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Infobrief-Januar 2015

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Amt für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten Pfarrkirchen
Fachzentrum Rinderhaltung
Info-Brief
Rund um das Rind
rund um die Kuh
Ausgabe Januar 2015
Inhaltsverzeichnis
1. Antibiotikaminimierungskonzept – Meldungen nicht vergessen! ......................................... 2
2. Aktuelle Grundfutterergebnisse aus Niederbayern .............................................................. 3
3. Ein „heißer Mais“ – Der von 2014!....................................................................................... 4
4. Mykotoxinbelastung im Körnermais – im Silomais auch? .................................................... 5
5. Wie strukturwirksam ist meine Ration? ............................................................................... 6
6. Richtig in die neue Laktation starten – Aber wie?................................................................ 8
7. Betten machen – aber richtig!.............................................................................................. 9
8. Die Herde auf gesunde Beine stellen – Klauengesundheit ............................................... 12
9. Zellzahl als „Verhüterli“ – Zellzahl erhöht - Fruchtbarkeit ade! .......................................... 15
10.
Terminhinweise – LKV profi Seminare ........................................................................... 16
11.
Terminhinweise .............................................................................................................. 17
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1. Antibiotikaminimierungskonzept – Meldungen nicht vergessen!
Nach der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Halter von Masttieren (Rind,
Schwein, Hähnchen, Pute) verpflichtet neben der „normalen“ HIT-Meldung über Tierzu- und
Abgänge auch den Einsatz von Antibiotika in der HIT zu melden. Ob man nun wirklich melden
muss oder nicht hängt von der Größe des Tierbestandes ab. Wer mehr als 20 Mastrinder hält,
muss diese Meldungen tätigen!
Bei den Mastrindern gibt es 2 Kategorien:
 Mastkälber bis einschließlich 8 Monate
 Mastrinder ab einem Alter von über 8 Monaten
Sobald Sie in einer der Kategorien mehr als 20 Tiere im Halbjahr halten, müssen Sie die
Meldungen tätigen. Aber auch nur für die jeweilige Kategorie. D.h. wenn Sei mehr als 20
Mastkälber haben aber nur 20 Mastrinder, müssen Sie die Tierarzneimittelanwendungen bei
den Mastkälbern melden, bei den Mastrindern müssen Sie nichts machen!
Ob Sie über diese „Grenze“ liegen oder nicht, können Sie mit Hilfe eines Tierzahlrechners
(http://www.amgnovelle.bayern.de/tierzahlrechner/) berechnen! Neu ist, dass mittlerweile für
Rinderhalter bei der Abfrage des Bestandsregisters in der Rinderdatenbank automatisch der
Durchschnittsbestand (Kalb/Rind) für den angegebenen Zeitraum ermittelt wird
(Bestandsregister öffnen und dann nach unten scrollen)!
Aber Achtung: sollten Sie auch weibliche Tiere mästen stimmt dieser Wert meist nicht!
(weil bei dieser Berechnung nur männliche Tiere berücksichtigt werden).
Bei Fragen wenden Sie sich am besten an Ihr zuständiges Veterinäramt!
Reine Milchviehbetriebe, die die Stierkälber mit 8 – 10 Wochen verkaufen sind bis ca. 250
Kühe noch unter der Grenze, aber kalkulieren Sie unbedingt mit Ihren eigenen Daten!
Sollten Sie die Kälber selber ausmästen, dann schaut die Sache ganz anders aus! Kalkulieren
Sie mit Hilfe des Tierzahlrechners bzw. kontrollieren Sie in der HIT Ihre Zahlen! Weitere
nützliche Hinweise finden Sie auf der Internetseite von HI-Tier.
Wenn Sie dann über den 20 Masttieren liegen, denken Sie an die Meldungen!
Um etwaig nötige Meldungen leichter machen zu können, markieren Sie vielleicht in Zukunft
auf den Abgabebelegen, ob die Tiere zum Zeitpunkt der Anwendung Mastkälber oder
Mastrinder waren!
Dann geht die Meldung schneller!
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2. Aktuelle Grundfutterergebnisse aus Niederbayern
Die aktuellen Grundfutterergebnisse können auf der Homepage des AELF Pfarrkirchen
abgerufen werden (http://www.aelf-pk.bayern.de/landwirtschaft/tierhaltung/036326/index.php).
Seit dem letzten Infobrief im November wurden weitere gut 330 Maissilagen am LKV Labor in
Grub untersucht, damit wurden bisher insgesamt 513 niederbayerische Maissilagen
untersucht.
Die Energiegehalte liegen im Ø bei 6,93 MJ NEL / kg TM. Die Silagen haben im Ø gut 35 %
TS, schwanken aber zwischen 24 und 47 % TS! Beachten Sie unbedingt den Stärke- und
auch den Zuckergehalt in den Silagen. Im Ø sind knapp 25 g Zucker in der Spitze sogar 55 g
Zucker / kg TM im Silomais! Diese z.T. hohen Zuckergehalte kommen aber nicht davon, dass
dies nur bei Silagen vorkommt, die rel. kurz nach dem Einsilieren beprobt wurden, d.h. bei
denen der Mais vielleicht noch nicht durchsiliert ist! Es ist wirklich so viel drin! Dies ist
unbedingt bei der Fütterung zu berücksichtigen! Es dürfen max. 75 g Zucker / kg TM in der
Gesamtration sein! Bei einem höheren Gehalt besteht die Gefahr einer Pansenübersäuerung!
Dies ist heuer leider öfter der Fall, weil auch in den Grassilagen öfters hohe Werte vorkommen
(knapp 20 % aller untersuchten Grassilagen hatten 2014 mehr als 100g Zucker). Aber man
darf dies nicht generell „verteufeln“, sondern man muss es wissen und dann in der
Rationsgestaltung darauf reagieren! Also lassen Sie das Futter untersuchen und führen Sie
dann eine Rationsberechnung durch!
