.687 Euro lagen sie um
8,1 % über dem Tiroler Durchschnitt. Am wenigsten verdienten die Osttirolerinnen, mit
1.405 Euro lagen sie um 9,9
% unter dem Tiroler Medianeinkommen.
Österreich-Vergleich. Wo
aber liegen die Tiroler Bezirke
im Ranking aller 95 österreichischen Bezirke (Wien wird als ein
Bezirk gewertet)?
• Kufstein liegt als bester Tiroler
Bezirk an 38. Stelle. Der Abstand zum top-platzierten Bezirk
Steyr (2.609 Euro Medianeinkommen) beträgt 637 Euro
brutto. Reutte und Innsbruck folgen auf den Plätzen 40 und 41.
• Tirols
Schlusslicht
Kitzbühel nimmt Platz 74 ein. Die
österreich­
weit geringsten Einkommen hat der Bezirk Rust im
Burgenland mit 1.237 Euro.
HINTERGRUND
Einkommen in
der Statistik
Ungerecht. Extrem sind die Unterschiede bei den Monatseinkommen
zwischen Männern und Frauen, aber auch im Bundesländervergleich.
€ 2.596
W
ie wird ein Testament
korrekt aufgesetzt? Und
was ist bei einer Schenkung
oder Übergabe von Liegenschaften zu beachten? Jeder,
der seinen Nachlass regeln
möchte, muss sich mit diesen
Fragen beschäftigen. Antworten darauf gibt Notar Dr. Bernhard Fritz beim Infoabend „Erben, schenken und vorsorgen“
am Mittwoch, dem 12. November, um 18.30 Uhr in der
AK Tirol in Innsbruck. Eine Anmeldung ist erforderlich unter
0800/22 55 22 – 1836 oder
konsument@ak-tirol.com
Vorarlberg
M
TOP FRAU
€ 1.831
TIROL
MANN
€ 2.300
Mittlere Monatsbruttoeinkommen 2013; Q: Hauptverband der Sozialversicherungsträger
Vorarlberger und Wienerinnen verdienen deutlich besser.
Wien
TIROL
FRAU
€ 1.560
Mittlere Monatsbruttoeinkommen 2013; Quelle: Hauptverband der Sozialversicherungsträger
TOP MANN
ehrfach wies die AK Tirol
bereits auf die prekäre Situation vieler Tiroler Familien hin: Diese müssen nicht nur mit
niedrigeren Einkommen auskommen,
sondern auch noch mehr für Wohnen,
Essen und Energie zahlen, als Beschäftigte in anderen Bundesländern.
Diese Ungerechtigkeit zeigt die
Grafik links besonders deutlich:
2.300 Euro machte das mittlere Monatseinkommen eines Tirolers 2013
aus – im Gegensatz zu 2.596 Euro für
die Vorarlberger Männer.
Und während die Tirolerinnen
1.560 Euro erhielten, brachten es die
Wienerinnen auf Platz 1 im Ranking
auf durchschnittlich 1.831 Euro.
Auch das zeigt, wie dringend nötig
eine Lohnsteuerreform ist. <<
! Mehr Infos auf www.ak-tirol.com
I
n Österreich gibt es zwei
Hauptquellen für Einkommensstatistiken: Die Statistik
der Lohnsteuer der Statistik
Austria und die Daten des
Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, wie sie hier
verwendet wurden. Beide unterscheiden sich grundsätzlich.
Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger erfasst alle
Arbeiter und Angestellten, nicht
aber Lehrlinge, geringfügig Beschäftigte und Pragmatisierte.
Einkommen werden nur bis zur
Höchstbeitragsgrundlage berücksichtigt, die geographische
Zuordnung erfolgt nach Arbeitsort. Ob Voll- oder Teilzeit wird
nicht erfasst.
THEMA: Recht & Geld
Nr. 67, Oktober 2014
Geld für Geringfügige
E
Schutz in allen Lebenslagen
in Extra im Börsel kann
vor Weihnachten jeder
gut gebrauchen. Aber wie
schaut es aus bei Teilzeitbzw. geringfügig Beschäftigten? Bekommen sie auch
Sonderzahlungen, wie Weihnachts- und Urlaubsgeld? Die
Antwort in Kürze: Sieht der anzuwendende Kollektivvertrag
Sonderzahlungen vor, oder werden diese sonst im Betrieb
bezahlt, dann stehen diese auch den Teilzeitbeschäftigten
und damit auch den geringfügig Beschäftigten im anteiligen
Ausmaß zu. Auskünfte dazu unter 0800/22 55 22 -1414.
Foto: Karin Jähne/Fotolia.com
D
ie Mitglieder fühlen sich
in ihrer AK bestens
aufgehoben und wissen die
Vorzüge zu schätzen: Kompetente Beratung, gutes Service
und gezielte Interessenarbeit
machen die AK Tirol zum verlässlichen Partner in der Arbeitswelt und in allen Lebensbereichen: Egal, ob im Arbeits-,
Sozial-, Konsumenten- oder Steuerrecht, in Wirtschafts-, Jugend- oder Bildungsfragen, in Innsbruck oder in den Bezirken.
Einfach vorbeikommen oder anrufen unter der kostenlosen
Hotline 0800/22 55 22.
Foto: Yuri Arcurs/Fotolia.com
7
Der freie Dienstvertrag
V
iele Mitarbeiter werden
auf Basis freier Dienstverträge oder Werkverträge
beschäftigt. Aber Nutznießer
sind vor allem die Arbeitgeber,
die sich z. B. Sonderzahlungen
sparen. Alle Infos zu atypischen
Beschäftigungsformen und zu
den Unterschieden zum klassischen Arbeitsverhältnis finden Sie in der neuen AK Broschüre „Der freie Dienstvertrag – Arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtliche
Grundlagen“, kostenlos erhältlich unter 0800/22 55 22
– 1432 oder als Download auf www.ak-tirol.com
Foto: Fotolia.com
Das lange Warten auf das Geld
Reagieren. Immer wieder müssen sich Beschäftigte mit offenem Lohn bzw. nicht bezahlten Überstunden
herumschlagen, oder sie bekommen keine Abrechnung. Hier gibts Experten-Tipps, wie man zu seinem Geld kommt.
F
Abrechnung. Jeder Arbeitnehmer
ür Beschäftigte ist es besonders
ärgerlich, wenn sie ihren Lohn
bzw. ihr Gehalt nicht rechtzeitig
oder nicht vollständig ausbezahlt bekommen. Fixkosten müssen beglichen
werden, und ein Minus am Konto ist
extrem teuer.
muss steuerrechtlich spätestens mit der
jeweiligen monatlichen Lohnzahlung
eine monatliche Lohnabrechnung erhalten. Eine Lohnabrechnung hat die
verrechneten Ansprüche (wie etwa
Lohn/Gehalt, geleistete Überstunden,
Urlaubszuschuss, Weihnachtsremuneration, ...) sowie die vorgenommenen
Abzüge (Sozialversicherungsbeiträge,
Steuer) zu enthalten. Dem Arbeitnehmer muss klar sein, welche Leistungen
der Arbeitgeber berücksichtigt hat.
Lohn am Monatsende. Bei An-
gestellten wird üblicherweise von der
Möglichkeit Gebrauch gemacht, die
Zahlung für den Schluss eines jeden
Kalendermonats zu vereinbaren.
Arbeiter haben das Entgelt bei stundenweiser Entlohnung am Schluss
jeder Kalenderwoche, bei einer nach
Monaten bemessenen Entlohnung am
Ende eines jeden Kalendermonats zu
erhalten. Bei Arbeitern ist es jedoch
zulässig, durch Kollektivvertrag oder
Arbeitsvertrag einen anderen Fälligkeitszeitpunkt zu vereinbaren. Aber
der Arbeitsvertrag darf keine spätere
Lohnzahlung festlegen, als der Kollektivvertrag.
Kontrolle. Jeder Beschäftigte sollte die
zum Fälligkeitstermin nicht gezahlt,
können Sie den Arbeitgeber zunächst
mündlich zur Zahlung auffordern.
