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DER RING - Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

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Februar 2015
DER RING
Zeitschrift der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel
Gott steht unbeirrbar an meiner Seite
»Ich schäme mich des Evangeliums nicht:
Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.«
Foto: Elbracht
( Römer, 16; Monatsspruch Februar)
Bettina Mittelbach.
Es gibt Begriffe, die in den letzten
Jahren neu entdeckt werden.
Scham gehört dazu. Scham ist
ein extrem peinigendes Gefühl,
das jeder kennt: Sie lässt uns er­
röten und in peinlichen Situatio­
nen sprichwörtlich im Boden
versinken. Scham verletzt uns
im Innersten. Trotzdem – oder
gerade deshalb – ist sie wichtig
und sinnvoll. Vorrangig erfüllt
sie eine Schutzfunktion: Ihre
Aufgabe ist es, die Würde des
Menschen zu behüten. Dennoch
schämen wir uns eher unserer
Scham: Wir halten es gerne ge­
heim, wenn wir uns schämen.
Und dabei ist sie eine gute Lehr­
meisterin, wenn wir uns ihr stel­
len und sie aus ihrer Tabu­Ecke
herausholen. Das ist in jüngster
Zeit, insbesondere in psychologi­
schen Veröffentlichungen, wieder
erkannt worden, wie zum Beispiel
wenn es um die Rehabilitation
Straffälliger geht.
Titelbild: Bianca Lepper kommt
regelmäßig zur Blutwäsche ins
Ev. Krankenhaus Bielefeld. Die 43Jährige war über 30 Jahre bei
Dr. Rainer Valentin in Behandlung.
Der leitende Nephrologe ist im
Januar in den Ruhestand gegangen.
Mehr über den Betheler Arzt ab
Seite 14. Foto: Elbracht
2
In wissenschaftlicher Literatur
werden dabei unterschiedliche
Formen von Scham unterschie­
den. Eine Form ist die sogenannte
»Gewissens­Scham«: Sie ist die
Hüterin der eigenen Integrität
und tritt auf, wenn wir entgegen
unseren Werten und Überzeu­
gungen leben. Wenn Paulus
schreibt: »Ich schäme mich des
Evangeliums nicht«, dann spielt
er auf die Gewissens­Scham an.
So überzeugt und überzeugend
kann nur jemand von seiner
Nicht­Scham schreiben, der ge­
nau weiß, wie sich Scham an­
fühlt. Welcher Dinge in seinem
Leben sich Paulus schämte, wis­
sen wir nicht. Aber eins wissen
wir schwarz auf weiß durch
seinen Brief an die Römer: Des
Evangeliums von Jesus Christus
schämte er sich nicht. Und das,
obwohl viele in seinem Umfeld
ihm womöglich dazu rieten: ihm,
dem vornehmen und gebildeten
Juden, dem römischen Bürger.
Wie konnte er nur so seine Her­
kunft verraten? Und einem
Windei hinterherjagen? Nicht
so Paulus. Das Evangelium, sagt
er, ist eine Kraft Gottes. Wer
an sie glaubt, wird gerettet.
Bei Luther steht: selig.
Seligkeit – das ist eine Form des
Glücklichseins und geht doch
ganz darüber hinaus. Sich der Kraft
des Evangeliums auszusetzen
lässt Menschen spüren, dass sie
aus Gottes Kraft und seiner Liebe
leben. Selbst da, wo ich mich
vielleicht meiner schäme, schämt
sich Gott nicht für mich. Er steht
unbeirrbar an meiner Seite.
Evangelium – das heißt für mich,
dass es da eine Kraft für mein
Leben gibt, die mich trägt Tag für
Tag. Egal, wie ich drauf bin.
Damit verändert sich mein Leben:
Es wird froher und glücklicher.
Wenn sich so Leben verändert
und meine Wirklichkeit von
Gottes Nähe gehalten und durch­
drungen ist, dann soll ich dies
auch leben für andere – als
»Anleitung zum Glücklichsein«.
– Pastorin Bettina Mittelbach –
(Leiterin des Seelsorgedienstes
Bethel.regional in Bethel/
Eckardtsheim, Seelsorgerin in
proWerk)
DER RING. Monatszeitschrift der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. 55. Jahrgang.
Herausgeber: Pastor Ulrich Pohl, Vorsitzender des Vorstandes, in Zusammenarbeit mit
der Gesamtmitarbeitervertretung. Redaktion: Jens U. Garlichs ( verantwortlich ), Petra
Wilkening. Satz und Gestaltung: Charlotte Schütz. Sekretariat: Bruni Außendorf/Chris­
tina Heitkämper. Anschrift: Quellenhofweg 25, 33617 Bielefeld, Telefon: 0521 144­3512,
Telefax 0521 144­2274. E­Mail: presse@bethel.de. Druck: Gieseking Print­ und Verlags­
services GmbH, 33617 Bielefeld. Nachdruck ist mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
© bei v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel. DER RING ist Mitglied im Gemeinschafts­
werk der Evangelischen Publizistik ( GEP ).
Interessierte können die Zeitschrift kostenlos abonnieren. – Spendenkonto: IBAN: DE48
4805 0161 0000 0040 77, BIC: SPBIDE3BXXX. Bethel im Internet: www.bethel.de
Redaktionsschluss für den März­RING: 10. Februar 2015
i
Inhalt
Offen für Verschiedenheit 5
Neujahrsempfang
12
Gesundheitspolitiker Jens
Spahn war Gastredner beim
festlichen Jahresbeginn im
Ev. Krankenhaus Königin Eli­
sabeth Herzberge in Berlin.
Technik und Ethik
Den Festvortrag anlässlich des
Jubiläums der Palliativstation
im Ev. Krankenhaus Bielefeld
hielt Dr. Stein Husebø, Mitbe­
gründer der Europäischen Ge­
sellschaft für Palliativmedizin.
Postoperatives Delir
6
Um der akuten Verwirrung
älterer Patienten vorzubeugen,
hat das Ev. Krankenhaus
Königin Elisabeth Herzberge
ein Konzept zur altersgerech­
ten Versorgung entwickelt.
Die Partner des Forschungs­
projekts KogniHome gingen
in Bielefeld­Bethel der Frage
nach, ob alles, was machbar
ist, auch zu verantworten ist.
Aktiv im Betrieb
8
Mit ganzem Herzen
9
Mehr als 30 Jahre lang be­
treute Dr. Rainer Valentin,
leitender Nephrologe im
Ev. Krankenhaus Bielefeld,
nierenkranke Patienten. An­
fang des Jahres ist er in den
Ruhestand gegangen.
Wichtiger Netzwerker
Bethels stellvertretender Vor­
standsvorsitzender Pastor
Bernward Wolf wurde in den
Ruhestand verabschiedet.
Viel Lobbyarbeit
Der ärztliche Direktor von
Bethel.regional Prof. Dr.
Michael Seidel wechselte
zum Jahresbeginn in den
Ruhestand.
10
20
13
Wie Bethel als diakonische
Einrichtung zur kulturellen
und religiösen Vielfalt steht,
macht ein neues Positionspa­
pier des Vorstands deutlich.
Bethel proWerk unterstützt
langzeitarbeitslose ältere
Menschen bei ihrem beruf­
lichen Wiedereinstieg.
10 Jahre im EvKB
14
Bethel in …
16
… Hannover. Hier gibt es
die Wohngruppe an der
Eilenriede für gewaltgeschä­
digte Mädchen und Jungen.
Planer mit Mut
18
Der Leiter des Betheler
Gymnasiums in Bielefeld,
Hans­Wilhelm Lümkemann,
ist seit Ende Januar im Ruhe­
stand. Er blickt auf 34 Dienst­
jahre in den Friedrich­v.­Bodel­
schwingh­Schulen zurück.
Bethel – Tansania
21
Nazareth­Diakon Tim Ham­
merbacher übernimmt die
Verwaltungsleitung im Mental
Hospital Lutindi. Begleitet
wird er von Ehefrau Si­yeun
und Tochter Mira.
Was wann tun?
22
Die Universität Bielefeld und
Bethel arbeiten an einer Soft­
ware, die das Training von
Arbeitsabläufen unterstützt.
Das Forschungsvorhaben ist in
proWerk angesiedelt.
Die BEOS-Studie
23
Die Gesellschaft für Epilep­
sieforschung nahm bei ihrem
Jahrestreffen die Lebens­
qualität von Menschen mit
Epilepsie und geistiger Be­
hinderung in den Blick.
RING-Magazin
24
Mitarbeiterkreis
30
Namen
31
3
Aus Bethel – Für Bethel
Vielfalt leben
Jona ist fünf und geht in die Kita. Sein
bester Freund heißt Murat. Bei Murat zu­
hause muss Jona sich die Schuhe ausziehen.
Das Essen schmeckt anders. Und Murat
geht mit seinen Eltern und Geschwistern
nicht sonntags in die Kirche, sondern frei­
tags in die Moschee. Na und? Und wenn
mal alle bei Murat türkisch sprechen, dann
ruft Jona: »Ich versteh‘ nichts!« Dann wird
gelacht, und alle sprechen wieder deutsch.
Zu schön, um wahr zu sein? Nein. Das ist
doch kinderleicht!
Es ist nicht zu erwarten, dass Jona einmal
Angst vor Überfremdung oder Islamisierung
haben wird. Kennenlernen hilft. Eine Viel­
zahl von Bürgerinnen und Bürgern ist hin­
gegen der Meinung, der Islam passe nicht
in unsere westliche Welt.
Dabei sind sie doch längst da: Sie sind
unsere Nachbarn, unsere Kolleginnen und
Kollegen, unsere Ärztinnen und Ärzte,
unsere Taxifahrer, unsere … Sie leben seit
zig Jahren in Deutschland. Sie sind hier
geboren und aufgewachsen. Sie sprechen
nicht nur deutsch, sie sind deutsch. Und
es ist Unrecht, ihnen aufgrund ihrer Reli­
gionszugehörigkeit die Gewaltexzesse
einer islamistischen Terrororganisation an­
zulasten. Denn sie gehören unumstößlich
und nicht hinterfragbar zum deutschen
»WIR« dazu. Ein »WIR«, dass in unserer
pluralistischen Gesellschaft kein »IHR« als
Gegenüber haben kann.
Die Angst vor Überfremdung und Islami­
sierung ist dort am stärksten, wo die
wenigsten Muslime leben! Gerade dort
existieren die größten Ängste und Vorur­
teile, die zurzeit in organisierter Form ge­
schürt werden und zigtausend Menschen
auf die Straße treiben.
Da sind wir alle gefragt. Sie und ich. Wir.
An dieser Stelle sind wir als Menschen, als
Mitbürgerinnen und Mitbürger und erst
Recht als Christinnen und Christen und als
4
Mitarbeitende der v. Bodelschwinghschen
Stiftungen Bethel gefragt, uns solidarisch
zu zeigen und Stellung zu beziehen: gegen
Vorurteile, gegen Respektlosigkeit, gegen
Ausgrenzung. Es reicht nicht, tolerant und
weltoffen zu denken. Es reicht nicht, Urlaub
in Marokko zu machen, hin und wieder
einen Döner zu essen oder im türkischen
Supermarkt einzukaufen, weil da alles so
schön frisch ist und an den letzten Türkei­
urlaub erinnert. Es geht um das selbstver­
ständliche und respektvolle Miteinander.
Es geht darum, Vielfalt nicht nur auf den
Fahnen, sondern auch ins Herz geschrieben
zu haben und im Alltag – nicht nur auf De­
mos – selbstverständlich dafür einzustehen.
»Vielfalt« – genauer gesagt »Vielfalt leben«,
darin sind wir in unseren Einrichtungen und
Diensten der v. Bodelschwinghschen Stiftun­
gen Bethel doch von jeher geübt. Wir leben
die Vielfalt von Menschen mit unterschied­
lichen Begabungen und Bedürfnissen, von
Menschen mit unterschiedlicher Herkunft.
Vielfalt leben, da hilft unserer Erfahrung
nach nur: einander kennen lernen, persönli­
che Kontakte, Gespräche, gemeinsam essen
und trinken, und offen und geduldig Fragen
stellen und beantworten, Verschiedenheit
annehmen.
»Das ist doch kinderleicht!«, würden Jona
und Murat sagen. Ganz so einfach ist es
leider nicht. Es gibt auf muslimischer und
nichtmuslimischer Seite Fragen und mitunter
auch Konflikte, die nach wie vor Klärungs­
bedarf haben. Aber ich weiß: aufeinander
zugehen hilft. Vielfalt ist lernbar. Vielfalt ist
lebbar.
Ihr
Pastor Ulrich Pohl
Neues Positionspapier des Vorstands
Kulturelle und religiöse Vielfalt in Bethel
1970 waren 49 Prozent der
Bürgerinnen und Bürger
evangelisch; fast die gesamte
Bevölkerung in Deutschland
gehörte einer der beiden
großen christlichen Kirchen
an. Heute sind rund 40 Prozent
konfessionslos oder Mitglied
einer anderen Religionsgemeinschaft. Die Gesellschaft
ist säkularer sowie religiös
und kulturell vielfältiger geworden. Wie verhält man sich
dazu in Bethel? Klarheit und
Orientierung bietet das neue
Positionspapier »Kulturelle
und religiöse Vielfalt in den
v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel«, das der Vorstand jetzt herausgegeben hat.
»Der christliche Auftrag, Gottes
gute Botschaft in Wort und Tat zu
bezeugen, gilt allen Menschen.
Für uns in Bethel heißt es daher,
jedem, der sich an uns wendet,
eine angemessene Hilfe und Un­
terstützung anzubieten«, betont
Bethels Vorstandsvorsitzender
Pastor Ulrich Pohl. Für Offenheit
stehe Bethel aber nicht nur hin­
sichtlich der Nutzerinnen und Nut­
zer: »Im Sinne unserer Vision ‚Ge­
meinschaft verwirklichen‘ verste­
hen wir unsere Verschiedenheit
als Bereicherung und freuen uns
daher auch über die Mitarbeit von
Menschen mit anderem kulturel­
len und religiösen Hintergrund.«
Erste Beispiele
Die »Fachstelle Behinderung und
Migration« in Bielefeld Bethel,
die vietnamesisch­sprachige Spe­
zialambulanz im Ev. Krankenhaus
Königin Elisabeth Herzberge in
Berlin oder der Gebetsraum für
Menschen muslimischen Glau­
bens im Ev. Krankenhaus Biele­
feld sind erste Beispiele für eine
kultursensible Ausrichtung von
Hilfeangeboten. »Es gilt, interkul­
turelle Kompetenzen zu entwi­
ckeln und zu fördern«, sagt Prof.
Werte, wie die Würde und das
Lebensrecht eines Menschen,
verletzen. Auch aus fachlichen
Gründen kann es Grenzen geben.
Foto: Schulz
Angebote zur Orientierung
In Bielefeld hat Bethel.regional die Fachstelle »Behinderung und Migration«
eingerichtet. Hier berät Mehmet Kutluer
(r.) Hüseyin Bozolu.
Dr. Günther Wienberg, Bethels
stellvertretender Vorstandsvorsit­
zender. »Deshalb beschäftigen
wir in den entsprechenden Berei­
chen bewusst auch Mitarbeite­
rinnen und Mitarbeiter aus ande­
ren Kulturen und gegebenenfalls
Religionen.«
Diakonischer Auftrag
Unverändert gilt dabei: »Unsere
Wurzeln in der evangelischen
Kirche bleiben unveräußerliche
Grundlage unseres Handelns.«
Die Orientierung am christlichen
Glauben bestimme den Auftrag,
die Grundsätze und Konzepte so­
wie das Alltagshandeln in Bethel,
unterstreicht Prof. Wienberg.
