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Tradition und Dynamik seit 130 Jahren
Ebert+Jacobi – damals und heute
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ERSCHEINUNGSBILD
EDITORIAL | IMPRESSUM
Editorial
Unser Erscheinungsbild
im Wandel der Zeit
Unser 130-jähriges Firmenbe-
durch globale Märkte gestiegen und das Arzneimittelsortiment um-
stehen erfüllt uns mit Stolz und
fasst mittlerweile über 120 000 Artikel. Dies erfordert eine optimale
gibt uns die Gelegenheit, auf
Lagersteuerung und -überwachung. Auch der Faktor Zeit und die
unsere Wurzeln, die prägenden
Volumina sind für die heutige Generation auf allen Handelsebe-
Ereignisse und neuesten Ent-
nen entscheidend und setzen eine optimale Zusammenarbeit von
wicklungen unserer Unterneh-
Mensch und Technik voraus, die wir Ihnen mit der Broschüre veran-
mensgeschichte zu blicken. Mit
schaulichen möchten.
dieser Broschüre möchten wir
Parallel mit dem technischen Fortschritt gehen stetige Verän-
Ihnen die Facetten des Familien-
derungen am Markt einher: Internationale Konzerne mit neuen
unternehmens Ebert+Jacobi, das
Geschäftsmodellen drängen auf den deutschen Gesundheitsmarkt,
heute in der vierten Generation
neue Gesetze und Vorgaben verändern die Rahmenbedingungen.
geführt wird, anhand von kleinen Anekdoten, Erzählungen, histori-
Dennoch ist auch nach 130 Jahren der private pharmazeutische
schen und aktuellen Bildern zeigen. Die Geschichten und Interviews
Großhandel für die sichere Arzneimittelversorgung der Apotheken
mit langjährigen Mitarbeitern spiegeln die Veränderungen in den
und der Bevölkerung ein wesentlicher Bestandteil geblieben und
Generationen und die Herausforderungen wider, die wir im Laufe
genau wie die selbstständige, inhabergeführte Apotheke nicht
der Jahre gemeinsam mit unseren Kunden und Geschäftspartnern
mehr wegzudenken.
auf Augenhöhe gemeistert haben.
130 Jahre bedeuten auch Vertrauen – von unseren Apothekenkun-
Auf unserer Zeitreise finden Sie Bilder vom damaligen und heutigen
den, unseren Lieferanten und Geschäftspartnern, aber auch von
Arbeitsalltag. In den ersten Jahren erreichten uns beispielsweise
unseren Mitarbeitern, die seit Generationen das Unternehmen
Kundenaufträge vornehmlich per Post oder über Außendienstrei-
geprägt und nach außen vertreten haben. Es ist uns sehr wichtig,
sende, doch bereits 1887 verfügte Ebert+Jacobi über einen Fern-
diese Unternehmenskultur und Werteordnung mit Stolz zu leben
sprecher – ein immenser technischer Fortschritt! Seitdem ist natür-
und als unser Leitbild zu sehen.
lich viel passiert: Heute werden die Aufträge maßgeblich technisch
Begeben Sie sich nun mit uns auf eine Zeitreise und entdecken Sie
verarbeitet. Die neueste, internetbasierte Auftragserfassung ist das
die spannende Geschichte unseres Unternehmens!
kürzlich eingeführte System MSV3. Auch die organisatorischen und
logistischen Herausforderungen sind gewachsen: Die Arzneimittelsicherheit spielt eine entscheidende Rolle, denn die Risiken sind
Ralph-D. Schüller
IMPRESSUM
130 Jahre Ebert+Jacobi
Herausgeber: Ebert+Jacobi GmbH & Co. KG
Produktmanagement:
Im Kreuz 4 | 97076 Würzburg
Stefan Dietzer, Rainer Greubel (Mediengruppe Main-Post)
Telefon: 09 31 / 27 92 -0
Texte:
E-Mail: contact@ebert-jacobi.de
Sara Sophie Schmitt (Mediengruppe Main-Post)
Geschäftsführender Gesellschafter:
Grafische Gestaltung:
Dipl.-Kfm. Ralph-D. Schüller
Julia Haser (Mediengruppe Main-Post),
Geschäftsführer:
Cyprian Lothringer (3D-Grafik)
Hilmar Scheller
Fotos:
www.ebert-jacobi.de
Ebert+Jacobi
Redaktion:
Druck:
Tina Richter (Ebert+Jacobi)
Haßfurter Medienpartner GmbH & Co. KG
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ARTIKELSORTIMENT FRÜHER UND HEUTE
ARTIKELSORTIMENT FRÜHER UND HEUTE
VON TRAUBENZUCKER
UND BLUTEGELN
dukten ist es wie bei so vielen anderen Artikeln. Wenn ein Artikel
großhändler bestens versorgen. Ein Angebot, das sie gerne nutz-
intensiv in Fernsehen und Zeitschriften angepriesen wird, steige
ten. Vor allem, weil auch das Einkaufsverhalten der Kunden damals
die Nachfrage stark, so Oehler.
ein anderes war. „Früher hat man Nivea-Creme in der Apotheke
Hinzu kommt, dass viele Menschen in anderen Ländern neue
gekauft, heute kauft man sie im Supermarkt“, erzählt Paul Fleder.
Medikamente oder Mittel kennenlernen, die sie dann auch
Und schon ist der Einkäufer wieder in der Gegenwart. Denn, so er-
in Deutschland nutzen wollen. Die traditionelle chinesische
zählt er, das Angebot einer Apotheke erfahre noch immer eine be-
Medizin (TCM) oder Bachblüten sind da nur zwei Beispiele. Nach
sondere Wertschätzung. Da ist es auch wenig verwunderlich, dass
und nach ist auch in Deutschland die Nachfrage nach diesen
so manche Pflegeprodukte auch heute noch nur in der Apotheke
In meterhohen Regalen reihen sich Insuline an Analgetika,
verloren – und das, obwohl sich die Produktpalette in den letzten
Artikeln gewachsen. Für Ebert+Jacobi ein Grund, sie ins Sortiment
gekauft werden können. „Für Hersteller und Kunden verspricht das
Homöopathika an Impfstoffe, Blutdruckmessgeräte an Kran-
Jahren etwa verdoppelt hat. Nach der Freigabe von Produktpatenten
aufzunehmen.
besondere Exklusivität“, erzählt der Mitarbeiter.
kenunterlagen. Rund 90 000 verschiedene Artikel werden bei
sei der Markt sehr in Bewegung gekommen. Es wurden und werden
Offen sein für Neues, das war im Hause Ebert+Jacobi schon immer
Ebert+Jacobi in Würzburg gelagert. Obgleich Medikamente dabei
Generikaprodukte entwickelt. Ratiopharm sei auf diesem Feld ein
ein wesentlicher Anspruch – nicht nur in der Theorie. Bereits in
den größten Teil ausmachen, umfasst das Sortiment weit mehr.
