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MEDitio 2015 01 - Medizinische Universität Graz

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01 | 2015
MEDITIO
:
L
A
I
C
E
SP NO-
TECH LOGIE R
FE
TRANS
Technologietransfer
„Dem Ingeniör ist nichts zu schwör.“ Das wusste schon Daniel Düsentrieb. Erfindungen und Innovationen, auch im technologischen Bereich,
kommen aber nicht immer nur von IngenieurInnen. Auch Mediziner­
Innen, NaturwissenschafterInnen und ForschungsunterstützerInnen
gehen in ihrer Arbeit oft über die Anwendung von existierenden Geräten und bekannten Methoden hinaus, stellen sich technologischen
Herausforderungen und entwickeln Neues.
Meditio, P.b.b. VNr 07Z037425 M, Verlagspostamt: 8010 Graz
Von solchen Innovationen sollen auch Gesellschaft und
Wirtschaft profitieren. Diesen Auftrag verfolgt die Universität – neben ihren bekannten Kernaufgaben – als so genannte „third mission“. Dass die Definition
»There is more to
der „third mission“ international irgendwo
the third missizwischen den Polen „wealth creation“ und
on than counting
„community & engagement“ angesiedelt ist zeigt, dass diese Mission mit sehr
pounds.«
unterschiedlichen Erwartungshaltungen
Jeremy Klein
verschiedener Stakeholder konfrontiert ist.
Obwohl der Weg von einer Idee oder einem Forschungsergebnis zu einem gewinnbringenden Produkt häufig weit
und steinig ist, sollen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse im Idealfall so verwertet werden, dass daraus –
wenn auch oft langfristig – Einnahmen generiert werden.
Darum allein geht es jedoch nicht. Die Universität betrachtet „die Unterstützung der Nutzung und Umsetzung
ihrer Forschungsergebnisse in der Praxis“ nicht nur als
Aufgabe, weil dies der § 3 des Universitätsgesetzes so
vorsieht. Sie ist als nachhaltige medizinische Einrichtung
besonders gefordert und interessiert daran, dass innovative Ideen weiterentwickelt werden, damit sie der Gesellschaft und insbesondere den Patientinnen und Patienten
zugutekommen.
Förderungen
Dieses Anliegen spiegelt sich auch in der nationalen
und internationalen Förderungspolitik wider. Zahlreiche
Förderprogramme – allen voran das neue EU-Rahmen­
programm für Forschung, Entwicklung und (neuerdings)
Innovation „Horizon 2020“ – legen nicht nur Wert auf
die Exzellenz der Forschung per se. Potenzielle Auswirkungen und (volks)wirtschaftlicher Nutzen – der
„Impact“ – werden zunehmend zu wesentlichen Evaluierungs- und Erfolgskriterien. Überlegungen zum möglichen Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis
stehen somit bereits bei der Planung von Projekten im
Raum und werden immer mehr zur Voraussetzung, damit
Forschung überhaupt stattfinden kann.
TechTransfer an der Med Uni Graz
Die Med Uni Graz hat bereits bei ihrer Gründung
Rahmenbedingungen geschaffen, die den Technologietransfer unterstützen. Dabei steht im Vordergrund, dass
Forschung und Transfer kein Entweder/Oder ist, sondern
dass mit entsprechender Planung beides möglich ist:
publizieren UND patentieren.
Geheimhaltungsvereinbarungen, Material Transfer
Agreements und Verträge sind meist grundlegende
Voraussetzungen, um geistige Eigentumsrechte für die
Universität und ihre ForscherInnen zu sichern. Ist dies geschehen, folgen Patentberatung, Verwertungspläne und
konkrete Marketingmaßnahmen wie z.B. die Präsentation
von Technologien im Rahmen von relevanten Messen.
Kooperationen
Zwischen Forschungsergebnis und marktfähigem Produkt
oder Medikament stehen häufig lange Entwicklungszeiten, sehr hohe Entwicklungskosten und Schritte, die über
den Aufgabenbereich der Universitäten hinausgehen.