»Von allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, ungeachtet ihrer
Religion und Kultur, erwarten wir,
dass sie loyal zum diakonischen
Auftrag der v. Bodelschwingh­
schen Stiftungen Bethel stehen.«
Die Offenheit gegenüber anderen
kulturellen und religiösen Prägun­
gen hat dann ihre Grenzen, wenn
sie unveräußerliche christliche
In einer multikulturellen und mul­
tireligiösen Gesellschaft ist es für
eine diakonische Einrichtung un­
erlässlich, sich der eigenen christ­
lichen Identität zu vergewissern.
»Sie muss in unserem Handeln
und Reden, in unserem Verhalten
gegenüber anderen Menschen
und in der Gestaltung unserer
Arbeit erkennbar und erlebbar
sein«, erläutert Prof. Wienberg.
»Damit Mitarbeitende die christ­
liche Orientierung in unserem dia­
konischen Unternehmen kennen
lernen und mittragen können,
gestalten wir zum Beispiel Got­
tesdienste und Andachten, aber
wir bieten auch konzeptionelle
Diskussionen, Fortbildungen und
thematisch ausgerichtete Ver­
anstaltungen sowie schriftliche
Materialien an.« Führungskräfte
tragen eine besondere Verant­
wortung für die christlich­diako­
nische Identität Bethels.
»Mit dem neuen Positionspapier
wollen wir anregen, unsere Viel­
falt wahrzunehmen und darüber
ins Gespräch zu kommen«, so
Pastor Ulrich Pohl und Prof. Dr.
Günther Wienberg. »Und wir
wollen für künftige Aufgaben
sensibilisieren!«
– Petra Wilkening –
Das neue Positionspapier
ist im Betheler Intranet unter
»Projekte – Zugang Regelwer­
ke« sowie im Internet unter
www.bethel.de/ueber­uns/
standpunkte veröffentlicht.
5
Altersgerechte Versorgung im KEH
Fotos: Burg
»Jeder muss schauen, was er dem Patienten Gutes tun kann«
Vertrautes Miteinander, empathische Ansprache: Schwester Susi Förster setzt auf das
persönliche Gespräch.
Wenn Menschen in einem Krankenhaus behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sie an einem »Delir-Syndrom« erkranken.
So nennt man eine akute Verwirrtheit, die weit reichende und
leider auch anhaltende Folgen für die Patienten haben kann.
Dieser weit verbreiteten Gefährdung vor allem älterer Patienten
begegnet das Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH)
in Berlin mit dem Aufbau eines Demenz-Delir-Managements.
Viele Menschen verlassen das
Krankenhaus geheilt von ihrem
somatischen Leiden, aber mit
einer deutlichen Reduzierung
ihrer Fähigkeiten. »Jedes Kran­
kenhaus ist zunächst ein fremder,
irritierender Ort«, sagt Prof. Dr.
Thorsten Kratz, Leiter der Geronto­
psychiatrie. »Es begegnen einem
viele unterschiedliche Menschen,
die zwar freundlich, aber alle
weiß gekleidet und unbekannt
sind und die nach Desinfektions­
mitteln riechen.« Diese Situation
belastet vor allem ältere oder
kognitiv eingeschränkte Menschen
so stark, dass ein postoperatives
Delir entstehen kann.
Im KEH sind über 60 Prozent der
Patienten im somatischen Bereich
über 70 Jahre alt; in der Inneren
Medizin sind es sogar 70 Prozent.
6
Bei Patienten, die älter als 70
Jahre sind, liegt bei etwa einem
Drittel eine Einschränkung der
geistigen Leistungsfähigkeit vor.
Dementsprechend hoch ist so­
wohl der Anteil an demenziellen
Erkrankungen als auch das post­
operative Delir­Risiko. Nicht nur
das Patientenalter spielt eine Rolle.
Je größer der Eingriff ist, desto
häufiger tritt ein Delir auf. Bei
einem schweren chirurgischen
Eingriff, etwa wegen eines Ober­
schenkelhals­Bruches, erleiden 60
Prozent der Patienten ein Delir.
Bereits seit 2011 wird am KEH
zum Thema Delir gearbeitet.
Nach einer empirischen Studie
zum postoperativen Delir und
der Umsetzung spezieller pflege­
rischer Interventionen im Bereich
der Chirurgie wurde ein Konzept
entwickelt, das 2013 auf den
gesamten somatischen Bereich
übertragen wurde. Mittlerweile
gibt es messbare Erfolge: »Früher
erlitten 26 Prozent der hochbe­
tagten Patienten nach einer Ope­
ration ein Delir, heute sind es nur
noch 9 Prozent«, so Prof. Kratz.
Eine vollständige Vermeidung
solcher Fälle sei allerdings nicht
möglich, vor allem bei Not­Ope­
rationen oder schwerstkranken
Patienten. Besonders wirkungs­
voll sind prophylaktische Maß­
nahmen: »Wir dürfen nicht ab­
warten, bis die Verwirrtheit da
ist.« Im November 2014 wurde
das KEH für sein Konzept auf
Europas größter Fachtagung im
Bereich der psychischen Erkran­
kungen von der Deutschen Ge­
sellschaft für Psychiatrie, Psycho­
therapie und Nervenheilkunde
mit dem Innovationspreis aus­
gezeichnet.
Braten statt Sushi
Viele Maßnahmen verlangen
vor allem Achtsamkeit. »Manch­
mal werden verwirrte Menschen
aggressiv. Deshalb müssen wir
unseren Patienten ein Gefühl
von Sicherheit und Geborgen­
heit vermitteln«, sagt Eckehard
Schlauß, Gerontologe am KEH.
Hier können vertraute Gegen­
stände, wie etwa der eigene
Wecker auf dem Nachttisch,
kleine, aber hilfreiche Stützen in
einer fremden und verwirrenden
Umwelt sein. Demenzfreundli­
ches Essen soll älteren Menschen
die Freude an der Nahrungsauf­
nahme zurückgeben. »Es muss
leicht essbar sein, an die Ge­
schmacksempfindungen älterer
Menschen angepasst und im
Stil der prägenden Zeit gekocht
werden«, erläutert Prof Dr. Kratz.
Bei den heutigen Senioren sind
das die 1970er­Jahre. »Also
lieber Schweinebraten als Sushi –
das ist vertraut und weckt Erin­
nerungen.«
»Jeder muss …
»Das Wiedererlangen der Selbst­
ständigkeit ist ganz wichtig«,
betont Eckehard Schlauß. »Des­
halb beginnen wir schon am
ersten Tag nach der Operation
mit der Frühmobilisation, teil­
weise unter Gabe von Schmerz­
mitteln.« Wenn ein Patient dann
wenig später eigenständig den
Toilettenstuhl nutzen kann, be­
nötigt er keinen Katheter, was
die Zahl der Harnwegsentzün­
dungen senkt und die Pflege­
kräfte entlastet.
Weniger Medikamente
Ebenfalls wirksam in der Delir­
Prophylaxe ist die Vermeidung
überflüssiger Medikamente.
»Den Schlaf kann man auch
ohne Medikamente verbessern,
etwa durch eine Tasse warme
Milch oder auch einen Bohnen­
kaffee – das kommt ganz auf
den Patienten an.« Für alle Men­
schen, die mehrere Tage in einem
Krankenhaus verbringen müssen,
ist der Orientierungsverlust eine
Gefahr. »Hier muss darauf ge­
achtet werden, dass Uhr und
Kalender stets in Blickweite sind«,
sagt Eckehard Schlauß, der mit
der Schulung der KEH­Mitarbeiter
betraut ist. Als »Gedächtnisstütze«
gibt es jetzt für Ärzte und Pfle­
ger eine laminierte »Pocket­Card«
für die Kitteltasche. »Jeder muss
schauen, was er dem Patienten
Gutes tun kann«, betont der
Gerontologe. Das könne auch
bedeuten, dass man manches
unterlässt: »Überforderung ist
genauso gefährlich wie Unterfor­
derung.« In diesem Zusammen­
hang hat es sich bewährt, Ange­
hörige oder Betreuungspersonen
mit einzubeziehen.
Im vergangenen Jahr wurden
rund 900 Menschen mit der
Nebendiagnose Demenz sowie
etwa 450 Menschen mit einem
Delir im somatischen Bereich des
KEH behandelt. »Für unsere Mit­
Das Delir-Demenz-Team im KEH: (v. l.) Prof. Dr. Thorsten Kratz, Eckehard Schlauß und
Uwe Kropp.
arbeiterinnen und Mitarbeiter
ist das eine große Herausforde­
rung«, unterstreicht Pflegedirek­
tor Uwe Kropp. Hier gebe es
einen außerordentlich hohen
Betreuungsbedarf, der in der Re­
finanzierung so nicht vorgesehen
sei. »Wir wollen mit unserem
Demenz­Delir­Konzept in erster
Linie persönliches Leid verringern.
Doch wir stoßen auch eine aus
ökonomischer Sicht positive Ent­
wicklung an, zum Beispiel wenn
wir die Zahl der Behandlungstage
reduzieren können.«
»Pflegeexperte Demenz«
»Eine gute sozialräumliche Ver­
netzung ist unerlässlich für ein
demenzsensibles Krankenhaus«,
so Uwe Kropp. »Wir stehen in
einem ständigen Kontakt mit
zahlreichen Wohnheimen und
Begegnungsstätten.« Außerdem
gibt Prof. Kratz an der Volks­
hochschule Kurse für Banker,
Metzger und Hausmeister. »Das
sind die Berufsgruppen, mit de­
nen ältere Menschen am meisten
zu tun haben.«
Ab sofort wird im KEH eine Wei­
terbildung zum »Pflegeexperten
Demenz« angeboten, an der die
AOK Nordost beteiligt ist und
für die die Deutsche Alzheimer
Gesellschaft die Schirmherrschaft
übernommen hat. »Unser Kon­
zept richtet sich zunächst an die
Pflegeprofis«, sagt Eckehard
Schlauß. Doch in Zukunft sollen
auch ehrenamtliche Helfer ge­
schult und eingesetzt werden.
Betheljahr­Teilnehmende sollen
ebenfalls die Möglichkeit erhalten,
am KEH zu arbeiten. Hier gebe
es bereits Gespräche mit der
Freiwilligenagentur Bethel.
In diesem Jahr ist geplant, ein
kognitives Screening in der Not­
aufnahme zu etablieren, damit
die Demenzpatienten besser den
Stationen zugeordnet werden
können. Außerdem soll die Ver­
weildauer in der oft hektischen
Notaufnahme für diesen Patien­
tenkreis verkürzt werden.
– Robert Burg –
7
»Aktiv im Betrieb« erfolgreich
»… wieder das Gefühl, wertvoll zu sein …«
Möglich wurde dies durch das
Förderangebot »Aktiv im Betrieb«:
Menschen zwischen 50 und 65
Jahren mit einer Behinderung,
einer entsprechenden Gleichstel­
lung oder einem Rehabilitations­
anspruch sollen im Rahmen des
Bundesprogramms »Perspektive
50 plus« wieder in die Berufswelt
integriert werden. Umgesetzt
wird »Aktiv im Betrieb« von der
Arbeitsgemeinschaft Bielefelder
Beschäftigungsinitiativen, in der
Bethel proWerk mitwirkt.
Der neue Arbeitsplatz von Gun­
dula Beyer ist das Ernst­Barlach­
Haus in Bielefeld­Sennestadt.
Ihren Einsatzort lernte sie zunächst
Fotos: Schulz
Die Hände in den Schoß gelegt
hat Gundula Beyer nie. Nach
ihrer Ausbildung als Ökotrophologin war sie über viele
Jahre erfolgreich in ihrem Beruf tätig, hat Angehörige gepflegt, sich ehrenamtlich in
Bethel engagiert, Weiterbildungen absolviert und sich als
Betreuungskraft qualifiziert.
Trotzdem blieb die 58-Jährige
eineinhalb Jahre erwerbslos.
Heute ist sie glücklich, wieder
eine dauerhafte Anstellung
zu haben.
Gundula Beyer hilft, die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags zu meistern.
während eines Praktikums ken­
nen. »Das war ein idealer Ein­
stieg«, freut sich die Bielefelderin.
Die 30 Bewohnerinnen und Be­
wohner sind fast alle von Demenz
betroffen und benötigen ein
hohes Maß an Unterstützung.
Als »Präsenzkraft« ist Gundula
Beyer mit der Vorbereitung und
Begleitung der Mahlzeiten be­
traut und hilft, wo Unterstützung
notwendig ist. Mittlerweile ar­
beitet sie 34 Wochenstunden im
Ernst­Barlach­Haus und in einer
weiteren Einrichtung des Diako­
nie­Verbandes Brackwede – seit
November 2014 in einem festen
Arbeitsverhältnis.
Die Rückkehr ins Berufsleben begleiteten (v. l.) Cornelius Meyer, Jürgen Mertes, Leiter
des Ernst-Barlach-Hauses, Karin Korritter-Brune, Jochen Häger, Pflegedienstleiterin Annette Hibbeln und Torsten Umlauf.
8
»Leider werden Bewerbungen
von älteren Menschen schnell
aussortiert. Dabei können sie oft
mehr, als ihr Lebenslauf vermuten
lässt«, sagt Cornelius Meyer, der
das Projekt bei Bethel proWerk
leitet. Neben ihm waren aus
Bethel Integrationscoach Karin
Korritter­Brune und Arbeitsplatz­
akquisiteur Jochen Häger als per­
sönliche Begleiter von Gundula
Beyer im Einsatz. Dank dieser
Unterstützung hat sich deren
Leben sehr verändert: »Ich habe
wieder das Gefühl, wichtig und
wertvoll zu sein«, sagt sie.
»In Bielefeld gibt es rund 70
Menschen, für die unser Projekt
etwas wäre«, schätzt Torsten
Umlauf, Fallmanager im Bielefel­
der Jobcenter Arbeitplus. Bislang
habe man sich auf stabilisierende
und aktivierende Maßnahmen
beschränkt. »Jetzt ermöglichen
wir einen sofortigen Einstieg ins
Arbeitsleben, verbunden mit einer
Begleitung durch Fachkräfte.«
So konnten Tätigkeiten im So­
zial­ und Gesundheitsbereich,
im Dienstleistungssektor sowie
in kaufmännischen, technischen
und handwerklichen Berufsfel­
dern vermittelt werden.
– Robert Burg –
Pastor Bernward Wolf in den Ruhestand verabschiedet
Mit Empathie und Leidenschaft für die Menschen
Langjährige Weggefährten und
Ehrengäste – darunter der Vize­
präsident der Ev. Kirche von West­
falen und Bethel­Verwaltungs­
ratsmitglied Klaus Winterhoff –
würdigten ihn unter anderem als
»wichtigen Netzwerker Bethels«,
dem sowohl die hilfebedürftigen
Menschen als auch die Mitarbei­
tenden viel Vertrauen entgegen­
gebracht hätten. Pastor Wolf sei
ein »streitbarer Geist mit freund­
lichem Ton«, den eine enorme
Integrationskraft und langfristiges
strategisches Denken auszeichne­
ten, sagte die Oberkirchenrätin
der Ev. Kirche von Westfalen
Doris Damke vor rund 200 Gäs­
ten. Bethels Vorstandsvorsitzender
Pastor Ulrich Pohl dankte Pastor
Wolf für 22 erfolgreiche Jahre im
Vorstand. Es sei beeindruckend
gewesen, mit welcher Empathie
und Leidenschaft er sich für die
Menschen eingesetzt habe. Beson­
ders in ethischen Fragen und für
die diakonische Identität Bethels
habe er deutliche Akzente gesetzt.
