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Oberland
Dienstag
10. Februar 2015
7
Rechte am
Wald besser
regeln
Oberländer
unter den
besten
OBERLAND In Interlaken
zogen Forstfachleute aus aller
Welt Bilanz zu zehn Jahren
Diskussion über die Frage, wie
weltweit die Nutzungs- und
Eigentumsrechte an Wald
am besten geregelt werden.
Die Schweiz und Indonesien
hatten im Jahr 2004 diesen
Prozess ebenfalls in Interlaken
angestossen.
LENK Gegen sechshundert
Schlittenhunde kämpften am
Wochenende um den Schweizer-Meister-Titel. Darunter
setzten sich auch zwei Oberländer durch. Rund 1500
Schaulustige verfolgten die internationalen Rennen bei besten Bedingungen.
Ziel des Treffens in Interlaken
war es, in einem Bericht Empfehlungen zuhanden der 11. Sitzung des UNO-Waldforums
vom kommenden Mai in New
York niederzuschreiben. Diese
Empfehlungen sollen die Weichen stellen für die künftige
Arbeit dieses UNO-Gremiums,
das auf den Umweltgipfel von
1992 in Rio de Janeiro zurückgeht. Klare Nutzungs- oder Eigentumsrechte im Wald sind
nach Angaben des Bundesamt
für Umwelt (Bafu) und der Direktion für Entwicklung und
Zusammenarbeit (Deza) des
Bundes zentral für die Erhaltung der Wälder und damit zum
Schutz des Klimas.
Diese beiden Institutionen
organisierten mit Unterstützung verschiedener Partner
das Treffen in Interlaken, an
dem rund 160 Forstfachleute
aus etwa 60 Ländern teilnahmen.
Simmentaler Bäuerten erklärt
Bafu und Deza organisierten für
die Forstfachleute auch drei verschiedene Exkursionen ins Berner Oberland respektive ins Emmental. Eine führte nach Boltigen. Dort erklärte ein einheimischer Forstingenieur den Forstfachleuten aus aller Welt das
Wesen der sogenannten Bäuerten. Das sind oft jahrhundertealte Korporationen, die im Kollektiv die Nutzung von Wald oder
Weiden oder von beidem organisieren.
Die teilnehmenden Forstfachleute aus aller Welt nahmen die Erklärungen äusserst
interessiert auf, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Ein Fachmann aus Nepal wollte etwa genau wissen, ob die Bäuert, in
der der einheimische Forstingenieur für den Wald zuständig
ist, Gewinn macht und wie das
Verhältnis zur Einwohnergemeinde ist. Eine andere Exkursion führte zu Schutzwäldern
im Lauterbrunnental, die dritte zu einem Privatwaldbesitzer
im Emmental.
Christoph Dürr vom Bafu
sagte, sein Amt habe die Bäuerten den Forstfachleuten aller
Welt nicht als Musterbeispiel
darstellen wollen. Diese Bäuerten seien einfach eines von vielen möglichen Modellen für eine lokal gut abgestützte Waldnutzung.
Aussicht auf Erfolg
Laut Dürr sind am Treffen der
Forstfachleute in Interlaken die
Chancen intakt, dass am Ende
des Anlasses eine Empfehlung
formuliert werde, gemäss der die
Regierungen der beim UnoWaldforum mitmachenden Länder Nutzungs- und Eigentumsrechte an Wäldern klar regeln
sollen. Ein entsprechender Antrag für den Schlussbericht liege
vor, sagte Christoph Dürr in Boltigen.
Für ihn wäre es «ein grosser
Erfolg», wenn eine solche Empfehlung zustandekäme. In etlichen Ländern, etwa in Osteuropa, wehrten sich die Regierungen bisher gegen dezentrale Regelungen der Waldnutzungsund Waldeigentumsrechte. sda
Eine Augenweide. Dank dem Einsatz des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee zirkulieren wieder grosse Hechte zwischen
dem Naturschutzgebiet Jägglisglunte und dem Brienzersee.
zvg/Matthias Meyer
Geheimnisse aus den Tiefen
der beiden Oberländer Seen
UTB-JAHRBUCH Das Redaktionsteam Gisela Straub/Sibylle
Hunziker legt ein Jahrbuch 2014 des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee (UTB) vor. Verschiedene Autoren berichten
über Wasser und Höhlen, Pflanzen und Tiere, über Vergangenes
und Kommendes. Und über das «singende Dorf» am Brienzersee.