Daher erfolgen Technologietransfer- und Verwertungsmaßnahmen häufig im Netzwerk mit PartnerInnen wie
der Austria Wirtschaftsservice GmbH AWS, Patent­
anwaltskanzleien, dem akademischen Gründungszentrum
Science Park Graz und weiteren Forschungs- und VerwertungspartnerInnen, die wir Ihnen auf den folgenden
Seiten vorstellen.
TechnologieAngebote
Damit aus einem Forschungsergebnis ein gewinnbringendes Produkt werden kann, veröffentlicht die
Med Uni Graz laufend Technologietransferangebote.
Hier einige der interessantesten Angebote:
C+ CRYO SYSTEM
Innovatives, qualitätssteigerndes System zur Lagerung von
biologischen Proben.
„Grazer Bett“ für brandverletzte Kinder
Spezieller Netzeinsatz für bereits vorhandene Intensivbetten
zur optimalen Betreuung von Brandverletzten.
Lipometer
Ein einzigartiges Gerät, um die genaue Dicke einer Fettschicht an jeder beliebigen Stelle des Körpers zu messen.
Alle Technologie-Angebote finden Sie unter
www.medunigraz.at/technologieangebote
Die Arbeitsgruppe für
experimentelle
und molekulare
Hepatologie an
der Med Uni
Graz hat einen
Meilenstein bei
neuen Therapieansätzen
für chronisch
entzündliche
Lebererkrankungen gesetzt.
Ein erfolgreiches Beispiel
für Technologietransfer
Editorial
Die österreichische Geschichte
weist eine lange Reihe von Erfindungen auf, denen die Anerkennung versagt geblieben ist, obwohl
ihnen allen nur mehr der letzte
kleine Schritt gefehlt hat – die
Umsetzung in ein verkaufsfähiges
Produkt. Das ist kein Spezifikum
unseres Landes, aber der eigentliche
Irrtum liegt darin, die letztliche
praktische Umsetzung für einen
„kleinen Schritt“ zu halten. Denn
so beschwerlich der Weg bis zur
genialen Erfindung und dem bahnbrechenden Forschungsergebnis
auch sein mag – die Fortsetzung
bis zur breiten Anwendung ist um
nichts weniger aufwendig.
Als Gesundheitsuniversität sehen
wir es als unsere Verantwortung,
dass unsere wissenschaftlichen
Leistungen den künftigen Patientinnen und Patienten zugute
kommen sollen. Darum bieten wir
sowohl innerhalb unserer Med
Uni als auch in Kooperation mit
Partnerinstitutionen (TechnologieTransferzentren, Life Science
Incubator, BioTechMed-Konsortium,
Research Studios Austria) vielfältige Unterstützung für unsere
WissenschafterInnen, damit sie
ihre Ergebnisse bis zur konkreten
Anwendung weiter voranbringen
können.
Diese Meditio-Ausgabe zeigt das
breite Spektrum der Innovationen
an der Med Uni Graz und unterstreicht den Leitspruch
unserer Forschungsförderung: „Die Forschung
von heute ist Ihre
Gesundheit von
morgen!“
Allen gängigen Medikamenten und Therapien am Markt gehen langjährige Forschungen voraus. Ist ein Forschungsansatz gefunden, der Erfolge verspricht, beginnt der
Technologietransfer von der Wissensschaft zur Wirtschaft.
Aufgabenstellung
Die Klinische Abteilung für Gastroenterologie
und Hepatologie der Med Uni Graz forscht seit
vielen Jahren an der Behandlung von chronisch
entzündlichen Gallenerkrankungen. Dazu zählen
Autoimmunerkrankungen wie die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) und die primär biliäre
Zirrhose (PBC). Beide sind Auslöser für eine
gestörte Gallensekretion. Im Laufe der Zeit greifen
die entzündlichen Veränderungen auch auf das
Lebergewebe über und führen im Endstadium
zur Leberzirrhose. Gegen PSC gibt es derzeit kein
wirksames Medikament.
