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Einzelpraxis droht zu einem Auslaufmodell zu werden Kritik und

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AKTUELL
VERSORGUNGSSTÄRKUNGSGESETZ
Der vom Gesetzgeber geplante
Druck auf die ärztliche Selbstverwaltung, Praxen in überversorgten
Gebieten aufzukaufen, ist kein Lösungsansatz zur Beseitigung von
Unterversorgung in ländlichen Gebieten. Wie der NAV-VirchowBund-Vorsitzende, Dr. med. Dirk
Heinrich, auf einer Podiumsdiskussion des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Berlin
erklärte, „führen solche Praxisschließungen eher zur Unterversorgung in Ballungszentren“. Auch die
Öffnung von Krankenhäusern für
die ambulante Versorgung sei kein
Lösungsansatz zur Beseitigung des
Ärztemangels. Krankenhäuser seien
in ländlichen Regionen vom Nachwuchsmangel genauso betroffen wie
niedergelassene Arztpraxen. Die Politik solle, so Heinrich, stattdessen
für Rahmenbedingungen sorgen, die
die wirtschaftliche Führung von
Kassenpraxen ermöglichten.
Foto: dpa
Einzelpraxis droht zu einem Auslaufmodell zu werden
Die FVDZ-Bundesvorsitzende,
Dr. medic/IfM Kerstin Blaschke,
warnte davor, bewährte und gut
funktionierende Versorgungsstrukturen infrage zu stellen und so die ärztliche und zahnärztliche Einzelpraxis
zum Auslaufmodell zu erklären. Es
Unterversorgung
in ländlichen Regionen stehe zu
befürchten, sagen
VStG-Kritiker.
klaffe eine Lücke zwischen den Verheißungen des Koalitionsvertrages –
nämlich die freiberuflichen Existenzen und die Patientensouveränität
stützen zu wollen – und der sich anbahnenden Entwicklung in Richtung eines zentralistischen, „sozialistischen Versorgungsmodells“. Diese Initiativen gingen zulasten der
freiberuflichen Existenzen, der beruflichen Unabhängigkeit und Diagnose- sowie Therapiefreiheit der
Ärzte und Zahnärzte. Statt Zentralisierungsprozesse voranzutreiben,
sollten wohnortnahe freiberufliche
Praxisstrukturen und Versorgungsnetze (unter Einbeziehung der
Apotheker) gestärkt werden. Dies
wäre ein positives Signal für den
Nachwuchs, der sonst noch mehr
davor zurückschrecke, sich angesichts der hohen Investitionskosten, Auflagen und immer stärker
werdenden bürokratischen Hürden
niederzulassen.
HC/mn
PRÄVENTIONSGESETZ
Kritik und Beratung im Bundesrat
Der Sozialverband Deutschland
(SoVD) hält Nachbesserungen beim
geplanten Präventionsgesetz für erforderlich. „Insbesondere Menschen
mit Behinderungen, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sowie Patientinnen und Patienten werden bis-
Foto: Fotolia/hotographee.eu
Menschen mit
Behinderung finden
im Präventionsgesetz
zu wenig Berücksichtigung, kritisiert
der Sozialverband
Deutschland.
her nicht genügend berücksichtigt“,
sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer
anlässlich der Beratung des Gesetzes am 6. Februar im Bundesrat. Der
Verbandspräsident fordert zudem ei-
A 254
ne stärkere Einbeziehung der Arbeitgeber sowie der privaten Kranken- und Pflegeversicherung. „Gegenwärtig verengt der Gesetzentwurf die Leistungen der Prävention
zu sehr auf die gesetzlichen Krankenkassen. Daraus erwächst die Gefahr von Leistungsverschiebungen auf Kosten
der Versicherten“, warnte Bauer.
In der Bundesratssitzung zeigte sich die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit
Ingrid Fischbach optimistisch, dass der dritte
Anlauf zu einem Präventionsgesetz erfolgreich sein werde. „In
mir wächst die Zuversicht, dass wir
wirklich zusammen auf der Zielgeraden sind.“ Fischbach wies darauf
hin, dass in den Bundesrats-Ausschüssen keine wirklich ablehnende
Haltung zu dem Gesetzentwurf zu
verzeichnen gewesen sei. Angesichts
der dringenden Notwendigkeit eines
Gesundheitsförderungs- und Präventionsgesetzes habe man sich darum bemüht, alle landesspezifischen
Erfordernisse zu beachten. Fischbach betonte, dass eine gesetzliche
Verpflichtung der privaten Krankenversicherung zur Beteiligung an
den Präventionskosten nicht möglich gewesen sei, doch „wir erwarten
eine Beteiligung der privaten Krankenversicherung auf dem Wege einer Selbstverpflichtung“.
Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin, Barbara Steffens, erneuerte in der BundesratsAussprache ihre grundsätzliche Kritik an dem Gesetzentwurf. „Die
Bundesregierung will offensichtlich
ein Gesetz, das an den Symptomen
ansetzt“, sagte sie. „Das ist eher ein
Kratzen an der Oberfläche, ohne in
die Tiefe zu gehen, zu den wirklichen Ursachen von Krankheit.“ TG
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 112 | Heft 7 | 13. Februar 2015
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