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3 /14
DIE CARITAS IN BONN
Sozialcourage
Aktuelles aus Bonn
Wir
wieder
Leben mit all seinen Facetten
Frauenfrühstück in der City-Station bietet geschützten Raum:
Ehrenamtliches Engagement macht das Projekt möglich.
DAS PORTRÄT
Frank Sevenig-Held
Foto: Beate Behrend-Weiß
Osterlamm: Backen für den guten Zweck
Aktion der Katholischen Citypastoral und der Stadtbrotbäckerei Rott
Auch in diesem Jahr wurden wieder hunderte Osterlämmer für den guten Zweck gebacken und verkauft. Ein Erfolg der Kooperation der katholischen Citypastoral und
des Stadtbäckers Rott. Das Bonner Osterlamm, ein süßes Gebäck, das an ein altes
und biblisches Ostersymbol erinnern soll, wurde an Ostern inklusive eines Info-Flyers
mit Bastelanleitung in den Filialen des Stadtbrotbäckers Rott verkauft. 50 Cent jedes
verkauften Lammes gehen nun als Spende an den Mahlzeitendienst der City-Station.
Dort erhalten Besucher ein warmes Mittagessen für wenig Geld. „Für viele eine lebenswichtige Stärkung“, sagt Andrea Osten von der Bonner Citypastoral. Jean-Pierre
Schneider dankte für die Unterstützung: „Der Mahlzeitendienst ist ein wichtiger Bestandteil der Wohnungslosenhilfe, der auf Spenden angewiesen ist.“
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Meistens sind Gäste überrascht, wenn
sie hören, wo und in welchem Umfang in
der Bonner Caritas Ehrenamtliche tätig
sind. In unserer täglichen Arbeit ist das
Miteinander haupt- und ehrenamtlicher
Akteure normal. Und macht dabei einen
wesentlichen Unterschied zu manchem
Sozial- und Gesundheitskonzern aus.
Deshalb nimmt das Ehrenamt in dieser Ausgabe einen großen Raum ein. Als
besonderes Highlight der vergangenen
Monate erlebten wir die Ehrenamtsfeier im Haus Mondial. Menschen mit
unterschiedlichsten Begabungen und
Engagements trafen sich, lernten sich
kennen. In vielen Gesprächen ging es um
die Motivation der Ehrenamtlichen und
auch darum, wieviel Dankbarkeit auch
an die ehrenamtlich Tätigen wieder zurückgegeben wird. Eine schöne Erfahrung, denn so kann das Zusammenleben in einer vielfältigen Stadt wie Bonn
gelingen. Und so wird uns auch künftig
Caritas gelingen. Denn das Engagement
INHALT:
I
Titel: Frauenfrühstück in der
City-Station
II
Editorial, Porträt
III
Ehrenamtsfeier
jedes Einzelnen, haupt- wie ehrenamtlich, trägt zum Erfolg des Ganzen bei.
Erfolg kann sich auch in scheinbar kleinen Veränderungen mit großer Wirkung
ausdrücken, wie die Geschichte über den
koordinierten „Einsatz in vier Wänden“
der Ambulanten Pflege zeigt. Hier wird
deutlich, wie wichtig engagierte Mitarbeitende und fachlich gute Leistungen
in der Pflege sind. Die Caritas setzt auf
Qualität – nicht nur in der Pflege. Aber
Qualität kostet Geld. Und so wird die Caritas mit anderen Wohlfahrtsverbänden
genau verfolgen, welche Weichen politisch, auch für den Haushalt der Stadt
Bonn, gestellt werden. Können wir es
uns leisten, benachteiligte Menschen auf
der Strecke zu lassen. Oder gibt es nach
den mutigen Worten vor der Wahl nun
auch die mutigen und nötigen Entscheidungen mit (sozialem) Weitblick?
