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Am 31. März - 2. April und am 4. April 2015 Im Schützenhaus in

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27. Tage
Neuer Musik
in Weimar
Frankreich
Deutschland
29.10.-01.11.14
s / 05 Mi / 29.10. / 19.30 UHR
Musik und Poesie von Allain Gaussin
Ib Hausmann – Klarinette
Sonar Quartett Berlin
Frank Gutschmidt – Klavier
Allain Gaussin – Rezitation
mon ami
grusswort
Liebe Besucherinnen und Besucher!
Zum 27. Mal schenken die Tage Neuer Musik Erlebnisse der
besonderen Art. Das hochkarätige Festivalprogramm unter
dem diesjährigen Motto „Frankreich – Deutschland“ ist aber
auch ein symbolträchtiger Brückenschlag – 75 Jahre nach
Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.
Was als mutiges Projekt und als Geheimtipp unter Liebhabern
zeitgenössischer Musik noch zu DDR-Zeiten begann, ist
inzwischen aus dem Thüringer Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Die Tage Neuer Musik bereichern die Thüringer
Kulturszene und sind Teil dessen, was die kulturelle Vielfalt
Thüringens ausmacht.
Als eines der ersten Bundesländer haben wir in Thüringen ein
Kulturkonzept erarbeitet. Darin kommt unser Selbstverständnis zum Ausdruck: Wir halten unser reiches musikalisches Erbe
lebendig. Gleichzeitig beschreiten wir neue Wege. Von Barock
bis zeitgenössischer Musik kann man in Thüringen alles erleben.
Deshalb habe ich gern die Schirmherrschaft übernommen und
das Festival wieder unterstützt.
Ich wünsche allen Musikern und Besuchern erlebnisreiche
und eindrucksvolle Festivaltage.
s / 10 do / 30.10. / 19.30 UHR
Ensemble „Berlin PianoPercussion“
Werke von Luc Ferrari, Hans Tutschku,
Brice Pauset, Franck Bedrossian & Helmut Zapf
mon ami
s / 16 do / 30.10. / 22.00 UHR
Elektroakustisches Konzert
Werke von Philippe Mion, Ludger Brümmer,
Hans Tutschku & François Bayle
SEAM
s / 19 fr / 31.10. / 19.30 UHR
Alltagsgegenstände im Konzert
Olivier Toulemonde (Frankreich) &
Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM)
mon ami
s / 21 Sa / 01.11. / 19.30 UHR
Violoncello & Live-Elektronik
Werke von Kaija Saariaho, Georges Aperghis,
Iannis Xenakis, Shintaro Imai Sévérine Ballon – Violoncello
Hans Tutschku – Live-Elektronik
mon ami
s / 25 Sa / 01.11. / 22.00 UHR
Ihr Christoph Matschie
Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Porträtkonzert Francis Dhomont
zum 88. Geburtstag
Klangregie: Francis Dhomont
SEAM
29.10.2014, 19.30 UHR
JUGEND- UND KULTURZENTRUM „MON AMI“
ZUR KONZEPTION DES FESTIVALS
MUSIK UND POESIE VON ALLAIN GAUSSIN
Ib Hausmann – Klarinette
Mit der Themenwahl „Frankreich – Deutschland“ soll der
seit Anfang der 1990er Jahre von den KLang Projekten Weimar
initiierte Austausch zwischen Musikern beider Länder intensiviert werden. So wird dem Messiaen-Schüler Allain Gaussin
(*1943), dessen Werke schon mehrfach im Festival vertreten
waren, ein Porträtkonzert gewidmet, bei dem er mit deutschen
Musikern zusammenarbeitet und als Doppelbegabung auch
seine poetischen Texte vorträgt.
Sonar Quartett (Berlin)
Susanne Zapf – Violine
Wojciech Garbowski – Violine
Nikolaus Schlierf – Viola
Cosima Gerhardt – Violoncello
Frank Gutschmidt – Klavier
Allain Gaussin – Sprecher
Zum 88. Geburtstag von Francis Dhomont, einem der Urväter
der akusmatischen Musik, gibt es ein Konzert mit Kompositionen, die zwischen 1984 und 2006 entstanden sind. Er ist seit
2005 Ehrenpatron der Klang Projekte Weimar und hat hier
bereits mehrfach Seminare für Kompositionsstudenten gegeben.
Vorstandsmitglied Hans Tutschku (Harvard-University, Boston),
der zehn Jahre in Frankreich wirkte, hat im Sommer 2013 mit
der Violoncellistin Séverin Ballon im IRCAM in Paris Aufnahmen
gemacht und Modelle entwickelt, die unter dem Titel „Explo­
ration“ im Rahmen eines Konzertes „Violoncello & Live-Elektronik“ uraufgeführt und neben Werken von Kaija Saariaho, Iannis
Xenakis, Shintaro Imai und Georges Aperghis erklingen werden.
ARIANE (1987)
pour clarinette basse et bande magnétique
poésie
OGIVE (1992)
transcription pour violon et piano
poésie
Zu einer weiteren Kooperation soll es im Programm „Objects
sonores“ kommen, in dem sich das seit 33 Jahren bestehende
„Ensemble für Intuitive Musik Weimar“ auf Klangobjekte von
Olivier Toulemonde bezieht, der sich seit 1994 auf live-elektronische Interaktionen spezialisiert hat. Um eine Gegenüberstellung
ästhetischer Positionen geht es in einem „Elektroakusti­schen
Konzert“ mit Werken von Philippe Mion, Ludger Brümmer,
Hans Tutschku und Francois Bayle.
SATORI (1998)
pour clarinette
Das 2008 von internationalen Solisten gegründete Ensemble
„Berlin PianoPercussion“ stellt in dieser reizvollen instrumentalen Kombination Werke von Luc Ferrari, Hans Tutschku, Brice
Pauset, Franck Bedrossian und Helmut Zapf gegenüber.
Pause
poésie
ARCANE (1981/88)
pour piano
poésie
JARDIN ZEN (1999)
pour clarinette et bande magnétique
Michael von Hintzenstern
Künstlerischer Leiter der „Tage Neuer Musik in Weimar“
poésie
CHAKRA (1984)
pour quatuor à cordes
4
5
ARIANE
Die Hauptidee für dieses Stück beruht auf dem langsamen Aufsteigen einer musikalischen Phrase in ihrer reinsten Form – mit
ihren Spannungen, Akzentuierungen und Auflösungen. Die harmonische Stütze wurde mit elektronischen Klängen komponiert,
die einen weiträumigen klanglichen Hintergrund bilden, der sich
ununterbrochen in einem großen Crescendo bewegt – in einem
sehr langsamen Aufstieg zu den Sternen ...
OGIVE
In meist sehr meditativer Atmosphäre versucht dieses Werk eine
kulturelle Dualität zwischen zwei musikalischen, fast antinomisch
zueinander stehenden Traditionen zu lösen: der Westlichen und
der Östlichen. Das Klavier repräsentiert die erste durch sein vollständig chromatisches Material und seine harmonische Textur.