Pionier gewesen, doch natürlich sei der Konzern bei weitem nicht
den Anfangsjahren – einer Zeit, in der Pharmazeuten ihre Medi-
Den Traubenzucker, den es am HV-Tisch gibt, findet man ebenso
der Einzige, so Fleder.
kamente noch selbst zusammenstellten und Aspirintabletten als
wie Taschentücher, Sonnencreme oder Pflaster. „Als Vollversorger
Auch die zahlreichen innovativen Produkte, mit denen die pharma-
Bulkware verkauft wurden – war die Produktpalette riesig. Bei
Im Lager von Ebert+Jacobi findet sich auch richtig Außergewöhnli-
ist es unsere Pflicht, die Apotheken mit allem auszustatten, was
zeutische Industrie den Würzburger Pharmagroßhandel ausstattet,
Ebert+Jacobi gab es alles, was man für den Haushalt brauchte:
ches: „Das Skurrilste sind unsere Blutegel“, erzählt Paul Fleder. Die
sie benötigen. Daher brauchen wir eine solch umfassende Produkt-
sorgen immer wieder für neue Artikel in den Regalen. Ebert+Jacobi
Neben pharmazeutischen Mitteln waren Backpulver, Schreibwaren,
Handhabung dieser Tiere sei gar nicht so einfach. „Die Tiere brau-
palette“, sagt Paul Fleder.
könne die Apotheken auf Wunsch von Beginn an mit diesen Neu-
Schuhe, Medikamente für Nutztiere und vieles mehr erhältlich. Die
chen täglich frisches Wasser. Wenn man den Deckel nicht richtig
Der Einkäufer und Prokurist arbeitet seit 46 Jahren bei Ebert+Jacobi.
erungen beliefern, so Stefan Oehler. Er ist Leiter der Abteilung Ein-
Liste ließe sich problemlos noch um ein Vielfaches fortsetzen. Die
schließt, kann es schon mal passieren, dass einer entwischt“, sagt
Er kennt sich bestens im Lager aus und hat nie den Überblick
kauf und Mitglied der Geschäftsleitung. Bei pharmazeutischen Pro-
Apotheken konnten sich schon damals beim Würzburger Pharma-
er mit einem breiten Lächeln im Gesicht.
130 Jahre Ebert+Jacobi
»Das Skurrilste
sind unsere Blutegel.«
www.ebert-jacobi.de
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AUSSENDIENST
AUSSENDIENST
MEHR ALS NUR EIN LOGISTIKER
Außendienst früher und heute
erzählen könnte. 1200 km legt die Außendienstmitarbeiterin jede
gistiker, Ebert+Jacobi ist ein Partner auf Augenhöhe. Service ist für
Woche zurück. Im Rhythmus von vier Wochen besucht sie alle ihre
das Unternehmen wichtig. Lieferungen mehrmals am Tag? Kein
Apotheken. „Mein Gebiet ist der Odenwald und der Spessart.“ Ein
Problem! Auch Pünktlichkeit sowie Zuverlässigkeit werden groß
Areal, bei dem so mancher allein beim Gedanken daran die Ori-
geschrieben und gehören zur Firmenphilosophie. Und wenn ein
entierung verliert. Nicht so Brigitte Ankenbrand. Sie hat sich noch
Apotheker einmal umzieht und weiterhin von „seinem“ Außen-
Früher war sie im weißen Passat unterwegs, heute im silbernen Audi.
ihre Kunden erreichbar. Das sei zwar manchmal auch etwas stressig,
nie verfahren – auch ohne Navi nicht. Und
dienstmitarbeiter betreut werden möchte, macht Ebert+Jacobi auch
Früher traute sie sich kaum, sich an einem heißen Sommertag ge-
doch den Anspruch der Apotheker kann die Außendienstmitarbei-
heute? Da nutzt sie das Navi auch nur, um
das möglich.
mütlich an den Sitz zu lehnen, wollte ihr Kostüm nicht verschwitzen.
terin verstehen. Schließlich erwarten auch deren Patienten zu jeder
zu sehen, zu welcher Uhrzeit sie bei ihren
„Wir bauen den Service und das Leistungsspektrum für unsere Kun-
Heute dreht sie im Sommer einfach die Klimaanlage auf. Früher stu-
Zeit beste Leistungen.
Kunden eintrifft. „Mein Auto hält schon von
den immer weiter aus“, sagt Michael Hombach. Er ist Mitglied der
dierte sie vor der Tour die Stadtpläne. Heute gibt sie ihre Zieladres-
Während die blonde Frau mit dem strahlenden Lächeln so von
alleine an.“
Geschäftsleitung und zuständig für den Vertrieb. Schließlich könne
sen einfach ins Navigationsgerät ein. Wobei – eigentlich braucht sie
ihrem Arbeitsalltag erzählt, merkt man schnell, welche Leidenschaft
Für die Apotheker ist die Außendienstmit-
sich der pharmazeutische Großhandel durch die Produktpalette nicht
das auch nicht mehr: Ihre Fahrtrouten kennt sie in- und auswendig.
sie für ihren Beruf hat. Sie setzt gerne alle Hebel in Bewegung, um
arbeiterin beinahe schon ein „Mädchen
wesentlich unterscheiden. Er brauche deshalb andere Alleinstel-
Kein Wunder, schließlich ist Brigitte Ankenbrand seit 25 Jahren im
die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen – auch wenn nicht alle wirklich
für alles“. Sie vereinbart Konditionen,
lungsmerkmale, im Falle Ebert+Jacobi den Service und die Nähe zum
Außendienst für die Firma Ebert+Jacobi unterwegs. Eine beachtliche
etwas mit Pharmazie zu tun haben.
kümmert sich um Reklama-
Kunden. „Die enge Verbindung zwischen Außendienst und Kunden
Zeit, in der sich ihr Arbeitsalltag immer wieder verändert hat.
Sie erinnert sich an eine ganz besondere Dienstleistung. Einmal
tionen oder gratuliert zum
ist eines unserer Erfolgsrezepte“, so Michael Hombach.
