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Außenwirtschaft aktuell - IHK Rhein-Neckar

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Der monatliche Informationsdienst für Unternehmen im Auslandsgeschäft
Stimmung in Indien hellt sich auf
Ausgabe 02/2015
Kuba und USA vor Neuanfang
Seite 4
Schweiz: Nationalbank hebt
Mindestwechselkurs auf Seite 8
werden...
lich profitieren. Sowohl 2014 als auch 2015
deutsche Unternehmen überdurchschnitt2,5 Prozent im Jahr 2015 aus. Davon werden
US-Wirtschaft von 2 Prozent in diesem Jahr und
AHK USA geht von einem Wachstum der
Ein positiver Taktgeber bleiben die USA. Die
USA – wichtiger Wachstumstreiber
samt-Exporte von 5 Prozent.
deshalb für 2015 mit einem Anstieg der Gefür die deutsche Wirtschaft. Der DIHK rechnet
schaft steigen auch wieder die Exportaussichten
2015 wieder an. Mit der stärkeren Weltwirtdelskammern (AHKs) zieht die Weltwirtschaft
Nach Schätzungen der deutschen Auslandshan-
Foto: Debos
in der Infrastruktur.
zintechnik, moderner Verarbeitungstechnik und
z. B. wegen des immensen Bedarfs an Meditrotz aller Rückschläge ein Markt mit Potential,
denschaft. Langfristig bleibt Russland jedoch
Besonders der Maschinenbau gerät in Mitleiwirkt sich die Krise teilweise noch stärker aus.
Prozent für dieses Jahr wahrscheinlich. Sektoral
weiteres Minus von noch einmal rund 15 bis 20
nach Russland von ca. 5 Prozent in 2013 ist ein
Nach einem Rückgang der deutschen Exporte
Gegensanktionen der russischen Regierung.
tionen der EU gegenüber Russland und den
besondere aus den Auswirkungen der SankDie Anpassung der Prognose resultiert ins-
Foto: Tourismusbüro Kuba
Das Wirtschaftswachstum in Indien verzeichnete 2014 mit einem Plus
von 5,6 Prozent wieder einen leichten Anstieg. Die neue indische
Regierung unter Premierminister Narendra Modi muss jedoch noch
zahlreiche Hürden nehmen. Die Erwartungen sind hoch. Doch erste
Erfolgssignale sind sichtbar.
Das Geschäftsklima hat sich seit den Wahlen
im Mai 2014 deutlich verbessert. Der indische Börsenindex SENSEX ist stark angestiegen und die ausländischen Direktinvestitionen lagen von April bis August 2014 mit 12
Milliarden US-Dollar rund 42 Prozent höher
als in der Vorjahresperiode.
„Der aktuelle Ölpreisverfall nutzt der indischen Wirtschaft immens, da rund ein Drittel
der Einfuhren auf Erdöl entfällt“, so Dirk
Matter, Geschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer in Düsseldorf. „Der
günstigere Einkauf von Energie hilft beim
Abbau des Außenhandelsdefizits und nimmt
den Druck von der indischen Rupie.“
Die geringe Investitionstätigkeit zählte in
den letzten Jahren zu den größten Problemen des Landes. Dem möchte Indien mit der
Kampagne „Make in India“ entgegenwirken, mit deren Hilfe bürokratische Hürden
abgebaut, Steuerregeln vereinfacht und mehr
ausländische Investoren angelockt werden
sollen. „Indien möchte wie China ein Produktionszentrum für global agierende Unternehmen werden, den prozentualen Anteil der
Fertigung an der gesamten Wertschöpfung
erhöhen und damit den Gewerbesektor…
Fortsetzung auf Seite 3
Download dieser Ausgabe unter: www.rhein-neckar.ihk24.de/AWA
Foto: Schweizerischen-Notenbank-SNB-2015-01-17
Rhein-Neckar
aktuell
Nicaragua: Zweiter Panamakanal
Seite 11
Foto: HKND-Group
Außenwirtschaft
Außenwirtschaft
Ausgabeaktuell
5/2014
s
Übersicht
Länder und Märkte
Außenwirtschaft-Spezial
EUROPA/ZENTRALASIEN
Bulgarien Zahlungsmoral
06
Dänemark Bauwirtschaft
06
EU28 Automarkt; Geschäftsreisen
06
Frankreich Forschung und Entwicklung; Verpackungsindustrie;
Umweltausgaben; Gesellschaftsformen;
Elektro- und Elektronikaltgeräte
06
Polen Digitalisierung; Gesundheitswesen
07
Kasachstan Investitionen in verarbeitende Industrie
08
Rumänien Straßenbau
08
Kuba und USA stehen vor einem Neuanfang
04
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Schweden Maschinenbau; City Maut; Steuerregelung für Diensthandys 08
Schweiz Mindest-Wechselkurs
08
Ermächtigter Ausführer
Serbien Müllentsorgung
08
Bescheinigungsdienst Heidelberg
19
Slowenien Abwasserbehandlung
09
Ursprungszeugnisse China
19
Tschechien Strombranche
09
Sanktionen Krim und Sewastopol
19
Türkei Abwasserentsorgung; Korruption
09
Sanktionen Russland
19
Ukraine Wirtschaftsentwicklung; Verkehrsinfrastruktur; Kernkraftwerke 09
Zollaussetzungen
19
Russland deutsche Unternehmen; Fussball-WM; Investitionen
im Umweltschutz; Gestaltung von Geschäftsbeziehungen
Saudi-Arabien – Carnet ATA
20
10
19
Saudi-Arabien – Elektronische Voranmeldung
20
Ukraine - Apostille
20
11
Zoll ABC
20
Nicaragua Nicaragua Kanal
11
Umsatzsteuer – Anwendung Unionsrecht
20
USA Buy American; Fracking; Konjunkturerwartung
11
Sanktionen Nordkorea
20
Panama Panama Kanal
11
Venezuela Länderrating; Autoabsatz
11
AMERIKAS
Kolumbien Alstom
ASIEN/PAZIFIK
China Erneuerbare Energie
13
Japan Arbeitsmarkt/Lohngefüge; Werkzeugmaschinenbau
15
Korea Gesundheitstourismus; Motorradmarkt
15
Vietnam Investitionsklima
16
Indien Hannover Messe; Medizintechnik; Export;
17
Bundesstaat Karnatak; Printmedienbranche
MENA/AFRIKA
Förderung und Finanzierung
Messeerfolg
21
Termine develoPPP.de
21
Subsahara-Afrika Erweiterung der Hermes-Deckung
18
Bulgarien: Investitionsgarantien möglich
21
Algerien Baubranche
18
Brasilien und Chile: Unternehmerreise
22
Ägypten Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen
18
USA: Start-up Förderprogramm
22
Israel Importvereinfachung; Altersgerechte Produkte
18
Marokko Gebrauchtmaschinen
18
Ruanda Straßenbau
18
Tunesien Nahrungsmittelverarbeitung
18
Impressum
22
Kurz vor Schluss: Finnland - Schwitzen für den
Geschäftserfolg
23
IHK-Veranstaltungen International
24
2 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
ZITAT DES MONATS
„Wir hoffen auf eine stärkere
politische Flankierung bei der
Vergabe von Aufträgen im
arabischen Raum“.
Steffen Behm, Nahostexperte des Deutschen
Industrie- und Handelskammertags
Den ganzen Bericht lesen Sie auf Seite 22
s
Titelthema
Fortsetzung von Seite 1
Hilger u. Kern, Spezialist für Misch- und
Dosieranlagen, setzt auf den indischen
Markt, hat dort im Februar 2014 eine Tochtergesellschaft gegründet und im letzten
November mit einem fünfköpfigen Team
die Tätigkeit aufgenommen. „Wir möchten
zum einen unsere Stammkunden wie Bosch,
ZF Friedrichshafen oder Schaeffler direkt in
Indien betreuen, jedoch auch neue Kunden vor Ort gewinnen“, so Geschäftsführer
Steffen Knaus. Abnehmer aus Indien und
dem asiatischen Umfeld möchte man mit
der in England neu erworbenen Zweitmarke „Meter Mix“ gewinnen. „Wir werden in
Indien rund um diese Marke ein Portfolio für
die asiatischen Märkte entwickeln. Qualifizierte Mitarbeiter vor Ort sind ausreichend
vorhanden“, fasst Knaus die Pläne des
Unternehmens zusammen.“
Dass es trotzdem für einen Mittelständler
nicht einfach ist, im indischen Markt Fuß zu
fassen, dessen ist er sich bewusst. „Glück-
licherweise verfüge ich über grundlegende
Erfahrungen in den asiatischen Märkten und
über ein breit gefächertes Netzwerk, das
mir auch bei der Akquisition von geeigneten
Mitarbeitern hilft“, so Knaus. „Dies ist eine
wichtige Voraussetzung für den Erfolg in
diesem Markt.“
Das weiß auch Matthias Reimann,
Geschäftsführer der Schweickert Netzwerktechnik GmbH in Walldorf, die seit
letztem April in Indien aktiv ist. „Wir hatten
das Glück, dass ein indischer Mitarbeiter
von uns unsere Tochtergesellschaft vor Ort
aufgebaut hat – und wir profitierten bei der
Rekrutierung der IT-Spezialisten auch vom
Renommee unseres wichtigsten Großkunden.“ Um diesen bei Projekten rund um
das Thema Cloud zu unterstützen, ist das
mittelständische Unternehmen der Firma
nach Indien gefolgt und beschäftigt nun in
Bangalore 14 Mitarbeiter. Am zweiten Standort in Varkala soll demnächst auch ein Team
von rund 12 IT-Experten an den Start gehen.
„Bei der Gründung haben wir Dienstleister in
Anspruch genommen. Dies hat sich bewährt
und bis heute übernehmen diese für uns die
Buchhaltung und die Gehaltsabrechnungen.“
„Die Ansatzpunkte der neuen Regierung sind
positiv“, ist Dirk Matter überzeugt.
„So soll über eine Stärkung des Themas
E-Governance Korruption und die schleppende Bürokratie bekämpft werden: Der Ablauf
von Verwaltungsvorgängen soll zunehmend
transparenter und online zu verfolgen sein.
Die zukünftige Entwicklung wird nun davon
abhängen, inwieweit die Regierung die hohen
Erwartungen erfüllen kann.“
Von Ulla Cramer
Firmenfoto
stärken“, weiß Matter. Ein Signal in diese
Richtung will Indien auch als Partnerland
auf der diesjährigen Hannover Messe setzen,
die gemeinsam von Bundeskanzlerin Angela
Merkel und Premierminister Modi eröffnet
werden wird. „Im Fokus steht dort auch eine
stärkere Kooperation vor dem Hintergrund
des Themas Industrie 4.0, bei der Deutschland seine Kompetenz im Maschinenbau
und Indien sein Know-how im Bereich
IT einbringen könnte“, berichtet Matter.
Aktuell ist Deutschland größter Handelspartner Indiens in der EU und steht bei den
Kapitalinvestitionen auf der achten Position.
So haben beispielswiese auch zwei Unternehmen der Region im vergangenen Jahr
ihre Indien-Aktivitäten ausgebaut.
Die Firmen Schweickert Netzwerktechnik
- hier bei der Einweihungszeremonie - und
Hilger und Kern (unteres Foto) – engagieren
sich verstärkt in dem südasiatischen Land.
Veranstaltungshinweis:
Wirtschaftstag Indien
Am 5. März lädt die IHK Rhein-Neckar zum
„Wirtschaftstag Indien“ von 09:30 bis 17:30
Uhr in das Haus der Wirtschaft in L 1,2 in
Mannheim ein. Im Fokus stehen Fragen wie
„Welche mittel- und langfristigen Strategien
verfolgen deutsche Unternehmen in dem
südasiatischen Land?“, „Welche Auswirkungen
haben die Reformbemühungen der Regierung
Modi auf das Indien-Geschäft?“ oder „Welche
rechtlichen und steuerlichen Neuerungen sind
im Indien-Geschäft zu beachten?“
Neben Dirk Matter, dem Geschäftsführer
der Deutsch-Indischen Handelskammer,
werden mit Steffen Knaus, Geschäftsführer
von Hilger u. Kern aus Mannheim, Matthias
Reimann, Geschäftsführer der Schweickert
Netzwerktechnik GmbH aus Walldorf, sowie
Markwart von Pentz, President Agriculture &
Turf Division bei John Deere GmbH & Co KG in
Mannheim, Unternehmen aus der Region von
ihren Erfahrungen in Indien berichten.
Zusätzliche Best-Practice-Berichte stellen
Hubert Reilard, Geschäftsführer EFD Induction, Bangalore, Dr. Nicholas Matten, Sales
Director der Hansgrohe AG in Schiltach sowie
Johannes Jakob, CFO, und Cataldo Sposato,
Vertriebsleiter der Firma Lorch Schweißtechnik
in Auenwald, vor. Ergänzt wird die Veranstaltung durch Fachvorträge zu Rechts- und
Steuerfragen im Indien-Geschäft.
Das Teilnahmeentgelt beträgt 220 Euro
für IHK-/HWK-Mitglieder und 330 Euro
für Nichtmitglieder.
Firmenfoto
Anmeldungen bitte schriftlich bis zum
2. März per Fax oder E-Mail an:
0621 1709-229 (Fax) oder
indien@rhein-neckar.ihk24.de
Ansprechpartnerin: Gabriele Borchard;
Tel.: 0621 1709-131,
gabriele.borchard@rhein-neckar.ihk24.de
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 3
AußenwirtschaftSpezial
Kuba und USA stehen vor einem Neuanfang
US-Präsident Obama kündigte am 17. Dezember 2014 einen Neustart der Beziehungen zu Kuba an.
Die über 50jährige Isolation Kubas werde aufgegeben. Sie habe nicht zur erhofften Demokratisierung
des Inselstaates geführt. Sie habe vielmehr die Beziehungen der USA mit den Ländern Lateinamerikas
belastet. Die IHK Rhein-Neckar nimmt eine erste Einordnung zu den sich aus der Neuausrichtung für
Foto: Oficina-Nacional-de-Información-Turística-de-Cuba
deutsche Unternehmen ergebenden Geschäftschancen vor.
Für Unternehmen im US-Besitz und
US-amerikanischer Staatsbürgerschaft,
die z.B. als Manager für deutsche Unternehmen tätig sind, ändern sich durch die
Neuausrichtung unmittelbar für sie geltende
US-Sanktionen. Für deutsche Unternehmen
mit substanziellem US-Geschäft ändern
sich die Rahmenbedingungen oft ebenfalls
de facto. Denn oft haben sie bislang de
facto auf einen Einstieg ins Kuba-Geschäft
verzichtet, um negative Auswirkungen für
ihr US-Geschäft zu vermeiden.
US-Sanktionen – wesentliche
Änderungen auf einem Blick
Aufgrund der Ankündigungen von US-Präsident Obama vom 16. Dezember 2014
und der Konkretisierungen durch das US
Finanzministerium und das US-Handelsmi-
4 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
nisterium vom 15 Januar 2015 bestehen seit
dem 16. Januar 2015 bereits auch folgende
Erleichterungen:
s53"ANKENISTESERLAUBTBEIKUBANISCHEN
Finanzinstituten zu eröffnen, um genehmigte Zahlungsüberweisungen durchzuführen. Sie können nunmehr sowohl Zahlungsüberweisungen zu Handelszwecken
als auch im Zusammenhang mit dem
Einsatz von Kreditkarten vornehmen.
s!USLËNDISCHE3CHIFFEDIEZUVOREINENKUBA
nischen Hafen angelaufen haben, können
anschließend auch US-Häfen anlaufen.
s$ER"EGRIFFuCASHINADVANCEvIM(ANDEL
mit Kuba wird konkretisiert in Richtung
hCASHBEFORETRANSFERORTITLEv:AHLUN
gen können danach vom kubanischen
Käufer auch noch nach Verschiffung der
Ware erfolgen. Bislang war unklar, ob die
Zahlung zwingend vor Verschiffung erfolgt
sein musste.
s$IE!USSTATTUNGVON4ELEKOMMUNIKATI
onseinrichtungen in Kuba zur Verbesserung der Telekommunikationsverbindungen in Kuba und zwischen Kuba und
anderen Ländern ist generell erlaubt.
s$ER%XPORTZAHLREICHERàBLICHERWEISEVON
Verbrauchern genutzter elektronischer
Kommunikationsgeräte wie z.B. Personal-Computer, Mobiltelefone, Aufnahmegeräte und damit verbundener Software,
Zusatzteilen und Dienstleistungen ist generell erlaubt unter der neuen Ausnahmeregelung „Support for the Cuban People“
(SCP) bzw. der Ausnahme für Consumer
Communication Devices.
