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Leseprobe zum Titel: Handelsblatt (10.02.2015)

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Stand: 22h00
G 02531 NR. 28 / PREIS 2,60 €
DIENSTAG, 10. FEBRUAR 2015
DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG
2
Der Minus-Kapitalismus
THEMEN DES TAGES
Keine Brücke
für Griechenland
Finanzmarkt paradox: Eine Geldanlage bringt immer öfter keine Zinsen
mehr, sondern kostet sogar Geld. Das ist der Preis für Sicherheit in Zeiten des
Sparernotstands. Auch Pfandbriefe und Firmenanleihen sind jetzt betroffen.
Deutsche Staatsanleihen
Rendite in Prozent, Laufzeit 5 Jahre
0,4
-0,05 %
0,2
0
-0,2
1.8.2014
9.2.2015
Handelsblatt | Quelle: Bloomberg
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D
er Aufschrei war groß vor sieben Monaten, damals, im
Juni 2014. Um die Kreditvergabe in Europa
endlich anzukurbeln, wagte sich die Europäische Zentralbank (EZB) auf unbekanntes Terrain vor: Erstmals in der Geschichte senkte
sie den Einlagezins fürs Geldparken ins Negative.
Banken bekamen nun
kein Geld mehr für Einlagen
bei der EZB, sie mussten dafür zahlen. Die Welt der Finanzen stand erstmals kopf.
Der Chef der Bank der Notenbanken (BIZ), Jaime Caruana,
warnte, die Folgen seien „alles
andere als klar“. Schließlich basiere die gesamte Architektur des
Finanzmarkts darauf, dass Sparer einen Lohn bekommen und Schuldner
eine Gebühr bezahlen.
Doch dieser Grundsatz des Kapitalismus
gilt nicht mehr. Acht Monate später zeigt sich,
dass die ultralockere Geldpolitik eine wahrhafte
Negativzins-Ökonomie kreiert hat. Bei einer Anlageklasse nach der anderen kippten die Renditen
zuletzt ins Negative. Der Investor zahlt drauf –
auch für europäische Staatsanleihen im Wert von
zwei Billionen Euro. Innerhalb von nur anderthalb Wochen ist diese Summe um die Hälfte gestiegen. Ein Drittel der ausstehenden Staatsanleihen ist am Markt nur noch für negative Renditen
zu bekommen.
Spätestens seit EZB-Chef Mario Draghi im Januar
ankündigte, Anleihen im Wert von 1,1 Billionen Euro aufkaufen zu wollen, ist klar: Der Sog der
Minuszinsen wird immer stärker. Bei Förderbanken und supranationalen Institutionen wie dem
Euro-Rettungsschirm ist es längst so weit: Ein
Viertel ihrer Anleihen rentiert bereits negativ – insgesamt sind das Papiere im
Wert von über 270 Milliarden Euro.
Und sogar bei Pfandbriefen, die
als relativ ausfallsichere Anlage gelten, bekommen Anleger trotz
Zinsen weniger Geld zurück, als
sie anlegen.
Jüngster Höhepunkt des Negativtrends sind Firmenanleihen: Der Kurs einer kurzlaufenden Nestlé-Anleihe ist
so stark gestiegen, dass jeder,
der jetzt kauft, nur noch eine
negative Rendite bekommt.
Bei Shell ist es genauso.
Und dennoch: Vielen Investoren – wie Banken und Versicherungen – bleibt nichts anderes übrig, als ihr Geld verlustreich
zu parken. Einerseits sind sie verpflichtet, sichere Anlagen zu halten.
Andererseits können sie ihr Geld nicht
einfach auf einem Konto liegen lassen –
das Ausfallrisiko wäre zu stark konzentriert.
Bargeld zu horten scheidet aus Sicherheitsgründen ebenfalls aus. Viele weichen in ihrer Not stärker auf höher verzinste Anleihen von wenig kreditwürdigen Firmen aus – und nehmen ein größeres
Risiko in Kauf. Dadurch sinken dort die Zinsen.