Jean-Pierre Schneider
Caritasdirektor
IV/V Ein neues Zuhause geschaffen
VI
Ehrenamtsserie
VII
Globale Verantwortung wahrnehmen
VIII
In Kürze
Es braucht Fingerspitzengefühl,
Menschenkenntnis und Geduld,
wenn man Menschen zusammen
bringen will, die Hilfe brauchen
und solche, die Hilfe geben. Frank
Sevenig-Held tut das täglich. Als
Verantwortlicher für die Gemeindecaritas und als Ansprechpartner
für die Ehrenamtlichen. Seit 26 Jahren. Für den
Sozial- und
Religionspädagogen war
immer klar:
„Ich will mit
Menschen
a r b e i t e n .“
Wer bei der
Caritas ehrena mt l ich
Foto: Mathias Kehrein
arbeiten
möchte, erhält von ihm Beratung
über die Möglichkeiten. Der 53-Jährige schult die Ehrenamtlichen und
begleitet sie, wenn fachlicher Rat
nötig ist. Das Selbstverstänis der
Ehrenamtlichen habe sich im Laufe
der Jahre gewandelt, sagt er. „Die
Ehrenamtlichen übernehmen heute
verantwortungsvolle Aufgaben, die
neben dem Alltagsgeschäft wichtig
sind.“ Auch bei der Gemeindecaritas fungiert Frank Sevenig-Held als
Bindeglied zwischen Caritas und
den Kirchengemeinden. Er informiert die Gemeinden über die Caritas und überlegt mit ihnen, wie
sie konkret Menschen in Not helfen
können. „Das ergänzt sich sehr gut.
Die Nachbarschaft, die Menschen
in einer Gemeinde spüren, kann Caritas nicht vermitteln. Anderseits
haben wir professionelle Hilfeleistungen, die die Gemeinden nicht
vorhalten können.“ Professionell
ist Frank Sevenig-Held auch, wenn
es ums Essen geht. Der Koch aus
Leidenschaft verarbeitet am liebsten alles, was die Gattin im Garten
selbst angebaut hat. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Und
genau deshalb zog es den gebürtigen
Saarländer vor 27 Jahren an den
Rhein: Der Liebe wegen.
MEG
II
Ehrenamt mit neuem
Selbstverständnis
Dank und Wertschätzung: Bonner Caritasverband
lädt Ehrenamtliche zu großer Feier in Haus Mondial ein
Respekt und Wertschätzung
Bei der Bonner Caritas engagieren sich
derzeit 200 Menschen ehrenamtlich in
vielen verschiedenen Fachbereichen.
Sie bringen ihre Lebenserfahrung, ihre
Herzlichkeit, ihren Humor und ihre Anteilnahme mit und sind aus dem Leben
des Caritasverbandes nicht wegzudenken. Ihre Arbeit und auch ihr Selbstverständnis hätten sich im Laufe der Jahre
gewandelt, sagt er. „Ehrenamtliche sind
heute nicht die Lückenfüller, wenn die
Kassen leer sind. Sie übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben. Sie erfahren
heutzutage mehr Respekt und werden
von den hauptamtlichen Mitarbeitenden mit besonderer Wertschätzung gesehen.“ Daran hat auch Frank Sevenig-Held seinen Anteil, der seit 26 Jahren
bei der Caritas für die Ehrenamtlichen
da ist. „Die Ehrenamtlichen wissen, dass
sie bei uns relativ selbständig arbeiten
können, wenn nötig aber auch Begleitung und Unterstützung erfahren.“
III
Offenheit und Interesse
Wo kann ich mitbestimmen? Welche eigenen Ideen kann ich mitbringen? Diese Fragen stellen sich Ehrenamtliche
heute immer mehr, bevor sie sich für
ein freiwilliges Engagement entscheiden. Das neue Selbstbewusstsein zeigte
sich auch auf der Feier. „Innerhalb von
5 Minuten war der Geräuschpegel nach
oben geschnellt“, erinnert sich Frank
Sevenig-Held lachend. „Viele lernten
sich und die Arbeitsfelder der anderen
erst an diesem Nachmittag kennen. Es
herrschte eine wunderbare Offenheit
und ein Interesse aneinander.“ Zur an-
genehmen Atmosphäre trug auch die
Märchenerzählerin bei, die mit Märchen
für Erwachsene die Zuhörer binnen Sekunden in ihren Bann zog. Und für den
Caritas-Vorstand war es eine schöne Gelegenheit, viele Engagierte persönlich in
entspanntem Rahmen kennenzulernen.
