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H I M M E L& E L B E
Eine Beilage des Hamburger Abendblatts, der Evangelisch-Lutherischen Kirche
und der Katholischen Kirche in Hamburg
Barmherzige Samariter
Warum Hamburger Ärzte Migranten und Obdachlose ehrenamtlich behandeln
6. Februar 2015
HIMMEL&ELBE
:: f a m i l i e n z e i t
Illustration: Lisa Frühbeis
Der Reiz der neuen Freiheit
Viele Senioren stecken noch voller Ideen und Wünsche. Tipps, wie sie das Leben im Alter aktiv gestalten können
AN N -BRI T T P ETER SEN
:: Vom Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen fühlen sich viele ältere
Menschen nicht mehr angesprochen.
Senioren sind heute länger aktiv, interessieren sich für viele gesellschaftliche
Themen und wollen sich mit ihren Erfahrungen einbringen. Wie sie ihr Leben im Alter für sich stimmig gestalten
können und welche Möglichkeiten es
gibt, sich vor Vereinsamung zu schützen, erklärt Kirsten Sonnenburg, Leiterin der Arbeitsstelle Leben im Alter im
Kirchenkreis Hamburg-Ost.
Auch betagte Menschen können noch
geistig und körperlich fit sein. Die Vorstellung von Alter beginnt im Kopf. Es
hängt sehr viel davon ab, wie ich mich
selbst empfinde. Ich kann das Alter als
defizitär ansehen, in dem nichts mehr
geht und ich abhängig bin. Oder ich betrachte die Lebensphase als Chance, in
der ich endlich machen kann, wozu ich
nie Zeit hatte. Vielleicht sind das
Hobbys, die ich weiter pflegen möchte
oder ich möchte etwas für andere tun.
Relevant ist beim Älterwerden eher die
Frage, kann ich noch selbstständig alles
tun oder benötige ich Unterstützung.
Warum wird das Beschäftigen mit
dem Alter so gern verdrängt?
4.
Sonnenburg: Mit dem Stichwort Alter
werden zunächst oft negative Gefühle
und das Thema Tod verbunden. Doch
an die positiven Seiten des Älterwerdens denkt man selten. Mit zunehmendem Alter reifen ja die Erkenntnisse.
Ich weiß, wer ich bin und wofür ich stehe. Ich akzeptiere leichter, was ich nicht
kann, gehe besser mit eigenen Schwächen um. Mit dieser Freiheit kann ich
auch meine Lebensphase passend gestalten, das hat nichts von einem Ende.
Immer mehr Ältere wollen sich
Wie müssen Angebote für Senioren
heute aussehen, damit sie angenommen werden?
Kirsten Sonnenburg: Das Kaffeetrinken
mit Diavortrag vom Pastor gibt es zwar
noch, aber das Spektrum der Angebote
hat sich inzwischen weit geöffnet. Ältere Menschen wollen heute ihre ganz
verschiedenen Interessen und Fähigkeiten einsetzen, wollen gemeinschaftliches Leben mitgestalten. Jeder
Mensch braucht die Erfahrung, für sich
und die anderen von Bedeutung zu sein.
Das hört auch im Alter nicht auf. Am erfolgreichsten sind daher Angebote, die
die Menschen über Themen abholen,
und nicht über das Alter.
1.
Oft fühlen sich Senioren jünger als
sie sind, ab wann beginnt Alter?
2.
Sonnenburg: Das biologische Alter ist
heute nicht mehr das entscheidende.
12
Wann ist ein guter Zeitpunkt, um
sich Gedanken über das Leben im
Alter zu machen?
Sonnenburg: Ab etwa Mitte 50, wenn einem der Ruhestand langsam entgegenspringt. Dann sollte man sich überlegen, wie will ich leben, wenn ich älter
werde. Wie ist meine Umgebung jetzt
beschaffen, komme ich auch bei körperlichen Einschränkungen in meiner
Wohnung zurecht, habe ich genügend
soziale Kontakte? Oft besteht im hohen
Alter die Gefahr der Vereinsamung. Daher lohnt es sich, frühzeitig zu schauen,
wie kann ich in Kontakt mit anderen
bleiben? Sollte ich meine Wohnform
ändern? Es gibt so viele Modelle vom
generationsübergreifenden Wohnen
bis zur Senioren-WG. Man sollte das
Thema anpacken, wenn man noch
handlungsfähig ist. Im zunehmenden
Alter fällt es schwerer, flexibel zu sein.
3.
engagieren, wie kann die Kirche
5.
Aktivitäten unterstützen?
Sonnenburg: Es geht nicht mehr um
Versorgung, sondern die Menschen haben eigene gute Ideen. Dafür bietet die
Kirche Gestaltungsräume. So können
sich Menschen in Gemeinden in Freiwilligen-Foren organisieren und etwas
anbieten, was andere brauchen. Dafür
gibt es gute Beispiele. Etwa die Sütterlin-Stube der Kirchengemeinde Eilbek.
Diejenigen, die noch die alte Schrift beherrschen, übertragen alte Dokumente
in moderne Schrift. Oder das JobpatenProjekt der Kirchengemeinde Sasel.
Dort begleiten ältere Menschen Jugendliche auf den Weg in den Beruf.
Was motiviert dazu, Angebote
anzubieten oder anzunehmen?
6.
Sonnenburg: Überlegen, was würde
mich selber vom Sofa runterlocken, wo
habe ich das Gefühl, da möchte ich hin.
In vielen Kirchengemeinden wird auch
gefragt, was die Menschen interessiert.
So vielfältig, wie die Menschen vorher
schon gelebt haben, sind auch die Interessen im Alter.
Auch die Einrichtung von Fahrdiensten
ist eine wichtige Hilfe, damit körperlich
eingeschränkte Menschen an Angeboten teilnehmen können. Das gibt es etwa beim Café Freundlich in Farmsen,
einem Treffpunkt für Demenzkranke.
Und selbst bettlägerige Menschen können eingebunden werden. Es kann eine
Erzählwerkstatt oder ein Konfirmandenprojekt zur Stadtteilgeschichte sein,
das diejenigen einbezieht, die das Haus
nicht mehr verlassen können. Die Projektteilnehmer besuchen die Menschen
dann zu Hause, um sich erzählen zu lassen, wie das Leben früher war.
Wie erfährt man von den bestehenden Möglichkeiten?
7.
Sonnenburg: Man kann sich bei den jeweiligen Gemeinden im Kirchenbüro
informieren. Viele Kirchengemeinden
sehen sich auch als Teil des Gemeinwesens, etwa im Stadtteil, und können auf
andere bestehende Angebote verweisen. Kein Mensch muss allein zu Hause
sitzen, wenn er es nicht will. Selbst
wenn er nicht mehr aus dem Haus kann,
muss er nicht nur das Objekt der Hilfe
sein, sondern kann auch etwas geben.
Die Voraussetzung für ein erfülltes Leben im Alter ist nur die Bereitschaft,
meine Tür und mich zu öffnen.
Hamburger Abendblatt
6. Februar 2015
HIMM EL&ELBE
ADRESSEN
März
weitere Informationen unter: www.kirche-hamburg.de;
www.erzbistum-hamburg.de
S ERVICET ELEFO N KIRCHE UN D
D IAKO NIE H AMB URG
Mo-Fr 8-18 Uhr, Tel. 30 62 03 00
rung zum Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel, Dr.
Marita to Berens-Jurk, Hauptkirche St. Jacobi, Steinstraße
MONTAG, 16 .2 .15
DI ENSTAG, 17.2 .15
täglich, anonym und kostenlos: Mo–Sa 11–18 Uhr, Mi 11–21
Uhr, So 11.30–15 Uhr, Bei d. Petrikirche 3, Tel. 32 50 38 70,
Lesben- und Schwulenberatung auf Anfrage
18 Uhr, Bibel-Übersetzungen von Martin Luther und
Martin Buber, Prof. Dr. Ephraim Meir, Jerusalem, und
Emmanuel-Lévinas, Gastprofessur an der Uni Hamburg,
Eintritt frei; Haus der Kirche Niendorf, Max-Zelck-Straße 1
19.30 Uhr, Gibt es Gott? – Gott und unsere Bilder von
Gott, Diskussion aus der Glaubenskurs-Reihe „Zwischen
Himmel und Erde“, Pastor Erik Thiesen und Team, Eintritt
frei, Info: thiesen@kirche-in-niendorf.de oder Tel. 58 84 95;
Gemeindehaus Kirche am Markt, Niendorfer Marktplatz 3a
FREI TAG, 2 0.2 .15
19 Uhr, „Im Karussell der Erwartungen wirksam sein –
Die besondere Situation einer offenen Beratung in der
Großstadt“, Festvortrag zum 45. Jahrestag des Beratungsund Seelsorgezentrums, anschl. Empfang, Prof. Arist von
Schlippe, Universität Witten-Herdecke, 11 €; Hauptkirche St.
Petri, Bei der Petrikirche 2
MI TTWO CH , 2 5 .2 .14
VORT RÄG E U N D SEMI NARE
F R E ITAG , 6.2.15
18.30 Uhr bis 8.2., Fesseln statt Faseln! Vorträge mitreißend formulieren. 120, 60, 30 €. Anm. 605 25 59,
bildungsstelle-nord@brot-fuer-die-welt.de; Haus am
Schüberg, Wulfsdorfer Weg 33, 22949 Ammersbek
SON N TAG , 8.2 .15
15 Uhr, Wie St. Jacobi evangelisch wurde – Spuren der
Verwandlung im Kirchraum, Kirchenführung zum Themenjahr: Reformation – Bild und Bibel, Dr. Marita to BerensJurk; Hauptkirche St. Jacobi, Steinstraße
M ON TAG , 9.2.15
17 Uhr und 23.2., Reich beschenkt – Die eigenen Stärken entdecken, Seminar, Christiane Beetz, Ursula Kranefuß, Info: www.ife-hamburg.de, 10 €; Gemeindezentrum
Mümmelmannsberg, Havighorster Redder 50
M I T T WO C H , 11.2 .15
19 Uhr, Warum der Nahe Osten nicht zur Ruhe kommt,
Vortrag mit Bildern zum Jahrhundertkonflikt, Pastorin Hanna
Lehming, ZMÖ, Eintritt frei; Kirchengemeinde Lokstedt,
Gemeindehaus, Bei der Lutherbuche 36
19.30 Uhr, „Luther und die Juden“, Gesprächsabend
anlässlich der gleichnamigen Ausstellung. Info: gottsmann@kirche-in-niendorf.de; Immanuel-Haus, Kirchengemeinde Niendorf, Quedlinburger Weg 100
20 Uhr, Literatur in der Kirche, Lesung m. Schriftsteller
Mirko Bonné, Moderation: Hauptpastor Johann Hinrich
Claussen, in Kooperation mit „Lyrik im Café“; Hauptkirche
St. Nikolai, Harvestehuder Weg 118
D ON N ERSTAG , 12.2.1 5
16 Uhr, Infobörse FSJ / BFD in der Diakonie, Infos zum
Freiwilligen Sozialen Jahr und Bundesfreiwilligendienst in der
Diakonie; Dorothee-Sölle-Haus, Königstr. 54
19 Uhr, Globalisierung 3.0 – Liberalisierung und
Entwicklung des Welthandels verstehen, Vorträge mit
anschließender Diskussion, Dr. Ralf Ptak, Eintritt frei;
Ökumenisches Forum Hafencity, Shanghaiallee 12
SON N A BEN D, 14.2.1 5
10 Uhr (auch 2.3. u. 16.3. 17 Uhr), Kultur im Koffer,
Einführungsseminar für Kulturbotschafter/innen, Martha
Zinn, Tel. 589 502 50, martha.zinn@kirchenkreis-hhsh.de;
Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein, Max-Zelck Straße 1
SON N TAG , 15 .2 .15
15 Uhr, Wie St. Jacobi evangelisch wurde, Kirchenfüh-
Hamburger Abendblatt
gebührenfrei, täglich rund um die Uhr, Tel. 0800/111 01 11
und 0800/111 02 22
ST UDENT ISCH E
T ELEFO NS EELSO RGE
MI TTWO CH , 18 .2 .15
4), Pastorin Anja Neu-Illg, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hamburg-Eimsbüttel, Pastorin Irmgard Nauck, 30 €
(für alle 5 Abende), anmeldung@kirche-der-stille.de, Tel.
