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Ausbildungsprogramm-Einführung - Zentrum für schulpraktische

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Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung
Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Corneliusstr. 39
58511 Lüdenscheid
 (0 23 51) 6 30 55
 (0 23 51) 9 62 31 10
E-Mail: seminar-g@zfsl-luedenscheid.nrw.de
Ausbildungsprogramm
gemäß § 10 (6) OVP des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung
Lüdenscheid konkretisiert für das Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
S. 3
2. Handlungsleitende Prinzipien
S. 3
2.1 Personenorientierung
S. 3
2.2 Wissenschaftsorientierung
S. 4
2.3 Standard- und Handlungsfeldorientierung
S. 4
2.4 Kompetenzen und Standards für die Ausbildung
im Vorbereitungsdienst und die Staatsprüfung
3. Handlungskonzept
S. 5
S. 5
4. Ausbildung am Seminar für das Lehramt an Grundschulen S. 5
5. Seminarentwicklung
S. 6
6. Anlagen
6.1
OVP vom 10. April 2011
6.2
Kerncurriculum
6.3.1
Handreichung zum Eingangs- und Perspektivgespräch
6.3.2
Gesprächsablauf des EPG
6.4
Beratung durch Kernseminarleitungen
6.5
Portfolio und Quartalsaufgaben
6.6
Unterrichtsbesuche
6.6.1
Unterrichtsplanung
6.6.2
Ablauf der Unterrichtsnachbesprechung
6.6.3
Reflexionsbogen zum Unterrichtsbesuch
6.7
Zeitplanung
6.8
Erläuterungen zur Zeitplanung
Ausbildungsprogramm Seite 2
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
1. Einführung
Im Zentrum der wissenschaftlich fundierten schulpraktischen Ausbildung steht die
durch die Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung (OVP)
vorgegebene Aufgabenstellung, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter als
eigenverantwortlich Lernende auf die spätere berufliche Unterrichts- und
Erziehungstätigkeit an Grundschulen vorzubereiten.
2. Handlungsleitende Prinzipien
„Wir möchten die Kinder dort abholen, wo sie stehen!“
Dieser Vorsatz ist Ausgangspunkt der Bildungs- und Erziehungsarbeit in der
Grundschule und lässt sich auf die Seminararbeit übertragen:
„Wir möchten die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter dort abholen, wo
sie stehen!“
Das Prinzip der Personenorientierung wird von der Wissenschafts- und der
Standardorientierung ergänzt. Den Praxisbezug der Ausbildung verdeutlicht die
Handlungsfeldorientierung.
2.1. Personenorientierung
Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter mit ihren bisherigen individuellen
Erfahrungen und unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsbiographien werden als
selbstständige, erwachsene Lerner betrachtet. Eigenverantwortlichkeit,
Selbststeuerung und Kooperation sind daher als Grundelemente der individuellen
Kompetenzentwicklung zu berücksichtigen und zu fördern.
Um vorhandene Kompetenzen zu erfassen und deren Entwicklung zu unterstützen,
ist die Personenorientierte Beratung beginnend mit dem Eingangs- und
Perspektivgespräch (siehe Anlage 6.3.1, EPG) von besonderer Bedeutung.
Fachleitungen beraten in der Lern- und Leistungssituation Unterrichtsbesuch im
Fach ebenso personenorientiert wie Kernseminarleitungen, die Beratungen auf der
Basis eingesehenen Unterrichts
im
beurteilungsfreien Raum
sowie
Beratungsgespräche anbieten.
2.2. Wissenschaftsorientierung
Inhalte und Methoden sind nicht nur an alltagstheoretischen Vorstellungen
orientiert,
sondern
entsprechen
dem
jeweils
aktuellen
Stand
der
wissenschaftlichen Diskussion. Eine Diskussion wissenschaftlicher Positionen
Ausbildungsprogramm Seite 3
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
allein genügt allerdings nicht dem Anspruch, die Handlungskompetenz der
angehenden Lehrerinnen und Lehrer zu erweitern. Die Konsequenzen für die
schulische Praxis sind stets mitzudenken und herauszuarbeiten.
Die handlungsorientierte Ausrichtung unserer Seminarveranstaltungen zielt auf
die Übertragung von Kenntnissen in Anwendungen und Umsetzungen (Erstellung
eines Hörspiels, Rollenspiele, Ausstellungen, Veröffentlichungen etc.). So werden
Gelegenheiten bedeutungsvollen Lernens geschaffen, die durch den Praxisbezug
die intendierte Nachhaltigkeit des Lernens im Vorbereitungsdienst begünstigen.
2.3. Standard- und Handlungsfeldorientierung
Die Anlage 1 zur OVP 2011 beschreibt die für die Ausbildung relevanten
Handlungsfelder, indem sie ihnen Kompetenzen und Standards zuordnet. Darin heißt
es:
„Der Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schule konkretisiert sich in typischen, den
Lehrerberuf kennzeichnenden Handlungsfeldern:
1. Unterricht gestalten und Lernprozesse nachhaltig anlegen
2. Den Erziehungsauftrag in Schule und Unterricht wahrnehmen
3. Leistungen
beurteilen
herausfordern,
erfassen,
rückmelden,
dokumentieren
und
4. Schülerinnen und Schüler und Eltern beraten
5. Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzten
6. Im
System
Schule
zusammenarbeiten.
mit
allen
Beteiligten
entwicklungsorientiert
In diesen Handlungsfeldern erwerben Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter
im
Vorbereitungsdienst
an
Standards
orientierte
professionelle
Handlungskompetenzen.
Alle Handlungsfelder stehen untereinander in einer engen wechselseitigen
Beziehung: sie sind mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung in allen schulischen
Bildungs- und Erziehungsprozessen relevant.
Die den Handlungsfeldern zugeordneten Kompetenzen und Standards beschreiben
die Ziele des Vorbereitungsdienstes in Nordrhein-Westfalen und sind Grundlage für
die Ausbildung und die Staatsprüfung.“
2.4.
Kompetenzen und Standards für die
Vorbereitungsdienst und die Staatsprüfung
Ausbildung
im
Die Kompetenzen und Standards für die Ausbildung werden im Kerncurriculum
konkretisiert (siehe Anlage 2).
Ausbildungsprogramm Seite 4
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Seminar für das Lehramt an Grundschulen
3. Handlungskonzept
Das Handlungskonzept des Seminars für das Lehramt an Grundschulen zielt auf den
Kompetenzerwerb in allen Handlungsfeldern.