AußenwirtschaftSpezial
s:UR6ERBESSERUNGDER,EBENSUMSTËNDE
der kubanischen Bevölkerung und Unterstützung des privaten Unternehmertums
in Kuba erlaubt die SCP-Ausnahmeregelung die Ausfuhr nach Kuba von
s"AUMATERIALIENGERËTENUNDWERKZEUGEN
für den Bau bzw. die Renovierung in Privatbesitz befindlicher Wohn- und Geschäftsgebäude, Werkzeugen und Geräten für den
Einsatz in der privaten Landwirtschaft,
Werkzeugen, Geräten, Ver- und Gebrauchsmaterialien sowie Instrumenten für den
Einsatz in privaten Unternehmen.
s:UR3TËRKUNGDER:IVILGESELLSCHAFT
erlaubt SCP den Export von Gütern für
wissenschaftliche, archäologische, kulturelle, ökologische, Bildungs-, denkmalschützende und sportliche Verwendungszwecke.
Geschäftschancen für deutsche
Unternehmen
Bislang belaufen sich die jährlichen Direktexporte baden-württembergischer Unternehmen
nach Kuba nur auf rund 30 Mio. EUR. Mittelfristig könnte sich bei einer weiteren Annährung der beiden Länder in drei Bereichen
deutlich größere Geschäftschancen ergeben:
1. Kuba verfügt über sehr gute, ausgebildete
Ärzte und Krankenpflegepersonal. Sobald
US-amerikanische Patienten sich in nennenswerter Zahl im nahen Kuba zu den im
Vergleich zu den USA deutlich günstigeren
Kosten behandeln lassen können, dürften
sie dies bei entsprechender medizinischer
Ausstattung auch tun. Hierdurch ergeben
sich Geschäftschancen für Ausstatter des
Gesundheitswesens.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird das
US-Außenministerium auf seiner Internetseite eine Liste von Gütern veröffentlichen,
die aus Kuba in die USA importiert werden
können, sofern sie von kubanischen Privatunternehmen hergestellt wurden.
2. Kuba verfügt z.B. mit der Altstadt von
Havanna und seinen Stränden über reizvolle
Tourismusziele. Sobald der Herkunftsmarkt
für die kubanische Tourismusindustrie voll
zugänglich ist, dürfte sie erhebliche Investitionen zur Aufnahme dieser Touristenströme tätigen.
Näheres:
Merkblatt des US-Finanz- und des US-Handelsministerium zu den am 16. Januar in Kraft
getretenen Änderungen der US-Sanktionen:
www.treasury.gov/press-center/press-releases/
Pages/jl9740.aspx
Mitteilung der überarbeiteten „Cuban Assets
Control Regulations“ im US-Amtsblatt
„Federal Register“:
www.federalregister.gov/articles/2015/
01/16/2015-00632/cuban-assets-controlregulations
3. Sobald Kuba zum Ausbau seiner Verkehrs-, Energie-, Wasserver- und Entsorgungs-, Müllentsorgungs- und Telekommunikations-Infrastruktur künftig auf
Mittel von Entwicklungsinstitutionen wie
der Weltbank, des IWF oder der InterAmerikanischen Entwicklungsbank (IADB)
zurückgreifen kann, dürften sich hier
ebenfalls zahlreiche Geschäftschancen
z.B. für Planungsbüros, Projektsteuerer
und Bauunternehmen ergeben. Bislang
bestehen diese Finanzierungsmöglichkeiten allerdings nicht. Denn Kuba ist
bislang kein Mitglied dieser Institutionen.
Es könnte deshalb durchaus sein, dass das
Land auf die „chinesische Karte“ setzt,
also chinesische Anbieter beauftragt, die
gleich eine Finanzierung mitbringen.
Von: Matthias Kruse,
Geschäftsführer International,
IHK Rhein-Neckar
Grundsatzrede des US-Präsidenten:
www.whitehouse.gov/issues/foreign-policy/
cuba
Die kubanische Hauptstadt Havanna liegt nur 90 Meilen von der Küste der USA entfernt
|5
Länder und
Märkte
Saudi Arabien:
Elektronische
Voranmeldung
Seite 20
Russland:
Betreiben eine
Niederlassung
Seite 10
USA: Zukunft
des Fracking
Seite 11
Indien:
Lockerungen
für ausländische
Direktinvestitionen
Seite 17
Gegliedert nach Kontinenten finden Sie auf den nächsten Seiten Neuigkeiten,
Berichte und interessante Informationen. Ausführliche Langfassungen zahlreicher
Themen und Kontaktanschriften erhalten Sie unter Telefon 0621 1709-228.
Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an awa@rhein-neckar.ihk24.de
EUROPA/ZENTRALASIEN
Bulgarien
Kreditvergabe und Zahlungsmoral
(gtai) Die bulgarische Wirtschaft leidet unter
bewusstem und systematischem Zahlungsverzug. Die Verschuldung zwischen Unternehmen
ist sehr hoch. Immer kürzere Zahlungsziele
werden bevorzugt. Bulgarien hatte 2013 den
größten Zuwachs von Firmeninsolvenzen in
Zentral- und Osteuropa. Die Bonitätsprüfung
wird durch geringe Informationstransparenz
erschwert. Die Einschaltung von Gerichten zur
Forderungseintreibung sollte vermieden werden.
Der Prozentsatz notleidender Kredite ist hoch.
(Internetadressen)
Dänemark
Umfangreiche Bauprojekte locken
(gtai) Die dänische Bauwirtschaft ist in den
kommenden Jahren für deutsche Unternehmen
besonders attraktiv. Bis 2023 sind Investitionen von umgerechnet mehr als 60 Mrd. Euro
geplant. Dabei fließen nicht nur hohe Summen
in Großprojekte wie die Fehmarnbeltquerung
und hochmoderne, neue Krankenhäuser. Das
kleine Königreich investiert auch stark in den
Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, darunter
in Straßenbahnen sowie in den Wohnungsbau
und Stadterneuerungsprojekte.
6 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
EU28
Pkw-Automarkt 2014
Laut ACEA stieg 2014 die Zahl der Neu-Registrierungen EU-weit um durchschnittlich 5,7% auf
12,55 Mio. Pkw. Mit die höchsten Wachstumsraten verzeichneten die ehemaligen Krisenländer
Portugal mit +34,8% auf fast 143.000 Einheiten,
Irland mit 29,6% auf 96.000 Pkw und Spanien mit +18,4% auf über 855.000 Einheiten.
Großbritannien als zweitgrößter europäischer
Pkw-Markt nach Deutschland erreichte ebenfalls
einen überdurchschnittlichen Anstieg um 9,3%
auf knapp 2,5 Mio. Einheiten. Europas drittgrößte Pkw-Markt, Frankreich, stagnierte hingegen bei knapp 1,8 Mio. Neu-Registrierungen
(+0,3%). Signifikante Rückgänge verzeichneten
nur Österreich mit -4,9% auf gut 300.000 Pkw
und vor allem die Niederlande mit -6,9% auf nur
noch knapp 388.000 Pkw.
Europäischer Gerichtshof erleichtert Planung von Geschäftsreisen
(EuGH) Der Europäische Gerichtshof erleichtert
mit seinem Urteil vom 15. Januar 2015 auch
das Planen von Geschäftsflügen. Denn das Urteil
stellt klar, dass ein Online-Reiseportal bei jedem
Flug ab einem Flughafen der Union, dessen Preis
angezeigt wird, von Anfang an den zu zahlenden
Endpreis ausweisen muss. Hierdurch erleichtert
sich auch das Planen von Geschäftsflügen.
Rechtssache C-573/13.
Näheres: http://curia.europa.eu/jcms/upload/
docs/application/pdf/2015-01/cp150004de.pdf
Frankreich
Paris-Saclay soll französisches
Silicon Valley werden
(gtai) Im Südwesten der französischen Hauptstadt entsteht eine der größten Forschungs- und
Entwicklungslandschaften weltweit. Das städtebauliche Projekt Saclay soll 2020 rund 20% der
öffentlich geförderten F&E-Aktivitäten Frankreichs auf sich vereinen. Bildungseinrichtungen,
Forschungszentren und Unternehmen werden
hier zusammenarbeiten. Ein Rückgrat wird die
Zone mit dem Bau der Metrolinie 18 im Rahmen
des Grand Paris-Projektes erhalten, die 2030
fertiggestellt werden soll. (Kontaktanschriften)
Verpackungsindustrie ist in guter
Stimmung
(gtai) Die Verpackungsmittelbranche in
Frankreich lässt sich von der allgemein
schlechten Stimmung im Land wenig beeinflussen. Der Branchenerhebung Observatoire
de l‘Emballage zufolge, die anlässlich der
Fachmesse Emballage im November 2014
in Paris vorgestellt wurde, rechnen 58% der
Hersteller von Verpackungsmitteln und 55%
der Verpackungsmaschinen- und Ausrüstungsfirmen mit steigenden Umsätzen. Neben den Erwartungen der Abnehmerbranchen
kommen ihnen einige Markttrends zugute.
(Kontaktanschriften)
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
Umweltausgaben stiegen 2012 auf
47,5 Mrd. Euro
Foto : IT-Datenkabel Bilddatenbank EU Komission
(gtai) Frankreichs Umweltschutzausgaben haben
sich im Jahr 2012 gegenüber 2011 um 3,2%
erhöht. Ursachen sind Gesetzesänderungen
ebenso wie wachsendes Umweltbewusstsein
und steigende Preise für Dienstleistungen. Im
Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2012 betrug die
Zunahme 4,4%, wobei die laufenden Ausgaben mit 4,8% schneller stiegen als die stärker
konjunkturabhängigen Investitionen mit 3,4%.
Rund zwei Drittel der gesamten Ausgaben entfallen auf die Abfall- und Abwasserentsorgung.
(Internetadressen)
Der Einzelunternehmer als
Kleinstunternehmer
(gtai) Wer in Frankreich allein geschäftlich tätig
werden möchte, dem stehen viele verschiedene
Möglichkeiten zur Verfügung. Unter Umständen
gilt man als Kleinstunternehmen (auto-entrepreneur). Dann kommt man in den Genuss von
steuer- und sozialversicherungsrechtlichen
Vereinfachungen. Der Artikel beschäftigt sich mit
den Voraussetzungen und Gründungsformalitäten für den auto-entrepreneur, den steuer- und
sozialversicherungsrechtlichen Erleichterungen,
sonstigen Abgaben und wann man sich nicht
mehr auf den Status des auto-entrepreneur
berufen kann.
EU-Mittel für Digitalisierung
(gtai) Über 2 Mrd. Euro an EU-Mitteln sollen in
den Ausbau der Telekom-Infrastruktur und der
elektronischen Dienste der öffentlichen Verwaltung in Polen fließen. Anfang Dezember 2014
akzeptierte Brüssel das erste polnische Operatio-
nelle Programm der neuen Finanzperiode 2014
bis 2020. Zielgruppe der ersten Ausschreibungen
sind öffentliche Institutionen. Diese sind auf
die Hilfe von Telekommunikationsfirmen und
IT-Anbietern angewiesen.
Investitionen ins Gesundheitswesen
an Renovierungs- und Ausbauvorhaben, was
jeweils von jedem siebten Investitionswilligen
als Ziel genannt wird. Jeder Zehnte plant den
Bau und die Ausstattung von OP-Räumen.
Ein wichtiger Ansporn bleiben die strikteren
technischen und sanitären Normen, die ab
2017 in Kraft treten. Deutschland blieb auch
2013 als wichtigster Lieferant verantwortlich
für etwa ein Drittel des Volumens.
Foto: Europäische Kommission
(gtai) In den kommenden zwei Jahren sollen
die Jahresumsätze mit Medizintechnik in Polen 1,3 Mrd. Euro erreichen. Aus der 2014er
Ausgabe des Magellan-Berichts „Finanzsituation der Krankenhäuser“ geht hervor, dass
mindestens 40% der Institute in den kommenden Jahren Investitionen mit einem Einzelwert von über 5 Mio. Zloty (1 Euro = 4,31
Zloty) planen. Interesse besteht vor allem
In den kommenden zwei Jahren sollen die Jahresumsätze mit Medizintechnik in Polen
1,3 Mrd. Euro erreichen.
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Besonders stark vertreten waren deutsche
und weitere westliche Produzenten bei
Diagnosegeräten und in der zahnmedizinischen Ausstattung. Bei einfacheren Erzeugnissen haben sich chinesische Hersteller
fest etabliert. Sie decken bei Therapie- und
Atmungsgeräten etwa 40% des Marktbedarfs.
Polen ist außerdem ein dynamischer Absatzmarkt für Arzneien und Heilmittel aus
Deutschland. Die Nachfrage von Selbstzahlern
wächst, die Apotheken erweitern ihr Sortiment
um frei verkäufliche Artikel. Der Einzelhandel konzentriert sich durch die Bildung von
Ketten. Das polnische Parlament will die
Ausfuhrmöglichkeiten bei rezeptpflichtigen
Arzneien begrenzen, um einer Knappheit im
Inland vorzubeugen. Die Bestände innerhalb
des Landes sollen zudem künftig elektronisch
erfasst werden.
Auch die steigende Lebenserwartung der
Bevölkerung eröffnet Chancen für Dienstleister. Die Zahl der Senioren nimmt deutlich
zu, während gleichzeitig die Möglichkeiten
schwinden, innerhalb von Familien für sie
zu sorgen. Experten sehen deswegen großes
Potenzial für Dienstleister aus dem Bereich
Geriatrie. Die ersten privaten Projekte wurden
bereits angekündigt, während die Selbstverwaltungen nach Partnern suchen.
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 7
Länder und
Märkte
Elektro- und Elektronikaltgeräte:
Europäische Richtlinie umgesetzt
Niederlande
Nationale Investitionsförderung
(gtai) Die europäische Richtlinie 2012/19/EU
über Elektro- und Elektronikaltgeräte (WEEE)
wurde in Frankreich durch die Verordnung
Nr. 2014-928 vom 19. August 2014 umgesetzt.
Die Verordnung wird durch 5 Durchführungsverordnungen, die am 8. Oktober 2014 verabschiedet wurden, ergänzt. Zukünftig können
ausländische Unternehmen in Frankreich
mittels eines Bevollmächtigten der Pflicht zur
Rücknahme und Verwertung der von ihnen auf
den Markt gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte nachkommen. Im Falle von Versandhandel ist das ausländische Unternehmen wie
bisher verpflichtet, die Rücknahme und Verwertung der von ihm auf den Markt gebrachten
Geräte durchzuführen. Seit Inkrafttreten des
französischen Elektrogerätegesetzes in 2005
vertritt die Deutsch-Französische Industrieund Handelskammer Unternehmen gegenüber
den französischen Rücknahmesystemen und
hat ihre Dienstleistung an die Erfordernisse der
neuen Gesetzgebung angepasst.
Ansprechpartner:
Christa Geissinger;
AHK Frankreich/ Abteilung Umwelt;
Tel. 00 33 (0)1 40 58 35 96
Den Haag (gtai) - Auslandsinvestoren leisten
einen wichtigen Beitrag für die niederländische
Wirtschaft. Entsprechend breit ist das Spektrum
an Investitionsanreizen. Ein wichtiges Instrument sind Steuerbegünstigungen. Das Land
stellt insbesondere Gelder für Forschung und
Entwicklung bereit. Lokale Agenturen vergeben
regionale Anreize. Ansässige Unternehmen können von nationalen, EU- und regionalen Mitteln
profitieren. (Internetadressen)
Rumänien
Rumänien konkretisiert Projekte
im Straßenbau
(gtai) Rumäniens Autobahnnetz wird 2015
um rund 50 km ausgebaut. Weitere 200 km
sollen 2016 hinzukommen. Bis zum Jahr 2030
ist eine Erweiterung um insgesamt 725 km
vorgesehen. In Betrieb sind derzeit 695 km
Autobahnen. Ferner ist die Errichtung von
1.809 km Schnellstraßen geplant. Das Netz
der Nationalstraßen DN (rumänisch: „drumuri
nationale“) von derzeit 17.000 km muss in
Teilen modernisiert und instand gehalten werden. Derzeit befinden sich 245 km Autobahn
in verschiedenen Phasen der Realisierung. Die
Kosten des Gesamtprogramms werden von
Verkehrsminister Ioan Rus bis 2030 auf 28,7
Mrd. Euro veranschlagt. Davon sollen etwa 1
Mrd. Euro aus EU-Mitteln der Förderperiode
2007 bis 2013 stammen, weitere 5 Mrd. Euro
aus der neuen Förderperiode 2014 bis 2020.