Der Ø Stärkegehalt in den Maissilagen liegt bei gut 330 g / kg TM. Es gibt aber 10 Maissilagen
mit über 400 g Stärke, der Spitzenwert liegt sogar bei 453 g (Siehe Abbildung 1)!
Abbildung 1: Stärke- und Zuckergehalt im Maissilo
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Rechnet man Stärke und Zucker zusammen sollten 280 – 300 g / kg TM nicht überschritten
werden! Kontrollieren Sie Ihre Ration!
Der Ø Rohaschegehalt liegt bei knapp 40 g / kg TM. Das würde passen. Aber ca. 42 % aller
Maissilagen haben über 40 g Rohasche! Die Spitzenwerte liegen bei über 55 g!
Bedenken Sie: Rohasche ist der „erste Schritt“ für Buttersäure in der Silage!
Denken Sie an eine eigene Futteruntersuchung!
3. Ein „heißer Mais“ – Der von 2014!
Des Öfteren wurde schon berichtet, dass der Silomais warm wird. Dies war oft leider
vorprogrammiert! Die Silos wurden oft nur einige Tage (oft noch kürzer) zu gelassen! Bei
solchen Silagen hat eigentlich noch keine Silierung stattgefunden! Wenn´s dumm geht ist dann
noch die komplette ursprüngliche Keimflora vorhanden und beginnt bei Luftzutritt ihre Arbeit
(diese Prozesse sind eigentlich eine Art „Kompostierung“)!
Das Futter wird warm und es bildet
Bild 1: Stark verschimmelter Mais
sich rasch Schimmel (Siehe Bild 1).
Diese Erwärmung ist eigentlich
„noch“
keine
Nacherwärmung,
sondern eher das Ergebnis einer Art
Kompostierung! Allerdings ist dieser
Prozess auch nicht besser als eine
„klassische“ Nacherwärmung. Meist
war es so, dass sich diese
Schimmelschicht über Nacht wieder
bildete. Dieses Problem hat sich
mittlerweile erledigt. Aber die Gefahr
der Nacherwärmung besteht leider
weiterhin!
Bei
den
aktuellen
Temperaturen dürfte nichts fehlen.
Aber im Frühjahr / Sommer 2015 muss leider damit gerechnet werden. Warum? Nach LfL Untersuchungen ist es mit dem Silomais aus 2014 leider so, dass er bereits bei der Ernte
einen rel. hohen Hefebesatz aufwies. Hefen sind die Hauptverursacher der Nacherwärmung.
Sind bereits beim Einsilieren rel. viele da, steigt die Gefahr der Nacherwärmung extrem an,
wenn´s Silo wieder geöffnet wird. Was kann man tun? Die wichtigste Maßnahme um eine
Nacherwärmung zu vermeiden ist es, den Vorschub zu erhöhen. Sobald das Futter im Silo ist,
ist eigentlich der Vorschub festgelegt!
Außer
 Der Rationsanteil wird erhöht
 Der Mais wird umsiliert. Dies könnte z.B. durch einfaches Abschieben des Maises erfolgen.
So könnte, wenn z.B. das Silo halb leer gefüttert wurde - der Vorschub beim Mais
verdoppelt werden! Wichtig bei jeglicher Umsilierung ist es, das Silo erneut mind. 6
Wochen geschlossen zu zulassen! Es muss erneut silieren!
Denken Sie bitte unbedingt im Frühjahr 2015 daran die Möglichkeit bei Bedarf zu nutzen. Ihr
LKV Fütterungsberater kann Ihnen hierfür entsprechende Infos geben! Damit es 2015 nicht mit
dem „heißen“ Mais weitergeht!“
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4. Mykotoxinbelastung im Körnermais – im Silomais auch?
In der letzten Ausgabe des Infobriefes wurde diese Thematik bereits angesprochen. Seitdem
kamen auch schon erste Meldungen über belastete Silomaisproben! Teilweise sogar recht
hoch belastete Partien.
Abbildung 2: Mycotoxigologische Untersuchung – Silomaisprobe
Mit einer Belastung musste man u.U. leider rechnen. Bei den Betrieben, die daraufhin
untersucht haben, bestand ein gewisser Anfangsverdacht! Schlechte Einsatzleistungen nach
der Kalbung (Betrieb fütterte eine silomaisreiche, mit Stroh verdünnte Trockensteherration)
oder aber vermehrte Zellzahlen. Das Untersuchungsergebnis brachte dann die Bestätigung,
dass in dem Fall Mykotoxine die Ursache sind. Die Rationen wurden in den betreffenden
Fällen geändert. Als Grenzwert für DON wird bei Milchkühen 5,0 mg, bei Kälbern max. 2,0 mg
DON / kg TM in der Gesamtration angegeben. Ja nach Rationsanteil vom Silomais und der
Befallsstärke kann der Grenzwert überschritten werden! Hierzu ein Beispiel:
Tabelle 1: Rationsbeispiel - Mykotoxinbelastung
Futtermittel
Menge / Kuh
und Tag
mg DON / kg TM
mg DON Aufnahme
/ Kuh und Tag
Maissilage
6,75 kg TM
3,594
24,3
Grassilage
6,75 kg TM
-
-
Stroh
0,645 kg TM
(??) -
(??) -
Rapsextraktionsschrot
3,0 kg TM
-
-
Weizen
2,0 kg TM
(??) -
(??) -
Körnermais
3,0 kg TM
8,0
24,0
Summe
22,145
48,3
Diese Ration, die für ca. 35 kg Milch reicht und laut Rationsberechnung noch wiederkäuergerecht ist, hat eine DON-Belastung von ca. 2,2 mg / kg TM! Für Kühe ist dies i.d.R.
noch kein Problem, für Kälber aber schon über dem Grenzwert. Aber Achtung:
 Ist das eingesetzte Stroh wirklich sauber (aber aufgrund der geringen Einsatzmenge i.d.R.
kein Problem)
 Ist der Weizen frei von Mykotoxinen?