Dabei liegen folgende Prinzipien zugrunde:
 transparentes und abgestimmtes Handeln an den Lernorten Schule und
Seminar
 Erschließung der Komplexität von schulischen Handlungssituationen
 spiralcurricularer Aufbau
Das Handlungskonzept in seiner jeweiligen fach- und quartalsbezogenen
Ausprägung wird durch die Quartalspläne der Fach- und Kernseminare (siehe
Handout in den ersten Seminarveranstaltungen) konkretisiert.
4. Ausbildung am Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Die wöchentliche Arbeitszeit
Unterrichtsstunden.
im
Seminar
beträgt
durchschnittlich
sieben
Die Ausbildung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter erfolgt in zwei
Fachseminaren und einem überfachlichen Kernseminar, die dienstags gemäß
der Seminartagstruktur stattfinden.
Weitere Elemente sind:
 drei Pädagogische Tage zur Einführung
 Handlungsfeldtage zur Orientierung in den Handlungsfeldern 1-6
 Studientage zur Optimierung der individuellen Wissensbasis
 Informationsveranstaltungen außerschulischer Kooperationspartner
(z. B. Evangelische Erziehungsberatungsstelle, Stadtbücherei Lüdenscheid,
Schulpsychologische Beratungsstelle des Märkischen Kreises)
 Fachbezogenes Unterrichten in Teams zur gemeinsamen Planung,
Durchführung und Reflexion von Unterricht
 Kollegiale Fallberatung zur gegenseitigen Unterstützung
 Fachseminare nach §22 OVP in Deutsch und Mathematik und den
Zweitfächern
Lernangebote aus den Bereichen Bildung und Gesundheit sowie MusischKünstlerisches Gestalten mit Kindern prägen das Seminarprofil (z.B. Erste-Hilfe-Kurs,
Gesundheitsprävention, "Gute und Gesunde Schule", Erarbeiten eines
Tanztheaterstücks mit Kindern bis zur Aufführung,…).
Im Verlauf der Ausbildung finden in der Regel jeweils fünf Unterrichtsbesuche
durch Seminarausbilderinnen und -ausbilder in jedem Fach statt, die der Anleitung,
Beratung, Unterstützung und Beurteilung dienen (siehe Anlage 6).
Als Grundlage für die personenorientierte Beratung dient das Eingangs- und
Perspektivgespräch (EPG) gemäß §15 OVP, das zu Beginn der Ausbildung mit
Ausbildungsprogramm Seite 5
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
der/dem Ausbildungsbeauftragten und der Kernseminarleitung stattfindet (siehe
Anlage 3). Ferner nutzen die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter weitere
Beratungsanlässe zur personenorientierten Beratung durch die Kernseminarleitung
(siehe Anlage 4).
Die Handlungsfeldorientierung wird unterstützt durch die Bearbeitung von sechs
Quartalsaufgaben, die jeweils ein Handlungsfeld fokussieren und dabei zu einer
Vernetzung mit anderen Handlungsfeldern sowie der Erstellung eines Portfolios
anregen (siehe Anlage 5).
5. Seminarentwicklung – Kooperation, Teilhabe und Evaluation
Das Ausbildungsprogramm erhebt nicht den Anspruch, auf alle Fragestellungen des
Vorbereitungsdienstes abschließende Antworten zu geben. Es soll Bestandteil der
Seminarentwicklung sein. Ein Seminar ist kein Individuum, das sich entwickeln
kann.
Seminare sind vielmehr Einrichtungen, in denen Menschen mit Menschen für
Menschen arbeiten (in Anlehnung an Jörg Schlee, Definition von Schule).
Die Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder verstehen sich aus diesem
Grundverständnis heraus als reflektierende Praktikerinnen und Praktiker in der
Lehrerausbildung. Dabei nutzen sie Settings der Kollegialen Intervision. Mit
Einverständnis der jeweiligen Lehramtsanwärterin/des Lehramtsanwärters nehmen
sie z.B. als „stille Gäste“ an Unterrichtsbesuchen und Unterrichtsnachbesprechungen
teil.
Das Ausbildungsprogramm wird in einem kooperativen Diskussionsprozess
weiter entwickelt.
Diese Gremien sichern die Teilhabe aller Beteiligten an diesem Prozess:
 der Sprecherrat
(Sprecherinnen und Sprecher der Kernseminare, auf Einladung Teilnahme der
Seminarleitung)
 die Regionalen Dienstbesprechungen
(Ausbildungsbeauftragte
der
Schulen,
Seminarausbilderinnen
und
Seminarausbilder)
 die AG Change
(Sprecherinnen und Sprecher der Kernseminare, Seminarausbilderinnen und
Seminarausbilder, Vertretungen der Ausbildungsbeauftragten, Seminarleitung)
Ausbildungsprogramm Seite 6
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Hinzu kommen die beschlussfassenden Gremien gemäß der Geschäftsordnung
der ZfsL:
 Konferenz der Auszubildenden
(alle Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter des Seminars G)
 Fachleiterkonferenz
(alle Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder des Seminars G)
 Seminarkonferenz
(alle Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder des Seminars G,
Vertretungen der LAA, Leitung: Seminarleitung)
 ZfsL-Konferenz
(Vertretungen der LAA und SAB aller Lehrämter des ZfsL, Seminarleitungen,
Leitung: Leiter des ZfsL)
Die Evaluation dient der stetigen Verbesserung der Seminararbeit. Gegen Ende des
Vorbereitungsdienstes geben Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter
Rückmeldung zum Ausbildungsprogramm. Ein Fragebogen sowie die Gelegenheit
zum mündlichen und schriftlichen Feedback ergänzen sich.