Sein Part ist fast ausschließlich in einem ununterbrochenen Kontrapunkt aus zwei miteinander verflochtenen Stimmen komponiert; die Notation mit Wellenlinien fordert vom Interpreten, seine
eigene „rhythmische Phrasierung“ auszugestalten. Im Gegensatz
dazu beschwört die Violine die östliche Kultur herauf: sehr linear
und modal, etwas von der Musik des Zen-Buddhismus inspiriert.
Im letzten Viertel des Werkes verbinden sich allmählich diese zwei
musikalischen Welten zu einem einzigen Klangmaterial – in einem
kulminierenden Höhepunkt großer Intensität: wie die Schlußsteine
am Ende der Spitzbögen in den gotischen Kathedralen. Allain Gaussin
SATORI
Satori ist ein japanisches Wort, das im Zen-Buddhismus verwendet wird. Seine Bedeutung übersetzt einen einzigartigen, extrem
seltenen Moment des Selbsterwachens – eine Art Erleuchtung – ,
in dem das ganze Wesen in Resonanz mit den Kräften des Universums tritt. Die Komposition für solistisches Melodieinstrument hat mich immer fasziniert. Ich halte die „musikalische
Phrase“ für einen edlen und grundlegenden Parameter, der
ständig die melodische Erfindung herausfordert. Mit Satori
habe ich deshalb versucht, meinen eigenen Beitrag zu diesem
fragilen, geheimnisvollen Universum zu leisten.
Die Hauptidee für Satori richtet sich auf die Entfaltung eines
Prozesses, der zwei wichtige musikalische Begriffe eng miteinander verbindet: Intervall und Dauer. Sind die musikalischen
Phrasen am Anfang der Partitur durch kleine Intervalle und
lange Dauern geformt, so kehrt sich dieses Verhältnis in der
Mitte allmählich um zu großen Intervallen und kurzen Dauern.
Diese Konzeption ermöglichte mir, seltsame Phänomene hervorzubringen, die mit der Wahrnehmung von Zeit zusammenhängen. Ausgehend von einer Klangwelt mit sehr gedehnten
Dauern, durchbricht das Stück allmählich die gleichmäßige
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Chronologie zu einer Welt schwindligmachender Zeitspiralen –
analog derer, die die zenbuddhistischen Mönche in dem Streben
nach Satori suchen.
ARCANE (1981/88)
Die Form ist dreiteilig: Erster Teil: das Brausen des Geistes (Einleitung, Ausbrüche, tiefe Glockenrufe, allmähliche Transformation
der Zeit) / Zweiter Teil: der erwachte Geist (Unabhängigkeit der
Hände, vielfache Kontrapunkte) / Dritter Teil: die Kraft des Geistes (harmonische Kanons, Gravitation). Mit diesem Klavierwerk
wollte ich mich von einer latenten, potentiell belastenden Kraft
befreien, die in einer bestimmten Periode meines Lebens häufig
durch meine Schlafstunden spukte. So erschienen auf obsessive
Weise in sehr präzisen Blitzen Klangbilder von einer sehr großen
Virtuosität. Ich habe deshalb versucht, sie hier in verschiedene
Gestalten zu übertragen. Außer dieser „Ventilfunktion“ wurde
Arcane mit dem Grundsatz der totalen Unabhängigkeit beider
Hände komponiert. Im zweiten Teil führte diese Idee dazu, eine
Schreibweise mit vielfachen beweglichen Kontrapunkten auszuarbeiten, die die Illusion einer Verdopplung des Klaviers erzeugen:
ähnlich, wie man optisch mit Hilfe von Vergrößerungsgläsern
und verzerrenden Spiegeln ein Objekt sich vervielfältigen und
auf verschiedene Weise virtuell verwandelt sehen kann.
JARDIN ZEN
Jeden Morgen ziehen die Zen-Mönche unermüdlich mit den
Holz­rechen in ihren Gärten geheimnisvolle geometrische Linien;
jedesmal auf andere Weise. Die wenigen sehr großen Steine
(manchmal Felsbrocken), die am Anfang ausgewählt und hier
und da plaziert werden – ebenfalls auf geheimnisvolle und symbolische Weise –, sind ihrerseits unwandelbar. Diesen Gärten zugewandt und während langer Stunden, meditieren die Mönche
über die Leere, zwischen dem, was unwandelbar und dem,
was veränderlich ist, um die Essenz des Lebens zu erforschen
und zu versuchen, Satori zu erlangen – die höchste Erleuchtung.
Das Werk hat fünf Teile: Sich-selbst-Vergessen – Fragen ohne
Antwort – gespannte Meditation – Sich-vom-Körper-losreißen –
Der Geist des Lichtes.
Drei Arten von Material strukturieren die Komposition:
• elektroakustische Klänge, die das Resultat von zahlreichen aufgenommenen Klangobjekten sind, die im Studio mehr oder weniger stark bearbeitet wurden
• aus einfachen Wellenformen (Sinus-, Dreieck-, Rechteck- schwingungen) synthetisierte Klänge, die mit Hilfe von Com-
putern durch sehr komplexe Prozesse ausgearbeitet wurden
• eine Solo-Klarinette, deren musikalische Rolle in jedem Teil verschieden ist.
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Jardin Zen erhielt nun Gestalt durch die Gegenüberstellung dieser
drei Hauptmaterialien mit den fünf Teilen der Gesamtform. So ist
die Partitur symmetrisch um den dritten Teil gebildet – der der
Solo-Klarinette anvertraut ist –, mit den elektroakustischen Klängen im zweiten und vierten Teil und den synthetisierten Klängen
im ersten und fünften Teil. In jedem dieser Teile von Jardin Zen
habe ich so meine eigenen geometrischen Linien gezogen – und
versucht, jenes winzige Stückchen ewiger Zeit zu erhaschen.
CHAKRA
Neben meinem primären Anliegen, verschiedene Techniken für
Streichinstrumente einzusetzen, versucht Chakra eine Antwort
auf musikalische Fragen zu geben, die mich in den 80er Jahren
beschäftigten. Sie konzentrierten sich in dieser Zeit auf die Erforschung musikalischer Kerne, die in sich ein sehr starkes Energiepotential enthalten sowie auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten
durch Bildung von Mutationen und verschiedenen kompositorischen Prozessen. Ebenso erhielt der Aspekt der Lautstärke besondere Aufmerksamkeit; in diesem Stück wird die Dynamik als ein
Parameter von höchster Bedeutung behandelt. Im mittleren Teil
von Chakra ist der melodische Aspekt der musikalischen Phrasen
in einer sehr ausgedehnten Klangzeit angelegt – bis an die für
meine eigene Wahrnehmung noch akzeptablen Grenzen –,
damit die melodische Linie gleichermaßen ihre Ausdruckskraft
und ihre sehr große Reinheit bewahren kann. Dieser monolithische Mittelteil – ruhig, gespannt und sehr meditativ – bildet den
zweiten Teil einer Großstruktur aus drei großen Teilen, die ohne
Unterbrechung aneinander anschließen. Der erste und der dritte
Teil – beide sehr dynamisch – sind selbst wieder in drei verschiedene Abschnitte unterteilt. Diese Bogenform (3+1+3) stellt so
eine gewisse Analogie zu den sieben Chakras der hinduistischen
Tradition her.