Bleibt das erfolglos, dann sollte dem
Arbeitgeber ein eingeschriebener
Mahn­brief mit einer Zahlungsfrist von
14 Tagen geschickt werden. Hilft auch
das nichts, am besten sofort mit den
Experten der Arbeiterkammer in Verbindung setzen.
NEUER FALTER
Wenn der Lohn
gepfändet wird
Foto: istockphoto.com
Zahlungsverzug. Wurde der Lohn
Pünktlich. Wenn Lohn bzw. Gehalt nicht pünktlich am Konto sind, kommt so
mancher Arbeitnehmer in Bedrängnis.
monatliche Lohnabrechnung kontrollieren, um festzustellen, ob alle zustehenden Ansprüche berechnet wurden.
Eventuell fehlende Entgeltbestandteile,
wie etwa Mehr- oder Überstunden,
müssen beim Arbeitgeber rechtzeitig
eingefordert werden. Denn oft finden
sich in Arbeitsverträgen oder Kollektivverträgen
Verfallsbestimmungen,
wonach offene Ansprüche innerhalb
weniger Wochen oder Monate (sehr oft
nur drei Monate) geltend gemacht oder
sogar eingeklagt werden müssen (siehe
Beitrag rechts).
Wird das Arbeitsverhältnis beendet,
ist ebenfalls eine Lohnabrechnung (=
Endabrechnung) auszufolgen. Die Fälligkeit der Abrechnung ist grundsätzlich
der Tag der Beendigung. In der Praxis
kann es vorkommen, dass die Endabrechnung einige Tage nach Beendigung
ausgestellt und zugesandt wird. <<
3 MONATE BIS 3 JAHRE
Kontrolle und
Verfallsfristen
B
ei Erhalt einer ordnungsgemäßen Lohnabrechnung ist
die rechtzeitige Kontrolle notwendig, um fehlenden Lohn oder
ausstehendes Gehalt erfolgreich
einfordern zu können. Oft finden
sich in den Arbeitsverträgen
oder Kollektivverträgen Verfallsbestimmungen, wonach offene
Ansprüche innerhalb weniger
Wochen oder Monate gegenüber dem Arbeitgeber geltend
gemacht oder sogar eingeklagt
werden müssen.
Es ist ratsam, offene Ansprüche immer schriftlich geltend zu
machen. Am besten geschieht
das mit einem eingeschriebenen
Brief. So ist im Streitfall auch
ein Nachweis möglich. Falls der
Arbeitgeber keine ordnungsgemäße Lohnabrechnung übermittelt, kann er sich in keinem Fall auf
diverse Verfallsbestimmungen
berufen. Innerhalb von 3 Jahren müssen
aber sämtliche offenen Ansprüche gerichtlich geltend gemacht
werden, da sie sonst verjähren!
VOM LOHN BLEIBT IMMER WENIGER.
V
iele Notlagen können in
eine Lohnexekution münden. Das sorgt bei Betroffenen
oft für Verzweiflung und viele offene Fragen. Was vom Einkommen übrig bleiben muss, und
was bei der Berechnung des
unpfändbaren Freibetrags berücksichtigt wird, erklären AK
Experten im neuen Falter „Lohnpfändung – Wichtige Bestimmungen bei der Lohnexekution“.
Ein Überblick veranschaulicht,
wie etwa Sachleistungen bewertet oder Sonderzahlungen der
Pfändung unterworfen werden.
Der Falter kann kostenlos angefordert werden unter der Hotline 0800/22 55 22 - 1432
oder herunterzuladen auf www.
ak-tirol.com. Betroffene sollten
sich möglichst persönlich beraten lassen.
Rechnen Sie sich aus,
was Ihnen unser
Steuermodell bringt:
mehrnetto.arbeiterkammer.at
Die Belastungen werden immer höher warum sollen immer wir Arbeitnehmer
alles finanzieren? Wir fordern:
GERECHTIGKEIT MUSS SEIN
THEMA: JUNGE & AUSBILDUNG
8
Bitte melden
Prüfungsbeisitzer
gesucht
Das Lehrverhältnis beginnt …
Augen auf. Im September haben viele junge Tirolerinnen und Tiroler eine Lehre begonnen.
Hier gibt es einige wichtige Hinweise, damit der Start ins Berufsleben auch gut gelingt.
D
ie AK Tirol sucht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
als Prüfungsbeisitzer für Lehrabschlussprüfungen in den Lehrberufen Maler und Beschichtungstechniker, Drucktechniker und
Druckvorstufentechniker.
I
Voraussetzungen dafür sind:
• Aktuelle Beschäftigung im jeweiligen Beruf,
• mindestens vierjährige Tätigkeit
im Lehrberuf,
• abgelegte Lehrabschlussprüfung bzw. schulische Ausbildung,
die die Lehrabschlussprüfung
ersetzt,
• Mindestalter 21 Jahre.
• Erfahrungen in der Lehrlingsausbildung sind von Vorteil.
Dreimonatige Probezeit. Die
ers­
ten drei Monate des Lehrverhält­
nisses sind die sogenannte Probezeit.
Innerhalb der Probezeit kann sowohl
der Lehrberechtigte, als auch der Lehr­
ling das Lehrverhältnis jederzeit ohne
Angabe von Gründen lösen. Die Auflö­
sung muss jedoch schriftlich erfolgen!
m September haben traditionsge­
mäß wieder viele Lehrverhältnisse
begonnen. Hier findest du die bes­
ten Tipps für den Beginn der Lehre,
damit der Start ins Berufsleben zur
Punktlandung wird.
Freifahrt für Lehrlinge. Zu Be­
Die Prüfungsbeisitzerinnen und
-beisitzer erhalten für ihren Einsatz
eine Aufwandsentschädigung.
AK Jugendabteilung,
0800/22 55 22 - 1566
oder jugend@ak-tirol.com
Guter Start. Der Umstieg von der Schule auf die Lehre war für Maschinenschlosserin Franziska ein Erfolgserlebnis.
ginn ist es für den Lehrling wichtig,
die Lehrlingsfreifahrt zu organisieren.
Lehrlinge können die Freifahrt für
Schüler und Lehrlinge zum Selbstbe­
halt von 19,60 Euro beantragen. Darü­
ber hinaus bietet der Verkehrsverbund
Tirol (VVT) die Möglichkeit, mit dem
LehrPlus- bzw. SchulPlus-Ticket ein
ganzes Jahr um 96 Euro in ganz Tirol
unterwegs zu sein. Die notwendigen
Formulare und Infos erhältst du bei der
Arbeiterkammer oder dem VVT.
Berufsbild genau anschauen.
Wir empfehlen, zu Beginn und auch
während des Lehrverhältnisses das
Berufsbild genau anzuschauen (siehe
Beitrag unten). In der Lehrberufsliste
ist genau aufgelistet, welche Fertig­
keiten du während der Lehre erlernen
musst.
Arbeitszeiten. Schreibe deine Ar­
beitszeiten lückenlos und verlässlich
auf. Sollte es einmal Probleme geben,
sind deine Arbeitszeitaufzeichnungen
sehr hilfreich.
Das Berufsbild. Dies ist die
Grundlage für die Ausbildung im Be­
trieb, und dieser ist dazu verpflichtet,
die Inhalte zu vermitteln. <<
?
Noch Fragen? Solltest du
weitere Infos zum Beginn
deiner Lehre benötigen,
wende dich an die Expertinnen
und Experten deiner AK-Jugendabteilung unter der Gratishotline
0800/22 55 22 – 1566.
ZU BEACHTEN
Gernot ist 17 Jahre alt und lernt beim
Ausbildungsbetrieb Achenseeschifffahrt den Lehrberuf des Binnenschiffers. Er ist zur Zeit der einzige Lehrling
in diesem Lehrberuf in Tirol, er lernt
damit das Handwerk des „Matrosen“.