– Gunnar Kreutner –
Fotos: Schulz
Mit einem Gottesdienst in
der Zionskirche und einer
Festveranstaltung im Assapheum in Bielefeld-Bethel
wurde Bethels stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Pastor Bernward Wolf Mitte
Dezember in den Ruhestand
verabschiedet.
In Begleitung seiner Ehefrau Esther Wolf (v. l.) wurde Pastor Bernward Wolf von
Pastor Ulrich Pohl, Doris Damke, Klaus Winterhoff und Bielefelds Oberbürgermeister
Pit Clausen mit den besten Wünschen verabschiedet.
Rund 200 Gäste nahmen an der Festveranstaltung im Assapheum teil.
Langjährige Weggefährten und Mitarbeitende dankten Pastor
Wolf für seinen engagierten Einsatz für Bethel.
Für viele Menschen in Bethel ist Pastor Bernward Wolf immer
ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner gewesen.
9
Prof. Dr. Michael Seidel geht in den Ruhestand
»Keiner von uns hat für alles eine Lösung«
Dass Prof. Dr. Seidel seinerzeit
die Herausforderung der Stelle
des leitenden Arztes der Teilan­
stalt Bethel annahm, lag vor allem
an deren fachlicher Komplexität.
Auch wenn er zu diesem Zeit­
punkt noch als Oberarzt an der
Nervenklinik der Berliner Charité
arbeitete, war ihm Bethel längst
ein Begriff. Der aus Dresden
stammende und von der evan­
gelischen Jugendarbeit geprägte
Mediziner hatte sich gleich zu
Beginn seines Studiums an der
Ostberliner Humboldt­Universität
der Evangelischen Studentenge­
meinde angeschlossen, die ihrer­
seits in regelmäßigem Kontakt
zu Bethel stand. Auch die Behin­
dertenarbeit in der DDR hatte er
bereits kennen gelernt.
Fotos: Schulz
»An meine Anfänge in Bethel
im September 1991 kann ich
mich gut erinnern«, sagt Prof.
Dr. Michael Seidel. »Bei meinem ersten Gespräch legte
man mir ein wahres Kunstwerk von Organigramm vor.
Da ahnte ich noch nicht, dass
die verwirrende Abbildung
meiner Zuständigkeiten die
Wirklichkeit zutreffend wiedergab«, sagt der Mediziner
schmunzelnd. Nach fast
24-jähriger Leitungstätigkeit
in Bethel wechselte er zum
1. Januar in den Ruhestand.
Prof. Dr. Michael Seidel erlebte in seiner Dienstzeit viele Reorganisationen.
Als der Neurologe, Psychiater und
Psychotherapeut in Bethel anfing,
erwartete man bald von ihm,
dass er sich auch an der Arbeit
der damaligen Teilanstaltsleitung
Prof. Dr. Seidel bei der Grundsteinlegung des Hauses Karmel 2012 in Bielefeld-Bethel.
10
beteiligte. Mitte der 1990er­Jahre
begann in Bethel eine Zeit mit
vielen Veränderungen. Die Behin­
dertenhilfe wurde inhaltlich mo­
dernisiert und zukunftsorientiert
strukturiert. Große Themen waren
die Regionalisierung, Dezentrali­
sierung und Differenzierung der
stationären Angebote sowie der
Aufbau ambulanter Angebote.
In den folgenden Jahren setzte
sich Prof. Seidel unter anderem
für den Aufbau eines Eltern­
Kind­Angebotes, des Autismus­
Bereichs und der ambulanten
Angebote in Bielefeld und Um­
gebung ein. Auch überregionale
wie internationale Aktivitäten
gestaltete er mit, etwa das
AUTEA­Fortbildungsinstitut, die
internationale Allianz IMPACT
oder das Austauschprogramm
»Keiner von uns …
mit der US­amerikanischen Ein­
richtung »Mosaic«. Als Anfang
der 2000er­Jahre der Stiftungs­
bereich Behindertenhilfe gebil­
det wurde, setzte der Mediziner
seine Arbeit als Mitglied der Ge­
schäftsführung und Leiter des
Ärztlichen Dienstes fort.
In seiner Dienstzeit erlebte er viele
Reorganisationen: »Dafür gab
und gibt es jeweils gute Gründe.
Aber sie kosten auch viel Zeit,
Energie und personelle Ressour­
cen. Oft zerstören oder hemmen
sie sogar erfolgreiche Strukturen
und Prozesse«, gibt Prof. Seidel
zu bedenken. »Man muss also
Vor­ und Nachteile sorgfältig ab­
wägen.« Mit der Bildung des
Stiftungsbereichs Bethel.regional
schied der Arzt nach fast zwan­
zig Jahren aus der Geschäftsfüh­
rung aus und übernahm die Auf­
gabe des ärztlichen Direktors des
Stiftungsbereichs sowie den Vor­
sitz in der Fachkrankenhauslei­
tung für die Fachkrankenhäuser
Bethel und Eckardtsheim – eine
Entwicklung, über die der damals
60­Jährige »nicht unfroh« war:
»So hoffte ich, mich mehr auf
fachliche Themen konzentrieren
zu können.« Besonders den Aus­
tausch mit anderen Berufsgrup­
pen schätzte er sehr: »Keiner von
uns hat für alles eine Lösung.
Deshalb müssen wir uns gegen­
seitig unterstützen.«
Der internationale Austausch lag Prof.
Seidel sehr am Herzen (Foto von 2002).
Gemeinsam mit Menschen aus Bethel erörterten 2008 Prof. Dr. Seidel und Prof. Dr.
Jörg-Dietrich Hoppe, damals Präsident der Bundesärztekammer, Herausforderungen
der gesundheitlichen Versorgung.
Neben seinen Aufgaben in Bethel
war Prof. Dr. Seidel Hochschulleh­
rer in Bielefeld und Münster und
brachte sich in gesundheits­ und
fachpolitische Diskussionen ein,
vor allem auf dem Gebiet der ge­
sundheitlichen Versorgung von
Menschen mit Behinderungen.
Er gründete die Deutsche Gesell­
schaft für seelische Gesundheit
bei Menschen mit geistiger Be­
hinderung mit und initiierte und
leitete eine Arbeitsgruppe bei der
Deutschen Gesellschaft für Psy­
chiatrie, Psychotherapie, Psycho­
somatik und Nervenheilkunde.
Außerdem organisierte er Kon­
gresse, Fachtagungen und Sym­
posien in Bethel und darüber
hinaus, hielt Vorträge im In­ und
Ausland und publizierte zahlrei­
che Beiträge in Zeitschriften und
Büchern.
Aufgrund seines vielfältigen En­
gagements konnte er bald per­
sönlich keine Patienten mehr ver­
sorgen: »Es fehlte und fehlt mir,
denn ich war ein begeisterter
Kliniker«, bedauert Prof. Dr. Sei­
del. Doch von unregelmäßigen
»Chefvisiten« hält er nichts –
»das macht keinen Sinn.« Seine
knappe Zeit investierte er in poli­
tische Lobbyarbeit: »Als diakoni­
scher Träger haben wir ein erheb­
liches Gewicht in der politischen
Öffentlichkeit. Manchmal werden
wir deutlicher gehört als die
Verbände.« Deshalb, fordert er,
dürften »wir nicht nachlassen
in unserem Engagement«. Eines
seiner Langzeitprojekte ist jetzt
auf der Zielgeraden angekommen:
Die von ihm seit fast zwanzig
Jahren beharrlich geforderten
medizinischen Behandlungszent­
ren für Erwachsene mit Behinde­
rungen werden 2015 eine ge­
setzliche Grundlage erhalten.
»Ich hatte in Bethel einen großen
Gestaltungsraum«, blickt Prof.
Seidel zufrieden zurück. »Ich ge­
noss die Unterstützung und das
Vertrauen des Vorstands, meiner
Geschäftsführungskollegen und
der Mitarbeiterinnen und Mitar­
beiter. Es waren anstrengende
und herausfordernde Jahre, auf
die ich dankbar zurückblicke.«
– Robert Burg –
Aus Bethel verabschiedet
sich Prof. Dr. Seidel mit einer
Fachtagung am 27. Februar.
Weitere Informationen finden
Sie auf Seite 27.
11
Neujahrsempfang im KEH
Gesundheitspolitiker Spahn fordert messbare Qualität
Foto: Burg
Mal so oft statt wie in letzterem.
»Hier läuft etwas falsch, und
darüber müssen wir ins Gespräch
kommen«, stellte der Politiker
fest. Besorgt äußerte sich Jens
Spahn über die Tatsache, dass in
vielen Krankenhäusern Mittel aus
Fallpauschalen nicht unmittelbar
für die Behandlung von Patien­
ten genutzt werden, sondern für
Investitionen in Gebäude.
»Gut, gut erreichbar und zugewandt« solle die Gesundheitsversorgung sein, forderte
der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn.
Für eine stärkere Vernetzung im Gesundheitssystem sprach
sich der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn beim Neujahrsempfang im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin
aus. »Kliniken können nach der Entlassung eines Patienten nicht
nachvollziehen, wie die Behandlung ambulant weitergeht«,
kritisierte der gesundheitspolitische Fraktionssprecher der CDU.
»Das kann nicht sein. Wir müssen sicherstellen, dass diese wichtigen Daten weitergegeben werden.«
»Gut, gut erreichbar und zuge­
wandt«, fasste Jens Spahn die
Anforderungen an die Gesund­
heitsversorgung 2015 zusammen.
Die zentrale Forderung laute
»mehr Qualität«. Dies sei keines­
falls als Affront gegen Kliniken
gemeint, die auch heute schon
gute Arbeit leisteten. Allerdings
gebe es »zu viele Krankenhäuser,
die alles machen«. Hier müsse
die Versorgung differenzierter
abgestuft werden. Damit das
gelinge, müsse sich auch die
Grundversorgung wieder lohnen.
»Keine Klinik soll aus wirtschaft­
lichen Gründen ein hochspezia­
lisiertes Zentrum eröffnen, das
in der Versorgungslandschaft
12
vielleicht gar nicht benötigt wird«,
machte der Politiker deutlich.
Qualität müsse messbar und
nachvollziehbarer werden. »Wir
wollen hinterfragen, was und
warum etwas geschieht – zum
Beispiel, welche Operationen
wirklich notwendig sind.« In
Deutschland, wo ohnehin viel
operiert werde, gebe es erhebli­
che regionale Unterschiede. Als
drastisches Beispiel führte Jens
Spahn die Entfernung der Man­
deln bei Kindern an. Vergleiche
man den Landkreis mit der
höchsten Eingriffszahl mit dem
mit der niedrigsten, so finde die
Operation in erstgenanntem acht
Außerdem müssten die Erreich­
barkeit medizinischer Dienste er­
höht und regionale Versorgungs­
unterschiede beseitigt werden.
Die strukturellen Probleme im
Gesundheitswesen dürften nicht
auf dem Rücken der Beschäftig­
ten ausgetragen werden, machte
der CDU­Politiker deutlich. Der
Kampf gegen den »Dauerfrust
ganzer Berufsgruppen« sei ein
angestrebtes Ziel für 2015. Des­
halb solle gezielt die klinische
Stationspflege »aufgebaut und
gefördert« werden. Schließlich
brauche Deutschland ein starkes
Gesundheitssystem: »Jeden
Montagmorgen sind Arztzimmer
und Apotheken voll.«
Austausch im Festsaal
Neben dem Bundestagsabge­
ordneten sprachen zu den rund
300 Gästen auch Bethels Vor­
standsvorsitzender Pastor Ulrich
Pohl, der Bezirksbürgermeister
von Berlin­Lichtenberg, Andreas
Geisel, und Superintendent
Hans­Georg Furian. Zu dem
festlichen Jahresbeginn hatten
Pastor Dr. Johannes Feldmann
aus dem Bethel­Vorstand und
Krankenhaus­Geschäftsführer
Michael Mielke eingeladen.
Ein Gottesdienst in der Neuen
Kapelle eröffnete den Neujahrs­
empfang, anschließend fand
man sich zum Austausch im Fest­
saal des Krankenhauses ein.
– Robert Burg –
Erstes Ethikseminar für die Projektgruppe KogniHome
Es geht um Technik, die das
Leben leichter machen soll:
der Herd, auf dem nichts anbrennt, der Medizinschrank,
der die Pillen verwaltet, oder
der digitale Assistent, der die
Gesundheitsdaten überwacht.
Diese Technologien werden
zurzeit entwickelt und ausprobiert. KogniHome heißt
das Projekt, das vom Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld koordiniert wird
und an dem sich Bethel beteiligt. Denn die Technik kommt
auch Menschen im Alter oder
mit Behinderungen zugute.
Doch ist jede neue Technik
ein Segen? Mitte Januar lud
Bethel die 14 KogniHomePartner ein, sich über ethische
Fragen Gedanken zu machen.
Fast alle KogniHome­Partner in
der Region Ostwestfalen­Lippe
aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Diakonie waren bei dem Work­
shop in der Neuen Schmiede in
Bethel vertreten. Das zeigte den
Organisatoren, dass das Bedürfnis
groß ist, sich über ethische Fragen
im Zusammenhang mit neuen
Technologien auszutauschen. Die
Veranstaltung wurde von Privat­
Dozent Dr. Arne Manzeschke ge­
leitet, der am Institut Theologie­
Technik­Naturwissenschaften der
Ludwig­Maximilian­Universität
München lehrt. Noch nie habe
er einen Ethikworkshop in dieser
Größe moderiert, zeigte er sich
angesichts der rund 40 Teilneh­
menden beeindruckt.
Dr. Arne Manzeschke ist Autor
einer Studie über ethische Fragen
im Bereich altersgerechter Assis­
tenzsysteme. Ernste moralische
Fragen, sagt er, seien solche, die
sich damit beschäftigten, wer
und was wir als Menschen seien
und in welcher Gesellschaft wir
miteinander leben wollten. Ethik
hingegen sei die Reflexion des
moralischen Handelns. Sie helfe
Foto: Schulz
Ist alles, was machbar ist, auch zu verantworten?
Bethel-Vorstand Prof. Dr. Günther Wienberg (v.l.), Priv.-Doz. Dr. Arne Manzeschke, BethelProjektleiterin Sonja Friedhof, Anja Pichl, Universität München, und Prof. Dr. Helge
Ritter, Universität Bielefeld, setzen sich für menschenfreundliche Technik ein.
dabei, sich moralisch richtig zu
verhalten. »Ziel des Workshops
ist es, Reflexionsräume zu eröff­
nen, um die Urteilskraft zu stär­
ken. Jeder soll durch ein struk­
turiertes Verfahren ein eigenes
Urteil fällen können.«
Sieben Dimensionen
Wie stark technische Neuerungen
das tägliche Leben beeinflussen,
machte der Moderator des Work­
shops am Beispiel »Telefonieren«
deutlich. »Wenn wir damals auf
einen Anruf gewartet haben,
mussten wir stundenlang am
Telefon sitzen bleiben. Heute
nimmt man das Telefon einfach
mit.« So könne man sich frei be­
wegen und sei immer und über­
all erreichbar. Daraus entstünde
aber auch die Erwartung, immer
und überall erreichbar zu sein.