„Das war die dritte große Veranstaltung
dieser Art“, sagt Frank Sevenig-Held.
„Für mich war es wieder eine wertvolle
Erfahrung, zu sehen, wieviel Aufmerksamkeit, Wärme und Kraft die ehrenamtlich Tätigen mitbringen und wie sehr
das gemeinsame Ziel, Menschen in Not
zu helfen, verbinden kann.“
Mechthild Greten
Die neue Ehrenamtsbroschüre fand bei der Feier in Haus Mondial viele neugierige Leser. Für
die zahlreichen Gäste war die große Vielfalt der Einrichtungen überraschend.
Foto: Frank Sevenig-Held
Nicht selten ist der erste Eindruck entscheidend. Und vielleicht waren die liebevoll gedeckten Tische, der schön geschmückte Raum, der duftende Kaffee
und die herrlichen Speisen der KostBar
mitentscheidend dafür, dass sofort eine
heitere und entspannte Atmosphäre bei
der Feier für die Ehrenamtlichen des
Bonner Caritasverbandes entstand. Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider und
Caritasvorstand Karl Wilhelm Starcke
hatten die ehrenamtlich engagierten
Menschen als Dank für ihren freiwilligen
Einsatz zu einer Feier in Haus Mondial
geladen. In eine „verdrehte Welt.“ Denn
bei dieser Feier servierten die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Caritas den
Ehrenamtlichen Speisen und Getränke.
„ Als Wertschätzung“, wie Frank Sevenig-Held, der für die Ehrenamtlichen bei
der Caritas Ansprechpartner ist, betont.
Foto: Matthias Kehrein
Ein neues Zuhause geschaffen
Koordinierter „Einsatz in vier Wänden“ der Ambulanten Pflege
schafft für Kayin A. eine neue Lebensqualität
Von Susanne Laux. „Einsatz in vier Wänden“ und „Zuhause im Glück“ – das klingt nach Fernsehen, gibt es aber auch in
der Realität. Auch und gerade für Menschen, die krankheitsbedingt oder wegen ihres Alters nur wenige Sozialkontakte
haben und auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind und doch, so lange es geht, möglichst selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben möchten. Mit wenig Geld, aber umso mehr Engagement ist es der angehenden Altenpflegerin Ruth
Vasko gelungen, für den 73 Jahre alten Kayin A. ein Zuhause zu schaffen, in dem genau dies möglich ist.
So viel Selbständigkeit wie möglich, so
viel Unterstützung wie nötig – gerade
im Alter wünscht sich das wohl jeder
Mensch. Auch Kayin A., der zu Beginn
der 1960er Jahre als Diplomat einer afrikanischen Botschaft nach Bonn an
den Rhein kam. Sein halbes Leben verbrachte der Diplomat in Bonn, nahm
die deutsche Staatsbürgerschaft an und
blieb auch nach seiner Pensionierung in
der Bundesstadt. Doch für mehr als ein
beengtes Einzimmerapartement reichte
die Pension des Mannes nicht aus. Eine
sich stetig verschlimmernde Lungenkrankheit ließ Freundschaften und soziale Kontakte immer weniger werden.
Und die dringend erforderliche Renovierung der kleinen Wohnung wurde im
Laufe der Zeit nahezu unerreichbar.
Eine echte Herausforderung
Erst mit Ruth Vasko, die ihre praktische
Ausbildung zur Altenpflegerin in der Caritas-Pflegestation Bad Godesberg-Nord
absolvierte, kam ein echter Lichtblick.