Dazu gehören die Durchführung von
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, Gernot hilft zudem beim An- und
Ablegen der Schiffe (z. B. Seilverheftungsarbeiten), ist Ansprechpartner
für die Fahrgäste und sorgt für sicheres Ein- und Aussteigen bei jeder Anlegestelle.
Dafür bringt er alle Voraussetzungen
an einen Lehrling in diesem Bereich
mit: Physische Ausdauer, Gleichgewichtsgefühl, handwerkliches Geschick, Teamfähigkeit und offener
Umgang mit Kunden. Von Mai bis
November ist sein Arbeitsplatz das
Schiff, während der Wintermonate erledigt Gernot mit seinen Kollegen in der Werft Reparaturen und
Instandhaltungsarbeiten. Mit seiner
Ausbilderin, Frau Kapitän Daniela
Nr. 67, Oktober 2014
Berufsbilder
als Grundlage
Hier kommt Gernots Arbeitsplatz - die MS Tirol.
Foto: Uwe und Karin Annas/Fotolia.com
D
Gernot begleitet die
Fahrgäste aufs Schiff.
Dann heißt es
LEINEN LOS!
Gernots Ziel:
Einmal selbst als Kapitän über
die Weltmeere zu steuern.
Binnenschiffer
R
E
T
R
O
P
E
R
K
A
Lehrzeit: 3 Jahre
Berufsschule für Maschinen-,
Fertigungstechnik und Elektronik (Wien)
Von Frau Kapitän Daniela
Neuhauser lernt Gernot das
Handwerk des Binnenschiffers.
Richtige Seemannsknoten geben
in der Berufsschule gute Noten :)
Im Winter hilft Gernot bei der
Instandhaltung und Wartung
der Schiffe in der Werft der
Achenseeschifffahrt.
Neuhauser, lernt er die Grundlagen
der Nautik, Schiffstechnik sowie den
professionellen Umgang mit Kunden.
Um insgesamt fünf Schiffe, die am
Achensee unterwegs sind, kümmert
sich Gernot, 270.000 Fahrgäste werden mit ihnen in den Sommermonaten transportiert. Einmal im Jahr trifft
er seine derzeit 20 Lehrlingskolleginnen und -kollegen aus ganz Österreich in der Berufsschule in Wien. Die
Lehre ist der Start in die Schifffahrt.
Danach kann Gernot sich noch weiterbilden und sogar das Kapitänspatent erlangen. Dazu hat er jetzt schon
die besten Voraussetzungen – Gernot
nützt nämlich auch die Möglichkeit
von Lehre mit Matura. Seine Entscheidung, einen so ungewöhnlichen
Lehrberuf zu wählen, hat Gernot nie
bereut. Also – auf zu neuen Ufern!
Wer noch mehr über Gernot, seinen Betrieb und Lehrberuf erfahren
möchte, findet unter www.facebook.
com/futureatwork einen kurzen Film.
as Berufsbild ist die wichtigste Grundlage der praktischen Lehrberufsausbildung. Für
jeden Lehrberuf wurde ein solches
Berufsbild verfasst. Es regelt, was
im jeweiligen Lehrjahr gelernt werden muss.
Das Berufsbild ist eine Verordnung, ein Rechtstext also, in der
Fachsprache der Juristen formuliert, oft schwer verständlich für
Laien. Kein Wunder, dass es in den
allermeisten Fällen in den Schubladen von Betrieben und Lehrlingen
verschwindet.
Damit es zum Hilfsmittel in der
Ausbildung wird und von Lehrling
und Betrieb in regelmäßigen Abständen durchgeschaut wird, bietet die Arbeiterkammer Tirol diese
Ausbildungsvorschriften für die 10
häufigsten Lehrberufe in Tirol in einer verständlichen Form an. Damit
werden Lesbarkeit und Verständlichkeit erhöht und die Möglichkeit
eröffnet, die Berufsbilder als Kontrollunterlage in der Ausbildungspraxis zu verwenden.
Diese verständlicheren Textversionen der Berufsbilder für
die Lehrberufe Einzelhandel – Lebensmittel, Büro, Tischlerei, Restaurant, Maurer, Kraftfahrzeugtechnik, Koch, Installations- und
Gebäudetechnik, Friseur und Elektrotechnik finden sich auf www.
ak-tirol.com/beratung/jugend/
lehre oder können direkt in der Jugendabteilung der AK Tirol unter
0800/22 55 22 - 1566 angefordert werden.
THEMA: Arbeit & Recht
Foto: Andres Rodriguez/Fotolia.com
ür alle, die sich
rasch
einen
ers­ten
Eindruck
machen
wollen,
gibt es Kurzfilme
auf der AK Homepage zu den Problembereichen „ Entlassung“, „Ich
kündige“, „Ich will Urlaub“, „Recht auf
Pflegefreistellung“, „Überstunden“,
„Krankenstand“,
„Elternteilzeit“,
„Troubles in der Lehre“ sowie „Steuerausgleich leicht gemacht“. Einfach
anklicken und reinschauen in die
informativen Filme auf www.ak-tirol.
com unter Service/Videos.
O
b
Arbeitsvertrag, Dienstzettel,
Urlaubsrecht,
Krankenstand, Abfertigung, Pflegefreistellung, Kündigung
oder
Entlassung:
Das Arbeitsrecht ist nicht immer
leicht zu verstehen. Damit Beschäftigte Bescheid wissen und nachlesen können, was erlaubt ist, und wo
Sie aufpassen müssen, gibt es die
handliche AK Broschüre „Arbeitsrecht griffbereit“. Anzufordern unter
0800/22 55 22 - 1432 oder als
Download auf www.ak-tirol.com
Arbeitspapiere
stehen zu
P
apiere,
wie
Dienstzettel, Arbeitsbescheinigung,
Lohnzettel, Entgeltbestätigung
oder
Arbeitszeugnis sind
wichtig. Aber es ist
nicht leicht, bei dieser Fülle den Überblick zu behalten. Im neuen AK Falter
„Arbeitspapiere“ wird erklärt, welche
Dokumente Beschäftigten zustehen,
wenn sie sich in einem aufrechten
Arbeitsverhältnis befinden bzw.
wenn dieses beendet wurde. Anfordern unter 0800/22 55 22 - 1432
oder auf www.ak-tirol.com
AK Zeitspeicher
auch per Handy
Gehalt: So viel
bleibt netto
A
B
rbeitszeitaufzeichnungen
sind die Grundlage,
um die Auszahlungen für Mehrund Überstunden
zu
kontrollieren.
Arbeitnehmer sollten ihre Arbeitszeiten immer dokumentieren. Deshalb hat die AK den kostenlosen Zeitspeicher entwickelt. Einfach www.
ak-zeitspeicher.at mit Ihrem Smartphone aufrufen. Oder auf www.ak-tirol.com unter Service/Musterbriefe
Arbeitszeitaufzeichnungen zum selber Ausfüllen herunterladen.
ei der Einstellung ist meist
vom
Bruttolohn
die Rede. Mit dem
Brutto-NettoRechner auf www.
ak-tirol.com wissen
Sie in ein paar Sekunden ihr exaktes
Nettogehalt. Sie brauchen nur ein
paar persönliche Daten, wie Arbeitsverhältnis, Bruttogehalt, Geburtstag oder Pendlerpauschale, und mit
einem Klick auf „Berechnen“ wissen
Sie, wie hoch Ihre Abzüge monatlich
sind, und ob sie korrekt ermittelt
werden. Also reinklicken.
Foto: drubig-photo/Fotolia.com
F
Kleines Einmaleins
griffbereit
Foto: indigofotos/Fotolia.com
Gute Tipps in
witzigen Job-Clips
9
Foto: olly/Fotolia.com
Nr. 67, Oktober 2014
Die häufigsten Irrtümer im Arbeitsrecht
Richtig oder falsch? Hartnäckig halten sich falsche Meinungen, wenn es um Themen wie Krankenstand, Urlaub oder
Kündigung geht. Schlimmstenfalls haben Arbeitnehmer dadurch aber das Nachsehen. Testen Sie deshalb Ihr Wissen.