»Wir müssen darauf achten,
dass die Technik uns zur Freiheit
verhilft und nicht hinter dem
Rücken das Gegenteil bewirkt.«
geplanten Systeme. Dabei be­
rücksichtigten sie die sieben ethi­
schen Dimensionen: Fürsorge,
Selbstbestimmung, Sicherheit,
Gerechtigkeit, Privatheit, Teilhabe
und Selbstverständnis. Auf der
Basis ihrer Ergebnisse trafen die
Teilnehmenden Vereinbarungen,
wie sie bei der Entwicklung der
neuen Technologien weiterhin
verfahren wollen. Dabei stehen
vor allem datenschutzrechtliche
Fragen, Sicherheit, Selbstbestim­
mung oder Barrierefreiheit im
Vordergrund. Im Laufe des drei­
jährigen Forschungsprojekts wird
es noch zwei weitere Ethikwork­
shops geben. Darin sollen die
Umsetzung der gemeinsam ge­
troffenen Vereinbarungen aus­
gewertet und weitere ethische
Fragen, die sich noch im Laufe
des Projekts ergeben, bearbeitet
werden.
– Silja Harrsen –
In kleinen Arbeitsgruppen disku­
tierten und beurteilten die Teil­
nehmenden die von KogniHome
13
Nach über 30 Jahren Krankenhaus in den Ruhestand
Foto: Elbracht
Dr. Rainer Valentin – mit ganzem Herzen Nephrologe
Seit 2001 leitete Dr. Rainer Valentin die Nephrologie.
Mehr als drei Jahrzehnte war Dr. Rainer Valentin Arzt im Betheler Krankenhaus in Bielefeld. In dieser Zeit hat er den Fachbereich Nieren- und Hochdruckkrankheiten maßgeblich weiterentwickelt und mitgeprägt. Jetzt ist der leitende Nephrologe des
Ev. Krankenhauses Bielefeld (EvKB) mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen. »Dr. Rainer Valentin war bei den Patienten
und im gesamten Team äußerst beliebt«, betont seine langjährige Stellvertreterin Dr. Mariam Abu-Tair, die im Januar seine
Nachfolge angetreten hat.
1975 lernte Rainer Valentin das
Krankenhaus Gilead in Bethel
zum ersten Mal kennen. Gerade
hatte er sein Staats­und Doktor­
examen an der Universität in Göt­
tingen abgelegt, als einer der Pro­
fessoren die angehenden Ärztin­
nen und Ärzte einlud, einen Teil
ihrer Medizinalassistentenzeit in
einem »nicht universitären Kran­
kenhaus« abzuleisten. Der Pro­
fessor hieß Konrad Wellmer und
war der chirurgische Chefarzt in
Gilead. »Ein Freund und ich haben
das Angebot wahrgenommen
und sind nach Bethel gefahren.
Dort verlebten wir als Medizinal­
assistenten eine wunderbare Zeit.
Wir trugen noch wenig Verant­
wortung und lernten viel«, blickt
Dr. Valentin zurück.
14
Damals begegnete er auch dem
Chefarzt der Medizinischen Klinik
in Gilead, Dr. Friedrich­Wilhelm
Bremer. In dessen Klinik machte
er später seine Ausbildung zum
Internisten. In der Klinik wurde
1969 zum ersten Mal in Bielefeld
eine junge Patientin regelmäßig
mit der künstlichen Niere behan­
delt. »Die Nephrologie war schwer
im Kommen und interessierte
mich sehr. Schon als Student
hatte ich mich mit chronisch ent­
zündlichen Nierenerkrankungen
befasst und meine Doktorarbeit
über das Thema geschrieben«,
berichtet Dr. Valentin. Dr. Bremer
ermunterte den jungen Facharzt,
diesen Weg weiterzugehen. Nach
einer Weiterbildung zum Neph­
rologen an der Universität in
Göttingen kam er dann dahin
zurück, wo er sich wohl gefühlt
hatte: nach Bethel.
Mitzuhelfen, die Nephrologie
weiterauszubauen, war eine
attraktive Aufgabe für den neuen
Oberarzt. 2001 übernahm Dr.
Rainer Valentin schließlich die
Leitung der Fachabteilung und
erhielt die Weiterbildungsbefug­
nis für den Bereich Innere Me­
dizin und Nierenheilkunde. 25
Nephrologinnen und Nephrolo­
gen haben ihre Facharztaner­
kennung bei ihm erworben.
»In der Region um Bielefeld
haben fast alle niedergelassenen
Nierenfachärzte ihre Ausbildung
im EvKB gemacht. Dadurch ist
die Vernetzung gut. Das EvKB
ist die Auffangklinik für chro­
nisch nierenkranke Patienten«,
hebt Dr. Valentin hervor.
Dialyse seit 1945
In seiner über 30­jährigen Tätigkeit
waren etliche der heute erwach­
senen Patienten noch Jugendli­
che, als Dr. Valentin sie kennen
Dr. Rainer Valentin …
Foto: Elbracht
lernte. »Chronisch nierenkrank
heißt immer nierenkrank. Die
Aufgabe des Nephrologen ist es,
den Patienten auf dem weiteren
Lebensweg so zu begleiten, dass
der unaufhaltsame Prozess ver­
langsamt wird. Am Ende dieses
Weges steht oft die Dialyse«,
macht Dr. Valentin deutlich.
Bei Nierenversagen stirbt der
Mensch innerhalb kurzer Zeit an
Harnvergiftung. Erst durch die
Dialysebehandlung, die erstmals
1945 von dem holländischen
Arzt Dr. Willem Kolff in der Praxis
eingesetzt wurde, ist ein Leben
auch bei fehlender Nierenfunk­
tion möglich.
Für die Organspende
EvKB-Geschäftsführer Dr. Rainer Norden (l.) verabschiedete Dr. Valentin Mitte Januar
bei einer Feier im Richard-Wilmanns-Saal.
Drei bis vier Mal die Woche müs­
sen die Patienten für vier bis fünf
Stunden zur Blutreinigung an
Apparate angeschlossen werden.
»Das ist belastend und bringt oft
soziale Probleme mit sich. Abhilfe
kann nur die Nierentransplanta­
tion schaffen«, so der Betheler
Nephrologe, der sich entschieden
für die Organspende einsetzt.
Alle dialysepflichtigen Patienten
hätten ein Recht auf eine Nieren­
transplantation, betont er. »Es
sei denn, erhebliche Begleiter­
krankungen stehen einer Organ­
transplantation entgegen. Doch
die Liste der Patienten, die auf
ein Spenderorgan warten, wird
immer länger, weil es nicht genü­
gend Spenderorgane gibt. Das
Problem hat sich in der letzten
Zeit verschärft«, beklagt Dr.
Valentin. Ein Grund sei der Skan­
dal um manipulierte Wartelisten
bei Lebertransplantationen, der
die Bevölkerung verunsichert
habe – zum Schaden aller auf
eine Transplantation wartenden
Patientinnen und Patienten.
Foto: privat
Behindertenmedizin
1977 begann Dr. Rainer Valentin seine
internistische Facharztausbildung in den
Krankenanstalten Gilead.
Die Nephrologische Abteilung
im EvKB hat eine Besonderheit:
die Behandlung von Menschen
mit Behinderungen. Von weit her
kommen die Patienten ins EvKB.
»Denn wir haben die Unterstüt­
zung der Spezialabteilung für
Behindertenmedizin in Bethel«,
so Dr. Valentin. »Kürzlich hatten
wir einen autistischen, dialyse­
pflichtigen Jungen unter unseren
Patienten. Schon ihm Blut ab­
zunehmen war abenteuerlich.
Er ließ sich nicht beruhigen.«
Daraufhin habe er das Zentrum
für Behindertenmedizin kontak­
tiert. »Ich weiß nicht wie, aber
sie brauchten nur wenige Minu­
ten zur Blutentnahme«, sagt er
anerkennend.
Dr. Valentin ist Nephrologe mit
ganzem Herzen. »Als Nieren­
facharzt ist man über viele Jahre
ganz nah dran am Patienten.
Da entsteht oft eine intensive
Bindung. Für die Begleitung von
dialysepflichtigen Menschen be­
darf es einer gewissen Hingabe.
Das ist eine zutiefst menschliche
Dienstleistung«, betont der Arzt.
Viele positive Rückmeldungen
haben er und sein Team von
den Patienten bekommen. »So
viel Dankbarkeit zu erfahren
hat mich sehr befriedigt. Dann
haben wir wohl eine Menge
richtig gemacht.«
– Silja Harrsen –
15
Bethel in Hannover
Ein Zuhause auf Zeit am Stadtwald
Fotos: Schulz
»Hier kann man so viel bewirken!«
Nadine Sander koordiniert das Team in der Wolfstraße.
14 Uhr. Hannover. Wolfstraße 14. Noch ist es still in der Einrichtung der Betheler Birkenhof Jugendhilfe. Mittagsruhe eben.
Sieben Mädchen und Jungen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren
wohnen zurzeit hier. Die älteren sind jetzt in der Schule, die
jüngeren auf ihren Zimmern.
Das Haus Nr. 14 reiht sich ein in
eine Zeile gepflegter Einfamilien­
häuser. Auf der anderen Straßen­
seite befindet sich die »Eilenriede«,
der große Stadtwald von Han­
nover. Zwischen einer begrünten
Garage und einem rot verklinker­
ten Mülleimer­Abstellplatz kommt
man zur Eingangstür des Hauses.
»Birkenhof Jugendhilfe« ist auf
einem unscheinbaren Zettel zu
lesen – nur ein kleiner Hinweis
für den Postboten, denn es gilt
das Motto »So normal wie mög­
lich wohnen«. Ein großes Schild
»Kinderheim« sucht man darum
vergebens.
Vor vier Tagen am Sonntag wurde
ein neuer Junge in die Wohn­
gruppe an der Eilenriede aufge­
nommen. Axel Hornig, sein künf­
tiger Bezugsmitarbeiter, hatte
extra die Schlafbereitschaft über­
nommen. Der Sozialpädagoge
war schon beim Hilfeplangespräch
dabei und wollte den Siebenjäh­
rigen auch bei seiner Ankunft in
16
der neuen Umgebung begleiten.
Die Kinder in der Wohngruppe
sind in der Regel zuvor ein halbes
Jahr lang in der Betheler Einrich­
tung »Kind in Diagnostik« gewe­
sen. »KID« ist ein Diagnostik­
und Therapiezentrum für Kinder,
bei denen der Verdacht besteht,
dass sie Opfer von Vernachlässi­
gung, körperlicher Misshand­
lung oder sexuellem Missbrauch
geworden sind. Da ein halbes
Jahr nicht immer ausreicht, um
eine neue Perspektive für das
Kind und seine Eltern abzuklären,
wurde im September 2012 die
Wohngruppe an der Eilenriede
als Nachsorgeangebot eingerich­
tet. Hier bleiben die Kinder zwi­
schen einem und drei Jahren.
»Im Laufe der Zeit zeichnet sich
ein Bild ab, was ihnen in ihren
Familien geschehen sein kann.
Sie erzählen nichts und tragen
das Erlebte Jahre lang mit sich
herum. Was ihnen vermutlich
passiert ist, zeigen sie über ihr
Verhalten«, erläutert Teamkoor­
dinatorin Nadine Sander.
Der neue Junge gehört auf jeden
Fall zu den Kindern, die in ihrer
Familie eine Erwachsenenrolle
übernehmen mussten. Das war
für Nadine Sander sofort klar, als
sie in Vertretung der Hauswirt­
schafterin ein Hühnerfrikassee
aufsetzte und der Kleine sofort
fragte: »Soll ich das Essen zube­
reiten?« Andere Kinder in seinem
Alter spielen mit Legos, viele Kin­
der in der Wolfstraße 14 müssen
das Spielen erst lernen. »Sie haben
ihre Eltern oder Geschwister ver­
sorgt und wissen nicht, wie das
Spielen geht«, so Nadine Sander.
»Und sie wissen auch nicht, was
ihnen Spaß macht. Das muss man
Die Wohngruppe an der Eilenriede hat ihr Zuhause in einer gehobenen Wohngegend.
Bethel in …
Simon Klüter und einer der jungen Hausbewohner in dem großen
Sandkasten, der früher ein Swimming-Pool war.
erst mit ihnen in einer langen
Suche herausarbeiten.« Umso
mehr freut sie sich über einen
der beiden 14­Jährigen, der jetzt
im Judo­ und im Tischtennisver­
ein ist. »Es ist toll zu sehen, wenn
sie ihre Stärken erkennen und in
ihrer Persönlichkeit wachsen.«
Auch für Axel Hornig ist das ganz
wichtig in seiner Arbeit: »Man
kann in der Jugendhilfe so viel
bewirken und helfen«, betont er.
»Und es ist eine ganz frische Ar­
beit, denn trotz aller Probleme hat
man mit den Kindern viel Spaß.«
Therapie im Haus
Die aktuelle Gruppe sei ziemlich
ruhig, erzählt der 35­Jährige. Oft
gilt es aber auch, schwierige Situ­
ationen zu meistern – auf einge­
tretene Türen und »fliegende«
Gegenstände oder kleine Schläge­
reien zwischen den Kindern zu
reagieren. »Die Kinder haben sich
antrainiert, Wutanfälle zu bekom­
men, damit sie nicht tun müssen,
wozu sie keine Lust haben. Sie
haben nicht gelernt, sich verbal
zu äußern«, so Axel Hornig.
Kommt ein Kind in den »Wutmo­
dus«, wird es erst einmal auf sein
Zimmer geschickt. Gelingt das
nicht, gehen die anderen. »Man
muss dafür sorgen, dass das Kind
kein Publikum hat«, unterstreicht
Axel Hornig. Nach einer Viertel­
stunde sei die Wut verraucht, und
man könne wieder miteinander
ins Gespräch kommen.
Axel Hornig arbeitet gerne in der Jugendhilfe.
Seit Januar gibt es im Haus eine
Therapeutin und einen Thera­
peuten, die sich eine halbe Stelle
teilen. So kann die therapeuti­
sche Arbeit mit den oft traumati­
sierten Kindern sofort beginnen.
Das Therapiezimmer befindet
sich in der oberen Etage. Dort
gibt es auch vier Einzelzimmer
für ältere Kinder oder Jugendli­
che. Im Erdgeschoss wohnen die
Jüngeren. Gerade nachts fühlen
sie sich in der Nähe des Büros
sicherer, denn dort ist immer eine
Mitarbeiterin oder ein Mitarbei­
ter für sie erreichbar.
Ein Schlafsofa ergänzt die übli­
che Büroausstattung. Zwischen
Stundenplänen an den Schrank­
türen und bunten Bildern, die
die Kinder gemalt haben, schläft
Axel Hornig dort heute Nacht.
Wenn er morgen Früh um sechs
Uhr die Kinder weckt, hat er den
Frühstückstisch bereits gedeckt.
Bis alle das Haus verlassen, geht
es ganz schön hektisch zu. In all
dem Trubel heißt es »Ruhe be­
wahren«. Die Grundschüler wer­
den zur Schule begleitet, sie fan­
gen günstiger Weise zur selben
Zeit an; die anderen fahren mit
Bus oder Taxi zur Förderschule,
der Realschule oder der Integrier­
ten Gesamtschule.