Aus dem Staatshaushalt 2015 (2016) stehen
1,5 (2) Mrd. Euro über die Nationale Gesellschaft für Autobahnen und Nationalstraßen
(CNANR - Compania Nationala de Autostrazi
si Drumuri Nationale din România SA http://www.cnadnr.ro) bereit. Diese soll mit
Hilfe diverser weiterer Finanzierungsinstrumente aufgestockt werden. (Kontaktanschriften und Langfassung auf Anfrage)
Kasachstan
Förderung für verarbeitende
Industrie
(AHK Zentralasien) Die kasachische Regierung
und die kasachische Nationalbank stellen im
Rahmen eines gemeinsamen Aktionsplans
Mittel zur Finanzierung von Unternehmen der
verarbeitenden Industrie zur Verfügung. Die
Staatsholding Baiterek stellt Anleihen aus dem
Nationalfonds in Höhe von knapp 219 Mio. EUR
als langfristigen Darlehen zur Verfügung. Finanziert werden sollen Projekte aus 23 Sektoren der
verarbeitenden Industrie, darunter die Lebensmittelproduktion, Verarbeitung von Öl und Gas,
Textilindustrie, Papierproduktion und andere.
(Langfassung auf Anfrage)
(SNB) Die Schweizerische Nationalbank
hat am 15. Januar 2015 den Mindestkurs
von 1.20 Franken pro Euro aufgehoben. Der
Schweizer Markt ist hierdurch für deutsche
Anbieter kurzfristig deutlich attraktiver
geworden. Schweizer Kunden können
Waren aus dem Euro-Raum nun erheblich
günstiger beziehen.
Wechselkursrechner: www.oanda.com/
lang/de/currency/converter
8 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
Foto: Schweizerischen-Notenbank
Nationalbank hebt
Mindest- Wechselkurs auf
Schweden
Maschinenbau setzt auf
Automation
(gtai) Ungeachtet der gegenwärtigen
Stagnationstendenzen ist Schwedens Maschinenbau ein wichtiger Absatzmarkt für
Automatisierungstechnik. Nicht nur Automobilzulieferer investieren in die Prozessautomation, auch Unternehmen aus anderen
Zweigen des Maschinen- und Anlagenbaus.
Ausländische Anbieter müssen
sich allerdings auf starke heimische
Wettbewerber einstellen. Der Umsatz der
Automatisierungsbranche war 2013 deutlich
niedriger als im Vorkrisenjahr 2008.
(Kontaktanschriften)
City Maut auch für ausländische
Unternehmen
(AHK Schweden) Seit dem 1. Januar wird die
City-Maut in Stockholm und Göteborg auch für
außerhalb Schwedens zugelassene Fahrzeuge
fällig. Damit entfällt für ausländische Speditionen ein Wettbewerbsvorteil. Wer mit dem Pkw,
Lkw oder Bus in den Innenstädten der beiden
schwedischen Metropolen unterwegs ist, muss
fortan bis zu 60 SEK (1 Euro = 9,45 SEK) c) pro
Fahrzeug und Tag bezahlen. Die genaue Gebührenhöhe ist abhängig von der Tageszeit, der
Länge der Fahrtstrecke und davon, wie häufig
man eine Bezahlstation passiert. Wieviel jeweils
gerade fällig wird, zeigt ein elektronisches
Schild an der Einfahrt in die Mautzone an. Zu
verkehrsschwächeren Zeiten kostet die einmalige
Durchfahrt um die 10 SEK in der Rushhour sind
es bis zu 22 SEK. Nachts, an Wochenenden und
im Juli werden keine Gebühren berechnet.
Verschärfte Steuerregelung für
Diensthandys
(AHK Schweden) Die schwedische Steuerbehörde
(Skatteverket) hat die bestehende Regelung
darüber, wann Diensthandys und ähnliche, vom
Arbeitgeber bereitgestellte, elektronische Geräte
steuerfrei genutzt werden können, konkretisiert. In Schweden tätige Unternehmen müssen
nun noch einmal neu beurteilen, ob die den
Angestellten zur Verfügung gestellten Geräte
und insbesondere die im Zusammenhang damit
genutzten Dienste einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil darstellen.
Serbien
Neues Abfallentsorgungskonzept
(gtai) Im Rahmen seiner Beitrittskandidatur
zur EU verfolgt Serbien im Bereich der Abfallbehandlung und -entsorgung das Ziel, nicht
nur die rechtlichen Grundlagen anzupassen,
sondern mittel- bis langfristig auch in der Praxis
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
modernen Umweltstandards zum Durchbruch
zu verhelfen. Eine funktionierende Trennung,
Sortierung und Wiederverwertung des anfallenden Siedlungsmülls steckt jedoch noch in
den Kinderschuhen. Entsprechend gilt auch der
Nachholbedarf Serbiens, seinen Abfallsektor
nach modernen, umweltgerechten Entsorgungsund Recyclingmethoden zu organisieren, als
gewaltig. Herzstück des lokalen Entsorgungskonzeptes für insgesamt 14 der insgesamt 17 zu
Belgrad zählenden Stadtbezirke/-gemeinden ist
die Großdeponie Vinca. Sie soll zum Gegenstand
eines Betreibermodells im Rahmen einer langfristig angelegten öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Stadt Belgrad und einem
privaten Unternehmen werden.
Maßnahmen (einschließlich Hochwasserschutz)
insgesamt 393 Mio. Euro zur Verfügung. Sie
müssen bis Ende 2015 zum Einsatz kommen.
Tschechien
Strombranche hat Effizienzpotenzial
(gtai) Die Tschechische Republik ist im Energiesektor eine wichtige Regionalmacht. Mit über 20
GW installierter Kraftwerksleistung hat das Land
doppelt so viele Kapazitäten wie die Slowakei
oder Ungarn. Grund ist der hohe Industrieanteil,
der für einen steten Bedarf an Strom und Prozesswärme sorgt. Stahlerzeuger, Papierfabriken,
Chemie und Automobilbranche fragen große
Energiemengen nach. Für deutsche Energiekonzerne ist der Standort seit langem ein attraktives
Ziel für Investitionen.
Türkei
Türkei will industrielle Abwasserentsorgung verbessern
Die IHK Rhein-Neckar ist Partner
im Enterprise Europe Network, einem EUBeratungsnetzwerk zur Förderung des Auslandsgeschäfts und der Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.
)
eeresgrenze für die Öl- und Gasexploration freigegeng im Jahr 2013 wieder ein Teilgebiet in der Barentssee
sen nur auf Gasvorkommen schließen. Erstmals seit
kommen entdeckt. Die anderen beiden im letzten Jahr
d in der Nähe des Johan-Castberg-Gebiets in der
rn Eni Norge AS und Petoro AS hat der norwegische
der norwegischen Arktis wird
Enterprise Europe Network wird kofinanziert
durch die Europäische Union:
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokumentnummer 432.
Ihre Ansprechpartner:
Heide Schmidt, Tel. 0621 1709-147,
heide.schmidt@rhein-neckar.ihk24.de,
Bernhard Schuster, Tel. 0621 1709-227,
bernhard.schuster@rhein-neckar.ihk24.de
Slowenien
Nachholbedarf bei der
Abwasserbehandlung
(gtai) In Sloweniens Wasserwirtschaft wird mit
EU-Strukturhilfen aus der alten Finanzperiode
(bis 2013) intensiv investiert. Bei der Abwasserbehandlung soll das für 2015 angepeilte
Ziel von einem Anschlussgrad von 97% nicht
erreicht werden. Noch Ende 2012 lag die Quote
bei 36%. Nachholbedarf gibt es bei Kleinkläranlagen. In Karstgebieten muss zusätzlich eine
mikrobiologische Reinigung stattfinden. In der
neuen EU-Förderperiode wurden für Wassermanagement weniger Mittel eingeplant. Im
Zuge der knappen öffentlichen Gelder bilden
in Slowenien die Kohäsionsmittel die Hauptstütze für Investitionen in die Wasserver- und
-entsorgung. In der EU-Finanzierungsperiode
von 2007 bis 2013 standen für entsprechende
(gtai) Im Bereich der Wasser- und Abfallwirtschaft besteht in der Türkei ein immenser
Nachholbedarf. Striktere gesetzliche Vorschriften
und stärkere Kontrollen zwingen die Industrie zu
Investitionen in die Abwasserentsorgung. Aber
auch kommunale Gebietskörperschaften und
öffentliche Unternehmen treiben Projekte für die
Abwasser- und Abfallentsorgung voran. Für die
Vorhaben werden umfangreiche Planungs- und
Beratungsdienstleistungen sowie Ausrüstungen
benötigt. (Langfassung auf Anfrage)
Türkische Baubranche bietet
Geschäftsmöglichkeiten für
deutsche Unternehmen
(gtai) Die türkische Baubranche bietet für
deutsche Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten. Türkische Baugesellschaften sind auch in
viele internationale Projekte involviert, an denen
deutsche Firmen durch eine Zusammenarbeit mit
einem türkischen Partner partizipieren können.
Chancen liegen vor allem in der Bereitstellung von
Beratungs- und Ingenieurdienstleistungen sowie
in der Zulieferung von höherwertigen Technologieprodukten. (Kontaktadressen auf Anfrage)
Ukraine
Ukrainische Wirtschaft wird in
2015 schrumpfen
(AHK Ukraine) Die Nationalbank der Ukraine
(NBU) prognostiziert für dieses Jahr einen
wirtschaftlichen Rückgang um 4,3 %. Zwischen September 2013 und September 2014
hat die ukrainische Wirtschaft 14% ihrer
ausländischen Direktinvestitionen verloren.
Investitionen in die ukrainische
Verkehrsinfrastruktur
(gtai) In die Verkehrsinfrastruktur der Ukraine
muss investiert werden. Zahlreiche Großprojekte sind längst identifiziert worden,
allerdings verzögern die klammen Staatskassen oft die Umsetzung der Vorhaben. Dank
der Beteiligung von internationalen Entwicklungsbanken und anderer Geberorganisationen
dürfte Bewegung in den Ausbau des Straßennetzes, der Flug- und Seehäfen und der
U-Bahnlinien kommen.
(Langfassung auf Anfrage)
Ukrainische Kernkraftwerke sollen
sicherer werden
(gtai) Mit der Unterstützung internationaler
Finanzierungsorganisationen werden die bestehenden Kernkraftwerke sicherer gemacht.
Es gibt mehrere Vorhaben für den Ausbau der
Erdgasleitungen. Ab 2015 sind die Chancen
für eine erhöhte Beteiligung der Geber und
die Umsetzung von Projekten stark gestiegen - auch wenn der Löwenanteil der Gelder
der Refinanzierung dienen dürfte. Wegen der
angespannten Haushaltslage kann der ukrainische Staat für seine Energieinfrastruktur
selbständig kaum Impulse geben.
(Langfassung auf Anfrage)
Die gtai bietet Ihnen zahlreiche
weitere Informationen
Wachsende Korruption erwartet
(gtai) Türkische Geschäftsleute sind bezüglich
der Korruptionsbekämpfung in der öffentlichen
Verwaltung pessimistisch. Dies geht aus einer
Umfrage des Industriellenverbandes TÜSIAD
unter Firmenvertretern hervor, die Mitte 2014
durchgeführt worden war. Nahezu die Hälfte
der Befragten rechnet mit einer Zunahme der
Korruption. Auffallend ist dabei der relativ
verständisvolle Umgang der Geschäftswelt mit
Korruptionsfällen. (Kontaktanschrift auf Anfrage)
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
40 gtai-Korrespondenten weltweit
und Länderexperten bereiten regionale
Informationen über ausländische Märkte,
Ausschreibungen, ausländisches Recht
und Zollthemen auf: www.gtai.de.
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 9
Foto: Fotolia Scaliger
Russland
Deutsche Unternehmen stehen zum
russischen Markt
(AHK Russland) Laut der Deutsch-Russischen
Auslandshandelskammer (AHK) sind nahezu
unverändert 6.000 deutsche Firmen in Russland
aktiv. Die augenblicklich größten Herausforderungen sind für sie der eingeschränkte Zugang
zu Finanzen, die Abwertung des Rubels sowie
die Konjunkturschwäche. Laut einer Dezember-Umfrage der AHK sind fast 60 % der Unternehmen unmittelbar von den Sanktionen beider
Seiten und fast 30% von den Finanzmarkteinschränkungen betroffen. Trotz stark veränderter
Marktbedingungen halten die deutschen Unternehmen am russischen Markt fest: drei viertel
der Befragten sind vom langfristigen Potential
überzeugt. (Langfassung auf Anfrage)
WM-Organisatoren sparen am
Anteil ausländischer Ausrüstung
(gtai) Nach der Fußball-WM in Brasilien richtet
die FIFA ihr Hauptaugenmerk jetzt auf Russland,
den Ausrichter der nächsten Weltmeisterschaft
2018. Trotz drohender Rezession und der
Rubelabwertung will das Land an der Weltmeisterschaft festhalten. Dieses Sportereignis wird
als Anreiz gesehen, die Entwicklung Russlands
voranzutreiben. In der Tat laufen die Vorbereitungen bislang überwiegend nach Plan. Um die
Kosten im Rahmen zu halten senken manche
Bauherren den Anteil importierter Ausrüstung.
(Langfassung auf Anfrage)
Veranstaltungshinweis
„Effektive Gestaltung von
Geschäftsbeziehungen mit
russischen Partnern“
am 4. März 2015 in Mannheim
Russland bleibt trotz der gegenwärtigen EUSanktionen ein wichtiger Markt. Es gibt eine
breite Warenpalette, die von den Sanktionen.
nicht betroffen ist, Außerdem prüfen russische
Geschäftsleute gerade jetzt das Verhalten ihrer
deutschen Partner. Im deutsch-russischen Business ist interkulturelle Kompetenz der wesentliche Erfolgsfaktor. Im Seminar werden vertiefende Kenntnisse der russischen Arbeitskultur
vermittelt und praktische Tipps für das Umsetzen
Ihrer Geschäftskonzepte gegeben. Vorgestellt
werden auch zahlreiche Managementtools für
eine erfolgreiche Verhandlungsführung und
Kommunikation. Weitere Schwerpunkte sind
Projektmanagement und Personalführung in
Russland. Wir freuen uns auf Sie.
Veranstaltungstermin und -ort:
Mittwoch, 4. März 2015,
9:00- ca. 17:00 Uhr
IHK Rhein-Neckar, L1 2, 68161 Mannheim
Zielgruppe:
Geschäftsführung, Exportmanager, Projektleiter, Sachbearbeiter
Teilnahmeentgelt:
240,- EUR für IHK-/AHK-/HwK-Mitglieder,
340,- EUR für Nichtmitglieder
Russische Industriebetriebe investieren in Umweltschutz
Programm und Anmeldung unter:
www.gus-rn.de
(gtai) Russland will sich bei seinen Umweltauflagen für die Industrie künftig an der Europäischen
Union orientieren. Die Regierung lässt Kataloge
mit besonders umweltfreundlichen Technologien
für verschiedene Wirtschaftszweige erarbeiten.
Ob Öl- und Gaskonzerne, Stahl- und Buntmetallerzeuger oder Chemieunternehmen, viele Unternehmen investieren heute schon in Ressourcen
sparende Anlagen, Abgasfilter und eine bessere
Wasseraufbereitung. (Langfassung auf Anfrage)
Ansprechpartnerin: Linda Sawada
Tel.: 0621 1709-282
Fax: 0621 1709-5282
oe-gus@rhein-neckar.ihk24.de
10 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
Veranstaltungshinweis
„Betreiben einer
Niederlassung in Russland“
am 12. März 2015 in Mannheim
Russland bleibt trotz gegenwärtiger Wirtschaftssanktionen ein wichtiger Markt. „Aktuell schwieriges Geschäft mit langfristiger
Perspektive“, - so schätzt die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer die Situation
ein. Viele deutsche Unternehmen, die bereits
eine Niederlassung in Russland betreiben,
nutzen die Krise als Chance für die Optimierung ihrer Marktstrategien und Betriebsstrukturen. Zudem ist es jetzt wichtig,
das Krisen- und Forderungsmanagement
neu aufzustellen und die Kommunikation
mit den deutschen Muttergesellschaften zu
optimieren. Neu betrachtet werden sollen
auch die unternehmerischen Haftpflichten
in Russland. Zu all diesen Themen sprechen krisenerfahrene Russland-Experten im
Rahmen der Veranstaltung „Betreiben einer
Niederlassung in Russland“ am 12. März in
Mannheim. Wir würden uns freuen, Sie als
Teilnehmer dieser Gemeinschaftsveranstaltung der AHK Russland und des Kompetenzzentrums Russland der IHK Rhein-Neckar in
Mannheim begrüßen zu können.