M
„Überstunden muss man nicht
machen.“
uss ich Überstunden machen? Kann ich im Krankenstand gekündigt werden?
Immer wieder sind Beschäftigte mit
arbeitsrechtlichen Fragen konfrontiert.
Doch der gut gemeinte Rat von Freunden entpuppt sich häufig als Irrtum, hinter dem sogar Job-Fallen lauern können.
Denn im Ernstfall zahlt der drauf, der
seine Rechte und Pflichten nicht kennt.
Wer sich nicht absolut sicher ist, erkundigt sich bei seiner Arbeiterkammer, bevor er etwas unterschreibt. Checken Sie
Ihr Wissen rund ums Thema Arbeitsrecht. Was ist richtig, was ist falsch?
Das ist richtig. Überstunden können
wegen wichtiger persönlicher Gründe
abgelehnt werden, z. B. weil Kinder betreut werden müssen.
„Bei einer einvernehmlichen Lösung gelten die üblichen Regeln einer Kündigung.“
Das ist falsch. Bei der „Einvernehmlichen“ gibt es keine Fristen und Termine, das Dienstverhältnis endet zu
dem Zeitpunkt, den Sie vereinbart
haben. Ist die „Einvernehmliche“ unterschrieben, kann sie auch nicht mehr
zurück genommen werden.
„Im Krankenstand kann ich
nicht gekündigt werden.“
„Kündigen muss der Chef immer schriftlich.“
Das ist falsch und der häufigste Irrtum. Auch im Krankenstand ist eine
Kündigung möglich, der Arbeitgeber
muss jedoch Fristen und Termine einhalten. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bleibt bestehen.
Tipp: Lassen Sie sich im Krankenstand
nicht auf eine einvernehmliche Lösung
ein. Sie könnten bares Geld verlieren!
Das ist ein Irrtum. Bis auf wenige
Ausnahmen gilt auch eine mündliche – sogar über einen Boten – ausgesprochene Kündigung. Ab diesem
Zeitpunkt laufen Fristen, um dagegen
vorzugehen.
!
„Im Krankenstand brauche
ich die ersten drei Tage keine
Bestätigung vom Arzt.“
Das stimmt nicht: Wenn Ihr Arbeitgeber darauf besteht, müssen sie ab dem
ersten Krankenstand-Tag eine Bestätigung vorlegen.
Infos zu arbeitsrechtlichen
Fragen erhalten AK Mitglieder
unter der kostenlosen Hotline
0800/22 55 22 -1414 oder
auf www.ak-tirol.com
Job-Quiz. Hätten Sie es gewusst? Kündigen kann der Chef auch mündlich.
W
er Teilzeit oder geringfügig beschäftigt ist,
sollte über die wichtigsten Bestimmungen Bescheid wissen.
Prinzipiell gilt: Teilzeitarbeit
liegt immer dann vor, wenn
die gesetzliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden oder eine
kürzere
kollektivvertragliche
Normalarbeitszeit (z. B. 38,5
Wochenstunden im Handel)
unterschritten wird.
Die wichtigsten Bestimmungen aus Arbeits- und Sozialrecht, die für Teilzeitbeschäftigte gelten, wurden für die
AK Broschüre „Teilzeitarbeit“
zusammengefasst. Kostenlos
anzufordern unter der Hotline
0800/22 55 22 – 1432 oder
herunterzuladen auf www.aktirol.com
„Unfaire Klauseln im Arbeitsvertrag gelten nicht, auch
wenn ich sie unterschrieben
habe.“
Leider falsch. Es gilt, was unterschrieben wurde, und sei es noch so
unfair – außer es widerspricht klar
dem Gesetz. Viele unterschreiben un-
„Ich kann auch ohne vorherige
Abmahnung entlassen werden.“
Das ist richtig. Der Chef muss nur bei
bestimmten Entlassungsgründen vorher
abmahnen, etwa wenn Sie zu spät zur
Arbeit kommen.
„Ansprüche, die mir zustehen,
kann ich nicht verlieren.“
Das ist leider falsch. In vielen Kollektivverträgen oder Einzelverträgen
sind sogenannte Verfallsklauseln enthalten (z. B. drei Monate). Offene
Ansprüche wie etwa Überstunden
müssen innerhalb dieser Fristen geltend gemacht werden, ansonsten sind
sie verloren.
„Über meinen Urlaub kann der
Chef nicht allein bestimmen.“
Das stimmt. Der Urlaub muss mit
dem Beschäftigten einvernehmlich
vereinbart werden. Lediglich Lehrlingen steht im Juli bzw. August ein zweiwöchiger durchgehender Urlaub zu.
Arbeit und Weiterbildung
AK BROSCHÜRE
Teilzeit im
Überblick
faire Verträge, weil sie die Stelle dringend benötigen, ohne Chance, die
unfairen Klauseln „herauszuverhandeln“. Denn sie gelten und begleiten
den Beschäftigten durch das ganze Arbeitsverhältnis. Lassen Sie daher Ihren
Arbeitsvertrag – am besten noch vor
der Unterschrift – von der Arbeiterkammer kontrollieren.
Gut zu wissen. Bei einem Arbeitsverhältnis, das bereits ununterbrochen sechs Monate gedauert
hat, ist es möglich, im Betrieb weiterzuarbeiten, aber trotzdem in Bildungsteilzeit zu gehen.
D
agmar arbeitet seit 2010 in
einer Steuerberatungskanzlei
und möchte eine Ausbildung
zur Personalverrechnerin machen. Sie
fragt ihren Chef, ob sie für sechs Monate
in Bildungskarenz gehen kann. Aber so
lange möchte er nicht auf seine Mitarbeiterin verzichten. Dagmar möchte
in dieser Firma bleiben, sich aber auch
weiterentwickeln, und fragt die AK um
Rat: „Ohne Zustimmung der Firma
können Sie nicht in Bildungskarenz
gehen“, erfährt sie vom Experten. Der
weiß aber einen Ausweg: „Möglich ist
auch eine Bildungsteilzeit: Sie bietet
Zeit zum Lernen, aber dennoch sind Sie
regelmäßig in der Firma.“ Dagmar redet erneut mit ihrem Chef und schlägt
vor, ihre Arbeitszeit für die Zeit der Ausbildung zu halbieren. Dem stimmt der
Chef zu. Ein Jahr lang wird Dagmar
reduziert 20 statt bisher 40 Wochenstunden arbeiten und verdient in dieser Zeit statt bisher rund 1.460 Euro
netto nur noch rund 890 Euro pro
Monat. Für diese Zeit stellt sie beim
AMS einen Antrag auf Bildungsteilzeitgeld. Sie kann mit rund 450 Euro
im Monat rechnen und so ihren Einkommensverlust fast ausgleichen.
• Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit müssen Sie schriftlich mit
der Firma vereinbaren, und Sie
müssen vorher sechs Monate ununterbrochen dort gearbeitet haben.
Lernen. Dagmar freut sich auf ihre Ausbildung und bleibt der Firma weiter erhalten.
• Eine Bildungskarenz können Sie
für mindestens zwei Monate bis
maximal ein Jahr vereinbaren. Sie
können die Bildungskarenz auch in
Teilen antreten.
• Die Bildungsteilzeit kann für
die Dauer von vier Monaten bis
zu zwei Jahren vereinbart werden.
Sie müssen aber mindestens 10
Wochenstunden arbeiten.
• Die Arbeitszeit müssen Sie mindestens um ein Viertel Ihrer Wochenstunden verringern; maximal
ist eine Verringerung der Arbeitszeit um die Hälfte möglich.
• Wenn Sie beim Arbeitsmarktservice
Bildungsteilzeitgeld
beantragen, muss die unmittelbar davorliegende Arbeitszeit für
mindestens sechs Monate unverändert gewesen sein. Das AMS
verlangt einen Nachweis für die
Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme. <<
THEMA: POSITIONEN
10
Nr. 67, Oktober 2014
Comeback der großen Vermögen
Bestseller von Thomas Piketty. Soeben ist sein „Kapital im 21. Jahrhundert“ auf Deutsch erschienen.