Im Rahmen ihrer theoretischen Ausbildung in einem Bonner Fachseminar
für Altenpflege hatte sie eine Praxisaufgabe zu erfüllen. „Begleitung älterer Menschen bei der Wohnraum- und
Wohnumfeldgestaltung“ – so lautete die
Überschrift für die Praxisaufgabe. Eine
echte Herausforderung verbarg sich hinter dem sperrig klingenden Titel. Aber
innerhalb weniger Tage gelang es der
45-Jährigen mit viel Engagement, das
kaum bewohnbare Einzimmerapartment von Kayin A. so umzugestalten,
dass der 73-Jährige jetzt wieder weitgehend selbst über seine Lebensführung
bestimmen kann.
10 Euro Budget
Ruth Vasko standen jedoch weder Renovierungsteams zur Seite, noch konnte
sie über große Summen verfügen. Zehn
IV
So viel Selbständigkeit wie möglich
Zweimal täglich schauten Einsatzkräfte
der Caritas-Pflegestation bei dem zurückgezogen lebenden Kayin A. vorbei,
verabreichten Medikamente und halfen
bei der Körperpflege. Zusätzlich kam
zweimal in der Woche ein Mitarbeiter
der Sozialbetreuung vorbei, erledigte
Einkäufe für den ehemaligen Diplomaten und ging im Haushalt zur Hand.
Hilfsleistungen, die abgestimmt auf die
jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse
nur einen kleinen Ausschnitt aus dem
Servicenetz der fünf Caritas-Pflegestationen in Bonn darstellen. Aber schon
beim ersten Anblick der Einzimmerwohnung war für Ruth Vasko klar, dass
in diesem Fall mehr gefragt war, und dass
etwas Grundlegendes geschehen musste. Zudem mußte Ruth Vasko schnelle
Entscheidungen treffen. Denn für ihre
Praxisaufgabe blieben der seit mehr als
20 Jahren im Pflegebereich engagierten
Bonnerin vor einem bevorstehenden
Resturlaub ganze neun Tage Zeit. In Absprache mit der Caritas und mit einer
kleinen Unterstützung der unter deren
Dach angesiedelten Dr. Josef und Lisl
Brand-Stiftung besorgte die 45-Jährige
kostengünstige Möbel über Kleinanzeigen im Internet und im Sozialkaufhaus.
Voller Erfolg in mehrfacher Hinsicht
Gardinen, ein Badregal und Bettwäsche
bekam sie im Bekanntenkreis, und neue
Glühbirnen im Baumarkt. Ganz oben
auf der Wunschliste von Kayin A. stand
ein medizinisches Pflegebett, das die
Caritas ebenso bereitstellte, wie einen
Dienstwagen zum Transport der Möbel
und einen Praktikanten, der kurzerhand
(und gern) als Möbelpacker eingesetzt
wurde. Aus einem beengten Zimmer
machte Ruth Vasko innerhalb kürzester
Zeit und mit tatkräftiger Unterstützung
ihres Lebensgefährten und ihres ältesten Sohns eine Wohnung, in der sich wieder leben lässt. Und zugleich wurden bei
der Renovierungsaktion Dinge möglich,
die im Rahmen „normaler“ Pflegedienste zeitbedingt oft auf der Strecke bleiben
(müssen).
Eine echte Bereicherung
„Viele können ein Haus einrichten,
aber nur wenige verstehen sich auf die
Kunst, ein Zuhause zu schaffen“ – dieses
Sprichwort kam Ruth Vasko zu Beginn
ihres Einsatzes in den Sinn, und auch
für sie, berufstätige Mutter dreier Kinder, haben sich die Anstrengungen mehr
als gelohnt: „Mir hat diese Aufgabe sehr
viel Spaß gemacht und war auch für mich
ganz privat eine echte Bereicherung.