Veranstaltungstermin und -ort:
Donnerstag, 12. März 2015, 12:20- ca. 18:00 Uhr
IHK Rhein-Neckar, L1 2, 68161 Mannheim
Zielgruppe:
Geschäftsführung, Exportmanager, Projektleiter,
Sachbearbeiter
Teilnahmeentgelt:
195,- EUR für IHK-/AHK-/HwK-Mitglieder,
275,- EUR für Nichtmitglieder
Programm und Anmeldung unter:
www.rusrn.de
Ansprechpartnerin:
Dr. Jelena Möbus
TeL.: 0621 1709-282
Fax: 0621 1709-5282
oe-gus@rhein-neckar.ihk24.de
Kompetenzzentrum Russland
Wir beraten Sie und stellen aktuelle Informationen zum Russland-Geschäft
– darunter zu Zoll und Exportzertifizierung, praktische Tipps zur Vertragsgestaltung und Geschäftspartnersuche u. a. – per Internet zur Verfügung:
www.rhein-neckar.ihk24.de/russland
Kontakt Kompetenzzentrum Russland: oe-gus@rhein-neckar.ihk24.de, Tel. 0621 1709-282
Länder und
Märkte
AMERIKAS
Kolumbien
Alstom Mannheim modernisiert
Kraftwerk
Foto: Deutsche Rohstoff AG
(Alstom) Alstom hat den Auftrag zur Lebenszeitverlängerung und Leistungssteigerung des
Blocks 1 des thermischen Kraftwerks Termopaipa in Paipa erhalten. Alstom wird die Kapazität
schrittweise bis Ende 2016 von 33 MW auf
39 MW erhöhen. Das Projektmanagement liegt
bei Alstom Mannheim.
Nicaragua
Baubeginn für zweiten
Panama-Kanal
(IHK Rhein-Neckar) Nicaraguas Präsident Daniel
Ortega und Wang Jing, Chairman und CEO der
HKND Group, gaben am 22. Dezember 2014 in
Managua den offiziellen Startschuss zum Bau
des „Interoceanic Grand Canal of Nicaragua“.
Klares Projektziel: Schiffen, die auch nach
Ausbau des Panama-Kanals weiterhin zu groß
für den Panama-Kanal sind, eine kurze Seepassage zwischen Asien und US-Ostküste sowie
zwischen US-West- und Ostküste ermöglichen.
Der Panama-Kanal wird gerade für Containerschiffe mit bis zu 12.000 TEU erweitert. Der
Nicaragua-Kanal soll hingegen für Schiffe der
Super Post Panamax-Klasse von bis zu 23.000
TEU passierbar sein. Die HKND Group beziffert
die Gesamtinvestitionen für den Nicaragua-Kanal mit 50 Mrd. US$. Die HKND Group erhielt
nach eigenen Angaben bereits am 13. Juni 2013
vom nicaraguanischen Parlament die alleinigen
Rechte für Planung, Bau und einen 50jährigen
Betrieb des Kanals sowie zweier damit verbundener Seehäfen, einer Freihandelszone und eines
internationalen Flughafens.
Der Konzessionsnehmer Hongkong Nicaragua
Canal Development Investment Co. Ltd. ist
weithin unbekannt. Es wird vermutet, dass große
chinesische Staatsunternehmen hinter der HKND
Group stehen. Projektbeschreibung:
http://hknd-group.com/upload/pdf/20150105/
Nicaragua_Canal_Project_Description_EN.pdf
Panamakanal – Ausbau
(IHK Rhein-Neckar) Der Panamakanal verdoppelt durch den Bau neuer Schleusen seine
Kapazität. Bislang können Schiffe der Panamamax-Kategorie mit 5.000 TEU den Kanal
passieren. Nach Fertigstellung der Erweiterung
werden Containerschiffe der New Panamamaxbzw. Neo-Panamamax-Kategorie mit bis zu
12.000 TEU bzw. Massengutfrachter (Bulkcarrier) mit bis zu 170.000 DWT (Dead Weight
Tonnage) den Kanal befahren können.
Näheres: www.pancanal.com/eng/expansion
USA
Zur Zukunft der Frackings
Die im Vergleich zu anderen Industriestaaten
sehr niedrigen Energiekosten trugen in den
letzten Jahren wesentlich zum Wachstum der
US-Wirtschaft und der schnellen Re-Industrialisierung der USA bei. Hauptgrund für die
niedrigen Energiekosten war der Durchbruch
der Fracking-Fördermethode in den USA. Seit
Mitte 2014 sinken nun allerdings auch die
Weltmarktpreise für Öl und Gas auf breiter
Front. Denn nahezu alle entscheidenden
Produzenten halten ihre Fördermengen hoch,
trotz rückläufiger Nachfrage. Bedeutet diese
Preisentwicklung ein Ende der Fracking-Ära in
den USA?
Die Preise der beiden führenden US-Rohölsorten
Brent und Western Texas Intermediates (WTI)
gaben nach Angaben der US-Energy Information
Administration (EIA) von Juli 2014 bis Januar
2015 um rund die Hälfte nach. Lag der Preis
für die Sorte Brent im Juli noch bei 115 US$/
Barrel und der Sorte WTI bei 105 US$/Barrel,
notierten sie im Januar bei ca. 50 US$/Barrel.
Einen deutlichen Preisanstieg erwartet die EIA
für 2015 nicht. Sie prognostiziert für WTI ein
Jahresmittel von 55,6 US$/Barrel und für Brent
von 57,6 US$/Barrel (Näheres: www.eia.gov/
forecasts/steo).
Bislang galt die Förderung per Fracking gegenüber klassischen Fördermethoden als vergleichsweise teuer. Das Pressen von Flüssigkeiten zum
Sprengen von Gesteinsschichten galt als aufwendig und vor allem lassen die Fördermengen
im Vergleich zu konventionellen Fördermengen
meist deutlich schneller nach.
Als Folge müssten Fracker als Grenzanbieter
bei diesen Preisverlusten eigentlich als Erste
aussteigen. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist
unklar. Laut dem Ölfeld-Serviceunternehmen
Baker & Hughes ging die Zahl der Bohrtürme
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
in den USA im Monatsvergleich von November
auf Dezember 2014 um 43 auf 1.882 zurück
(-2,2%). Gegenüber Dezember 2013 entspricht
dies allerdings noch einem Anstieg von 6,3%
(2013: 1.771 Bohrtürme). Im Januar scheint
sich der Trend jedoch zu beschleunigen. Der
Branchenspezialist Rystad Energy meldet für die
erste Januar-Woche erstmals einen Rückgang der Bohrtürme von 700 auf 675 für die
Kern-Fracking-Ölfelder Bakken (North Dakota),
Eagle Ford (Texas) und Permian (Texas).
WBH Energy beantragte am 7. Januar 2015 als
erstes Fracking-Unternehmen Insolvenz nach
Chapter 11, also zur Reorganisation. Ein Trend
ist das noch nicht. Und nun scheiden sich die
Expertenmeinungen: Werden weitere Fracker der
WBH folgen? Oder reduzieren sich die Kosten
beim Fracking dank technologischen Fortschritts
so schnell, dass Fracking auch bei dem aktuellen
Ölpreis weiter profitabel ist?
Nach Einschätzung von Rystad Energy schwankt
die Wirtschaftlichkeit je nach Ölfeld stark. Den
durchschnittlichen Break-Even-Preis, ab dem
eine Ölförderung rentabel ist, gibt das Unternehmen für einen Teil von Eagle Ford mit einem
WTI-Preis knapp über 40 US$/barrel an. Über
eine ähnlich hohe Wirtschaftlichkeit verfügt laut
Rystad Energy nur noch das Ölfeld NiobraraWattenberg im Bundesstaat Colorado. Die Deutsche Rohstoff AG hat am 12. Januar mitgeteilt,
dass ihre US-Tochter Cub Creek Energy genau in
diesem Feld neue Förderflächen erworben hat.
Deutlich unwirtschaftlicher als diese beiden
sind andere Ölfelder, insbesondere Wolfberry
(Texas), mit einem Break-Even von über 70US$/
Barrel und Wolfbone (Texas/New Mexico) mit
ca. 80 US$/Barrel.
von: Matthias Kruse, Geschäftsführer
International, IHK Rhein-Neckar
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 11
Länder und
Märkte
(AHK USA) Nahezu jedes deutsche Unternehmen in den USA erwartet für 2015 einen
Anstieg der eigenen Umsätze in den USA. Zu
diesem Ergebnis kommt der „German American
Business Outlook 2015“. Der German American
Business Outlook basiert auf den Antworten
von über 100 deutschen Unternehmen in
den USA. Während 53% der antwortenden
Unternehmen von einem leichten Anstieg des
eigenen Umsatzes ausgehen, erwarten 45% der
Unternehmen sogar einen deutlichen Anstieg.
Nur 2% gehen von einem Rückgang ihrer
US-Umsätze in 2015 aus.
Diese Einschätzung ist umso bemerkenswerter
unter Berücksichtigung des bereits starken abgelaufenen Jahrs 2014. 68% der Unternehmen
erklärten, schon in 2014 höhere oder deutlich
höhere Umsatzzahlen gegenüber Vorjahr 2013
erreicht zu haben. Bei 27% der Unternehmen
trugen zu dieser positiven Entwicklung auch
höhere Verkaufspreise bei.
Foto: Rutgers – Universit
Deutsche Unternehmen für 2015
optimistisch
Auch die berühmte Rutgers – State University of New Jersey mit ihren 9.000 Mitarbeitern
und 65.000 Studenten unterliegt nach Inkrafttreten den neuen „Buy-American“-Regeln.
Hier eine Grafik des geplanten Neubaus für Chemie und Biochemie der Rutgers University
für voraussichtlich 115 Mio. US$
New Jersey verschärft „Buy-American“-Bestimmungen
(IHK Rhein-Neckar) Nach dem New Jersey
Senate stimmte am 18. Dezember 2014 auch
die General Assembly (Unterhaus) den bislang
strengsten „Buy American Regeln“ eines USBundesstaates zu (New Jersey Senate Bill 1811).
Legt der Gouverneur kein Veto ein, müssen
Behörden in New Jersey künftig bei allen
Auftragserteilungen sicherstellen, dass nur in
den USA hergestellte Produkte zum Erfüllen der
Aufträge eingesetzt werden. Diese Regelung
schließt staatliche Hochschulen mit ein.
Ausnahmen sind nach Inkrafttreten des Gesetzes nur noch erlaubt, sofern das betreffende
Produkt nicht in der üblichen Qualität aus
US-Produktion erhältlich ist und/oder die in
den USA hergestellten Produkte über 25% über
dem fairen Marktpreis für das Produkt liegen.
Jede Ausnahme, die aus einem dieser Gründe
erfolgt, muss veröffentlicht werden. Die Behörde/staatliche Hochschule, welche die Ausnahme vorgenommen hat, ist zudem verpflichtet,
in Zusammenarbeit mit anderen Behörden
einen Plan aufzustellen, wie künftig US-hergestellte Waren in ausreichender Weise bezogen
werden können.
Hoffnung auf Besserung können deutsche
Anbieter ohne US-Produktion allerdings dank
der Verhandlungen zu einem transatlantischen
Freihandelsabkommen (TTIP) schöpfen. Denn
das Gesetz enthält auch eine Klausel, wonach
die US-Herstellern gewährten Präferenzen
nicht im Widerspruch zu den Bestimmungen
stehen dürfen, welche die USA in Abkommen
eingegangen sind.
Verabschiedeter Gesetzestext: www.njleg.state.
nj.us/2014/Bills/S2000/1811_I1.PDF
Foto: AHK USA
Venezuela
Länderrating sinkt auf caa3
Die Präsidenten der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern konnten auf dem
New Yorker Times Square sehr erfreuliche
Erwartungen für das US-Geschäft deutscher Unternehmen bekanntgeben.
Details: www.ahk-usa.com/news/german-american-business-outlook
Konjunkturerwartung
12 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
(Moody‘s) Die Ratingagentur Moody’s senkte
am 13. Januar 2015 ihr Länderrating für
Venezuela von caa1 auf caa3. Dies ist die drittschlechteste von 21 Ratingstufen. Bei diesem
hochspekulativen Rating geht die Agentur von
einem hohen Zahlungsausfallrisiko aus.
Die Agentur begründet die Neubewertung mit
einem deutlichen Anstieg der Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit aufgrund stark rückläufiger
Exporteinnahmen. Der Rückgang der Exporterlöse sei auf den erheblich gesunkenen Ölpreis
zurückzuführen. Venezuela habe in 2014 einen
durchschnittlichen Preis von 88,42 US$ pro
Barrel erzielen können. Dieser sank auf einen
monatlichen Durchschnittssatz im Dezember
2014 von 54,03 US$.
Autoabsatz 2014 weggebrochen
(Cavenez) Nach Angaben des nationalen
Automobilverbandes Cavenez brach der
Automobilmarkt Venezuelas in 2014 um -76%
auf nur noch 23.700 Einheiten ein. Im Vorjahr
2013 waren es immerhin noch knapp 100.000
Einheiten gewesen. Die Einfuhr von Importautos ist nahezu komplett versiegt. Sie ging um
-97,8% auf nicht einmal 600 Einheiten zurück
(2013: 26.200 Einheiten).
Absatzzahlen 2014:
www.cavenez.com => Ventas Mensuales
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
ASIEN-PAZIFIK
Chinas Maschinenbau kann
Nachfrage nicht decken
(gtai) Die „goldenen Jahre“ sind für Chinas
Maschinen- und Anlagenbau vorbei. Die
Branche erholte sich 2014 immerhin etwas
und dürfte um etwa 9% gewachsen sein. Der
weltweit größte Markt für Maschinen leidet
unter der schwachen Konjunktur einiger Abnehmerbranchen und auch der Export kommt
nicht richtig in Schwung. Überkapazitäten und
Preiskämpfe bei steigenden Kosten erfordern
Modernisierungsanstrengungen. Noch reicht
das Angebot der Branche nicht aus; der deutsche Maschinenbau bleibt gefragt.
(Langfassung auf Anfrage)
Foto: Kzenon_Fotolia.com
Trend zur Gebäudeindustrialisierung
Aus- und Weiterbildung sowie Mitarbeiterbindung bleiben die wichtigsten Faktoren
für Produktivitätssteigerungen in China.
Arbeitsmarkt und Löhne: Erwartungen deutscher Unternehmen
(AHK) Bei deutschen Firmen in China sinken
die Erwartungen hinsichtlich Lohn- und
Gehaltssteigerungen in 2015 angesichts
des langsameren Wirtschaftswachstums.
Hier die wichtigsten Ergebnisse der jährlichen Umfrage der AHK China unter ihren
Mitgliedsunternehmen zum chinesischen
Arbeitsmarkt und zum Lohngefüge:
s$ESHALBVERWUNDERTESNICHTDASSDAS
Lohnniveau in deutschen Unternehmen hoch
bleibt und zwar sowohl im Vergleich mit dem
nationalen als auch mit dem Lohnniveau in
ausländischen Unternehmen in China. So zahlen deutsche Unternehmen für einen Arbeiter
durchschnittlich 2,9 mal mehr als den lokale
Mindestlohn. Dieses Ergebnis gilt für alle
untersuchten Regionen.
s$IEERWARTETE,OHNSTEIGERUNGLIEGTFàRDIE
36 untersuchten Funktionen bei durchschnittlich 8,1 % und damit um 0,7 %
niedriger als für 2014. Insgesamt ist die
erwartete Lohnsteigerungsrate für alle Regionen Chinas gefallen, wobei sie in Nordund Südchina unter dem Durchschnitt liegt.
s(INSICHTLICHDER0RODUKTIVITËTDERCHINESISCHEN
Mitarbeiter sind 40 % der deutschen Geschäftsführer pessimistisch, dass diese mit den
künftigen Lohnsteigerungen mithalten kann.
Dahingegen teilen nur 11,2 % der chinesischen
Geschäftsführer diese Ansicht. Interne Prozesse, bessere Aus- und Weiterbildung sowie
die Bindung von Arbeitnehmern bleiben die
Schlüsselfaktoren für Produktivitätssteigerungen. Jedoch nimmt die Automatisierung von
Produktionsvorgängen im Vergleich zu 2013
um 13,7 % an Bedeutung zu.
s$ENNOCHBLEIBENDASSTEIGENDE,OHNNI
veau sowie die Rekrutierung und Bindung
von qualifizierten Arbeitskräften wichtige
Problemstellungen deutscher Unternehmen.
So fällt es 51 % der Unternehmen schwer,
qualifiziertes technisches Personal zu finden.
Zudem beunruhigen Streiks und Unruhen
deutschen Unternehmen, so geben 10,2 %
an, davon direkt betroffen gewesen zu sein
(Stand August 2014).