43 43 34; Kirche der Stille, Helenenstr. 14
T ELEFO NS EELSO RGE H A M BURG
19 Uhr, Glaube und Vernunft bei Baruch de Spinoza
und Moses Mendelssohn, Vortragsreihe: Das Eigene und
das Andere – Zur Aktualität jüdischen Denkens, Prof. Dr.
Ephraim Meir, Jerusalem, und Emmanuel-Lévinas, Gastprofessur an der Universität Hamburg, 5 - 7,50 €, Katholische Akademie, Tel. 36 95 20, E-Mail programm@kahh.de;
Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4
15.30 Uhr, Lokal plus global – Entdecken die Deutschen
ein neues Heimatgefühl? Vortrag und Diskussion mit
Jürgen Bertram (Journalist, Autor), Hamburger Bürgern
ausländischer Herkunft und dem Publikum, 5 €, cornelia.strauss@kirchenkreis-hhsh.de; Ev. Gemeindehaus Blankenese, Mühlenberger Weg 64 a
6. Februar 2015
:: t e r m i n e & a d r e s s e n
10 Uhr, Niendorfer Kirchenfrühstück, Frühstück, Lesung,
Diskussion, Bischöfin em. Bärbel Wartenberg-Potter, Eintritt
frei, Tel. 571 48 30; Kirchengemeinde Niendorf, ImmanuelHaus, Quedlinburger Weg 98a,
15 Uhr, Erzählcafe für Frauen 50+, in Kooperation mit
Leben im Alter, Region Alsterbund/ Leben im Alter, Ev.-Luth.
Kirchenkreis Hamburg-Ost, 5 €; Ev. Familienbildung Eppendorf, Loogeplatz 14/16
18 Uhr, Antisemitismus, Dialogvortrag, Wolfgang Seibert,
Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, Propst
Thomas Drope, Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein,
Eintritt frei, Haus der Kirche Niendorf, Max-Zelck-Str. 1
19 Uhr, Macht und Ohnmacht der Bilder, Vortrag und
Diskussion, Dr. Andreas Mertin, Eintritt frei, Gemeindehaus
Marktkirche, Poppenbüttler Markt 2
DONNERSTAG, 2 6 .2 .15
19 Uhr, Wie weit darf Bio reisen? Podiumsdiskussion,
Eintritt frei, Heike Riemann, Tel. 519 000 942, harburg@kda.nordkirche.de; Haus d. Kirche, Harburger Ring 20
MONTAG, 2 .3.15
19 Uhr, Wegsucher, Wegweiser, Weggefährten - Mystik
des modernen Menschen, Vortrag im Rahmen der
Geistlichen Reihe, Dr. Elisabeth Münzerbrock, München,
5–7,50 €, Tel. 36 95 20, E-Mail programm@kahh.de;
Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4
MONTAG, 9.3.15
19 Uhr, Kraft aus dem Schweigen. Hugo Makibi EnomiyaLassalle (1898 – 1990), Mystik und Zen nach dem Tode
Gottes, Vortragsreihe: Das Eigene und das Andere - zur
Aktualität jüdischen Denkens, Pater Niklaus Brantschen SJ,
Bad Schönbrunn, 5–7,50 €, Katholische Akademie, Tel. 36
95 20, E-Mail programm@kahh.de; Katholische Akademie
Hamburg, Herrengraben 4
DI ENSTAG, 17.3.15
18 Uhr, Was ich leiden mag …, spirituelle Kirchenführung
zur Passion, Pastorin Andrea Busse, Dr. Marita to BerensJurk (Kunsthistorikerin); Hauptkirche St. Jacobi, Steinstraße
MI TTWO CH 18 .3.15
19.30 Uhr, Gewaltfreie Kommunikation in Familien,
Gabriele Rudolph, 10 €, Tel. 226 229 770 oder info@fbsniendorf.de; Ev. Familienbildung Niendorf, Garstedter Weg 9
DONNERSTAG 19.3.15
19 Uhr, Wege zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst
bei Moses Maimonides Reihe, Vortrag im Rahmen der
Geistlichen Reihe, Prof. Dr. Wilhelm Kaltenstadler, München,
5–7,50 €, Tel. 36 95 20, E-Mail programm@kahh.de;
Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4
MONTAG 2 3.3.15
19 Uhr, Der Grund aller Dinge - Meister Eckhart (12601328), Mystik als sich ständig erneuernde Rede von Gott,
Vortrag im Rahmen der Geistlichen Reihe, Prof. Dr. Christine
Büchner, Hamburg, 5–7,50 €, Tel. 36 95 20, E-Mail
programm@kahh.de; Katholische Akademie Hamburg,
Herrengraben 4
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Straße 16–20, Tel. 04102/537 66 Harburg: Hölertwiete 5,
Tel. 519 00 09 60 Lohbrügge: Lohbrügger Kirchstr. 9, Tel.
724 76 03 Neuwiedenthal: Rehrstieg 58, Tel. 796 46 08
Norderstedt: Ochsenzoller Str. 122, Tel. 528 17 85/86
Pinneberg: Bahnhofstr. 29/31, Tel. 04101/505 58 60;
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13–15 Uhr, Di 17–19 Uhr, Do 10–12 Uhr). Infoline Schwangerschaft: Tel. 23 51 81 88, Fr 9.30–11 Uhr; E-Mail: beratung@skf-altona.de; Kleiderkiste: Eppendorfer Weg 27, Tel.
43 21 50 80; SkF e.V. Hamburg: Wartenau 5, Tel. 25 49
25 91 (Mo 10–12 Uhr, Mi 16–18 Uhr, Do 10–12 u. 14–16
Uhr). Beratung zur vorgeburtlichen Diagnostik: Tel. 25 31 31
90, E-Mail: skf-beratung@skf-hamburg.de
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Diakonisches Werk Hamburg, Königstr. 54, Altona, Tel.
30 62 02 08; Beratung für junge Eltern Tel: 30 62 03 93,
E-Mail: schwangerenberatung@diakonie-hamburg.de
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A N GE HÖR I GE
Wellingsbütteler Landstr. 213, Tel. 59 59 82
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Evangelisch: Sprechstunden Mo 15–17 Uhr, Do 16–18 Uhr
und nach Vereinbarung, Spadenteich 1, Tel. 280 44 62
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D I A KON I E
Die Kontaktstelle zu Selbsthilfegruppen und Einrichtungen
für Suchtkranke und ihre Angehörigen im Diakonischen Werk
Hamburg, Königstr. 54, Tel. 30 62 03 07
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Hilfe bei Alkoholproblemen, Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und deren Angehörige, Martinistraße
42, Tel. 46 38 32, www.kreuzbund-hamburg.de
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Beratung & Vermittlung von Plätzen in Diakonie und Kirche
in Hamburg, Diakonisches Werk Hamburg, Königstr. 54,
22767 Hamburg, FSJ, Tel. 30 62 02 85, www.freiwilligdiakonie-hamburg.de
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Blankenese: Mühlenberger Weg 64 a, Tel: 866 25 00, n.
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9, Tel. 23 89 81 56, ffniendorf@kirchenkreis-hhsh.de.
Poppenbüttel: Freiwilligen Forum Poppenbüttel, Poppenbüttler Markt 2a, Tel: 61 16 44 08, Bürozeiten n. Vereinb.
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Straße 66, Tel: 280 14 00, www.caritas-hamburg.de,
info@caritas-hamburg.de
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vermittelt Freiwilligen-Arbeit und freiwilliges Engagement.
Danziger Str. 62, Telefon: 24 87 73 60, E-Mail: info@freiwilligen-zentrum-hamburg.de, Internet: www.freiwilligenzentrum-hamburg.de
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Rockenhof 1,Tel. 519 00 09 15, www.ife-hamburg.de
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Königstr.52, Tel. 306 20 14 52, www.akademie-nordkirche.de
Beratung für alle Fragen rund ums Muttersein kostenlos und
anonym; täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, 20–22 Uhr,
Tel. 0800/333 21 11
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Hamburg-West: Altona, Blankenese, Niendorf, Pinneberg,
Norderstedt, Garstedter Weg 9, Tel. 226 229 775
Hamburg-Ost: Bramfeld-Volksdorf, Rahlstedt-Ahrensburg,
Wandsbek-Billetal, Rockenhof 1, Tel. 51 90 00 876
Hamburg-Mitte: Langenhorn, Eppendorf, Horn, Bergedorf,
Geesthacht, Loogeplatz 14-16, Tel. 460 793 12
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Blankenese: Sülldorfer Kirchenweg 1b, Tel. 970 79 46 10
Eppendorf: Loogeplatz 14–16, Tel. 46 07 93 19
Harburg: Haus der Kirche, Hölertwiete 5, Tel. 519 00 09 61
Horn: Bei der Hammer Kirche 16, Tel. 651 22 21
Niendorf-Lokstedt: Garstedter Weg 9, Tel. 226 22 97 70
Norderstedt: Kirchenplatz 1, Tel. 525 65 11
Osdorf: Bornheide 76c, Tel. 84 00 23 83
Pinneberg: Bahnhofstr. 20, Tel. 04101/845 01 50
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Ev. Zentrale: Tel. 306 20 10 00.
Katholisch: Tel. 24 87 74 60
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Michaelisstr. 5, Tel. 441 40 91 11
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Königstr. 54, Tel. 306 20 12 70, E-Mail: joerg.pegelow@sektenberatung-nordkirche.de
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Ev.-Luth. Bildungs- und Tagungszentrum des Kirchenkreises
Hamburg-Ost, Wulfsdorfer Weg 33, 22949 Ammersbek/
Hoisbüttel, Tel. 605 00 28; E-Mail: Info@haus-amschueberg.org; www.haus-am-schueberg.org
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Studienreisen, Tagesfahrten, Seminare, Vorträge zu kunstund kulturgeschichtlichen Themen. Bei der Matthäuskirche
6, Tel. 27 61 71
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Ein Ort für geistliches Leben. 21521 Aumühle, Vor den
Hegen 20, Tel. 04104/97 06 20, www.ansverus-haus.de
A M T FÜR KI RC HE N M USI K
Königstraße 54, Tel: 306 20 10 20, E-Mail: afk.kkvhh@kirche-hamburg.de
A R BE I TSGE M E I N SC HA FT
C HR I STLI C HE R KI RC HE N I N
HA M BURG
Ökumenischer Zusammenschluss von 33 christlichen Kirchen
unterschiedlicher Konfessionen. Nähere Infos unter:
www.ack-hamburg.de, Geschäftsstelle: Ökumenisches Forum
HafenCity, Shanghaiallee 12, Tel. 36 90 02 60, E-Mail:
info@ack-hamburg.de
KI RC HE N E I N TR I TTSSTE LLE A M
HA M BURGE R M I C HE L
Telefon: 37 67 81 11 oder www.treten-sie-ein.de
11
Ausgesuchte Termine im Februar und
Weitere Informationen unter: www.kirche-hamburg.de;