 Es gibt leider auch Silomaispartien die stärker belastet sind (es wurde von Partien berichtet
die sogar 9 mg und mehr DON – Gehalt haben!) was würde dann passieren?
 Annahme: Gleiche Rationsanteile
 Statt 20,25 mg würde die Kuh 60,75 mg DON durch den Silomais aufnehmen
 Das würde dann 3,83 mg / kg TM bedeuten
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Immer noch kein Problem – von den Zahlen her! Aber weiß auch die Kuh, dass sie mehr
vertragen kann (oder soll)?
In diesem Zusammenhang ist noch einmal auf die zentrale Bedeutung eines gesunden
Pansens hinzuweisen! Nur in diesem Fall ist die Kuh in der Lage überhaupt mit Mykotoxinen
wie z.B. DON klar zu kommen!
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Fütterungsberater!
5. Wie strukturwirksam ist meine Ration?
Ein, wenn nicht das Problem in der Milchviehfütterung ist das Sicherstellen einer
wiederkäuergerechten Ration! Ohne einen funktionierenden Pansen können Wiederkäuer und
somit auch unsere Rinder nicht leben! Eine gesunde Kuh gibt’s nur mit gesundem Pansen!
Damit der Pansen gesund bleibt, muss die
Kuh
wiederkauen!
Um
dies
zu
gewährleisten muss sich im Pansen eine
sog. Faserschicht ausbilden (Siehe Bild
2). Dafür muss die Kuh eine ausreichende
Menge an strukturierter Faser aufnehmen!
Ein Problem dabei stellt der Begriff
„strukturiert“ dar. Faser kann untersucht
werden, aber für die Struktur gibt es nichts
Konkretes zu untersuchen, sondern nur
Hilfsmittel. Bereits in der April Ausgabe
2014 des Infobriefes wurde zu dieser
Thematik die Schüttelbox vorgestellt. Dies
ist ein Hilfsmittel, um die Schichtung im
Pansen quasi „nachzuspielen“! Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit diese Schichtung
darzustellen. Bezeichnet wird diese als „Beuteltest“. Dabei wird in einen großen durchsichtigen
Plastikbeutel (oder –sack) ca. 10 l lauwarmes Wasser gegeben. Dann gibt man ca. 1 kg
(Frischmasse) der gemischten Ration dazu und mischt die ganze Sache gut durch. Dann hält
man den Beutel still und begutachtet das Ergebnis (Siehe Bild 3). Dazu darf man aber nicht
allzu lange warten!
Bild 2: Futterschichtung im Pansen, Quelle: Kalayci
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Bild 3: „Beuteltest“
„Gasphase“
Faserschicht/
Schwimmschicht
„Schwebephase“
Pansensee
Entscheidend ist v.a. die Faser- bzw. Schwimmschicht! Ist diese nur wenig ausgeprägt, ist es
ein Hinweis, dass wahrscheinlich auch die Faserschicht im Pansen nur sehr wenig stark
ausgeprägt sein wird: Keine gute Nachricht in Sachen Pansengesundheit! Es besteht die
Gefahr, dass zu wenig wiedergekaut wird und somit eine Übersäuerung droht! Ein weiterer
Punkt, der beachtet werden sollte ist die „Schwebephase“. Befindet sich wie in Bild 3 zu sehen
nur sehr wenig Material darin, ist dies ein weiterer Hinweis, dass die Ration nicht ganz passt!
Anders dagegen beim Test einer anderen Ration (Siehe Bild 4). Sowohl die Faserschicht als
auch die Schwebephase ist deutlich besser ausgeprägt als auf Bild 3 zu sehen.
Bild 4: Beuteltest – eine „bessere“ Ration
„Gasphase“
Faserschicht/
Schwimmschicht
„Schwebephase“
Pansensee
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Aber zeigen sich diese Bilder auch an der Kuh? Zeigen die Kühe auch das, was wir aus einem
Plastikbeutel rauslesen? Auf den beiden Betrieben gab es Hinweise, die die Erkenntnisse aus
dem Beuteltest bestätigten! Die Kühe, die die Ration aus Bild 3 bekamen, zeigten eine leichte
Übersäuerung! Beim anderen Betrieb war zumindest augenscheinlich nichts zu sehen!
Was sich aber sehr deutlich abzeichnete, war die Tatsache, dass Rationen, die eher trockener
sind, deutlich „bessere“ Bilder, d.h. mächtigere Faserschichten hervorbrachten als feuchtere
Rationen. Dies würde bedeuten, dass trockenere Rationen auch besser zum Wiederkäuen
anregen. Dies bestätigt sich des Öfteren auch in der Praxis. Was aber ist feucht und trocken?
Die Ration, die Bild 3 ergab, hatte einen TS Gehalt von knapp 31 %. Die Ration auf Bild 4
dagegen hatte knapp 40 %.
Fazit:
Der Beuteltest ist eine einfache Möglichkeit, schnell eine Ration zu beurteilen. Leider kann
dies aber auch nur ein Hinweis sein. Eine eindeutige Aussage nach dem Motto, die Ration
passt oder passt nicht, ist leider auch nicht möglich! Dazu ist das System Pansen zu komplex!
Es gibt auch noch andere Ursachen für eine Übersäuerung. Leider! Aber dennoch sollte man
diese Möglichkeit nicht ungenutzt lassen! Versuchen Sie es einfach mal selbst.
6. Richtig in die neue Laktation starten – Aber wie?
Klappt es mit den Transitkühen nicht so richtig (schwache Einsatzleistungen, vermehrte
Gesundheitsprobleme wie Festliegen aber auch Schwergeburten) wird versucht, dies durch
eine bessere Fütterung auszugleichen. Grundsätzlich keine schlechte Sache! Aber es gibt
auch noch andere Ursachen für Probleme der Kühe nach der Kalbung: Haltung – Kuhkomfort
(vor der Kalbung und in den ersten Tagen p.p.)!