Die vollständige Studie erhalten Sie bei der
AHK China, Mr. Max J. Zenglein
Economic Analyst Greater China,
Tel.: 0086-10-6539-6665,
zenglein.max@bj.china.ahk.de
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
(gtai) Gebäudeindustrialisierung ist in der VR
China im Kommen. Laut einem Branchenbericht
sollen vor allem Fertigbetonstrukturen gefragt
sein. Der bisher wachsende Markt für Hausautomatisierung und Gebäudesicherheit leidet
dagegen unter der eingetrübten Baukonjunktur. Auch werden einheimische Produzenten
immer stärker. Der zunehmende Verbraucherschutz umfasst nun Wasserhähne und -rohre.
Strengere Materialvorschriften und Grenzwerte
sowie entsprechende Kontrollen erhöhen die
Produktqualität. (Langfassung auf Anfrage)
Zahlreiche Projekte stehen im
Tiefbau an
(gtai) Auch wenn der Ausbau der Infrastruktur in der VR China mittlerweile langsamer
vorankommt: Viele Großprojekte stehen auf der
Agenda wie U-Bahnnetze und Straßen, Investitionen in die Wasser- und Abfallwirtschaft, den
Energie- oder Telekommunikationssektor. Für
deutsche Unternehmen ergeben sich teilweise
gute Chancen im Zulieferbereich, beispielsweise
für Pumpen, Ventile, Aggregate oder Messinstrumente im Pipelinebau, beim Ausbau der
Stromnetze oder der Wasserver- und -entsorgung. (Langfassung auf Anfrage)
Nachholbedarf an Heizungssystemen
(gtai) Die Regierung in Beijing sieht sich
angesichts der dramatischen Luftverschmutzung unter Handlungsdruck. Das Inkrafttreten
deutlich verschärfter Emissionsrichtlinien trifft
besonders die lokalen chinesischen Heizkesselhersteller, während die ausländischen Anbieter
hiervon - wenigstens zunächst - profitieren
dürften. Gute Wachstumsraten versprechen
sich auch die Produzenten von Luftreinigern.
Bisher gibt es nur wenige einheimische Hersteller auf dem Markt. (Langfassung auf Anfrage)
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 13
Länder und
Märkte
So starten wichtige
Volkswirtschaften in AsienPazifik ins neue Jahr:
Die Wachstumslokomotive Asien läuft nicht mehr
ohne Anstrengungen.
4% für das Gesamtjahr zu bestätigen schien,
traf das Fährunglück der "Sewol" im April das
asiatische Land ins Mark. Vor allem die Konsumdynamik ließ deutlich nach und konnte sich
bis Jahresende 2014 davon nicht entscheidend
erholen. Darüber hinaus drückt der steigende
Wert der Landeswährung Won im Vergleich
zum Yen auf die Konkurrenzfähigkeit der
lokalen Unternehmen.
Das Öl- und Gasland Malaysia ist von dem
aktuellen Preisverfall in diesem Bereich stark
betroffen. Der Sektor sowie vor- und nachgelagerte Bereiche spüren die sinkenden Einnahmen.
Auch der Staat, der fest mit den Petro-Dollars
rechnet, stellt sich auf schmalere Einkünfte und
ein höheres Budgetdefizit ein. Ferner trüben
sich die Investitionsperspektiven ein, und die
Wachstumsprognosen für 2015 wurden nach
unten revidiert.
Foto: AHK Malaysia
Myanmar setzt seinen Kurs der Öffnung und
Liberalisierung mit kräftigen Wachstumsraten
weiter fort. Das ausländische Engagement
nimmt kontinuierlich zu, konzentriert auf die
Sektoren Energie, Erdgas, Telekommunikation,
Nahrungsmittel, Bauwirtschaft und Tourismus.
Die Twin-Towers der malaysischen Ölgesellschaft Petronas ragen weiter hoch in den Himmel
der Hauptstadt Kuala Lumpur. Die malaysische Wirtschaft spürt hingegen den Ölpreisverfall.
Für den traditionellen Wachstumsbringer China
steht eine Neuorientierung seiner Wachstumspolitik an. Korea leidet unter seiner starken
Währung gegenüber dem Yen und Malysia
unter dem Verfall der Öl- und Gaspreise. Positive
Aussichten vermelden hingegen die kleineren
Volkswirtschaften wie Thailand oder Myanmar.
Australien rechnet für 2015 mit einem Wirtschaftswachstum von rund 2,8 % und damit mit
einer ähnlichen Leistung wie in 2014. Dennoch
hat das Land einige Probleme zu lösen. So zieht
die Arbeitslosigkeit langsam an und die Stimmung in der Bevölkerung ist nicht mehr ganz
so positiv wie in den Jahren zuvor. Die Gründe
dafür liegen unter anderem in der sich weiter
verschlechternden Situation des verarbeitenden
Gewerbes und dem nachlassenden Investitionsboom des Bergbausektors.
Das chinesische Wirtschaftswachstum
schwächt sich weiter ab. Dies bietet eine Chance
zum Umbau der bisher überwiegend auf quantitatives Wachstum ausgerichteten Ökonomie
hin zu mehr Nachhaltigkeit und Binnenkonsum.
Allerdings kommen aus der Politik widersprüchliche Signale. Offenbar fällt der Abschied vom
14 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
Wachstumsfokus in der Praxis schwer. Angesichts des fortbestehenden Modernisierungsdrucks können deutsche Firmen grundsätzlich
weiterhin mit guten Verkaufserfolgen rechnen.
Indonesiens Konjunktur verliert seit einiger Zeit
an Fahrt. Immerhin wuchs die Wirtschaft 2014
noch um real gut 5%. Trotz gestiegener Benzinpreise aufgrund der gekürzten Kraftstoffsubventionen setzt die Automobilindustrie - wie alle
anderen Branchen mit Ausnahme des Bergbausektors - auf Expansion. In der florierenden Baubranche bieten Infrastrukturprojekte weiterhin
Absatzchancen für ausländische Firmen.
Japan steckt zum Jahresende in einer Rezession.
Die ursprünglich für 2015 angesetzte zweite
Mehrwertsteuererhöhung von 8 auf 10% ist
auf 2017 verschoben worden. Die expansive
Konjunkturpolitik soll stattdessen fortgesetzt
werden. Industriesektoren erleben die Flaute
unterschiedlich. Der schwache Yen wird in den
kommenden Monaten den Außenhandel weiter
beeinflussen.
Die koreanische Konjunktur entwickelte
sich im Jahresverlauf 2014 schleppend. Nach
einem guten Start, der die BIP-Prognosen von
Die Philippinen expandierten 2014 mit
verringertem Tempo. Wichtigster Pfeiler des
Wachstums war der Dienstleistungsbereich.
Mittels industriepolitischer Maßnahmen will die
Regierung auch den Wertschöpfungsanteil der
verarbeitenden Branchen erhöhen. Dementsprechend sind Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen zu erwarten. Davon wird auch der
Außenhandel profitieren, der sich 2014 schon
besser entwickelte als im Vorjahr.
In Singapur trüben sich angesichts der globalen
Konjunkturabkühlung die Aussichten für die exportorientierte Wirtschaft. Bereits im Laufe des
Jahres 2014 schwächte sich das Wachstum der
Exporte wie auch der güterproduzierenden Industrie deutlich ab. Auch die Investitionen ließen
nach - getätigte wie genehmigte. Der Konsum
wächst aber weiterhin, wenn auch nicht mehr so
stark. Umwelttechnik ist und bleibt ein wichtiger
Wachstumssektor. Dennoch schwächen sich
generell die Maschineneinfuhren ab.
Thailand steuert 2015 ein höheres Wirtschaftswachstum an, das vor allem durch Privatinvestitionen und größere Infrastrukturprojekte
getragen werden soll. Gleichfalls dürften aber
auch Export und Privatkonsum wieder stärker
zulegen. Insofern mehrere Branchen neue
Investitionsneigung signalisieren, sollte ebenso
der Import um über 5% auf rund 265 Mrd. US$
anziehen. Für europäische Unternehmen gewinnt Thailand an Attraktivität, wie die hohen
Direktinvestitionen eindrücklich belegen.
(Langfassungen auf Anfrage)
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Länder und
Märkte
Foto: Matthias Kruse IHK Rhein -Neckar
Erleichterung bei Dienstleistungen
Im Dienstleistungsbereich fallen ebenfalls
zahlreiche Beschränkungen weg. Dies gilt
beispielsweise für Marktzugangsbarrieren in
der Telekommunikation, bei Umwelt-, Finanz-,
Rechts-, Buchhaltungs-, Audit- und Steuerdienstleistungen.
Südkoreanische Exporte sanken nachfragegetrieben
Die deutsche Wirtschaft profitiert vom Freihandelsabkommen zwischen der EU und
Südkorea.
Korea
Deutsche Wirtschaft profitiert
vom Freihandel
(gtai/Frank Robaschik) Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Korea (Rep.) trat am
1. Juli 2011 in Kraft. Aus deutscher Sicht ist
die Entwicklung des Handels mit Südkorea seit
Inkraftreten des Abkommens eine Erfolgsgeschichte. Die Exporte sind in den drei Jahren seit
Inkraftreten (Juli 2013 bis Juni 2014) im Vergleich zum Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011vor
Inkraftreten von damals 11,3 Mrd. Euro um mehr
als 30% auf 14,7% gestiegen.
Die deutschen Lieferungen nach Südkorea fielen
2013/14 dabei gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2012/13 mit 5,3% erneut deutlich größer
aus als die weltweiten Ausfuhren Deutschlands
(+1,5%). Die deutschen Exporte nach Korea
stiegen von 14,0 Mrd. Euro in 2012/13 auf 14,7
Mrd. Euro 2013/14. Da deutsche Unternehmen
vor allem Autos, Maschinen und chemische Erzeugnisse nach Südkorea exportieren, profitieren
sie vom Zollabbau bei diesen Produkten.
Den größten absoluten Beitrag zum Wachstum
der deutschen Ausfuhren nach Korea (Rep.) leisteten mit Abstand Pkw. Sie stiegen von 1,7 Mrd.
Euro (2010/11) über 2,38 Mrd. Euro (2012/13)
um 82,8% auf 3,1 Mrd. Euro (2013/14). Sie
sind mittlerweile das wichtigste Exportprodukt
Deutschlands nach Südkorea.
Stark zugelegt haben auch die Lieferungen chemischer Erzeugnisse von 1,8 Mrd. Euro (2010/11)
um 26,6% auf 2,33 Mrd. Euro (2013/14),
Elektronik von 451 Mio. Euro um 56,6% auf 705
Mio. Euro, Nahrungs- und Genussmittel von 154
Mio. Euro um 84,7% auf 284 Mio. Euro sowie
optische Instrumente, Apparte und Geräte von
114 Mio. Euro um 43,6% auf 163 Mio. Euro.
Die deutschen Maschinenexporte verharren mit
3,36 Mrd. Euro in 2013/14 auffällig auf nahezu
dem gleichen Niveau wie vor dem Abkommen
(3,38 Mrd. Euro in 2010/11).
Wegfall der Zölle - Zeitplan
Das Abkommen sieht einen vollständigen Abbau der Zölle auf alle Industriegüter innerhalb
von sieben Jahren vor, also bis zum 1. Juli
2018. Für viele Maschinen entfielen bereits
Mitte 2011 die Einfuhrzölle nach Südkorea.
Zu den Ausnahmen zählen im Segment der
Werkzeugmaschinen Bearbeitungszentren und
Laser- Werkzeugmaschinen mit Übergangszeiten von fünf bis sieben Jahren. Bei Pumpen,
Kompressoren, Lagern und Wellen sollen die
letzten Zölle fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des Abkommens entfallen; bei Ventilen,
Armaturen dauern die Übergangsfristen drei
bis sieben Jahre.
Die Zölle bei Pkw in Höhe von 8% (Südkorea) und 10% (EU) entfielen für Fahrzeuge
mit einem Hubraum von mehr als 1.500
ccm drei Jahre nach dem Wirksamwerden
des Abkommens, also zum 1. Juli 2014. Für
Fahrzeuge mit einem Hubraum von bis zu
1.500 ccm werden die Zölle fünf Jahren nach
Inkraftreten des Abkommens entfallen, also
zum 1. Juli 2016. Bei Kfz-Teilen (ZT-Position
8708) mussten sofort mit der Anwendung
des Abkommens keine Zölle mehr entrichtet
werden (zuvor 8% in Korea (Rep.) respektive 3
bis 4,5 % in der EU), wenn ein entsprechender
Ursprungsnachweis vorlag.
Mit dem fast vollständigen Wegfall der Zölle
auf Waren steigt die Bedeutung nichttarifärer
Handelshemmnisse wie beispielsweise in der
Kfz-Industrie. Auch hier setzt das Abkommen
unter anderem mit einer besseren gegenseitigen Anerkennung von Normen und schnelleren
Streitbeilegungsmechanismen an. Darüber
hinaus führte es Arbeitsgruppen und Spezialkomitees unter anderem für die Kfz-Industrie,
pharmazeutische Erzeugnisse und Medizintechnik sowie chemische Erzeugnisse ein.
Bei Agrargütern tritt die völlige Zollfreiheit oft
erst nach zehn bis 15 Jahren, in Einzelfällen
erst nach 18 oder 20 Jahren ein. Für einige
Agrarwaren wurden Quoten eingerichtet. Reis
ist vom Abkommen ausgeschlossen.
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Die Importe aus Korea (Rep.) entwickelten sich
dagegen rückläufig. Die Hauptgründe sind der
Nachfrageeinbruch bei Schiffen von 3 Mrd.
Euro auf nur noch 830 Mio. Euro in 2013/14
und geringere Importe elektronischer Produkte
aus Südkorea (statt 3,9 Mrd. Euro nur noch
2,3 Mrd. Euro in 2013/14). Die Rückgänge
sind nachfragegetrieben und haben nichts mit
dem Freihandelsabkommen zu tun. Auf Schiffe
bestand schon vorher kein Zoll, das gilt auch
für viele Elektronikprodukte.
Gleichzeitig erreichten die deutschen Einfuhren
von Elektronik aus Vietnam, wo koreanische
Firmen wie Samsung Electronics ihre Produktion vor allem bei Handys in den vergangenen
Jahren ausgebaut haben, 2013 einen Wert von
2,3 Mrd. Euro. Noch 2009 waren es lediglich
131 Mio. Euro.
Bei Pkw verdoppelte sich dagegen der Wert
der deutschen Einfuhren aus Südkorea von
376 Mio. Euro auf 771 Mio. Euro. Noch stärker wuchsen die Importe von Mess-, Analyse- und Kontrollgeräten von 91 Mio. auf 262
Mio. Euro. Hohe Zuwächse gab es daneben
auch bei Reifen (von 96 Mio. auf 142 Mio.
Euro), chemischen Erzeugnissen (von 514
Mio. Euro auf 718 Mio. Euro) und Kfz-Teilen
von 128 Mio. Euro auf 166 Mio. Euro.
Nicht alle Firmen nutzen
Zollvorteile
Laut EU-Kommission nutzten im Zeitraum von
März bis Juni 2013 nur etwa zwei Drittel der
europäischen Lieferanten die Zollvorteile des
Abkommens. Umgekehrt nahmen koreanische
Lieferanten bereits 2012 für 77% der Waren,
für die laut Abkommen Präferenzzölle in Anspruch genommen werden können, diese auch
in Anspruch. Europäische Firmen schrecken
offenbar deutlich stärker als koreanische
Firmen davor zurück, den Aufwand für den
Ursprungsnachweis ihrer Waren zu betreiben.
Trotz Abkommen bestehen nach wie vor nichttarifäre Handelshemmnisse. Eine Umfrage der
IHK Region Stuttgart zum Abkommen aus dem
Jahr 2013 zeigt darüber hinaus, dass vor allem
kleinere und mittlere Firmen unzufrieden mit
dem Dokumentationsaufwand sind, den sie für
die Zulassung als „Ermächtigter Ausführer“ betreiben müssen und deshalb zum Teil lieber auf
Zollvorteile verzichten. Bemängelt wird auch,
dass die koreanische Zollverwaltung zumindest
in Einzelfällen… Fortsetzung S. 16
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 15
Länder und
Märkte
zusätzliche Informationen zum Nachweis
des EU-Ursprungs bei den EU-Unternehmen
abzufragen scheint. Laut dem Abkommen ist
die Kontrolle Aufgabe der Zollbehörden des
entsprechenden Mitgliedstaates der EU.