www.erzbistum-hamburg.de
G OT T ESDIE N STE
SO N N TAG , 8.2.15
10 Uhr, Patroziniums-Gottesdienst im Rahmen der St.
Ansgar-Woche, Musik: Eberhard Lauer; St. Marien-Dom
10 Uhr, Kantatengottesdienst, Johann Sebastian Bach:
»Ich habe genug« BWV 82, Aribert Reimann: Nuncdimittis;
Pastor Michael Watzlawik, Benno Schöning (Bass), Jocelyne
Fillion-Kelch (Bassflöte), Kantorei St. Nikolai, Hamburger
Camerata, Ltg u. Orgel Matthias Hoffmann-Borggrefe;
Hauptkirche St. Nikolai, Harvestehuder Weg 118
11 Uhr, „Abendmahl – Symbol oder Substanz?“,
Gottesdienst im Rahmen der Predigtreihe Abendmahl,
Hauptpastorin und Pröpstin Dr. Ulrike Murmann; Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchhof 1
11 Uhr, Voneinander Hören – Miteinander Reden,
Gottesdienst zur Hamburger Welt-Kirchen-Woche, Pastor
Mayupe Par, Papua Neuguinea, Tanzaniakreis Niendorf u.a.;
Verheißungskirche, Sachsenweg 2
17 Uhr, Abschlussvesper der St. Ansgar-Woche, Predigt:
Äbtissin Christina Reemts, Abtei Mariendonk; Leonard
Bernstein: Chichesters Psalms, Solisten u. Chor des Mariendoms, Ltg. Eberhard Lauer; Hauptkirche St. Michaelis,
Englische Planke 1
SO N N TAG , 15.2 .1 5
11 Uhr, „Abendmahl als Sakrament des Neuanfangs“,
Gottesdienst der Predigtreihe Abendmahl, Pastor Sebastian
Borck; Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchhof 1
MIT T WO C H , 18.2.1 5
18 Uhr, Gottesdienst mit Beichte zum Aschermittwoch,
Hauptpastor Alexander Röder, Peter Dreßel (Posaune),
Manuel Gera (Orgel); Hauptkirche St. Michaelis, Englische
Planke 1
18.15 Uhr, Gottesdienst zu Aschermittwoch, Dompropst
Franz-Peter Spiza; St. Marien Dom, Am Mariendom 1
F REITAG , 2 0.2 .1 5
17.15 Uhr, Passionsandacht: „Blindgeburt als Gottesstrafe?“ (Johannes 9), Hauptpastor Christoph Störmer;
Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 2
und die Bekenntnisse, Neue Bekenntnisse – wie finden wir
eigene Worte, um unseren Glauben mitzuteilen? Pastor
Markus Schneider, Jürgen Henschen (Orgel); Hauptkirche St.
Nikolai, Harvestehuder Weg 118
SON NTAG, 15 .3.15
10 Uhr, „Matthias Claudius“-Gottesdienst anlässl. des
200. Todestages des Dichters, mit Hauptpastorin Astrid
Kleist, Predigt: Prof. em. Hans-Jürgen Benedict; Hauptkirche
St. Jacobi, Steinstraße
KONZ ERT E UND KULT UR
FREITAG, 6 .2 .15
19 Uhr, Toccata! Orgelkonzert mit Werken von Buxtehude,
Bach, Messiaen und Boëllman, Kantor Christian Hanschke,
Eintritt frei, Spende erbeten; Petrus-Kirche, Winfridweg 22
19.30 Uhr, Offenes Gospelsingen mit Thomas Faßnacht,
Eintritt frei; Saal im St. Petri Haus, Bei der Petrikirche 2
19.30 Uhr, Vorlesen am Abend – Joseph Roth: „Der
Leviathan“, Andrea Schellin (Lesung), Matthias HoffmannBorggrefe (Klavier), 8 €, nur AK; Hauptkirche St. Nikolai,
Harvestehuder Weg 118
MONTAG, 9.2 .15
19.30 Uhr, Die Königin von Saba - Geschichte und
Mythos, Lesung und Musik, Prof. Ulfrid Kleinert, Dresden,
Kerstin Petersen (Orgel); Rathauspassage, Unter dem
Rathausmarkt
MI TT WO CH , 11.2 .15
17.15 Uhr, Stunde der Kirchenmusik, Werke von Lindberg,
Tallis, Vittoria u.a., Schubertchor, Ltg. Christiane Hrasky,
Eintritt frei; Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 2
20 Uhr, Haiku-Song Book I-XXI, Text & Klang, Daria
Karmina Iossifova (Toy-Piano, Melodica, Flügel), Hannes
Wienert (Sopransax u. chin. Instrumente) und Sprecherin
Marion Gretchen Schmitz, 21 vertonte Haiku's von Basho,
Issa, 15 €/10 €; Christianskirche, Klopstockplatz
SON NTAG, 15 .2 .15
16 Uhr, Karneval der Tiere in Venedig - Kater Giacomo
lädt ein! Konzert für kleine und große Kinder, in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Eintritt frei. Spende
erbeten; Hauptkirche St. Nikolai, Harvestehuder Weg 118
SO N N TAG , 2 2 .2.1 5
10 Uhr, Gottesdienst im Rahmen der Pilgermesse, mit
Hauptpastorin und Pröpstin Astrid Kleist, Predigt: Prof. Dr.
Norger Slenczka, Theolog. Fakultät Berlin; Hauptkirche St.
Jacobi, Steinstraße
10 Uhr, Festgottesdienst zur Orgelweihe, Pastorin
Birgitta Heubach, Chor St. Johannis, Christopher Bender,
Orgel; Kirche St. Johannis-Harvestehude, Heimhuder Str. 92
10 Uhr, Gottesdienst - Predigtreihe über das Bekennen
und die Bekenntnisse. Hauptpastor und Propst Johann
Hinrich Claussen, Hamburger Knabenchor St. Nikolai, Ltg.
Rosemarie Pritzkat, Martin Bühler, Orgel; Hauptkirche St.
Nikolai, Harvestehuder Weg 118
11 Uhr, Abendmahl: Gemeinschaft untereinander und
mit Gott, Gottesdienst im Rahmen der Predigtreihe Abendmahl (Kinderkirche u. Kantorei), Pastorin Maren Trautmann;
Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchhof 1
11 Uhr, Familiengottesdienst mit Tauferinnerung für
Kinder ab 5 J. mit Familien. Pastorin Annette Müller,
Pastoren Claus Hoppe und Bernd Müller-Teichert; ChristKönig-Kirche, Bei der Lutherbuche 36
18 Uhr, 25. Aids- und Gemeindegottesdienst, Heilung
von Aids – Hoffnung und Realität, ab 17 Uhr Kaffee und
Gespräch; St. Georgskirche am Hauptbahnhof
19 Uhr, YouGo, Gottesdienst von und für Jugendliche,
Diakonin Wiebke Johannsen; Petrus-Kirche, Winfridweg 22
MIT T WO C H , 25. 2.1 5
19 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst anlässlich des
Kongresses Christlicher Führungskräfte mit Bischöfin Kirsten
Fehrs, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Predigt: Dr.
Michael Diener, Liturgie: Hauptpastor Alexander Röder,
Kantorei St. Michaelis, Ltg. und Orgel Manuel Gera; Hauptkirche St. Michaelis, Englische Planke 1
F REITAG , 27.2 .1 5
17.15 Uhr, Passionsandacht: „Die Salbung von Bethanien“ (Johannes 12), Pastor Rolf-Dieter Seemann;
Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 2
SO N N TAG , 1.3.15
10 Uhr, Abendmahlsgottesdienst (Wein) - Predigtreihe
über das Bekennen und die Bekenntnisse. Das Credo –
wo kommt es her, und was kann es heute noch bedeuten?
Hauptpastor em. Dr. Ferdinand Ahuis, Martin Bühler, Orgel;
Hauptkirche St. Nikolai, Harvestehuder Weg 118
MIT T WO C H S, 4.3.1 5
18 Uhr, Passionsandacht „Neue Passionslieder“, neue
Passionschoräle theologisch ausgelegt, Pastor Hartmut
Dinse; die Reihe wird am 11.3. mit Hauptpastor Alexander
Röder, am 18.3. mit Pastorin Julia Atze fortgesetzt; Hauptkirche St. Michaelis, Englische Planke 1
SO N N TAG , 8.3.1 5
10 Uhr, Gottesdienst - Predigtreihe über das Bekennen
10
MI TT WO CH , 18 .2 .15
17.15 Uhr, Stunde der Kirchenmusik, Werke von Byrd,
Gibbons, Stanford, Copland, Sievers u.a., Chor und Gäste der
Fachgruppe Kirchenmusik der HfMT Hamburg, Eintritt frei;
Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 2
MI TT WO CH , 18 .2 .15
18.30 Uhr, „Guck ma – Fairness und FairTrade“, Vernissage, Ausstellung v. Fotoarbeiten junger Hamburger, Eintritt
frei; Ökumenisches Forum HafenCity, Shanghaiallee 12-14
FREITAG, 2 0.2 .15
18 Uhr, The Young Revolution, Musical von Jugendlichen,
Spende erbeten, timm@die-jugendkirche.de, 89 80 77 24,
Die Jugendkirche, Bei d. Flottbeker Mühle 28
SON NAB END, 2 1.2 .15
18 Uhr, W.A. Mozart: Requiem d-Moll KV 626, Anna
Lucia Richter (Sopran), Katrin Wundsam (Alt), Georg
Poplutz (Tenor), Thomas Laske (Bass), Concerto con Anima,
Chor und Orchester St. Michaelis, Ltg. Christoph Schoener,
in Zusammenarbeit mit dem Festival "lux aeterna", 8 –42 €;
Hauptkirche St. Michaelis, Englische Planke 1
20 Uhr, „Der Glaube - Spiritualität und Andacht in
Werken für Violoncello“, Friedrich Gauwerky, Cello Solo,15
€/10 €, Christianskirche, Klopstockplatz
20.15 Uhr, Salonkonzert, Bejarano & Mircrophone
Mafia, Esther Bejarano, 12 €/10 €,Hamburger Rathauspassage, Unter dem Rathausmarkt
20 Uhr, Lyambiko, Jazz-Konzert, AK 32 €, erm. 25 €;
Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchhof 1
20 Uhr, Abschlusskonzert des Projekts „Dona nobis
pacem“ von Elbphilharmonie Kompass und Erzbistum
Hamburg, Chor-Konzert, Chöre einiger Katholischer Schulen
und Gemeinden in Hamburg. Ein Projekt von Elbphilharmonie
Kompass u. Erzbistum Hamburg in Kooperation mit dem
Kulturforum21 des Katholischen Schulverbands Hamburg u.
European Concert Hall Organisation. Karten: ticketshop.elbphilharmonie.de, 4 €; St. Marien-Dom, Am Mariendom 1
SON NTAG, 2 2 .2 .15
17 Uhr, Gospel & Groove, Chorkonzert mit „ReJOYce“,
dem Niendorfer Gospelchor, Ltg. Gudrun Fliegner, Ugo
Rosano (Gesang), Daniel Zickenrott (Klavier), Niendorfer
Jazzchor, Ltg. Christian Holler, Hanno Schiefner (Klavier),
JazzAffair, 7 €, erm. 5 €; Verheißungskirche, Sachsenweg 2
19 Uhr, Einweihungskonzert der neuen Mühleisen/
Marcussen-Orgel, Prof. Wolfgang Zerer und Prof. Franz
Danksagmüller, Orgel; Eintritt frei, Kirche St. JohannisHarvestehude, Heimhuder Str. 92
MI TT WO CH , 2 5 .2 .15
20 Uhr, Le Cri du Poilu - Aufschrei des Soldaten, mit
Coko und Danito (Akkordeon und Gitarre), AK 10 €/8 €;
Christianskirche Ottensen, Ottensener Marktplatz 6
Durch die Fußwaschung soll die heilsame Liebe Jesu spürbar werden. Dieses Ritual haben Frauen von den Bahamas in den Mittelpunkt des Gottesdienstes am diesjährigen Weltgebetstag
gestellt. Die Inseln – für Touristen ein
Traumziel – sind für viele einheimische
Frauen ein Albtraum. Gewalt gehört zu
ihrem Alltag. Deshalb will der diesjährige Weltgebetstag den Blick auf das
Leben hinter den touristischen Werbeplakaten lenken. Auch in Hamburg wird
der Tag in 70 Gemeinden gefeiert. Der
zentrale Gottesdienst, organisiert vom
Frauenteam der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Kirchen in Hamburg, findet
am Freitag, 6. März um 19 Uhr in der
Hauptkirche St. Petri statt.