Früher wurden ganz eilige Pakete zum Bahnhof gebracht und mit dem
habe ein Bote von Ebert+Jacobi drei Pakete in eine Apotheke ge-
Geburtstag.
ein
Auch Brigitte Ankenbrand sieht das so, und sie genießt die enge Zu-
Zug per Express an ihr Ziel gefahren, wo sie vom Kunden in Empfang
bracht, mit der Bitte, sie vorübergehend aufzubewahren. Einige Tage
offenes Ohr für die Bedürfnisse der Kunden, auch wenn sie nicht
sammenarbeit mit den Apotheken. Manche Apotheker kennt sie von
genommen wurden. „Heute steigt man ins Auto und ist innerhalb
später sei der ansässige Pfarrer vorbeigekommen und habe nach den
immer in ihren Kernarbeitsbereich fallen. „Manchmal erzählen
Kindesbeinen an. „Ich habe ihre Einschulung erlebt, ihr Studium und
von einer Stunde beispielsweise in Aschaffenburg“, erzählt Brigitte
Paketen gefragt. Der Apotheker übergab sie und fragte, was darin
mir Apotheker von Problemen in der Apotheke oder fragen, ob ich
den Tag, als sie dann die Apotheke übernommen haben“, erzählt
Ankenbrand, und dann fällt ihr sofort noch ein anderes Beispiel ein.
sei. Ein Riemenschneideraltar, sei die Antwort des Geistlichen ge-
ihnen eine Urlaubsvertretung empfehlen kann“, erzählt Brigitte
sie. Keine Frage, Brigitte Ankenbrand ist Außendienstmitarbeiterin
„Früher bin ich etwa zweimal pro Woche ins Postamt gegangen und
wesen. Er habe ihn mit Ebert+Jacobi verschickt, weil der Versand
Ankenbrand. Auch die Akquise neuer Kunden ist ein wesentlicher
mit Herz und Seele. Sie liebt ihren Job. Daher ist die Antwort auf die
habe über das dortige Telefon in der Firma nachgefragt, ob etwas für
so sicher und zuverlässig sei. „So etwas geht heute natürlich nicht
Bestandteil ihrer Arbeit, doch bei langjährigen Kunden geht ihr
Frage, was sie sich beruflich wünschen würde, wenig überraschend:
mich vorliegt.“ Heute ist sie dank Internet und Handy jederzeit für
mehr“, sagt die Mitarbeiterin. Eine Anekdote, wie so viele, die sie
Einsatz oftmals weit darüber hinaus. Ebert+Jacobi ist nicht nur Lo-
„Nichts. Nur weniger Staus auf der Autobahn wären toll.“
Brigitte Ankenbrand, Außendienst
Sie
hat
Michael Hombach, Leitung Vertrieb
» Die enge Verbindung zwischen
Außendienst und Kunden ist eines
unserer Erfolgsrezepte. «
130 Jahre Ebert+Jacobi
www.ebert-jacobi.de
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MAUERFALL
MAUERFALL
AUFBRUCH IN DEN OSTEN
Erste Kontakte in die neuen Bundesländer
Die Jahre 1989/1990 waren Jahre des Wandels in
Deutschland. Es herrschte eine nie dagewesene
Aufbruchstimmung, und vielerorts dominierten
Mut und Neugier, etwas Neues auszuprobieren.
Ebert+Jacobi war da keine Ausnahme.
Die ersten Kunden besuchen die neu
eröffnete Goethe-Apotheke in Ilmenau.
Das Unternehmen war einer der ersten pharmazeutischen Großhändler,
allzu große Strecken in Kauf nehmen zu müssen. Zugleich bot die
der in die ehemalige DDR lieferte. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg und
regionale Verortung dem Kunden die Möglichkeit, bis zu drei Lieferun-
der innerdeutschen Trennung hatte Ebert+Jacobi rege Kontakte in den
gen pro Tag sowie eine Nachtlieferung zu erhalten. Doch wer glaubt,
Osten Deutschlands. Nun hoffte man, an diese anknüpfen zu können.
damit wären alle Probleme gelöst gewesen, der irrt. Auch finanziell
Eine Hoffnung, die mehr als erfüllt wurde. Schon nach wenigen Mona-
gab es einige Schwierigkeiten, schließlich galt in der ehemaligen DDR
ten waren 160 neue Kunden gewonnen – und die Zusammenarbeit mit
noch die „Ostmark“. Zum 1. Januar 1991 wurde außerdem der Verkauf
den neuen Kunden war - was die menschliche Annäherung betraf –
von Medikamenten im Osten gesetzlich neu geregelt. Ebert+Jacobi war
von großem gegenseitigen Respekt geprägt, erinnert sich Ralph-D.
gerne bereit, all diese Hürden zu überwinden, sah es die Ausweitung
Schüller heute. Viele Mitarbeiter erinnern sich aber auch daran, dass es
des Verbreitungsgebiets doch als wichtige Investition in die eigene
für sie wie eine Reise in eine andere Zeit war. Außendienstmitarbeiterin
Zukunft und in die Zukunft Deutschlands.
Brigitte Ankenbrand weiß noch genau, wie ihr erster Besuch bei einer
Auch die Bestellungen vor Ort waren anfangs gewöhnungsbedürftig.
Apotheke in Thüringen war. Mal eben per Datenfernübertragung eine
Kein Wunder, sind die Apotheken dort bis zur Wende doch mit nur
Bestellung aufgeben? Das war nicht möglich. Schließlich hatten die
rund 4000 Medikamenten ausgekommen. Im Westen hingegen waren
Apotheken in der DDR kaum Möglichkeiten der modernen Datenüber-
bereits 60 000 Produkte auf dem Markt. Die Apotheker konnten also
tragung. Deswegen musste eine andere Lösung her, und zwar schnell.
aus dem Vollen schöpfen und taten dies auch. „Wir waren es von un-
Kurzerhand wurden die Aufträge telefonisch an ein Büro in Suhl, die
seren Kunden gewohnt, dass meist ein oder zwei Packungen eines
seit 1988 eine Partnerstadt Würzburgs ist, übertragen, wo diese dann
Arzneimittels bestellt wurden. Dort waren es auf einmal gleich 20 oder
auf Diskette kopiert und von dort aus ins bayerische Mellrichstadt
50“, erinnert sich Brigitte Ankenbrand.
gebracht wurden. Die Auslieferfahrer brachten die Bestellungen auf
All diese Punkte machen eines deutlich: Es war keine leichte Aufgabe
ihren Touren von Mellrichstadt zu Ebert+Jacobi nach Würzburg, wo sie
für Ebert+Jacobi, die Apotheken in der ehemaligen DDR zu beliefern.
am darauffolgenden Tag bearbeitet wurden.
Doch trotz aller Hürden hat sich das Unternehmen zu keiner Zeit von
Eine entscheidende Rolle bei der Akquise neuer Kunden und der Ver-
diesem Plan abbringen lassen, und viele Mitarbeiter beschreiben es
sorgung der Apotheken in den neuen Bundesländern spielte span-
rückwirkend als eine ganz besonders spannende Zeit. „Es war eine
gropharm. Ebert+Jacobi kaufte das Pharmaunternehmen in Spangen-
Zeit, in der alle mutig waren“, sagt der geschäftsführende Gesellschaf-
berg (Hessen) bereits 1987. So war es möglich, unmittelbar nach der
ter Ralph-D. Schüller. Auch Ebert+Jacobi hat diesen Mut gezeigt und
Öffnung der Grenze Produkte in die ehemalige DDR zu liefern – ohne
beliefert die Kunden in Thüringen noch immer.
