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Erinnern – Hinsehen 1945 - Kath. Pfarrgemeinde St. Laurentius

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Der Weg führt über vier Stationen.
Wir erinnern
● an den Kirchenkampf innerhalb der evangelischen
Kirchengemeinde
● an die jüdische Synagoge am Isinger Tor
● an die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung
● an die Hilfe für Verfolgte durch den Kaplan Joseph
Emonds
Erinnern:
Einzelne haben widerstanden.
Viele haben weggesehen.
Hinsehen:
Auch 70 Jahre nach Kriegsende erleben Menschen
bei uns Rassismus und Ausgrenzung.
Erinnern – Hinsehen
1945 – 2015
Erinnern – Hinsehen
1945 – 2015
Ökumenischer Weg in Essen-Steele
Sonntag, 22. März 2015, 15.00 - ca. 16.30 Uhr
Beginn in der Friedenskirche, Kaiser-Wilhelm-Str. 37.
Wir laden Sie herzlich ein.
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius und
Evangelische Kirchengemeinde Königssteele zu
Essen-Steele, gemeinsam mit dem Steeler Archiv und
der Steeler Bürgerschaft.
Stadtplan von 2014
Stadtplan von 1937
Fotos: Stadtplan Vorderseite: Stadt Essen; Stadplan Mittelteil:
Steeler Archiv; Friedenskirche: Hanna Mausehund; Steeler
Synagoge: Alte Synagoge Essen; Toni Marcus: Terheeg 1938,
Privatbesitz; Joseph Emonds: Steele 1936, Privatbesitz.
Sonntag, 22. März 2015, 15.00 Uhr
Friedenskirche - Isinger Tor
Eickelkamp 16 - Laurentiuskirche
Vier Stationen
1. Station: Friedenskirche
Widerstand war möglich. In der
ev. Gemeinde Königssteele
stehen dafür unter anderem die
Namen der Pfarrer Maximilian
Becker, Paul Bever und Heinrich
Peithmann. Sie widersetzten sich
den massiven Versuchen der
sog. „Deutschen Christen“, die
Macht in der Friedenskirche zu
übernehmen und die Gemeinde
gleichzuschalten. In diesem Kirchenkampf standen sie
klar zur Bekennenden Kirche, die in der Barmer
Theologischen Erklärung vom Mai 1934 eine deutliche
Position gegen die nationalsozialistische Ideologie
bezogen hatte.
2. Station: Gedenktafel Steeler Synagoge
am Isinger Tor
„Am 14. September 1883 weihten die 183 in Steele
lebenden Juden am Isinger Tor eine Synagoge. In
unmittelbarer Nachbarschaft befand sich auch die
jüdische Volksschule. In der Nacht zum 10. Nov. 1938
wurde die Steeler Synagoge in Brand gesteckt und
entweiht. Wenig später wurde sie abgerissen.“
(Text der Gedenktafel)
„Die Synagoge war klein, aber sehr schön. Da war
jemand, der Orgel spielte. Wir gehörten alle zum
Synagogenchor.“
(Edith Tenn, geb. Neumark, Jüdin aus Steele, in die
USA emigriert)
„Die Synagoge ist angezündet
worden, und dann sind noch
4. Station: Laurentiuskirche
von einer Tankstelle Kanister
Benzin dahergetragen worden,
um das Feuer weiter zu entfachen. Und Schläuche lagen
von der Feuerwehr bereit, also
daß eben nicht durch Funkenflug die Nachbarhäuser betroffen wurden.“
(Frau Schäfer, Zeitzeugin aus
Steele)
Joseph Emonds
*15.11.1898 ✝07.02.1975,
wirkte 1928 bis 1938 als
Kaplan an St. Laurentius. Er
wurde 1938 von Steele nach
Euskirchen-Kirchheim strafversetzt Dort ernannte ihn
Kardinal Frings 1944 zum
Dechanten des Dekanates
Bad Münstereifel.
3. Station: Eickelkamp 16
Toni Marcus, geb. Bellerstein
*14.02.1875 ✝15.05.1944,
heiratete Emil Marcus. Das Paar
zog 1897 nach Steele, wo ihr
Mann Amtsrichter wurde. Sie
bekamen zwei Söhne und die
Familie trat 1903 aus der
jüdischen Gemeinde aus. Ihr
Sohn Fritz starb 1918 und ihr
Mann 1924. Als die Verfolgung
durch das NS-Regime 1933 begann, emigrierte ihr Sohn
Paul. Toni Marcus orientierte sich als Witwe zur
katholischen Gemeinde, sie wurde 1935 von Kaplan
Emonds getauft. Er versuchte, sie vor der sich
verschärfenden Verfolgung zu schützen.
Vergeblich. Sie wurde 1942 vom Lager Holbeckshof nach
Theresienstadt deportiert, ihr Leben endete in Auschwitz.
„Die Gegenwärtigkeit Gottes zu erschließen und seinen
Mitmenschen einsichtig zu machen, das war der
priesterliche Auftrag, wie Joseph Emonds ihn verstand.
Und aus diesem Auftrag folgte für ihn auch der
unmittelbare persönliche Einsatz für jene Menschen,
die unter Druck geraten waren, an den Rand der
Gesellschaft gedrängt wurden, der Verfol-gung
ausgesetzt waren.“
Helmut Möhring, Ruhrwort, Bistum Essen, 10.03.1984
„Vikar Emonds und Kruse. Beide sind hinreichend als
Gegner der Bewegung bekannt; bekannt sind auch ihre
Kanzelreden, in denen sie offen und versteckt gegen
die Bewegung Stellung nehmen.“ NSDAP-Ortsgruppe
an die Kreisleitung, 1935, in: Gestapoakten
„Er hatte immer ein klares Wort. Er war entschiedener
gegen die Nazis als andere, die vorsichtiger und
ängstlicher waren. Wenn er predigte, war es mucksmäuschenstill.“
Hugo Kreutzer im Interview 2014, damals Messdiener
an St. Laurentius
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