E
Verhältnis von Wirtschaftswachstum
und den Renditen für Kapitalbesitz zu
tun. Piketty prognostiziert, dass in den
kommenden Jahren in den industrialisierten Ländern nur mit einem geringen Wirtschaftswachstum zu rechnen
sei. Außer in Aufholphasen, wie etwa
nach dem Zweiten Weltkrieg, hat es
geschichtlich keine entwickelte Volkswirtschaft geschafft, permanent mit
über 1,5 % pro Jahr zu wachsen.
s ist ein unwahrscheinlicher
Bestseller: Ein volkswirtschaftliches Buch, knapp 700 Seiten
stark, übersät mit eher unansehnlichen
Graphiken und zudem nicht gerade
billig.
Und trotzdem: Im April 2014 erreichte „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ des französischen Ökonomen
Thomas Piketty in der englischsprachigen Ausgabe („Capital in the Twenty-First Century“) den ersten Rang in
den Amazon-Verkaufs-Charts. Anfang
Oktober erschien der Bestseller auf
Deutsch.
Das Buch kam wohl gerade zur rechten Zeit. Fragen der Vermögensverteilung sind nach der globalen Finanzund Wirtschaftskrise ins Zentrum der
Aufmerksamkeit gerückt.
Und so fasst das Buch Pikettys langjährige Forschungen zur Verteilung von
Einkommen und Vermögen zusammen. Piketty, Jahrgang 1971, glaubt,
dass die Vermögensverteilung wieder so
ungleich werden könnte, wie Ende des
19. Jahrhunderts, als etwa 90 % aller
Vermögen den reichsten 10 % gehörten
und die Privatvermögen das Bruttoinlandsprodukt um das Sechs- bis Siebenfache überstiegen.
Wenig Wachstum. Warum sollte
das so kommen? Alles hat mit dem
IM TUNNEL
Abblendlicht
nicht vergessen!
Kapitalbesitzer
Thomas Piketty untersuchte für sein Buch Daten aus 20 Ländern mit Rückgriffen bis ins 18. Jahrhundert, um verschiedenste Muster freizulegen.
I
mmer wieder kommt es vor,
dass Autofahrer im Tunnel vergessen, das Licht einzuschalten,
oder diese nur mit dem sogenannten Tagfahrlicht befahren.
Gemäß
Kraftfahrzeuggesetz
muss im Tunnel aber jedenfalls
das Abblendlicht verwendet werden. Mit dem Abblendlicht strahlen auch die Schlussleuchten
rotes Licht nach hinten ab. Das
Verwenden des Tagfahrlichtes,
das bis 2008 tagsüber vorgeschrieben war, ist im Tunnel somit nicht ausreichend!
Beim Tagfahrlicht war es beispielsweise nicht vorgeschrieben, dass gleichzeitig auch die
Schlussleuchten rotes Licht
nach hinten abstrahlen müssen. Daher empfiehlt die Arbeiterkammer den Autofahrern,
beim Befahren von Tunneln
genau darauf zu achten, dass
das Abblendlicht eingeschaltet
ist. Damit wird nicht nur eine
mögliche Strafe verhindert, sondern es dient vor allem auch der
Verkehrssicherheit, da das Auto
gut erkennbar bleibt und gefährliche Situationen vermieden
werden können.
Globale Vermögenssteuer. Piketty schlägt deshalb eine globale Vermögensbesteuerung mit einem progressiven Steuersatz vor: Unter eine Million
Euro würden demnach keine Steuern
anfallen, zwischen eine und 5 Millionen Euro wäre ein Prozent fällig, bei
noch größeren Vermögen ein Prozentsatz von 2 %. Dazu wäre auch ein automatischer, hochgradig transparenter
Datenaustausch zwischen den Finanzverwaltungen und dem Bankensystem
notwendig. Denn, wie Piketty betont,
die wahren Vermögensverhältnisse auf
der Welt sind schlecht erforscht, niemand weiß genau, wie groß die Vermögen tatsächlich sind, und wer sie hält.
Eine solche Steuer hätte nicht das vorrangige Ziel, Geld für den Fiskus zu lukrieren, sondern eine Systemschwäche
in unserer Wirtschaft zu beheben. Denn
eine immer ungleichere Verteilung der
Vermögen wiederspricht auf Dauer einer Gesellschaft, die Chancengleichheit
für alle als wichtig erachtet. <<
!
Buchtipp: Thomas Piketty, „Das
Kapital im 21. Jahrhundert“, Verlag
C. H. Beck, 1. Auflage (7. Oktober
2014), 29,95 Euro.
AK-Fraktionen zum Thema:
Steuergerechtigkeit für alle Gruppen
Liste Erwin Zangerl, AAB-FCG
Sozialdemokratische GewerkschafterInnen
Erwin Zangerl, AK Präsident
Günter Mayr, Fraktionsvorsitzender
D
Vorsicht. Das Verwenden des
Tagfahrlichtes ist im Tunnel nicht
ausreichend!
bevorzugt.
Aber niedriges Wachstum benachteiligt die Einkommensempfänger und
bevorzugt die Kapitalbesitzer. Denn
stets, wie historische Zeitreihen zeigen,
lagen die Renditen für Kapitalvermögen (z. B. Profite, Dividenden, Zinsen,
Mieteinnahmen) über den Zuwächsen
für Arbeitseinkommen. Aber auch der
Steuerwettbewerb zwischen den Staaten und der technologische Fortschritt
bevorzugen Kapitalvermögende. Deshalb konzentrieren sich die Vermögen
immer mehr bei denjenigen, die bereits viel haben, während Menschen
ohne Vermögenswerte weiter zurückfallen.
Piketty bezeichnet dies als die Rückkehr des „patrimonialen Kapitalismus“, also einer Wirtschaftsform, in
der die über Generationen vererbten
Vermögen wesentlich darüber bestim-
men, welche Einkommenshöhe ein
Mensch erreichen kann.
E
ie Arbeitnehmer-Familien stöhnen unter steigenden Belastungen und sinkenden Löhnen. Und
dazu müssen sie noch für zwei Drittel aller Steuern aufkommen! In Zeiten der Wirtschaftskrise müsse man
sparen, lautete die Devise, während andere inzwischen
ihre Millionenvermögen steuerschonend vermehren
konnten. Doch jetzt, da die Beschäftigten zu hunderttausenden unsere Aktion „Lohnsteuer senken“ unterschrieben haben, wird der Mittelstand gezielt mit den
plattesten Argumenten verunsichert. Genau von jenen
Gruppen, die bisher am wenigsten zum Staatswohl beigetragen haben. Was soll man den Arbeitnehmer-Familien denn noch wegnehmen – in Zeiten, in denen mit dem Urlaubsgeld die Kinderbetreuung bezahlt wird,
und mit dem Weihnachtsgeld die Heizmittel? Genau deshalb fordern wir Steuergerechtigkeit statt billiger Taschenspielertricks und endlich eine Lohnsteuer-Reform statt plumper Verunsicherungen. Es geht nicht um das Eigenheim oder das
Sparbuch der Oma! Es geht um Steuergerechtigkeit, zu der endlich alle Gruppen
ihren fairen Anteil leisten müssen. <<
s reicht, wir zahlen zu viel Lohnsteuer. Der Blick auf
den Lohnzettel lässt viele Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer aufgrund der Steuerlast verzweifeln. Für
ein durchschnittliches Tiroler Bruttoeinkommen von
2.252 Euro bezahlen wir momentan 3.824,96 Euro
jährlich an Lohnsteuer. Mit dem Modell von ÖGB und
AK, für das wir tirolweit bereits jetzt mehr als 125.000
Unterschriften gesammelt haben, wären es künftig
2.637,20 Euro weniger. Uns blieben 1.187,76 Euro
netto mehr im Jahr in den Taschen. Das brauchen
wir im teuersten Bundesland dringend. Das ruft naturgemäß neoliberale Kräfte auf den Plan, die uns Unfinanzierbarkeit vorwerfen.