Herr Kayin A. ist glücklich über sein
neues Bett, in dem er wieder gut schlafen kann, und mein Sohn hat aus erster
Hand erfahren, welche Freude ehren-
Individuell hinschauen
Nicht nur die Änderung der Wohnverhältnisse hat Kayin A. gut getan: „Jeden Tag, an dem ich kam, wurde er aufgeschlossener, fast fröhlich“, berichtet
Ruth Vakso, „wir wurden immer vertrauter miteinander, und in den vielen
gemeinsamen Stunden haben wir auch
sehr persönliche Gespräche miteinander geführt, die während eines norma-
Service rund um die Uhr
Im Bonner Stadtgebiet und mit einem dichten Servicenetz betreuen 150 Mitarbeiter der Caritas-Pflegestationen täglich
rund 700 Patienten. Ambulante Pflegedienste, Familienpflege,
Hilfen im Haushalt, soziale Betreuung, Essen auf Rädern oder
Beratung – die Unterstützung der Caritas richtet sich danach,
was gewünscht und gebraucht wird und garantiert qualifizierte und persönliche häusliche Pflege für Kranke, Hilfsbedürftige
und Senioren. Rund um die Uhr und an allen Tagen im Jahr.
Auchnachts im Rahmen der „Nachtrufbereitschaft“. Alle fünf
über das Stadtgebiet Bonn verteilten Ambulanten Pflegedienste
der Caritas sind praktische Ausbildungsträger für Altenpfleger
und Altenpflegerinnen.
V
len Pflegebesuchs so ja überhaupt nicht
möglich sind.“ Die Begegnung mit Kayin
A. habe ihr noch einmal deutlich gezeigt,
wie wichtig es sei „ganz individuell hinzuschauen und zu arbeiten“, und wie
wenig Zeit der stationäre Pflegealltag
dafür oft lasse. Das muss auch Albert
Schmitz einräumen, der Leiter der Caritas-Pflegestation Bad Godesberg-Nord:
„In der Tat, im normalen Dienstablauf
wäre es nicht möglich gewesen, ein derartiges Projekt zu stemmen – und umso
mehr haben wir uns gefreut, eine solche
‚Schülerin‘ einzusetzen und helfen zu
können“.
Foto: Privat
Euro wurden vom Ausbilder für die Maßnahme bereit gestellt. Gefragt waren vor
allem Kreativität und Einfallsreichtum.
Dabei hatte die 45-Jährige ein fast unmögliches Projekt übernommen: Beeinträchtigt durch seine Krankheit und zur
Fortbewegung auf einen Rollator angewiesen, hätte Kayin A. nicht mehr lange
in seiner Wohnung bleiben können. Eine
verschlissene Schlafcouch, deren Matratze ihre guten Tage längst hinter sich
hatte, defekte Lampen, fehlende Regale und Gardinen, freiliegende Kabel als
Stolperfallen und kaum Stauraum für
die Erinnerungsstücke eines ganzen Lebens. Von einem bewohnbaren Zuhause
war das 20 Quadratmeter kleine Apartment eigentlich weit entfernt, von einem
gemütlichen noch weiter.
Ruth Vasko gehört zu den Altenpflegeschülerinnen, die
sich in den Ambulanten Pflegediensten der
Caritas praktisch ausbilden
lassen.
Bürozeiten der Caritas-Pflegestationen
Montag bis Donnerstag: 8:00–16:00 Uhr
Freitag: 8:00–14:00 Uhr
Ansprechpartnerin für alle Pflegestationen
Birgit Ratz
Tel. 0228 108-264
Fax 0228 108-233
birgit.ratz@caritas-bonn.de
Informationen im Internet
Das Leben mit all seinen
Facetten lieben
Irmgard Christ gehört zum festen Team des „Frauenfrühstücks“ in der City-Station
Morgens, kurz vor neun, in der City-Station am Alten Friedhof: Der Raum ist
liebevoll dekoriert. Auf jedem Tisch
steht eine Vase mit einer kleinen Rose,
am Fenster lockt das Frühstücksbuffet.
Hinter dem Tresen triff t Irmgard Christ
die letzten Vorbereitungen, denn in ein
paar Minuten werden die ersten Gäste kommen. Es ist der letzte Freitag des
Monats, und an diesem Tag lädt die Caritas zum „Frauenfrühstück“.
Von Anfang an dabei
Irmgard Christ ist immer dabei. Sie
gehört als Ehrenamtlerin zum festen
Orga-Team des Frauenfrühstücks. Vor
kurzem feierte sie ihren 75. Geburtstag.