Heute aber ist die Schule erst ein­
mal beendet, und gegen 16 Uhr
sind auch die letzten Hausbe­
wohner zurückgekehrt. Die erste
Gruppe bricht jetzt mit Axel Hor­
nig zum Skaten ins nahe gele­
gene Jugendzentrum auf, ges­
tern ging es zum Waldspazier­
gang in die Eilenriede. Die ande­
ren essen noch etwas und folgen
später mit Simon Klüter nach.
Der Teilnehmer des Betheljahrs
kommt aus Bielefeld. In die Wohn­
gruppe an der Eilenriede sei er
eher per Zufall vermittelt worden,
erzählt er und fügt lächelnd hin­
zu: »Ein guter Zufall!«
– Petra Wilkening –
Wohngruppe an der Eilenriede
· Nachsorge­Einrichtung der
Birkenhof Jugendhilfe in
Hannover; 2012 eröffnet
· 8 Plätze für Kinder im Alter
von 6 bis 14 Jahren
· Team: 5,5 Stellen (Heilpäda­
gogin, Sozialpädagogen, Be­
rufspraktikant), 1 Hauswirt­
schaftskraft, 1 Betheljahr­
Teilnehmer
Eine wichtige Regel bei sieben Kindern.
17
Gymnasium Bethel: Hans­Wilhelm Lümkemann im Ruhestand
Der Freund des langen gemeinsamen Lernens
In seinen 34 Dienstjahren in den
Friedrich­v. Bodelschwingh­Schu­
len hat Hans­Wilhelm Lümke­
mann Veränderungen, die sich
in der Schul­ und Bildungsland­
schaft anbahnten, häufig sehr
früh erkannt. Lange bevor die
öffentliche Diskussion um Inklu­
sion einsetzte, hatte er einen ge­
meinsamen Unterricht von Kin­
dern mit und ohne Behinderun­
gen entwickelt und vorbereitet.
Als erstes Gymnasium in Biele­
feld führten die Friedrich­v.­Bodel­
schwingh­Schulen 2008 den
gemeinsamen Unterricht in der
Sekundarstufe I ein.
Barbara Manschmidt (l.), Geschäftsführerin der Schulen, und Bethel-Vorstand Pastorin
Dr. Johanna Will-Armstrong verabschiedeten Hans-Wilhelm Lümkemann.
seit damals stetig weiterentwi­
ckelt. Begleitet von angehenden
Erziehern und unter der Leitung
einer Diplom­Sozialpädagogin
können mittlerweile in der Schule
90 Schülerinnen und Schüler bis
17 Uhr ihre Hausaufgaben erle­
digen oder an einer Vielzahl von
Freizeitaktivitäten teilnehmen.
mehr Schüler leben heute in
Haushalten mit einem alleiner­
ziehenden Elternteil. Damit sie
auch nachmittags bei uns bleiben
können, brauchten wir ein zu­
sätzliches schulisches Angebot«,
so Hans­Wilhelm Lümkemann.
Darum sei so etwas wie eine
»Kindervolkshochschule« ent­
standen – mit vielen Angeboten
fernab der »klassischen« Schul­
inhalte; wie zum Beispiel chine­
sisch Kochen, Aquariumbau oder
Jonglage. Hans­Wilhelm Lümke­
mann hat die »verlässliche Schule«
Besonderer Schulträger
Foto: Elbracht
Auch die Einrichtung der »ver­
lässlichen Schule« im Jahr 2003
war sehr fortschrittlich. »Immer
Foto: Schulz
Vorausschauend planen und
Mut haben zum Experimentieren – das sind Eigenschaften,
die den langjährigen Leiter
des Gymnasiums Bethel HansWilhelm Lümkemann ausgezeichnet haben. »Ich habe
mich immer bemüht, frühzeitig zu erkennen, wohin die
Entwicklungen in der Bildungslandschaft gingen und was
für die Schule und die Schüler-Motivation wichtig war«,
sagt der 65-jährige Pädagoge,
der Ende Januar in den Ruhestand ging.
Im März 2011 legte Hans-Wilhelm Lümkemann den Grundstein für den Erweiterungsbau an der Rehwiese.
18
Seine Experimentierfreudigkeit
brachte Hans­Wilhelm Lümke­
mann aus seinem ersten Beruf
als gelernter Chemielaborant mit.
Aber Bethel, der besondere
Träger der Friedrich­v.­Bodel­
schwingh­Schulen, und dessen
diakonisches Profil würden auch
dazu verpflichten, in bestimmten
Bereichen mutig voranzugehen
und Projekte mit Modellcharak­
ter zu entwickeln, findet Hans­
Wilhelm Lümkemann. »Ich bin
sehr dankbar, dass ich hier viele
Gestaltungsmöglichkeiten hatte.
Durch unseren Schulverbund
verfügen wir natürlich über bes­
sere Ressourcen und Rahmen­
bedingungen als viele andere
Schulen.«
Der Freund …
Die Gründung der Sekundarschule
sei »ein zweifelsohne großer Er­
folg« gewesen, sagt Hans­Wil­
helm Lümkemann. »Ich bin ein
Freund des möglichst langen
gemeinsamen Lernens. Mit der
frühen Aufteilung der Schüler
verschüttet unser Schulsystem
früh bestimmte Begabungen.
Außerdem nehmen Schüler mit
besonderen Begabungen andere
mit.« In der Sekundarschule
Bethel lernen alle Jungen und
Mädchen von der 5. bis zur 10.
Klasse gemeinsam.
Der internationale Schüleraustausch über die Europaklasse war Hans-Wilhelm Lümkemann wichtig.
»Ich fand es sinnvoll, die Unter­
richtsdauer zu erhöhen. Das hat
den Vorteil, dass weniger Fächer
an einem Tag stattfinden und die
Schüler nicht bis zu acht Mal am
Tag den Schalter umlegen müs­
sen«, so Hans­Wilhelm Lümke­
mann. Ideal wäre seiner Ansicht
nach eine Dauer von 60 Minuten
gewesen. »Das hat aber leider
nicht geklappt«, bedauert er.
als junger Mathe­ und Physik­
lehrer an das Gymnasium Bethel
kam, seien Lehrer noch »reine
Fachlehrer« gewesen. »Heute
kommen zunehmend erziehe­
rische Aufgaben auf einen zu.
Immer weniger Schüler werden
in geregelten Familienverhältnis­
sen groß. Und mediale Einflüsse
nehmen zu – nicht nur im posi­
tiven Sinne«, sagt der Vater von
zwei erwachsenen Kindern. Die
Schüler seien häufiger unkonzen­
triert, Konfliktlösung spiele im
Verhältnis zur Stoffvermittlung
oft eine zu große Rolle. »In Zu­
kunft wird es immer wichtiger,
den Schülern neue Anreize zu
bieten und sie passgenau zu för­
dern und zu motivieren.«
Eine Schule müsse sich kontinu­
ierlich weiterentwickeln, weil
auch die Schüler sowie ihr gesell­
schaftliches und soziales Umfeld
sich veränderten, meint Hans­
Wilhelm Lümkemann. Als er 1981
Foto: Schulz
Ein wichtiger Schritt in seiner Zeit
als Leiter des Gymnasiums Bethel
sei die Einführung des Ganztags
im Schuljahr 2010/2011 gewesen,
so Hans­Wilhelm Lümkemann.
Außerdem hat die Schule das
»Zeitraster« für den Unterricht
von 45 auf 90 Minuten umgestellt.
Foto: Elbracht
Hans­Wilhelm Lümkemann lei­
tete das Gymnasium seit Ende
1998. Vorher war er unter ande­
rem stellvertretender Schulleiter
der Kollegschule Bethel sowie
Leiter der studienqualifizierenden
Bildungsgänge an der Kolleg­
schule. Von April 2010 bis August
2014 war er zudem kommissari­
scher Leiter der Realschule Bethel,
die eine auslaufende Schulform
ist und von der neuen Sekundar­
schule Bethel abgelöst wird.
Hans-Wilhelm Lümkemann suchte stets den fachlichen Austausch mit Kolleginnen und
Kollegen.
Mitte Januar wurde Hans­Wilhelm
Lümkemann mit einem Gottes­
dienst in der Zionskirche und
einem Festakt im Gymnasium
aus dem Dienst verabschiedet.
Sein Nachfolger ist seit dem 1.
Februar Dr. Andreas Gather. Der
53­Jährige ist seit 2003 Lehrer
am Gymnasium Bethel. Gegen­
wärtig besuchen 1.270 Schüle­
rinnen und Schüler das öffent­
lich­stiftische Gymnasium.
– Gunnar Kreutner –
19
10 Jahre Palliativstation im EvKB
Foto: Kreutner
»Lasst die Sterbenden sterben«
Dr. Stein Husebø (r.) hielt den Festvortrag auf Einladung von Chefarzt Prof. Dr. Florian
Weißinger.
Ein Plädoyer für die passive Sterbehilfe hielt Dr. Stein Husebø,
Gründungsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Palliativmedizin, Mitte Dezember anlässlich des 10-jährigen Jubiläums
der Palliativstation im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB). »Es ist
ein deutsches Problem, dass man die Sterbenden nicht sterben
lässt«, sagte Dr. Stein Husebø bei der Festveranstaltung in der
Betheler Klinik für Psychotherapeutische und Psychosomatische
Medizin.
Dr. Stein Husebø machte sich
dafür stark, dass es sterbenskran­
ken Menschen ermöglicht werde,
in ihrem vertrauten Umfeld ster­
ben zu können. In Norwegen
würden diese Menschen vorwie­
gend in ihren Pflegeheimen oder
zuhause sterben, in Deutschland
hingegen überwiegend auf den
Intensivstationen der Kranken­
häuser, kritisierte er vor rund 90
Gästen. Er hielt seinen Festvortrag
auf Einladung des Klinik­Chef­
arztes Prof. Dr. Florian Weißinger.
An einem Fallbeispiel aus seiner
praktischen Arbeit als Palliativ­
mediziner am Universitätsklinikum
im norwegischen Bergen veran­
schaulichte Dr. Stein Husebø
seinen Standpunkt: Eine ältere
Dame sei an Krebs erkrankt ge­
wesen. Ein Chirurg habe ihn
damals informiert, dass sie einen
20
chirurgischen Eingriff höchst­
wahrscheinlich nicht überleben
würde. Dr. Husebø informierte
die Patientin daraufhin über ihre
Chancen. Die Frau antwortete:
»Verstehe ich Sie richtig? Ich
habe die Wahl zwischen OP und
keiner OP, und in beiden Fällen
sterbe ich in einigen Wochen
oder in einem Monat?« »Ja«,
antwortete Dr. Husebø. »Danke,
dann will ich nach Hause!«, so
die Patientin.
Der schlimmste Verlust
Nach Ansicht von Dr. Stein Huse­
bø seien solche Gespräche mit
sterbenskranken Menschen un­
erlässlich, um die richtigen Ent­
scheidungen im Sinne der Patien­
ten treffen zu können. Außerdem
findet er es wichtig, dass mehr
Menschen das Sterben in ihren
Familienbezügen ermöglicht wird,
wenn es ihrem geäußerten oder
mutmaßlichen Willen entspricht.
Zuhause sei es für den Patienten
»eine ganz andere Wirklichkeit«
als in einer Klinik. Dr. Stein Huse­
bø berichtete, er habe viele ster­
bende Menschen zuhause und
in Kliniken erlebt. Zuhause sei es
für die Betroffenen »eine völlig
andere Situation«. Das Verdrän­
gen des Todes aus den Familien
sei der schlimmste Verlust der
modernen Gesellschaft. »Es gibt
Menschen, die nicht mehr gesund
werden, die sterben. Das bedeu­
tet aber nicht, dass es keine Hoff­
nung gibt. Das bedeutet nur, dass
die Hoffnung eine andere ist«,
sagte er. Die Hoffnung und den
Wunsch, zuhause sterben zu
können, müsse man sehr ernst
nehmen.
Beiderseitige Offenheit
Dr. Stein Husebø legt besonderen
Wert auf die Kommunikation mit
den Patienten. Offenheit der Ärzte
gegenüber den sterbenskranken
Menschen und umgekehrt sei
die wichtigste Voraussetzung
dafür, dass das Lebensende gut
gestaltet werde. »Besonders bei
verschlossenen Patienten emp­
fehle ich: Setzen Sie sich hin, um
auf gleicher Augenhöhe mit den
Betroffenen zu sein. Kommuni­
kation ist vor allem Zuhören.«
Auf der Palliativstation im EvKB
am Standort Johannesstift wer­
den Menschen mit einer fort­
geschrittenen, nicht heilbaren
Krankheit aufgenommen. Im
Vordergrund der Behandlungen
stehen die Linderung der Be­
schwerden und die Verbesserung
der Lebensqualität in der ver­
bleibenden Zeit.
– Gunnar Kreutner –
Für drei Jahre in Tansania arbeiten
Tim und Si-yeun Hammerbacher gehen nach Lutindi
»Für drei Jahre nach Tansania zu
gehen, das ist schon ein Wagnis
und auch ein bisschen Abenteu­
er«, überlegt Si­yeun Hammer­
bacher. Die junge Mutter mit
koreanischen Wurzeln freut sich
auch auf das ganz andere Leben
in Afrika. »Wir haben beide
großes Interesse an der anderen
Kultur und wollen gerne einen
Beitrag zur Entwicklungszusam­
menarbeit leisten«. In Lutindi
lösen sie das Ehepaar Barbara
und Werner Blauth ab, die bereits
zum wiederholten Mal für meh­
rere Jahre im Auftrag der Verein­
ten Evangelischen Mission und
der v. Bodelschwinghschen Stif­
tungen Bethel dort gearbeitet
haben. Seit fast 120 Jahren be­
steht das Krankenhaus für psy­
chisch kranke Menschen im Nord­
osten Tansanias in den Usambara­
bergen; und über all die Jahre
waren Bethel­Mitarbeitende dort
in der Leitung tätig.
Zwei Bereichsleiter
Tim Hammerbacher erinnert sich,
dass er die Stelle in Lutindi schon
sehr interessant fand, als sie 2009
ausgeschrieben war. »Und jetzt
haben wir gedacht, das ist der
Moment, wo wir die Herausfor­
derung annehmen und unsere
Fähigkeiten an anderer Stelle
ausprobieren wollen.« Das Ehe­
paar hat bisher in Bethel.regional
Foto: Elbracht
»Wir haben das Gefühl, das
ist unser Auftrag, ja Gottes
Wille, dass wir jetzt nach Lutindi gehen«, sagt Tim Hammerbacher. Zusammen mit
seiner Frau Si-yeun und der
knapp zwei Jahre alten Tochter Mira ist der Nazareth-Diakon am 11. Januar im Zionsgottesdienst in Bielefeld-Bethel
nach Tansania ausgesandt
worden. Dort übernimmt Tim
Hammerbacher die Verwaltungsleitung des Mental Hospital Lutindi.
Vor der Ausreise nach Tansania tauschte sich Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor
Ulrich Pohl (l.) mit Ehepaar Hammerbacher aus.
im Ruhrgebiet in verschiedenen
Einrichtungen gearbeitet: Tim
Hammerbacher zuletzt als Be­
reichsleiter im Haus Oberfeld und
dem Intensiv­Unterstützungs­An­
gebot Huckarde in Dortmund,
seine Frau Si­yeun als Bereichs­
leiterin in der Kirchbergstraße in
Hagen. Kennen gelernt haben
sich beide aber nicht im Ruhrge­
biet, sondern beim Studium an
der Fachhochschule der Diakonie
in Bielefeld­Bethel. 2011 haben
sie in der Zionskirche geheiratet.