Ausbildungsprogramm Seite 7
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Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Handreichung zum Eingangs- und PerspektivGespräch (EPG)
unter Verwendung der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
§ 15 (OVP) Eingangs- und Perspektivgespräch
Die Lehramtsanwärterin oder der Lehramtsanwärter führt zu Beginn der Ausbildung ein
Eingangs- und Perspektivgespräch mit einer Seminarausbilderin oder einem Seminarausbilder
unter Beteiligung der Schule. Es dient dazu, auf der Grundlage der bereits erreichten
berufsbezogenen Kompetenzen weitere Perspektiven zu entwickeln und Beiträge aller
Beteiligten dazu gemeinsam zu planen. Das Gespräch soll in den ersten sechs Wochen der
Ausbildung geführt werden. Es beruht auf einer von der Lehramtsanwärterin oder dem
Lehramtsanwärter gehaltenen Unterrichtsstunde. Die Lehramtsanwärterin oder der
Lehramtsanwärter dokumentiert die Gesprächsergebnisse schriftlich. Die Dokumentation kann
von den anderen Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmern ergänzt werden. Eine Benotung
erfolgt nicht. Die Planungen sollen im Verlaufe der Ausbildung fortgeschrieben werden.
Ziele




Beschreiben des Entwicklungsstandes der berufsbezogenen Kompetenzen zu Beginn
des Vorbereitungsdienstes (Wahrnehmung auf der Grundlage der Besuchsstunde sowie
der lernbiografischen Voraussetzungen)
Ermutigen (Stärkenorientierte Zugangsweise!)
Informieren (Rahmenbedingungen/Unterstütungsangebote)
Klären (Zielperspektiven/erste Entwicklungsschritte /Aufgaben und Erwartungen)
Reflexionsanregungen
 Professionelles Selbstkonzept
(eigene Lernbiographie, Stärken und Ressourcen, Selbsteinschätzung bezüglich vorhandener
Kompetenzen (s. Handlungsfelder/Kompetenzen und Standards), Lern- und
Entwicklungsbedarf)
 Ausbildungsorte Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und Schule
(Kontaktaufnahme und Kooperation, Beobachtungen, Fragestellungen, Erwartungen,
Wünsche, Emotionen, eigene Beiträge, Erfahrungen hinsichtlich der Planung, Durchführung
und Reflexion von Unterricht)
Konkrete Aufgaben im Gespräch
LAA
Wo stehe ich?
Wo will ich hin?
Wie gelange ich dorthin?




ABB
Wo stehen Sie?
Wo wollen und sollen Sie hin?
Wie gelangen Sie dorthin?


Seminarausbilder/in
Wo stehen Sie?
Wo wollen und sollen Sie hin?
Wie gelangen Sie dorthin?


 Gemeinsam:
Was steht jetzt an?



Äußerungen zur Unterrichtsstunde
Darlegen von bereits erworbenen Kompetenzen
Aufzeigen der naheliegenden und längerfristigen Ziele
(mit Unterstützung)
Klären der Erwartungshaltung gegenüber Schule und
Seminar
Rückmeldung zur Unterrichtsstunde
Beschreiben des Ausbildungsangebotes der
Ausbildungsschule
Klären der Erwartungshaltung gegenüber dem /der
LAA
Rückmeldung zur Unterrichtsstunde
Beschreiben des Ausbildungsangebotes des
Seminars
Klären der Erwartungshaltung gegenüber dem /der
LAA
Formulieren von Zielen und Treffen von
Vereinbarungen für die nächsten
Entwicklungsschritte mit Blick auf den
Kompetenzerwerb s. Handlungsfelder
Anlage 6.3.1 Handreichung zum Eingangs- und Perspektivgespräch
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Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG)
gemäß OVP § 15
Klärung - Ziel und Ablauf des Gesprächs
(ca. 5 Min.)
SAB: Ziel / Gesprächsstruktur / Zeit, LAA schreibt Protokoll für
sein/ ihr Portfolio
Bestandsaufnahme (ca. 30 Min.)
- LAA äußert sich zur Stunde, benennt eigene Kompetenzen und
Zielvorstellungen
- SAB/ ABB bestätigen bzw. ergänzen
aus ihrer funktionsbezogenen Sichtweise
- LAA notiert Ergebnisse
Ausblick - Perspektiven und Schritte
(ca. 25 Min.)
- Formulieren von Zielen
- Treffen von Vereinbarungen für die Weiterarbeit mit Blick auf
den Kompetenzerwerb (s. Handlungsfelder)
- Benennen konkreter (erster) Schritte
- gemeinsame Realitätsprüfung
Anlage 6.3.2 Gesprächsablauf des EPG
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Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Beratung durch die Kernseminarleitung (KSL)
In Fortführung des mit dem Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG) begonnen Prozesses
der Personenorientierten Beratung im Vorbereitungsdienst berät die KSL Sie gemäß OVP
§10 mindestens ein weiteres Mal auf der Grundlage eingesehenen Unterrichts:
Beratungssituation
Gegenstand
des Gesprächs
Ziele der Beratung
Unterricht
als Beratungsanlass:
KSL berät Sie auf der Grundlage
eingesehenen Unterrichts und
eines
von
Ihnen
erteilten
Beobachtungsauftrags.
KSL berät Sie in einer
Co-Teaching-Situation.
KSL berät Sie auf der
Grundlage eingesehenen
Unterrichts als Zwischenbilanz
Ihrer Ausbildung.
eine Unterrichtsstunde im
Rahmen eines Unterrichtsbesuchs in der überfachlichen Ausbildung (Sprachgebrauch
Lüdenscheid:
„Beratungsbesuch“) unter
Berücksichtigung
des
Beobachtungsauftrags
Beraten
(Analysieren
der
Unterrichtsstunde, Entwickeln von
Alternativen) auf der Grundlage
des eingesehenen Unterrichts
und des Beobachtungsauftrags
und Bewerten (nicht Beurteilen !)
des Ausbildungsstands
eine Unterrichtsstunde im Beraten unter dem Aspekt des
Rahmen eines Beratungs- gemeinsamen
Lernens;
ggf.
besuchs
Beraten auf der Grundlage eines
Beobachtungsauftrags
eine Unterrichtsstunde im Bilanzieren und Entwickeln von
Rahmen eines Beratungs- Perspektiven
besuchs
Ihr sonstiges schulisches
Anliegen als
Beratungsanlass:
KSL unterstützt Sie beim
Finden von Lösungs- oder
Entwicklungsmöglichkeiten für
eine Fragestellung, die Ihr
Handeln als Lehrkraft betrifft.