Steigende Attraktivität für
Gesundheitstouristen
(gtai) In Korea (Rep.) stieg die Anzahl
der Medizintouristen in den letzten Jahren
gewaltig an. Regierungsplänen zufolge
sollen sich die Besucher bis 2020 auf
1 Mio. pro Jahr sogar verfünffachen.
Die Patienten stammen vorwiegend aus der
VR China, Russland und den USA. Die Mehrzahl der Behandlungen werden in Seoul
durchgeführt. Südkorea kann mit gut ausgebildeten Ärzten und Krankenhäusern auf
hohem technologischem Niveau punkten.
Davon profitieren auch die internationalen
Medizintechniklieferanten.
(Langfassung auf Anfrage)
Japan
Arbeitsmarkt und Lohngefüge
weiter im Umbau
(gtai) Japans Arbeitsmarkt befindet sich in
einer Phase der Umstrukturierung. Teilzeitarbeitskräfte sollen mehr Arbeitsschutz
genießen, Frauen stärker auch in Führungsetagen integriert werden. Mit Strukturreformen will die Regierung Effizienzsteigerungen erzielen.
Ein Blick auf die Lohnentwicklung zeigt,
dass die Löhne fest angestellter Japaner
seit mehreren Jahren mehr oder weniger
unverändert blieben. 2013 erreichten sie
exakt das Niveau von 2012. Für 2014 wird
ein Wachstum, allerdings von weniger als
1% erwartet. In den Jahren der Deflation
wurden Lohnkürzungen billigend in Kauf genommen, allein um die Arbeitsplatzsicherheit nicht zu gefährden. Für die kommenden
Jahre rechnen verschiedene Finanzinstitute
damit, dass der Lohndruck deutlich zunimmt
und es zu Lohnsteigerungen kommt. Die
eingeschlagenen strukturellen Reformen
dürften diesen Trend bestätigen. Außerdem
könnten sie mittelständische Unternehmen
stärker motivieren, in die Aus- und Fortbildung junger Mitarbeiter zu investieren.
(Langfassung auf Anfrage)
Japans Werkzeugmaschinenhersteller füllen ihre Auftragsbücher
(gtai) Die japanischen Hersteller von
Werkzeugmaschinen können sich über die
gegenwärtige Auftragslage nicht beklagen. Im Gegenteil: Eher müssen sie neue
Strategien überlegen, um auf die wachsende
Nachfrage zu reagieren, ohne kostspielige
Kapazitätserweiterungen vorzunehmen.
Sowohl der Inlandsmarkt als auch das Exportgeschäft dürften 2015 weiter wachsen.
Deutsche Unternehmen erreichen hohe
Importmarktanteile.
Als Gründe für die optimistischen Erwartungen werden von den Herstellern
insbesondere die steigende Nachfrage aus
den USA (vornehmlich von der Flugzeugsowie Kfz-Industrie und dem Energiesektor)
sowie die nicht abflauende Nachfrage nach
Smartphones genannt. Im asiatischen Raum
stehen weiterhin elektrische Maschinen
sowie Präzisionsmaschinen aus Japan hoch
im Kurs. Das Exportgeschäft wird derzeit
durch den Niedrigkurs des japanischen Yen
zusätzlich angeschoben. Im Inland wird
besonders die Medizintechnik als aufkommender Nachfragesektor hervorgehoben.
(Langfassung auf Anfrage)
Vietnam
Investitionsklima und - risiken
(gtai) Ausländische Investoren schätzen
Vietnam. Ihre Direktinvestitionen fließen stetig.
Aber die regionale Konkurrenz schläft nicht und
überflügelt den Standort in einigen Kriterien.
Günstige Arbeitskräfte als wichtigster Faktor
werden langfristig nicht mehr ausreichen. Der
Staat strebt höhere Bildungs- und Technologieniveaus sowie einen effizienteren Einsatz seiner
Ressourcen an, um anspruchsvollere Investitionen anzuziehen. Auch die Vorschriften werden
verbessert. (Langfassung auf Anfrage)
Auf den ersten Blick bietet der „Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt“ Vorteile in Form von
Flexibilität und niedriger Arbeitslosigkeit.
Andererseits gefährden unqualifizierte und
unmotivierte Arbeiter die internationale
Wettbewerbsfähigkeit Japans sowie das
angestrebte nachhaltige Wirtschaftswachstum. Hier setzen die Reformvorhaben der
Regierung an.
16 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
Foto: dihetbo_Fotolia.com
Hierfür muss vor allem die starre duale Beschäftigungsstruktur aufgeweicht werden.
Denn der Arbeitsmarkt weist einen sehr hohen Anteil an nicht regulären Arbeitskräften
auf. Weniger als zwei Drittel der Festangestellten profitieren noch von traditionellen
Vergünstigungen: dem Senioritätsprinzip
und den lebenslangen Beschäftigungsgarantien. Beim wachsenden Restanteil handelt
es sich um freie Arbeitskräfte, bisweilen
auch „Einwegangestellte“ genannt, da sie
kaum Arbeitsplatzschutz genießen.
Zur Jahresmitte 2014 belief sich ihr Anteil
nach Angaben des Ministry of Internal Affairs
and Communications (MIC) auf 36,5%. Jungen
und weiblichen Angestellten fällt es bislang
besonders schwer, einen unbefristeten Vertrag
zur Unterschrift vorgelegt zu bekommen.
Vietnam viertgrößter Produzent von Motorrädern weltweit
(gtai) Vietnam ist zu einem international führenden Produzenten von Motorrädern aufgestiegen.
Der inländische Absatz bewegt sich jedoch auf den Sättigungspunkt zu. Die Motorradindustrie
beschleunigt ihre Umsätze durch den Verkauf von höherwertigen Modellen und zunehmenden
Exporten. Honda führt die Branche mit Abstand an. Eine lokale Zulieferindustrie steuert etwa 90%
der Komponenten bei. Deutsche Anbieter von Ausrüstungen und Zubehör können noch einsteigen.
(Kontaktanschrift auf Anfrage)
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Indien
Foto: Deutsche Messe
84 und 85 des Zolltarifs. Die Steuersenkung auf
10% war von der Vorgängerregierung im Februar
2014 für diese Maschinenbauerzeugnisse sowie
elektrotechnischen und elektronischen Waren
verfügt und von der neuen Regierung unter
Premierminister Modi bis Ende 2014 verlängert worden. Gleichzeitig sind zudem die von
der Vorgängerregierung verfügten Steuerbegünstigungen für Kraftfahrzeuge ausgelaufen.
Demnach gelten ab dem 01.01.2015 wieder
die Steuersätze von 30% für SUVs, 24% für
Mittelklassefahrzeuge sowie 27% für große
Luxusfahrzeuge. Kleinwagen, Nutzfahrzeuge
und Motorräder unterliegen wieder dem alten
Steuersatz von 12%.
Bundesstaat Karnataka: 12 Städte
umbenannt
Indien Partnerland der HANNOVER MESSE 2015
(Deutsche Messe) Der indische Ministerpräsident Narendra Modi kommt zu seinem ersten
Deutschland-Besuch auf die HANNOVER MESSE 2015. Indien ist im kommenden Jahr Partnerland
der weltweit wichtigsten Industriemesse. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wird
Modi am Abend des 12. Aprils die HANNOVER MESSE 2015 offiziell eröffnen und am 13. April zum
traditionellen Messerundgang starten. Bei Indiens erstem Auftritt als Partnerland der HANNOVER
MESSE im Jahre 2006 kamen rund 350 indische Aussteller und 5.700 indische Besucher nach Hannover. Im vergangenen Jahr waren es 122 Aussteller und 2.400 Besucher aus Indien.
Medizintechnik
(gtai) Indien zählt zu den aussichtsreichsten
Märkten für Medizintechnik. Laut dem Fachverband Association of Indian Medical Device Industry (AIMED) betrug Indiens Marktvolumen für
Medizintechnikprodukte im Jahr 2013 fast 2,8
Mrd. US$. Experten zufolge soll das Marktvolumen bis 2023 mit jährlichen Wachstumsraten
von ca. 15% auf 7,0 Milliarden US$ ansteigen.
Gemäß einer Studie von PwC stellen medizinische Instrumente und Geräte, vor allem für
die Augen- und Zahnmedizin, mit fast 25% das
größte Segment des indischen Medizintechnikmarktes. Die Orthopädietechnik hat einen Anteil
von 20% am Gesamtmarkt, dicht gefolgt von
dem Segment elektromedizinische Apparate.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt
für diagnostische Geräte. Experten rechnen hier
mit einer jährlichen Wachstumsrate von 30%.
Die Regierung hat einen Entwicklungsplan zur
Verbesserung des Gesundheitssystems angekündigt. Ein wesentlicher Bestandteil ist die
Bereitstellung von Krankenversicherungsschutz
für die gesamte indische Bevölkerung. Der Anteil
der Krankenversicherten soll bis 2019 von derzeit
25% auf rund 95% erhöht werden. Die Kosten
für die Umsetzung der Reform werden auf
umgerechnet 26 Mrd. US$ geschätzt.
Krebsdiagnose und -behandlung errichtet
werden. Der indische Markt für Medizintechnikprodukte ist stark importabhängig. Rund 77%
des Bedarfs werden eingeführt, hauptsächlich
technisch anspruchsvolle Geräte. Hochentwickelte Technik wie Microarrays oder solche
für DNA-basierte Diagnosen wird zu fast 100%
importiert. Deutschland lieferte 2013 rund 18%
der Gesamtimporte von Medizintechnik und ist
seit Jahren nach den USA (26%) das zweitgrößte Lieferland. Es folgen die VR China (13%)
und Japan (6%). Die Gesamtimporte haben im
Zeitraum von 2008 bis 2013 jährlich um 9,9%
zugenommen. (Langfassung auf Anfrage)
Reduzierte Verbrauchsteuersätze
Ende 2014 ausgelaufen
(gtai) Ab dem 01.01.2015 gilt wieder der Normalsteuersatz von 12% der „Countervailing Duty
of Excise (CVD)“ für Waren aus den HS-Kapiteln
Gleichzeitig sind für die nächsten Jahre weitere
neue Krankenhäuser und Kliniken geplant.
Außerdem sollen ambulante Gesundheitszentren
zur allgemein- und zahnmedizinischen Versorgung sowie spezialisierte Einrichtungen zur
Kontakt Kompetenzzentrum Indien: indien@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-130
(Indienaktuell) In Karnataka erhielten zum 1. November 2014 zwölf Städte offiziell wieder ihren
alten indischen Namen. Bei manchen dieser Orte
hat sich der alte neue Name innerhalb Indiens
bereits wieder eingebürgert – wie Bengaluru
statt Bangalore.
Weitere Städte wurden umbenannt:
Mangalore in Mangaluru, Bellary in Ballari,
Bijapur in Vijayapura bzw. Vijapura, Belgaum in
Belagavi, Chikmagalur in Chikkamagaluru, Gulbarga in Kalaburagi, Mysore in Mysuru, Hospet
in Hosapete, Shimoga in Shivamogga, Hubli in
Hubballi, Tumkur in Tumakuru.
Hoher Wettbewerbsdruck in Indiens Printmedienbranche
(gtai) Die indische Printmedienbranche wächst
und die Aussichten sind positiv. Im Jahr 2013
legte der Umsatz um 8,5% zu. Lediglich ein Drittel ihrer Einnahmen erwirtschaften die indischen
Verlage mit dem Verkauf ihrer Publikationen. Die
Branche fordert eine Lockerung der Beteiligungsvorschriften für Foreign Direct Investment. Die
Druckindustrie entwickelt sich weiter kräftig.
Derzeit sind in den 3.000 Druckereien rund
250.000 Druckmaschinen installiert.
(Langfassung auf Anfrage)
Kompetenzzentrum Indien
Wir unterstützen und begleiten
IHK-Mitglieds-Unternehmen
beim Auf- und Ausbau ihres
Indien-Geschäfts: bei Fragen
u.a. zum Export von Waren und
Dienstleistungen, zu Zertifizierungsvorschriften, zur Firmengründung
oder Geschäftspartnersuche:
www.rhein-neckar.ihk24.de/indien
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 17
Länder und
Märkte
MENA/AFRIKA
Israel
Ägypten
Chancen für Maschinenexporteure
in Nahrungsmittelindustrie
(gtai) Für deutsche Exporteure von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen ist Ägypten
unverändert der wichtigste Markt in Nordafrika.
Wachsende Ansprüche an eine hochwertige, effiziente und rückverfolgbare Herstellung bieten
Chancen für Anbieter moderner Technologien.
Milchprodukte sollen nun durch die Einführung
internationaler Standards exportfähig gemacht
werden. Insbesondere ist auch der Einsatz von
Technologien gefragt, die Verluste nach der
Ernte von Getreide reduzieren.
(Langfassung auf Anfrage)
Algerien
Baubranche bietet Chancen für
deutsche Unternehmen
(gtai) In Algerien besteht ein großes Potenzial
an technisch anspruchsvollen Bauvorhaben.
Für deutsche Unternehmen ergeben sich hier
Beteiligungschancen. Der Markt ist lukrativ,
birgt jedoch auch relativ hohe Risiken. Nur ein
gründlich vorbereitetes, langfristiges Engagement, bei dem auch Rückschläge einkalkuliert
sind, verspricht geschäftlichen Erfolg. Die Realisierung von Projekten ist oft abhängig von politischen Gegebenheiten, die schwer berechenbar
sind. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
Markt für seniorengerechte
Produkte expandiert
(gtai) Der deutlich wachsende Anteil von Senioren an der Gesamtbevölkerung ist für Israel
ein relativ neues Phänomen. Die Produkt- und
Marketingpolitik vieler Unternehmen wurde auf
diese Kundengruppe noch nicht ausreichend
eingestellt. Geschäftschancen bestehen unter
anderen in den Bereichen Medizintechnik und
altersgerechte Wohnungsausstattung.
Auch existieren hier Marktnischen für Produkte
und Dienstleistungen des gehobenen Bedarfs.
(Kontaktanschriften auf Anfrage)
Marokko
Neue Liste der Importeure von
Gebrauchtmaschinen
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer
in Marokko hat erneut eine Liste der Importeure von Gebrauchtmaschinen herausgegeben.
Die Publikation liefert Sektorinformationen,
Firmen- und Kontaktdaten sowie rund 50
marokkanische Unternehmen, die Maschinen suchen. Das Land zeichnet sich auch für
deutsche Unternehmen durch seine politische
Stabilität, die Nähe zu Europa und eine gute Infrastruktur aus. 2014 konnte die marokkanische
Industrie um rund 2,7% zulegen. Der Markt für
Gebrauchtmaschinen in Marokko ist günstig,
da das Land seinen Bedarf an Maschinen aller
Art weitgehend durch Einfuhren decken muss.
Preisvorteile von Gebrauchtmaschinen gegenüber neuen Maschinen kommen der marokkanischen Wirtschaft entgegen.
(Bestellschein auf Anfrage)
Ruanda
Umfangreicher Straßenbau geplant
(gtai) Ruanda will mit Hilfe der internationalen
Gebergemeinschaft in den nächsten vier Jahren
für 1 Mrd. US$ neue Straßen bauen. Die Rede
ist von mindestens 205 neuen Straßenkilometern. Potenzielle Geber sind die Weltbank, die
Afrikanische Entwicklungsbank, die Europäische
Investitionsbank und die Arabische Entwicklungsbank. (Kontaktanschriften auf Anfrage)
Südafrika
Business YouTube: Unternehmererfahrungsberichte auf Video
(AHK Südafrika) Das Projekt „Wirtschaftschancen in Südafrika aufzeichnen“ der AHK
Südliches Afrika sowie der Südafrika-Initiative der deutschen Wirtschaft beleuchtet
die Tätigkeit deutscher Unternehmen in der
südafrikanischen Wirtschaft.
Ganz persönlich teilen Geschäftsführer, Manager
und Mitarbeiter deutscher Mittelständler ihre
Erfahrungen darüber, ein Unternehmen in
Südafrika zu führen und dort zu arbeiten. Unternehmen wie die FALKE Eurosocks (Pty) Ltd, MTU
South Africa (Pty) Ltd, Reboni Furniture Group
(Pty) Ltd, MAHLE Behr South Africa (Pty) Ltd und
WorldNet Logistics (Pty) Ltd informieren unter
anderenm zu den Themen „Broad-Based Black
Economic Empowerment“ oder zu Streiks und
wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen.