Prof. Dr. Ken Nordlund von der Uni Wisconsin-Madison (USA) hat den sog. Transition Cow
Index (TCI-D) entwickelt. Im Herbst 2014 hat er diesen auch in Deutschland vorgestellt. Bei
diesem Index wird zunächst berechnet, wieviel Milch eine Kuh nach dem Kalben geben
müsste (die Berechnungsformeln hierfür wurden in den letzten 10 Jahren entwickelt). Davon
wird dann die tatsächliche Michleistung abgezogen. Gibt die Kuh mehr Milch als berechnet,
dann ist der TCI-D positiv, ansonsten negativ. Ziel wären natürlich positive Werte, dies würde
ein positives Transitmanagement bedeuten.
Der TCI-D an sich ist für uns (zumindest aktuell) eigentlich nicht verwendbar und von daher
auch nicht entscheidend. Viel wichtiger aber sind die Konsequenzen, die daraus zu ziehen
sind. Es wurden die Betriebe mit hohen positiven und sehr negativen Werten miteinander
verglichen. Was war das Ergebnis?
Es kristallisierten sich 5 Hauptrisikofaktoren heraus:
 Fressplatzbreite
 Dabei ist nicht nur gemeint, wie breit der jeweilige Fressplatz sein soll, sondern v.a. die
Forderung, dass jede Kuh einen Fressplatz haben muss!
 Sowohl vor als auch nach dem Kalben
 Dieser Faktor wird als der „wichtigste“ von den 5 angesehen
 Liegefläche der Kühe
 Weiche Liegeflächen (Sand, tief eingestreute Liegeboxen und Kompostställe) schnitten
am besten ab.
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 Größe des Stalles
 Es sollte auf ausreichend Platz für die Transitkühe geachtet werden (keine
Überbelegung!!)
 Umstallung in die Abkalbebox
 Ziel sind stabile soziale Gruppen – Umstallung erzeugt immer Stress (Rangkämpfe…)
 Ziel sollte sein, die letzten 10 Tage vor der Kalbung keine Umstallungen mehr
vorzunehmen!
 Beobachtungsart des Landwirts
 Dr. Nordlund fordert, dass vermehrt auf den Appetit der Tiere und deren Haltung
geachtet wird!
 Den Appetit, könne man rel. gut über die sog. Pansenfüllung (Siehe Infobrief Ausgabe
Februar 2014) kontrollieren.
Es zeigt sich wieder einmal, dass besonders die Forderungen „jeder Kuh ihren Fressplatz“ und
„jeder Kuh ihren Liegeplatz“ richtig ist! Prof. Dr. Nordlund unterstrich seine Forderung noch
damit, dass es ja auch so ist, dass die eine oder andere Kuh auch nicht neben jeder im
Fressgitter stehen „will“. Man sollte sich auch bei der Aufstallung der Kühe kurz vorm Kalben
hinterfragen. Wie breit sind die Fressplätze in dieser Zeit? Bedenken Sie, in der Zeit stehen
teilweise echte Schwergewichte (hochtragende Kühe und Kalbinnen) am Barn! 75 cm Breite
können da oft schon fast zu wenig sein (selbst bei Tier : Fressplatz 1 :1)! Die Größe des
Stalles, stabile soziale Kuhgruppen die Tage vor der Kalbung aber auch die Forderung nach
weichen Liegeflächen könnte rel. „einfach“ durch eine ausreichende Anzahl von großen
Abkalbeboxen bzw. Bereichen gelöst werden.
Besonders wichtig war dem Referenten, die Tiere die letzten Tage vorm Kalben nicht mehr
umzustallen! Stabile soziale Gruppen - um Stress, Rangkämpfe unbedingt zu vermeiden!
Neben den 5 Hauptrisikofaktoren sollten Sie aber Dinge, wie eine hygienische Aufstallung
gerade beim Abkalben, aber auch die Fütterung, nicht ganz vergessen. Aber die
Untersuchung zeigte: Fütterung ist nicht alles und man sollte der Aufstallung / Haltung der
Tiere die letzten Tage vor und die ersten Tage nach dem Abkalben vermehrt Aufmerksamkeit
schenken! Dies wurde im Dezember mittels zweier Lehrfahrten (im Rottal und in Passau) mit
dem Thema Abkalbeboxen anhand einiger Praxisbeispielen gezeigt!
7. Betten machen – aber richtig!
Kühe sollten bekannterweise 12 – 14 Stunden am Tag liegen. Dies machen sie auch, wenn
ihnen das Bett, d.h. die Liegebox, passt. Diese Tatsache wird leider oft etwas vergessen, es
spiegelt sich teilweise schon in der Bezeichnung wieder. Wir sprechen vom Laufstall
(Betonung liegt also am Laufen). Im englischsprachigen Raum (wie teilweise auch in
Norddeutschland) wird dagegen eher vom Boxen- oder Liegeboxenlaufstall gesprochen. Wie
unter Punkt 8 beschrieben ist eine ausreichend lange Liegezeit ein Punkt zur Vorbeuge von
Klauenerkrankungen. Daneben ist die Milchproduktion wie auch die Speichelproduktion
(Vorbeuge gegen Pansenübersäuerung) im Liegen höher als im Stehen! Aber auch für die
tagtägliche Arbeit ist das Liegen in der Box nicht ganz unwichtig, wie in Bild 5 zu sehen.
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Bild 5: „Spaltenlieger“ und die Folgen – stark Verschmutze Kuh
Liegen die Kühe auf den Laufflächen rum, ist die Gefahr, dass die Tiere (v.a. auch das Euter)
stark verschmutzt sind rel. hoch. Dies bedeutet wieder mehr Arbeit im Melkstand!