Ihr
Anliegen
/
Ihre Klären der Ist-Situation und
Fragestellung / Ihr Problem Erarbeitung von
/ Ihre Vision
Handlungsoptionen; Eröffnung
neuer Sichtweisen
Anlage 6.4 Beratung durch Kernseminarleitungen Seite 1
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Hinweise zur Beratung durch die Kernseminarleitung
Ziele des Beratungsgesprächs
Die Beratungen dienen der Professionalisierung bzw. der reflektierten
Weiterentwicklung des Kompetenzerwerbs bezogen auf die sechs Handlungsfelder,
damit Sie zunehmend in Ihre Berufsrollen finden. Sie zielt auf die Klärung der IstSituation und die Erarbeitung von neuen Sichtweisen und Handlungsoptionen.
Gelingensbedingungen
Die Kernseminarleiterin/ der Kernseminarleiter geht mit den Gegenständen und
Ergebnissen der Beratungsgespräche vertraulich um.
Eine erfolgreiche Beratung erfordert eine entsprechende Vor- und Nachbereitung
Ihrerseits (Was soll Gegenstand der Beratung sein? Welche Unterlagen könnten
nützlich sein?).
Organisation
Die ca. einstündigen Beratungsgespräche ohne unmittelbaren Bezug zu einer
Unterrichtsstunde finden in den Räumen des ZfsL statt.
Ablauf eines Beratungsgesprächs
1. Orientierungsphase
Klärung des Ziels
"Was soll erreicht werden?"
2. Klärungsphase
Ist-Situation klären. Wie ist die momentane Situation?
Was genau sind die Wünsche, Ziele, Probleme,
Visionen?
Was hat zu der momentanen Situation geführt?
3. Lösungs- und
Veränderungsphase
Welche Handlungsmöglichkeiten?
Was sind jeweils die Vor- bzw. Nachteile der Optionen?
4. Abschlussphase
Wählen von Handlungsschritten
Was könnte der erste Schritt sein?
Anlage 6.4 Beratung durch Kernseminarleitungen Seite 2
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Portfolio
zur
Dokumentation und Reflexion des Ausbildungsprozesses
November 2014 bis April 2016
unter Verwendung der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den
Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
Die Verschriftlichung im Portfolio hat eine dienende Funktion und bildet das
Wesentliche Ihres Kompetenzerwerbs im Ausbildungsprozess ab.
Inhaltliche Elemente des Portfolios:
 Dokumentation und Reflexion des Eingangs- und Perspektivgesprächs
(EPG)
 Dokumentation der Quartalsaufgaben
 Dokumentation und Reflexion der Unterrichtsbesuche
 Teilnahmebescheinigungen (z.B. Gruppenhospitationen, Praxiswochen,
…)
 Bilanzierungsbogen für die Abschlussreflexion
 …
Im Rahmen der Dokumentation der Quartalsaufgaben überlegen Sie bitte,
welche Materialien Sie ggf. dem Portfolio beifügen, die der Veranschaulichung
Ihrer Erfahrungen und Erkenntnisse dienen, z. B.:
 Unterrichtsskizzen
 Mitschriften / Feedbacks von Ausbildungslehrkräften, Hospitanten und
Seminarausbilderinnen und Seminarausbildern
 standardisierte Beobachtungsbögen zur Unterrichtsdiagnostik (Selbst- /
Fremdsicht)
 ausgewählte Video-Sequenzen (denken Sie dabei bitte an die
Genehmigung)
 Fotos aus dem Schulleben (denken Sie dabei bitte an die
Genehmigung)
 Beobachtungen, Selbsterfahrungen, Reflexionen zu schulischen
Erziehungskonzepten
 Förderpläne
 Beschreibungen und Beurteilungen eigener und / oder schulischer
Konzepte zur Diagnostik und Leistungsbeurteilung
 Schulprogrammauszüge, schulische Konzepte
 …
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 1
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 2
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Quartalsaufgabe 1
TEILAUFGABEN
Welche Methoden, Arbeits- und
Kommunikationsformen kennen Sie?
Beobachten und dokumentieren Sie, welche
in Ihrer Ausbildungsklasse realisiert werden.
DENKAUFGABEN
FÜR IHRE
PORTFOLIOARBEIT
Wie nehme ich die Rolle als Lehrerin/Lehrer
ein?
Welches Menschenbild lege ich dabei
zugrunde?
Wie führe und begleite ich Lerngruppen?
Wie gelingt es mir, für Lerninhalte zu
begeistern?
Wie gelingt es mir, schülerorientiert Unterricht
zu planen, zu realisieren und zu reflektieren?
Planen und skizzieren Sie in knapper Form
eine Unterrichtsstunde aus Ihrem
Ausbildungsunterricht auf der Grundlage der
o. g. Beobachtungen.
Handlungsfeld 1:
Unterricht gestalten und Lernprozesse
nachhaltig anlegen
Reflektieren Sie Planung und
Durchführung unter folgenden
Fragestellungen:
 Waren die gewählten Methoden,
Arbeits- und Kommunikationsformen
hilfreich für die Lernprozesse der
Kinder?
 Beschreiben Sie Ihre Rolle als
Lehrerin (helfend, unterstützend,
begleitend, lenkend…).
Welche Kenntnisse und handlungsleitenden
Einsichten habe ich über
- Fachwissenschaft und Fachdidaktik
- Lerntheorien
- Richtlinien und Lehrpläne?
Welche Vernetzungen mit anderen
Handlungsfeldern kann ich aufzeigen?
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 3
unter Verwendung von Fragestellungen aus der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Quartalsaufgabe 2
TEILAUFGABEN
Welche Ziele und Wertvorstellungen leiten
mich?
Wie rollenkonform gestalte ich
Erziehungssituationen?
Beschreiben Sie – ohne Wertung - eine
Unterrichtsstörung (Verhalten eines
ausgewählten Kindes, Lehrerinnenverhalten,
Interventionen, Ursachenvermutung)!
Reflektieren Sie Ihre Unterrichtsplanung
mit Blick auf die Unterrichtsstörung:
Welchen Anteil haben Ihre
Planungsentscheidungen?
DENKAUFGABEN
FÜR IHRE
PORTFOLIOARBEIT
Handlungsfeld 2:
Den Erziehungsauftrag in Schule und
Unterricht wahrnehmen
Reflektieren Sie Ihre
Unterrichtsdurchführung mit Blick auf die
Unterrichtsstörung:
Welchen Anteil haben Ihre Einstellung zum
Kind und Ihre Wertung der Qualität und
Intensität der Störung?
Welchen Anteil hat Ihr Lehrerverhalten am
Auftreten dieser Störung?
Welchen Anteil haben andere Faktoren?