Foto: Matthias Kruse IHK Rhein Neckar
Näheres: http://business-opportunities-sa.com/
Tunesien
Gute Aussichten für Nahrungsmittelverarbeitung
Vereinfachung der Importe beschlossen
(gtai) Israel hat eine erhebliche Vereinfachung der Importanforderungen beschlossen. Durch
die Beseitigung von Hemmnissen wird das Importwesen an die in führenden Industrieländern
geltenden Gepflogenheiten angepasst. Nicht zuletzt ist eine weitreichende Abschaffung der heute
für viele Importwaren geltenden Pflicht zur Vorabgenehmigung geplant. Zudem nahmen die von
Privathaushalten getätigten Internet-Einfuhren auch 2014 rasant zu. (Langfassung auf Anfrage)
18 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
(gtai) Die Verpackungs- und Nahrungsmittelverarbeitung wurde im letzten Jahrzehnt
in Tunesien weiter ausgebaut. Insgesamt ist
das Engagement ausländischer und tunesischer Nahrungsmittelhersteller aber gering
geblieben. Dabei gibt es eine Reihe von
Investitionsmöglichkeiten, die bisher nicht
ausgeschöpft worden sind. Aufgrund der
politischen Stabilisierung ist im Jahr 2015
mit vermehrten Investitionen zu rechnen,
vielleicht sogar mit einem Boom.
(Langfassung auf Anfrage)
Kontakt Länder und Märkte: awa@rhein-neckar.ihk24.de, Tel.: 0621 1709-228
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Foto: IHK Gießen-Friedberg
Dienstleistungen und Handel mit der Krim
und Sewastopol. Es sind nun zahlreiche
Warenlieferungen für die Bereiche Verkehr,
Energie, Kommunikation und Bodenschätze
verboten. Nähere Informationen unter www.
rhein-neckar.ihk24.de unter der Dokumentennummer 174876.
Sanktionen Russland
Ursprungszeugnisse für Wareneinfuhren in die VR China
Bei der Einfuhr von Waren in die Volksrepublik
China kommen grundsätzlich zwei verschiedene
Zollsätze in Betracht: Zum einen ein ermäßigter
Zollsatz für Waren, die ihren nichtpräferenziellen Ursprung in einem Land mit Meistbegünstigungsstatus haben und zum anderen
ein allgemeiner Zollsatz für Waren, die ihren
nichtpräferenziellen Ursprung in einem Land
ohne Meistbegünstigungsstatus haben oder
die unbekannten oder zweifelhaften Ursprungs
sind. Obwohl für die Einfuhr von Waren in die
Volksrepublik China die Vorlage von Ursprungszeugnissen im Allgemeinen nicht erforderlich ist,
zeigt sich in der Praxis, dass den Zollbehörden
in China immer häufiger Ursprungszeugnisse
vorgelegt werden müssen, um in den Genuss
des ermäßigten Zollsatzes für die MFN-Staaten
zu kommen. Die EU-Kommission hat in der
Datenbank „Market Access Data Base“ u.a. auch
die Zollsätze, die in der Volksrepublik China
angewendet werden, zusammengestellt. Wir
empfehlen den Firmen, die Waren in die Volksrepublik China liefern, die möglichen Zollsätze
zu prüfen und sich gegebenenfalls mit ihren
Importeuren abzustimmen, ob ein Ursprungszeugnis zur Einfuhr der Waren zur Verfügung
gestellt werden sollte.
Überarbeitetes Merkblatt zum
ermächtigten Ausführer
nung (EU) Nr. 692/2014 . Das Verbot gilt
auch für die Bereitstellung von Finanzmitteln oder Finanzhilfe sowie Versicherungen
und Rückversicherungen im Zusammenhang
mit der Einfuhr der genannten Waren. Mit
dem Einfuhrverbot reagiert die EU auf die
rechtswidrige Eingliederung der Krim und
Sewastopols durch Annexion. Ausgenommen vom Einfuhrverbot sind Waren mit
Ursprung auf der Krim oder in Sewastopol,
die den ukrainischen Behörden zur Prüfung
bereitgestellt und von diesen kontrolliert
worden sind und für die ein Ursprungszeugnis (oder ein anderer Nachweis) der ukrainischen Regierung ausgestellt worden ist. Mit
Wirkung zum 20. Dezember 2014 hat die
EU mit der Verordnung (EU) Nr. 692/2014
die Sanktionen ausgeweitet. Es gelten nun
weitere Sanktionen im Bereich Investment,
Der Zoll hat am 9. Januar 2015 das Merkblatt „Ermächtigter Ausführer“ aktualisiert.
Es beinhaltet die wichtigsten Informationen
zur Inanspruchnahme von Vereinfachungen
bei der Ausstellung von Präferenznachweisen
als ermächtigter Ausführer. Das Merkblatt
finden Sie unter www.rhein-neckar.ihk24.de
unter der Dokumentennummer 15126.
Sanktionen bezüglich Krim und
Sewastopol
Die EU hat mit Wirkung vom 25. Juni 2014
die Einfuhr von Waren mit Ursprung auf der
Krim oder in Sewastopol verboten (Verord-
Bescheinigungsdienst Heidelberg: geänderte Öffnungszeiten ab dem
01. März 2015
Ab dem 1. März 2015 hat der Bescheinigungsdienst in Heidelberg für Sie durchgehend Mo – Fr
von 9 Uhr – 13 Uhr geöffnet. Durch die zusätzliche Erreichbarkeit auch zwischen 12 – 13 Uhr
können Sie Anträge auch auf dem Weg in die Mittagspause abgeben bzw. ausgestellte Dokumente abholen. Nachmittags steht Ihnen zusätzlich der Bescheinigungsdienst in Mannheim, L1,
2, 68161 Mannheim zwischen 14 – 16 Uhr zur Verfügung. Oder nutzen Sie die Möglichkeit der
elektronischen Beantragung von Ursprungszeugnissen. Die Beantragung kann zeitunabhängig
erfolgen und spart Ihnen Zeit und Wege. Nähere Informationen zum eUZ: www.rhein-neckar.
ihk24.de unter der Dokumentennummer 35659.
Kontakt: Oliver Falk, Tel. 0621 1709-223, oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
(bafa.de) Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle hat am 12. Januar sein Merkblatt zum
Außenwirtschaftsverkehr mit der Russischen
Föderation aktualisiert. Nähere Informationen zu den Russlandsanktionen finden Sie
unter www.rhein-neckar.ihk24.de unter der
Dokumentennummer 175217.
EU veröffentlicht Zollaussetzungen
Die EU hat mit den Verordnungen (EU) Nr.
1341/2014 und (EU) Nr. 1340/2014 vom 15.
Dezember 2014 die Liste der Waren aktualisiert, für die Zollaussetzungen bzw. Zollkontingente gewährt werden. Werden Ausnahmen von der Erhebung von Drittlandszöllen
für eine unbegrenzte Anzahl von Waren
gemacht, handelt es sich dabei um Zollaussetzungen. Bei Zollkontingenten werden
Zölle nur für eine begrenzte Menge einer
Ware ausgesetzt. Von Zollaussetzungen
bzw. -kontingenten profitieren insbesondere
Wirtschaftsbeteiligte, die Halbfertigwaren
(z.B. Rohstoffe oder Bauteile) einführen, die
innerhalb der EU nicht oder nur im geringen
Maße produziert werden. Anträge auf Erteilung einer Zollaussetzung müssen frühzeitig
bei den Wirtschaftsministerien der Mitgliedstaaten gestellt werden, die wiederum
die Anträge an die Kommission weiterleiten
können. In Deutschland ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi) zuständig. Im Verlauf des Verfahrens bekommen auch Wirtschaftsbeteiligte,
die unter Umständen negativ von Zollaussetzungen betroffen sind, die Möglichkeit,
Einwände zu erheben.
Saudi-Arabien - Carnet ATA
Verfahren
(DIHK) Aufgrund anderslautender Informationen teilen wir Ihnen mit, dass das Carnet
ATA Verfahren für Saudi-Arabien seit 1.Januar
2015 noch nicht möglich ist. Die Homepage
des Council of Saudi Chambers ist etwas
missverständlich, da es scheint, als würde
Saudi-Arabien bereits vom 1.Januar 2015 das
Carnet-ATA-System einführen. Das ist leider
nicht der Fall, da eine Reihe von Formalitäten noch nicht erledigt ist. Die ICC Paris wird
rechtzeitig mitteilen, wenn Saudi Arabien dem
Carnet-ATA-Verfahren beitritt.
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 19
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Saudi Arabien – Einführung der
elektronischen Übermittlung von
Dokumenten über Exportal
Die saudische Botschaft hat das Auswärtige
Amt der Bundesrepublik Deutschland in einer
Verbalnote darauf hingewiesen, dass für die
Übermittlung von Ursprungszeugnissen und
Handelsrechnungen ein elektronisches Portal
zur Verfügung gestellt wird. Unter https://
www.exportal.com sollen Exporteure ab
dem 1. März 2015 die Dokumente für den
saudischen Zoll einreichen. Der Probebetrieb
soll am 20. Januar 2015 starten, Exporteure
sollen sich dann dort registrieren können.
Zurzeit ist auf dem Portal ein Video-Clip
zu sehen, der über die geplanten Vorgänge
informiert sowie Informationen zum Portal
selber. In der Verbalnote wird darauf hingewiesen, dass Warensendungen mit normalen
Dokumenten nicht mehr abgefertigt werden,
wenn diese ein Datum nach dem 01. März
2015 tragen. Firmen mit Handelsbeziehungen zu Saudi Arabien sollten sich rechtzeitig
registrieren. Wir werden über die weitere
Entwicklung informieren.
Ukraine − Erteilung der Apostille
(DIHK) Das Bundesministerium der Justiz
und für Verbraucherschutz (BMJV) teilt
mit, dass nach neuen Informationen der
Botschaft Kiew Folgendes zur Apostillenerteilung in der Ukraine gilt: Urkunden, die
nach dem 11. August 2014 auf der Krim
ausgestellt wurden, werden von ukrainischen Stellen nicht mehr mit einer Apostille
versehen. Seit dem 12. August 2014 werden
auf der Krim russische Urkunden ausgestellt,
die von ukrainischen Stellen nicht apostilliert werden. In den von den Auseinandersetzungen betroffenen Gebieten Donezk und
Lugansk ist eine Ausstellung von Urkunden
zurzeit nicht möglich. Ältere, in diesen Gebieten ausgestellte Urkunden können i.d.R.
von ukrainischen Stellen mit der Apostille
versehen werden (Ausnahme: Sowjetische
Urkunden, die vor dem 24. August1991 auf
dem Territorium der Ukraine ausgestellt
wurden.); die Urkunden müssen neu ausgestellt werden (sog. „wiederholte“ Urkunde).
Eine solche Neuaustellung ist allerdings in
den Gebieten Donezk und Lugansk bis auf
weiteres nicht möglich.
Umsatzsteuer: Keine rechtliche
Bindungswirkung von EU-Veröffentlichungen zur praktischen
Anwendung des Unionsrechts
(DIHK) Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) stellte mit BMF-Schreiben vom
17. Dezember 2014 ausdrücklich klar, dass
Veröffentlichungen der EU-Kommission zur
praktischen Anwendung des EU-Rechts auf
20 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
ZOLL
ABC
Wer mit Zoll und Exportkontrolle zu tun hat, muss mit einer Vielzahl von Fachbegriffen sicher umgehen können. Doch was verbirgt sich hinter all diesen Abkürzungen? In dieser Rubrik erklären wir
Ihnen wichtige Begriffe aus Zollrecht, Exportkontrolle und Umsatzsteuer und stellen die zuständigen Behörden und Ministerien vor.
EZT
Elektronischer Zolltarif
Formblatt A
Förmlicher Präferenznachweis, der im Warenverkehr mit bestimmten Entwicklungsländern Anwendung findet; bei Vorlage kann man ermäßigte Zollsätze in Anspruch
Freiverkehrnachweis
Präferenznachweis, dass die begünstigten Waren aus dem zollrechtlich freien Verkehr des Ausfuhrlandes stammen; im Warenverkehr mit der Türkei, Andorra und San Marino anwendbar; bei Vorlage
kann man ermäßigte Zollsätze in Anspruch nehmen; im Gegensatz zu einem -> Ursprungsnachweis
müssen die begünstigten Waren somit nicht im Ausfuhrland ihren Ursprung haben.
dem Gebiet der Umsatzsteuer in Deutschland keine rechtliche Bindungswirkung
haben. Maßgeblich für die Rechtsanwendung sind aus deutscher Sicht das UStG,
die UStDV, der UStAE und andere Verwaltungsanweisungen. Die EU-Kommission hat
insbesondere im Zusammenhang mit der
Änderung der Ortsbestimmung sowie der
Einführung des mini-one-stop-shop (MOSS)
für bestimmte an Endkunden erbrachte
elektronische Dienstleistungen Informationen in Form von Leitfäden und Erläuterungen herausgegeben. Sie weist dabei stets
darauf hin, dass es sich um praktische und
informelle Informationen handelt, die keine
Rechtsbindung entfalten.
US-Sanktionen gegen Nordkorea
(IHK Rhein-Neckar) Das U.S. Department
of the Treasury (Finanzministerium) hat am
2. Januar 2015 wegen der Cyber-Attacken
gegen Sony Pictures Entertainment und der
Bedrohung gegenüber Kinos bei Ausstrahlung des Sony-Spielfilms „The Interview“
Sanktionen gegen drei nordkoreanische
Regierungsorganisationen und zehn ihrer
Vertreter verhängt. Die drei sanktionierten
Organisationen sind das Reconnaissance
General Bureau, die Korea Mining Development Trading Corporation (KOMID) und
die Korea Tangun Trading Corporation. Zu
den zehn sanktionierten Nordkoreanern
zählen insbesondere 7 KOMID-Vertreter.
Die Sanktionen verwehren den genannten
Organisationen und den zehn Personen
Zugang zum US-Finanzsystem und verbietet
es natürlichen und juristischen US-Personen
Geschäfte mit diesen zu tätigen.
Näheres: www.treasury.gov/press-center/
press-releases/Pages/j9733.aspx
„Veranstaltungstipp“
Einreihung von Waren in den Zolltarif am 10. März 2015 bei der IHK
Rhein-Neckar
Wie ermittle ich die richtige Zolltarifnummer?
Kenntnisse im Umgang mit dem Zolltarif sind
für jedermann, der im Zollbereich tätig ist von
elementarer Bedeutung. Sowohl beim Import,
als auch beim Export, sogar bei der Ausstellung
von Lieferantenerklärungen kommt man nicht
an der Warennummer, wie die Zolltarifnummer
auch genannt wird, vorbei.
Dieses eintägige Seminar wird Sie in die Lage
versetzen, feste Prüfungsschemata bei der
Einreihung von Waren einzuhalten und sie mit
der Systematik des Zolltarifs vertraut machen.
Zahlreiche Praxisbeispiele veranschaulichen den
vermittelten Stoff.
Die Informationsveranstaltung richtet sich an
Mitarbeiter in den Abteilungen Export, Verkauf
und Einkauf. Sie ist geeignet für Sachbearbeiter
und Gruppenleiter dieser Abteilungen.
Termin und Ort:
Dienstag, 10. März 2015, 09:00 – 17:00 Uhr
IHK Rhein-Neckar, L 1, 2, 68161 Mannheim
Teilnahmeentgelt: 180,00 EUR für Mitglieder,
240,00 Euro für Nichtmitglieder
Einladung, Programm und Anmeldung:
www.rhein-neckar.ihk24.de,
Dokumenten-Nr. 15372107
Ihr Ansprechpartner: IHK Rhein-Neckar,
Ass. Oliver Falk Tel. 0621 1709-223,
oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
Kontakt: Oliver Falk, Tel. 0621 1709-223, oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de
Förderung und
Finanzierung
Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft
Termine der Ideenwettbewerbe 2015
(BMZ) Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
bietet Unternehmen in 2015 erneut viermal die
Möglichkeit, Ideen für gemeinsame Projekte
mit Deutscher Entwicklungsgesellschaft (DEG),
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) oder sequa einzureichen.
Die erste Bewerbungsrunde beginnt am 15.
Februar und endet am 31. März. Die Bewerbungsunterlagen werden am dem 15. Februar
abrufbar sein unter „www.developpp.de/de/content/bewerbungsunterlagen“.
Fördervoraussetzungen
Antragsberechtigt für das develoPPP.de-Programm sind in Deutschland und in der EU oder
in einem EFTA-Land registrierte Unternehmen
Auslandsmesseprogramm
des Bundes bringt Mittelstand 5,4
Mrd. Euro Exportumsatz
(AUMA) Kleine und mittelständische Unternehmen erzielten durch ihre Beteiligungen am
Auslandsmesseprogramm des Bundes in 2013
insgesamt 5,4 Mrd. Euro Exportumsatz.
Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut TNS Emnid in einer aktuellen
Befragung unter Ausstellern des Auslandsmesseprogramms in den Jahren 2012 und 2013. 87
% der teilnehmenden Unternehmen haben in
2013 durch das Auslandsmesseprogramm ihren
Export steigern oder sichern können.