Alain Gaussin
Sonar Quartett
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Allain Gaussin wurde 1943 in Saint Sever (Frankreich, Normandie)
geboren. Im Alter von 20 Jahren unterbrach er ein Mathematik- und
Physikstudium und wandte sich der Musik zu. 1966 begann er sein
Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique in der
Kompositionsklasse von Olivier Messiaen. Außerdem studierte er
Klavier bei Hélène Boschi und Dirigieren bei Louis Fourestier, elek­
tronische Musik (1974/75 am GRM) und Musikinformatik (1984
am IRCAM). Von 1981 bis 1992 unterrichtete er Komposition und
Instrumentation an der Schola Cantorum in Paris und von 2000 bis
2008 am Conservatoire von Sevran. Außerdem hielt er 1986 und
1988 Vorträge und einen Kompositionskurs in Darmstadt, gab 1998
und 2001 Kompositionsseminare an den Konservatorien von Lyon
und Paris sowie 2003 und 2004 wieder am Pariser Conservatoire.
2004 und 2005 war er Mitglied im Forschungsteam Rhythmik am
IRCAM. Zur Zeit unterrichtet er Komposition an der Académie
Américaine in Fontainebleau und an der Akademie französischer
Musik in Kyoto (Japan) sowie Instrumentation an der Universität
von Osaka (Japan). Allain Gaussin ist auch Dichter. Seinen Partituren
stehen Gedichte als Inschriften voran. 2004 erschien der Gedichtband L´attente ... L´absolu bei éditions d´écarts in Paris. Dort wurde
2009 auch die deutsche Übersetzung veröffentlicht.
Frank Gutschmidt studierte in Berlin bei Dieter Zechlin, Annerose
Schmidt und Alan Marks, erhielt 1. Preise beim Bach- und LisztWettbewerb sowie bei den Internationalen Stockhausen Kursen in
Kürten, wo er seit 2003 selbst unterrichtete. In Weimar sorgte er in
den letzten Jahren für spektakuläre Aufführungen der Werke von
Paul-Heinz Dittrich und Karlheinz Stockhausen sowie Allain Gaussin.
Ib Hausmann studierte in Berlin bei Ewald Koch und dem
Pianisten des Beaux Art Trios Menahem Pressler. Auch der Komponist György Kurtag hat seine künstlerische Entwicklung nachhaltig geprägt. Er spielt neben der klassischen Klarinette auch
Es-Klarinette, Bassklarinette und Bassethorn, veröffentlichte preisgekrönte CDs und ist Mitbegründer des „Ensemble Seraphon“.
Das Sonar Quartett wurde im Jahr 2006 gegründet, seit
2011 spielt es in der jetzigen Besetzung. Mit ihrer Konzentration auf Musik des 21. Jahrhunderts haben sich die Interpreten schnell einen hervorragenden Ruf in der Szene erobert:
„In ihrem Spiel verbinden sich Akkuratesse des Zusammenspiels und Energiegeladenheit, klangliche Expressivität und
sorgsamste Differenzierung zu einem atemberaubenden Musizieren.“ (Gisela Nauck, Positionen) Von der engen Vernetzung
mit zeitgenössischen Komponisten künden zahlreichen Uraufführungen für das Quartett geschriebener Werke. Um eigene
programmatische Ideen umsetzen zu können, rief es verschiedene Konzertreihen ins Leben. 2011 erhielt es den Preis der
Deutschen Schallplattenkritik.
9
30.10.2014, 19.30 UHR
JUGEND- UND KULTURZENTRUM „MON AMI“
KLAVIER – SCHLAGZEUG - SAXOPHON
Ensemble Berlin PianoPercussion
Ya-ou Xie, Prodromos Symeonidis – Klavier
Adam Weisman, Jürgen Grözinger – Schlagzeug
Theo Nabicht – Saxophon
Franck Bedrossian / *1971
EDGES
für Klavier und Schlagzeug (2010)
Berlin Piano Percussion
Luc Ferrari / 1929-2005
À LA RECHERCHE DU RYTHME PERDU
für Klavier, Schlagzeug und Tonband (1978)
Brice Pauset / *1965
ADAGIO DIALETTICO
für Saxophon, Schlagzeug und Klavier (2000)
Pause
Hans Tutschku / *1966
WINTERNACHT
für Klavier, Schlagzeug und Live-Elektronik (2006)
Helmut Zapf / *1956
STÖRUNG
für zwei Schlagzeuger, Klavier und Elektronikzuspiel (2009),
Auftragswerk von Berlin PianoPercussion
Franck Bedrossian (*1971 in Paris) studierte Komposition
bei Allain Gaussin und später am Conservatoire Supérieur de
Musique et de Danse in Paris (Gérard Grisey, Marco Stroppa).
2001/2002 besuchte er den Kompositionskurs für elektronische
Musik am IRCAM; Unterricht bei Philippe Leroux, Tristan Murail
und Philippe Manoury. Parallel besuchte er Kurse bei Helmut Lachenmann. 2001 erhielt er ein Stipendium der Fondation Meyer
und der Fondation Bleustein-Blanchet, 2004 den Preis Hervé
Dugardin der SACEM, 2005 den Pierre Cardin-Kompositionspreis
vom Institut de France (Académie des Beaux-Arts) und 2007
von der SACEM den Preis für junge Komponisten. Seit 2008
unterrichtet Franck Bedrossian Komposition an der University of
California, Berkeley.
À LA RECHERCHE DU RYTHME PERDU
Zur Form und Dramaturgie dieses Werkes bin ich durch Übereinstimmungen der Klänge des Klaviers und des Schlagzeugs
angeregt worden, die entstehen, wenn die Instrumente präpariert oder klanglich verzerrt werden. Die instrumentalen Identitäten – je nach Art der Verwandlungen ­– differenzieren oder
vereinigen sich, konkurrieren oder verschmelzen miteinander,
um die musikalische Zeit und rhythmische Energie zu artikulieren.
Mehrdeutigkeit und zahlreiche Kontraste bestimmen so die
Entwicklung und den Ausdruck des Stückes. Franck Bedrossian
„À la recherche du rythme perdu“ richtet sich eigentlich eher
an Jazzmusiker, was nicht bedeutet, dass man hier „Jazzmusik“
spielen sollte. Es ist kein richtig neues Stück, jedoch auch keine
neue Version eines älteren. Aus der 1972 entstanden Komposition „Musique Socialiste“ für Cembalo und Tonband, deren Partitur vor allem für klassische Interpreten bestimmt ist, die den
Notentext wie ein „Gesetzbuch“ behandeln, wurde das Zuspielband wieder verwendet. Die Anweisungen und die Formen sind
jedoch anders. Das Spiel der Musiker wird durch Stimmungshinweise und Symbole gelenkt, die sich mehr auf den Moment,
das Detail, den Rhythmus und die intuitive Kommunikation
untereinander konzentrieren sollen. „Ich möchte, dass dieser
verlorene Reichtum wieder gesucht wird. Die Pulsation, die
das Tonband produziert, soll kein Rhythmus sein, lediglich
eine Aktion, die ... motiviert und belebt.“ Luc Ferrari
10
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EDGES
A nzeige
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08-12 April 2015
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Weimarer
Frühjahrstage
A nzeige
Luc Ferrari (*1929 in Paris) studierte zunächst an der Pariser Ecole
Normale de Musique bei Arthur Honegger und erhielt später Unterricht von Edgar Varèse und Olivier Messiaen. Ferrari komponierte
zunächst seriell, entwickelte dann jedoch aus den Ansätzen der
Musique concrète eine eigenständige Tonbandmusik, die er selbst
als „Anekdotische Musik“ bezeichnete. Neben elektronischen Arbeiten komponierte er aber auch für klassisches Instrumentarium.