Wie fördere ich die Entwicklung
selbstbestimmten und sozial verantwortlichen
Verhaltens?
Welches Repertoire habe ich, um mit
Störungen und Konflikten umzugehen?
Welche Kenntnisse und handlungsleitenden
Einsichten habe ich über
- Classroom-Management
- rechtliche Grundlagen
- soziales Lernen
- Behindertenrechtskonvention der
Vereinten Nationen
- Mädchen-/ Jungenförderung
- Konfliktmanagement?
Welche Vernetzungen mit anderen
Handlungsfeldern kann ich aufzeigen?
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 4
unter Verwendung von Fragestellungen aus der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Quartalsaufgabe 3
TEILAUFGABEN
Welche Einstellungen habe ich zum Thema
Leistung und zur Leistungsbewertung?
Inwiefern gelingt es mir, Schülerinnen und
Schüler in ihrem individuellen
Leistungsvermögen wahrzunehmen und sie
zu fördern?
Ermitteln Sie (z. B. durch Fragebogen oder
Gespräche) die Lernvoraussetzungen
(Interessen, Vorwissen) eines ausgewählten
Kindes Ihrer Klasse in Bezug auf eine
geplante Unterrichtsreihe.
Nennen Sie Maßnahmen (z.B. Medien,
Material, Lehreraktivitäten) die in einer
Einstiegsphase Ihres Unterrichts dazu
beitragen bzw. beigetragen haben,
herausfordernde Lernsituationen zu schaffen.
DENKAUFGABEN
FÜR IHRE
PORTFOLIOARBEIT
Handlungsfeld 3
Leistungen erfassen, herausfordern,
rückmelden, dokumentieren und
beurteilen
Beschreiben Sie am Beispiel des
beobachteten Kindes, auf welche Art und
Weise Sie einen Lernfortschritt festgestellt,
dokumentiert und rückgemeldet haben.
Wie ermögliche ich Schülerinnen und
Schülern, Leistungen gemäß ihrer Potentiale
zu zeigen?
Wie gelingen mir eine transparente
Leistungsbewertung und eine
adressatengerechte Rückmeldung?
Welche Kenntnisse und handlungsleitenden
Einsichten habe ich über
- rechtliche Grundlagen
- diagnostische Verfahren /
Förderdiagnostik
- Kriterien / Anforderungsmaßstäbe
zur Leistungsbewertung?
Welche Vernetzungen mit anderen
Handlungsfeldern kann ich aufzeigen?
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 5
unter Verwendung von Fragestellungen aus der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Quartalsaufgabe 4
TEILAUFGABEN
Sammeln Sie konkrete Beratungsanlässe /
Beratungsangebote in Ihrem schulischen
Alltag.
DENKAUFGABEN
FÜR IHRE
PORTFOLIOARBEIT
Wie habe ich meine professionelle
Beratungskompetenz weiterentwickelt?
Wie gut gelingt es mir, eine konstruktive
(Gesprächs-) Beziehung zu meinem
Gegenüber herzustellen?
Worauf kommt es dabei an?
Führen Sie ein Beratungsgespräch (wenn
möglich Beratung zum Übergang) mit Eltern
und/oder Schülerinnen und Schülern durch.
Handlungsfeld 4:
Schülerinnen und Schüler und Eltern
beraten
Reflektieren Sie Ihre Beratungstätigkeit
 Welches Konzept legen Sie
zugrunde?
 Was ist Ihnen gelungen? Wo
nahmen Sie
Schwierigkeiten/Hindernisse wahr?
 Wie werden Sie in künftigen
Beratungen vorgehen?
Welche Beratungsanlässe habe ich im
schulischen Alltag erprobt?
Mit wem habe ich bei der Erarbeitung und
Umsetzung von Beratungsangeboten
kooperiert?
Welche Kenntnisse und handlungsleitenden
Einsichten habe ich über
- rechtliche Grundlagen
- Kommunikationstheorien
- Gesprächsführung?
Welche Vernetzungen mit anderen
Handlungsfeldern kann ich aufzeigen?
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 6
unter Verwendung von Fragestellungen aus der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Quartalsaufgabe 5
TEILAUFGABEN
Wie sehe ich meine Rolle und Verantwortung
bezüglich der sozialen und kulturellen
Lebensbedingungen meiner Schülerinnen
und Schüler?
Wie verändert sich mein Lern- und
Leistungsbegriff, wenn ich über individuelle
Förderung im Rahmen von Standard- und
Kompetenzorientierung des Unterrichts
nachdenke?
Wie vertrete ich meine Haltung im Umgang
mit Vielfalt und zur Inklusion?
Beschreiben Sie die Heterogenität Ihrer
Lerngruppe in ihrer vielfältigen Ausprägung
(z. B. interkulturell, sozial,
begabungsdifferenziert). Welche
Besonderheiten müssen Sie bei der Planung
von Unterricht berücksichtigen und welche
Chancen für die Klassengemeinschaft sehen
Sie?
Reflektieren Sie Ihre Unterrichtsdurchführung
mit Blick auf die Heterogenität Ihrer
Lerngruppe. Leiten Sie aus dem jeweiligen
Lernstand einiger Kinder Konsequenzen für
die individuelle Förderung ab.
DENKAUFGABEN
FÜR IHRE
PORTFOLIOARBEIT
Handlungsfeld 5:
Vielfalt als Herausforderung annehmen
und Chancen nutzen
Entwickeln Sie Ideen zu konkreten
Unterrichtsvorhaben, die geeignet sind,
Werte zu vermitteln und Toleranz zu fördern.
Wie erkenne ich besondere
Benachteiligungen und Begabungen und wie
unterstütze ich adressatengerecht im
Lernprozess?
Welche Kenntnisse und handlungsleitenden
Einsichten habe ich über
- rechtliche Grundlagen
- kulturelle und sprachliche Vielfalt
- soziale Lebenslagen der
Schülerinnen und Schüler
- sonderpädagogische Förderung,
Gemeinsamen Unterricht, Inklusion?
Welche Vernetzungen mit anderen
Handlungsfeldern kann ich aufzeigen?
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 7
unter Verwendung von Fragestellungen aus der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
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Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Quartalsaufgabe 6
TEILAUFGABEN
Welche besonderen Anforderungen an meine
Rolle als Lehrerin bzw. als Lehrer sind mir im
bisherigen Vorbereitungsdienst begegnet und
wie bin ich damit umgegangen?