Doch „nur zu Hause im Sessel zu sitzen“,
kann sich Irmgard Christ einfach nicht
vorstellen. „Ich arbeite gerne, ich mag
Menschen und das Leben mit all seinen
Facetten, ich höre gerne zu, und helfe, wo
ich kann“, sagt sie. Irmgard Christ wurde
in der Nähe von Bonn geboren. 1973 kam
sie in die damalige Bundeshauptstadt.
Ihr ganzes Leben arbeitete sie als Krankenschwester. In ihrer Freizeit engagierte sie sich ehrenamtlich – schon als
junge Frau. Seit 2008 gibt es das Frauen-
frühstück der Caritas in der Bonner City-Station. Und an diesem einen Tag im
Monat gehört der Raum ganz den Frauen. Männer sind dann nicht zugelassen.
Ein geschützter Raum
Das Frauenfrühstück bietet Frauen, die
auf der Straße leben oder denen Obdachlosigkeit droht, damit einen geschützten Raum. Hier gibt es Gelegenheit zu
persönlichem Kontakt, Austausch und
Information über Möglichkeiten der
Unterstützung. Einen Monat nach dem
Start des Projekts wurde Irmgard Christ
Mitglied des Teams. Seitdem ist sie mit
Herz und Seele dabei. Irmgard Christ
kennt viele der Besucherinnen. Sie erlebt
deren Höhen und Tiefen mit, weiß viel
über die einzelnen Lebensgeschichten,
freut sich, wenn es aufwärts geht und
nimmt Anteil, wenn es mal nicht so gut
läuft. So manche der Gesprächspartnerinnen beim Frauenfrühstück sind in
Not. „Sie schämen sich und verbergen ihr
Leid. Man muss Vertrauen aufbauen, behutsam sein“, erklärt Christ, „den richtigen Zeitpunkt abwarten. An den Augen
erkenne ich, ob jemand reden möchte“.
Irmgard Christ hat beim Frauenfrüh-
stück der City-Station ein Wirkungsfeld gefunden, das sie als Bereicherung
ihres Lebens empfindet. Für die Mitarbeitenden der City-Station, wiederum,
ist Irmgard Christ aus dem Team nicht
wegzudenken, denn ohne ehrenamtliches Engagement wäre das „Frauenfrühstück“ kaum zu realisieren. Sozusagen
eine Win-Win-Situation.
Barbara Winkens
I N F O & KO N TA K T
FRANK SEVENIG-HELD
TELEFON
0 2 2 8 / 10 8 -2 3 8
MAIL
FR ANK.SE VENIG-HELD@CARITAS-BONN.DE
ADRESSE
F R I T Z - T I L L M A N N - S T R A S S E 8 -1 2
5 3 11 3 B O N N
EHRENAMT
FOLGE 9
NAHEZU 200 MENSCHEN ENGAGIEREN
SICH DERZEIT EHRENAMTLICH BEI DER
B O N N E R C A R I TA S . I H R E N G AG E M E N T
IST EIN WICHTIGES PUZZLETEIL IM
GEFÜGE UND DER ARBEIT DES VERBANDES. WIR MÖCHTEN IHNEN DIESE MENS C H E N U N D I H R E H R E N A M T V O R S T E LL E N . B R I N G E N S I E D O C H V I E L FÄ LT I G E
LEBENSERFAHRUNGEN UND
Foto: Matthias Kehrein
Irmgard Christ sucht den Kontakt zu den Besucherinnen. Für jede hat sie ein offenes Ohr und
natürlich eine Tasse frisch gebrühten Kaffee.
L E B E N S F R E U D E I N D E N A L LTA G
UNSERER EINRICHTUNGEN.
VI
Weit weg
ist nÄher, als
du denkst.
globale-nachbarn.de
Globale Verantwortung wahrnehmen
Jahreskampagne fokussiert den Blick auf Flüchtlinge und Arbeitsmigranten
Sie sind vor brutalen Kriegen geflohen,
wurden selbst Opfer von Gewalt und
Zerstörung oder haben unbeschreibliche Schrecken mitansehen müssen. Was
viele Menschen, die als Flüchtlinge nach
Deutschland kommen, erlebt haben, ist
kaum in Worte zu fassen – und wirft einen langen, dunklen Schatten.