Der Komponist war von 1959 bis 1963 auch als Leiter der Groupe
de Recherche Musicale tätig, zu deren Mitbegründern er zählt.
ADAGIO DIALETTICO
Nichts befestigt sich in diesem Werk, jedes neue Element ist
ein möglicher Versuch einer dialektischen Absorption von
Spannungen. Wir sehen hier gewissermaßen ein weiteres
Mal die Definition des „Baroque“ von Guy Debord: „wie eine
Welt, die ihr Zentrum verloren hat“. Die „Exzentrik“ ist die Regel
innerhalb einer Landschaft, wo der Begriff selbst eines Themas
(wie bei „Thema mit Variationen“) als unpassend wahrgenommen wird. Es ist unter einem willkommenen Druck eines Auftrags gewesen, dass ich hier zum ersten Mal eine Stimme für
das Saxophon schrieb. Mein erster Eifer war, mich so sehr wie
möglich von den üblichen Momenten des Instruments in der
Jazzmusik und ihren immerwährenden lauwarmen Klischees
zu distanzieren. Falls ich unbedingt eine historische Quelle bezüglich meiner Verwendung des Saxophons erwähnen müsste,
würde ich auf Alban Berg verweisen, auf die giftige Sinnlichkeit
und elegante Vulgarität seiner Kantate „Der Wein“. Brice Pauset
Brice Pauset (*1965 in Besançon) studierte Musik und mittelalterliche Philosophie sowie von 1984–1986 Komposition und
elektroakustische Musik bei Michel Zbar; weitere Studien führten
ihn zu Michel Philippot, Gérard Grisey, Alain Bancquart, Pierre
Boulez, Klaus Huber, Henri Dutilleux und Karlheinz Stockhausen;
Unterricht bei Franco Donatoni und Brian Ferneyhough. Er erhielt
verschiedene Auszeichnungen, u. a. von der Fondation Marcel
Bleustein-Blanchet und vom IRCAM. Regelmäßige Zusammenarbeit mit dem IRCAM, den Ensembles Accroche-Note, Klangforum
Wien und ensemble recherche; Kompositionsaufträge verschiedener Rundfunkanstalten und Festivals sowie der Oper Freiburg i.Br..
WINTERNACHT
Realisation: Studio Klang Projekte Weimar (2006), 13’
WINTERNACHT ist aus musikalischem Material des Musiktheaters
„Die Süsse unserer traurigen Kindheit“ entstanden, das Gedichte
und Briefe von Georg Trakl verarbeitet. In diesem Bühnenwerk
gibt es ein längeres Duo für Klavier und Schlagzeug, während
dessen die Bühnenhandlung in den Hintergrund tritt und die
13
Theo Nabicht
Musiker zu poetischen Akteuren werden. Wir hören Dialoge
der beiden Musiker, die von der Elektronik übernommen und
transformiert werden. Die elektroakustischen Klänge sind eine
Mischung aus live-Bearbeitungen von Klavier- und Schlagzeugsequenzen und erweitern die Aktionen der Instrumentalisten.
Ihre live-Spielenergie wird vom Computer erfasst und steuert
viele elektroakustische Parameter. Hans Tutschku
Hans Tutschku (*1966) ist seit 1982 Mitglied des „Ensembles
für Intuitive Musik Weimar“. Er studierte Komposition in Dresden,
Den Haag und Paris, begleitete ab 1989 Karlheinz Stockhausen
auf mehreren Konzertzyklen, um sich in die Klangregie einweisen
zu lassen und folgte 1996 Kompositionsworkshops mit Klaus
Huber und Brian Ferneyhough. 2003 promovierte er bei Prof.
Dr. Jonty Harrison an der Universität Birmingham (PhD). Er lehrte
elektroakustische Komposition an der Weimarer Hochschule für
Musik, am IRCAM in Paris, in Montbéliard und der Technischen
Universität Berlin. Seit 2004 wirkt er als Kompositionsprofessor
und Leiter des Studios für elektroakustische Musik an der Harvard
University (Cambridge, USA). Einladungen zu Konzerten und
Meisterkursen führten ihn in mehr als 30 Länder. Seine Werke
wurden mit verschiedenen internationalen Preisen ausgezeichnet.
STÖRUNG
Störung bezeichnet die Abweichung eines geplanten oder erwarteten Vorgangs von seinem festgelegten, vorausberechneten oder erwarteten Verlauf aufgrund einer unvorhergesehenen
endogenen (eigenverursachten) oder exogenen (fremdverursachten) Einwirkung. Beide sind nicht planbar, bilden aber eine
immerwährende Balance während des Komponierens. Die im
Vorfeld geplanten musikalischen Parameter werden so Störungen und Brechungen unterzogen, auf die ich reagiere und dem
Konzept zurück gebe. Dieser Balance zwischen beiden Kraftfeldern, dem Geplanten und dem der Störung, entspringt mein
Suchen nach klanglicher Poesie. Helmut Zapf
Helmut Zapf (*1956 in Rauschengesees) studierte Kirchenmusik
an den Kirchenmusikschulen Eisenach und Halle. Während dieser
Zeit nahm er an den Ferienkursen für zeitgenössische Musik in
Gera teil. Nach dem Studium war er von 1979 bis 1982 als Kantor
an der Stadtkirche in Eisenberg tätig. Bis zum Beginn seines
Meisterschülerstudiums bei Professor Georg Katzer an der Akademie der Künste der DDR in Berlin (1982-1986) entstanden erste
autodidaktische Kompositionen, wie Klangetüde II für Orchester
oder Recitativ für Oboe und Streichquartett. Seit seinem Abschluss
ist Zapf als freischaffender Komponist tätig und unterrichtet u. a.
an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Außerdem richtet er jährlich das Festival „Randspiele“ in Zepernick bei Berlin aus.