Aber kann es gutgehen, wenn der Zins nicht
mehr der Zins von früher ist, sondern eine Art
Strafgebühr für Anleger, die maximale Sicherheit
wollen? Kann es nicht, sagt US-Investorenlegende
Bill Gross: „Durch die missglückten Versuche der
Notenbanken, die Wirtschaft zu stabilisieren, wird
immer mehr Kapital fehlgeleitet.“
Im Sog der Negativzinsen Seiten 4 - 5
Druck auf Putin wächst
D
deutsch-französischen Friedensinitiative
vorerst auf Eis gelegt. Die EU-Außenminister beschlossen am Montag, die neuen
Strafmaßnahmen wie EU-Einreiseverbote und Vermögenssperren nicht sofort in
Kraft treten zu lassen.
Für den Fall, dass Diplomatie scheitern
sollte, bezeichnete Obama Waffenlieferungen an die Regierung in Kiew ausdrücklich als „eine Option“. Er habe angewiesen, entsprechende Möglichkeiten
zu prüfen, aber noch keine Entscheidung
getroffen. Merkel lehnte solche Lieferungen für Deutschland erneut strikt ab: „Ei-
Beim Ausbau des Breitbandnetzes
kämpfen Anbieter mit harten Bandagen. Jetzt häufen sich Beschwerden von Kommunen, Kreisen und
Stromanbietern, die eigene Netze
aufbauen, gegen die etablierten
Betreiber. Ihr Vorwurf: Die großen
Anbieter pickten sich die Rosinen
heraus, statt den flächendeckenden
Ausbau voranzutreiben. Seite 10
Bessere Chancen
im Kampf gegen Krebs
Pharmamanager erwarten, dass
Therapien, die auf dem menschlichen Immunsystem basieren, die
Krebsbekämpfung revolutionieren.
Nicht nur Patienten, auch die Anbieter entsprechender Präparate
dürften profitieren. Bis 2020 könnte
sich das Umsatzvolumen des Onkologiemarktes auf mehr als 150 Milliarden Dollar verdoppeln. Seite 18
Schwarzgeldskandal
in der Schweiz
Die Großbank HSBC räumt Versäumnisse bei ihrer Schweizer
Tochter ein. Der Ableger soll
Steuerhinterziehern und dubiosen
Kunden geholfen haben. Kontrollen im Schweizer Privatkundengeschäft hätten schlicht versagt, teilt
HSBC mit. Seite 28
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US-Präsident Obama und Kanzlerin Merkel demonstrieren Geschlossenheit.
ie USA und Deutschland haben vor
dem Ukraine-Gipfel am Mittwoch
in Minsk den Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin erhöht. Nach einem Treffen im Weißen
Haus drohten US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel
dem Kreml am Montag mit weiteren
Sanktionen, falls es keine konkreten Fortschritte auf dem Weg zu einem Frieden in
der Ostukraine geben sollte.
Allerdings wird die Ausweitung der EUSanktionen gegen ukrainische Separatisten und russische Politiker wegen der
Behindert Telekom
den Breitbandausbau?
Colourbox.com
Andrea Cünnen, Daniel Schäfer
Frankfurt
Die Regierung in Athen fordert
eine Übergangsfinanzierung bis
Anfang Juli, um eine dauerhafte
Lösung für ihr Schuldenproblem zu
finden. Doch die europäischen
Partner bestehen darauf, dass
Griechenland das laufende Hilfsprogramm mit allen Pflichten anerkennt. Seite 8
ne militärische Lösung sehe ich nicht.“
Europa und die USA würden sich aber
mit Sicherheit nicht spalten lassen.
Obama versicherte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kanzlerin:
„Wir wollen weiterhin eine diplomatische
Lösung für diese Krise.“ Er ergänzte
aber: „Wir sind uns absolut einig, dass
wir im 21. Jahrhundert nicht tatenlos sein
und einfach erlauben können, dass die
Grenzen Europas mit Hilfe des Gewehrlaufs neu gezeichnet werden.“ HB
Bericht Seite 6
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