Forschungserfolg
Nun konnten ForscherInnen an der Med Uni
Graz in einem Tiermodell zeigen, dass nor-Ursodeoxycholsäure (nor-UDCA) zu einer signifikanten
Besserung dieser Erkrankung führt. Die chemisch
modifizierte Gallensäure aktiviert u.a. alternative
»Nach jahrelanger
Forschung zeigen
sich erfolgversprechende Therapieansätze für chronisch entzündliche
Erkrankungen der
Gallenwege«
Technologietransfer
An dieser bedeutsamen
Erfindung hält die Med
Uni Graz mittlerweile drei
internationale Patente,
weitere stehen kurz vor
der Erteilung. Zusätzlich
wurde die Erfindung an
ein Pharmaunternehmen
auslizensiert. Im Sommer des Vorjahres wurde die
Phase I der klinischen Prüfung abgeschlossen. Mit
dem Erreichen dieses Meilensteins sind Lizenzzahlungen erfolgt, die der weiteren Forschung auf
diesem Gebiet dienen.
Anlaufstelle für Kooperationen
Wie gelangt eine Erfindung zur Marktreife? Wenn
ForscherInnen der Med Uni Graz eine Erfindung
melden, wird sie hinsichtlich ihrer Patentfähigkeit
und ihres Verwertungspotenzials von internen
sowie externen GutachterInnen geprüft. Diese
Prüfung sowie etwaige weitere Schritte wie die
­Patentanmeldung bzw. das Finden von KooperationspartnerInnen wickelt die Servicestelle für Technologietransfer der Med Uni Graz in Zusammen­
arbeit und Abstimmung mit den ForscherInnen ab.
Potenziell interessierte Unternehmen finden
Häufig befindet sich die Technologie-Erfindung der
Med Uni Graz in einem sehr frühen Stadium, in
dem noch keine direkte Auslizenzierung erfolgen
kann. Daher werden über verschiedenste Kanäle
ProjektpartnerInnen gesucht, die im Optimalfall
später die Vermarktung des Produkts übernehmen.
Einige Technologien eignen sich aufgrund ihres
Potenzials auch sehr gut für Unternehmensgründungen.
beitet. Hier liegt der Fokus auf marktrelevanten
Eckpunkten sowie Strategien für Patentierung und
Marketing. Es werden aber auch die weitere wissenschaftliche Vorgehensweise und die Strategie
zukünftiger Projektanbahnungen oder geplanter
Publikationen sowie die damit verbundenen Aufgaben und Zeitabläufe zwischen den Beteiligten
vereinbart.
Wenn die Technologie für den Markt interessant
ist, ist damit die Grundlage zur Weiterentwicklung
bis hin zur Marktreife gelegt. Die Servicestelle für
Technologietransfer vermittelt jedoch auch gerne
Kontakte zwischen Unternehmen und WissenschafterInnen für Erstgespräche über Projektideen.
Kontakt
Servicestelle für Technologietransfer
Dipl.-Biol. Dr. Heidi Schmitt
heidi.schmitt@medunigraz.at
Dr. Kristina Kofler
kristina.kofler@medunigraz.at
Dr. Michaela Semlitsch
michaela.semlitsch@medunigraz.at
www.medunigraz.at/forschen/kooperationen/wissenschaft-und-wirtschaft/
Seite 2
03 | 2014
MEDITIO
Wissenstransferzentrum
Süd
Die Überführung der Ergebnisse aus der
Grundlagenforschung in kommerziell verwertbare Produkte und Dienstleistungen ist
bei Biotechnologie und Medikamentenentwicklung eine besondere Herausforderung.
Das Wissenstransferzentrum „life science“
sorgt nun für mehr Effizienz.
Gemeinsam mit fünf weiteren Universitäten
im Süden Österreichs hat die Med Uni Graz
das regionale Wissenstransferzentrum Süd
gegründet. Unterstützt vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) soll die Zusammenarbeit
von Wissenschaft und Wirtschaft gestärkt
werden.
Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft hat zur Stärkung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft das
Förderprogramm „Wissenstransferzentren und IPR
Verwertung“ gestartet. Die Med Uni Graz bringt
wie andere Universitäten und Forschungszentren
aus Österreich ihre Expertise in die Etablierung des
Zentrums ein. Mit dem Wissenstransferzentrum „life
science“ entsteht ein vollständiges Infrastruktur- und
Kompetenznetzwerk für die Medikamentenentwicklung. Abgedeckt werden u.a. Schutzrechte,
Target-Validierung und initiale Präklinik (sowohl für
Biologika als auch für Small Molecules).
Ziel des Wissenstransferzentrums Süd ist die
gemeinsame Planung, Umsetzung, Evaluierung
und Weiterentwicklung von Strategien und
Maßnahmen für den professionellen Umgang
mit geistigem Eigentum und dessen Verwertung.
Weiters sollen Infrastruktur und Kompetenzen im
Wissens- und Technologietransfer gemeinsam genutzt werden. Außerdem soll die Kooperation mit
anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen verbessert werden.
Info
Vorteile für die Wirkstoff- und Diagnostikaentwicklung durch das Wissenstransferzentrum „life sience“:
One-stop-shop für die Industrie mit dem
Know-how aller NetzwerkpartnerInnen
Synergiegewinn durch die erstmalige österreichweite Syndizierung von Infrastruktur und
Kompetenzen
Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch
eine breitere Basis der biomedizinischen
Forschung in Österreich
Industrie kann sich als strategische Netzwerkpartnerin beteiligen
Einsparung von redundanten Vorlaufkosten
und Investitionen
Vermeidung von Fehlallokationen uvm.
www.wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/forschung/national/programme-schwerpunkte/
wissenstransferzentren-und-ipr-verwertung Geplante gemeinsame Aktivitäten sind ein
Internetauftritt, Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und
Weiterbildungsprogramme, ein Partnering Day
etc. Am Partnering Day werden ForscherInnen und
Unternehmen die Möglichkeit haben, ihr technologisches Know-how und
»Verbesserte
ihren Kooperationsbedarf
potenziellen regionalen und
Zusammenarbeit
internationalen PartnerInnen
zwischen Wissenzu präsentieren. Weiters ist
schaft und Wirtein gemeinsamer Außenaufschaft«
tritt der beteiligten Universitäten bei Messen und Unternehmen geplant.
Finanziert wird das Wissenstransferzentrum Süd
gemeinsam mit den Zentren Ost und West vom
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft.
www.wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/forschung/
national/programme-schwerpunkte/wissenstransferzentren-und-ipr-verwertung
Die Servicestelle für Technologietransfer ist die Schnittstelle zwischen der Med
Uni Graz und der Industrie. Daraus resultierend ist sie die erste Anlaufstelle für
Forscher­Innen sowie Unternehmen, wenn es darum geht, PartnerInnen zu finden
und den Prozess zu begleiten, aus Forschungsergebnissen marktreife Produkte und
Dienstleistungen zu machen.
Effizienter Transfer mittels Verwertungsplan
Für einen effizienten Transfer von Erfindungen und
industrierelevanten Projekten wird gemeinsam mit
den ForscherInnen ein Verwertungsplan erar-
Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle
Rektor
Stoffwechselwege und schützt die Gallenwege.
Durch diesen vielversprechenden Therapieansatz
könnte die Notwendigkeit einer Lebertransplantation hinausgezögert oder sogar verhindert
werden.
Wissenstransferzentrum
„life science“
Human.technology Styria
In den zehn Jahren seit Bestehen hat der
Cluster Human.technology Styria wesentlich
dazu beigetragen, die Steiermark als Global-Player im Bereich der Medizintechnologie
zu etablieren. Die Med Uni Graz – als einzige
akademische Gesellschafterin – hat die
Gründung des Clusters forciert und inhaltlich
mitgestaltet.