14
Berlin PianoPercussion
Im Herbst 2008 gegründet von international tätigen Solisten,
die ihr Schaffen seit vielen Jahren besonders der zeitgenössischen Musik widmen, zeichnet sich das Ensemble Berlin PianoPercussion durch seine individuellen und sich ergänzenden
Künstlerpersönlichkeiten aus. Den Ansporn hierzu bekamen
Prodromos Symeonidis und Ya-ou Xie während des Festivals vom
„Centre Acanthes“ 2008 in Metz, bei dem sie unter der Leitung
von Sylvio Gualda eine Reihe von Konzerten in der Besetzung
Klavier-Schlagzeug aufführten. Überzeugt von deren faszinierend
vielfältigen klanglichen Möglichkeiten und vom Wunsch erfüllt,
das Repertoire für Klaviere und Schlagzeug zu erweitern, hat das
Ensemble um die 30 Kompositionsaufträge vergeben, darunter
an Hugues Dufourt, Tristan Murail und Georg Katzer, und 25
Werke uraufgeführt. Neben Rundfunkaufnahmen entstand
beim deutschen Label Telos Music eine Doppel-CD mit dem
kompletten Makrokosmos von George Crumb, die bei den ICMA
2012 („International Classical Music Awards“) eine Nominierung
erhielt. Eine weitere CD, ausschließlich mit Auftragswerken des
Ensembles, ist in Vorbereitung. www.berlinpianopercussion.com
Theo Nabicht (*1963) studierte von 1983 bis 1987 an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ und von 1995 bis 1997 am
Conservatoire de Strasbourg bei Armand Angster (Bassklarinette).
Seit 1985 arbeitete er genreübergreifend als Interpret zeitgenössischer und improvisierter Musik. Er ist langjähriges Mitglied des
„Kammerensemble Neue Musik Berlin“. www.nabicht.de
15
30.10.2014, 22.00 UHR
Werkstattstudio für elektroakustische Musik
CoudraystraSSe 13A
ELEKTROAKUSTISCHES KONZERT
Philippe Mion / *1956
confidence Philippe Mion (*1956) studierte klassische Gitarre am Konservatorium Paris und Musikwissenschaft an der Sorbonne, um sich
dann ausschließlich der Komposition zu widmen. Der Unterricht
bei Pierre Schaeffer war richtungsweisend; später wurde er sein
Assistent und für 15 Jahre Mitarbeiter an der Groupe de Recherches
Musicales (GRM) in Paris. Seine Vorliebe gilt der akusmatischen
und experimentellen Musik. Auch die Interpretation dieser Werke
mit Lautsprecherorchestern ist ein wichtiger Bestandteil seiner
Aktivitäten. Seit Ende der 1970er Jahre ist er pädagogisch tätig
und arbeitet mit Kindern, Amateuren und jungen professionellen
Musikern. Neben elektroakustischen Werken schuf er Instrumental- und Vokalkompositionen, zwei Opern und Musiktheaterwerke.
Ludger Brümmer / *1958
Cri CRI (1995) / für 4-Kanal-Tonband Hans Tutschku/ *1966
Distance Liquide
allein hängt sie an dem Baum neben der Straße sie hatte die Flucht gestoppt die Bilder von blassem Kinderfleisch im Kopf für wen fliehen die Gurgel zugeschnürt an dem Baum neben der Straße die Angst allein zu sein.
François Bayle/ *1932
Couleurs inventées
Klangregie: Hans Tutschku
Confidence (1994-95), 15’19’’
Dieses Werk dreht sich um drei kompositorische Pole: die
Magie von Anfängen; das Drama vom Verschwinden; die
Mystik und Spannung von Stille. Ein Stück mit Charme und
Verführung, formal eher frei und erzählend, wo das Winzige
mit dem Enormen wetteifert.
SEAM
Cri wurde 1995 als Auftragswerk der Akademie der Künste in
dessen elektronischem Studio komponiert. Das Basismaterial für
die Erzeugung der Klänge des Stückes rekrutierte sich aus zwei
kurzen Samples von schreienden und spielenden Kindern, die vor
allem mit Phase-Vocoder-Technologie manipuliert wurden. Der
Phase Vocoder veränderte dabei entweder bestimmte Klangspektren, ähnlich einem Filter, die hervorgehoben bzw. unterdrückt
werden können, oder der zeitliche Verlauf ließ sich beschleunigen oder verlangsamen. Zusätzlich ist es möglich, Klangspektren
in der Tonhöhe zu verschieben. Werden nun alle drei Techniken
gleichzeitig eingesetzt, also eine Filtrierung, eine Transposition
und eine Verlangsamung bzw. Beschleunigung, so verändert sich
der Klang dramatisch und entfernt sich bis zur Unkenntlichkeit.
Ludger Brümmer (*1958) studierte Komposition bei Nicolaus
A. Huber und Dirk Reith an der Folkwang-Hochschule Essen. Er
komponierte Musik für das Nederlands Dans Theater, Den Haag,
für Choreographien von Susanne Linke und arbeitete mit dem
Installationskünstler und Architekten Christian Moeller für Ausstellungen in Tokio, Lissabon und im Science Museum London. Von
1991 bis 1993 war er DAAD-Stipendiat am »Center for Computer
Research in Music and Acoustics« an der Stanford Universität
Kalifornien. Er arbeitete als Gastkünstler am ZKM in Karlsruhe und
lehrte am Institut für Computermusik und elektronische Medien
der Folkwang-Hochschule Essen. Im Jahr 2000 war er als Research
Fellow an der Kingston University London und im April 2002 Professor für Komposition am Sonic Art Research Centre in Belfast.
Seit April 2003 leitet er das Institut für Musik und Akustik am ZKM.
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17
Er setzte international Akzente in den Bereichen Computermusik
und Video, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und 2009
als Mitglied der Sektion Musik in die Akademie der Künste Berlin
berufen. Seine künstlerischen Tätigkeitsfelder liegen vor allem
im Raumklang sowie medialer Komposition mit unterschiedlichen
audiovisuellen Inhalten (3D, Video, Interaktivität, live Video).
31.10.2014, 19.30 UHR
JUGEND- UND KULTURZENTRUM „MON AMI“
Distance liquide / 8-kanalige elektroakustische Komposition /
Studio: GRM Paris (2007), 13’ / Für meine Mutter
Olivier Toulemonde, Klangobjekte
Das Bild von flüssigen, sich bewegenden und schnell auflösenden
Formen wurde in dieser Komposition zur Metapher für Klangbewegungen im elektroakustischen Raum. Jede musikalische Geste
ist an eine spezifische Raumbewegung gebunden, die ihren Charakter unterstreicht. Ausgehend von aufgenommenen Sequenzen
mit einem Gong, anderen Schlaginstrumenten, Trompete, Flöte
und einigen vokalen Fragmenten, entwickeln diese eher entfernten Klangelemente einen gemeinsamen musikalischen Diskurs.
Ihre sehr unterschiedlichen Spektren werden von Zeit zu Zeit auf
die lautesten harmonischen Bestandteile reduziert, es entstehen
pure Tonhöhen und Melodien, die die klanglichen Unterschiede
der Ausgangsklänge nicht mehr erkennen lassen.