Doch das Modell ist bestens durchdacht. Und ja, wir bekennen uns dazu, dass
Millionäre - aber sicher nicht die Häuslbauer oder Bausparer - künftig einen Teil,
sprich zwischen 0,5 und 1,5 Prozent ihres Millionenvermögens zu unserem System beitragen, um dafür die Lohnsteuerzahler zu entlasten. Die Zeit ist überreif
für eine Entlastung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir brauchen
dringend mehr Steuergerechtigkeit. <<
grüne in der ak
freiheitliche arbeitnehmer in der ak
Helmut Deutinger, Fraktionsvorsitzender
Franz Ebster, Fraktionsobmann
R
eich wird Mann/Frau nicht durch Arbeit! Meist
wird Reichtum vererbt und dann noch vermehrt. In
Österreich wird der ganze Prozess auch noch durch die
niedrige Vermögensbesteuerung beschleunigt. Jedes
Jahr neue Rekordraten an Vermögenszuwächsen. Bei
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern scheint jeder verdiente Euro auf und muss versteuert werden – bei gut
Verdienenden mit bis zu 50 %, aber bei sehr gut Verdienenden dann auch nur mehr mit maximal 50 %. Unser
aktuelles Steuersystem führt zu einer Umverteilung des
Volksvermögens von der Mehrheit zu einer immer kleineren Gruppe. Und gerade
die jammert aktuell besonders laut. Große Vermögen und große Vermögenszuwächse zahlen praktisch gar nichts mehr in den Steuertopf. Große Firmen mit Milliardengewinnen können sich überhaupt, oft nur mit einer Briefkastenfirma in einer
Steueroase, ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung entziehen. Den Staaten
der EU sollen alleine dadurch jedes Jahr 1.000 Milliarden Euro an legal zu entrichtenden Steuern entgehen. Es geht nicht um Neid, aber es geht um Gerechtigkeit! <<
G
ewinn- und Kapitaleinkommen freuen sich über immer weniger Besteuerung. Die Beschäftigten müssen durch Lohn- und Mehrwertsteuer den Großteil der
Staatsausgaben tragen. Diese Steuerungerechtigkeit ist
unerträglich. Das Argument der Kapitalflucht, falls man
auf Vermögen zugreift, kann ich nicht nachvollziehen.
Vermögende schätzen an Österreich die Sicherheitslage,
den Rechtsstaat, die Infrastruktur, das Umfeld, in dem
sie leben. All das wird durch Steuern finanziert und aufrechterhalten, zum Großteil, wie schon erwähnt, durch
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für wahre Steuergerechtigkeit gehört
ein Steuergesetz gemacht, das auch der kleine Mann versteht, nachvollziehen
kann und das alle Einkünfte beinhaltet. Es ist höchste Zeit, den Faktor Arbeit zu
entlas­ten. Man sollte sich hüten, die anstehende Lohnsteuersenkung durch die
Beschäftigten finanzieren zu lassen: Keine Grausamkeiten, wie volle Besteuerung
von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, oder eine neue CO2-Steuer! Das wäre nicht
tragbar für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. <<
THEMA: GESUND & FIT
Nr. 67, Oktober 2014
Grippe oder Erkältung?
11
So können Sie vorbeugen
W
E
Foto: Alexander Raths/Fotolia.com
as landläufig als „Grippe“ bezeichnet wird, ist medizinisch gesehen ein grippaler Infekt, also eine Erkältung. Symptome, die eher langsam auftreten, sind nach
zweitägiger Infektionsphase Halsschmerzen, Schnupfen,
Kopf- und Gliederschmerzen, ab dem fünften Tag klingt sie
mit Husten ab. Plötzlich treten hingegen die Symptome der
echten Grippe oder Influenza auf, die viel gravierender ist
und sogar zum Tod führen kann: Hohes Fieber bis zu 40
Grad und mehr, Schüttelfrost, Müdigkeit, Kopfschmerzen,
trockener Husten, trockene Kehle, angeschwollene Nasenschleimhaut, Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und auch Durchfall.
xperten zufolge können Grippeimpfungen das Risiko
einer Erkrankung um 50 Prozent reduzieren. Ihre vorbeugende Schutzwirkung ist deshalb nicht höher, weil sich
die Viren rasch verändern. Und sie zielt rein auf die echte
Grippe und nicht auf grippale Infekte ab, denn diese werden
von anderen Erregern hervorgerufen.
Empfohlen wird eine Grippeimpfung besonders für alte
Menschen, weil deren Immunsystem schwächer wird, aber
auch für chronisch Kranke und für alle Berufsgruppen, die
mit ihnen zu tun haben. Hat einen die Grippe erst einmal
„erwischt“, können Medikamente in den ersten 24 Stunden
laut Medizinern den Verlauf abschwächen.
Gesund durch den Herbst
Schnupfen ade! Mit 10 Tipps gegen Erkältungen: Wer sich gesund ernährt, auf ausreichend Bewegung,
Schlaf und Sonnenlicht achtet und sich regelmäßig die Hände wäscht, wappnet sich gut gegen Viren.
Foto: drubig photo/Fotolia.com
G
anz schön ungemütlich kann
so ein Herbsttag am Morgen
sein und sich dann untertags
mit all seiner Farbenpracht und spät­
sommerlichen Temperaturen präsen­
tieren. Vor allem, wenn bei uns in
Tirol noch der Föhn mitmischt.
Oft sind dies leider auch die klas­
sischen „Zutaten“ für eine Erkältung
(siehe Beiträge oben). Aber mit ein
paar Tipps können Sie Schnupfen,
Kopfweh, Husten & Co. wirkungs­
voll vorbeugen:
• Bewegung, am besten drei bis vier
Mal pro Woche, minimiert das Ri­
siko einer Virusinfektion. Aber Vor­
sicht: Unbedingt pausieren, sobald
Sie erste Anzeichen von Erkältung
oder Grippe spüren. Und nicht
übertreiben, denn Dauertraining
hat den gegenteiligen Effekt und
belastet das Immunsystem.
• Aufs Idealgewicht achten. Die
Anfälligkeit für Infekte steigt un­
ter einem Body Mass Index (BMI)
von 18 sowie ab 30. Der BMI wird
errechnet, indem man das Gewicht
durch die Körpergröße (in Metern)
zum Quadrat dividiert.
• Allzuviel ist ungesund, das gilt
auch für Vitamine. Wer sich ausge­
wogen ernährt mit viel Obst, Ge­
müse und Ballaststoffen, tut seinem
Immunsystem Gutes. Mediziner
raten zum Apfel, statt zu Vitamin­
tabletten. Letztere machen nur Sinn
bei Leistungssportlern oder spezi­
ellen Erkrankungen. Die Einnahme
von Vitaminen unbedingt mit dem
Arzt absprechen, zu viel Vitamin A
und E kann die Bildung von Tumo­
ren auslösen.
Genießen Sie die kühle Jahreszeit! Bewegung, gutes Essen und eine Portion Sonne tun Körper, Geist und Seele gut.
•D
ie letzte Zigarette. Raucher lei­
den häufiger unter Infektionen,
vermutlich wegen chronischer Ent­
zündungen in der Lunge. Dies wäre
doch ein weiterer guter Grund, um
dem blauen Dunst abzuschwören.
•W
arm halten. Die Kälte selbst
macht nicht krank. Aber sie lässt die
Körpertemperatur sinken, dadurch
wird die Durchblutung reduziert,
der Körper braucht länger, um Er­
reger zu erkennen, und die Viren
vermehren sich so rasch, dass sie der
Körper nicht mehr abwehren kann.
Wer jetzt meint, er kann sich gar
nicht genug einmummen, der irrt:
Zu warme Kleidung erzeugt einen
gegenteiligen Effekt. Wenn man
schwitzt, sinkt die Körpertempera­
tur ebenfalls.
• Als Probiotika sind Mikroorganis­
men in einigen Nahrungsmitteln
enthalten. Zu deren angeblich po­
sitiver Auswirkung aufs Immunsys­
tem gibt es widersprüchliche For­
schungsergebnisse.