Das develoPPP.de-Projekt orientiert sich an
den entwicklungspolitischen Vorgaben des
BMZ. Alle Projekte müssen eine klare entwicklungspolitische Wirkung erkennen lassen und
umwelt- und sozialverträglich sein.
Die öffentlichen und privaten Beiträge sollen
sich so ergänzen, dass beide Partner durch die
Kooperation ihre jeweiligen Ziele kostengünstiger, wirksamer und schneller erreichen
Das kommerzielle Interesse des Unternehmens
am Projekt muss klar erkennbar sein.
Das Unternehmen muss einen wesentlichen,
finanziell darstellbaren Beitrag in Höhe von
mindestens 50 Prozent der Projektgesamtkosten zum develoPPP.de-Projekt leisten. Der öffentliche Beitrag liegt bei maximal 200.000 EUR.
Eine höhere Förderung ist im Rahmen von Strategischen Entwicklungspartnerschaften möglich,
die zusätzliche Kriterien erfüllen müssen.
develoPPP-Partner im Profil
kleinen und mittelständischen Unternehmen,
sich auf Gemeinschaftsständen unter der
Dachmarke „made in Germany“ zu günstigen
Konditionen an Auslandsmessen zu beteiligen.
Im Durchschnitt beteiligt sich ein Teilnehmer an 2,25 Gemeinschaftsbeteiligungen
pro Jahr. 83 % der Teilnehmer sind kleine
und mittelständische Unternehmen mit
weniger als 500 Mitarbeitern.
Die Telefonbefragung umfasste 500 Interviews aus einer Grundgesamtheit von 5.627
Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die
am Auslandsmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums in den Jahren 2012
und 2013 teilgenommen haben.
Dies sequa gGmbH ist die erste Ansprechpartnerin für Unternehmen, die sich im Rahmen von
develoPPP.de für eine praxisorientierte berufliche
Aus- und Weiterbildung in Entwicklungs- und
Schwellenländern engagieren möchten.
Die KfW-Tochter DEG ist eine der größten
europäischen Entwicklungsfinanzierer für den
Privatsektor. Die DEG finanziert vor allem Investitionen in der Agrarwirtschaft, der verarbeitenden Industrie und im Infrastruktursektor. Einen
weiteren Schwerpunkt bildet die Förderung des
Finanzsektors, um vor Ort einen verlässlichen
Zugang zu Kapital zu ermöglichen. Im Rahmen
von develoPPP.de entwickelt die DEG gemeinsam mit Unternehmen detaillierte Konzepte für
die Umsetzung der Projekte. Die GIZ ist in über
130 Ländern aktiv. Sie bietet weitreichende
Sektor- und Regionalexpertise, interkulturelles
Know-how sowie Erfahrungen im Management
komplexer, überregionaler Prozesse mit verschiedenen Partnern.
Download der Umfrageergebnisse:
www.auma.de/de => DownloadsPublikationen
Bulgarien
Gemeinnützige Projekte können im Rahmen
von develoPPP.de nicht gefördert werden
Das develoPPP.de-Projekt soll sich in ein lang-
Foto: Köln-Messe
Das Auslandmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums ermöglicht vor allem
mit mindestens 10 Beschäftigten, drei operativen Geschäftsjahren und einem Jahresumsatz
von über einer Millionen Euro.
fristiges, nachhaltiges Engagement des Unternehmens im Entwicklungs- oder Schwellenland
einbetten. Bei der Bewertung des Projekts wird
besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass das
Unternehmen sein Engagement auch über das
Projektende hinaus fortführt.
Hauptgrund für die Teilnahme am Bundesgemeinschaftsstand an Stelle eines Auftritts als Einzelaussteller ist die positive Imagewirkung der Gemeinschaftsbeteiligung unter der Dachmarke „made in Germany“ (81 %), gefolgt von „Hilfe beim Einstieg in neue Märkte“ (75 %) und
„technische und organisatorische Unterstützung“ (71 %). Erst danach folgt die finanzielle
Unterstützung genannt (60 %).
Investitionsgarantien des Bundes
wieder möglich
(BMWi) Das Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie teilte am 19. Januar mit, dass
die Beilegung des Regressfalls zur Investition
„Klösters-Cemeko“ Deutschland ermögliche,
wieder Anträge zur Übernahme von Investitionsgarantien für Bulgarien zu prüfen. Die Investition
war durch eine Garantie des Bundes abgesichert.
Nachdem das geplante Projekt im Baustoffsektor
nicht realisiert werden konnte, wurde 2009 eine
Entschädigung aus der Investitionsgarantie des
Bundes zur Absicherung der Beteiligung des deutschen Unternehmens geleistet. Deshalb konnte
die Bundesregierung seitdem keine Garantien
für deutsche Investitionen in Bulgarien mehr
übernehmen. Die erzielte Einigung wird zu einer
weiteren Verbesserung der Investitionsbeziehungen zwischen den beiden Ländern beitragen
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 21
Förderung und
Finanzierung
Brasilien und Chile
(bwi) Die Unternehmerreise gibt Anbietern der
Automatisierungstechnik, IT sowie Elektrotechnik vom 19.-25. April 2015 die Gelegenheit, ihre
Marktchancen vor Ort zu sondieren. Zielländer
sind mit Brasilien Lateinamerikas mit Abstand
größter Absatzmarkt sowie mit Chile der für das
Lateinamerika-Geschäft wegen seiner guten
Rahmenbedingungen bevorzugte Einsteigermarkt. Kern der Reise sind Einzelgespräche mit
potentiellen Geschäftspartnern nach Vorgaben
der baden-württembergischen Teilnehmer in
Sao Paolo und Santiago de Chile, Round-Table
Gespräche und Briefings mit hochrangigen Vertretern von Verbänden und Institutionen sowie
Firmenbesuche bei deutschen, brasilianischen
und chilenischen Unternehmen.
Die Unternehmerdelegation wird politisch durch
Peter Hofelich, Mittelstandsbeauftrager und
designierter Staatssekretär für Wirtschaft des
Landes Baden-Württemberg, begleitet werden.
Anmeldeschluss: 27. Februar 2015
Ansprechpartnerin:
Ines Banhardt
(Baden-Württemberg International),
Tel.: 0711 - 22787-59,
ines.banhardt@bw-i.de
Programm:
www.bw-i.de/veranstaltungskalender
„Ländersache Brasilien“
Golfregion
DIHK: Deutsche Unternehmen
brauchen politische Flankierung
(DIHK) Ausschließlich über den Faktor
Qualität können sich deutsche Unternehmen nach Einschätzung des Deutschen
Industrie- und Handelskammertages in den
Golf-Staaten nicht durchsetzen. „Wir hoffen
auf eine stärkere politische Flankierung bei
der Vergabe von Aufträgen im arabischen
Raum", sagte DIHK-Nahostexperte Steffen
Behm gegenüber der „Wirtschaftswoche“.
Oft gelinge es chinesischen oder japanischen Wettbewerbern, über den Abschluss
von Ölverträgen bei Ausschreibungen zum
Zug zu kommen. Deshalb sei es nicht so,
dass die deutschen Unternehmen allein auf
bessere Qualität als Wettbewerbsvorteil
vertrauen könnten.
„Ich würde nicht sagen, dass Auftraggeber
in der Golf-Region nicht auch auf den Preis
schauen", sagte Behm, eher im Gegenteil.
So seien zum Beispiel im Baubereich chinesische, aber auch türkische Wettbewerber
stark, und bei Industriebauten hole gerade
Südkorea auf.
22 | Außenwirtschaft aktuell 02/2015
Foto: Peshkov/GACCNY
Unternehmerreise – „Automatisierungstechnik/ IT/ Elektrotechnik“
Start-up Metropole New York
USA
Startup & Entrepreneur Program New York City
(AHK New York) Die German American Chamber
of Commerce New York führt vom 31. Mai – 05.
Juni 2015 erneut für deutsche IKT–Startups ihr
„Startup & Entrepreneur Programm“ durch.
Es bietet den teilnehmenden IKT-Startups im
Gründermekka New York:
1. Pitches vor US – VC Investoren und Angel
Investoren, um im Idealfall Kapital
einzuwerben
2. Vernetzung mit passgenauen potenziellen
Kunden auf dem US-Markt durch das große
Firmennetzwerk der GACC New York
3. Theoretische Grundlagen zum US-Markteintritt mittels intensiver Expertenworkshops
(Rechtliche & interkulturelle Fragestellungen,
Firmengründung, Pitch- und Verkaufstraining)
Maximale Teilnehmerzahl: 15. Teilnahmebetrag:
3.000.- EUR/Person zzgl. Flug- und Unterkunftskosten. Bewerbungsschluss: 4. April 2015
Teilnahmevoraussetzungen:
s+ONKRETE'ESCHËFTSIDEE
s3KALIERBARES'ESCHËFTSMODELL
s%RKENNBAREINTERNATIONALE!USRICHTUNG-IT
telfristiges Interesse am US-Markteintritt)
s"EREITSERFOLGREICHE+UNDENGEWINNUNGIN
Deutschland und Behauptung am deutschen
Markt
s"EREITSERFOLGREICHE)NVESTORENGEWINNUNGIN
Deutschland
Ansprechpartnerin:
Andrea Diewald, M.A., Director Innovation &
Startup Relations, German American Chamber
of Commerce, Inc.,
Tel.: 0711 2005 -1491,
adiewald@gccny.com
Nähere Informationen:
www.gaccny.com
„Dienstleistungen“
„Innovation & Startup Relations“
Impressum
Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar
Geschäftsbereich International L 1, 2
68161 Mannheim
www.rhein-neckar.ihk24.de
Verantwortliche Redakteurin:
Stephanie Palm
Tel. 0621 1709-224
Fax 0621 1709-229
awa@rhein-neckar.ihk24.de
Erscheinungsweise:
monatlich
Redaktionsschluss:
jeweils am 20. des Vormonats
Außenwirtschaft aktuell wird unter anderem
in Zusammenarbeit mit Germany Trade and
Invest-Gesellschaft für Außenwirtschaft und
Standortmarketing mbH erstellt.
Die Informationen werden von uns mit größter
Sorgfalt zusammengetragen, recherchiert und
verarbeitet.
Eine Gewähr für die Richtigkeit kann jedoch
nicht übernommen werden. Dieser Informationsdienst wird den IHK-zugehörigen Unternehmen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft ohne
besondere Bezugsgebühr geliefert.
Kurz vor Schluss
Finnland - Schwitzen für den Geschäftserfolg
In Finnland ist der Saunabesuch fester Bestandteil des
alltäglichen Lebens – auch des Arbeitslebens. Mikael Helle,
stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Finnischen
sonst noch über die Sauna und den Saunabesuch in
Finnland wissen sollte.
Mikael Helle
, Stellvertret
ender Geschäf
der AHK Finn
tsführer
land.
Foto: AHK Finn
land
Handelskammer, erklärt warum das so ist und was man
Credo ist daher: Sie ist für jeden da, sollte also Platz für
alle Mitarbeiter bieten. Alles andere wäre eine Beleidigung. Es gibt zwar manchmal einen separaten Raum für die
Führungsriege, aber dieser sollte direkt neben der anderen
Sauna liegen. Außerdem sind finnische Saunen generell sehr
naturnah und einfach eingerichtet.
_Fotolia.com
Foto: p!xel 66
IHK: Wie reagieren eigentlich ausländische Geschäftspartner auf den Saunabesuch? Schließlich sitzt man sich dort
vollkommen nackt gegenüber.
IHK: Herr Helle, ist die Sauna in Finnland wirklich so
wichtig?
Helle: Auf jeden Fall. Ein Saunabesuch gehört bei uns zur
Tradition, er ist Teil unseres Lifestyle: 90 Prozent der Finnen
gehen einmal die Woche in die Sauna. Auch in Firmen ist sie
weit verbreitet. Schon im Eingangsbereich erkennt man, wo
sich der Saunabereich befindet. Man sagt, es gebe bei uns
sogar mehr Saunas als Autos.
IHK: Welche Rolle spielt die Sauna im Geschäftsleben?
Helle: Die Mitarbeiter nutzen die Sauna zum Beispiel nach
dem Sport in der Mittagspause. Auch für Teamgespräche eignet sie sich gut, als zusätzliche Motivation für die
Mitarbeiter. Schließlich nutzt man sie auch für repräsentative Zwecke und Kundengespräche. Nach erfolgreichen
Verhandlungen lädt man den Geschäftspartner in die Sauna
ein. Das ist so normal wie in Deutschland die Einladung zum
Geschäftsessen ins Restaurant. Allerdings sollte in finnischen
Saunas während Gesprächen nicht über Negatives geredet
werden.
IHK: Was macht eine gute finnische Sauna aus?
Helle: Die Sauna steht für unsere Grundphilosophie von Gleichberechtigung. Das wichtigste
Helle: Manche sagen höflich „Lieber nicht“. Meist ist die
Situation aber auch dann sehr natürlich und entspannt.
Allerdings: Für ausländische Geschäftsbeziehung hat der
Saunabesuch nicht die gleiche Bedeutung, wie in finnischen
Geschäftsbeziehungen. In Letzteren schafft man das Gefühl,
vertraulich verhandeln zu können, ohne Lauscher. Weil man
in einer kleinen Gruppe dort sitzt und alles sehr schlicht ist.
Es herrscht Fair Play, es gibt keine Tricksereien. Aber das
funktioniert so nur mit anderen finnischen Geschäftsleuten.
Ausländische Geschäftspartner lädt man in die Sauna ein,
um ihnen ein Erlebnis zu bieten. Am besten wählt man dafür
einen Ort in der Natur an einem See.
IHK: Hier drängt sich die Frage auf: Wie gehen Finnen eigentlich mit einer Gruppe aus männlichen und weiblichen
Geschäftspartnern um?
Helle: Ach, das ist simpel. Es wird abgesprochen, wer zuerst
geht und dann schwitzt man getrennt in zwei Schichten.
Über das Business redet man anschließend gemeinsam am
Kaminfeuer im Ruheraum. Männer und Frauen nebeneinander in der Sauna, das ist eher selten. Vermutlich wäre es
auch zu intim.
IHK: Was war ihr schönstes Saunaerlebnis?
Helle: Das ist leicht beantwortet. Zwei Landschaften, die
völlig gegensätzlich sind, aber eines gemeinsam haben. Eine
eiskalte, verschneite Winterlandschaft, stockdunkel an einem
stillen Abend, eine heiße Holzsauna und das Abkühlen in
einer Schneewehe. Dann ein spiegelglatter See im Sommer,
nur die Stimmen der Natur, eine Holzsauna sowie das kühle
Nass des Sees.
Das Interview führte Raija Hawly, IHK Rhein-Neckar
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 23
Diese und weitere Veranstaltungen sind abrufbar unter:
www.rhein-neckar.ihk24.de/Veranstaltungen-International
IHK-Veranstaltungen
International
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Foto: E-Mail-Newsletter Fotolia
Andrea Förster Tel. 0621 1709-164, andrea.foerster@rhein-neckar.ihk24.de
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der IHK Rhein-Neckar: www.rhein-neckar.ihk24.de/newsletter
LÄNDERVERANSTALTUNGEN
12. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Handeln und Verhandeln in Russland
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Russland
Ansprechpartnerin: Linda Sawada, Tel. 0621 1709-282
19. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zollabwicklung Russland
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Russland
Ansprechpartnerin: Linda Sawada, Tel. 0621 1709-282
20. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar
Warenzertifizierung Russland/Kasachstan/Belarus (Zollunion)
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Russland
Ansprechpartnerin: Linda Sawada, Tel. 0621 1709-282
5. März 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Wirtschaftstag Indien
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar/Kompetenzzentrum Indien
Ansprechpartnerin: Gabriele Borchard, Tel. 0621 1709-131
SEMINARE ZOLL- UND AUSSENWIRTSCHAFTSRECHT
24. Februar 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zoll im Quadrat: Warenbegleitpapiere im Export
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
10. März 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zoll im Quadrat: Einreihung von Waren in den Zolltarif
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
13. April 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Ausfuhr
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
16. April 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Standort Heidelberg
Basiswissen Zoll
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
21. April 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zoll im Quadrat: Internes Kontrollsystem für Zollprozesse:
Notwendige Maßnahmen für Unternehmen, insbesondere AEO
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
28. April 2015
Ort: IHK Rhein-Neckar, Mannheim
Zoll im Quadrat: Intrastat
Veranstalter: IHK Rhein-Neckar
Ansprechpartnerin: Andrea Förster, Tel. 0621 1709-164
Außenwirtschaft aktuell 02/2015 | 24
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