Hans Tutschku: ... siehe Seite 14
OBJECTS SONORES –
ALLTAGSGEGENSTÄNDE IM KONZERT
Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM)
Daniel Hoffmann – Trompete/Flügelhorn
Matthias von Hintzensern – Violoncello/Obertongesang
Hans Tutschku – Live-Elektronik
Michael von Hintzenstern – Klavier
In meiner Performance arbeite ich mit Alltagsgegenständen
und versuche, sie zum Klingen zu bringen. Sie wurden nicht
gebaut, um besondere Klänge zu erzeugen und können
trotzdem manchmal wirklich singen. Die Verwendung dieser
Objekte bewirkt eine Spannung zwischen ihrer eigentlichen
Funktion, die man kennt , und ihrem Klang, den man entdeckt, also auch eine Spannung zwischen Sehen und Hören.
Die Musik, die dabei entsteht, ist ganz akustisch, sehr ruhig,
schwach, aber auch immer anwesend. Olivier Toulemonde
Couleurs inventées / Auftrag von Musiques & Recherches
Zweiter Teil von La Forme de l‘esprit est un papillon (2002)
Olivier Toulemonde
Zwei klangliche Sensibilitäten kommen in diesem Dyptichon zum
Ausdruck: der vielgestaltige, sich ausbreitende Raum im ersten
Teil ombrages et trouées, und eine vielfarbige Zeit, in Schwebe
gehalten in couleurs inventées. Im Gegensatz zum ersten Teil
arbeitet couleurs inventés mit viel mehr Ruhe. Seine gefärbten
Resonanzen von immateriellen Stoffen, könnte man mit heissem
Gas vergleichen, das sich ausbreitet und aufsteigt.
François Bayle (*1932) verließ 1946 Madagaskar und erhielt zunächst in Bordeaux eine wissenschaftlich-literarische Ausbildung.
1954 begann er in Paris ein Kompositionsstudium bei Olivier Messiaen. 1960 begegnete er Karlheinz Stockhausen bei den Darmstädter Ferienkursen. Den entscheidenden Einfluss erhielt er jedoch
durch die Begegnung mit der Musique concrète Pierre Schaeffers.
Als dessen Nachfolger übernahm er zwischen 1966 und 1997 die
Leitung der Pariser Groupe de recherches musicales. Er konzipierte
1974 das erste Lautsprecherorchester Acousmonium. Sein WerkKatalog umfasst 100 Kompositionen. Als Musiktheoretiker hat sich
Bayle um die Etablierung einer interdisziplinär ausgerichteten Theorie
musikalischer Produktion und Rezeption verdient gemacht.
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Olivier Toulemonde (*1972 in Frankreich) musiziert mit Alltagsgegenständen und experimentiert mit langen, elektronisch
verstärkten Sprungfedern. Er gründete 1993 das Musikerkollektiv „Ishtar“ in Bourg-en-Bresse und schuf 1994 seine erste elek­
troakustische Komposition im Studio „Collectif & Cie“ in Annecy.
Als Improvisator war er auf zahlreichen europäischen Festivals zu
Gast, wo er mit anderen Musikern, Tänzern und Schauspielern
Performances gestaltete. Darüber hinaus gestaltet er Klanginstallationen und produziert Hörspiele für den Rundfunk (Arteradio,
ACSR – Brussel, Deutschlandradio Kultur). Neben seiner Suche
nach neuen Klängen interessiert ihn besonders die Beziehung
zwischen Klang und Architektur. www.olivier-toulemonde.com
01.11.2014, 19.30 UHR
JUGEND- UND KULTURZENTRUM „MON AMI“
VIOLONCELLO & LIVE-ELEKTRONIK
Séverine Ballon (Paris) – Violoncello
Hans Tutschku (Boston) – Live-Elektronik
Georges Aperghis / *1945
2 RECITATIONS for cello solo, 1980-2008 (17’)
Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM)
Das 1980/81 gegründete EFIM hat sich auf Kammermusik mit
Live-Elektronik spezialisiert und seit seiner Gründung intensiv mit
Karlheinz Stockhausen zusammengearbeitet, mit dem es 2005
sechs Kompositionen aus seinem Zyklus FÜR KOMMENDE ZEITEN
auf CD eingespielt hat. Gastspiele führten es in 30 Länder. 1999
gastierte das Ensemble mit dem Projekt „Die Kirche als Klang­
skulptur“ in der Eglise Saint-Merri in Paris. Im gleichen Jahr
gestaltete es mit der Pariser Schlagzeugerin Francoise Rivalland
ein Konzert im Rahmen des Programms „Weimar 99 – Kulturstadt
Europas“. Oftmals hat es Improvisationsmusiker eingeladen, um
mit ihnen gemeinsam Musik-Konzepte zu erstellen. Das erwies
sich immer als ein beiderseitig bereicherndes Erlebnis. Dabei
entdeckte es neue Formen von Kommunikation und ging auf
die musikalischen Präferenzen des Gastes ein. Wesentlich war
dabei stets die Interaktion von Instrumenten und Live-Elektronik. In den „Objets sonores“ (Klangobjekten) von Olivier Toulemonde sieht EFIM eine reizvolle Herausforderung. Es trifft sich
mit ihm am Konzerttag, um in einem gemeinsamen Probenprozess „Stücke“ zu konzipieren, die verbal einen Zustand, eine
Stimmung und auch eine Form beschreiben. Auf der Basis dieser Aktionen und Re-Aktionen wird die abendliche Aufführung
gestaltet, die mit einer Solo-Performance des Gastes beginnt.
EFIM
Kaija Saariaho / *1952
PRÈS für Violoncello & Elektronik, 1992-1994 (13’)
Iannis Xenakis / 1922-2001
KOTTOS für Violoncello, 1977 (10’)
Pause
Shintaro Imai / *1974
LA LUTTE BLEU für Violoncello & Elektronik, 2000 (10’)
Séverine Ballon / *1980
Hans Tutschku / *1966
EXPLORATION, 2014 (20’)
2 RECITATIONS
1978 komponierte Georges Aperghis eine Serie von Solovokalstücken mit dem Titel Recitations. Es avancierte schnell zu einem
Repertoirewerk für viele Sänger und fand inzwischen eine reichhaltige Palette von Interpretationen. 1980 schrieb er dann eine
Serie für das Violoncello. Darin behandelt er das Instrument mit
ähnlichen Kompositionsverfahren wie in den Vokalstücken und
bringt das Violoncello zum Singen. Die beiden Sätze im heutigen
Programm sind revidierte Versionen aus dem Jahre 2008.
Georges Aperghis (*1945 in Athen) bildete sich weitgehend
autodidaktisch als Maler und Komponist aus. 1963 übersiedelte
er nach Paris, um Musik zu studieren. Seine frühen Arbeiten
waren von Xenakis, Cage und Kagel beeinflusst. 1971 komponierte er sein erstes Werk für Musiktheater: „La tragique histoire
du nécromancien Hieronimo“, dessen Faszination von der
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Beziehung zwischen Musik, Sprache und Bühne ausging. Im Jahr
1976 gründete er das Atelier „Théatre et Musique“ in Bagnolet.
Dort begann er Stücke zu kreieren, die Schauspieler und Musiker gleichermaßen einsetzten. Er hat über 100 Werke geschaffen,
mit denen er die Entwicklung des Musiktheaters entscheidend
geprägt hat.