Diakon Tim Hammerbacher hat
gerade im Dezember seinen
Master in Sozial­ und Gesund­
heitsmanagement abgeschlos­
sen; seine Frau, die auch zur
Diakonischen Gemeinschaft
Nazareth gehört, absolviert der­
zeit ein Masterstudium in Orga­
nisationsentwicklung und Super­
vision. »Das kann ich in Tansa­
nia gut fortsetzen, auch über
e­Learning, und außerdem gibt
es dort ja in der Nähe die Sebas­
tian Kolowa Memorial Univer­
sity in Lushoto, die ich nutzen
kann«, ist Si­yeun Hammerba­
cher zuversichtlich. Und sie freut
sich auch auf das neue Leben
in Afrika, wo beide bisher noch
nicht waren. »Wir werden sicher
als Kleinfamilie nochmal anders
zusammenwachsen.«
Mitte Januar gestartet
Am 15. Januar ist Familie Ham­
merbacher vom Flughafen
Düsseldorf gestartet und über
Amsterdam direkt zum Kiliman­
jaro­Airport in Tansania geflogen.
In den ersten vier Wochen ge­
wöhnen sie sich, zunächst noch
unterstützt vom Ehepaar Blauth,
in Lutindi ein, dann folgen noch­
mal Sprachkurse, bevor endgül­
tig die Alltagsroutine für Familie
Hammerbacher im Mental Hospi­
tal Lutindi beginnt. »Wir wollen
einen offenen Umgang mit den
Menschen dort pflegen, und viel­
leicht können wir ein bisschen
mehr Akzeptanz von psychisch
kranken Menschen in der tansa­
nischen Gesellschaft erreichen«,
hofft Tim Hammerbacher.
– Jens U. Garlichs –
21
Universität Bielefeld und Bethel kooperieren
Foto: Elbracht
Erst der Obstkorb, dann die Kaffeemaschine?
Frühstückspause in der Cafeteria: Carina Venne hätte gerne einen Milchkaffee –
kein Problem für Abdulla Moussa.
Berufstätige Menschen mit geistigem Handikap werfen hin und
wieder Arbeitsabläufe durcheinander: Dann spannen sie zum
Beispiel ein Werkstück nicht ein, bevor sie es schleifen, oder sie
vergessen, für eine Ware zu kassieren. Ein neues Projekt der Universität Bielefeld und von Bethel unterstützt Menschen mit Behinderungen, diese Abläufe reibungslos zu meistern. Im Januar
startete eine dreijährige Kooperation.
Das Forschungsvorhaben ist in
der Cafeteria des Bildungszent­
rums Schopf an der Brokstraße
in Bielefeld angesiedelt. Hier wer­
den junge Menschen mit Behin­
derungen so gefördert, dass sie
trotz ihrer Beeinträchtigungen
eine Arbeit ausüben können und,
wenn möglich, eine Beschäftgung
auf dem ersten Arbeitsmarkt
22
finden. Deshalb lernen sie bei­
spielsweise, Essen zuzubereiten,
Gäste zu bedienen oder beim
Catering zu helfen. Doch es
kommt vor, dass Beschäftigte
nicht immer die angemessene
Abfolge der zu erledigenden
Tätigkeiten erkennen. Deshalb
ist es für sie wichtig zu lernen,
dass in unterschiedlichen zeit­
lichen Phasen bestimmte Dinge
zu tun sind.
Anschließend wertete das Pro­
gramm die Antworten aus. Durch
die Software wird die Diagnostik
systematisiert und individualisiert.
Dadurch können die Ausbilder
die Auszubildenden gezielter an­
sprechen. Für die Zukunft ist ein
Avatar­System geplant. Auf dem
Computerbildschirm soll dann das
Gesicht eines virtuellen Menschen
erscheinen, der mit den Auszubil­
denden redet, ihnen Ratschläge
gibt und der sie motiviert.
– RB –
Foto: Universität Bielefeld
Ein Computerprogramm, das indi­
viduelle Probleme und Fortschritte
in Arbeitsabläufen anzeigt, um
dann Tipps zur Verbesserung vor­
zuschlagen, haben die Sportwis­
senschaftler Ludwig Vogel und
Heiko Lex vom Exzellenzcluster
CITEC der Universität entwickelt.
Geleitet wird das »Adaptive Cog­
nitive Training« getaufte Projekt
von Prof. Dr. Thomas Schack. Aus
Bethel ist proWerk, der Stiftungs­
bereich für Arbeit und berufliche
Rehabilitation, beteiligt. In einem
Pilotprojekt mit zwölf Personen
wurden bereits Erfahrungen mit
der Software gesammelt.
Helfen kann die Kategorisierung
der einzelnen Aktionen – und hier
setzt das Computerprogramm an.
Die Beschäftigten im Kiosk der
Cafeteria sollen künftig am Bild­
schirm entscheiden, welche Ar­
beitsschritte wann wichtig sind.
Dazu stellt die Software verbal
und grafisch Tätigkeitsfelder dar,
die die Helfer zuordnen sollen.
Gehört zum Beispiel das Auffül­
len eines Obstkorbs zum Vorbe­
reiten der Kaffeemaschine? Um
diese Fragen zu beantworten,
schieben die Auszubildenden mit
der Hand die Bilder entweder auf
die rechte oder auf die linke Seite
des Bildschirms. Es zeigte sich,
dass manche Beschäftigten Tätig­
keiten nach dem Zufallsprinzip
zuordneten oder alle Bilder mit
viel blauer Farbe zusammensor­
tierten. Andere bewältigten die
Aufgabenstellung souverän.
Auf die richtige Reihenfolge kommt es an: Schritt für Schritt zeigt die Software die
Arbeitsabläufe im Kiosk.
Gesellschaft für Epilepsieforschung
Glasgow-Studie und Bethel-Forschung
Wie sich ein Krankenhausaufenthalt auf die Lebensqualität
von Menschen mit Epilepsie
und geistigen Behinderungen
oder erworbenen Hirnschädigungen auswirkt, wird im
Epilepsie-Zentrum Bethel in
der BEOS-Studie untersucht.
Sie war ein Thema bei der
Jahreshauptversammlung der
Gesellschaft für Epilepsieforschung Ende vergangenen
Jahres in der Klinik Mara in
Bielefeld-Bethel.
Fotos: Elbracht
»Über die Lebensqualität von
Menschen mit Epilepsie wurde
viel geforscht, nicht aber über
die Lebensqualität von Menschen
mit Epilepsie und geistiger Behin­
derung«, unterstrich Dr. Birgitt
Müffelmann, die an der BEOS­
Studie beteiligt ist. Weltweit sei
das Interesse an dem Thema sehr
groß. »Und es ist naheliegend,
dass in Bethel diese Forschung
vorangetrieben wird. Denn die
Patientengruppe, um die es geht,
gehört hier zum Alltagsbild«,
sagte die Oberärztin des Epilep­
sie­Zentrums Bethel. Doch die
Studie stellt die Wissenschaftler
vor Herausforderungen. »Wie
können wir den Behandlungser­
folg messen, wenn sich die Men­
schen aufgrund ihrer schweren
Behinderungen nicht äußern
können?«, so Dr. Müffelmann.
geführt wurde, »Glasgow Epilep­
sy Outcome Scale«, kurz GEOS.
Folgerichtig hat sie in Bethel den
Namen BEOS­Studie erhalten.
Die Datenerhebung läuft derzeit,
die Auswertung der Ergebnisse
ist für 2016 geplant. Federfüh­
rend bei der BEOS­Studie ist das
Koordinierungszentrum für Stu­
dien in der Epileptologie.
Dr. Birgitt Müffelmann informierte über
den Stand der BEOS-Studie.
Nicht die Patienten, sondern ihre
Angehörigen und Betreuer in den
stationären Wohneinrichtungen
werden in der Bethel­Studie be­
fragt. Der Fragebogen lag zu­
nächst nur in englischer Sprache
vor. Er wurde im Rahmen einer
Studie zur Lebensqualität von
Menschen mit leichteren geisti­
gen Behinderungen entwickelt
und ist in übersetzter und über­
arbeiteter Form jetzt auch für die
Patientengruppe in Bethel geeig­
net. Die britische Studie heißt
nach der Stadt, in der sie durch­
Das Koordinierungszentrum ist
eine der drei Abteilungen der Ge­
sellschaft für Epilepsieforschung.
Zu ihr gehören auch das Pharma­
kologische Labor und die Magnet­
resonanztomografie (MRT). Dass
es die MRT­Abteilung seit nun­
mehr 15 Jahren gibt, darüber in­
formierte der leitende Arzt Dr.
Friedrich Wörmann. »Neben der
klinischen Arbeit arbeiten wir
auch wissenschaftlich. MRT­Mit­
arbeiter waren an 60 PubMed­
gelisteten Artikeln beteiligt«,
so der Wissenschaftler stolz.
PubMed ist eine internationale
Datenbank mit medizinischen
Artikeln. In den 15 Jahren wurden
rund 26.500 MRT­Untersuchun­
gen durchgeführt.
Die Gesellschaft für Epilepsiefor­
schung wurde 1955 gegründet
und blickt in diesem Jahr auf 60
Jahre erfolgreicher Forschung
zurück.
– Silja Harrsen –
Die Mitglieder trafen sich zu ihrem jährlichen Austausch in der Klinik Mara.
23
Foto: Schulz
RING-Magazin
Aus dem Stiftungsbereich Schulen und der Zionsgemeinde in Bielefeld­Bethel feierten 62 Jubilarinnen
und Jubilare im vergangenen Dezember ihr Arbeitsplatzjubiläum. Im Ausbildungshotel Lindenhof in Bielefeld­
Bethel gab es eine kurze Ansprache, ein Erinnerungsfoto und ein gutes Essen. Drei Kolleginnen und Kolle­
gen berichteten von ihrem ersten Arbeitstag in Bethel. Barbara Manschmidt, Geschäftsführerin des Stiftungs­
bereichs Schulen, und Andre Leonhard, Leiter der Schulverwaltung, dankten den Jubilarinnen und Jubilaren
für ihren engagierten Einsatz. Die Kollegen und Kolleginnen blicken auf insgesamt 1.516 Dienstjahre zurück.
ZAPA: Glaukomfrüherkennung für Mitarbeitende
Eine kostenfreie Vorsorgeaktion
zur Glaukomfrüherkennung
bietet das Zentrum für Arbeits­
medizin (ZAPA) im März Mitar­
beitenden der v. Bodelschwingh­
schen Stiftungen Bethel ab dem
40. Lebensjahr an. Die gefährliche
Augeninnendruckerhöhung –
Glaukom oder »Grüner Star« –
frühzeitig zu entdecken und so
einem Sehkraftverlust vorzubeu­
gen ist das Ziel. In Deutschland
geht man von rund einer Million
Erkrankter aus; bei der Hälfte
von ihnen bleibt die Erkrankung
unerkannt bzw. unbehandelt.
Die vorbeugende Untersuchung
ist nicht mehr Bestandteil der
gesetzlichen Krankenversiche­
rung und muss von den Patien­
ten gesondert bezahlt werden
(IGEL­Leistung). Hieraus resultiert
24
die hohe Dunkelziffer von nicht
erkannten Erkrankungen. Beson­
ders betroffen sind Menschen ab
dem 40. Lebensjahr, Kurzsichtige
und Diabetiker. Bei rechtzeitiger
Diagnose kann durch Behand­
lung oder Operation der Sehver­
lust gestoppt werden.
Die schmerzfreie Untersuchung
mit einem Spezialgerät wird in
der Zeit vom 2. bis 3. März im
ZAPA – Arbeitsmedizin, Mara­
weg 7 in Bielefeld, angeboten.
Die Fahrtüchtigkeit wird durch
die Untersuchung nicht beein­
trächtigt.
Einen Termin kann man unter
Tel. 0521 144­3623 vereinbaren.
Alarm im Darm
Für Menschen mit Fruchtzucker­
unverträglichkeit bietet die Diät­
assistentenschule im Ev. Kran­
kenhaus Bielefeld am Standort
Johannesstift die dreitägige
Schulung »Alarm im Darm –
Gesunde Ernährung bei Fructose­
Intoleranz« an. Die Teilnehme­
rinnen und Teilnehmer erfahren
mehr über Ursachen, Symptome,
ausgewogene Ernährung und
geeignete Süßmittel. Zum Ab­
schluss wird gemeinsam gekocht.
Der Kurs ist zertifiziert.
Die Termine sind am 9., 16. und
23. März jeweils ab 17 Uhr.
Anmeldung: Tel. 0521 772­
76811, E­Mail Michael.Hilker@
bethel.de
RING-Magazin
Trauer um Keith Elvey
Keith Elvey starb am 2. Januar
plötzlich im Alter von 57 Jahren.
Er war seit fast drei Jahren im
Pflegedienst »Bethel ambulant«
in Bielefeld tätig gewesen.
Foto: privat
Epilepsie-Kolloquium
Das mobile Internet für ältere Menschen zugänglicher zu machen
ist ein neues Ziel im Betheler PIKSL­Labor in Düsseldorf. Ende vergan­
genen Jahres ging das gemeinsame Projekt der E­Plus­Gruppe, der
Stiftung Digitale Chancen sowie des PIKSL­Labors an den Start. Die
Tablet­PCs dafür übergab der Projektförderer und SPD­Bundestagsab­
geordnete Andreas Rimkus (3. v. r.) an die Nutzer des Labors sowie
an dessen Leiter Tobias Marczinzik (M.). Die Nutzer sind überwiegend
Menschen mit Lernschwierigkeiten. Im Rahmen des Projekts unter­
stützen sie Senioren beim Umgang mit dem mobilen Internet.
Pulsschlag
Foto: Elbracht
Auf »elektronische Schnitzeljagd« kann man jetzt in Bielefeld­
Bethel gehen. Auszubildende der Fachschule für Heilpädagogik haben
gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen ein »Geocaching­Pro­
jekt« umgesetzt. Mit Hilfe von GPS­Daten lassen sich die »Caches«,
die versteckten Schatzdosen, ausfindig machen. Fünf Stationen auf
einem 3,5 Kilometer langen barrierefreien Fußweg gibt es. Die GPS­
Geräte kann man in der Neuen Schmiede (Tel. 0521 144­3003) auslei­
hen. Auch der zweite »Testlauf« war erfolgreich – den Schatz zwischen
Hauswand und Regenrohr entdeckten (v. l.) Chantal Schmidt von der
Neuen Schmiede – sie zeigt eine Abbildung des Caches –, Tatjana Neu­
mann von der Projektgruppe der Fachschule, Meike Gosse, Mitarbeite­
rin des Familienunterstützenden Dienstes (FUD), und Fabian Kirschner,
der vom FUD begleitet wird und mit dem GPS­Gerät fündig wurde.
Das nächste Berlin­Brandenbur­
ger Epilepsie­Kolloquium am 18.
Februar findet zum Thema »Evi­
denz und Mythen der Antiepilep­
tika­Therapie« statt. Der Referent
ist Prof. Dr. Bernhard Steinhoff
vom Epilepsiezentrum Kehl­Kork.
Das Forum zur Diskussion neuer
wissenschaftlicher Erkenntnisse
findet von 17.30 bis 19 Uhr in
der Heinrich­Böll­Stiftung in Ber­
lin, Schumannstraße 8, statt.