Noch kurz zu den 12 – 14 Stunden Liegezeit am Tag. Die Kuh liegt natürlich nicht die
komplette Zeit auf einmal. Sie hat mehrere Ruhephasen mit kurzen Unterbrechungen. Sie
dreht sich des Öfteren mal um bzw. steht auf und legt sich wieder hin. Dies muss die Liegebox
ermöglichen!
Ein wichtiger Punkt bei den Liegeboxen ist dessen Länge. Dabei wird zwischen der Liegelänge
und der Liegeboxenlänge. Die Liegeboxenlänge ist die Liegelänge + der Kopfraum bzw.
Schwungraum. Die Liegelänge wird durch die sog. Bugschwelle und die Kotstufe (bzw. dem
Boxenende) begrenzt (Vergleiche Bild 6).
Bild 6: Kuh in der Liegebox
Schwungraum
Liegelänge
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Im Allgemeinen wird beim Fleckvieh eine Liegelänge von 1,80 – 1,90 m und eine
Liegeboxenlänge von mind. 2,80 m bei wandständigen Boxen (wie z.B. im Bild 6 zu sehen)
empfohlen.
Bild 7: Bugschwelle und Nasenrohr
Apropos Bugschwelle. Diese
sollte eigentlich abgerundet und
Nasenrohr
max. 10 (– 15) cm hoch sein!
Leider sieht man öfters etwas
anderes (Siehe Bild 7). Dies
macht es der Kuh rel. unmöglich,
mit ausgestrecktem Vorderbein
zu liegen! Die Bugschwelle wird
teilweise auch als „Robbschwelle“
bezeichnet. Mit ihr soll verhindert
werden, dass sich die Kuh in der
Box zu weit vorne ablegt (oder im
Liegen nach vorne robbt).
Solange die Kuh liegt wäre dies
kein allzu großes Problem.
Aber sobald sie aufstehen will, stößt sie am Nackenriegel an bzw. liegt so weit vorne, dass sie
gar nicht hochkommt. Zum „Hochkommen“: Wie steht eine Kuh „normal“ auf? Zuerst hinten
und dann mit Kopfschwung geht’s auch vorne hoch! Hat die Kuh Platz für den Kopfschwung?
Ziel sollte mind. 1,0 besser 1,2 m Schwungraum sein! Leider ist dieser Platz oft nicht da, weil
z.B. eine Wand zu nahe an der Kuh ist oder ein Rohr (Nasenrohr - Bild 7) da ist. Die Kuh
versucht dies dann u.U. auszugleichen (legt sich z.B. schräg in die Box). Ein weiteres
Steuerungselement bei der Liegebox ist der Nackenriegel (oder Nackenrohr). Dies sollte so
angebracht sein, dass die Kuh bei Kontakt am Widerrist gut mit allen 4 Beinen in der Box steht
(Vorder- und Hinterbeine müssen gerade stehen). Spätestens 30 sec nachdem die Kuh mit
allen 4 Beinen in der Box steht, sollte sie sich hinlegen! Das Nackenrohr soll, wie der Name
schon sagt, die Kuh am Nacken (bzw. Widerrist) berühren. Gerade dies tun viele nicht, weil die
Rohre oft noch auf einer Höhe von 1,1 m über der Liegefläche montiert sind. Dies reicht meist
nicht. Ein Einfaches nach vorne schieben des Nackenrohrs reicht aber meist nicht. Es muss
höher gestellt werden (Richtung 1,30 m)!
Nicht vergessen werden sollte natürlich die Liegefläche selbst! Ist eine Tiefbox vorhanden,
sollte man dem Namen nicht alle Ehre machen! Die Box sollte voll sein, voll mit Einstreu! Ziel
sollte sein, dass die Box leicht nach vorne ansteigend ist.
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Bild 8: Haltungsberater Anton Huber, LKV
Daneben gibt es aber auch noch das ein
oder andere weitere Detail. Beim richtigen
Einstellen, welches Maß bei Ihnen am
besten passt, welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt, kann Ihnen der LKV
Haltungsberater Anton Huber helfen!
Er wird Ihnen aber nicht nur bei Problemen
mit den Liegeboxen helfen können. Er
schaut sich den kompletten Milchviehstall
an
und
kann
Ihnen
Optimierungsmöglichkeiten für den ganzen Stall nennen.
Nehmen Sie sich die Zeit und holen Sie den
Berater zu sich auf den Betrieb. Die Zeit,
aber auch die Kosten sind es mit Sicherheit
wert. Fragen Sie bei Ihrem LOP oder direkt
an der LKV Verwaltungsstelle nach!
Übrigens, Anton Huber ist nicht nur
Haltungs- sondern auch Melkberater! Er
kann Ihnen somit auch bei Eutergesundheitsproblemen bestens helfen!
8. Die Herde auf gesunde Beine stellen – Klauengesundheit
Ende Dezember konnte zu diesem Seminar Dr. Andrea Fiedler ins Rottal geholt werden.
Dabei wurde neben der anscheinenden Hauptkrankheit Mortellaro auch noch andere
Klauenkrankheiten behandelt.
Die Klauenexpertin ging aber auch darauf ein, dass es ganz entscheidend ist, überhaupt zu
erkennen, ob ein Tier lahm geht oder nicht. Leider ist es oft so, dass leicht lahme Tiere oft
übersehen oder nicht als Problem erkannt werden.
Frau Dr. Fiedler betonte, dass man einfach nur auf die Kühe achten muss:
 Lahmen
die
Kühe
beim
Gehen
(die
Klassische
Beobachtung)
(http://www.rwz.de/uploads/tx_lpfachinformationen/bewertung_von_lahmheit.pdf)
 Werfen sich die Kühe beim Stehen einen Buckel auf oder ist das Kreuz gerade?
Seite 12 von 18
Bild 9: „Pen walk“ – Gerader Rücken?