Wie gewährleiste ich lebenslanges und
forschendes Lernen?
Was nehme ich mir für die ersten Jahre im
Lehrerberuf vor?
Ermitteln Sie die Qualität Ihrer
pädagogischen Arbeit. Stellen Sie Stärken
und Schwächen zusammen.
Nehmen Sie Ihre Zusammenstellung als
Grundlage für eine kollegiale
Beratungssituation:
Formulieren Sie Ihren individuellen
Beratungsbedarf, um anschließend in eine
kollegiale Beratung zu treten.
DENKAUFGABEN
FÜR IHRE
PORTFOLIOARBEIT
Handlungsfeld 6:
Im System Schule mit allen Beteiligten
entwicklungsorientiert
zusammenarbeiten
Reflektieren Sie die Ergebnisse der Beratung
und ziehen Sie Konsequenzen für die
Weiterentwicklung Ihrer pädagogischen
Arbeit.
Wie gelingt es mir, Entwicklungsprozesse mit
zu gestalten und die Ressourcen der Schule
zu nutzen, um mit Belastungen umzugehen?
In welcher Weise habe ich Schülerinnen und
Schülern Schüler-Feedback ermöglicht bzw.
dieses genutzt?
Welche Kenntnisse und handlungsleitenden
Einsichten habe ich über
- rechtliche Grundlagen / Grundsätze
der Mitwirkung
- Partizipation
- kollegiale Beratung
- Selbst- und Fremdevaluation
(Qualitätsanalyse)?
Welche Vernetzungen mit anderen
Handlungsfeldern kann ich aufzeigen?
Anlage 6.5 Portfolio und Quartalsaufgaben Seite 8
unter Verwendung von Fragestellungen aus der Erprobungsfassung „Portfolio-Einlagen für den Vorbereitungsdienst“, MSW 2013
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Lüdenscheid
Seminar für das Lehramt an Grundschulen
Unterrichtsbesuche
Unterrichtsbesuche dienen gemäß OVP § 11 (3) der Anleitung, Beratung,
Unterstützung und Beurteilung. Die unterstrichenen Funktionen kann der
Unterrichtsbesuch mit Blick auf die Mitwirkung der Fachleitungen nur erfüllen,
wenn Sie die Aufgabe der Fachleitungen nicht auf die Beurteilungsfunktion
reduzieren. Nutzen Sie die Expertise in der Vorbereitung des Besuchs, indem Sie
rechtzeitig gezielte Fragen stellen. Ihre Fachleitung wird Ihnen keine
Planungsentscheidungen abnehmen! Es geht um Denkanstöße, Fragen oder
Impulse, die sich für die Entwicklung von Planungskompetenz und das Treffen
sinnvoller Planungsentscheidungen im Einzelfall als hilfreich erweisen können.
Bedenken Sie, dass Ihre Fachleitung sich nicht am Seminartag ad hoc auf eine
Fragestellung einlassen kann. Eine Kontaktaufnahme per Mail, eine per Mail
initiierte Verabredung für ein Telefonat oder eine Verabredung für ein Gespräch
im Seminar sind erfolgversprechender als "spontane Flurgespräche".




Zu den Unterrichtsbesuchen in den Fächern müssen am Tag des Besuchs
gemäß § 11 (3) OVP kurzgefasste schriftliche Planungen vorgelegt
werden (siehe Anlage 6.6.1 Unterrichtsplanung).
Zu jedem Unterrichtsbesuch erhalten Sie eine an den Kriterien für guten
Unterricht und den in der Anlage 1 der OVP aufgeführten Kompetenzen und
Standards orientierte Rückmeldung zu Ihrem Ausbildungsstand. Im 4. und
5. Unterrichtsbesuch im Fach formuliert Ihre Fachleitung eine Einschätzung
der Leistung gemessen an den Anforderungen an eine Unterrichtspraktische
Prüfung (Welche Note hätten Sie in einer Unterrichtspraktischen Prüfung für
diese Unterrichtsstunde bekommen?).
Zum Unterrichtsbesuch gehören verbindlich Ihre schriftliche Reflexion
(siehe Anlage 6.6.3 Reflexionsbogen zum Unterrichtsbesuch) und seitens der
Fachleitung verbindlich die Verschriftlichung der Hinweise für die
Weiterarbeit sowie die Zusammenfassende Einschätzung.
Die
Fachnote
Ihrer
Fachleiterin/Ihres
Fachleiters
bildet
unter
Berücksichtigung des Lernprozesses den erreichten Ausbildungsstand
hinsichtlich der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen zum Ende der
Ausbildung ab und fließt in die Langzeitbeurteilung des Seminars ein.
Auch in der überfachlichen Ausbildung sind gemäß OVP § 11 (3) Unterrichtsbesuche
vorgesehen.
Diese Unterrichtsbesuche Ihrer überfachlichen Seminarausbilderin/Ihres
überfachlichen Seminarausbilders (Kernseminarleitung) dienen der Anleitung,
Beratung und Unterstützung sowie der Rückmeldung zum erreichten
Ausbildungsstand im beurteilungsfreien Raum. Wir empfehlen Ihnen, Ihrer
Seminarausbilderin/Ihrem Seminarausbilder einen Beobachtungsschwerpunkt
vorzuschlagen. Zudem regen wir an, einen Unterrichtsbesuch im 3. oder 4. Quartal
möglichst für eine Co-Teaching-Situation mit einer Ausbildungslehrkraft der
Grundschule, einer Sonderpädagogin/einem Sonderpädagogen oder einer/einem
LAA
des Lehramts
für
Sonderpädagogische
Förderung zu
nutzen.
Anlage 6.6 Unterrichtsbesuche
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Unterrichtsplanung
Die Herausforderung der Planung kompetenzorientierten Unterrichts besteht darin, vom
erwarteten Lernzuwachs her zu denken. Folgende Aspekte müssen Grundlage Ihrer fach-,
sach- und adressatengerechten Unterrichtsplanung sein.
Bereiche der Planung
Richtlinien und Lehrplan
Leitfrage:
Zu welchen Kompetenzerwartungen – fachbezogen (LP) und übergreifend (RL) – leistet die
Unterrichtsstunde einen Beitrag?
Fachwissenschaft
Leitfrage:
Um welchen Inhalt geht es aus fachwissenschaftlicher Sicht in dieser Unterrichtsstunde?