Mit der Frage »Soll die Diakonie
zukünftig neue Lazarett­Schiffe
ausrüsten?« startet die Reihe
»Pulsschlag – Theologie für den
diakonischen Alltag« in diesem
Jahr. Den Vortrag zu ethischen
Fragen zwischen Verantwortung
und Kriegseinsatz hält Pastor Hans
Schmidt, Dozent der Ev. Bildungs­
stätte für Diakonie und Gemeinde.
Welche Position muss die Diakonie
einnehmen, wenn Bundespräsi­
dent Joachim Gauck die Über­
nahme von mehr Verantwortung
in aller Welt durch Deutschland
fordert? Vor über 100 Jahren hat
Bethel Nazareth­Diakone auf La­
zarett­Schiffen eingesetzt, die die
deutschen Truppen zur Nieder­
schlagung des »Boxeraufstandes«
in China begleitet haben.
Die Veranstaltung mit Vortrag und
Diskussion findet am 25. Februar
von 15 bis 18 Uhr im Haus Naza­
reth in Bielefeld­Bethel, Nazareth­
weg 5, statt. Die Teilnahme ist
kostenlos, eine Anmeldung unter
www.bbb­bethel.de möglich.
25
RING-Magazin
Foto: LWL/Feischen
Bildung & Beratung Bethel
Spenden für Psychiatrie-Patienten in der Ukraine
Eine LKW­Ladung mit Kleidung,
Schuhen, Bettwäsche und medi­
zinischen Geräten erreichte jetzt
die psychiatrische Klinik in der
ukrainischen Hauptstadt Kiew.
Die Deutsch­Polnische Gesell­
schaft für Seelische Gesundheit
(DPGSG) hatte die Spendenaktion
Mitte November initiiert. »Bei
einem Besuch im Oktober haben
wir gesehen, wie groß die Not ist«,
sagte Dr. Niels Pörksen, Vorstands­
mitglied der Gesellschaft. Die
Grundversorgung in den Kliniken
sei in dieser Krisenzeit nicht
mehr gewährleistet. Die zentrale
psychiatrische Klinik in Kiew hat
1.600 Betten.
Unterstützung bekam die DPGSG
von Bethel und dem Landschafts­
verband Westfalen­Lippe (LWL).
Die v. Bodelschwinghschen Stif­
tungen Bethel hatten zu Kleider­
spenden aufgerufen, die von der
Brockensammlung in Bielefeld
entgegengenommen und sortiert
wurden. Ein regionales Textilun­
ternehmen spendete mehrere
26
tausend Pullover. Die Kliniken
des LWL­Psychiatrieverbundes
steuerten Krankenhausmateria­
lien, wie Desinfektionsmittel oder
Messgeräte, bei. Bei der Organi­
sation des Hilfstransportes konn­
ten die Verantwortlichen auf die
Erfahrungen des Bethel­Diakons
Martin Braune (Foto, l.) – hier mit
Frank Hackmann (2. v. l.) und
Thomas Profazi vom LWL – zu­
rückgreifen. Seit vielen Jahren
engagiert sich Diakon Braune für
die Betheler Osteuropa­Hilfen
und koordiniert Lieferungen
nach Rumänien, Bulgarien, Bos­
nien oder in die Ukraine.
Über 20 Mal ist im vergangenen
Jahr auch von Lobetal ein mit
Spenden beladener Last­
wagen nach Osteuropa gefahren.
»Momentan werden humani­
täre Hilfen nötiger als zuvor ge­
braucht«, so Elisabeth Kunze von
der Ukrainehilfe Lobetal. Bereits
seit 1994 gibt es die Ukrainehilfe
Lobetal.
– CH –
• Lösungsorientierter Umgang
mit leistungsgeminderten Mit­
arbeitenden, 16. bis 17. März
• Resilienz – Förderung nach
dem Bambus­Prinzip, 19. bis
20. März
• Orientierungsangebot für
Arbeitsfeldwechselnde und
Quereinsteigende, 19. März
bis 17. April
• LernOrt Arbeitsplatz – Praxis­
anleitung für soziale Arbeit
und Pädagogik, 23. März bis
9. September
• Weiterbildung Mediation,
26. März bis 2016
• Qualitätsmanagement Update
ISO 9001:2015, 27. März
• Schwierige Gespräche und
Krisensituationen konstruktiv
gestalten, 13. bis 14. April
• Wiedereinstieg in den Beruf
(für Frauen), 13. April bis
26. August
• Verhandlungen mit Kostenträ­
gern und Lieferanten führen,
16. April bis 1. September
Anmeldung:
Tel. 0521 144­5770/6110
Eine Frau zu viel
»Nix als Theater« in Dortmund
zeigt den Krimi »Eine Frau zu
viel«. Bewohner und Mitarbeite­
rinnen des Hauses Breslaustraße
haben das Stück gemeinsam mit
Theaterpädagoginnen vom »Nix
als Theater« inszeniert. Es geht
um einen Mord in Adelskreisen.
Ermittler Horst Schimanski wird
von Bastian Selbach gespielt,
Kollegin Bella Bond von Astrid
Folgner. Die beiden leben im
Haus Breslaustraße wegen einer
erworbenen Hirnschädigung.
Das Theaterstück feiert am 6.
Februar um 16 Uhr in der Kips­
burg 46 Premiere. Eine weitere
Vorstellung gibt es am 7. Februar
um 15 Uhr. Karten sind unter
Tel. 0231 4272011 erhältlich.
RING-Magazin
Foto: Elbracht
Gute Medizin für alle
Der neue Hubschrauberlandeplatz des Ev. Krankenhauses Bielefeld
(EvKB) auf dem Haus Gilead I ist im Betrieb. Die Abnahmen durch das
Bauamt der Stadt Bielefeld, die Bezirksregierung Münster, durch einen
Luftfahrtsachverständigen und durch die Feuerwehr der Stadt Bielefeld
sind abgeschlossen. Seit Mitte Januar bringt die Luftrettung schwerst­
verletzte Patienten über das neue Heli­Deck zur Zentralen Notaufnahme
in dem Betheler Krankenhaus. Vom 2,7 Millionen Euro teuren Deck
geht es im Fahrstuhl direkt bis zum Schockraum im Erdgeschoss der
Klinik. Der Transport, bei dem jede Minute zählt, verkürzt sich jetzt
von der Landung des Hubschraubers bis zum Ankommen des Patien­
ten im Schockraum von 15 auf nur noch 5 Minuten.
Zu den »grundsätzlichen und spe­
ziellen Aspekten der gesundheit­
lichen Versorgung von Menschen
mit geistiger Behinderung« findet
am 27. Februar von 9 bis 16 Uhr
im Assapheum in Bielefeld­Bethel
eine Fachtagung mit renommier­
ten Referentinnen und Referenten
aus Deutschland und Schweden
statt. Mit ihr verabschiedet sich
Prof. Dr. Michael Seidel aus Bethel:
Ende des Jahres ist der ärztliche
Direktor des Stiftungsbereichs
Bethel.regional in den Ruhestand
gegangen. Zu den Themen ge­
hören die »Regelversorgung und
ergänzende Spezialangebote im
Lichte von inklusiver Gesundheits­
versorgung«, die ambulante Ge­
sundheitsversorgung und medizin­
nahe Leistungen als Bestandteil
der Teilhabeförderung. Am Nach­
mittag steht die psychiatrische
Versorgung im Mittelpunkt.
Informationen zu Vorträgen
und Referenten sowie das An­
meldeformular gibt es unter
www.bethel.de/veranstaltungen.
Die Anmeldung ist bis zum
13. Februar auch unter
Tel. 0521 144­2154 möglich.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Foto: privat
Taizé-Treffen in Lobetal
Mit dem Projekt »Spende statt Müll« unterstützten Auszubildende
des Kerschensteiner Förderberufskollegs in Bielefeld­Bethel das Biele­
felder Tierheim. Schon seit Langem war ihnen aufgefallen, dass viele
Pfanddosen in der Pause im Schulmüll landeten. Um das zu ändern,
kamen die Auszubildenden der Bereiche Bautechnik, Holztechnik und
Farb­ und Raumgestaltung auf die Idee, Spendenstationen in der Schule
aufzustellen. Kurz vor Weihnachten war es dann soweit: Dem Tierheim
konnten 305,75 Euro übergeben werden. Dass mit dem Geld den Tie­
ren medizinisch noch mehr geholfen werden kann, freut (v. l.) René
Franke, Simon Bruelheide, Dennis Koller, Jannick Langhorst, Aaron
Holthöfer und Filipp Brzoskowski.
Ein Taizé­Treffen zum Thema
»Neue Solidarität« veranstaltet
die Hoffnungstaler Stiftung Lobe­
tal über Pfingsten. Vom 22. bis
24. Mai können die Teilnehmen­
den Andachten, Gottesdienste,
Workshops, Begegnungen, eine
Nacht der Lichter am See und
Orte der Stille erleben. Über­
nachten kann man auf einem
Lobetaler Zeltplatz, in Privatquar­
tieren oder in Zimmern.
Anmeldung: Hartwin Schulz,
Tel. 03338 66­333,
E­Mail h.schulz@lobetal.de;
weitere Informationen unter
www.lobetal.de.
27
Foto: Elbracht
RING-Magazin
Aus der Fondation Sonnenhof im französischen Elsass besuchte eine Gruppe von Fachleuten im Januar
Bethel in Bielefeld und informierte sich über die Behindertenhilfe, aber auch über die Organisation der Per­
sonalverwaltung, über Spendenmarketing und die Palliativmedizin. Begrüßt wurden die Gäste unter anderen
von Bethels Vorstandsvorsitzendem Pastor Ulrich Pohl (3. v. l.) und Dr. Stefan Eckert (5. v. l.). Der Anästhesist
und Oberarzt im Ev. Krankenhaus Bielefeld hatte den Kontakt zu der Stiftung bei einem Vortrag an der
Universitätsklinik Straßburg geknüpft. Zu der 16­köpfigen Gruppe gehörten (v. l.) Dr. Jean­Gustave Hentz
vom Verwaltungsrat der Stiftung, Isabelle Bousquet von der Fondation John Bost sowie vom Sonnenhof
Vizepräsidentin Dr. Michèle Larchez, Direktorin Anne­Caroline Bindou und Pastorin Léa Langenbeck.
Zumba-Kurse
Neue Schmiede
Tischtennis-Turnier
Das Freizeit­ und Kulturzentrum
Neue Schmiede in Bielefeld­Bethel
bietet vom 27. Januar bis zum
10. März dienstags zwei Zumba­
Kurse an. Von 18.15 bis 18.45
Uhr findet in der Handwerker­
straße 7 Zumba Gold für Untrai­
nierte, Senioren und Menschen
mit Behinderungen statt. Im An­
schluss läuft von 18.45 bis 19.45
Uhr Zumba­Fitness. Einen zwei­
ten Block gibt es vom 19. Mai
bis zum 23. Juni. Der Einstieg ist
jederzeit möglich. Die Kosten be­
tragen 6 Euro pro Termin (ermä­
ßigt 3 Euro) und 70 Euro (30 Euro)
für alle 13 Termine. Für diese
Gebühr kann man an einem oder
auch an beiden Kursen teilneh­
men. Weitere Informationen
gibt es unter Tel. 0521 144­5657
oder per Mail an freizeitange­
bote@bethel.de.
• Clown Comedy Complott:
»Piet & Latze räumen auf«
(Kinderprogramm), 1. Februar,
16 Uhr (Karten Neue Schmiede)
• LebiDerya: Oriental­Jazz­Im­
pressions, 5. Februar, 20 Uhr
• Kultur Brunch: Zwei­Mann­
Kapelle, 8. Februar, 11 Uhr
(verbindliche Anmeldung unter
Tel. 0521 144­3003)
• Ulan & Bator: Irreparabeln,
13. Februar, 20 Uhr
• Kaffeekonzert zum Karneval
mit Harald Kießlich, 17. Februar,
14 Uhr (Karten Neue Schmiede,
Anmeldung unter Tel. 0521
144­3003)
• Kultur im Café mit Pronto
Mulino, 20. Februar, 19 Uhr
(Eintritt frei)
• Bettina Castaño & Murat Cos­
kun: Flamenco meets Frame­
drum, 27. Februar, 20 Uhr
Für Bethel­Mitarbeiterinnen und
­Mitarbeiter findet am 14. Februar
von 10.30 bis 16.30 Uhr in der
Sporthalle des Berufsbildungs­
werks am Landgrafweg in Biele­
feld­Bethel ein Tischtennis­Tur­
nier statt. Veranstalterin ist die
Betriebssportgemeinschaft Bethel.
Teilnehmen können sowohl Ge­
legenheits­ als auch Vereinsspie­
lerinnen und ­spieler. In einer
Vorrunde wird die Spielstärke
ermittelt, anschließend wird in
drei verschiedenen Leistungs­
gruppen gespielt. Für die Verpfle­
gung gibt es ein kleines Buffet.
28
Anmeldung: Tel. 0175 2982831,
E­Mail bernd.schenk@bethel.de
RING-Magazin
Kirchenmusik »in Zion«
Festliche Blechbläsermusik mit
Werken von Praetorius, Bach und
Schauß­Flake gibt es am 7. Feb­
ruar ab 17 Uhr in der Zionskirche
in Bielefeld­Bethel zu hören. Es
spielen das Westfälische Blech­
bläserensemble, der Seniorenpo­
saunenchor OWL sowie Bläserin­
nen und Bläser aus Westfalen.
Am 8. Februar ab 17 Uhr steht
Kammermusik auf dem Pro­
gramm. Das Florestan­Quartett
spielt Werke von Mozart, Webern
und Schostakowitsch.
Foto: privat
In einem Konzert für Sopran und
Harfe am 15. Februar ab 17 Uhr
präsentieren Meike Leluschko und
Jenny Ruppik Werke von Humper­
dinck, Mozart, Bochsa und Strauss.
Der Rotary-Witten-Preis 2015 wurde im Januar an das Betheler Haus
Billerbeckstraße in Witten verliehen. Geehrt wurde Hans­Jürgen Bahr,
der seit fünf Jahren ein Mal wöchentlich als ehrenamtlicher Helfer in die
Einrichtung kommt und mit den psychisch kranken Bewohnerinnen und
Bewohnern einkaufen geht, mit ihnen backt und immer da ist, wo eine
helfende Hand gebraucht wird. Wegen seiner freundlichen und aufge­
schlossenen Art ist Hans­Jürgen Bahr bei allen Bewohnern und Mitar­
beitenden sehr beliebt. Das können die Heimbeiratsvorsitzende Ursula
Thygs (l.) und Bereichskoordinatorin Beate Ehret nur bestätigen. Über
das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro freuen sich alle, es kommt der
Bewohnerschaft zugute.
Haus Salem
Hospiz-Forum Lazarus
Zwei »Stille­Wochenenden zu
christlicher Meditation und Kon­
templation« finden vom 6. bis 8.
Februar und vom 13. bis 15.
Februar im Haus Salem in Biele­
feld­Bethel statt.
Einen Vortrag über »Spiritualität
am Lebensende« hält Andrea
Richter am 9. Februar ab 18 Uhr
im Forum des Lazarus­Hospizes
in Berlin. Die Veranstaltung mit
der Beauftragten für Spiritualität
der Ev. Kirche Berlin­Branden­
burg­schlesische Oberlausitz fin­
det im Festsaal in der Bernauer
Straße 115 – 118 statt.
Anmeldung: Tel. 0521 144­2486
Am 22. Februar ab 17 Uhr spielen
Tjanwa Yang, Jens Ubbelohde,
Tatjana Gracheva und Michael
Kravtchin Kammermusik von
Hindemith und Schumann.