Daneben gibt es noch den sog. „Pen walk“ wie es die Referentin nannte:
Dazu sperrt man die Kühe am besten im Fressgitter ein, geht dann hinter den Kühen
entlang und begutachtet die Klauen
Abbildung 3: Überköten
 Entlastet eine Kuh ein Bein?
 Stellt sie ein Bein immer mal nach vorne und wieder
zurück
 Wird ein Bein nach außen gedreht?
 „Überkötet“ eine Kuh? (Vgl. Abbildung 3)
Sobald etwas auffällt, sollte man die Kuh einmal im Klauenstand
anschauen. Eine weiter nicht zu verachtende Möglichkeit ergibt
sich 2 x am Tag: beim Melken! Im Melkstand hat man die
„Problembereiche“ sprich die Klauen direkt vor der Nase! Wobei
es anzumerken gilt, dass es Leute gibt, die z.B. Klauenfäule
oder auch Mortellaro schon regelrecht riechen können! Nutzen
Sie diese Möglichkeit!
Nun zu den Krankheiten. Das Rusterholzsche Sohlengeschwür (Siehe Bild 10), das i.d.R.
an den hinteren Außenklauen
Bild 10: Rusterholzsches Sohlengeschwür
auftritt, kann eigentlich „nur“
durch eine regelmäßige und
richtige Klauenpflege verhindert
werden! Andererseits bedeutet
dies aber auch, dass die
Krankheit nur dann auftritt, weil
die letzte Klauenpflege zu lange
her ist oder nicht richtig
durchgeführt wurde.
Bei der Klauenpflege geht es in
erster Linie um die sog.
Hohlkehlung (Siehe Bild 10,
schraffierte Fläche). Dadurch
wird der klassische Druckpunkt,
wo es zum Rusterholzschem
Sohlengeschwür kommt, entlastet und es kommt erst gar nicht dazu!
Seite 13 von 18
Das sog. „Geschwür“ stellt eigentlich eine Ausstülpung der Lederhaut da! Es steht quasi das
„Leben“ raus. Es sollte daher auf keinen Fall weggeschnitten werden! Es wird ja auch niemand
auf die Idee kommen, wenn bei einem Reifen, bei dem aus dem Mantel der Schlauch
herausdrückt, diesen einfach wegzuschneiden oder? Es würde man doch auch erst die Luft
etwas rauslassen („Entlasten“) und dann den Reifen reparieren.
Bei einer guten Entlastung der Druckstelle bildet sich das Sohlengeschwür von selbst
innerhalb weniger Wochen (2 – 3 Wochen) zurück, so die Referentin.
Auf die Frage, in welchem Intervall die Klauenpflege erfolgen sollte, berichtete Frau Dr.
Fiedler, dass die Hohlkehlung laut Untersuchungen bereits nach nur 5 – 6 Wochen wieder
komplett zugewachsen ist! Also wäre rein theoretisch schon wieder die nächste Pflege dran.
Auch wenn an sich nicht viel weg zu schneiden wäre!
Mortellaro hat sich in den letzten
Bild 11: Mortellaro – an der klassischen Stelle
Jahren leider zu einem enormen
Problem „gemausert“. Nur noch
sehr wenige Betriebe sind laut Dr.
Fiedler „Mortellaro-frei“. Wer frei
ist, sollte ihrer Meinung nach Alles
dafür tun, auch frei zu bleiben! Ein
ganz wichtiger Aspekt in dem
Zusammenhang ist für sie der
Verzicht auf Zukauf! Auch sollte
man keine Tiere auf Schauen o.ä.
schicken (bzw. wieder zurück
nehmen!).
Leider hat sich die Krankheit
teilweise
auch
ein
wenig
verändert. Es wird nicht nur die
klassische Stelle wie in Bild 11
befallen, sondern es wird z.T. das Euter befallen. Auch das Erscheinungsbild hat sich z.T.
geändert! Was soll oder kann man nun machen, wenn man die Krankheit schon im Bestand
hat? Die Referentin betonte, dass die Tiere, wenn es ihnen sonst gut geht, mit der Krankheit
„leben“ können! Daher appellierte sie, v.a. einmal die Fütterung, aber auch die
Haltungsbedingungen zu optimieren! Bei der Haltung sprach sie v.a. die Hygiene an! Die
Erreger von Mortellaro sind Treponemen. Dabei handelt es sich um anaerobe Bakterien. D.h.
unter Lufteinfluss können sie nur sehr kurz überleben! Also muss das Motto lauten: Saubere
Füße! Dies ist auch ein Grund, warum eine regelmäßige Klauenpflege Mortellaro bekämpfen
kann. Wird diese richtig durchgeführt, wird im hinteren Teil der Klaue nichts getan (nicht
geschnitten)! Was den Ballenbereich etwas aus dem Dreck herausbringt (bessere Belüftung).
Ein ganz wichtiger Punkt war der Referentin der Umgang mit den Kühen! Hierzu gibt es
Untersuchungen aus Neuseeland, die zeigten, dass in Herden, in denen die Tier-Mensch
Beziehung als „schwierig“ zu bezeichnen war, deutlich mehr Klauenprobleme auftraten als in
anderen Herden!
„Wehret den Anfängen!“ könnte man auch zum nächsten Punkt sagen. Sobald man auch nur
kleine Anzeichen sieht, muss man handeln! Bei kleinen Stellen (bis ca.
Daumenfingernagelgröße) kann man dies noch mit Blauspray behandeln. Aber die
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Behandlung muss ordnungsgemäß erfolgen! Lesen Sie dazu unbedingt einmal den
Beipackzettel! Ist die Stelle größer, reicht dies nicht mehr aus, sondern man muss mit was
Stärkerem ran! (Fragen Sie hierzu bei Ihrem Tierarzt nach!).
Die Expertin gab dann noch einen Tipp:
Bild 12: Mortellaro im Klauenzwischenspalt?