• Erwiesen ist hingegen der positive
Effekt von ausreichend Schlaf.
Schlafmangel wird vom Körper als
Stress empfunden, der Cortisol­
spiegel steigt, dies führt zu einer
Blockade des Immunsystems. Wis­
senschafter der Universität Helsinki
entdeckten in einer Studie wichtige
biologische Zusammenhänge zwi­
schen vermindertem Schlaf und den
Abwehrmechanismen des Körpers.
• Einfach und wirkungsvoll sagen jene
den Viren den Kampf an, die sich an
den Spruch aus Kindheitstagen hal­
ten: „Nach der Toilette und vor dem
Essen Händewaschen nicht verges­
sen“. Denn Viren werden nicht nur
über die Luft per Tröpfcheninfekti­
on, sondern sehr oft auch über die
Haut übertragen. Eine Desinfektion
wird aber nur bei engem Kontakt
mit einem Kranken empfohlen.
• Stress vermeiden. Chronischer
Stress versetzt das Immunsystem in
andauernden Alarmzustand. Dies
begünstigt die Entwicklung von
Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkran­
kungen und Depressionen.
• Raus ins Sonnenlicht. In Maßen
ist es der Gesundheit durchaus zu­
träglich! Die UVB-Strahlen wirken
auf die Zirbeldrüse und hellen die
Stimmung auf, daneben bildet der
Körper durch Sonnenlicht 80 Pro­
zent (!) seines Vitamin-D-Bedarfs,
nur 20 % werden über Nahrung
aufgenommen. Bei der Abwehr von
Infektionen spielt Vitamin D eine
zentrale Rolle. Menschen, denen das
sogenannte Sonnenhormon fehlt,
leiden leichter unter Erkältungen,
Infektionen und Schwächegefühl.
Wer zu wenig in die Sonne geht,
kann Vitamin D auch einnehmen
– allerdings nur auf ärztliche Anord­
nung. <<
Hausmittel, die helfen
Teure Zuckerfallen
Kamille statt chemischer Keule. Bei Erkältungen helfen auch manche
„Geheimrezepte“, die schon unsere Großmütter gekannt haben.
Kinderlebensmittel im VKI-Test: Bis zu
40 Prozent Zucker in Frühstückszerealien.
Schmeckt gut, tut gut. Wissen­
schaftlich erwiesen ist zum Beispiel die
positiven Wirkung von Hühnersuppe.
Sie hemmt Infekte der oberen Atem­
wege und hilft gegen Gliederschmer­
zen.
Bei Schnupfen oder Nebenhöhlen­
katarrh Kamillendämpfe inhalieren
und danach unbedingt im Warmen
bleiben.
Käsepappel wirkt gegen Lungenver­
schleimung, Bronchialkatarrh, Husten
und starke Heiserkeit. Die Käsepappel
über Nacht kalt mit Wasser ansetzen
und pro Tag zwei bis drei Tassen leicht
anwärmen und schluckweise trinken.
Der Extrakt von Pelargonienwurzeln verkürzt Atemwegsinfektionen
und lindert die Beschwerden.
So ein Topfen. Bei Reizhusten und
Bronchitis helfen Topfenwickel. Dazu
Topfen mit warmem Wasser cremig
rühren, auf ein Stück dünnen Stoff
(Stoffwindel, -taschentuch) streichen
und so zusammenlegen, dass auf einer
Seite nur eine Lage Stoff ist. Den Wi­
ckel mit dieser Seite auf die nackte Brust
legen und erst dann entfernen, wenn
der Topfen trocken und bröckelig wird.
Und Sie können auch ganz entspannt­
genießen und dabei vorbeugen: Wer
regelmäßig in der Sauna schwitzt, ver­
bessert seine Abwehr. Achten Sie aber
auf alle Fälle darauf, nach jedem Sauna­
gang eine zumindest gleich lange Ru­
hezeit ohne Ablenkungen einzuhalten,
damit der Körper so richtig entspannen
kann. <<
Z
u süß, zu fett
künstlich zugesetzt.“
und zu viel Salz:
Auch die Wurstwa­
Dieses enttäu­
ren waren mit Vita­
schende Zeugnis stellen
minen und Mineral­
die Experten des Vereins
stoffen angereichert,
für
Konsumentenin­
zwei bestanden zu
formation (VKI) vielen
33,1 bzw. 31,7 %
Kinder-Lebensmitteln
aus Fett.
aus. Und damit steht das
„Den Eltern wird
Ergebnis in krassem Wi­ Bunt & gesund: Verlocken Sie
jedoch suggeriert,
derspruch zu den Werbe­ zu Vollkorn und Vitaminen!
dass diese Waren
versprechen.
besonders gesund
Für die Oktober-Ausgabe des „Kon­
seien. Gleichzeitig sind sie auch noch
sument“ wurden Frühstückszerealien,
teuer im Vergleich zu anderen Pro­
Wurst und Käse geprüft: „Von vier ge­
dukten“, kritisieren die Experten. Da­
testeten Zerealien ist keines als tägliches
bei ist ein wirklich gesundes Frühstück
Frühstück für Kinder geeignet. Sie be­
rasch zubereitet: Aus Vollkornbrot mit
stehen bis zu 40 % aus Zucker, und
Magertopfen und Radieschen, Gurken
Vitamine und Mineralstoffe sind meist
oder Tomaten und einem Glas Milch. <<
Foto: Yantra/Fotolia.com
E
s müssen nicht immer Medika­
mente sein. Bei grippalen In­
fekten kann auch so manches
gute alte Hausmittel eine Linderung
der Beschwerden verschaffen. Dennoch
sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die
Symptome abzuklären und eine schwer­
wiegendere Erkrankung auszuschließen.
Viele Mediziner werden Ihnen dann
ebenfalls zum einen oder anderen Haus­
mittel raten. Hier finden Sie eine klei­
ne Auswahl dieser bewährten Anwen­
dungen und Rezepturen.
Gegen hartnäckigen Husten helfen
Erdäpfel-Wickel: Dazu Erdäpfel mit
der Schale weich kochen, auf einem
Tuch zerdrücken und das Tuch mit den
nicht zu heißen Erdäpfeln auf die Brust
legen, bis sie ausgekühlt sind.
THEMA: BUNT GEMISCHT
12
Kolleg für Betriebsräte
Drei Monate Intensivausbildung sind nun auch für Betriebsräte aus Westösterreich in
ihrer Nähe möglich. Im September eröffneten die Arbeiterkammern ihr Kolleg in Innsbruck.
Nr. 67, Oktober 2014
ZITIERT
Drei Präsidenten
zum Lehrgang
S
ie sind nicht nur eine wichtige
Anlaufstelle für Beschäftigte.
Die Mitglieder des Betriebsrats,
kurz „Betriebsräte“ genannt, erfahren oft auch früh von Entwicklungen,
die sich nachteilig auf die Mitarbeiter
auswirken können: Vom langjährigen
Kollegen, der wegen wiederholten
Krankenstands gekündigt werden soll,
über die Videoüberwachung, die der
Chef installieren lassen möchte, bis hin
zu Worst-Case-Szenarien, wie der geplanten Verlegung der gesamten Firma
in ein anderes Land.
F
Speziallehrgang.
Rund 13.000
aktive und passive Betriebsräte sowie
Personalvertreter engagieren sich derzeit in den drei westlichsten Bundesländern für ihre Kollegen, rund 1.500
als Vorsitzende. Mussten sie bislang
für Speziallehrgänge auf Restplätze in
Ostösterreich­hoffen und weite Anreisen auf sich nehmen, so wird ihnen ab
sofort durch eine Zusammenarbeit der
Arbeiterkammern von Salzburg, Vorarlberg und Tirol mit dem AK Betriebsräte-Kolleg ein hochkarätiges Angebot
in ihrer Nähe ermöglicht.
„Seit 15. September haben sie dazu
die Möglichkeit“, freuten sich die drei
AK Präsidenten Hubert Hämmerle (AK
Vorarlberg), Siegfried Pichler (AK Salzburg) und Erwin Zangerl (AK Tirol) bei
der offiziellen Eröffnung, bei der natürlich eine Schultüte nicht fehlen durfte.