PRÈS
Das sehr intensive und komplexe Werk ist aus der engen Zusammenarbeit mit dem finnischen Cellisten Anssi Karttunen
hervorgegangen. Karttunen nahm auch die Instrumentalparts
auf, aus denen die Live- Elektronik am IRCAM komponiert
wurde. Kaija Saariaho, sehr durch die französische Schule
der spektralen Musik von Tristan Murail und Gérard Grisey
beeinflusst, hat in verschiedenen Kompositionen neue Notationstechniken entwickelt, um besondere Spielweisen auszudrücken. In ihren Werken mit Live-Elektronik komponiert sie
immer eine Mischung aus direkter Verarbeitung des Instrumentalklanges und Einspielung vorproduzierter Elemente.
Kaija Saariaho (*1952) lebt und arbeitet seit 1982 in Paris.
Sie studierte Komposition bei Paavo Heininen in Helsinki und
bei Brian Ferneyhough sowie Klaus Huber an der Freiburger
Musikhochschule. Seit ihrem ersten Kontakt mit dem Computer im Pariser Institut IRCAM wurde dieser zu einem wichtigen
Element in ihrem Schaffensprozess. Ihr sehr umfangreiches
Werk in allen Sparten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet:
Kranichsteiner Preis, Prix Italia, Ars Electronica Linz u. a. Ihre
Oper „L‘amour de loin“ ist in den vergangenen Jahren an
vielen Opernhäusern begeistert aufgenommen worden.
Iannis Xenakis (1922-2001) war ein Komponist und Architekt
griechischer Herkunft, der größtenteils in Frankreich lebte. Xenakis‘ Musik ist stark von seinem Interesse an mathematischen und
akustischen Gesetzmäßigkeiten geprägt. Aus zufälligen (stochastischen) Phänomenen wie Regen, einer Menschenmasse oder
einem Bienenschwarm entwickelte er ab 1954 einen eigenen
Musikstil: die stochastische Musik. Darüber hinaus versuchte Xenakis, Verfahren und Erkenntnisse der Spieltheorie, Mengenlehre
und der Zahlentheorie in seinen Kompositionen umzusetzen.
1997 erhielt er den Kyoto-Preis, 1999 den Polar Music Prize, der
als inoffizieller Nobelpreis für Musik angesehen wird.
LA LUTTE BLEU
Der Titel „La lutte bleue“ (der blaue Konflikt) kommt von
einem chinesischen Schriftzeichen, das die Elemente Stille und
Kampf enthält. Imai interpretiert dies im Hinblick auf Stille als
ein physisches Material. Wichtige Motive für das Werk sind
unsichtbare Bewegungen, Transformationen, Modulationen
und die Energie, die sich hinter Stille verbirgt. Die Elektronik
ist eine Verbindung von Echtzeitbearbeitungen des Celloklanges und Wiedergabe von vorkomponierten Klängen, die mit
dem Spiel der Solistin synchronisiert werden. Séverine Ballon
lernte Shintaro bei der Akademie des „Ensemble Modern“
kennen und arbeitete seitdem oftmals mit ihm zusammen.
Séverine Ballon
KOTTOS
„Kottos ist einer der Riesen mit 100 Armen, die Zeus bekämpft
und besiegt hat: ein Hinweis auf die nötige Virtuosität und Hingabe, die zur Interpretation dieses Werkes nötig ist.“ Iannis Xenakis
Es ist Xenakis’ zweites Solowerk für Violoncello, nach NOMOS
ALPHA von 1966. Wie in vielen anderen Stücken gibt Xenakis
genaue Hinweise für die Interpretation wie „bitter“, „lärmend“
etc. Viele Passagen werden mit enormem Bogendruck in der
Nähe des Stegs gespielt, was zu energiegeladenen, komplexen
Klängen führt, die keine definierte Tonhöhe haben. Es ist ein
Werk, das mit Glissandi, extremen Registerwechseln, Vierteltönen, Mikrointervallen und Polyrhythmen an die Grenzen der
Aufführbarkeit reicht.
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Shintaro Imai (*1974 in Nagano, Japan) studierte Komposition
und Computermusik am Kunitachi College of Musik in Tokyo.
2000 studierte er ein Jahr am IRCAM in Paris und verbrachte ab
2002 einen einjährigen Arbeitsaufenthalt am ZKM Karlsruhe. Seitdem hatte er wiederholt künstlerische Aufenthalte in Deutschland,
2004 als DAAD Stipendiat, ab 2008 bei Projekten des Bauhauses
Dessau und 2012 als Tutor bei den Darmstädter Ferienkursen
für zeitgenössische Musik. Er erhielt Kompositionspreise in
Europa und den USA und ist im Sonology Department des
Kunitachi College of Music in Tokyo tätig.
01.11.2014, 22.00 UHR
Werkstattstudio für elektroakustische Musik
CoudraystraSSe 13A
PORTRÄTKONZERT
Francis Dhomont zum 88. Geburtstag
Klangregie: Francis Dhomont
EXPLORATION
Les moirures du temps (1999-2000), 15’24’’
Die Zusammenarbeit mit Komponisten, das Erarbeiten von
Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts und die Improvisation
sind die drei Hauptachsen meines Wirkens und bilden die
Quelle für gegenseitige Inspiration. Während eines Arbeitsaufenthaltes im Schloss Solitude Stuttgart begann ich, jeden Morgen Improvisationskonzepte zu entwickeln, auszuprobieren
und zu notieren – wie ein Tagebuch. Diese Periode des Entdeckens von Klängen, die ich wieder und wieder spielte, brachte
mich zu einer persönlicheren Beziehung zu meinem Instrument und zu einer neuen klanglichen Körperlichkeit. Es hatte
auch Einfluss auf meine Interpretation komponierter Werke.
Mit Hans Tutschku begann ich vor zwei Jahren zu arbeiten
und war von der erweiterten Klangpalette seiner Live-Elektronik sofort inspiriert. Sein „Instrument“ ermöglicht Reaktionen
auf vielschichtige und sich ändernde musikalische Ideen, die
im Dialog beider Musiker neue Wege bereiten und mich als
Musiker in anderer Form herausfordern. Das Violoncello wird
in diesem kreativen Dialog zur Stimme, zum spektralen Instrument mit reicher Polyphonie. (Séverine Ballon)
Séverine Ballon hat sich auf die Aufführung von Werken für
Violoncello solo spezialisiert und zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit Komponisten wie Helmut Lachenmann, Liza Lim,
Mauro Lanza und Rebecca Saunders realisiert. Auf der Basis
ihrer improvisatorischen Praxis gelang es ihr, die klanglichen und
technischen Möglichkeiten des Instruments zu erweitern. Ihre
Interpretationen umfassen viele Jahrhunderte und ästhetische
Richtungen: vom Gebrauch von Darmsaiten bis hin zur Integration von Elektronik.