Weitere Informationen unter
www.weltgebetstag.de Foto: WDPIC
FREITAG, 27.2 .15
20 Uhr, Duo Carillon, Armin Sommer und Andreas
Hoffmann (Schlagzeug und Orgel), 15 €/10 €; Christianskirche, Klopstockplatz
20 Uhr, Orgelmusik bei Kerzenschein, Werner Lamm
(Orgel), Santa Bulatova (Sopran); Eintritt frei; Kath. Kirche
St. Sophien, Weidenstraße 53
20 Uhr, Seferad’s, Sephardische Musik mit Variances, VVK
18 €, AK 22 €, erm. 12 €; Hauptkirche St. Katharinen,
Katharinenkirchhof 1
MIT T WO CH , 4.3.15
19 Uhr, Und immer stark sein - Die Geschichten unserer
Mütter, Ute Elisabeth Mordhorst (Autorin), Cem Cetinkaya
(Cello), 6 €/4 €; Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Str. 60
SO NNAB END, 14.3.15
20 Uhr, Tomi Räisänen: Die Sauna der sieben Brüder, Carla
Rees (Altflöte), MikkoIkäheimo (Gitarre), Tomi Räisänen
(Dirigent), Ensemble "RADAR/Neue Musik im Ostseeraum",
15 €/10 €; Christianskirche am Klopstockplatz
SO NNAB END, 2 1.3.15
18 Uhr, Passionskonzert, J.S. Bach: „Nach dir Herr,
verlanget mich“, Domenico Scarlatti “Stabat Mater a 10”,
Vokalensemble St. Jacobi, Ltg. Rudolf Kelber, 15/10 €,
Konzertkasse Gerdes; Hauptkirche St. Jacobi, Steinstraße
SPI R I TUA LI TÄT
FR E I TAG, 6. 2.1 5
18 Uhr bis 7. 2., 17 Uhr, Die Kraft der Stille, Einführung in
den Weg des Herzensgebetes, 35 €, schriftl. Anm. erforderlich bis 3.2.: spirit@kirche-hamburg-ost.de; Projekt
Spiritualität im Kirchenkreis Hamburg-Ost, Rockenhof 1
19.30 Uhr, Neun Ennea-Typen, Vortrag zum spirituellen
Enneagramm, Luna U. Müller, Steffen Wöhner, Lehrer der
Enneallionce - School for Inner Work, 12/10 €, anmeldung@kirche-der-stille.de, Tel. 43 43 34; Kirche der Stille,
Helenenstr. 14
SON N A BE N D, 7. 2.1 5
10 Uhr, Im Spiegel siehst du dich, Selbsterfahrung mit
dem spirituellen Enneagramm, Luna U. Müller, Steffen
Wöhner, 50 €, anmeldung@kirche-der-stille.de, Tel. 43 43
34; Kirche der Stille, Helenenstr. 14
FR E I TAG, 1 3. 2.1 5
18.30 Uhr bis 14.2., 13 Uhr, Vertrauen in die innere Kraft,
Meditationswochenende mit Übernachtung, mit Marit
Salvesen, Paul Stammeier, 195 €, schriftl. Anm. erforderlich
bis 10.2. spirit@kirche-hamburg-ost.de; Projekt Spiritualität
im Kirchenkreis Hamburg-Ost, Haus am Schüberg, Wulfsdorfer Weg 33, 22949 Ammersbek
SON N A BE N D, 1 4. 2.1 5
9 Uhr, Stille Tage, Schweigemeditation mit Anleitung zum
inneren Gebet; weitere Termine 28.2., 14.3., Karmelitinnen
Finkenwerder, Anm. bis Mittwoch vor dem jeweiligen Termin,
Tel. 742 143 75, E-Mail Karmelzellehh@aol.com; Karmelzelle
Finkenwerder, Norderkirchenweg 71
14 Uhr bis 15.2., Entdecken Sie, was in Ihnen steckt!
Selbsterfahrungswochenende für Frauen, mit Inka Valerie
Wogatzky, 84 €, Evangelische Familienbildung Blankenese,
970 794 610, info@fbs-blankenese.de; Evangelische
Familienbildung Blankenese, Sülldorfer Kirchenweg 1b
D I E N STAG, 24. 2.1 5
19.30 Uhr (und folgende 5 Dienstage), Exerzitien im
Alltag, Gespräche und Übung in Meditation und Gebet,
Pastoren Daniel Birkner, Erik Thiesen, 8 € f. Arbeitsmaterial,
Informationen unter thiesen@kirche-in-niendorf.de oder Tel.
58 84 95; Kirche Niendorf-Markt, Niendorfer Marktplatz
FR E I TAG 27. 2.1 5
16 Uhr, Da berühr(t)en sich Himmel und Erde, Wochenende für Familien in der Fastenzeit, Br. Lukas Boving OSB,
Sr. Hildegard Faupel, Gemeinschaft Jesu; Erwachsene 83, 80
€, Kinder ab 3 Jahre 60, 20 €, Kloster Nütschau, Tel.
04531/50 00 40, E-Mail termine@haus-sankt-ansgar.de;
Kloster Nütschau, Schlossstraße 26, 23843 Travenbrück
19 Uhr (und 4 folgende Freitage), Exerzitien im Alltag in
der Passionszeit, Die Frau am Jakobsbrunnen (Johannes
Hamburger Abendblatt
6. Februar 2015
H IM M EL&ELBE
:: g l a u b e n s - a b c
:: Serie: Was machte eigentlich ...?
Der erste Bischof Ansgar
Sie haben etwas in der
Stadt bewegt oder geben
unseren Kirchen und
Plätzen ihren Namen.
Michaelis, Katharina, Maria
und andere Heilige sagen
uns, was sie mit Hamburg
zu tun haben.
Aufgeschrieben von Pater
Martin Löwenstein
St. Ansgar auf der
Trostbrücke. Er
wurde 801 in Nordfrankreich geboren,
ging 826 als Priester nach Dänemark
und 829 nach
Schweden. 831
wurde er zum Bischof für Hamburg
und den Norden
geweiht. Als 845
die Wikinger Hamburg zerstörten,
musste Ansgar
fliehen. 848 erhielt
er das Bistum Bremen, dort starb er
865. Seine Gebeine
(Reliquien) werden
in Schweden, Dänemark und Hamburg
verehrt Foto:
Andreas Laible
N
orden. Allein das Wort
ließ nicht nur uns Kinder zittern. Für uns
vor 1200 Jahren war
der Norden das Land
der Finsternis und der
Barbaren, das Land
der kriegerischen Götter, woher die Wikinger kamen, die alles
raubten, plünderten, mordeten und die
Überlebenden als Sklaven verschleppten. Ich hingegen war in Nordfrankreich geboren. Man hatte mir den germanischen Namen Ansgar, „Speer Gottes“, gegeben. In einem Benediktinerkloster lernte ich von Mönchen aus
Schottland und Irland die Kultur aus
Rom und Jerusalem, ein Wissen, das
über die schreckliche Zeit der Völkerwanderung treu bewahrt worden war.
Kaiser Karl der Große hatte uns begeistert, weil er dem Evangelium die Tore
zu vielen Völkern öffnete.
Ich war bereit aufzubrechen. Aber
die anderen erklärten mich für verrückt. Zu der Zeit war ich 25 Jahre alt
und Lehrer in einer Benediktinerschule
in Westfalen. Ich hatte mich freiwillig
gemeldet, nach Norden zu gehen. Verrückt vielleicht. Wagemutig sicher. Was
ich damals niemanden erzählt hatte
war, dass ich von Christus eine Vision
erhalten hatte. Genau das sollte meine
Aufgabe sein, zu den Nordmenschen zu
gehen, die alle fürchten, und zu lernen,
sie zu lieben und ihnen die Botschaft
des liebenden Gottes zu bringen.
Meine erste Reise führte mich nach
Haithabu an der Schlei, damals eine dänische Handelsmetropole. Ich lernte
die Sprache sprechen und die Menschen dort lieben. Aber wir waren nur
so lange sicher, wie der dänische König
Interesse an guten Beziehungen zum
Frankenkaiser hatte. Gerade mal drei
Jahre hielt das an. Danach ging es in den
tiefsten, finsteren Norden.
Mein Freund Rimbert und ich zogen wie zwei tapfere Hobbits den gefährlichen Weg nach Birka in Schweden. Unterwegs wurden wir von Wikingern ausgeraubt und kamen ohne alles
dort an. Und wieder machte ich die Er-
6. Februar 2015
Hamburger Abendblatt
fahrung: Gott hatte uns nicht ohne
Grund hierher geschickt. Vor allem die
Sklaven, die aus halb Europa verschleppt worden waren, aber auch manche der Nordmänner öffneten ihr Herz
für die Botschaft, dass Gott alle Menschen liebt und nicht Krieg führt.
Gerade diese Botschaft war beim
König und seinem Hof nicht populär.
Nach zwei Jahren schon mussten wir
Birka verlassen. Aber kaum, dass wir zurück auf fränkischem Boden waren,
stellte sich heraus, wofür Gott uns
durch diese Missionen in den Norden
vorbereiten wollte: Kaiser Ludwig der
Fromme und der Papst wollten in der
Hammaburg, dem kleinen Fort an der
Grenze zum Land der Barbaren im Norden, einen Bischof, der eine neue christliche Kirche aufbaute. Eine Kirche im
Norden.
So wurde ich der erste Bischof in
Hamburg. Das war noch keine freundliche Metropole. Das Leben war hart und
oft dreckig. Aber längst hatte mich Gott
die Menschen lieben gelehrt, und so
wollte ich auch als Bischof einfach und
bescheiden an ihrer Seite leben. Nur das
regelmäßige Gebet, das mir als Benediktiner wertvoll geworden war, wollte ich
als Bischof weiter so pflegen, wie ich es
kannte. Diesmal waren es 14 Jahre, bevor wir durch Wikinger vertrieben wurden und ich in Bremen Bischof wurde.
Dreimal gescheitert, so schien es.
Doch wenn ich heute vom Himmel herabschaue, dann sehe ich zwar, dass im
Norden das Wissen um die Liebe und
Treue Gottes ein wenig verschüttet ist,
aber tief im Herzen der Menschen noch
da ist. Und meine Hammaburg ist vom
Tor zum Norden zu Hamburg, dem Tor
zur Welt, geworden. Und, ja, es freut
mich, dass mich die Hamburger nicht
vergessen haben. Ich wollte an der Elbe
die Kirche Jesu Christi begründen.
Daher finde ich es schön, dass die
Erinnerung an mich heute die Christen
verbindet: Katholiken und Protestanten haben Kirchen nach mir benannt,
wie St. Ansgar, den Kleinen Michel.
Dort haben sie mir ein Denkmal gebaut
und meine Gebeine im Altar eingefasst.
Aber ich bin auch zu sehen vor und im
Mariendom, in der Hauptkirche St. Petri, im Rathaus, auf der Trostbrücke und
neuerdings in der russisch-orthodoxen
Gnadenkirche. Man erkennt mich an
dem Kirchenmodell, das ich in der
Hand halte. Schüler lernen auf einem
Gymnasium mit meinem Namen. Und
es gibt sogar eine Ansgar-Woche immer
Anfang Februar, bei der sich all diese
Christen gerade erst zum 51. Mal zum
großen gemeinsamen Gottesdienst in
der Petrikirche versammelt haben.