Der Schriftsteller Heinrich Federer (1866–1928) nannte Brienz,
wo er geboren wurde und seine
ersten Lebensjahre verbrachte,
das «grosse singende Dorf am
See». Peter Santschi schildert im
UTB-Jahrbuch, wie der Gesang
im 19. Jahrhundert zur touristischen Entwicklung beitrug und
in Brienz auch noch heute einen
hohen Stellenwert hat.
Bevor die Dampfschiffe auf
dem See auftauchten, ruderten
anmutige und sangeskundige
Schiffermädchen Reisende von
Brienz zu den Giessbachfällen.
Eine der schönen Schifferinnen
– Elisabeth Grossmann – wurde
als «la belle batelière de Brienz»
gar über die Landesgrenzen
hinaus bekannt. «Der Pflege des
Gesangs wurde in der Schule
Brienz grosse Bedeutung beigemessen», schaut Santschi zurück. Er erwähnt den Schulmeister Kehrli, der die Lieder
seiner Kinder mit dem Alphorn
begleitete und Geissenmilch
ausschenkte, um seine grosse
Familie durchzubringen. Santschi: «Die Erkenntnis, dass der
verheiratete Lehrer etwas mehr
verdienen sollte,als der ledige
Feldmauser, hatte sich damals
in der Gemeinde noch nicht
durchgesetzt.»
Die Jugend im «singenden
Dorf» geht nun schon seit über
30 Jahren neue musikalische
Wege. Peter Santschi erzählt vom
Brienzersee-Rockfestival, von
Airbäg, den Lausbuben aus dem
Luftschutzkeller, die den Nachwuchs-Prix-Walo gewannen, von
Container 6, der Band, die vom
Brienzer Baucontainer ins Zürcher Hallenstadion wechselte,
und von Katharina Michel: «Vom
Familiengesang am Abwaschbecken zum Musicstar im Schweizer Fernsehen». Die Schreibe ist
natürlich auch vom «Alpentainer» Marc A.Trauffer, der mit einem neuen «Brienzerpurli» seine
musikalische Kreativität ein weiteres Mal unter Beweis stellt.
Vom Lauf der Wässer
Der Geologe und Höhlenforscher
Philipp Häuselmann verrät Neues von den Höhlen zwischen Thunersee und Hohgant. Bekannt
sind momentan über 320 Kilometer Gänge. Der Autor zeigt auf,
wohin die Wässer, die im Untergrund verschwinden, fliessen:
• Die St.-Beatus-Höhlen entwässern das Gebiet Beatenberg–Nie-
Vermisster Mann tot
geborgen
LAUTERBRUNNEN Am
Sonntagmittag wurde ein
21-jähriger, im Kanton Bern
wohnhafter Slowake tot
aufgefunden. Er war seit
Samstagmittag als vermisst gemeldet gewesen.
Der Kantonspolizei Bern wurde
der Fund einer männlichen Leiche am Fusse einer Felswand
oberhalb des Weilers Steinhalte
in Lauterbrunnen am Sonntag
gemeldet. Die Einsatzkräfte von
Air-Glaciers, der SAC-Rettungsstation Lauterbrunnen sowie der
Kantonspolizei Bern konnten die
Person in der Folge aus dem
schwer zugänglichen und unwegsamen Gelände bergen.
Abklärungen ergaben, dass es
sich beim Verstorbenen um ei-
nen im Kanton Bern wohnhaften
21-jährigen Slowaken handelt.
Dieser war am Tag zuvor in der
Region als vermisst gemeldet
worden. Umfangreiche Abklärungen und Suchaktionen – unter anderem mit Helikopter und
Spürhunden – blieben ohne Erfolg.
Alleine unterwegs?
Nach bisherigen Erkenntnissen
muss laut der Regionalen
Staatsanwaltschaft Oberland
und der Kantonspolizei Bern
davon ausgegangen werden,
dass der Mann in der Nacht auf
Samstag alleine unterwegs war.
Die Todesursache ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen, Hinweise auf Dritteinwirkung liegen nicht vor. pkb
derhorn–Gemmenalphorn und
Oberberg–Bire.
• Die Sieben Hengste und der
Hohgant entwässern gegen den
Thunersee und kommen in der
unterseeischen Quelle des Bätterich und im Gelben Brunnen (Gemeinde Unterseen) wieder zum
Vorschein.
• Die Wässer der auf dem luzernischen
Boden
gelegenen
Schrattenfluh fliessen unter
dem Emmental hindurch und
kommen ebenfalls im Bätterich
und im Gelben Brunnen zum
Vorschein.