Im Jahr 2005 haben Unternehmen, Universität
und Politik die „Declaration of Graz“ unterzeichnet, in der man sich zur Entwicklung des Stärkefelds der Humantechnologie, der Ansiedlung
von 70 Unternehmen sowie zur Schaffung von
6.000 Arbeitsplätzen in der Region bekannt hat.
Für die Med Uni Graz steht die Nähe zu UnternehmenspartnerInnen im Vordergrund. Durch die
Ansiedlung einschlägiger Betriebe vor der eigenen
Haustür entstehen neue Möglichkeiten zur Kooperation. Zusätzlich eröffnen sich für Absolvent­
Innen neue berufliche Perspektiven.
Drei strategische Korridore
Human.technology Styria richtet sein Wirken an
drei strategischen Korridoren aus: „Pharmazeutische Verfahrens-, Prozess- und Produktionstechnologie“, „Biomedizinische Sensortechnologie &
Biomechanik“ sowie „Biobank & Biomarkertechnologie“. Die Med Uni Graz ist in allen Korridoren
maßgeblich vertreten. Mit der größten klinischen
Biobank Europas ist natürlich speziell der drittgenannte Bereich von besonderer Bedeutung.
Netzwerk, Marketing und Bildung
Eine der wichtigsten Aufgaben des Clusters ist die
Netzwerkbildung. Dem wird u.a. mit der Organisation von Veranstaltungen wie der Reihe „fast
forward 4 you“, bei der Clustermitglieder ihre
Türen öffnen, oder der „Executive lounge“, einer
regelmäßigen Nachmittagsveranstaltung mit Vorträgen und Diskussionen zu fokussierten Themen,
nachgekommen. Außerdem unterstützt Human.
technology Styria Projekteinreichungen von Forschungseinrichtungen mit Unternehmenspartner­
Innen auf verschiedenen Ebenen. Daneben gibt
es ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm, an dem auch die Med Uni Graz als
Anbieterin von Schulungen beteiligt ist.
www.humantechnology.at
BioTechMed-Graz
Gleich drei steirische Universitäten bündeln ihre Kräfte im Namen der nachhaltigen Gesundheitsforschung: die Karl-Franzens-Universität, die Technische
Universität Graz und die Medizinische Universität Graz. In der Zusammenarbeit
„BioTechMed-Graz“ entstehen so wertvolle Synergien.
Ziel des Kooperations- und Strategieprojektes ist
es, Kompetenzen und Ressourcen optimal zu nutzen und den Wissenschaftsstandort Graz international zu stärken. Vier Fachbereiche haben sich für
die Zusammenarbeit herauskristallisiert: „Molekulare Biomedizin“, „Neurowissenschaften“, „Pharmazeutische und Medizinische Technologie“ sowie
„Quantitative Biomedizin und Modellierung“.
Vier gemeinsame Professuren
Um die Kooperation in der Forschung zu fördern,
wurden von den drei Universitäten gleich vier
Professuren ausgeschrieben. Aus den rund 100
Bewerbungen wurden in einem gemeinsamen
Gremium bereits die Stellen für Neuroimaging,
Bioinformatik und Mikrobiomforschung besetzt;
noch ausständig ist der Fachbereich Biopharmazie.
Zusätzlich sollen dreizehn PostDoc-Stellen jungen
ForscherInnen die Chance geben, in dem Projekt
mitzuwirken und die Kooperation zu stärken.
Mehr als 14 Mio. Euro Investitionen
Mit einem Investitionsvolumen von 14,1 Mio. Euro
– 4,4 Mio davon aus der Hochschulraumstruktur-­
Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft – werden Geräte zur
Erforschung von Biomarkern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und degenerativen Erkrankungen des
Gehirns finanziert. Die Gelder fließen in das Upgrade
für einen Magnet-Resonanztomographen, e­ in
Exzellenzzentrum für hochauflösende Mikroskopie
und zelluläre Ultrastrukturforschung (Bioimaging)
sowie die Exzellenz-Plattform Omics Center Graz.
www.biotechmed.at
Anfang Juni wurden im Rahmen eines Symposiums zu BioTechMed die Infrastrukturprojekte vorgestellt und hielten zwei
der neuen Professoren ihre Antrittsvorlesung. Am Bild v.l.n.r.:
Vizerektor Horst Bischof (TU Graz), Professorin Christine
Moissl-Eichinger (Interaktive Mikrobiomforschung), Rektorin
Christa Neuper (KF Uni Graz), Professor Mario Albrecht (Bioinformatik) und Rektor Josef Smolle (Med Uni Graz).