Der Autor Martin Löwenstein SJ ist Pfarrer
der Gemeinde St. Ansgar/Kleiner Michel
9
HIMMEL&ELBE
:: q u e r b e e t
g dacht
Mit Propst Johann Hinrich Claussen über
Erkenntnisse, die das Rudern mit sich bringt
PILGERN
Zum Entdecken: Neue Tipps
von Pilgerpastor Bernd Lohse
Quer
8
GEFUNDEN
Zur Information: Neues aus dem Finanzbericht
der katholischen Kirche in Hamburg
:: Das Erzbistum Hamburg hat seinen jüngsten Finanzbericht für das Jahr 2013 vorgelegt. Danach wurden
jährlich fast 90 Millionen Euro für Seelsorge, Bildung
und Sozialarbeit ausgegeben. Haupteinnahmequelle ist
mit derzeit 85 Millionen Euro die Kirchensteuer. Detailliert wird über Einnahmen, Ausgaben und Vermögen
des maßgeblichen Vermögensträgers der katholischen
Kirche in Norddeutschland informiert. Weitere Veröffentlichungen sind geplant, unter anderem über den
konsolidierten Abschluss des Erzbistum Hamburg. Sie
sollen für noch mehr Transparenz beim Thema Kirche
und Geld sorgen. Hamburg hat 2003 als erstes deutsches
Bistum begonnen, regelmäßig Geschäftsberichte zu veröffentlichen.
Der Finanzbericht ist im Internet unter www.erzbistum-hamburg.de zu
finden.
Foto: J.H.Claussen, Pilgerzentrum Jacobi, Christoph Hetzer, Jens Mollenvanger
:: Da das neue Jahr mich bisher so
morgenfrisch angelächelt hat, (was für
das persönliche Leben, aber leider
nicht in politischer Hinsicht gilt), will
ich nicht knauserig sein. Gern und
gebührenfrei teile ich deshalb eine
neue Einsicht aus dem unerschöpflichen Füllhorn meiner Lebensweisheiten mit. Wie der Sportpresse zu
entnehmen war, musste ich im vergangenen Jahr mein Karriereende als
Fußballspieler erklären. Dafür habe
ich einen neuen Sport erlernt. Das ist
gar nicht schlecht, auch mit 50 Jahren
noch etwas Neues zu beginnen. Aber
einfach ist es auch nicht. Besonders
das Einfache erweist sich manchmal
als das Schwere.
Ich habe nun also mit dem Rudern
begonnen. Dabei gab es einiges für
mich zu lernen, vor allem die notwendige Lockerheit. Mein erfahrener Lehrer musste es mir wieder und wieder
sagen: „Locker bleiben!“ und „Locker
lassen!“. Denn man soll die Ruder –
ähem, die Skulls – nicht krampfhaft
festhalten und mit Gewalt hin- und
herbewegen, sondern eben leicht führen, mit unverkrampfter Hand durch
das Wasser ziehen. Man müsse der
Bewegung vertrauen, das Blatt finde
schon seinen Weg. Frauen und Kinder
würden das sofort verstehen, nur die
Männer bräuchten viele Trainingsstunden, bis es „klick“ machen würde,
sie endlich vom Wahn lassen könnten,
auch beim Rudern alles mit Kraft
kontrollieren und steuern zu wollen.
Der Bewegung vertrauen, das Blatt
findet seinen Weg – das ist eine Einsicht, die sich vom Rudern auf viele
Lebensbereiche übertragen lässt. In
der Liebe und der Freundschaft zum
Beispiel liegt das auf der Hand – obwohl es auch da nicht immer leicht ist,
die rechte Leichtigkeit zu finden. Auch
im Beruf mag diese Ruderlehre sinnvoll sein – zum Beispiel in meinem.
Ich möchte mir das jedenfalls für
dieses Jahr vornehmen, mehr der
Bewegung zu vertrauen und darauf,
dass das Blatt – das Wort – schon
seinen Weg findet. Ähnliches kann
man schon in der Bibel lesen – in der
vom Rudern allerdings eher selten die
Rede ist. Beim Propheten Jesaja heißt
es: „So wie der Regen vom Himmel
fällt und kehrt nicht zurück, sondern
macht die Erde fruchtbar, so auch das
Wort, das aus meinem Munde geht: Es
wird nicht leer zu mir zurückkommen,
sondern wird tun, was mir gefällt.“
Das ist eine schöne Entlastung und
Ermunterung in einem.
:: Für Pilgerinteressierte, die den
Winter nutzen, um die Wanderungen
des Jahres zu planen, bietet die PilgerMesse in der Hauptkirche St. Jacobi am
21.2. von 11 bis 16 Uhr viele nützliche
Tipps. An Ständen aus dem gesamten
deutschsprachigen Raum können sich
die Besucher über die Fülle an Angeboten, aber auch über Ausrüstung und organisierte Reisen informieren. Eröffnet
wird die Messe auch in diesem Jahr wieder mit einer Sternwanderung gen St.
Jacobi und dem Gottesdienst um 11 Uhr.
Einen Tag zuvor, am 20.2. sind Pilgernde zu dem Symposium „Echt werden“ eingeladen. Vorträge von Theologen, Journalisten, Religionssoziologen
und Medizinern werden das Pilgerthema aus vielen Perspektiven beleuchten.
Beginn ist um 11 Uhr in der Dänischen
Seemannskirche. Anmeldung im Pilgerbüro St. Jacobi unter Tel. 30 37 37 13
oder per Mail unter pilgern@jacobi.de
Weitere Informationen im Internet unter
www.pilgern-im-norden.de
EMPFOHLEN
Zum Ausprobieren: Das besondere Angebot
der Hamburger Kirchen
:: Bei der Mittagstischlesung bittet die Katholische Akademie Hamburg einmal im Monat an
die lange Tafel. In Anlehnung an die klösterliche
Tradition wird dann immer um 12.30 Uhr zum
Essen vorgelesen. Und zwar von einem besonderen Gast, der etwas vorträgt, was er selbst ausgesucht hat – eine Erfrischung in der Mitte des Tages für Körper und Geist. Im Anschluss daran ist
Gelegenheit zum Gespräch. Die Veranstaltung
dauert etwa eine Stunde.
Am 26. Februar ist Christoph Lieben-Seutter,
Generalintendant der Elbphilharmonie, Gast und
Vorleser. Am 18. März kommt die Schriftstellerin
Regula Venske. Um Anmeldung wird gebeten.
Kosten: Mittagstisch inklusive Wasser 7,50 Euro.
Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4, Anmeldung
unter Tel. 36 95 20 oder per E-Mail unter programm@kahh.de
AUSGESUCHT
Zum Hingehen und Zuhören: der besondere Tipp der
Redaktion
:: Noch bis zum 2. März lädt das außergewöhnliche
Festival „Lux aeterna“ zu einem Musikfest für die Seele.
Bei den insgesamt 25 Konzerten in Hamburger Kirchen,
der Laeiszhalle und weiteren Spielstätten liegt der
Schwerpunkt auf spiritueller und geistlicher Musik. So
stehen als Hinführung auf das Reformationsjubiläum
2017 vier der Konzerte und ein Tanzprojekt unter dem
Thema „500 Jahre mit Luther“ auf dem Programm.
Doch auch abseits des Luther-Jubiläums wird es in
zahlreichen Konzerten bedeutende geistliche Musik geben. Mit dem Tod Jesu beschäftigt sich beispielsweise
das Passionsoratorium von Telemann. Es wird am 24.
Februar vom NDR Chor und dem flämischen Baroque
Orchestra B’Rock in der Laeiszhalle aufgeführt.
Das gesamte Festivalprogramm ist im Internet zu finden unter
www.lux-aeterna-hamburg.de
Hamburger Abendblatt
6. Februar 2015
H IM M EL&ELBE
:: i n t e r v i e w
Dirk Hauer vom
Diakonischen Werk
Hamburg Foto:
Andreas Laible
S A B IN E T E S C HE
:: Dirk Hauer, 55, ist Fachbereichsleiter Migration und Existenzsicherung
beim Diakonischen Werk Hamburg.
Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Situation der Wohnungslosen und die Armut in der Stadt.
Hamburger Abendblatt: Wie gut ist die medizinische Versorgung für Menschen ohne
Papiere in Hamburg?
Dirk Hauer: Das, was diese Menschen in
den Mobilen Diensten der Caritas oder
den Praxen der Diakonie bekommen,
ist die Versorgung auf der Ebene einer
Notmedizin. Ärzte können höchstens
akute Schmerzzustände, Infektionen
Das Recht auf Minimalversorgung
oder Wunden behandeln. Chronische
Krankheiten oder Krebs und HIV werden nicht behandelt, und schwere Fälle werden nur in absoluten Notlagen
ins Krankenhaus überwiesen. Es ist
immer noch ein ungelöstes Problem,
wie die Kosten für stationäre Behandlungen erstattet werden sollen.
Was für eine Klientel kommt in die
kirchlichen Migranten-Praxen?
Hauer: Bei AnDOCken zum Beispiel
sind die Hälfte der Patienten Migranten ohne Papiere, die andere Hälfte
sind Zuwanderer aus Osteuropa, vor
allem Bulgaren und Rumänen. Zunehmend kommen Frauen mit nichtbetreuten Schwangerschaften.
Warum ist es sinnvoll, auch mit mobilen
Krankenfahrzeugen unterwegs zu sein?
Hauer: Der große Vorteil ist, dass man
so direkt Orte anfahren kann, an denen Obdachlose leben. Diese Menschen haben große Schamgrenzen und
Hemmungen, in normale Arztpraxen
zu gehen. Und dort sind sie auch nicht
wohlgelitten. Sie werden so besser aufgefangen.
Welchen Anspruch auf medizinische
Versorgung hat ein Mensch ohne Krankenversicherung (KV)?
Hauer: Deutsche Obdachlose bekommen ohne Weiteres einen KV-Schutz,
ebenso anerkannte Flüchtlinge. Bei
den Menschen aus Osteuropa sind wir
gemeinsam mit der Sozialbehörde der
Auffassung, dass man hier stärker die
Krankenkassen in die Pflicht nehmen
müsste. Wir gehen davon aus, dass die
allermeisten dieser Menschen KVSchutz haben könnten, erst recht,
wenn ausstehende Beiträge nachgezahlt werden. Aber die Krankenkassen
wollen diese Klientel nicht haben.
Menschen ohne Papiere sind zwar
6. Februar 2015
Hamburger Abendblatt
Ohne die kirchlichen Praxen für Migranten hätten die
Behörden ein riesiges Gesundheitsproblem, sagt
Migrations-Experte Dirk Hauer von der Diakonie Hamburg
nicht krankenversichert, aber laut
Asylbewerberleistungsgesetz haben
sie ein Anrecht auf eine Minimalversorgung, also bei akuten Krankheiten
und Notfällen. Das Problem ist, dass
sie ihren Anspruch schwer durchsetzen können, weil sie illegal hier sind.
Wer sich outet, gerät in Gefahr, abgeschoben zu werden. Deswegen plädieren die Kirchen und Wohlfahrtsverbände seit Jahren für einen anonymisierten Krankenschein. Das wäre die
einfachste Lösung.
Warum gibt es den anonymisierten
Krankenschein noch nicht?
Hauer: Die Sorge der Politik ist, dass
der zu teuer werden könnte. Dass zu
viele dann diesen Schein in Anspruch
nehmen würden. Diese Befürchtung
ist nicht von der Hand zu weisen, aber
unsere Studie aus dem Jahr 2009 hat
gezeigt, dass in Hamburg schätzungsweise zwischen 6000 und 22.000 Illegale leben – die Zahl der Kranken darunter wäre für die Stadt sicher tragund finanzierbar.
Warum gibt es keine staatlichen Stellen, die helfen, dürfen die nicht?
Hauer: Generell ist helfen erlaubt, auch
für die allermeisten staatlichen Stellen. In Frankfurt wird eine Praxis direkt vom Gesundheitsamt betrieben.
Aber in Hamburg ist es faktisch so,
dass die Versorgung von Menschen ohne Papiere von Ärzten weitgehend ehrenamtlich durchgeführt wird. Das ist
derzeit auch bei den Flüchtlingsunter-
künften häufig so. Die staatliche Gesundheitsversorgung ist da nicht ausreichend. Das Problem in den Flüchtlingsunterkünften ist, dass nicht nur
zu viele Menschen dort leben, sondern
dass zunehmend Menschen kommen,
die schwer krank sind. Die sind traumatisiert oder kommen mit Schussverletzungen oder Querschnittslähmungen. Die Anzahl der Suizidversuche in der Erstaufnahme ist erschreckend. Damit sind die Sozialarbeiter
vor Ort hoffnungslos überfordert. Man
bräuchte dort mehr bezahlte Ärzte
und Trauma-Therapeuten.