130 Jahre Ebert+Jacobi
Die Hirsch-Apotheke in Schönbrunn bei Hildburghausen nach der Wende
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IT UND TECHNIK
IT UND TECHNIK
KEINE ANGST VOR NEUER TECHNIK
nehmen aus Würzburg davor jedoch nicht. In der Vergangenheit
hat es doch mehr als einmal sehr erfolgreich und beeindruckend
gezeigt, dass es den Fortschritt zu nutzen weiß.
Die Entwicklung der elektronischen Datenverarbeitung
haben wir Lochkarten gestanzt.“ Zudem mussten Kar-
Denkt Scheller heute an seine Anfangszeiten im Hause
(EDV) im Hause Ebert+Jacobi könnte wohl kaum jemand
ten, die aus dem Lager kamen, wieder einsortiert wer-
Ebert+Jacobi zurück, wird er kurz nachdenklich. Natürlich sei
besser erzählen als Hilmar Scheller. Der Geschäftsführer
den. „Das war keine dankbare Aufgabe, weil die Qualität
er sich sicher gewesen, dass sich die Technik immer weiter
hat diesen Bereich von Anfang an mit aufgebaut. Da ist
immer schlechter wurde. Man bezeichnete diese Karten
entwickeln werde, sagt er. „Doch dass es so schnell und so
es auch wenig verwunderlich, dass der erste PC im Hause
dann als Waschlappen“, sagt er und lächelt.
umfassend geht, habe ich nicht vorhergesehen“, betont er, und
Ebert+Jacobi sein eigener war. Doch der Reihe nach.
Stück für Stück brach eine neue Ära an. Es wurde vieles
die Ehrfurcht schwingt bei diesem Satz mit.
1967 begann Scheller seine Ausbildung als Großhan-
elektronischer im Hause Ebert+Jacobi. Mitte der 1980er
delskaufmann bei dem pharmazeutischen Großhandels-
Jahre hielten die ersten PCs Einzug in das Unternehmen.
unternehmen. Er erinnert sich noch genau an sein Be-
Der Erste war der von Scheller höchstselbst. „Statt Green-
werbungsgespräch. Zwei Stunden habe es gedauert.
screen hatte er einen bernsteinfarbenen Bildschirm und
Auch um Riemenschneider ging es damals. Kein Wunder,
eine Festplatte mit 20 MB“, erzählt er und kann den Stolz
kam der damals 14-Jährige doch aus der Gemeinde Maid-
auf dieses Gerät nur schwer verbergen. Auf diesem PC
bronn, deren ehemaliges Kloster das steinerne Relief
wurden die ersten Programme zur Kalkulation und zum
Riemenschneiders „Die Beweinung Christi“ beherbergt.
Angebotswesen geschrieben.
Hilmar Scheller überzeugte und wurde bereits kurz nach
Skepsis gegen diese Neuerungen gab es im Hause
seiner Ausbildung in der EDV-Abteilung eingesetzt. Ein
kaum. Viel zu offensichtlich waren die Vorteile und die
Abteilungsleiter hatte damals das Potenzial des jungen
Effizienz der neuen Technik. Die Auftragsannahme, die
Mannes erkannt und ihn aufgefordert, sich dort zu
Verarbeitung der Aufträge, die Bestandaufnahme des
bewerben. „Ich habe das Thema IT zu meinem Beruf
Lagers – all das erfolgt heute mit neuester Technik. Mit-
und Hobby gemacht“, sagt der heutige Leiter der EDV-
arbeiter müssen nicht mehr jedes Medikament per Hand
Abteilung.
kommissionieren. Das übernehmen heute moderne Kom-
Blickt man heute auf die Arbeit der 70er Jahre, kann man
missionierautomaten. Auch für die Kunden hat der tech-
es sich kaum mehr vorstellen, wie so ein Arbeiten mög-
nische Fortschritt immense Vorteile. „Ein Klick genügt,
lich war. So ganz ohne Computer, PC und Internet. Auch
und der Apotheker sieht, ob wir das gewünschte Pro-
Hilmar Scheller, einem energisch, entschlossen wirken-
dukt vorrätig haben“, sagt Scheller. Mit einem weiteren
den Mann, huscht so manch nostalgisches Schmunzeln
bestellt er den Artikel. „95 Prozent unserer Aufträge kom-
übers Gesicht, wenn er davon erzählt.
men elektronisch ins Haus.“ Seit Herbst letzten Jahres
Zum Beispiel von der Zeit, als alle Kunden noch ange-
können die Artikel auch direkt über das Internet bestellt
rufen und ihre Aufträge mit der Schreibmaschine erfasst
werden. Ein völlig neuer Prozess, auf den sich die ge-
wurden. Oder von dem 1967 eingeführten Lochkartensys-
samte Branche geeinigt habe, so der Geschäftsführer und
tem. Damals ein immenser Fortschritt. Aus heutiger Sicht
EDV-Leiter.
allerdings veraltet und umständlich. Das Aus für die Loch-
Technische Neuerungen scheute Ebert+Jacobi nie. „Sol-
karten kam 1985. Ein Verlust, den Hilmar Scheller leicht
che Prozesse betreffen nicht nur unser Haus, sie be-
verkraftete, hatte das System aus seiner Sicht doch auch
treffen die ganze Branche“, sagt Scheller. Und eines ist
einige Nachteile. „In Zeiten der Lochkarten war es ein
sicher: Diese Entwicklungen wird es auch in Zukunft
riesiger Aufwand, das Lager einzurichten. Wochenlang
geben. Zu fürchten braucht sich das Großhandelsunter-
130 Jahre Ebert+Jacobi
Hilmar Scheller, Leiter EDV und Geschäftsführer
www.ebert-jacobi.de
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FUHRPARK
DER EBERT+JACOBI-FUHRPARK
IM WANDEL DER ZEIT
KUNDENSERVICE
JEDER ANRUF EINE NEUE AUFGABE
Eines ist sicher: Langweilig wird es den
te, musste man manchmal lange und umständlich recherchie-
Mitarbeiterinnen vom Kundenservice
ren, um die gewünschten Informationen zu bekommen. Heute
bei Ebert+Jacobi garantiert nicht. Allzu
geht das – dank Internet und interner Datenbank – wesentlich
oft erleben sie Skurriles und Außerge-
schneller. Oft genügt ein Klick und die Mitarbeiterinnen vom
wöhnliches.
Kundenservice können die Fragen der Apotheker beantworten.