Zweimal Kanderdurchstich
«Ohne die Ableitung der Kander
in den Thunersee wäre Thun nur
das Zentrum der Region am unteren Thunersee. Dank des Kanderdurchstichs ist Thun eine
eidgenössisch geprägte Stadt»,
schreibt Guntram Knauer, der
ehemalige Thuner Stadtplaner,
in seinem Beitrag, in dem er aufzeigt, wie der Kanderdurchstich
die Entwicklung Thuns beeinflusste. Mit dem Kanderdurchstich befasst sich auch der als
Gletscher- und Eiszeitenforscher
bekannte
Christian
Schlüchter: «Die Umleitung der
Kander in den Thunersee – ein
geologisches
Langzeitexperiment».
Wasser wird umgeleitet, Wasser verschwindet. Silvio Keller
schrieb einen Nachruf auf den
Mühlekanal (das Entenärli) in
Interlaken.
Franz Rüegsegger (Matten) befasst sich in seinen zwei Beiträgen mit heimischen Pflanzen:
«Schmerwurz, Niele & Co. – Wissenswertes über einige unserer
Kletterpflanzen» und «Über die
floristische Bedeutung urbaner
Ruderalböden am Beispiel der
Bahnareale von Interlaken».
«Sogar Flöhe sind im Brienzersee einmalig», weiss Sibylle Hunziker und schildert, wie sich diese gegen Fische wehren (oder es versuchen). Heini Hofmann erinnert an
das Ruttnern, eine uralte Schneepfadtechnik. Und Ulrich Ammann
zeichnet die Geschichte des Hotels
Interlaken auf: «Von der Klosterpinte zum Viersternhotel».
In ein Jahrbuch gehören
Jahresberichte. UTB-Präsident
Andreas Fuchs (Interlaken) erwähnt in dem seinem unter anderem einige Projekte, die noch
weiterer Abklärungen bedürfen. Vizepräsident Peter Zingg
berichtet
traditionsgemäss
über das Naturschutzgebiet
Weissenau–Neuhaus und Hans
Fritschi über die Wasservogelzählungen an den beiden Seen.
Ueli Flück
UTB-Generalversammlung: Fr., 13.2.,
15.30 Uhr, Hotel Interlaken. Im Anschluss Referat von Bill Haueter,
Spiezer Berufstaucher im Ruhestand: «Abtauchen im Thunersee».
Einmal mehr präsentierte sich
am Wochenende ein lebhaftes
Treiben zuhinterst im Obersimmentaler Talboden. Das
37. Internationale
Schlittenhunderennen (Esdra-sanktioniert) und die Schweizer Meisterschaften reinrassig und offen lockten rund 1500 Neugierige an. Sie liessen sich das Spektakel nicht entgehen und bewunderten die faszinierenden
Schlittenhunde
im
Start-/Ziel-Gelände oder entlang der top präparierten Piste.
Insgesamt standen 125 Gespanne am Start. Die Rennen konnten bei optimalen Bedingungen
auf dem tief verschneiten Lenker Talboden erfolgreich abgeschlossen werden.
In zwei Kategorien sorgten Iris
Labus (Beatenberg) und Bernhard Wenger (Oey-Diemtigen)
für Oberländer Siege.
pd/sp
Die Rangliste mit Oberländern
Skijöring Herren 1 Hund offen 12 km: 1.
Maurin Kerst (Uetikon am See).
8. Martin Fankhauser, (Adelboden).
Sprint 6 Hunde offen 12 km: 1. Karine Bloch
(F). 8. Peter Schmid (Kandergrund).
Sprint 8 Hunde offen 16 km: 1. Christophe
Mineiro (F).
3. Christian Moser (Goldiwil).
Sprint 4 Hunde offen 8 km: 1. Barbara Wirz
(Mamishaus). 12. Salome Tchaggelar
(Gwatt). 14. Jörg Fava (Saanen).
16. Liliane Fankhauser (Adelboden).
Sprint 4 Hunde AM, S, G 8 km: 1. Iris Labus
(Beatenberg).
Sprint 2 Hunde offen 8 km: 1. Bernhard
Wenger (Oey-Diemtigen). 8. Thomas Steiner (Unterseen). 9. Deliah Braunwalder
(Heimenschwand). 11. Connie Braunwalder
(Heimenschwand).
Sprint 2 Hunde AM, S, G 8 km: 1. Marcel
Tobler (Zillis).
3. Rolf Schrei (Wilderswil).
In Kürze
BEATENBERG
Rähmi neue
Vize-Präsidentin
Als neue Vizegemeinde- und
Vizegemeinderatspräsidentin
in einer Person für die Amtsdauer vom 1. Januar 2015 bis am
31. Dezember 2018 wurde Christina Rähmi-Mäder (parteilos,
neu) aus der Ratsmitte gewählt,
wie der Gemeinderat mitteilt. pd
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