Fachdidaktik und Methodik
Leitfragen:
 Warum ist der gewählte Inhalt für die Kompetenzentwicklung meiner Lerngruppe
bedeutsam?
 Welche Lernhandlungen der Anforderungsbereiche I bis III werden durch die
Lernaufgabe ermöglicht?
 Welches sind die gewählten Zugangsweisen, die Methoden, die Medien, das Material
und die Sozialformen. (Begriffsklärung) Warum sind sie besonders geeignet?
(Prinzipien des Lernens und/ oder Erziehens)
 Welches sind die Maßnahmen, Kriterien, Fragestellungen, Impulse, …für die
Präsentation, Ergebnissicherung bzw. Reflexion?
 Wie lautet die Zieltransparenz, der Arbeitsauftrag, ggf. Beobachtungs-bzw.
Reflexionsauftrag?
Lernvoraussetzungen
Leitfrage:
 Welche Kompetenzen haben die Kinder (z.B. im Laufe der Reihe) erworben, die ein
erfolgreiches Arbeiten in dieser Unterrichtsstunde ermöglichen?
Konsequenzen aus den Überlegungen
Lernvoraussetzungen (s.o.)
Leitfrage:

zum
Unterrichtsgegenstand
und
den
Welche Förderung und Unterstützung kommt welchen Kindern in dieser Stunde
durch entsprechende Differenzierungs- und Individualisierungsmaßnahmen zugute?
Besonderheiten im Rahmen des Gemeinsamen Lernens
Leitfragen:
 Wie wirken sich die Dimensionen sonderpädagogischer Förderung auf den geplanten
Unterricht aus?
 Ist Co-Teaching möglich und sinnvoll?
Anlage 6.6.1 Unterrichtsplanung Seite 1
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Sprachliches Lernen
Leitfragen:
 Welche Fachbegriffe und sprachliche Strukturen werden in dieser Unterrichtsstunde
gelernt bzw. geübt? (konkrete Beispiele)
 Welche Maßnahmen ergreife ich zur Förderung der Sprachentwicklung?
Indikatoren für das Erreichen des Lernziels/ der Lernziele
Leitfrage:
Welches sind die Indikatoren für das Erreichen des Lernzieles/ der Lernziele dieser
Unterrichtsstunde?
Schriftliche Darstellung
Zu jedem Unterrichtsbesuch im Fach gehört gemäß OVP § 11 (3) eine kurzgefasste
schriftliche Darstellung, die folgende Punkte beinhalten soll:
1. Deckblatt
2. Thema der Unterrichtsstunde
3. Thema der Unterrichtsreihe
4. Aufbau und Ziele der Unterrichtsreihe
5. Stundenverlaufsplan
6. Medien- und Literaturverzeichnis
7. Anlagen
Um den individuellen Planungsprozess zu unterstützen, kann in Unterrichtsbesuchen die
zusätzliche Verschriftlichung der Ergebnisse von Planungsüberlegungen in den aufgeführten
Bereichen (Leitfragen, s. oben) vereinbart werden.
1. Deckblatt
Name, Vorname der Lehramtsanwärterin/
des Lehramtsanwärters
:
Datum, Uhrzeit
:
Klasse und Anzahl der Schülerinnen und
Schüler
:
Schule
:
Fach
:
Ausbildungslehrerin /Ausbildungslehrer
:
Schulleiterin/ Schulleiter
:
Fachleiterin/ Fachleiter
:
Fachleiterin/ Fachleiter im Kernseminar
:
Anlage 6.6.1 Unterrichtsplanung Seite 2
:
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2. Thema der Unterrichtsstunde
Ein aussagekräftiges Thema benennt den Inhalt und den intentionalen Schwerpunkt, der sich
auf die Entwicklung von Sach-, Sozial-, Selbst-und/oder Methodenkompetenz bezieht.
3. Thema der Unterrichtsreihe
Ein aussagekräftiges Reihenthema benennt den Inhalt und den intentionalen Schwerpunkt,
der sich auf die Entwicklung von Sach-, Sozial-, Selbst-und/oder Methodenkompetenz
bezieht.
Neben des Arrangements einer Unterrichtsreihe sind ebenso die Organisation und
Durchführung eines Projekts, eines Schul- und/oder Sportfestes, usw. denkbar.
4. Aufbau und Ziele der Unterrichtsreihe
Datum/Zeit
Thema
(Inhalt und intentionaler
Schwerpunkt)
Lernziel (e)
(bezogen auf den intentionalen
Schwerpunkt)
5. Stundenverlaufsplan
Unterrichtsphase
z.B. Einstieg
z.B. Reaktivierung
Aktivitäten der Kinder
und der/des LAA
LAA informiert die
Lerngruppe
Kinder ordnen Bilder/
Begriffe zu, lesen vor
Intentionen
Ziel- und
Verlaufstransparenz
Wiederholung/
Festigung der
Fachbegriffe
6. Medien und Literaturverzeichnis
…
Anlage 6.6.1 Unterrichtsplanung Seite 3
Organisation
Frontal,
Tafelanschrift
Seitentafel,
Haftelemente,
Meldekette
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7. Anlagen
Die Anlage bietet einen umfassenden Überblick über die geplanten bzw. eingesetzten
Arbeitsblätter, Differenzierungsangebote, schriftlich formulierten Arbeitsaufträge, Tafelbilder,
Sitzplan, usw., die zur Lernaufgabe gehören.
Offene Lernformen wie „Lernen an Stationen“ oder „Werkstattunterricht“ sind durch
verschiedene Lernangebote geprägt. Ein Lernangebot soll nach dem hier angegebenen
Muster exemplarisch analysierend begründet werden. Die übrigen Lernangebote werden nur
aufgelistet und mit Inhalts- und Zielangaben versehen.
Bei Stationsbetrieb, Werkstattunterricht, Lerntheken etc. ist an dieser Stelle eine Tabelle
nach folgendem Muster sinnvoll.
Station
Inhalt
Ziel
Organisation
Nummer und Name der
Station
Welcher Sachaspekt
wird schwerpunkt-mäßig
angesprochen?
Welche konkreten
Aktivitäten führen zu
den angestrebten
Intentionen?
Welche Lernziele
werden durch die
Aktivitäten verfolgt?
