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Ein Mal pro Woche ist genug

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PHARMA
DIABETESMANAGEMENT
Ein Mal pro Woche ist genug
Der GLP-1-Rezeptor-Agonist Dulaglutid hat eine Halbwertzeit von vier bis fünf Tagen.
Damit muss er nur einmal wöchentlich appliziert werden, was die Behandlung für
Diabetespatienten erheblich vereinfacht.
ur Verbesserung der glykämischen Kontrolle von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes wurde
im November 2014 Dulaglutid zugelassen. Der neue GLP-1-RezeptorAgonist hat eine Halbwertzeit von
vier bis fünf Tagen und muss deshalb nur einmal wöchentlich subkutan verabreicht werden.
®
Dulaglutid (Trulicity ) ist ein
rekombinantes GLP-1-Fc-Fusionsprotein und wirkt als GLP-1-Rezeptor-Agonist bei Einmalgabe eine
ganze Woche. Es wurde als Kombinationspartner für andere Antidiabetika einschließlich Insulin zugelassen, wobei eine Dulaglutiddosis
von 1,5 mg einmal wöchentlich
empfohlen wird. Bei Patienten ab
75 Jahren kann die Gabe von nur
0,75 mg in Betracht gezogen werden. Zudem kann Dulaglutid bei
Patienten mit Metformin-Unverträglichkeit als alleinige Therapie angewendet werden. Hier werden regulär 0,75 mg einmal wöchentlich
empfohlen.
Prof. Dr. med. Michael Nauck,
Diabetologe aus Bad Lauterberg,
nannte bei einem von Lilly unterstützten Pressegespräch im Rahmen der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft-Herbsttagung einige Vorteile des neuen Präparats: „Die lange Halbwertzeit erlaubt eine bequeme, nur einmal wöchentliche Injektion – immer am gleichen Tag, etwa
vor einer Lieblingsfernsehsendung.
Die Anwendung ist unabhängig von
der Tageszeit oder von Mahlzeiten,
Bewegung und dem aktuellen Blutzuckerwert möglich.“ Zudem sei
der Anteil der renalen Eliminierung
minimal, und die Grundstruktur des
Moleküls auf Basis von IgG4 sorge
für eine geringe Immunogenität.
Dulaglutid wird als gebrauchsfertige Lösung in einem EinmalPen mit 0,75 mg oder 1,5 mg Substanzmenge angeboten. Das Medi-
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kament wird auf Knopfdruck freigesetzt; die Nadel ist im Pen verborgen und damit für den Patienten
weitgehend unsichtbar. „Das ist
hilfreich für Patienten, die zwar
keine ausgeprägte Nadelphobie haben, einer injizierbaren Therapie
aber trotzdem zunächst skeptisch
gegenüberstehen“, betonte die Psychologin Susan Clever aus Hamburg. Prof. Dr. med. Baptist Gallwitz, Diabetologe aus Tübingen, ergänzte: „In einer Studie zur Benutzerfreundlichkeit fanden 99,1 Prozent der befragten Patienten die
Anwendung des Pens einfach, und
96,7 Prozent wollten ihn behalten.“
Dulaglutid in fünf Studien bei
HbA1c-Reduktion überlegen
Gallwitz präsentierte die Daten der
zulassungsrelevanten Phase-III-Studien AWARD-1 bis -6. In Bezug
auf den primären Endpunkt, die
HbA1c-Reduktion, war Dulaglutid
1,5 mg in fünf der sechs Studien der
jeweiligen aktiven Vergleichssubstanz überlegen und in einer Studie gleichwertig. Und Dulaglutid
0,75 mg zeigte Überlegenheit in
vier Studien und Nichtunterlegenheit in einer weiteren.
So wurden in AWARD-2 Dulaglutid und Insulin glargin miteinander verglichen, Hintergrundtherapie
waren Metformin und Glimepirid.
Der HbA1c-Wert sank unter Dulaglutid 1,5 mg versus Insulin glargin
in 52 Wochen um 1,1 Prozent versus 0,6 Prozent. In AWARD-5 wurden die Patienten mit Dulaglutid
versus Sitagliptin behandelt, zusätzlich zu Metformin. Hier wurde
der HbA1c-Wert in 52 Wochen unter
Dulaglutid 1,5 mg versus Sitagliptin um 1,1 Prozent versus 0,4 Prozent reduziert.
Auch im Vergleich mit anderen
GLP-1-Rezeptor-Agonisten schnitt
die neue Substanz gut ab: Dula-
glutid 1,5 mg senkte versus zweimal täglich Exenatide in AWARD-1
innerhalb von 26 Wochen den
HbA1c-Wert um 1,5 Prozent versus
1,0 Prozent. In AWARD-6 verringerten Dulaglutid 1,5 mg versus Liraglutid 1,8 mg den HbA1c-Wert in
26 Wochen um durchschnittlich
1,42 Prozent versus 1,36 Prozent;
hier zeigte sich Dulaglutid 1,5 mg
gegenüber dem Komparator nichtunterlegen. In beiden Gruppen erreichten 68 Prozent der Patienten ihren HbA1c-Zielwert. Gastrointestinale Ereignisse kamen mit
36 Prozent in beiden Gruppen
gleich häufig vor; symptomatische
Hypoglykämien wurden unter Dulaglutid etwas seltener beobachtet mit 0,1 versus 0,3 pro Patient
und Jahr.
„Bei unzureichender Blutzuckerkontrolle sind 62 Prozent der Patienten motiviert, die Therapie zu
wechseln. 63 Prozent fragen nach
neuen Optionen“, sagte Nauck. Ein
Einstieg in die GLP-1-Therapie mit
nur ein Mal wöchentlicher Gabe
von Dulaglutid könne Patienten mit
unzureichender Blutzuckerkontrolle helfen, ihre Glukosewerte in den
▄
Griff zu bekommen.
Simone Reisdorf
Quelle: Pressekonferenz „Eine neue Option für den
Einstieg in die GLP-1-Therapie“, in Leipzig, im
Rahmen der DDG-Herbsttagung, Veranstalter: Lilly
LITERATUR AWARD-1 BIS -6
1. Wysham C, et al.: Diab Care 2014; 37:
2159–67.
2. Giorgino F, et al.: ADA-Kongress 2014,
San Francisco, 330-OR.
3. Umpierrez G, et al.: Diab Care 2014; 37:
2168–76.
4. Jendle J, et al.: ADA-Kongress 2014,
San Francisco, 962-P.
5. Nauck M, et al.: Diab Care 2014; 37:
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6. Dungan KM, et al.: Lancet 2014; 384:
349–57.
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 112 | Heft 7 | 13. Februar 2015
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