Man sollte bei der Klauenpflege z.B. eine
Sägeringzange dabei haben und dann
einmal
den
Klauenzwischenspalt
kontrollieren (Vgl. Bild 12). Dr. Fiedler
erwähnte, dass rel. oft in dem Bereich
schon kleine Veränderungen, die auf
Mortellaro hinweisen, zu sehen sind, sonst
aber nichts zu sehen ist. Findet man etwas,
sollte man gleich etwas machen! Wie sollte
es denn aussehen? Laut der Referentin wie
die Innenseite einer Hand.
Bei einer ordnungsgemäß durchgeführten
Klauenpflege wird dann natürlich auch eine
gute Hohlkehlung gemacht. Dies führt auch
wieder zu einer besseren „Belüftung“ dieser
Stelle! Generell hat die Pflege der Klauen
den Vorteil, dass die Kühe besser auf die Beine gestellt sind. Das trägt zum besseren
Allgemeinbefinden der Kuh bei, wird etwaiger „Stress“ reduziert und somit die
Widerstandsfähigkeit verbessert.
Wie gesagt: fast jeder Betrieb hat die Krankheit im Bestand, aber nicht ständig haben die Kühe
Probleme damit. Sobald aber erste Tiere „Zeichen geben“, also lahm gehen (wg. Mortellaro)
sollte man handeln. Aber man sollte vielleicht nicht nur diese Kühe behandeln, sondern gleich
die ganze Herde, weil anscheinend was im Anmarsch ist! Erfahrungen einiger Klauenpfleger
haben gezeigt, dass bei schwer befallenen Herden so alle 3 – 4 Monate eine Welle durch den
Bestand geht. Wenn das bei Ihnen auch so ist, warten sie nicht erst bis es anfängt, sondern
legen Sie vielleicht das Pflegeintervall so, dass es erst gar nicht zum Ausbruch kommt!
Und ganz wichtig: Beim Ausschneiden Mortellaro natürlich auch behandeln – konsequent!
Als letztes ging die Referentin noch auf die Klauenrehe ein, laut Ihren Aussagen eigentlich die
wichtigste Krankheit. Dr. Fiedler’s Ausführungen dazu soll in einer der nächsten Ausgaben
beschrieben werden.
Zum Abschluss waren sich eigentlich alle Teilnehmer einig: Es war ein interessantes und
lehrreiches Seminar. „Negativ“ blieb „leider“ hängen, dass viel Arbeit auf jeden daheim im Stall
wartet: Die Tiere beobachten, auffällige Tiere in den Stand, ausschneiden und behandeln und
- ganz wichtig - Regelmäßige, ordentliche Klauenpflege!
9. Zellzahl als „Verhüterli“ – Zellzahl erhöht - Fruchtbarkeit ade!
In einem kürzlich veröffentlichten Versuch in Israel wurde festgestellt, dass Kühe subklinischen
Mastitiden (reine Zellzahlerhöhungen, ohne besondere Anzeichen einer Erkrankung) und
damit eine schlechtere Fruchtbarkeit haben! Dass Eutererkrankungen, die nicht „nur“ zu
erhöhten Zellen, sondern Entzündungen verursachen, zu einer schlechteren Fruchtbarkeit
führen, ist bekannt und auch verständlich! Es schwirren in solchen Fällen irgendwelche Stoffe
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im Körper herum, die z.B. den Follikel beeinflussen. Aber, dass alleine das Vorhandensein
erhöhter Zellzahlen - auch ohne Entzündung - zu einer schlechteren Fruchtbarkeit führen, das
ist neu und z.T. auch nicht so ganz zu verstehen.
Sicher wird man jetzt durch eine Reduzierung der Zellzahlen nicht gleich sämtliche, etwaig
vorhandenen, Fruchtbarkeitsprobleme lösen, aber es ist eine Schraube, an der man drehen
kann und soll!
Man sollte aber in Zukunft auch „nur“ erhöhte Zellzahlen, welche noch zu keinem Problem mit
der Molkerei führen, nicht nur im Hinblick auf Milchverluste sondern auch im Zusammenhang
mit Schwierigkeiten mit der Fruchtbarkeit sehen!
10. Terminhinweise – LKV profi Seminare
Nähere Informationen zu diesen Seminaren erhalten Sie bei Ihrem LOP bzw. an der LKV
Verwaltungsstelle in Landshut, Tel. 0871 – 6788 – 0. Eine Anmeldungen zu den Seminaren ist
unbedingt erforderlich (bei Frau Tamme, Tel. 0871 2765745).
 Grünlandoptimierung – Weniger Verluste von der Wiese bis zum Stall
Besprochen wird das richtige Silieren, Grünland als Eiweißquelle, aber auch die richtige
Grünlandbewirtschaftung. Nachmittags wird auf einem Betrieb das Grünland beurteilt und das
Silocontrolling vorgestellt. Dabei wird auch die Silagequalität praktisch beurteilt. Die Grassilage
stellt in Milchviehbetrieben einen wesentlichen Anteil des Grundfutters. Zudem sollte die
Eiweißlieferung vom Grünland nicht unterschätzt werden. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre
Futtergrundlage zu verbessern! Es werden 4 Termine angeboten. Die Seminare werden vom
LKV und LKP gemeinsam gestaltet!
Termin 1
Termin 2
Termin 3
Termin 4
Mi, 25.03.2015
Do, 26.03.2015
Fr, 27.03.2015
Di, 31.03.2015
Mallersdorf (SR)
Neukirchen vorm
Roßbach-Thanndorf
Grafenau Haus im
Wald (PA)
(PAN)
Wald (FRG)
 MLP-Onlineseminar – Vom aktuellen Probemelkergebnis zur gesunden Kuh!
Welche Möglichkeiten bietet MLP – Online / RDV-4M? Was kann man mit den Daten
anfangen? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen von 2 LKV profi Seminaren
beantwortet. Es werden 2 Termine angeboten (in Straubing und in Passau).