Brigitte Wiener und Ulrike Wolter sind
„So bleibt auch noch mal Zeit für einen kurzen Plausch, und der
beide gelernte Apothekenhelferinnen
Kontakt zu den Kunden ist enger gewor-
und arbeiten inzwischen seit mehr
den“, sagt Ulrike Wolter und lacht.
als 20 Jahren im Kundenservice von
Doch Versprecher und ungewöhnliche
Ebert+Jacobi. Sie haben für Fragen
Wünsche sind heute ebenso wie früher kei-
und Anliegen der Kunden immer ein
ne Seltenheit für die derzeit rund 30 Damen
offenes Ohr. Doch sie geben zu, dass
des Kundenservice. So forderte ein Kunde
sie schon so manches Mal schmunzeln mussten – vor allem am
auch schon mal Notfalltropfen für einen Pa-
Anfang. Damals saßen sie noch jede für sich in einem Glas-
pagei. Oder ein anderes Mal wurde nach ei-
kasten, ihrer ganz persönlichen Telefonzelle, und warteten auf
nem homöopathischen Aufbaupräparat für
die Anrufe der Apotheker. „Raustelefonieren konnte man nur,
Pflanzen verlangt. Gibt’s nicht? Von wegen!
wenn man sich vorher ein Amt geben ließ“, erinnert sich Ulrike
„Mittlerweile lache ich darüber nicht mehr,
Wolter. Schnell mal im Internet nachschauen – das ging damals
denn es gibt beinahe alles, was die Kunden
nicht. Wenn ein Kunde eine Nachfrage zu einem Produkt hat-
anfragen“, sagt Ulrike Wolter.
Kein Weg ist uns zu weit!
Täglich legt der ansehnliche
Fuhrpark allein im Bereich
des
Stammhauses
Würzburg 28 000 km zurück.
In einem Jahr macht das
10 Mio. Transportkilometer.
130 Jahre Ebert+Jacobi
Brigitte Wiener
Ulrike Wolter
www.ebert-jacobi.de
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AUSBILDUNG
AUSBILDUNG
DIE AUSBILDUNG
IM WANDEL DER ZEIT
„Früher
Patrick Bott,
Leiter der Ausbildung
war
Ausbil-
Neckereien, die damals eben dazugehörten und die keiner übel
dung ganz anders“, bringt es
nahm. Allzu sehr stand das freundliche, familiäre Miteinander
Christina Kröner auf den
im Zentrum der Zusammenarbeit.
Punkt. Dabei ist früher für
Ein Ideal, das noch heute im Unternehmen gelebt wird. „Bei
sie noch gar nicht so lan-
unseren Auszubildenden ist uns die Persönlichkeit sehr wich-
ge her. 1990 begann sie bei
tig“, sagt Patrick Bott. Daher sei das persönliche Gespräch
Ebert+Jacobi ihre Ausbildung
auch noch immer elementarer Bestandteil des Bewerbungs-
als Kauffrau im Groß- und
verfahrens.
Außenhandel. Dennoch hat
Er selbst hat seine Ausbildung 2005 bei Ebert+Jacobi
sich in den vergangenen 20
begonnen, inzwischen ist er Ausbildungsleiter. Eine steile
Jahren einiges geändert.
Karriere für den jungen Mann. Aber kein Einzelfall im Hau-
Die Arbeitszeiten beispiels-
se Ebert+Jacobi. Bei einem Besuch im Unternehmen sprin-
weise: Damals arbeiteten die Azubis von 9–14
die
Uhr und von
gen einem die vielen jungen Führungskräfte förmlich ins
16–19 Uhr, ganz so wie es der Zeitplan der Apotheken
Auge. „Die meisten haben bereits ihre Ausbildung im Haus
verlangte. „Wenn die anderen um 16 Uhr Feierabend machten,
gemacht“, sagt Christina Kröner. Für sie ist das ein ganz
mussten wir nochmal ran“, erzählt Christina Kröner. Es gehör-
logisches und wirtschaftlich sinnvolles Verhalten. Den Azu-
te damals auch zu ihren Aufgaben, freitags einmal das Lager
bis heutzutage komme eine qualitativ hochwertige Ausbil-
auszukehren, die Schubladen auszuwischen oder einen Bo-
dung zu. Warum sollten die Früchte dieser Ausbildung ein
tengang für die Buchhaltung zur Bank zu erledigen. Doch wer
anderes Unternehmen ernten? Zudem wirke es sich positiv
jetzt denkt, diese Aufträge seien verpönt gewesen, der irrt.
auf das Betriebsklima aus, wenn Arbeitnehmer nicht nur
„Ebert+Jacobi war damals noch unten in der Stadt, und ich
den Betrieb und seine Abteilungen bis ins kleinste Detail
habe mich gefreut, wenn ich solche Aufgaben bekam“, erzählt
kennen, sondern auch ihre zukünftigen Kollegen.
sie. Vor allem wenn die Kollegen sie mit Extra-Aufträgen be-
Insgesamt bildet Ebert+Jacobi heute in vier Berufen aus. Dazu
dachten. „Oft war noch ein kurzer Abstecher zum Bäcker oder
gehören noch immer die Kaufleute im Groß- und Außenhan-
Metzger drin“, sagt sie und schmunzelt. Auch der Ton war noch
del. Hinzu kam 2001 der Bereich Fachkraft für Lagerlogistik
etwas rauer damals. „Im Lager arbeiteten einige ältere Kolle-
und zuletzt der Bachelor of Arts im Gesundheitsmanagement –
gen, die selten um einen Spruch verlegen waren.“ Nix für Sen-
Profil Healthcare Industry – sowie der Bachelor of Science,
sibelchen also, doch Christina Kröner mochte die Atmosphäre.
Wirtschaftsinformatik/Application Management. „Ein Großteil
„Ich war vorher auf einer Mädchenschule. Ich musste mich erst
unserer Mitarbeiter sind Frauen. Ein möglicher Grund sind
an den rauen Umgangston gewöhnen“, erinnert sie sich.
die flexiblen Arbeitszeitmodelle, die Ebert+Jacobi anbietet. So
Geht man noch weiter in die Vergangenheit, dann zeigt sich,
wird den Mitarbeitern die bessere Vereinbarung von Familie
dass den Azubis einiges abverlangt wurde. In den 50er Jah-
und Beruf ermöglicht“, sagt Patrick Bott nicht ohne Stolz. „Wir
ren beispielsweise waren die Nachwuchskräfte „Mädchen für
möchten, dass eine Ausbildung bei Ebert+Jacobi nicht nur bei
alles“. Sie bereiteten Etiketten für Tinkturen vor, sie bearbei-
den Azubis, sondern in der gesamten Region gut angesehen
teten die Aufträge und wogen dabei immer wieder Substan-
wird“, ergänzt der Ausbildungsleiter. Ein Ziel, dem das Unter-
zen per Hand ab, oder sie erledigten schon damals zahlrei-
nehmen stetig näher kommt.
che Botengänge. So manches Mal wurden die Neulinge von
Auch wenn man Christina Kröner heute fragt, sie würde ihre
ihren erfahrenen Kollegen scherzhaft aufs Glatteis geführt.
Ausbildung nicht tauschen wollen. Zwar sei die Ausbildung
Sie wurden beispielsweise beauftragt, den Blutegeln die
heute qualitativ noch besser, aber auch sie habe damals alles
Zähne zu putzen oder das gläserne Augenmaß abzuholen.
gelernt, was für den Berufseinstieg wichtig war, sagt sie.