Für Schicksale sensibiliseren
Denn solche Ereignisse haben massive
psychische und körperliche Störungen
zur Folge. Wie diesen traumatisierten
Menschen geholfen werden kann, darum
ging es bei der Veranstaltung „Ursachen,
Beschwerdebilder und Unterstützung
bei Traumafolgestörungen“ im Haus
Mondial, zu der der Fachdienst für Integration und Migration der Caritas Bonn
eingeladen hatte. Ein Angebot unter vielen, mit denen der Fachdienst neue Impulse setzt und die Jahreskampagne des
Deutschen Caritasverbandes „Weit weg
ist näher als du denkst“ vor Ort mit einem eigenen „Fahrplan“ mit Leben füllt.
„Wir haben im Rahmen der diesjährigen
Kampagne ganz konkret Flüchtlinge und
Arbeitsmigranten in den Mittelpunkt
VII
gestellt und dazu ein umfangreiches
Programm entwickelt, das sich an den
vorhandenen Bedürfnissen orientiert“,
erläutert Gabriele Al-Barghouthi, Leiterin des Fachdienstes. Beide Themen
sind angesichts der aktuellen Zunahme
von Flüchtlingen und der arbeitsmarktpolitischen Veränderungen von großer
Bedeutung. So sei aufgrund der Nachfrage von Pfarrgemeinden nach Informationen im Umgang mit Flüchtlingen ein
konkretes Fortbildungs- und Unterstützungsangebot für Ehrenamtliche in der
Flüchtlingsarbeit entstanden.
Beratung und Unterstützung
Zudem findet einmal wöchentlich auch
eine Beratung für die Bewohner im Paulusheim in Bonn-Endenich statt, das
seit kurzem als Flüchtlingsunterkunft
der Stadt genutzt wird. In Vorbereitung
sind ein internationales Frühstück am
Caritassonntag sowie der missio-Truck.
In diesem riesigen LKW werden die Besucher am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Ostkongo in einer
multimedialen Ausstellung für Fluchtschicksale sensibilisiert.
Arbeitsmigration
Vielfältig sind die Angebote zum Thema
Arbeitsmigration. So wurde unter der
Überschrift „Arbeitssuche – wie geht
das?“ eine Info-Reihe für neu eingewanderte Migranten gestartet. Mit der Situation osteuropäischer Pflegekräfte und
Haushaltshilfen hierzulande und der
Frage, was die Abwesenheit dieser Frauen in den Herkunftsländern bedeutet,
werden sich der Film „Mama illegal“ und
eine Podiumsdiskussion im Haus der
Geschichte beschäftigen. Globale Verantwortung wahrnehmen – dazu will die
Jahreskampagne der Caritas aufrufen.
Die aktuellen Angebote des Fachdienstes
sind ein guter Beitrag dazu. Und sie ergänzen das, was ohnehin im Haus Mondial seit mehr als 25 Jahren an erfolgreicher Arbeit geleistet wird: Beratung und
Bildung für Migranten, Asylsuchende
und Illegale. Dabei sind Deutschkurse
und Hausaufgabenhilfe nur ein Aspekt.
„Wir möchten zu mehr interkultureller
Kompetenz und Öffnung und damit zum
Gelingen unserer Einwanderungsgesellschaft beitragen“, so Al-Barghouthi.
Beate Behrendt-Weiß
DIE CARITAS IN BONN
Rucksäcke für einen guten Schulstart
Starthilfe-Aktion von ROBIN GOOD unterstützt Kinder aus benachteiligten Familien
Strahlende Kinderaugen bei der Starthilfe von ROBIN GOOD.