Hans Tutschku: ... siehe Seite 14
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… mourir un peu (1984-87), 44’52’’
Un autre Printemps (2000), 6’09’’
Premières traces du Choucas (2006), 15’00’’
moirures du temps (1999-2000)
Wie das Auge die wechselnden Lichtreflexe auf unterschiedlichen Oberflächen und Texturen entdeckt, kann das Ohr die
Schimmer und Spiegelungen kleinster Variationen von Klängen
ähnlicher Provenienz wahrnehmen. „Unregelmäßige, matte und
helle Elemente; wellig; strahlend; reflektierend...“ – Begriffe aus
der visuellen Wahrnehmung sind in unseren auditiven Beschreibungen präsent: die Veränderung des Raums in einem Medium
wird zur Modifikation der Zeit im anderen. Das funkelnd-leuchtende Material wurde mit dem Echtzeitsystem im Ina-GRM in
Paris komponiert. Seine harmonischen Klangfarben, zeitlichen
Qualitäten, Resonanzen, dynamischen Kontraste und Bewegungen schaffen einen schimmernden Kontext. Die Komposition
erhielt 1999 den 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb für
Elektroakustische Musik Musica Nova Prag.
… mourir un peu (1984-87)
Marine
Cartographie liminaire
Un certain embarquement
Thème de la fuite
Transfert I
En abîme
Transfert II
Palimpseste
Il ritorno [sections 1 & 2] Für Marthe Forget
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Francis Dhomont
Wir sprechen von Abfahrt, Reise, „Abschied ist ein bisschen
wie sterben ...“; und auch von Flucht, Freuden, Initiationsreisen, von einem vorgestellten Raum und doch vom Vermissen.
Es ist bezeichnend, dass das Werk in Marseille uraufgeführt
wurde, nahe der Ruinen des antiken okzitanisch-provenzalischen Hafens. Der erste Teil ist eine kurze Anspielung an die
damaligen Reisen. Das nahe Meer, unerschöpfliches Symbol
der Vielfältigkeit, hat hartnäckig seine energiereichen Gesetze
der Wellen auf die Komposition projiziert: Ebbe/Flut, Wachstum/Rückgang, Erscheinung/Verschwinden. Konkretes gleitet
zur Abstraktion und kommt wieder zurück. Vorbeistreifende
Erinnerungen und Ankerpunkte in der Realität (gehört oder
geahnt?) tauchen auf. Im vierten Teil mit dem Thema Flucht
erreichen wir den „Schaumkamm der Welle“, die durch die
zeitlichen Proportionen der neun Abschnitte gebildet wird.
Francis Dhomont
Composer in Residence
Un autre Printemps (2000)
Für Uli A. und Antonio V.
Diese Musik für einen Film folgt anderen Regeln als eine freie
Komposition: Respekt für ein gegebenes Thema, Begrenzung
des Materials (Vivaldi, Bratsche, Hund, Wasserrinnsal, Natur),
zeitliche Limitierung und Anspielungen an Referenzen. Das
Stück ist ein Echo auf das berühmte Bratschenkonzert von Vivaldi, das zum roten Faden des Films wurde. Dhomonts Werk
alteriert, weicht ab und recykelt. Das barocke Vorbild wird
einfach zur klangreichen Quelle und zum Träger kultureller
Referenzen. Die Metapher des Frühlings wird durch das sprudelnde Wasser und seine Veränderungen repräsentiert. Aber
die Naturklänge hinterfragen die „Natur“ des Klanges: die
figurativen Elemente gleiten allmählich ins Abstrakte und die
Musik bildet ihre eigene Integrität, um am Ende wieder zum
Sinnbildlichen zurückzukehren.
Premières traces du Choucas (2006)
Für Hans Tutschku und unsere Freundschaft
Premières traces du Choucas ist die zweite Etappe auf dem
Weg zum Werk Le cri du Choucas, eine umfangreiche Arbeit über das Universum, Werk und die Person Franz Kafkas.
„Kavka“ ist der tschechische Name für ‚Choucas’, eine Art
Rabe, dessen Bild das Ladenschaufenster seines Vaters Hermann Kafka schmückte. Symbole der Tierwelt, sehr präsent in
Kafkas Schriften, suggerierten den Werktitel und diese Form
der Annäherung: Aufschreie, einsam, nie nachdrücklich, oft
unterdrückt, sind in jedem Roman, jedem Fragment hörbar. In
diesen ersten „Spuren“ des Choucas gibt es noch keinen Text.
Sie sind eine Erforschung von Klängen und eine impressionistische Annäherung an kafkaeske Themen, durch die Schriften
Marthe Roberts geleitet.
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Francis Dhomont (* 2. November 1926 in Paris) gehört zu den
„Urvätern“ der musique concrète. Er sammelte erste Erfahrungen mit Pierre Schaeffer, dessen Einfluss ihn in seiner gesamten
Karriere begleitete. Seit Anfang der 1960er Jahre komponiert er
ausschließlich akusmatische Musik. Seit 1963 arbeitete Dhomont
in seinem eigenen Studio in der Provence. Er ist Mitbegründer
und Präsident des Festivals Musiques Multiples in Saint-Rémy-deProvence, wodurch er verstärkt die Aufmerksamkeit eines Fachpublikums auf sich zog. 1979 ereilte ihn der Ruf für einen Lehrstuhl
an der Universität in Montreal, den er bis 1996 innehatte. Seit
2005 lebt und arbeitet er wieder in Frankreich.
„In der elektroakustischen Musik ist alles gut, was einen Klang
erzeugt“ – mit dieser Überzeugung widmet sich Francis Dhomont
jener Kunstform nun seit weit mehr als 50 Jahren voller Passion
und Intensität. Obwohl es seinerseits als Versuch begann, entwickelte er sich sehr bald zu einer renommierten Größe innerhalb
der elektroakustischen Musik und nicht wenige seiner Werke
wurden mit wichtigen Preisen der Neuen Musik ausgezeichnet.
gudman.de
Kulturstiftung
des Freistaats Thüringen
weimar
Kulturstadt Europas
27. Tage Neuer Musik in Weimar – 29.10.2014 bis 01.11.2014 /////////////
Schirmherr / Christoph Matschie, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft
und Kultur /// Veranstalter / Klang Projekte Weimar e.V. / Paul-Schneider-Str. 26,
99423 Weimar /Telefon 03643 / 53420 / michaelvonhintzenstern@gmail.com ///
Ehrenpatrone / Karlheinz Stockhausen † / Henry Pousseur † / Francis Dhomont
(Frankreich) / Christian Wolff (USA) /// Künstlerischer Leiter / Michael von Hintzenstern (Weimar) /// Redaktion / Michael von Hintzenstern und Hans Tutschku
/// Medienpartner / Radio LOTTE Weimar / Sondersendungen am 22. Oktober
und 12. November, jeweils 23 Uhr, auf 106,6 MHz, im Kabel 107,9 MHz, LiveStream im Internet: www.radio-lotte.de
Kartenverkauf: Tourist Information Weimar, Markt 10, Tel. 03643 - 745 745
oder immer jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn /// Kartenpreise: 8 Euro
(VVK: 7 Euro), ermäßigt: 6 Euro (VVK 5 Euro) www.neue-musik-thueringen.de
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