130 Jahre Ebert+Jacobi
»Die meisten haben
bereits ihre Ausbildung
im Haus gemacht.«
Christina Kröner,
Kauffrau im Groß- und Außenhandel
Leitung Kundenservice
16
17
ZAHLEN UND FAKTEN
374
Anteil Umsatz am
Sortiment
Aufteilung des
Sortiments
Dinge von Bestand
Rezeptpflichtige Medikamente sind und bleiben
das Kerngeschäft von Ebert+Jacobi.
Das Unternehmen ist an der flächendeckenden Arzneimittelversorgung zusammen
mit den inhabergeführten Apotheken maßgeblich beteiligt.
33 %
12 %
11 %
46 %
77 %
297
1.071
21 %
Kunden absolut Ebert+Jacobi-Gruppe
430
560
Die beengten Räumlichkeiten und
Philipp Jacobi und Emil Ebert
Die Anfänge des Computerzeitalters: Mitte
erwerben in Rodach bei Co-
der 50er Jahre entstehen die ersten Lochkar-
burg eine „Materialwaaren
ten-Anlagen. Damit wird es erstmals mög-
Der Neubau am alten
und Droguenhandlung“.
lich, die tagesaktuellen Preise direkt auf die
Platz in der Oeggstraße
Noch im selben Jahr verlegen
Lieferscheine auszudrucken.
wird optimal an die mo-
die Innenstadtlage führen zum
Ebert+Jacobi beteiligt
Auszeichnung mit dem
Umzug des Stammhauses in ein
sich bei Holdermann
Bayerischen Qualitätspreis 2012.
neues Firmengebäude in Würzburg.
in Baden-Baden und
Ludwigshafen.
sie den Firmensitz in die
1937 kann Ebert+Jacobi mit drei
Die Lochkarten sind der erste Schritt zur
dernen technischen Mög-
Häfnergasse 6 in Würzburg und
Lieferwagen
Massendatenverwaltung bei Ebert+Jacobi.
lichkeiten angepasst.
Nach dem viel zu frühen Tod
beginnen das Unternehmen
Für die näher gelegenen Kunden
Ebert+Jacobi verfügt jetzt
Friedrich Schüllers übernimmt
auszubauen.
stehen zur Auslieferung mehrere
über eine Postbeförde-
sein Sohn Ralph-D. Schüller
Geschäftsräder bereit.
rungsanlage. Eingehende
die Firmenleitung.
Waren
ausliefern.
Aufträge können innerhalb von nur 30 Minuten
Apotheker Fritz Müller und
Ebert+Jacobi nimmt den Betrieb
Ludwig Schüller übernehmen
nach den Kriegszerstörungen
die Leitung.
im Stadtteil Heidingsfeld wie-
bearbeitet werden.
der auf.
Ebert+Jacobi zieht um
RJAHRE
GRÜNDE1889
Finze in Pfreimd/Ober-
wird aufgrund des hohen
pfalz kommt 2007 zur
Kundenzulaufs, gestiege-
Firmengruppe. Eine flä-
ner technischer Anforde-
chendeckende
rungen und logistischer
in Süd- und Mitteldeutsch-
Innovationen erweitert.
land ist nun gewährleistet.
DIE 2. GENERAT ION
1920
1937
1945
des Firmengründers, tritt
Die Niederlassung Ebert+Jacobi
in die Firma ein.
in Heidenheim wird gegründet.
KONSOLIDIERUNG
1949
1959
Lieferung
spangropharm kommt zu
Ebert+Jacobi ist die größ-
Ebert+Jacobi. Das Liefer-
te private pharmazeuti-
gebiet wird auf Hessen
sche Großhandlung in
und Thüringen (1990)
Deutschland. Die beleglo-
ausgedehnt.
se Kommissionierung wird
Friedrich Schüller, Enkel
in die Oeggstraße.
1884
Ebert+Jacobi Heidenheim
in Würzburg 2009 einge-
130 Jahre
führt.
Ebert+Jacobi
DIE 4. GENERAT ION
1965
1987
1988
1993
2001
2004 2007 2009 2012
2014
DIE ZENTRALE IN WÜRZBURG
Das große Arzneimittellager in Würzburg versorgt mit mehr als 305 Autotouren
über 1000 Kunden täglich. Von der Bestellung bis zur Anlieferung beim Kunden
vergehen durchschnittlich 150 Minuten!
HD
High-Density-Automat
Im HD-Automaten mit einer
Länge von 32 m befinden sich
viele Artikel auf engstem Raum
– einmalig in Deutschland!
2660
3
1000
Kommissionierung bei Ebert+Jacobi
Artikel
Produkte pro Sekunde
SD
Schnell-Dreher-Automat
Der SD-Automat kann mit seiner
Länge von 31 m auch während des
Betriebs befüllt werden.
800
5
1000
Artikel
Produkte pro Sekunde
Behälter pro Stunde
Behälter pro Stunde
EG
Bis zu 5500 Aufträge werden am Tag ausgeliefert
SD
3
1
2
3
Eine Bestellung geht über das System
oder telefonisch beim Kundenservice
ein und wird verbucht.
Der Auftrag wird in Form eines
Lieferscheins ausgedruckt und
in einer grünen Wanne auf das
1500 m lange Förderband geführt.
5
Der Kommissionierbehälter wird über
die Lagersteuerung an die Automaten
gebracht, erfasst, gewogen und mit
den passenden Artikeln befüllt.
6
HD
Bei der manuellen Kommissionierung wird der Auftrag mit Hilfe
eines Handscanners bearbeitet.
R
MA
SD
HD
4
SD
neu
-A
UT
OM
SD
-A
UT
OM
-AU
TO
MA
T(
NU
ne
ELL
EK
OM
MI
SSI
O
NIE
RU
u)
4
AT
AT
2
LMS
5
Nach der vollständigen Bearbeitung
wird die Wanne wieder zu ihrem Ausgangspunkt geschleust, verschnürt
und versandfertig gemacht.
Lastenaufzug
6
Die fertigen Bestellungen werden je
nach Tour in den passenden Lieferwagen geladen. Eine Apotheke wird
durchschnittlich 3mal am Tag beliefert.
NG
Betriebsleitung
Betriebstechnik
FUHRPARK
Lastenaufzug ins 1.OG
Versandleitung
PUFFERZONE DES
WARENEINGANGS
GROSSVOLUMENLAGER
Abfallcontainer
Laderampe
Fuhrpark
Mit 54 Fahrzeugen und 48 Subunternehmern
beliefert Ebert+Jacobi von Würzburg aus 1071 Kunden.