Science Park Graz
Die Mission des Science Park Graz ist es, kreatives, unternehmerisches Denken und Handeln von
Studierenden, MitarbeiterInnen und AbsolventInnen
der Grazer Universitäten und Fachhochschulen zu
fördern, damit aus deren hervorragenden Ideen neue
Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen werden.
Der Business-Inkubator unterstützt, begleitet und
beschleunigt die Entwicklung von erfolgversprechenden Gründungsvorhaben mittels Beratung, Netzwerk,
Finan­zierung und Infrastruktur bei der wirtschaftlichen Umsetzung. Initiiert wurde der Science Park als
eines von acht Gründerzentren des AplusB-Programmes vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation
und Technologie; eine seiner GesellschafterInnen ist
die Med Uni Graz.
CBmed – Kompetenzzentrum für Biomarkerforschung
Life Science Inkubator
Das Kompetenzzentrum CBmed (Competence Center
for Biomarker Research in Medicine) hat zum Ziel,
neue Biomarker zu identifizieren, Biomarker-Kandidaten zu validieren sowie translationale Forschung an
Biomarkern zu betreiben, um neue Produkte für die
klinische Anwendung zu erzeugen. Der Forschungsbedarf ist groß: Viele der derzeit bekannten Biomarker
erfüllen die Anforderungen von Validierungstests oder
klinischer Praxis nicht. Entscheidend für ihre Anerkennung sind u.a. relevante und gut dokumentierte
Proben sowie State-of-the-Art-Technologien. Für
beides hat CBmed in Graz optimale Voraussetzungen. Finanziert wird das K1-Kompetenzzentrum vom
COMET-Programm der FFG mit 40 Mio. Euro auf eine
Laufzeit von acht Jahren.
www.sciencepark.at
www.cbmed.at
Research Studios Austria
Horizon 2020
Die Research Studios Austria tragen durch ihre
anwendungsorientierte Forschung dazu bei, das
Know-how von Universitäten und Fachhochschulen
rasch in marktfähige Produkte und Dienstleistungen
umzusetzen. Durch die schnellen und unbürokratischen Lösungen soll die Markt- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig verbessert
werden. Organisiert sind die Research Studios Austria
in kleinen, flexiblen Forschungseinheiten, die zumeist
an eine bestehende Einrichtung angedockt sind. Die
Förderung übernimmt die FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft). Die Med Uni Graz
koordiniert ein Research Studio Austria und ist an
zwei weiteren als Partnerin beteiligt.
Das EU-Programm Horizon 2020 ist das weltweit
größte, transnationale Programm für Forschung und
Innovation. Für einen Zeitraum von sechs Jahren
stehen knapp 80 Mrd. Euro zur Finanzierung und
Förderung von Grundlagenforschung bis hin zu
innovativer Produktentwicklung zur Verfügung. Das
Programm bietet verschiedenste Instrumente zur Beteiligung. Beispielsweise dienen Risikofinanzierungsmöglichkeiten und das KMU-Instrument hochinnovativen, schnell wachsenden Unternehmen, um ihre
Produkte oder Services in den Markt zu bringen.
www.researchstudio.at
http://ec.europa.eu/programmes/horizon2020
Für innovative Ideen, die Forschungsergebnisse
einer wirtschaftlichen Verwertung zuführen
und sie auf den Markt bringen, gibt es zahlreiche Preise zu gewinnen. Hier ein Auszug:
Die Inkubatorfunktion des LSI umfasst drei wesentliche Punkte:
2) Ein maßgeschneidertes Bildungs-und
Schulungs­angebot
Fast Forward Award
Der Wirtschaftspreis des Landes Steiermark zeichnet
jedes Jahr die innovativsten Projekte steirischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus.