Schultüte. Statt Süßigkeiten gabs Unterlagen für die 18 Betriebsräte, die am ersten Lehrgang in Innsbruck teilnehmen. Sie wurden von den AK Präsidenten Zangerl, Pichler und Hämmerle (v. re.) begrüßt.
18 Teilnehmer zum Auftakt.
Die Präsidenten freuten sich sehr, die
18 Teilnehmer des ersten Lehrgangs
persönlich zu begrüßen – sieben aus
Tirol, sechs aus Salzburg und fünf aus
Vorarlberg, die in verschiedenen Bereichen arbeiten: In multinationalen
Konzernen ebenso, wie in Sozialeinrichtungen oder bei NGOs.
Beim AK Betriebsräte-Kolleg handelt es sich um einen Vollzeitlehrgang
über 12 Wochen. Im Mittelpunkt der
Ausbildung stehen unter anderem Arbeits- und Sozialrecht, Betriebs- und
Volkswirtschaftslehre, Kommunikations- und Rhetoriktraining, Strategien
zur Konfliktlösung und Verhandlungstraining. Experten von Uni Innsbruck,
Fachhochschule Salzburg, AK und BFI
sowie Wissenschaftler und Gastreferenten vermitteln die Inhalte. Neben
der hochkarätigen Ausbildung erlangen die Teilnehmer mit dem Abschluss
die Studienberechtigung für das Wahlfach Recht an Universitäten.
„Losgelöst vom betrieblichen Alltag
ist das Kolleg auch eine gute Gelegenheit, sich zu vernetzen und Selbstbe-
wusstsein für die Aufgaben zu tanken“,
betonten die AK Präsidenten. „Ein Ziel
ist, dass gut ausgebildete Betriebsräte
als gewählte Funktionäre die Interessen ihrer Kollegen in AK und Gewerkschaften vertreten!“ <<
!
Träger des AK BetriebsräteKollegs ist der Verein biwest.
Mitglieder dieses Vereins sind die
Arbeiterkammern Salzburg, Vorarlberg und Tirol, die auch die Kosten
tragen. Mehr auf www.ak-tirol.com
TAG DER OFFENEN TÜR
Schwazer stürmten ihre AK
R
Stimmung. Live-Musik und Show-Acts begeisterten zahlreiche Gäste.
I
M
P
R
E
S
S
U
M
undum gelungen war der Tag der
offenen Tür in der AK Schwaz.
Hunderte Besucher aus dem Bezirk
nutzten die Gelegenheit, um ihre Bezirkskammer zu besichtigen und sich
über das Angebot zu informieren. In
den Zelten am Freigelände erwarteten sie Schmankerl vom Grill und gekühlte Getränke. Dazu „servierten“ die
Grubertaler mitreißende Live-Musik,
und Schlagersängerin Hannah heizte
bei ihrem Show-Act ordentlich ein.
Anlass für den Tag der offenen Tür
ist die erfolgreiche Regionalisierung
der AK: Sie ermöglicht Beschäftigten
kompetente Beratung gleich direkt
vor Ort in ihrem Bezirk. AK Präsident
Erwin Zangerl, Bezirkskammer-Leiter
Mag. Andreas Herzog und sein engagiertes Team freuten sich sehr über
die vielen Gäste - allen voran LH Günther Platter, BH Karl Mark und BM
Hans Lintner – die super Stimmung
und die interessanten Gespräche.
ür unseren Arbeitsklima-Index
haben wir die Zufriedenheit
abgefragt“, berichtete Salzburgs
AK Präsident Siegfried Pichler
(li.). „Dabei gab es in Betrieben
mit Betriebsrat die besten Werte:
Beschäftigte verdienten im Schnitt
um 300 Euro netto mehr und erhielten bessere Sozialleistungen!“
Vorarlbergs AK Präsident Hubert Hämmerle (re.) erläuterte:
„Die Betriebsräte haben ihr Ohr
nahe an den Bedürfnissen der
Menschen und sind gleichzeitig
die wichtigsten Multiplikatoren für
Infos an die Arbeitnehmer!“
Umso wichtiger ist es für Tirols
AK Präsident Erwin Zangerl (Mitte), dass Betriebsräten und Personalvertretern aus dem Westen
mit dem neuen AK BetriebsräteKolleg erstmals in Innsbruck eine
fundierte Ausbildung ermöglicht
wird. „Sie ist eine gute Basis, um
in den Unternehmen bestehen zu
können!“
Sicher erben
und vererben
B
eim Thema Erben bzw. Schenken
gibt es viele Fragen. Welche Vorund Nachteile haben vorgezogene
Vermögensübertragungen? Welche
Kosten fallen an? Wie sieht es mit
der Grunderwerbsteuer aus? Damit
böse Überraschungen ausbleiben,
klärt Sie Notar Dr. Matthäus Pletzer
beim kostenlosen Infoabend „Erben
und Schenken, teurer oder billiger? –
Grunderwerbsteuer Neu“ am 5. November um 19 Uhr in der AK Kitzbühel auf. Anm. unter 0800/22 55 22
– 3252 oder kitzbuehel@ak-tirol.com
In knapp 70 Jahren zur Turbo-Kuh
Milchleistung. Kaum zu glauben, aber wahr: Eine Tiroler Kuh gibt heutzutage mit 6.400 Litern
fast so viel Milch, wie zu Ende des Zweiten Weltkriegs vier ihrer Artgenossen zusammen!
B
AK Tiroler Arbeiterzeitung – AK Aktuell
Zeitung für Arbeit und Konsumentenschutz der
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol.
Medieninhaber und Herausgeber: Kammer
für Arbeiter und Angestellte für Tirol, 6020
Innsbruck, Maximilianstraße 7 | Redaktion:
Dr. Elmar Schiffkorn, Mag. Christine Mandl,
Gertraud Walch |Fotos: AK, www.fotolia.com,
www.istockphoto.com | Druck: Intergraphik
GmbH, 6020 Innsbruck, Ing. Etzelstraße 30
Offenlegung gemäß Mediengesetz, § 25
(2): Kammer für Arbeiter und Angestellte für
Tirol, 6020 Innsbruck, Maximilianstraße 7;
Präsident: Erwin Zangerl; Aufgabenstellung:
Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer; Die Blattlinie entspricht
jenen Grundsätzen, die im Arbeiterkammergesetz 1992 BGBl. Nr. 626/1991 idgF
festgehalten sind.
Die von der AK Tirol angebotenen Leistungen kommen
ausschließlich ihren Mitgliedern zugute. Soweit
personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form
angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer
in gleicher Weise.
Turbo-Kuh „erobert“ Tirol. Seit 1946 hat sich die durchschnittliche Milchleistung pro Tier fast vervierfacht.
einahe vervierfacht hat sich seit
Ende des Zweiten Weltkriegs
die statistisch erhobene durchschnittliche Milchleistung von Tiroler
Kühen: Stieg sie doch in den letzten
knapp sieben Jahrzehnten von rund
1.700 auf fast 6.400 Liter pro Jahr (siehe
Grafik links). Mit anderen Worten: Heute liefert eine Kuh einem Tiroler Bauern
pro Jahr fast so viel Milch, wie vor knapp
70 Jahren vier Kühe zusammen.
In der Tat eine enorme Steigerung.
Deren Bewertung wird je nach Blickwinkel wohl unterschiedlich ausfallen.
Während die Bauern und nach Effizienz
und Ertragssteigerung strebende Agrarökonomen darüber erfreut sein dürften,
werden eher ökologisch orientierte, der
Naturproduktivität verbundene Zeitgenossen diese Entwicklung hin zur TurboKuh mit einiger Skepsis betrachten und
grübeln, ob diese Leistungssteigerung nur
der „Kuhnatur“ zu verdanken sei.
www.diegraphenvontirol.com
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
36
Dateigröße
6 080 KB
Tags
1/--Seiten
melden