Ohne die kirchlichen Helfer
würden die Hamburger
Behörden ziemlich auf dem
Schlauch stehen.
Migrations-Experte Dirk Hauer
Was würden die Hamburger Behörden
ohne die kirchliche Hilfen machen?
Hauer: Die Behörden würden ziemlich
auf dem Schlauch stehen. Wir hatten
im Februar ein relativ großes Problem
in der Flüchtlingserstaufnahme, weil
dort die Bewohner lange auf ihre
Krankenversicherungskarten warten
mussten und so nicht in eine normale
Praxis gehen konnten. Diese Menschen waren also nicht versorgt, deswegen sind Ärzte aus Kirchengemeinden eingesprungen und haben den
Hamburger Senat und die Innenbehörde damit vor Eilverfahren vor dem
Sozialgericht gerettet, die die Stadt garantiert verloren hätte.
Was für Menschen sind diese ehrenamtlich tätigen Ärzte?
Hauer: Es sind zumeist Ärzte mit einem hohen ethischen und moralischen Engagement. Sie verstehen ihren Beruf nicht nur als Möglichkeit
Geld zu verdienen, sondern sehen ihn
auch verbunden mit einer sozialen
Verantwortung.
Gibt es genügend Fachärzte, die mit den
ehrenamtlichen zusammenarbeiten, also zum Beispiel kostenlos weiter behandeln?
Hauer: Nein, wir haben nicht genügend
Fachärzte, die weiter behandeln. Der
größte Engpass ist derzeit bei Gynäkologen.
Und darf ein Arzt die Behandlung ablehnen, wenn ein Mensch ohne Papiere
in seine Praxis kommt?
Hauer: Wenn es kein Notfall ist, kann
der Arzt rechtlich gesehen ablehnen,
das ist dann eine ethisch-moralische
Frage. Und manche Einrichtungen
müssen das auch machen, weil sie
sonst überrannt werden.
Welche Risiken gehen die ehrenamtlich
tätigen Ärzte ein, gibt es einen rechtlichen Schutz?
Hauer: Das einzige Risiko, das Ärzte
eingehen ist, dass sie ihre Leistung
nicht bezahlt bekommen. Rechtliche
Konsequenzen hat ihr Handeln nicht.
Und sie sind nicht verpflichtet, irgendwelche Daten an Behörden weiterzuleiten. Also Ärzte machen sich nicht
strafbar. Wenn es zu einer Falschbehandlung kommt, greift wie sonst auch
die Haftpflichtversicherung.
7
HIMMEL&ELBE
:: s c h w e r p u n k t
Die Arbeit bei AnDOCken erdet
:: In der Großpraxis, in der Dr. Dagmar Liebler arbeitet, gibt es High-TechGeräte vom Feinsten. Hochauflösende
Ultraschallgeräte, die jeden Zentimeter
des Fötus im Bauch erfassen. Die Frauen, die die Gynäkologin bei ihrer Arbeitsstelle in einem feinen Hamburger
Stadtteil betreut, erhalten die volle Diagnostik während ihrer Schwangerschaft, darauf ist die Praxis spezialisiert.
„Es ist ein Stück weit Luxusmedizin, die
wir da betreiben. Denn einige Untersuchungen werden von der Krankenkasse
nicht bezahlt, aber den Frauen sind sie
dennoch wichtig“, sagt Dagmar Liebler.
Einmal im Monat arbeitet sie an ihrem freien Tag bei AnDOCken, der Ärztlichen und Sozialen Praxis für Menschen ohne Papiere. In der Einrichtung
der Diakonie Hamburg werden Frauen
kostenfrei behandelt. Sie kommen mit
Infektionen im Genitalbereich oder Eierstockentzündungen und natürlich
sitzen auch viele Schwangere im einfach möblierten Wartebereich. „Die
Frauen kommen jedoch meistens erst,
wenn die Schwangerschaft schon sehr
weit fortgeschritten ist“, sagt Liebler.
Statt großer Diagnostik gehe es bei ihnen oft nur darum, den Geburtstermin
und das Geschlecht zu bestimmen.
„Meine reguläre Arbeit ist sehr herausfordernd und macht mir großen
Spaß, aber die Arbeit bei AnDOCken erdet mich immer wieder“, sagt Dagmar
Liebler. Ihr Chef findet ihr soziales Engagement gut. Doch der Kontrast ist
groß. Laboruntersuchungen, Blutdruckmessen, Kostenübernahmen klären, auch das gehört zu ihrer Aufgabe
bei AnDOCken – in der anderen Praxis
machen das die Helferinnen. In die soziale Praxis in Altona kommen überwiegend illegal in Hamburg lebende Afrikanerinnen, Osteuropäerinnen und Südamerikanerinnen. Diese Patientinnen
seien herzlich, nicht anspruchsvoll und
vor allem sehr dankbar. „Die bringen
uns sogar kleine Geschenke mit“, sagt
die Ärztin, die mit ihrer Arbeit der festangestellten Gynäkologin Teresa Steinmüller hilft.
Nach dem Abitur wäre Dagmar
Liebler am liebsten in die Entwicklungshilfe gegangen. Sie hat eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht
und dann erst Medizin studiert. Mit ihrem Mann hat sie in Madrid und Mailand gewohnt. Die 44 Jahre alte Katholikin liebt Sprachen und andere Kulturen. Deswegen habe sie sich auch sofort
auf die Anzeige im Ärzteblatt beworben,
als eine ehrenamtlich tätige Ärztin für
AnDOCken gesucht wurde. „Das ist für
mich ein guter Ersatz zum unerfüllten
Traum des Entwicklungsdienstes“, sagt
Dagmar Liebler. Denn mit drei Kindern
zwischen sechs und 13 Jahren sei der
nicht mehr zu verwirklichen.
Schon für den einen Tag Dienst im
Monat für AnDOCken muss sie gut organisieren – ihr Mann arbeitet unter
der Woche in Frankfurt. „Aber ich opfere gern meinen freien Tag. Diese Arbeit
finde ich sehr erfüllend. Denn denen zu
helfen, die wirklich krank sind, ist doch
der Grundgedanke der Medizin“, sagt
sie. Dieser Gedanke gehe in der heutigen Luxusmedizin manchmal leider unter. (Sabine Tesche)
Dagmar Liebler untersucht eine Schwangere Foto: Marcelo Hernandez
Ein Arzt mit Fluchterfahrung
:: Vor dem Behandlungszimmer in
der chirurgischen Ambulanz des Marienkrankenhaus warten Patienten, die
aus Ghana oder Togo, Vietnam oder Venezuela, Serbien oder Bulgarien stammen. Es sind Menschen, die weder gültige Aufenthaltspapiere noch eine
Krankenversicherung haben. Deswegen
kommen sie in die Sprechstunde der
Malteser Migranten Medizin. Hier werden sie kostenlos behandelt. Drei ehrenamtlich tätige Ärzte sind Donnerstag nachmittags im Wechsel für sie da.
Dr. Hubertus-Eberhard Zimmermann
bei der Arbeit in der
Sprechstunde der
Malteser Migranten
Medizin mit einem
Patienten
Foto: Jürgen Joost
mermanns Ehrgeiz geweckt. In Hamburg gab es das Angebot noch nicht. Er
wandte sich an die Malteser, und nachdem ein Raum im Marienkrankenhaus
gefunden war, startete er die Sprechstunde zusammen mit Dr. Helgo MeyerHamme, später kam Detlev Niebuhr als
dritter Mediziner dazu.
Die Nöte der Patienten sind oft
groß. „Ich erinnere mich an einen alten
Mann aus Kasachstan, der zu mir in die
Sprechstunde kam. Sein Bein war amputiert worden, weitere Behandlung
war nötig, aber er hatte die Operation
noch nicht abbezahlt“, sagt HubertusEberhard Zimmermann. Wo er kann,
versucht er dann zu helfen. Er bittet
Kollegen um kostenlose Weiterbehandlungen, wenn seine Mittel ausgeschöpft
sind. Viele seien sehr offen und entgegenkommend, übernehmen etwa kostenlos Laborarbeiten. Aber es gibt auch
einige wenige, die solche Hilfe ablehnen. Die Flüchtlinge haben hier nichts
zu suchen, habe man ihm schon entgegnet, so der Arzt.
Diese Menschenverachtung kann
er nicht nachvollziehen. Seine Motivation liegt für ihn, der inzwischen auch
wieder als Praxisvertretung arbeitet, in
seiner eigenen Lebensgeschichte. In
Königsberg geboren, floh er als Sechsjähriger mit seiner Mutter und zwei Geschwistern während des Krieges in den
Westen. „Ich erlebte Not und sah meine
Mutter betteln gehen“, sagt der Vater
zweier erwachsener Kinder. Für ihn
steht fest: „Ich habe das Glück gehabt,
etwas zu erreichen und tue deshalb gern
etwas für die, die nicht so gute Chancen
haben.“ (Ann-Britt Petersen)
6
Hamburger Abendblatt
Einer von ihnen ist Dr. Hubertus-Eberhard Zimmermann.
„Meist geht es erst einmal darum,
Diagnosen zu stellen oder Schmerzen
zu lindern, auch Schwangere beraten
wir“, sagt der Internist. Seine Frau Brigitte assistiert ihrem Mann. Sie kümmert sich um die Patientenakten, die oft
mit falschen Namen versehen werden.
„Viele wollen anonym bleiben, sie bekommen dann von mir einen Namen,
damit ich sie anreden kann“, sagt der 75
Jahre alte Arzt.
Im Jahr 2007 begann er mit der ehrenamtlichen Arbeit. „Ich suchte wieder eine Beschäftigung. Denn zuvor
hatte ich 30 Jahre und zwei Monate in
meiner Praxis in Bahrenfeld gearbeitet,
dann musste ich aufgrund der damaligen Gesetze mit 68 Jahren aufhören“,
sagt Hubertus-Eberhard Zimmermann.
Doch der tatkräftige Mediziner konnte
nicht zu Hause sitzen und nichts tun.
Als ein Darmstädter Kollege ihm von
seiner Arbeit in der dortigen Malteser
Migranten Medizin erzählte, war Zim-
6. Februar 2015
H IM M EL&ELBE
:: s c h w e r p u n k t
der Luxusmedizin
Dr. Stanislaw
Nawka behandelt
einen Obdachlosen
für viele ehrenamtliche Helfer
Erzählung nicht her. Für uns wäre es
hilfreich und notwendig, gerade über
die ungeliebten Rollen nachzudenken:
Wer oder was sind wir eigentlich wirklich, wenn wir diese Erzählung in die
heutige, etwas komplexere Welt übersetzen? Wir wollen barmherzig sein
und ab und an gelingt es. Aber wie oft
gehen wir an Menschen vorbei, weil es
einfach nicht passt, in dem Sinne
Mensch zu sein, wie es die Erzählung
zeigt? Oder wie oft gehen andere an uns
selbst vorbei? Und – um noch einmal in
eine ganz andere Richtung zu schauen –
gehören wir tatsächlich nicht eher zu
den Räubern, die gerade den Armen die
Perspektive nehmen, die für uns selbst
so selbstverständlich ist? In der Realität
mischen sich die Rollen, die in der Erzählung so sorgfältig getrennt scheinen.
Diese Erzählung will keine Moral
predigen, dann wäre sie missverstanden. Sie will verstören, sie will uns aufzeigen, wer wir sind. Und sie will uns
zum Nachdenken bringen über das, was
wir tun könnten und können, damit diese Welt bewohnbarer wird und damit
der Mensch nicht des Menschen Feind
bleibt.
Wenn diese Erzählung eine Botschaft hat, dann diese: Es geht nicht um
ein bisschen mehr Menschlichkeit, sondern um ein ganz anderes Verständnis
davon, was Menschlichkeit bedeutet.