www.sfg.at/cms/1862/Fast_Forward_Award
3) Einbindung in die Netzwerke der Med Uni
Graz, der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) und des Science
Park Graz (SPG).
www.zwt-graz.at/life-science-inkubator/
Houska Preis
Österreichs größter privater Forschungsförderungspreis fördert alljährlich angewandte Forschungsprojekte an österreichischen Universitäten.
www.bcprivatstiftung.at/houskapreis
Das Projekt „ReDeform – Software für optimale Bestrahlungen“ hat den Fast Forward Award 2014 gewonnen. Mit dem
Software-Paket, das in Kooperation der Forschungsgesellschaft
Joanneum Research und der Med Uni Graz entstanden ist,
werden Bestrahlungsplanungen während einer Behandlungsserie
unterstützt. Daraus resultiert z.B. eine wesentlich verbesserte
radioonkologische Behandlungsqualität bei Kopf-Hals-Tumoren.
Impressum
Ideenwettbewerb Science Park Graz
Innovative Geschäftsideen mit hohem Umsetzungspotenzial werden jährlich prämiert.
sciencepark.at/unser-angebot/ideenwettbewerb/
ideenwettbewerb.php
Medieninhaber, Herausgeber, Redaktion
und für den Inhalt verantwortlich
Medizinische Universität Graz
Auenbruggerplatz 2, 8036 Graz, Österreich
www.medunigraz.at
Rektor Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle
Redaktion: Marketing & Kommunikation
Anregungen senden Sie bitte an:
meditio@medunigraz.at
Universitätsforschungspreis der Industrie
Die Industriellenvereinigung Steiermark vergibt in
Kooperation mit den steirischen Universitäten den
Universitätsforschungspreis der Industrie.
www.iv-steiermark.at
science2business Award
Der science2business Award zeichnet Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aus.
www.life-science.eu/success3/life-science-successscience2business-award
Info
1) Optimale räumliche und technische
Infrastruktur für den Bereich Life Science
(Labore bis S2, Mitnutzung von Infrastruktur der Med Uni Graz/Zentrum
für Medizinische Grundlagenforschung
(ZMF))
Preise
Best of Biotech
Der internationale Businessplanwettbewerb für Life
Sciences bietet kreativen Forschern und Forscher­
innen im Bereich Biotechnologie die Möglichkeit,
einen ansehnlichen Geldpreis zu gewinnen.
www.bestofbiotech.at
Der Life Science Inkubator (LSI) stellt innovativen
GründerInnen aus dem Life Science Bereich Laborund Büroräumlichkeiten, Infrastruktur und Knowhow zur Verfügung. Wichtigstes Ziel ist es,
innovative Forschungs­ergebnisse aus Pharmakologie, Biotechnologie und Medizin­technik bis zur
Marktreife professionell weiterzuentwickeln und
den Unternehmensstart zu unterstützen. Dabei
werden insbesondere Spin-offs aus der Med Uni
Graz gefördert. Angesiedelt ist der Life Science
Inkubator am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin (ZWT).
Verlags- und Herstellungsort Graz
Layout, Umsetzung
Rubikon Werbeagentur GmbH
Leechgasse 25, 8010 Graz, www.rubikon.at
In der Biobank Graz lagern 6 Mio. biologische Proben. Damit
zählt die Sammlung zu den größten derartigen Einrichtungen
Europas. In einem internationalen Wettbewerb wurde sie nun zur
„Biobank des Jahres 2014“ gekürt. Initiiert wurde die Auszeichnung von der European, Middle-Eastern and African Society for
Biopreservation and Biobanking (ESBB).
Grundlegende Richtung
Meditio – Das Nachrichtenmagazin der Med Uni Graz
informiert regelmäßig über Forschung, Studium und
­PatientInnenbetreuung
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