Termin in Straubing: 20.02.15
Termin in Passau: 27.02.15
Das Seminar findet jeweils im EDV Raum der LW-Schule am jeweiligen AELF statt.
Seminardauer: 9:00 – 12:30
 Kälberseminare
In Passau wird eine 4 teilige Seminarreihe (immer abends) angeboten.
In den Landkreisen Rottal-Inn, Landshut und Kelheim werden jeweils Tagesseminare
angeboten (Termine Februar 2015). Die genauen Termine und Orte stehen noch nicht fest!
Neben der richtigen Biestmilchversorgung werden auch Tränkepläne und die
Festfutterfütterung besprochen!
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11. Terminhinweise
 Milchviehhaltertagung DGF am Donnerstag, 05. Februar 2015, in Oberhöcking
Themen
werden
die
neuen
Richtlinien
der
EIF-Förderung,
Gülleseparation,
Arbeitsorganisation im Milchviehbetrieb (incl. Praktikerbericht) und die Milchfiebervorbeuge
sein.
 Milchviehhaltertagung SR am Mittwoch 04. Februar 2015 in Rattiszell
Behandelt werden die neuen Richtlinien der EIF-Förderung und Greening. Von
produktionstechnischer Seite wird voraussichtlich das Thema Lebensleistung amngesprochen.
 Unternehmertag für MV-Betriebe am Mittwoch, 19. Februar 2015, in Passau
(LVFZ Kringell)
Das Programm sieht folgendermaßen aus (9:00 – 15:30):
 „Mensch-Sein, Mensch-Bleiben“ im wachsenden Milcherzeugerbetrieb von Diakon
Josef Gruber, Leiter Familienberatung der Diözese Passau
 „Tierwohl“ aus Sicht von Wissenschaft und Gesellschaft von Prof. Reiter, Bayer.
Landesanstalt für Landwirtschaft
 „Mit Tierwohl punkten in Anbinde- und Laufställen“ von LKV-Haltungsberater Anton
Huber
 Praktische Unterweisungen in den Stallungen des LVFZ-Kringell
Bitte beachten Sie:
Eine Anmeldung für die folgenden Seminare ist erforderlich:
14 Tage vor Seminarbeginn unter 08561 – 3004 – 0!
 Bauseminar für Milchviehställe
Standortwahl, Konzepte für den Laufstall und Funktionsbereiche – dies sind einige Punkte die
im 4-tägigen Bauseminar (und 1 Tageslehrfahrt) behandelt werden, das am 21.01. 2015 in
Jacking (Passau) beginnt. Die Kosten betragen 35 € / TN.
 Fütterungsseminar für MV-Betriebe
Die Fütterung ist ein wichtiger Punkt für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der
Milchviehherde.
Schwerpunkte
des
Seminares
werden
die
Vermeidung
von
Fütterungskrankheiten (Acidose und Ketose) und die Rationskontrolle sein (Theorie und
Praxis). Das Seminar findet in Rathsmannsdorf (PA) statt. Die Kosten betragen 60 € / TN.
 Fütterung und Management im AMS-Betrieb (für Betriebe mit Melkroboter)
Wie sollten die Melkeinstellungen am AMS erfolgen? Welche Fütterungsstrategien haben sich
bewährt? Diese und weitere Fragen werden am 23.01. 2015 in Rathsmannsdorf (PA) vom
AMS-Experten Thomas Bonsels (LLH Hessen) beantwortet. Die Kosten betragen 45 € / TN.
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 Melkroboter: Einsteigerseminar
Sie planen die Anschaffung eines Melkroboters? Welche Planungsgrundsätze gibt es zu
beachten (Stallbau)? Roboter-Experte Dr. Jan Harms von der LfL in Grub wird Ihnen am
20.02. 2015 im GH Zwickl (Seebach, DEG) Rede und Antwort stehen. Nachmittags wird noch
ein Praxisbetrieb besichtigt. Die Kosten betragen 15 € / TN.
 Bäuerinnen Seminar – Homöopathie im Rinderstall
Als Referent konnte Stefan Georgi vom LVFZ Kringell gewonnen werden. Herr Georgi ist für
den Milchviehstall zuständig und behandelt dort den Rinderbestand schon seit Jahren
homöopathisch! Das Seminar findet am 25.02. 2015 nachmittags im GH Zwickl (Seebach,
DEG) statt. Es wird ein Unkostenbeitrag von 5 € / TN erhoben.
 Bauberatungsexkursion „Kälberställe“
Sie haben vor einen Kälberstall zu bauen? Gelungene Lösungen können am 24.02. im Lkr. LA
und am 26.02. 2015 im Lkr. DEG/SR besichtigt werden. Die Fahrt zu den Betrieben muss mit
Privat-PKWs selbst organisiert werden. Die Adressen werden nach der Anmeldung bekannt
gegeben. Die Kosten betragen 20 € / TN.
 Automatische Fütterungssysteme (AFS) für Milchviehbetriebe
Der Trend zur Automatisierung im Milchviehstall geht weiter! Nach dem Melken kommt der
nächste Bereich, die Grundfuttervorlage! Was können die aktuellen Systeme? Mit welchen
Kosten muss man rechnen? Was gilt es zu beachten? Diese und weitere Fragen zum Thema
AFS werden am 27.02. 2015 in Mitterskirchen (Rottal) beantwortet. Nachmittags steht eine
Betriebsbesichtigung auf dem Programm. Die Kosten betragen 15 € / TN.
Ihr Fachzentrum Rinderhaltung in Pfarrkirchen
Franz Neuhuber, Angela Dunst, Johannes Mautner, Florian Scharf
Impressum:
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen
Fachzentrum für Rinderhaltung
Lärchenweg 12, 84347 Pfarrkirchen
Tel.: 08561 3004-140 Fax.: 08561 3004-139
E-Mail: Franz.Neuhuber@aelf-pk.bayern.de
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