Der Familienfond von Caritas und Diakonie unterstützte auch
in diesem Jahr Grundschüler in Bonn und Umgebung mit neuen Schul-Rucksäcken, die mit befüllten Mäppchen und einem
Turnbeutel für Sportsachen und mit einem Rabatt-Gutschein
von Carthaus ausgestattet sind. „Mit der Aktion wollen wir
Kindern aus sozial benachteiligten Familien, unabhängig von
ihrer sozialen Situation einen möglichst guten Start in das
Schulleben ermöglichen“, sagte Caritas-Vorstand Karl Wilhelm
Starcke. Die Aktion konnte realisiert werden, weil der Hersteller „ergobag“ ROBIN GOOD die Rucksäcke zu einem sehr viel
günstigeren Preis überließ. Die Rucksäcke sind ergonomisch
und lassen sich für jedes Kind passend verstellen. Außerdem
sind die Rucksäcke auch noch umweltfreundlich: Sie wurden
aus gebrauchten PET-Flaschen hergestellt. Stellvertretend für
die unterstützten Familien nahmen Kinderräte der OGS-Donatusschule und der OGS Holzlar die Rucksäcke entgegen. Starcke
bedankte sich bei allen beteiligten Unternehmen, Paten, den
Kinderräten und insbesondere auch bei allen Spendern die den
Familienfond ROBIN GOOD unterstützen. Marcia Guerreiro
Foto: Mechthild Greten
Schülerräte der OGS-Donatusschule und der OGS Holzlar nahmen stellvertretend für die vielen Kinder in Bonn die nagelneuen
Schul-Rucksäcke entgegen.
Bonner Stadtsoldaten machen mobil
Foto: Marcia Guerreiro
Im Alter mobil sein – das ist ein Wunsch, den die Bonner Stadtsoldaten den Bewohnern der Altenhilfeeinrichtung der Caritas seit
zehn Jahren ermöglichen. Das Traditionscorps stellt zwei Busse zur Verfügung, die sonst während der jecken Zeit für Transportfahrten benötigt werden. Außerhalb der Karnevalszeit
können die Senioren im Altenheim Herz-Jesu-Kloster Ramersdorf, im Alten- und Pflegeheim Marienhaus sowie im SebastianDani-Alten- und Pflegeheim die Busse für Ausflüge, Kultur- und
Theaterfahrten, Einkaufsfahrten oder Arztbesuche nutzen.
„Die Busse kommen gerade recht zur Ausflugssaison“, sagte Caritas-Vorstand Karl Wilhelm Starcke und bedankte sich für das
Engagement der Stadtsoldaten.
Marcia Guerreiro
Lehrer Ferdinand Fendel und seine Schülerinnen der Vorgebirgsschule
in Alfter übergaben die Spende an Ricarda Miebach von der City Station.
Für die City-Station gebastelt
Schüler der Vorgebirgsschule Alfter haben der Caritas-City-Station eine Sammelbüchse mit 75 Euro überreicht. Die 120
Schülerinnen und Schüler hatten Osterkarten gebastelt und sie
an Eltern, Freunde und Förderer für den guten Zweck verkauft.
Die Arbeit der City-Station gefiel ihnen so gut, dass sie den gesamten Erlös spendeten. Caritas-Mitarbeiterin Ricarda Miebach freute sich sehr über das Engagement der Schule: „Gerade
für unseren Mahlzeitendienst sind wir auf Spenden angewiesen. Da kommt jeder Euro gerade recht.“
Marcia Guerreiro
Foto: Beate Behrendt-Weiß
Karl-Heinz Morschhaeuser (3. v. li.) von den Bonner Stadt-Soldaten
und Caritas-Vorstand Karl Wilhelm Starcke (2. v. re.)bei der offiziellen Schlüsselübergabe an die Caritas.
IMPRESSUM
C A R I TA S V E R B A N D F Ü R D I E S TA DT B O N N E. V.
REDAK TION: MECHTHILD GRE TEN
S TA B S S T E L L E Ö F F E N T L I C H K E I T S A R B E I T
F R I T Z-T I L L M A N N - S T R A S S E 8 -12
5 3 113 B O N N , T E L . 0 2 2 8 10 8 - 0
W W W.C A R I TA S - B O N N . D E
L AYO U T:
BRIGIT TE KNOPP
T I T E L B I L D: M. K E H R E I N
VIII
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