Empfang
Hebebühne
Fahreraufenthaltsraum
43
1071
3
Fahrzeuge in Würzburg 11
in Heidenheim
Kunden allein im Lieferradius von Würzburg
Belieferungen pro Kunde durchschnittlich am Tag
150
305
10 Mio.
Min. durchschnittlich von der Bestellung bis zur Anlieferung in der Apotheke
Touren täglich 28 000 km täglich
Kilometer jährlich
Lieferradius von
Würzburg
Heidenheim
BAYERN
160 km
AD-Zimmer
WARENANLIEFERUNG
Großvolumenlager
Hier liegen größere Artikel in einem elektrisch
beweglichen Hochregallager. Mit Rollwagen
und Gabelstaplern werden sie direkt zur Laderampe
transportiert.
im EG 800 Palettenplätze und Artikel
im 1. OG 1400 Artikel
Lieferwagen
Besprechungsraum
EDV Vorrat
Homöopathische
Arzneimittel
6500 Artikel
Programmierung
Geschäftsleitung
Umkleideraum
Besprechungsraum EDV
Einkaufsleitung
Marktforschung
Umkleideraum
1
Kantine
Eibelstadt
27
13
3
19
RU
SD
neu
NG
Zubuchungsbüro
SD
neu
Retourenbüro
Wareneingangund Retourenleitung
Schnell-Dreher-Automat, neu
Der neue SD-Automat für häufig bestellte
Produkte hat gegenüber den anderen SDAutomaten eine höhere Gesamtleistung
bei 31 m Länge.
1200
5
Foyer
1000
EINGANG
Wareneingang
Hier werden alle eingehenden Arzneimittel
erfasst und EDV-technisch überprüft
Packungen täglich
100 000
1300
Lieferanten, davon decken
80
100
den Gesamtbedarf zu:
%
Arzneimittelrückrufe im Jahr
250
LMS
Bei einer Lagertemperatur von 2–8 °C werden
2400 Artikel in mehreren Kühlzellen gelagert.
Eine sichere Lagerung wird durch ein akustisches
Meldesystem mit Temperaturfühlern und der Schaltung zur Wach- und Schließgesellschaft garantiert.
2400
Artikel
Artikel
Produkte pro Sekunde
Behälter pro Stunde
Langsam-Mittel-Schnelldreher
Im Langsam-Mittel-Schnelldreher-Automat
lagern Artikel mit einer geringen bis hin zu
einer hohen Gängigkeit.
1600
3
1000
Kühlartikel
Artikel
Produkte pro Sekunde
Behälter pro Stunde
Manuelle Kommissionierung
Bei einer Strecke von 200 m und neun Stationen im Untergeschoss werden die Artikel
mit Hilfe eines Handscanners manuell kommissioniert. In den Regalen herrscht eine
chaotische Lagerung – um Fehler beim
Kommissionieren zu vermeiden, liegt nichts
Gleiches oder Ähnliches nebeneinander.
im EG 11 000
im 1.OG 55 000
Artikel
Artikel
Handscanner
WKS
3
23
EG
%
L
L
Schulungsraum
Sanitätsraum
phonetische
Artikel können erfasst werden. 5%
120 000
Aufträge
serielle
Leitungen
32
%
15 Aufnahmeplätze 95% serielle Aufträge
Seminarraum
10
LMS
11
UE
Wareneingangsbearbeitung
Sonderlager
mit 400 Artikeln
für Säuren,
Laugen und Gifte
MAN
Lagerraum
für brennbare
Flüssigkeiten
Hier werden die Bestellungen abgerufen oder gehen
telefonisch ein. Durch ein Verbundsystem haben die
Mitarbeiter hier Zugriff auf über 120 000 Artikel.
Spezielle Anfragen sowie Nachlieferungen werden
entgegengenommen.
Geschäftsleitung
15
21
Kundenservice
Sekretariat
SD
Derzeit sind nach Auftragszeile
bis zu 60% automatisiert:
2. OG
Finanzbuchhaltung
Vertriebsleitung
NIE
HD
UT
SSI
O
MAIN
O
M
AT I S I
E RT
MI
7
8
Kreditorenbuchhaltung
KO
M
3
WÜRZBURG
Artikel
Controlling
Debitorenbuchhaltung
LLE
Rottendorf
8
Gesamtleistung
Ausbildungsleitung
Besprechungsraum
UE
7
19
27
Einkauf
Personalleitung
Sekretariat
15 000
Besprechungsraum
Besprechungsraum
Haustechnik Lüftung
Zellingen
Ein Prototyp, der in Zusammenarbeit mit
der Firma Wolf aus Helmstadt entwickelt
wurde. Er funktioniert nach dem First-infirst-out Prinzip. In den Kommissionierschächten
können bis zu acht Aufträge gleichzeitig bearbeitet
werden. In dem Lagerbehälter können ebenfalls
bis zu 8 verschiedene Artikel eingelagert werden.
Dieser fährt bei Bedarf direkt zum Mitarbeiter.
Auftragsbearbeitung und Wareneingang sind
gleichzeitig möglich.
Sondereinkauf
Leitung
Kundenservice
KUNDENSERVICE
Kantine
Lastenaufzug ins EG
ourenbearbeitung
AN
Operatorraum
WKS
4
1.OG
EDV
Maschinenraum EDV
WKS
A
Industrieretouren
www.ebert-jacobi.de
Wolf-Kommissionier-System
17
Fakten und Zahlen 1.OG
1500 Meter Förderstrecke
6500 Kommissionierbehälter am Tag
5500 Aufträge am Tag
60 000 Bestellzeilen am Tag
85 000 Packungen am Tag
90 000 Arzneimittel im Lager
2 000 000 Packungen im Lager
30 Minuten Durchlaufzeit pro Auftrag
22
23
ARTIKEL UND SORTIMENT
»DISCOUNT
IST KEIN REZEPT
FÜR UNS«
um weiter erfolgreich zu sein. „Discount ist kein Rezept für uns.
Unser Ziel muss sein, dass wir nicht nur preislich, sondern auch
qualitativ Nummer eins im Verbreitungsgebiet sind“, sagt Schüller.
Ralph-D. Schüller,
Geschäftsführender
Gesellschafter
Kein Wunder also, dass Ebert+Jacobi großen Wert auf eine gute
Ausbildung der Mitarbeiter, auf die Ausstattung der Warenlager, auf
Zuverlässigkeit und Sicherheit legt. „Diese Tugenden, die auch schon
in den vorangegangenen Jahren wichtig für uns waren, müssen sich
auch heute bewähren“, betont Schüller. „Der Großhändler muss sich
Angst vor Innovationen hat Ralph-D. Schüller nicht. Braucht er auch
zum echten Freund für die Apotheke entwickeln.“
nicht. In den vergangenen 130 Jahren hat Ebert+Jacobi mehr als
Stillstand ist in der Pharmabranche nicht in Sicht. „Die Apothe-
einmal bewiesen, dass sich das Unternehmen gut auf dem Markt
ke wird sich in den nächsten Jahren verändern, und das wird auch
behaupten kann. „Der Spaß an Innovation ist es, was Ebert+Jacobi
unsere Aufgaben verändern.“ Schüller ist keiner, der neue Aufga-
immer wieder antreibt“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter.