Klassik um 3
Werke von Hector Berlioz, Claude
Debussy und Ottorino Respighi
stehen am 1. März von 15 bis
16.30 Uhr im Assapheum in Bie­
lefeld­Bethel auf dem Programm.
Das eintrittfreie Benefizkonzert
der Bielefelder Philharmoniker in
der Reihe »Klassik um 3« richtet
sich an Menschen mit Behinde­
rungen und Familien mit jungen
Kindern. Sie können Musik auf
entspannte Art und Weise kennen
lernen, ohne während des ganzen
Konzertes still sitzen zu müssen.
Zwischendurch gibt es eine 30­
minütige Pause mit Kaffee und
Kuchen.
29
Aus dem Mitarbeiterkreis
Geburtstag
97 Jahre: Diakonisse Wilhelmine Feldmann, Haus Morgenstern, am 9.2. – 96 Jahre:
Diakonisse Helene Grefe, Haus Abendlicht, am 6.2. – 95 Jahre: Diakonisse Anni
Staerkenberg, Haus Abendfrieden, am 26.2. – Diakonisse Marga Diekmann,
Wuppertal, am 28.2. – 94 Jahre: Diakonisse Erna Tybussek, Haus Morgenstern, am
15.2. – 93 Jahre: Diakonisse Maria Nolte, Haus Abendstern, am 18.2. – 91 Jahre:
Diakonisse Hilde Sokoll, Haus Abendlicht, am 19.2. – 90 Jahre: Diakonische
Schwester Gisela Block, Haus Abendstern, am 6.2. – Hedwig Iffland, Linden, am
20.2. – 70 Jahre: Diakon Wilhelm Hirse, Bielefeld, am 16.2.
Arbeitsplatzund Gemeinschaftsjubiläum
65 Jahre: Diakonische Schwester Anneliese Diestelkamp, Bielefeld, am 4.3. – Diako­
nische Schwester Christel Hagemeister-Gerschler, Herford, am 29.3. – 60 Jahre:
Diakonische Schwester Helga Schmidt, Hemer, am 1.3. – 40 Jahre: Christiane Felsch,
EvKB, am 1.3. – Marion Gollenbeck, EvKB, am 1.3. – Roland Neufert, Nazareth,
am 2.3. – 35 Jahre: Ulf Ballstaedt, proWerk, am 1.3. – Thomas Nölle, proWerk,
am 1.3. – Klaus-Dieter Wilhelm, Bethel.regional, am 1.3. – Rainer Wolk, SB Alten­
hilfe, am 1.3. – Heidi Tubbesing, Bethel.regional, am 15.3. – Sabine Melichar,
Bethel.regional, am 17.3. – Martina Schneegaß, Bethel.regional, am 19.3. – Anna
Margarete Behmenburg, Bethel.regional, am 25.3. – Guelsefa Uesenmez, Sarepta,
am 25.3. – 30 Jahre: Andreas Boekenkamp, Mara, am 1.3. – Volker Exner,
Bethel.regional, am 1.3. – Bettina Laustroer, Bethel.regional, am 1.3. – Johannes
Meinel, EvKB, am 1.3. – Frank Rademacher, Mara, am 1.3. – Uwe Segelke, Freistatt,
am 1.3. – Andreas Siebrasse, EvKB, am 1.3. – Barbara Tlatlik, EvKB, am 1.3. – Susanne
Koch, Bethel.regional, am 6.3. – Elisabeth Behne, Bethel.regional, am 15.3. –
Sabine Moritz, EvKB, am 15.3. – Angelika Voß, EvKB, am 15.3. – Dragica
Czimbal, Bethel.regional, am 18.3. – Annegret Ueschner, EvKB, am 18.3. –
Susanne Hoffmann-Wittwer, Zionsgemeinde, am 21.3. – Uwe Koring,
Bethel.regional, am 25.3. – Heike Vaquet, EvKB, am 25.3. – Diakonische Schwester
Susanne Gittus, Stuttgart, am 30.3. – Diakonische Schwester Johanna
Kottkamp, Bethel, am 30.3. – 25 Jahre: Christiane Angermann, Bethel.regional,
am 1.3. – Katharina Denneng, EvKB, am 1.3. – Annette Fuhrmann, Bethel.regional,
am 1.3. – Sabine Koch, Bethel.regional, am 1.3. – Frank Matz, proWerk, am 1.3. –
Kirsten Moritz, proWerk, am 1.3. – Clemens Pfeiffer, Bethel.regional, am 1.3. –
Vera-Rebecca Sukkau, Freistatt, am 1.3. – Anja Tschernenko, Bethel.regional,
am 1.3. – Guido Winkler, Bethel.regional, am 1.3. Inge Kothe, Bethel.regional,
am 5.3. – Antje Woermann, Bethel.regional, am 5.3. – Nicola Schünemann,
Birkenhof Altenhilfe, am 6.3. – Petra Kersting, Bethel.regional, am 8.3. – Diako­
nische Schwester Birgit Kirchner, Zentraler Bereich, am 12.3. – Gabriele Wehlte,
Bethel.regional, am 15.3. – Uwe Fangmann, Freistatt, am 15.3. – Angelika
Weihrich, Freistatt, am 15.3. – Bernd Ruebertus, EvKB, am 19.3. – Zeynep
Guezel, Bethel.regional, am 26.3. – Hans-Werner Sandweg, Bereich Betriebe,
am 26.3. – 20 Jahre: Birgit Benad, Bethel.regional, am 1.3. – Stephen-Trevor
Bowen, Bereich Betriebe, am 1.3. – Gabriele Burkhard, EvKB, am 1.3. – Heinrich
Ekenhorst, Birkenhof ambulante Pflegedienste, am 1.3. – Sabine ErmlerBrunsing, Birkenhof Altenhilfe, am 1.3. – Ramona Hartlage, Bethel.regional,
am 1.3. – Rosa-linda Helmel, EvKB, am 1.3. – Claudia Irmscher-Stohmann,
Bethel.regional, am 1.3. – Helga Nimz, SB Altenhilfe, am 1.3. – Carsten Rasche,
Bethel.regional, am 1.3. – Gabriele Samland, Birkenhof Altenhilfe, am 1.3. –
Petra Schnietz, Bethel.regional, am 1.3. – Dirk Schwake, Zentraler Bereich,
am 1.3. – Ulrike Spencer, Mara, am 1.3. – Alexa von Hören, FH der Diakonie,
am 1.3. – Irina Wilms, Sarepta, am 1.3. – Alexander Rogalski Bereich
Betriebe, am 6.3. – Thorsten Jäschke, Bethel.regional, am 7.3. – Thomas Friedrich,
Bethel.regional, am 15.3. – Elvira Martel, EvKB, am 15.3. – Stephan Neugebauer,
Sarepta, am 15.3. – Rebekka Risse, proWerk, am 15.3. – Helga Schlömer,
Freistatt, am 15.3. – Jakob Hildebrandt, EvKB, am 20.3. – Oliver Lührs,
Freistatt, am 22.3. – Johann Frese, Bethel.regional, am 23.3. – Edelgard Teschner,
Zentraler Bereich, am 24.3. – Stephanie Rast, Bethel.regional, am 31.3.
30
Ruhestand
Maria Krahn, EVKB, zum 1.1. – Udo Libuda, EvKB, zum 1.1. – Diakon Burkhardt
Linning, Nazareth, zum 1.1. – Bodo Schirok, Bethel.regional, zum 1.1. – Ludger
Schulte-Lindhorst, Bethel.regional, zum 1.1. – Prof. Dr. Michael Seidel, Bethel.regional,
zum 1.1. – Dr. Rainer Valentin, EvKB, zum 1.1. – Tamara Bartsch, Bethel.regional,
zum 1.2. – Hans-Wilhelm Lümkemann, Schulen, zum 1.2. – Peter Böger, Zentraler
Bereich, zum 1.3. – Heinz Koch, Zentraler Bereich, zum 1.3. – Brigitte Krawczyk,
Bethel.regional, zum 1.3. – Peter Möller, Zentraler Bereich, zum 1.3. – Ida Silitonga,
Zionsgemeinde, zum 1.3. – Peter Stahlschmidt, Bethel.regional, zum 1.3. –
Helga Vienerius, Zentraler Bereich, zum 1.3. – Lothar Warner, proWerk, zum 1.3.
Gestorben
Dr. Christhold Johannes Moderegger, Bielefeld, 91 Jahre, am 10.12. – Brigitta
Grünenbaum, Sulingen, 67 Jahre, am 12.12. – Keith Elvey, Bielefeld, 57 Jahre, am
2.1. – Frieda Maulbetsch, Detmold, 96 Jahre, am 8.1. – Diakon Roland Müller,
Bielefeld, 85 Jahre, am 8.1.
Namen
Das neue Haus Abendsonne für
24 Menschen mit Behinderungen
wurde Mitte Januar in Erkner/
Brandenburg eröffnet. Die Hoff­
nungstaler Stiftung Lobetal hat
in den Neubau rund drei Millio­
nen Euro investiert.
Bethel.regional hat zum Jahres­
beginn in Bielefeld im Ehlentruper
Weg für rund 2,3 Millionen Euro
ein neues Wohnheim mit 22
Plätzen für psychisch kranke
Menschen eröffnet.
Katherina Glösenkamp, Con­
trollerin im Zentralen Bereich,
hat jetzt mit der Arbeit »Integ­
rierte Leistungsprogrammzuord­
nung und Kapazitätsplanung im
Krankenhausverbund« im Fach
Betriebswirtschaft zum Dr. rer.
pol. an der Universität Bielefeld
promoviert.
Der Kinofilm »Freistatt« über
die Fürsorgeerziehung in den
1950er­ und 1960er­Jahren wurde
Ende Januar beim »Filmfestival
Max-Ophüls-Preis« in Saarbrü­
cken vorgestellt. Voraussichtlich
am 18. Juni hat der Film, in dem
unter anderem Alexander Held,
Uwe Bohm, Max Riemelt, Katha­
rina Lorenz und Anna Bullard mit­
spielen, Deutschlandpremiere
in den Kinos.
Übrigens
Die Klinik für Unfallchirurgie
und Orthopädie im Ev. Kranken­
haus Bielefeld zeichnet sich durch
eine besondere Versorgungsqua­
lität bei Hüft­ und Knieprothesen
aus. Darum wurde sie jetzt im
Auftrag der Deutschen Gesell­
schaft für Orthopädie und ortho­
pädische Chirurgie als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert. Dr.
Mark Schildknecht ist Leiter des
neuen Zentrums.
Petra Krause, Diplom­Pflegewir­
tin und bisher pflegerische Abtei­
lungsleiterin in der Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie
im Ev. Krankenhaus Bielefeld
(EvKB), leitet seit Jahresbeginn die
Gesundheitsschulen des EvKB;
dazu gehören die Pflegeschulen,
die Ergotherapie­ und die Diätas­
sistenzschule sowie die Schule für
Gesundheits­ und Krankenpflege­
assistenz mit rund 430 Ausbil­
dungsplätzen.
Radio Antenne Bethel hat
jetzt das erste reine ElektroKraftfahrzeug in der Ortschaft
Bethel in Bielefeld in Betrieb.
Der »Vito­Transporter« wurde
von der Daimler­AG zu beson­
deren Konditionen für vier
Jahre zur Verfügung gestellt.
Die Gebäudereinigung Bethel
bekommt das gleiche Fahrzeug.
Strom und Becher
Der große Eckardtsheimer Weih­
nachtsmarkt war für rund 20.000
Besucher sehr stimmungsvoll,
vielfältig und »lecker«. So wurde
er zum ertragreichsten in seiner
bisher 15­jährigen Geschichte.
Die Organisatoren freuten sich
über einen Rekorderlös von Kon­
zerten, Verkaufsständen und
weiteren Aktionen in Höhe von
22.150 Euro. Der wurde jüngst
gespendet für die Äthiopienhilfe
Steinheim. Die finanziert damit in
der schon seit längerem unter­
stützten Klinik in Galiye Rogda
einen Dieselgenerator zur Strom­
versorgung; und das Geld reicht
auch noch, um Strom in eine
zweite Klinik in Burat zu bringen.
Ein toller Erfolg für die Eckardts­
heimer. – Und dann war da im
Januar noch der Erfolg des Lobe­
taler Bio­Joghurts auf der Grünen
Woche in Berlin, genauer des
Bechers. Der »Lobetaler Bio Natur­
schutzbecher« aus der »sozialen
Milchwirtschaft« der Hoffnungs­
taler Werkstätten kommt ohne
Aluminium und Etikett aus, und
von jedem Becher gehen 3 Cent
an den Naturpark Barnim. Dafür
gab´s den ersten Platz beim Mar­
ketingpreis 2015 des Verbandes
proagro.
– Götz Pförtner –
31
Foto: Elbracht
Der neu gewählte Diakonie-Präsident Pfarrer Ulrich Lilie (3. v. r.) war Ende vergangenen Jahres zu
einem ersten intensiven Austausch zu Gast in Bielefeld­Bethel. Mit den Vorstandsmitgliedern (v. l.) Dr. Rainer
Norden, Thorsten Dreyer, Pastor Ulrich Pohl, Pastorin Dr. Johanna Will­Armstrong, Pastor Bernward Wolf
und Prof. Dr. Günther Wienberg sprach er über allgemeine Fragestellungen der Diakonie und im Besonderen
über Fragen der Bildung und Ausbildung in diakonischen Berufen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen
der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde und der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld­Bethel
einerseits und der Diakonie Deutschland andererseits sowie Kooperationen mit der Ev. Kirche in Deutschland
wurden erörtert. Weitere Gespräche sollen folgen.
Veranstaltungen
15.02.
Eckardtskirche, Bielefeld­Eckardtsheim, Paracelsusweg: 18 Uhr, Konzert des Orchesters
»Drei Sparren«
16.02.
Thekoasaal, Bielefeld­Eckardtsheim, Paracelsusweg 1: 16 Uhr, Tanzfete am Rosenmontag
(Veranstalter: Sport und Kultur Eckardtsheim)
18.02.
Fachhochschule der Diakonie/Haus Nazareth, Bielefeld­Bethel, Nazarethweg 7: 17 – 19 Uhr,
Info­Nachmittag zu den Studienangeboten
18.02.
Heinrich­Böll­Stiftung, Berlin, Schumannstraße 8: 17.30 bis 19 Uhr, Berlin­Brandenburger
Epilepsie­Kolloquium mit Prof. Dr. Bernhard Steinhoff, Epilepsiezentrum Kehl­Kork,
zum Thema »Evidenz und Mythen der Antiepileptika­Therapie«
22.02.
Haus Nazareth, Bielefeld­Bethel, Nazarethweg 5: 15 – 16.30 Uhr, Historischer Rundgang
durch die Ortschaft Bethel (Beginn und Abschluss am Haus Nazareth)
24.02.
Neue Schmiede, Bielefeld­Bethel, Handwerkerstraße 7: 19.30 Uhr, Offener Hospiztreff
mit Prof. Dr. Wolf­Rüdiger Schäbitz, Ev. Krankenhaus Bielefeld, zum Thema »Überbringen
schlechter Nachrichten – Anspruch und Wirklichkeit im ärztlichen Gespräch«
für die Ortschaften Bethel und Eckardtsheim
Mo – Fr 13 – 14, 18 – 19 Uhr, Sa 16 Uhr, So 10 Uhr
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