Und sie zeigt, dass sich das leben lässt,
zumindest in Annäherungen. Damals
wie auch heute.
Der Autor ist Leiter der Abteilung Diakonie und
Bildung beim Kirchenkreis Hamburg-Ost
Die Mobile Hilfe der
Caritas ist auf eine
Notversorgung der
Patienten eingerichtet. Seit 18
Jahren macht der
Arzt dort mit
Fotos: Jürgen Joost
6. Februar 2015
Hamburger Abendblatt
Mit Herz und Seele dabei
::
Am Mittwochmorgen könnte Dr.
Stanislaw Nawka Rechnungen schreiben, Briefe diktieren, Geld verdienen
oder einfach faulenzen. Denn an diesem
Vormittag hat der Allgemeinmediziner
immer praxisfrei. Stattdessen steht er
früh auf, trifft sich mit dem Team der
Mobilen Hilfe der Caritas und fährt die
Treffpunkte der Obdachlosen ab. Dort
stehen die Patienten schon Schlange.
Hauterkrankungen, Infektionen, Magenschmerzen und offene Wunden –
das sind die häufigsten Krankheiten, die
der Arzt sieht. Der Behandlungsraum
im Kleinbus ist sehr beengt, die medizi-
nische Ausrüstung auf Notversorgung
ausgerichtet, manche der Patienten haben sich seit Tagen nicht gewaschen.
Doch Nawka mit seiner zupackenden
und offenen Art liebt diese Tätigkeit mit
den Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. „Ich kann mit den Obdachlosen oft direkter reden als mit Patienten in meiner Praxis in Bergstedt.
Dort bin ich eher ein Mediziner, der mit
dem Verstand arbeitet. Hier bin ich
mehr mit der Seele dabei. Und ein offenes Ohr ist hier manchmal wichtiger
als helfende Hände“, sagt der gläubige
Katholik. Als Christ fände er es zudem
wichtig, ein Zeichen zu setzen. „Ich will
nicht Nächstenliebe predigen, sondern
praktizieren.“
Zu dem Ehrenamt kam Dr. Nawka
durch Zufall. Vor 18 Jahren, als die Mobile Hilfe noch ganz am Anfang stand,
bat ihn ein Kollege darum, ihn bei einem Dienst zu vertreten. Nawka machte damals eine Krise durch, lebte in
Trennung von seiner Frau und suchte
nach einem neuen Lebensinhalt. „Da
passte die Obdachlosenhilfe sehr gut.“
Seitdem ist er jeden Mittwoch dabei.
„Ich könnte mir ein Leben ohne dieses
Ehrenamt nicht mehr vorstellen, das
macht einfach Spaß, und ich fühle auch
eine moralische Verpflichtung zu helfen
und meine Erfahrung an andere Ärzte
weiterzugeben“, sagt der 54-Jährige,
der an diesem Tag eine junge Kollegin
dabeihat. Sie will künftig regelmäßig
mitarbeiten.
Die Medizin der Mobilen Hilfe ist
eine jenseits von Hightech, privaten Zusatzleistungen und Punktesystem. Sie
ist nicht so strukturiert und berechenbar. Und genau das findet Nawka entspannend. „Ich muss nicht bei jedem
Patienten darüber nachdenken, welche
Ziffer ich abrechnen muss.“ Außerdem
seien die Obdachlosen weniger anspruchsvoll und gleichzeitig sehr dankbar. „Das gibt es im Praxisalltag sonst
wenig“, sagt der Vater dreier Kinder. Inzwischen hat er eine Doktorarbeit über
die „Morbidität obdachloser Menschen
in Hamburg“ geschrieben, hält Vorträge
zum Thema und engagiert sich zudem
als medizinischer Berater beim Hamburger Verein „steps for children“, der
Kinderprojekte in Namibia durchführt.
Nawka ist im ostsächsischen Bautzen mit zehn Geschwistern aufgewachsen, gehörte dort zur slawischen Minderheit. „Teilen, Verantwortung übernehmen und Unterstützung der Schwächeren wurden mir in die Wiege gelegt“,
sagt der Mediziner. Sein Engagement
blieb nicht unbemerkt. Er wurde mit
dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. (Sabine Tesche)
5
Eine Berufung abseits
Ihr Beruf ist anstrengend und
hoch technisiert. Was reizt Ärzte
daran, in ihrer knappen Freizeit in
engen Kleinbussen und mit
einfachsten Mitteln ehrenamtlich
Obdachlose und Migranten zu
behandeln? Wir stellen vier dieser
Mediziner vor
Zahnarzt Urs
Kühne vor dem
Innenraum des
Zahnmobils
Fotos:
Patrick Piel
Der barmherzige Samariter
Die Geschichte über den Mann aus Samaria ist das biblische Vorbild f
T H E O CH R I S TIA NS EN
D
Helfen als Gebot der Menschlichkeit
:: Ein- bis zweimal im Monat tauscht
Zahnarzt Dr. Urs Kühne seine modernen Praxisräume in Hamburg-Bahrenfeld gegen einen engen Behandlungsraum auf vier Rädern. Im Zahnmobil
der Caritas versorgt er Menschen, die
trotz quälender Schmerzen in keine
Praxis gehen können. Sie haben keine
Dr. Urs Kühne und Zahnarzthelferin
Verena Bartels behandeln eine Patientin
4
Krankenversicherung und leben auf der
Straße. Für sie ist er ehrenamtlich da.
An festgelegten Terminen in der
Woche parkt das Zahnmobil vor unterschiedlichen Einrichtungen der Obdachlosenhilfe. Ausgestattet ist die rollende Mini-Praxis mit einem Behandlungsstuhl und den wichtigsten Instrumenten zur Zahnbehandlung. Unterstützt werden die ehrenamtlich tätigen
Zahnärzte wie Urs Kühne von einer
Zahnarzthelferin und dem Fahrer des
Wagens, der mit den vor dem Auto wartenden Patienten Vorgespräche führt.
„Wir können Zahnfüllungen machen,
müssen aber auch oft Zähne ziehen“,
sagt Urs Kühne. Weil es kein Röntgengerät gibt, verlässt er sich bei seiner Arbeit auf seine Erfahrung.
Und die besitzt der 55-Jährige
reichlich, vor seinem Studium machte
er eine Ausbildung zum Zahntechniker.
ie Geschichte aus dem
Lukas-Evangelium
ist
schnell erzählt: Ein nicht
sehr wohlhabender Reisender wird unterwegs
überfallen, zusammengeschlagen, ausgeraubt und verwundet
liegen gelassen. Zwei, die eigentlich helfen müssten, gehen wenig später vorbei,
ohne sich zu kümmern. Ein Dritter, von
dem so Recht niemand erwarten kann,
dass gerade er hilft, tut genau das – und
das mit großer Umsicht. Er verbindet
den Verwundeten, bringt ihn in eine
Unterkunft, wo er versorgt wird, zahlt
für ihn und verspricht, auf dem Rückweg noch einmal vorbeizuschauen.
So etwas geschieht zum Glück nicht
so selten. Was aber ist dann das Besondere an dieser Erzählung, dass sie zu
den bekanntesten biblischen Überlieferungen wurde und sich bis heute sogar
ganze Organisationen nach dem Mann
aus der Provinz Samaria benennen, der
hier so direkt und ohne Zögern hilft?
Es ist zweierlei: Zum einen ist sie
eine Lehr-Erzählung. Sie antwortet auf
die Frage, was es eigentlich braucht, damit Leben gelingen kann. Und sie antwortet damit, dass das Leben von Menschen nur gelingen kann, wenn wir uns
anrühren lassen davon, dass Menschen
auf uns angewiesen sind. In der Erzählung heißt es, dass es dem Mann aus Samaria „durch und durch“ ging, als er den
Überfallenen so liegen sah. Wenn mir
etwas „durch und durch“ geht, dann
möchte ich nur noch, dann kann ich nur
„Nach 20 Jahren in der zahnmedizinischen Versorgung hatte ich das Gefühl,
das kann nicht alles sein“, so der zweifache Vater. Zuerst dachte er daran, in die
Entwicklungshilfe zu gehen. Dann stieß
er auf das Angebot der Caritas. „Ich
wollte meine Qualifikation für Menschen einsetzen, die absolut hilfsbedürftig sind“, sagt der gebürtige Schweizer. Seine freiwillige Arbeit ist für ihn
eine „Herzensangelegenheit“, ein Gebot der Menschlichkeit. „Jeder kann in
die Situation kommen, in der er Hilfe
benötigt, dann braucht unsere Gesellschaft Menschen, die sich engagieren“,
sagt Kühne. Bei der Arbeit im Zahnmo-
noch das tun, was meine Menschlichkeit ausmacht: dem anderen ein Mitmensch sein. Ohne Ausreden, ohne Zögern, ohne Verweis auf andere, ohne eigenen Schutz. Das drückt sich in dem
etwas altmodisch daherkommenden
Wort „Barmherzigkeit“ aus.
Barmherzig sein bedeutet, sich
nicht mehr zu schützen vor dem anderen und auch nicht vor dessen Not, sondern das eigene Herz zu öffnen, sich anrühren zu lassen. Dann, so die Erzählung, geschieht das, was biblisch „Gottes
Wille“ genannt wird: dem anderen
Menschen ein Mensch sein, ohne Wenn
und Aber. Das wäre der Himmel auf Erden, buchstäblich. Und weil alle spüren,
dass das so wäre, ist diese Erzählung
vom „barmherzigen Samariter“ so bekannt geworden.
Aber es gibt noch einen anderen
Grund. Man kann diese Geschichte
nämlich aus verschiedenen Perspektiven hören und sich selbst schnell einfinden. Die Rolle, in der man sich am
wohligsten einrichten kann, ist die des
Samariters. Denn noch bevor die Geschichte zu Ende ist, wird erkennbar: Er
macht alles richtig. In der Rolle derer,
die – aus welchen Gründen auch immer
– an dem Verletzten vorbeigehen, mag
sich niemand sehen. Dann schon eher
in der Rolle des Hoteliers, der gegen
Geld professionell hilft. Der Überfallene selbst und die Räuber bleiben meist
unberücksichtigt.
So ist schnell klar, wer hier gut und
wer böse ist, mit wem man sich identifizieren kann und an wem man sich erbauen mag. Aber Vorsicht: Das gibt die
bil wird die Verständigung manchmal
zur Hürde, denn viele Patienten stammen aus dem Ausland. „Was mich immer wieder erschreckt, sind die vielen
jungen Menschen, darunter etliche
Flüchtlinge, die auf der Straße leben“,
sagt Kühne. Aber auch Deutsche, die
nach einer gescheiterten Selbstständigkeit keine Krankenversicherung mehr
haben, gehören zur Klientel. Allen begegnet Kühne mit Mitgefühl und Respekt. Nach der Behandlung sind viele
Patienten „unendlich dankbar, dass ihnen so schnell und unbürokratisch geholfen wurde“. Und das ist für Urs Kühne der schönste Lohn. (A.-B. Petersen)
Hamburger Abendblatt
6. Februar 2015
H IM M EL&ELBE
:: b e g e g n u n g
„Ich würde sehr gern glauben“
Schauspielhauschefin Karin Beier wurde katholisch erzogen. Sie unterstützt als Intendantin das diakonische Projekt
„New Hamburg“ auf der Veddel. Doch ihr Verhältnis zur Kirche und zum Christentum ist ambivalent
Karin Beier, Intendantin des Deutschen Schauspielhauses in ihrem Büro im Theater Foto: Roland Magunia
D
AR MGAR D SEEGER S
as Theater und die
Religion, beide Jahrtausende alt, standen
einander stets konträr
gegenüber, auch wenn
manch einer behauptet,
beide benötigen Ähnliches: die
Illusion und die Inszenierung. Der Ursprung des Theaters ist ein religiöser.