ben fürchtet. Im Gegenteil: Eine seiner schönsten Aufgaben als
„Wir verharren nicht in Altem, sondern sind offen für Neues.“
Geschäftsführender Gesellschafter war es, nach dem Fall der Mauer
Doch das ist nicht das alleinige Erfolgsrezept des pharmazeutischen
die Apotheken in Thüringen für den privaten Großhandel zu gewin-
Großhandelsunternehmens. Bei allen modernen Entwicklungen
nen. „Für mich war die Frage, wie ich diesen Wandel nutzen und
vergisst Schüller niemals die Wurzeln von Ebert+Jacobi. „Mein
gestalten kann – für mich, für das Unternehmen und für Deutsch-
Urgroßvater gründete das Unternehmen, daher bin ich mit der
land. Die Situation des geteilten Deutschlands hat mich als Schüler
Geschichte des Hauses aufgewachsen“, sagt er. Mit 25 Jahren, kurz
und Student stets beschäftigt, sei es durch den Geschichtsunterricht
nach dem Uniabschluss, übernahm er nach dem plötzlichen Tod sei-
oder durch eine Reise in die DDR.“ Schüller lässt sich auch von den
nes Vaters das Unternehmen.
Krisen der Gegenwart nicht einschüchtern. So werde Ebert+Jacobi
26 Jahre ist das inzwischen her. 26 Jahre, in denen sich so einiges
zukünftig weiterhin vor allem die Kooperation im Verbund mit den
verändert hat. „Der Wettbewerb ist härter geworden“, erzählt er.
privaten Großhandelsunternehmen von PHARMA PRIVAT intensi-
Die Großhändler insgesamt seien weniger geworden, da ein starker
vieren. Die Frage wird sein, welche gesetzliche oder gesellschaftliche
Konzentrationsprozess stattgefunden habe. Zudem nähmen die Apo-
Rolle dem Großhandel zugemessen wird. „Heute hat der Großhan-
theken, Hersteller und nicht zuletzt die Politik immer mehr Einfluss
del in Deutschland einen klar geregelten Versorgungsauftrag. Das
auf das Geschäft. Auch die Rolle der Krankenkassen sei dabei nicht
Einzige, was uns fehlt, ist eine angemessene Vergütung für unsere
zu unterschätzen, und so manches Mal ärgerte sich Schüller bereits
Leistungen.“ Dafür will er kämpfen – auch in Zukunft.
darüber. „Die Zusammenarbeit mit Krankenkassen ist schwierig. Ich
Bei allen Hürden blickt Schüller jedoch zuversichtlich in die Zukunft.
würde mir wünschen, dass sie sich auf eine erfolgreiche Versorgung
„Ich mache mir keine Sorgen um die Existenz des Großhandels.
konzentrieren, statt immer nur auf den Preis zu schauen.“ Den Ver-
Denn es wird niemanden geben, der die Distribution so sicher, so
sorgungsauftrag hätten schließlich nicht nur Apotheker und Groß-
schnell und so preisgünstig machen kann“, sagt Schüller und klingt
händler, sondern auch die Kassen. Dafür setzt sich Schüller aktiv ein.
dabei ebenso überzeugt wie zufrieden.
Er ist seit 2010 stellvertretender Vorsitzender des pharmazeutischen
Die vergangenen 130 Jahre geben ihm Recht. Ebert+Jacobi hat eine lan-
Großhandelverbandes PHAGRO in Berlin und wirbt in den Ministe-
ge Tradition, in der so manche Hürde genommen werden musste. Und
rien regelmäßig für die Belange seiner Branche.
würde der Gründer Philipp Jacobi heute auf das Unternehmen blicken, er
Die vergangenen zehn Jahre seien von Margendiskussionen, Preis-
wäre zufrieden – da ist sich sein Urenkel Schüller sicher. „Philipp Jacobi
debatten, Verdrängungswettbewerben, Europäisierung, Globalisie-
war ein fleißiger Mann und ich glaube, wenn er heute auf das Unterneh-
rung und Digitalisierung dominiert gewesen, so Schüller. Ein harter
men schauen würde und auf die Menschen, die hier arbeiten, könnte er
Markt, aber Ebert+Jacobi sei es gelungen, Strategien zu entwickeln,
mit Respekt feststellen, dass sie sein Werk erfolgreich fortsetzen.“
130 Jahre Ebert+Jacobi
EBERT+JACOBI-GRUPPE
IN ZAHLEN
5. . . . . . . . . . . . . . . . . . .
660. . . . . . .
Standorte in Süd- und Mitteldeutschland
Mitarbeiter beschäftigt die Ebert+Jacobi-Gruppe derzeit
136 803. . . . . . . . .
Quadratkilometer umfasst unser Liefergebiet
Über 90 000. . . . . verschiedene Artikel sind ständig auf Lager
120 000 . . . . . . .
Artikel sind über das Verbundsystem verfügbar
Über 130. . . . . . . Jahre bieten wir Sympathie und Verlässlichkeit
27. . . . . . . . . . . . . . . . .
139 000. . . . . . . . . .
Mitarbeiter kümmern sich im Außendienst
um Ihre Belange
Bestellzeilen verlassen täglich unser Lager
2732. . . . . . . . . . . . . . . . . . . Apotheken werden von uns beliefert
Wenn Sie mehr über die
Ebert+Jacobi Unternehmensgruppe
erfahren möchten:
Unser ausführlicher OnlineAuftritt gibt Ihnen
einen umfassenden Einblick
in unsere Unternehmen und
die Möglichkeit direkt mit uns
Kontakt aufzunehmen!
spangropharm GmbH & Co. KG
Pharmazeutische Großhandlung
Brückenstraße 2 | 34286 Spangenberg
Telefon 0 56 63 - 5 02-0
Fiebig Ebert+Jacobi GmbH & Co. KG
Pharmazeutische Großhandlung
August-Heller-Straße 14
67065 Ludwigshafen | Tel. 06 21 - 57 004-0
Deutsche Blistergesellschaft mbH
Rheinstraße 201 | 76532 Baden-Baden
Telefon 0 72 21 - 50 01-5
www.ebert-jacobi.de
www.ebert-jacobi-finze.de
www.spangropharm.de
www.deutsche-blister.de
130 Jahre Ebert+Jacobi
Ebert+Jacobi GmbH & Co. KG
Pharmazeutische
Großhandlung
Im Kreuz 4 | 97076 Würzburg
Telefon 09 31 - 27 92-0
Ebert+Jacobi
Finze GmbH & Co. KG
Pharmazeutische
Großhandlung
Am Kalvarienberg 15
92536 Pfreimd
Telefon 0 96 06 - 92 03-0
Ebert+Jacobi GmbH & Co. KG
Pharmazeutische Großhandlung
Nattheimer Straße 106
89520 Heidenheim | Tel. 0 73 21 - 96 96-0
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