Sozialform,
Helfersystem, Anzahl
der Kinder, Zeit,
Materialien, Ort der
Bearbeitung,
Kontrolle,…
Beispiel:
Station 1
Hörmemory
„Kannst du
verschiedene
Geräusche einander
zuordnen?
Durch Schütteln der
Dosen die gleich
klingenden Geräusche
heraushören
Förderung der auditiven
Wahrnehmung und
Differenzierungsfähigkei
t,
auch:
Konzentrationsfähigkeit
6x2 gleich gefüllte
Filmdosen plus
Augenbinde,
PA, vier Kinder
gleichzeitig, ca. 5
Minuten; Ort: Flur
Anlage 6.6.1 Unterrichtsplanung Seite 4
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Ablauf der Unterrichtsnachbesprechung
Formalia (SAB)
Vorbereitung (alle)
Reflexion der Unterrichtsstunde (LAA)
Aufzeigen von Ankerpunkten für das
Gespräch nach § 32 (7) OVP (SAB)
Unterrichtsplanung und -durchführung (alle)
Gelungene
Elemente
Sammlung von
Besprechungspunkten
Analyse und
Hinweise
für die
Weiterarbeit
Zusammenfassende Einschätzung (SAB)
Resümee und Ausblick (LAA)
Metakommunikation (alle)
Anlage 6.6.2 Ablauf der Unterrichtsnachbesprechung
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Reflexionsbogen zum
. Unterrichtsbesuch im Fach
(LAA)
Name LAA:
Datum:
Klasse:
Thema der Stunde:
Ausbildungslehrkraft:
Anwesend in der Stunde und im Gespräch:
Reflexion der
Unterrichtsstunde
Aussagen zur
Zielerreichung,
wesentliche positive
Elemente,
ggf. Alternativen,
Konsequenzen für die
Weiterarbeit
Resümee
und Ausblick
bezogen auf die
Kompetenzentwicklung
----------------------------------------
---------------------------------------------------------
Ort, Datum
Unterschrift Lehramtsanwärterin/ Lehramtsanwärter
Hinweis: Je ein Exemplar ist an beim Unterrichtsbesuch anwesende Ausbildungslehrerinnen und Seminarausbilderinnen weiterzuleiten.
Anlage 6.6.3 Reflexionsbogen zum Unterrichtsbesuch
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Zeitplanung
Seminarkalender für den Zeitraum 18.11.2014 bis 10.02.2015: Handlungsfeld I_ Unterrichten
Die im Kerncurriculum ausgewiesenen Handlungsfelder (HF) stehen in dieser Reihenfolge für jeweils 10 Wochen im Mittelpunkt der
Seminarveranstaltungen: HF 1, HF 3, HF 5, HF 2, HF 4; HF 6
Der Seminarkalender für den Folgezeitraum wird im Januar 2015 veröffentlicht; der Aufbau (Handlungsfeldtag zur Orientierung,
Studientag für den Ausbau der individuellen Wissensbasis, Seminartag, Unterrichten im Team - SiS: Seminar in Schule) wird
möglichst beibehalten.
Die durchschnittliche wöchentliche Seminarzeit beträgt 315 Minuten.
Organisatorisch bedingte Änderungen sind möglich und werden per Aushang und/oder per Mail mitgeteilt.
18.11.14
25.11.14 02.12.
09.12.
16.12.
13.01.
20.01.
27.01.
03.02.15
Handlungs- Studien- Seminar- Seminar- Seminar- Seminar- Seminar- Seminar- SiS
feldtag
tag
tag
tag
Tag
tag
tag
tag
Deutsch/
Mathe
Kernseminar
Eingangs- und Perspektivgespräch
(bis 12.12.)
Anlage 6.7 Zeitplanung
Unterrichtsbesuch
Fach 1
10.02.15
SiS
Zweitfach
Kernseminar
Unterrichtsbesuch
Fach 2
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Erläuterungen zur Zeitplanung
Handlungsfeldtag
Ziel:
Orientierung im Handlungsfeld
08.15 Uhr – 09.45 Uhr
Kernseminar
10.00 Uhr – 11.30 Uhr
Fachseminare Deutsch und Mathematik
11.45 Uhr – 13.15 Uhr
Fachseminare Deutsch und Mathematik
14.00 Uhr – 15.30 Uhr
Fachseminare Zweitfach
Anmerkung:
Alle LAA besuchen Fachseminarveranstaltungen in Deutsch und Mathematik.
Diese Seminarveranstaltungen sichern die Ausbildung in diesen Fächern gemäß
§ 22 OVP.
Studientag
Ziel:
Ausbau der individuellen Wissensbasis
08.15 Uhr – 14.45 Uhr
Kernseminar
 Einführung in Teamarbeit (Lerngruppen)
 Einführung in Quartalsaufgaben
 Theoretische und rechtliche Grundlagen
 Individuelle Zielformulierung für die
Kompetenzentwicklung im Handlungsfeld
in Ausnahmefällen:

Themennachmittage mit externen Kooperationspartnern
bis ca. 16.30 Uhr

Zusatzangebote aus den Bereichen Lehrergesundheit,
Musisch-künstlerische Bildung, Erste-Hilfe,…
Anlage 6.8 Erläuterungen zur Zeitplanung Seite 1
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Seminartag
Ziel:
überfachliche und fachliche Ausbildung auf der Grundlage des Kerncurriculums
08.15 Uhr – 09.45 Uhr
Fachseminare Deutsch und Mathematik
10.15 Uhr – 12.30 Uhr
Kernseminar
13.15 Uhr – 14.45 Uhr
Fachseminare Zweitfach
Fachseminar Deutsch für LAA D/M
15.15 Uhr
Zusatzangebote aus den Bereichen Lehrergesundheit,
musisch-künstlerische Bildung, etc.
Seminar in Schule (SiS)
Ziel:
kollegiale Unterrichtsplanung, -durchführung und -reflexion
08.00 Uhr – 12.00 Uhr
Planen, unterrichten, reflektieren in fachbezogenen
Lerngruppen (Deutsch/Mathematik bzw. Zweitfach)
Kernseminar in den Räumen des ZfsL oder in Schulen:
13.00 Uhr – 15.00 Uhr Portfolioarbeit / Bearbeitung der Quartalsaufgaben / Analyse
von Handlungssituationen/ Handlungssituationen als
Gesprächsanlass
Anlage 6.8 Erläuterungen zur Zeitplanung Seite 2
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