Einige Autoren führen ihn bis in die
Vorgeschichte der Menschheit zurück
im Sinne der kultischen und rituellen
Inszenierung des Jagdzaubers. Aber
man muss gar nicht so weit zurückgehen in der Geschichte, um zu begreifen,
wie sehr Messe und Vorstellung, Passionsspiele und Inszenierungen miteinander verwandt sind. So kennen sich
Theaterleute und Regisseure oft gut aus
in der Liturgie, in Kirchenkunst und
biblischen Geschichten. Das gilt auch
für Karin Beier, die Intendantin des
Schauspielhauses, die seit zwei Jahren
in Hamburg lebt.
Geboren und aufgewachsen ist Karin Beier in Köln, einer sehr katholischen Stadt. Seit 313 gibt es hier ein Erzbistum. Die Zeit im Kindergarten, in der
Grundschule und auf dem Gymnasium
hat Karin Beier mit Nonnen verbracht.
Ihr Elternhaus dagegen war „eher unchristlich“, wie die Schauspielhauschefin erzählt. Ihre Mutter ist Engländerin, von Geburt an anglikanisch, ihr
Vater erklärter Atheist, der seinen Kindern scherzhaft erzählte: „In der Hölle
ist es gut, da gibt es Bratwürstchen.“
Dennoch ist ihr Vater immer noch Mitglied der Kirche, es sei „sein Beitrag zur
Kultur“. Karin Beiers Mutter ist, als die
Tochter auf der Grundschule war, zum
Katholizismus konvertiert – hat inzwischen jedoch eine kritische Distanz
zum katholischen Glauben entwickelt.
„Damals war ihr das wichtig“, sagt Bei6. Februar 2015
Hamburger Abendblatt
er. Die katholisch erzogene, getaufte
Tochter und spätere Regisseurin und
Intendantin, die zur Erstkommunion
und zur Firmung ging, die im weißen
Kleid vor dem Altar geheiratet hat, ist
dagegen vor zwei Monaten aus der Kirche ausgetreten: „Ich bin kein gläubiger
Mensch“, sagt Beier, „ich würde mich
eher als Atheistin bezeichnen. Aber ich
glaube an die Kraft von Ritualen. Da besteht eine Nähe zwischen Kirche und
Theater. Ich möchte aber mit einer institutionalisierten Kirche nichts mehr
zu tun haben. Wobei die christliche Kirche in ihrem gegenwärtigen Entwicklungsstadium unter den institutionalisierten Weltreligionen sicher noch zu
den relativ harmlosen zählt.“
Das Beten gehörte zu ihrem Alltag
in der katholischen Schule
Die Kirche gehörte zu Karin Beiers
Leben, seit sie denken kann. Ernsthaft
auseinandergesetzt mit ihr hat sie sich
lange Zeit nicht. „In der Schule wurde
jeden Morgen gebetet“, sagt die 49-Jährige, „von Klasse zehn an durften wir
dann entscheiden, ob man aufsteht und
mitbetet oder nicht. Aber das Beten gehörte zum Unterricht.“ Erstaunlich findet sie, dass aus fast allen Schülerinnen,
die diese Schmiede christlicher Werte
durchlaufen haben, Karrierefrauen geworden sind. Später gab es in Köln einen Jesuitenpater, den sie häufig besucht hat und in dessen Messen sie oft
gegangen ist. „Er war ein sehr ungewöhnlicher Mann, ein Intellektueller.
Natürlich eckte er immer wieder bei
Kardinal Meissner an, weil er sehr unangepasst war.“ In der Kirche suchte sie
Besinnung, Einkehr, Ruhe. „Ich kenne
die Rituale seit meiner Jugend.“ Dort
sei ihr alles vertraut.
Auch wenn sie sich als Atheistin
sieht, hat Karin Beier offenbar eine
emotionale Nähe zur christlichen Reli-
gion und ist somit auch nicht frei von
inneren Widersprüchen. Beispielsweise
wenn sie sagt, das Wichtigste am Christentum sei für sie der Begriff der Gnade.
Das Verzeihen und auf Rache verzichten zu können.
„Und wenn ich die christliche Religion betrachte, finde ich den mit Abstand wunderbarsten Gedanken darin,
dass sie das Göttliche ins Diesseits, in
den Menschen holt. Damit überträgt sie
dem Menschen eine unantastbare Würde und nicht widerrufbare Verantwortung“, sagt Karin Beier.
Deshalb setzt das Schauspielhaus
beispielsweise mit dem Projekt „New
Hamburg“ auch auf die Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften.
Seit zwei Jahren arbeitet das Theater
mit Organisationen und Bewohnern daran, die Veddel und ihren kulturellen
Reichtum zu feiern und den Raum der
Immanuel-Kirche zu einem Ort für alle
zu machen. „Auf der Veddel haben 80
Prozent der Bewohner einen Migrationshintergrund. Wir haben 75 Veranstaltungen dort gemacht, Theater, Museen, Orchester etabliert. Das war eine
mühselige Straßenarbeit und ist zu einer Art Vorzeigeprojekt geworden.“
Trotzdem ist Karin Beier auch davon überzeugt, dass unsere moderne
Gesellschaft mehr als durch christliche
Werte von der Aufklärung geprägt wurde. Natürlich gäbe es ein paar grundlegende Verabredungen aus den zehn Geboten, die unverrückbar seien. „Ich
brauche aber keine zehn Gebote, um zu
In der christlichen Religion
finde ich den wunderbaren
Gedanken, dass sie das Göttliche
ins Diesseits holt.
Karin Beier
wissen, dass ich meinen Nächsten nicht
umbringen soll“, sagt sie, „das ist doch
selbstverständlich, dass man nicht
raubt und betrügt. Und diese Regel besteht wohl in jeder Religion.“ Dort allerdings, „wo derzeit in der Welt Unrecht
geschieht, hat das oft mit fehlender Aufklärung zu tun“.
Aufklärung ist Beier wichtiger als
Religion. „Ich bin eine Verteidigerin säkularer Werte. In einer Zeit, wo Gewalttaten aus angeblich religiösen Motiven
begangen werden, wird deutlich, wie
wichtig es ist, Werte wie Vernunft, Toleranz und Gleichberechtigung zu verteidigen.“
Für die Leiterin des Schauspielhauses ist
Aufklärung wichtiger als Religion
Sie wünscht sich sehr, dass ihre
kleine Tochter sich einmal für Politik
interessiert. „Damit sie sich engagiert
und unsere Werte verteidigt. Ich versuche ihr zu vermitteln, wie wichtig es ist,
verantwortlich zu handeln.“ Beiers
Tochter ist jetzt in dem Alter, in dem sie
zur Kommunion gehen sollte, aber die
Regisseurin konnte sich noch nicht dazu durchringen, sie dorthin zu schicken.
„Andererseits geht meine Tochter in
den Religionsunterricht. Ich bin da
nicht ganz konsequent.“ Froh ist Beier
darüber, dass die Tochter ihr noch nicht
die Gretchenfrage gestellt habe, jene
Frage, die Gretchen Faust stellt: „Nun
sag', wie hast du’s mit der Religion?“
„Ich wüsste nicht, wie ich darauf antworten sollte“, erklärt Karin Beier. Negativ beeinflussen wolle sie ihre Tochter auf keinen Fall. „Denn ich würde
sehr gern glauben“, sagt sie. „Möglicherweise geht es Menschen mit unerschütterlichem Glauben sehr viel besser. Vor allem in ihrem Verhältnis zu
Vergänglichkeit und Tod. Ich kann es
leider nicht. Ich glaube, dass nach dem
Tod das Nichts kommt.“
3
:: Ärzte haben einen sehr stressigen Beruf. In der
Klinik machen viele Überstunden, arbeiten im
Schichtdienst und häufig auch nachts. In der Praxis
behandeln manche Mediziner bis zu 70 Patienten
am Tag – das bedeutet alle paar Minuten ein neues
Gesicht, eine andere Diagnose. In den praxisfreien
Zeiten müssen viele Ärzte noch Verwaltungsarbeit
leisten. Eigentlich haben sie einen Job, der sie
ausfüllen müsste.
Dennoch gibt es Hamburger Ärzte, die noch
mehr von ihrem Beruf erwarten und deswegen in
ihrer mageren Freizeit Migranten und Obdachlose
ehrenamtlich behandeln – in kleinen mobilen Bussen oder einfach ausgestatteten Praxen. Eigentlich
sind es Patienten, die in den modernen Praxen
ungern gesehen werden – manche riechen unangenehm, sind alkoholisiert oder sprechen nur
wenig Deutsch.
Aber dennoch sei er bei der Arbeit mit diesen
Patienten noch mehr mit der Seele dabei, sagt der
Allgemeinmediziner Dr. Stanislaw Nawka. Er ist
einer von vier Ärzten, die wir in diesem Schwerpunkt porträtiert haben und die uns in ihrer selbstlosen Fürsorge an die biblische Figur des barmherzigen Samariters erinnern. Wir wollten von
ihnen wissen, warum sie sich für diese Menschen
am Rand der Gesellschaft einsetzen.
Für alle war die spontane Dankbarkeit ein
Hauptargument. In die Migrantenpraxen und zu
den mobilen Bussen kommen Menschen, die wirklich medizinische Hilfe benötigen. Bei der Arbeit
mit ihnen können Mediziner sich auf das besinnen,
warum sie ursprünglich einmal dieses Fach studiert haben: um Menschen zu helfen, die eine Behandlung fernab von Hightech, Privatleistungen
und Leistungskatalogen benötigen. Das erdet.
Ihre Sabine Tesche
SC H W ER P U NKT
über Ärzte, die sich trotz ausgefülltem
Berufsalltag zusätzlich ehrenamtlich engagieren, um Migranten und Obdachlosen zu
helfen. Vier Mediziner erzählen über ihre
Motivation. Dazu ein Essay über ein biblisches Vorbild: den barmherzigen Samariter
SEI TE 4 – 6
INT ERV IEW
mit Dirk Hauer, Fachbereichsleiter
Migration und Existenzsicherung beim
Diakonischen Werk Hamburg über die
medizinische Minimalversorgung für
Menschen ohne Papiere
SEI TE 7
Q U ER B EET
durch die Kirchenlandschaft mit einer
Empfehlung für Pilger, Veranstaltungstipps
zu einem Musikfestival und einer
Lesung, sowie Informationen zum Thema
Kirche und Geld.
Kolumne: Johann Hinrich Claussen
über das Erlernen einer neuen Sportart
und die Folgen
SEI TE 8
G L AU B ENS -A BC
mit der neuen Serie „Was machte eigentlich ...?“ Pater Martin Löwenstein SJ über
den ersten Hamburger Bischof St. Ansgar
SEI TE 9
T ER M INE & A D R ESS EN
im Februar und März. Außerdem: Der
Weltgebetstag blickt in diesem Jahr hinter
die Kulisse eines touristischen Traumziels.
Zum zentralen Gottesdienst lädt die
Hauptkirche St. Petri ein
SEI TE 1 0/ 1 1
IMPRESSUM
FA M IL IENZ EIT
2
„Himmel & Elbe“ ist eine Beilage des Hamburger
Abendblatts, der Evangelisch-Lutherischen Kirche und
der Katholischen Kirche in Hamburg
mit den wichtigsten Fragen und Antworten
dazu, wie Senioren ihr Leben aktiv gestalten
können
SEI TE 1 2
Redaktion
Verantwortlich: Sabine Tesche
Mitarbeit: Ann-Britt Petersen, Renate Kaufeld
Theologischer Beirat: Propst Johann Hinrich Claussen
Gestaltung: Andrea Riesch
Schlussredaktion: Galina Wallbaum
Titelfoto: Jürgen Joost
Redaktion: 040/34 72 22 87; E-Mail: sabine.tesche@abendblatt.de
www.abendblatt.de/kirchen
Nächste Ausgabe: 24. März 2015
Hamburger Abendblatt
Fotos: Lisa Frühbeis, Andreas Laible (3), WDPIC, Pilgerzentrum St. Jacobi, Marcelo Hernandez
Liebe Leserinnen, liebe Leser
INHALT
:: i n h a l t
EDITORIAL
HIMMEL&ELBE
6. Februar 2015
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